Paul Klee und der Kubismus


Hausarbeit, 2008

20 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Der Kubismus
2.1 Der analytische Kubismus
2.2 Der synthetische Kubismus

3. Der Kontakt Paul Klees mit dem Kubismus - Seine Begegnungen

4. Seine Haltung gegenüber dem Kubismus

5. Seine Umsetzung des Kubismus
5.1 Die Quadratbilder
5.2 Das Kristalline in seiner Kunst
5.3 Das Zerstören und das Neuzusammensetzen

6. Bildervergleich: „Hommage à Picasso“ - „Stillleben mit Rohrstuhlgeflecht“

7. Bildervergleich: „Die Pauken-Orgel“ - „Frau mit Gitarre“

8. Fazit

1. Einleitung

„Ich frage mich, ob man nicht die Dinge so malen müsse, wie man sie kennt, als wie man sie sieht. Ein Bild kann ebensogut die Ideen der Dinge darstellen, wie ihre äußere Erscheinung.“1

Dies ist ein Zitat aus der Schrift „Wort und Bekenntnis“ von einem der 'Begründer' des Kubismus - Pablo Picasso. Jenes beschreibt das Denken der kubistischen Künstler sehr gut. Nun sollte die Idee der 'Dinge' mit Hilfe von geometrischen Formen dargestellt werden. Der Künstler Paul Klee (1879 – 1940) hinterließ ungefähr 9 000 Werke und an einigen ging die Stilrichtung des Kubismus nicht spurlos vorbei.

In der vorliegenden Arbeit sollen die Begegnungen und die Haltung, welche Paul Klee mit bzw. gegenüber dem Kubismus hatte, heraus gearbeitet werden. Explizit wird der Einfluss des Kubismus auf das künstlerische Schaffen aufgezeigt. Hierbei beziehe ich mich auf seine Quadratbilder, das Kristalline und seine Methode des Zerstörens und Neuzusammensetzens. Die Bildvergleiche sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede von stark kubistischer Malerei und Klees umgesetzten Kubismus heraus kristallisieren.

Das wichtigste Quellenmaterial bei dieser Untersuchung ist Klees Tagebuch bis 1918 und sein Aufsatz „Die Ausstellung des Modernen Bundes im Kunsthaus Zürich“ aus der Zeitschrift 'Die Alpen'.

Das Ziel dieser Arbeit ist Parallelen zwischen dem Kubismus und Klees Schaffen bzw. seine Umsetzung dessen zu verdeutlichen und die Bedeutung, die diese Stilrichtung für Klee hatte, zu erschließen.

2. Der Kubismus

Der Name Kubismus leitet sich von dem lateinischen Wort 'cube', welches Kubus oder Würfel übersetzt heißt, ab. Jene Bezeichnung wurde von dem französischen Kunstkritiker Louis Vauxcelles geprägt. Den 'Grundstein' für den Kubismus legte Paul Cézanne, da er die Natur auf geometrische Formen zurückführte. Jedoch als 'Urväter' des Kubismus zählen Pablo Picasso und Georges Braque. Die Pariser Ausstellung im Jahr 1907 von Daniel-Henry Kahnweiler ist für die Stilrichtung des Kubismus von großer Bedeutung. In jener wurden zum ersten Mal kubistische Werke, wie z.B. von Pablo Picasso, Georges Braque, André Derain, Juan Gris und Fernand Léger, öffentlich ausgestellt. Somit sind in diesem Jahr die Anfänge jener Stilrichtung zu verzeichnen. Ebenso gilt das Gemälde „Les Demoiselles d'Avignon“ aus dem gleichen Jahr von Pablo Picasso als Wendepunkt, von dem der Kubismus seinen Ausgang nahm. Dieses zählt als „Schlüsselbild des anbrechenden 20. Jahrhunderts“1 Obwohl jenes nicht im eigentlichen Sinne kubistisch ist, da die beiden rechten Figuren eher expressionistisch zu betrachten sind. Aber dennoch sind alle revolutionären Elemente enthalten. Man kann erkennen, dass das Gemälde auf eine reine Fläche zurückgeführt worden ist. Jede Tiefenwirkung bei den Figuren ist ausgeschaltet. Ebenfalls setzen sich die Figuren aus geometrischen Formen zusammen und es sind Ansichten von mehreren Standpunkten vorhanden. Das Licht erstreckt sich im Bild nun nicht mehr aus einer Richtung kommend, sondern fällt von allen Seiten ein.

