Teambildende Maßnahmen zur Förderung der Gruppenkohäsion im Sportspiel Basketball


Examensarbeit, 2009
109 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Fundierung
2.1 Die Leistungsstruktur im Sportspiel Basketball
2.1.1 Die Struktur der Leistung im Sportspiel
2.1.2 Leistungsvoraussetzungen im Basketball
2.1.3 Charakteristik und Anforderungsprofil des Basketballspiels
2.2 Begriffsklärung Team
2.2.1 Definition Team
2.2.2 Abgrenzung zwischen Team und Gruppe
2.3 Begriffsklärung Teambuilding
2.3.1 Definition Teambuilding
2.3.2 Phasenprozess des Teambuildings
2.4 Begriffsklärung Gruppenkohäsion
2.4.1 Definition Gruppenkohäsion
2.4.2 Einflussfaktoren auf die Gruppenkohäsion
2.4.3 Zusammenhang zwischen Gruppenkohäsion und Leistung
2.5 Rahmenkonzept zur Förderung von Persönlichkeits- und Teamentwicklung
2.5.1 WAS – Auswahl psychosozialer Ressourcen
2.5.2 WOHIN – Kernziele zur Förderung psychosozialer Ressourcen im Sportspiel Basketball
2.5.2.1 Aufgabenzusammenhalt (K 1)
2.5.2.2 Individuelles sportliches Selbstbewusstsein (K 2)
2.5.2.3 Kollektives sportliches Selbstbewusstsein (K 3)
2.5.2.4 Kooperationsfähigkeit (K 4)
2.5.3 WIE – Methodische Gestaltung
2.5.3.1 Situationen aufgreifen
2.5.3.2 Situationen inszenieren
2.5.3.3 Situationen thematisieren

3. Praktische Umsetzung
3.1 Allgemeine Maßnahmen zur Förderung von Gruppenkohäsion
3.2 Übungsauswahl zur Förderung der Gruppenkohäsion im Sportspiel Basketball
3.2.1 Basketball S
3.2.2 Basketball M
3.2.3 Basketball L
3.2.4 Basketball XL

4. Methodische Überprüfung
4.1 Überprüfung der teambildenden Maßnahmen
4.2 Untersuchungsteilnehmer
4.3 Untersuchungsverfahren
4.4 Untersuchungsdurchführung
4.5 Untersuchungsauswertung

5. Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
5.1 Kohäsionsdimension I-BZ
5.2 Kohäsionsdimension I-AZ
5.3 Kohäsionsdimension G-BZ
5.4 Kohäsionsdimension G-AZ
5.5 Zusammenfassung der Tendenzen

6. Diskussion
6.1 Fehlende Kontrollgruppe
6.2 Kritik zur Methodik des KFS
6.3 Messzeitpunkte
6.4 Teamgröße
6.5 Professionalitätsgrad eines Basketball-Bezirksliga-Teams
6.6 Trainingsgegebenheiten

7. Zusammenfassende Betrachtung

8. Literaturverzeichnis

9. Abbildungsverzeichnis

10. Tabellenverzeichnis

11. Abkürzungsverzeichnis

12. Anlage A

13. Anlage B

1. Einleitung

Wenn die Ziele einzelner Spieler nicht mehr mit denen des Teams übereinstimmen oder die Leistung nicht ausreichend für die geforderten Ansprüche ist, werden während bzw. nach der Saison oft Umstrukturierungen in Sportteams vorgenommen. Alte Spieler verlassen den Verein, neue kommen hinzu. Die neu entstandenen Teams befinden sich permanent in einem gruppendynamischen Prozess, auf den der Trainer[1] aktiv Einfluss nimmt. Vor allem die Vorbereitungszeit ist eine wichtige Phase, in der die Weichen für eine erfolgreiche Mannschaft gestellt werden können. Teambildende Maßnahmen können helfen, den Prozess der Teamfindung und -stärkung zu unterstützen und zu beschleunigen, sodass ein gefestigter Teamzusammenhalt – die sogenannte Gruppenkohäsion[2] – entsteht. Klarheiten bezüglich der Aufgaben- und Rollenverteilung, eine gemeinsame Zielvorstellung, eine hohe Leistungsmotivation und Verantwortungsbewusstsein müssen durch den Trainer im Training wie im Wettkampf gefordert werden. Durch die Förderung der beiden Kräftedimensionen Sozial- und Aufgabenzusammenhalt kann ein Team entstehen, welches in kritischen Situationen und bei ernsthaften Konflikten bestehen und diese bewältigen kann.

