Bewertung von ausgewählten Finanzderivaten nach IFRS und HGB


Hausarbeit, 2009
21 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Themenabgrenzung und Zielsetzung der Arbeit

2 Grundidee der Bilanzierungsregelungen
2.1 Handelsrechtliche Rechnungslegung
2.2 Rechnungslegung nach IAS/IFRS

3 Grundlagen der Bilanzierung derivativer Finanzinstrumente
3.1 Bilanzierung und Bewertung nach HGB
3.2 Bilanzierung und Bewertung nach IAS 39
3.2.1 Erstmaliger Ansatz
3.2.2 Erstmalige Bewertung von Finanzinstrumenten
3.2.3 Klassifizierung und Folgebewertung von Finanzderivaten

4 Hedge Accounting
4.1 Hedge Accounting im Handelsrecht
4.2 Hedge Accounting nach IAS 39

5 Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Rechtsquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Themenabgrenzung und Zielsetzung der Arbeit

Im Zuge der zunehmenden Globalisierungsanstrengungen multinationaler Unternehmen und der damit verbundenen Fusionen und Übernahmen auch über Ländergrenzen hin- weg, wird es immer wichtiger, dass diese Unternehmen über aussagefähige international vergleichbare Jahresabschlüsse verfügen. Deutsche Unternehmen, welche international agieren wollen, kommen daher nicht umhin, ihre Buchführung den internationalen An- sprüchen anzupassen. International anerkannte Rechnungslegungsstandards sind zum einen die International Financial Reporting Standards (IFRS; vormals International Ac- counting Standards) und zum anderen die United States General Accepted Accounting Principles (US-GAAP).

Mit der EU-Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19.07.20021 hat sich die Europäische Union (EU) für die IFRS als einheitliche Rechungslegungs- norm im europäischen Raum entschieden. Ab dem 01.01.2005 sind damit alle kapital- marktorientierten Unternehmen mit Sitz in der EU dazu verpflichtet Konzernabschlüsse nach den IFRS vorzulegen. Die EU-Verordnung soll zur Verbesserung der Funktions- weise des Binnenmarkts beitragen. Darüber hinaus überlässt die EU den Mitgliedsstaa- ten den Anwendungsbereich der neuen Rechnungslegungsregeln auch auf den Konzern- abschluss nicht kapitalmarktorientierter Unternehmen sowie auf den Einzelabschluss aller Unternehmer auszudehnen.

Die vorliegende Arbeit geht zuerst auf die Entstehung der Rechnungslegung nach Handelsrecht (Handelsgesetzbuch; im Folgenden HGB) und nach IFRS sowie deren Zielsetzung ein. Am Beispiel eines Zinsswaps, sollen die unterschiedlichen Bewertungsansätze nach HGB und nach IFRS verdeutlicht werden. Mit einer Schlussbemerkung und einem Ausblick wird die Arbeit abgeschlossen.

2 Grundidee der Bilanzierungsregelungen

Die Unterschiede, das heißt Vorzüge und Nachteile, zwischen den jeweiligen Rech- nungslegungsstandards stellen sich für den Bilanzleser klarer dar, wenn die Grundideen der Regelwerke bekannt und deren Entwicklung über den Lauf der Zeit nachvollziehbar sind. Um das Verständnis sowohl für die national geprägte HGB Bilanzierung, als auch für die international angewandten IFRS Regelungen zu entwickeln, werden nachfolgend die historischen Grundgedanken der beiden Rechnungslegungsnormen dargestellt.

2.1 Handelsrechtliche Rechnungslegung

Das HGB ist das deutlich ältere der beiden Regelwerke zur Bilanzierung. Es ist im Jahr 1897 in Kraft getreten und wurde seitdem nur in Details, aber nicht in den Grundgedanken verändert. Da in Kontinentaleuropa und speziell im deutschsprachigen Raum das Hausbankprinzip die wesentliche Säule zur Versorgung der Unternehmen mit Kapital (in der Regel Fremdkapital) darstellte, traten die Kapitalmärkte in der Vergangenheit nur wenig in Erscheinung. Durch die Finanzierung der Unternehmen mit Fremdkapital, nehmen die (Haus-) Banken eine so genannte Gläubigerstellung ein.