Der Höhepunkt des Kubismus reicht bis in die 20er Jahre hinein. Ursprünglich entsprang diese Stilrichtung aus dem Bedürfnis nach bildnerischer Ordnung. Weiterhin hegten die Kubisten den Wunsch, die Idee über die Empfindung und die Kenntnis der Wirklichkeit über die Anschauung zu stellen. Es gibt den analytischen und synthetischen Kubismus.

2.1 Der analytische Kubismus

Der Kubismus begann als analytischer Kubismus circa zwischen den Jahren 1907 bis 1912. In dieser Phase wurden die Konturen des Motivs aufgebrochen und in kubische Formelemente zerlegt. Der Bildgegenstand wurde z.B. in kristallinische Kleinformen geteilt und in anderer Ordnung wieder zusammengefügt. Das Objekt wurde nicht mehr nur von einer Ansichtsweise aus gesehen, sondern es wurden verschiedene Sichtweise berücksichtigt und diese in einem Bild zusammengefasst. Somit gab es keinen festen Betrachterstandpunkt und der ursprüngliche Bildraum 'löste' sich auf. Die dreidimensionalen Formen wirkten 'abgeflacht'. Beim analytischen Kubismus scheint es so, dass der Künstler mehrere Lichtquellen benutzt. Häufig wurden monochrome Farben (gering voneinander abweichenden Tonstufen) verwendet.

Die perspektivische Konstruktion wurde soweit vernachlässigt, dass Hintergrund und Figur bzw. Gegenstand nicht mehr zu unterscheiden waren. Ein Beispielbild für den analytischen Kubismus ist „Violine und Krug“ von Georges Braque.

2.2 Der synthetische Kubismus

Der synthetische Kubismus entwickelte sich um das Jahr 1912 aus dem Bedürfnis nach Anschaulichkeit heraus. Hierbei brauchte man bei den Bildern den dargestellten Gegenstand nicht mehr zu entwirren, da dieser nun klar heraus tritt und Aufschluss über den Bildinhalt gibt. Die Künstler arbeiteten z.B. mit Zeitungsausschnitten, Pappen, Tapeten, Spielkarten, Holz und Farbflecken und fügten diese in Collagen zusammen. Der Naturbezug verstärkte sich erneut, da gegenständliche Motive wieder synthetisiert wurden. Der synthetische Kubismus setzte auf Zweidimensionalität. Ein Beispielbild für den synthetischen Kubismus ist das Bild „Au bon marché“ von Pablo Picasso.

3. Der Kontakt Paul Klees mit dem Kubismus - Seine Begegnungen

München, Berlin, Paris oder Bern – Überall dort lernte Paul Klee zwischen den Jahren 1910 bis 1914 die kubistische Kunst kennen.

Zunächst soll untersucht werden, welche Werke er von Künstlern in München gesehen hat. Im Jahr 1909 besucht Paul Klee die Marées-Ausstellung in der Münchner Sezession, welche eine große Wirkung auf ihn hat. In einer Rezension aus 'Die Alpen'1 schreibt Klee: „ich brauche wohl nur an die große Mareé Ausstellung im Winter 1908/1909 zu erinnern, die man als gutes Omen auffassen durfte.“2 Bei dieser sieht er acht Werke von Paul Cézanne. Im selben Jahr beschäftigt er sich in München mit Bildern folgender Künstler: P. Picasso, G.Braque,