Diese wissenschaftliche Arbeit schließt den Bogen zwischen empirischer Untersuchung zum Thema Teambuilding und dessen praktischer Umsetzung. Eine theoretische Grundlage soll die wesentlichen Begrifflichkeiten „Team“, „Teambuilding“ und „Gruppenkohäsion“ klären und das Konzept der Persönlichkeits- und Teamentwicklung nach Sygusch darlegen, welches die Basis für die durchgeführten Interventionseinheiten bildete. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf der Präsentation basketballspezifischer und -unspezifischer Übungsformen zur Förderung des Teamzusammenhaltes und der psychosozialen Ressourcen. Innerhalb der Recherchearbeiten wurde festgestellt, dass ein Mangel an Literatur bezüglich basketballspezifischer Übungen mit teambildendem Charakter festzustellen ist. Übungsformen zur Förderung des Teamzusammenhaltes wurden zum Teil aus dem Buch „Persönlichkeits- und Teamentwicklung im Kinder- und Jugendsport“ (Sygusch, 2006) und aus dem Bereich Handball aus dem Buch „Persönlichkeits- und Teamentwicklung. Förderung psychosozialer Ressourcen im Handball“ (Sygusch & Kolodziej, 2006) übernommen und entsprechend der Altersstufe und Sportart modifiziert.

Basketball stellt nicht nur hohe Anforderungen an das motorische und technisch-taktische Können. Neben Dribbeln, Werfen, Fangen etc. sind auch Fähigkeiten erforderlich, die ein erfolgreiches gemeinsames Miteinander und das Bewältigen von Drucksituationen ermöglichen. Beispielsweise müssen die Spieler in Offense und Defense kooperieren, um die gemeinsamen Spieltaktiken umsetzen zu können. Nervosität und Druck müssen an der Freiwurflinie abgelegt werden, denn nur durch das Vertrauen auf das eigene Können kann man selbstbewusst und erfolgreich im Spiel agieren.

Interagierende Sportspiele wie Basketball, welche durch ein hohes Maß an Arbeitsteilung und Rollendifferenzierung charakterisiert werden, unterscheiden sich von koagierenden Sportarten (z.B. Rudern, Bowlen, Schießen), in welchen der Erfolg im Wesentlichen von den Individualleistungen der Mitglieder abhängt, dadurch, dass die Mannschaftsleistung mehr ist als die Summe der Einzelteile (vgl. Linz, 2006, 21).