Die Leitidee der Bilanzierung nach HGB ist es, das den tatsächlichen Verhältnissen ent- sprechende Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage darzustellen. Entscheidende Bedeutung für die Entwicklung des HGB hatte die Aktiennovelle aus dem Jahr 1884, auf welche auch Begriffe wie das Vorsichtsprinzip, Gläubigerschutz und Ausschüt- tungsbemessungsfunktion zurückgehen. Des Weiteren beruft sich das HGB auf die ge- setzlich angeführten sowie die nicht kodifizierten Grundsätze ordnungsmäßiger Buch- führung (GoB).2

Durch diese Gestaltungsfreiheit kommen unterschiedliche Auslegungen entsprechend dem jeweiligen Ziel der Unternehmensführung zustande. Darüber hinaus ist im Hinblick auf eine Abbildung der wirtschaftlichen Verhältnisse die Verbindung zwischen Han- dels- und Steuerbilanz über die Maßgeblichkeit und umgekehrte Maßgeblichkeit zu nennen. Hierdurch werden Unternehmen dazu angehalten ein steuerlich optimales Er- gebnis auszuweisen. Diese steuerliche Induktion des Ergebnisses führt zwangsläufig zu einer Verzerrung des Bildes durch Legung stiller Reserven um einen möglichst geringen steuerbaren Gewinn auszuweisen.

2.2 Rechnungslegung nach IAS/IFRS

Im Unterschied zu den stark national geprägten Vorschriften des HGB stellen die Inter- national Accounting Standards (IAS) von der Konzeption her einen internationalen Bi- lanzierungsstandard dar. Im International Accounting Standards Committee (IASC) ar- beiten seit seiner Gründung im Jahr 1973 die mit der Rechnungslegung befassten Be- rufsverbände wie zum Beispiel aus Australien, Deutschland, Großbritannien und Irland, Japan, Kanada, Mexiko, den Niederlanden und den USA mit. In der Satzung wurden folgende Ziele3 festgelegt:

- Formulierung und Veröffentlichung von Rechnungslegungsgrundsätzen im Inte- resse der Öffentlichkeit, die bei der Aufstellung und Darstellung der Abschlüsse anzuwenden sind und die deren weltweiter Akzeptanz und Einhaltung fördern.
- Verbesserung und Harmonisierung der nationalen Vorschriften und Rechnungs- legungsgrundsätze.
- Verfahren in Verbindung mit der Aufstellung und Darstellung von Jahresab- schlüssen.
- IAS-Jahresabschlüsse sollen im Wesentlichen Informationen über folgende Punkte beinhalten: Financial Position (Finanzielle Situation), Changes in Financial Positions (Veränderungen der finanziellen Situation) und die Performance (erbrachte Leistung).

Hauptsächlich bedingt durch den letzten Punkt bauen IAS-Abschlüsse auch auf dem Prinzip des true and fair value auf, da sie die tatsächliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens darzustellen versuchen.

Zu einiger Verwirrung hat die Umbenennung der IAS in IFRS im Jahr 2002 geführt. Das neue hauptamtliche Board International Accounting Standards Board (IASB) hat sich entschieden, die von ihm verabschiedeten Standards IFRS zu nennen. IAS sind die vom IASC verabschiedeten, weiterhin gültigen Standards und IFRS sind die vom IASB verabschiedeten neuen Standards.

[...]


1 Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002 betreffend die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards.

2 Vgl. Seeger 2003, S. 6.

3 Vgl. Pellens, S. 80ff.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Bewertung von ausgewählten Finanzderivaten nach IFRS und HGB
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie und Management gemeinnützige GmbH, Hochschulstudienzentrum Hamburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
21
Katalognummer
V148086
ISBN (eBook)
9783640580712
ISBN (Buch)
9783640580835
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bewertung, Finanzderivaten, IFRS
Arbeit zitieren
Maria Untermann (Autor), 2009, Bewertung von ausgewählten Finanzderivaten nach IFRS und HGB, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148086

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