A. Derain und R. Delaunay in der Galerie Thannhauser.

In dem Jahr 1911 wird er mit weiteren wichtigen Künstlern der Moderne bekannt, wie z.B. mit Wassily Kandinsky, Franz Marc und Hans Arp. Im Dezember veranstalten Kandinsky und Marc die Ausstellung 'Der blaue Reiter'. Zu jener Ausstellung von Goltz schrieb Klee in einer Rezension in der Zeitschrift 'Die Alpen' folgendes: „Dieser Buch- und Kunsthändler bewies den Mut, als erster in seinen Schaufenstern kubistische Kunst auszustellen, Kunst, die man hier noch vielfach für typisch schwabingisch hält (in der Schweiz wohl kaum kennt). Unter Kubismus versteht man die Bestrebungen, das Konstruktive der Formen ausdrucksvoll zu behandeln. Picasso, Derain, Braque, Delaunay heißen diese Schwabinger [...]“1 Hier merkt man, dass sich Klee erstmals mit dem Kubismus, mit der 'neueren' Kunst,

genauer auseinander setzt. In seinem Tagebuch III schreibt Klee ebenso interessiert über diese Ausstellung: „Dieser / Händler riskierte als „erster am Platz“, in seinen Schaufenstern kubistische / Kunst auszustellen, die von den Gaffern als typisch schwabingisch / bezeichnet wird. Picasso Derain Braque als Schwabinger Freunderln, ein netter Gedanke!/“2 Man kann sagen, dass sich die Stadt München um 1912 zu einem Ort entwickelt hatte, an dem man neue Kunst aus Frankreich, Italien und Russland studieren konnte. Man kann vermuten, dass sich Klee nun noch weiter inspirieren lassen wollte, da er in sein Tagebuch kurz nach Goltz' Ausstellung schreibt: „Durch diese Schwabinger und ihre Werke gewan der Gedanke / sehr an Reiz, sich wieder einmal in Paris ein wenig umzusehn.“3

Die Parisreise im April des Jahres 1912 war für Klee und seine weitere künstlerische Entwicklung entscheidend. Am Vormittag des 11. April suchte er Delaunay auf. In seinem Tagebuch wird dieser Besuch jedoch nur mit einem Satz: „Vormittags besuchte ich Delaunay im Atelier.“4 erwähnt. Es fällt kein Wort über das Gesprochene und über die Bilder. Nach jener Reise war Klee von dem 'Maler der Fenster' begeistert. Am Abend besuchte er den Kunsthändler Wilhelm Uhde, welcher Werke von Henri Rousseau, Picasso und Braque sammelte. Somit kam Klee wieder mit den 'Urvätern' des Kubismus in Verbindung. „13.April [...] Dan im Laden von Kahnweiler / (Derain, Vlaminck, Picasso).“5 - an diesem Tag besuchte er den deutschen Kunsthändler Daniel-Henry Kahnweiler und sah hierbei ebenso kubistische Werke. Ebenfalls lernt er bei dieser Reise den Künstler Le Fauconnier kennen.

[...]


1 o. V. : Kubismus. Künstler. Themen. Werke. 1907 – 1920. (Köln 1982).

1 Rahn, Dieter: Kubismus: Die Zerlegung der Welt. Dokumente zum Verständnis der der modernen Malerei. (1995).

1 Monatszeitschrift für schweizerische und allgemeine Kultur.

2 Klee, Paul: Paul Klee. Schriften. Rezensionen und Aufsätze.(Köln 1976), S. 93.

1 Klee, Paul: Paul Klee. Schriften. Rezensionen und Aufsätze.(Köln 1976), S. 100.

2 Klee, Paul: Tagebücher 1898 – 1918. (Stuttgart 1988), S. 323.

3 Ebd..

4 Ebd., S. 325.

5 Ebd..

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Paul Klee und der Kubismus
Hochschule
Hochschule für Bildende Künste Braunschweig  (Institut für Kunstwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V147601
ISBN (eBook)
9783640584123
ISBN (Buch)
9783640584277
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Paul Klee, Kubismus, Klees Schaffen, Quadratbilder
Arbeit zitieren
Sophie Bartholome (Autor), 2008, Paul Klee und der Kubismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147601

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