Am Beispiel des Basketballteams des TV „Jahnbund“ Apolda e.V. 1874 wurden sieben eigens konzipierte Interventionseinheiten durchgeführt. Motiviert wurde die Entwicklung, Durchführung und Auswertung der teambildenden Trainingseinheiten durch zwei Aspekte: Zum Einen kam es zu Umstrukturierungen im Team. Drei Neuzugänge waren zu vermelden und aus dem Jugendbereich rückten einige Spieler nach, um sich im Erwachsenenspielbetrieb zu messen. Es galt, die Spieler zu integrieren und zu einem funktionierenden, harmonischen Team mit klaren Aufgabenverteilungen und Hierarchiestrukturen zu führen. Zum Anderen war es der Wunsch des Teams und des Trainers, die kommende Saison erfolgreicher als die Vorherige abzuschließen. Eine Korrelation zwischen Kohäsion, vor allem Aufgabenkohäsion, und Leistung in Teams mit interpendenten Aufgabenstrukturen (Alfermann & Strauß, 2001) und in interagierenden Teams (Schlicht & Strauß, 2003) konnte anhand der Literatur festgestellt werden. Daher ist die Zielsetzung der Interventionseinheiten, die vorhandene Kohäsion zu verstärken, um die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Mit Hilfe von teambildenden Maßnahmen soll die Gruppenkohäsion gefördert und anhand des Kohäsionsfragebogens Sport (KFS) von Schmidt & Schleiffenbaum (2000) überprüft werden. Es existieren unterschiedliche Ergebnisse zu den Transfereffekten von Kohäsion auf die Leistungsfähigkeit des Teams. Viele Trainer verhalten sich skeptisch gegenüber sportartunspezifischen Interventionsformen und erwarten keinen positiven Einfluss auf den Teamzusammenhalt, vor allem aufgrund der wechselnden Rahmenbedingungen und der unkontrollierbaren Einflussfaktoren. Exemplarisch wurde dies am o.g. Basketballteam getestet. Die Hypothese:

„Teambildende Maßnahmen beeinflussen die Gruppenkohäsion eines Basketballteams positiv.“

soll anhand des KFS untersucht und verifiziert bzw. falsifiziert werden.

Es wird eine quantitative Längsschnittuntersuchung angewandt. Zu zwei Messzeitpunkten – vor und nach den Interventionseinheiten – sollen die Spieler den KFS ausfüllen. Um die Ergebnisse interpretieren zu können, wird die Kohäsion operationalisiert. Schwierigkeiten könnte die geringe Datenmenge und das Untersuchungsverfahren darstellen, die es zu diskutieren gilt.

2. Theoretische Fundierung

2.1 Die Leistungsstruktur im Sportspiel Basketball

2.1.1 Die Struktur der Leistung im Sportspiel

Die Leistung ist ein entscheidender Faktor im Wettkampf- und Trainingsbetrieb. Ziel der Ausbildung bzw. des Trainings ist eine zielgerichtete und effektive Spielleistung, die im Wettkampf zum Tragen kommt und durch diesen bestimmt wird. Mit dem Wissen über die leistungsbeeinflussenden Faktoren und die gesetzmäßigen Beziehungen und Abhängigkeiten der Leistung kann die Gestaltung des Trainings strukturierter und erfolgreicher durchgeführt werden. Durch verschiedene Definitionen soll ein Überblick zum Thema Leistungsstruktur geschaffen werden. Anschließend erfolgt eine Übersicht über die notwendigen Leistungsvoraussetzungen im Sportspiel Basketball und schlussendlich werden die Charakteristik und die Besonderheiten des Basketballs hervorgehoben.

Stiehler et al. (1988, 46) definieren die Leistungsstruktur folgendermaßen:

„Die Struktur der sportlichen Leistung (…) ist der innere Aufbau notwendiger, wechselseitig bedingender und optimal ausgeprägter Faktoren (Elemente, Bestandteile) für den Vollzug und für das Ergebnis einer konkreten sportlichen Leistung.“ Es wird unterschieden in diese Strukturebenen:

- Struktur der Wettkampfleistung – Ebene der Leistungsrealisierung oder der prognostizierten Zielleistung.
- Struktur der Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft – Ebene des jeweils erreichten Ausbildungstandes der Leistungsvoraussetzungen.
- Struktur des Trainings (Ausbildungsprozess) – Ebene der Leistungsvorbereitung (vgl. ebd.).

Konzag & Konzag (1991, 9) verweisen darauf, dass Leistung nur möglich ist, wenn die einzelnen Fähigkeiten der Mitglieder optimal kooperieren. Demnach resultiert die Leistungsstruktur aus:

„(…) der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit des einzelnen Spielers in ihrem integrativen Zusammenwirken im Rahmen der gesamten Mannschaft und deren kooperative Leistungsfähigkeit, die als eine eigenständige Qualität nicht etwa als Summe, sondern vielmehr im Sinne einer Potenzierung von Einzelleistungen zu begreifen ist.“[sic!]

Entscheidend für eine erfolgreiche Mannschaftsleistung sind Interaktion, Kooperation und Kommunikation.

Nach Konzag & Konzag (1991, 9) unterscheidet sich die Leistungsstruktur der Mannschaftssportspiele in verschiedene Strukturebenen:

- Unter der Struktur der Wettkampfleistung

„ist die aktuelle Struktur eines Leistungsvollzuges zu verstehen, wie sie sich aus den verschiedenen leistungsbestimmenden Kenngrößen (…) oder Merkmalen und ihren Wechselbeziehungen ergibt. Sie ist eine Prozessstruktur. Ihre Elemente können sehr unterschiedlich erfassbar sein: (…) vielfach noch in Form nicht metrisch bestimmbarer Leistungscharakteristika (z.B. solche leistungskennzeichnenden Merkmale wie taktische Entscheidungen und Verhaltensweisen (…) in Spielsportarten). Die Struktur der Wettkampfleistung in allen ihren wesentlichen Faktoren und Wechselbeziehungen ist in einem offiziellen Wettkampf kaum komplex zu erfassen.“ (zit. n. Schnabel, 1981)

In dem Modell der Struktur der Wettspielleistung nach Lau (1989) wird die Thematik vertieft und die verschiedenen beeinflussenden Faktoren dargestellt, darunter zählen: Äußere materielle und personelle Spielumweltfaktoren (Spielhalle, Schiedsrichter, Zuschauer u.v.m.), Effektivität individueller und kollektiver Handlungen und Verhaltensweisen des eigenen Teams und des Gegners sowie die Wettspielleistungen im Angriff (Trefferquote, Assists, Offenserebounds etc.) und Verteidigung (Steals, Defenserebounds etc.). Diese Komponenten entscheiden über Sieg oder Niederlage (vgl. Lau et al., 2002, 15).

- Wesentliche Faktoren, die die Struktur der kollektiven Leistungsvoraussetzungen kennzeichnen, sind die sozialen und kooperativen Beziehungen innerhalb des Teams, die durch das Formierungs- und Motivationsvermögen des Trainers beeinflusst werden. Kommunikation (Art und Grad der Kommunikation), Kooperation zur Abstimmung und Anpassung von Handlungen und entsprechende Spieler, die die Spielkonzeptionen umsetzen können, sind von Nöten, um die kollektive Leistung zu steigern. Grundlage bilden die individuellen technisch-taktischen und konditionellen Leistungsvoraussetzungen, welche in Wechselwirkung mit der kollektiven Leistung treten (vgl. Konzag & Konzag, 1991, 11).

- Struktur der individuellen Leistungsvoraussetzungen bezeichnet „die Ausprägung und die wechselseitige Beziehung der personalen Voraussetzungen, die den Menschen für bestimmte sportliche Leistungen mehr oder weniger geeignet machen.“ (vgl. ebd.)

Schnabel et al. (1994, 37) betonen den äußeren Rahmen, welcher die sportliche Leistung misst: „Einheit von Vollzug und Ergebnis einer sportlichen Handlung bzw. einer komplexen Handlungsfolge, gemessen bzw. gewertet an bestimmten sozial determinierten Normen.“

2.1.2 Leistungsvoraussetzungen im Basketball

Allgemein wird unter endogenen und exogenen – inneren und äußeren – Faktoren unterschieden, welche die Leistungsfähigkeit beeinflussen (vgl. Schnabel et al., 1994, 43).

Die äußeren Bedingungen, beispielsweise Spielregeln, Sportstätte, Ausrüstung, Zuschauer, Schiedsrichter etc., die pädagogische Führung und die inneren Bedingungen, welche als komplexe Leistungsfaktoren zusammengefasst werden, determinieren die Spielfähigkeit (Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenLeistungsfähigkeit). Stiehler et al. (1988, 50ff.) fassen die komplexen und vielfältigen Kräfte der Leistungsvoraussetzungen der Sportspiele zusammen. Zu den individuellen Leistungsfaktoren zählen:

- Konstitutioneller Faktor: Anlage- und entwicklungsbedingte Besonderheiten des Körperbaus und der Organfunktionen (Körperhöhe, Hebelverhältnisse);
- Konditioneller Faktor: energetische Fähigkeiten (Kraft, Ausdauer- und Schnelligkeitsfähigkeiten);
- Technik-taktischer Faktor: Handlungsqualitäten für die zielgerichtete und effektive Realisierung des Spielgedankens (spieltechnisches Können, taktisches Wissen, technisch-taktische Fähigkeiten);
- Koordinativer Faktor: Handlungsregulative Mechanismen des zweckmäßigen, ökonomischen und effektiven Zusammenwirkens im nerval-muskulären Steuerungs- und Regelverhalten bei der Bewegungstätigkeit (Differenz-, Orientierungs-, Reaktions-, Kopplungs- und Umstellungsfähigkeit);
- Ideologisch-moralischer und psychischer Faktor: allgemeingültige und spezifische Persönlichkeitsqualitäten, welche in ihrer Zielstellung und Ausprägung den Moralnormen der sozialistischen Gesellschaft entsprechen (Kenntnisse, Einstellungen/Überzeugungen, Kollektivität, psychische Fähigkeiten).

Die kollektiven Leistungsvoraussetzungen im Sportspiel werden von Stiehler et al. (1988, 52ff.) durch die Faktoren

- Kollektive Taktik: zielorientiertes und zweckmäßiges Zusammenwirken der Spieler eines Teams oder eines Teil des Teams ausgehend von Spielkonzeption und individuellen Persönlichkeitsqualitäten und Leistungsfähigkeiten (gruppentaktische und mannschaftstaktische Handlungen);
- Mannschaftsformation: Struktur der Spielerein- und -zuordnung zum Zweck optimaler Realisierung der Spielkonzeption unter Berücksichtigung spiel- und positionsspezifischer Aufgaben und individueller Leistungsfähigkeiten (z.B. Teamkapitän, Führungsspieler) und
- Kampfkraft des Mannschaftskollektivs: Ausprägungsgrad des Niveaus und der Wirksamkeit kollektiver Einstellungen und Verhaltensweisen aller Spieler bei der gemeinsamen Realisierung der Wettkampfleistung (z.B. einheitliche Zielstellung, Mobilisationsfähigkeit, Organisiertheit, Improvisation)

beschrieben.

2.1.3 Charakteristik und Anforderungsprofil des Basketballspiels

Basketball erfreut sich großer Beliebtheit. Weltweit wird dieses attraktive Mannschaftsspiel gespielt. Im Jahr 1891 wurde Basketball von dem amerikanischen Arzt und Pädagogen Dr. James Naismith als risikoarmer Ausgleich zum American Football entwickelt und verbreitete sich von da an sprunghaft auf der ganzen Welt. Stiehler et al. (1988, 177) zählen Basketball zu den Tor-, Mal- und Korbspielen.

Im Basketball treten zwei Teams mit je fünf Spielern gegeneinander auf einem Spielfeld der Größe 28 Meter mal 15 Meter an. Es können bis zu sieben Auswechselspieler eingesetzt werden. Das Auswechseln der Spieler ist nicht limitiert. Ziel des Spiels ist es, den Ball durch regelrechte Spielhandlungen in den gegnerischen Korb (Höhe: 3,05 Meter) zu werfen, um damit Punkte zu erzielen, und den eigenen Korb zu verteidigen, sodass gegnerische Angriffe verhindert werden. Die technisch-taktische Spielgestaltung wird durch strenge Regeln (Foul-, Schritt- und Zeitregeln) beeinflusst. Nach einer effektiven Spielzeit von vier mal zehn Minuten (in der NBA gelten andere Zeitangaben) gewinnt das Team mit den meisten Punkten. Bei einem Unentschieden wird das Spiel um jeweils fünf Minuten verlängert, bis ein Sieger feststeht. Das Spiel wird von zwei Schiedsrichtern und einem Kampfgericht, bestehend aus Anschreiber, Zeitnehmer und 24-Sekunden-Zeitnehmern, geleitet (vgl. Stiehler et al., 1988, 177). Im Laufe der Jahre wurden die Regeln immer wieder geändert, um das Spiel attraktiver zu gestalten.

Stiehler et al. (1988, 180f.) heben spezifische Merkmale des Basketballspiels hervor und beschreiben konkrete Anforderungen an den Basketballspieler:

- Das Spiel ist charakterisiert durch die ständig angriffsorientierte Spielweise aufgrund der Zeitregeln. Es ist kein bzw. kaum Zeitspiel möglich.
- Es werden hohe Ansprüche an die Informationsaufnahme, die Informations­verarbeitungsprozesse sowie an das motorische Koordinationsvermögen der Spieler gestellt.
- Durch das waagerecht angebrachte Ziel ergeben sich hohe Anforderungen an das motorische Distanzierungsvermögen und die Präzisionsleistung der Spieler.
- Technisch-koordinative Fähigkeiten sind von Nöten, bedingt durch die strengen Foul- und Schrittregeln.
- Spezielle konditionelle Fähigkeiten der Spieler sind erforderlich (viele Antritte, Tempowechsel und Richtungsänderungen, Sprünge, Abwehrbewegungen etc.).
- Durch häufige Wechsel in Systemen der kollektiven und individuellen Verhaltensweisen ist eine Universalität der Spielweise in Offense und Defense notwendig, d.h. ein hoher Ausprägungsgrad des taktischen Denkens.
- Relativ häufige Regeländerungen, um Härte und Aggressivität zu minimieren und die Attraktivität des Sports zu maximieren.

Hagedorn et al. (1996, 39) nennt fünf Merkmale, die den Charakter und das Anforderungsprofil des Basketballspiels bestimmen:

- Immunität des Gegenspielers,
- Enge des Spielraumes,
- frei zugängliches, übersprunghohes Ziel,
- Spiel mit der Hand und
- Zeitbegrenzung des Angriffs.

Nachdem auf die Leistungsstruktur im Allgemeinen und im Besonderen am Beispiel des Sportspiels Basketball eingegangen wurde, folgt eine Klärung der elementaren Begrifflichkeiten Team, Teambuilding und Gruppenkohäsion.

[...]


[1] Zur Verbesserung der Lesbarkeit werden in dieser Arbeit Personenbezeichnungen in der männlichen Form verwendet; gemeint sind dabei in allen Fällen Frauen und Männer.

[2] Um Missverständnisse zu vermeiden, werden in dieser Arbeit die Begriffe Gruppenkohäsion und Kohäsion bedeutungsgleich verwendet.

Ende der Leseprobe aus 109 Seiten

Details

Titel
Teambildende Maßnahmen zur Förderung der Gruppenkohäsion im Sportspiel Basketball
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
109
Katalognummer
V147427
ISBN (eBook)
9783640583287
ISBN (Buch)
9783640583577
Dateigröße
2491 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Mit praktischen Anhang
Schlagworte
Teambuilding, Basketball, Kohäsion, Interaktion, Sygusch, Kohäsionsfragebogen Sport
Arbeit zitieren
Cathleen Berbig (Autor), 2009, Teambildende Maßnahmen zur Förderung der Gruppenkohäsion im Sportspiel Basketball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147427

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