Gruppenarbeit mit demenziell erkrankten Senioren

Demenzcafé "Vergiss Mein Nicht"


Projektarbeit, 2009
22 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Grundbegriffe der Gruppenarbeit
2.2 Gruppenleiter
2.2.1 Fuhrungsstile/Pflegestile/Erziehungsstile
2.2.2 Fahigkeiten des Gruppenleiters
2.3 Allgemeine gruppenpadagogische Grundsatze
2.4 Gruppenarbeit mit verwirrten alten Menschen
2.4.1 Sieben Grundsatze mit verwirrten alten Menschen

3 Die Planung
3.1 Organisation
3.2 Inhaltliche Fragen
3.2.1 Aufbau einer Gruppe demenziell erkrankter Menschen
3.2.2 Struktur eines Gruppentreffens

4 Grundlagenarbeit fur die Projektumsetzung
4.1 Biographiearbeit
4.2 Milieugestaltung
4.2.1 Lebensthemenkiste
4.3 Integrative Validation (IVA)
4.4 Sammlung von Aktivierungsmoglichkeiten
4.4.1 Kaffee und Kuchen
4.4.2 Themen und Lieder im Jahresablauf
4.4.3 Spiele (altersgerecht)
4.4.4 Weitere Aktivitaten

5 Die Umsetzung des Projektes
5.1 Das Team
5.2 Die Raumlichkeit
5.3 Termine
5.4 Teilnehmer/innen

6 Verlauf eines Projektnachmittages

7 Schlusswort

Literatur

1. Einleitung:

Der Beginn des Projektes „Cafe- Vergiss Mein Nicht“, ein Seniorennaehmittag mit demenziell erkrankten Menschen, begann im November 2007.

Initiator war die Heimleitung des privaten Seniorenhauses, in dem ich arbeite. Neben der Heimleitung, der Pflegedienstleitung, der Wohnbereichsleitung waren noch zwei examinierte Altenpfleger, unter anderem ich, in dem Projektteam.

Das Ziel war ursprunglich, Angehorige von demenziell erkrankten Menschen, die nicht in unserem Haus wohnen, etwas mehr Freizeit, gerade in der Vorweihnachtszeit zu schaffen.

Es war angedacht dieses ,,Demenzcafe'“ einmal in der Woche, an einem festgelegten Tag stattfinden zu lassen. Die Dauer der Veranstaltung sollte ca. 2 Stunden betragen.

Es musste nun naturlich in dem Einzugsgebiet des Seniorenhauses bekannt gemacht werden, dass es so ein Angebot fur demenziell erkrankter Menschen und deren Angehorige gibt. Daher wurden Zeitungsannoncen aufgegeben und Plakate gedruckt. Die Plakate wurden an Arzte, bei Kirchen, Amtern und in offentlichen Geschaften, Backer usw., aufgehangt.

Dies war dann Anfang Dezember 2007. Aus der Bevolkerung kam dann aber absolut keine Resonanz, was uns anfanglich doch sehr verwunderte. Unser Projektteam war doch der Meinung, dass Angehorige demenziell erkrankter Menschen sehr gerne dieses Angebot in Anspruch nehmen wurden, um auch mal etwas Zeit nur fur sich haben zu konnen. Auch ich war dieses Fehlglauben anhangig.

Doch nach einiger Zeit, reifte bei mir die Uberlegung, ob das „Cafe- Vergiss Mein Nicht“ wirklich eine Erleichterung fur die Angehorigen sei.

Angehorige von Betroffenen aus unserem Seniorenhaus und der Tagesspflege „Memoritas“ (Praktikumeinsatz Mai/Juni 2008) erzahlten mir, dass offentliche „Auftritte“ eher als belastend und anspannend erlebt werden. Oft sahen sich Angehorige gezwungen, das Verhalten des erkrankten Menschen permanent zu kontrollieren und bestimmte Situationen vorauszusehen.

Das Leben ist ver-rUckt. Viele Angehorige zogen sich daher immer mehr in den hauslichen Bereich zuruck. Ein „normales“ offentliches Leben wurde lange Zeit nicht mehr gefuhrt.

Somit war die mangelnde Resonanz auf das Projekt „Cafe Vergiss Mein Nicht“ fur mich auch besser zu verstehen.

2. Theoretische Grundlagen:

2.1. Grundbegriffe der Grnppenarbeit

- Gruppenarbeit. bzw. soziale Gruppenarbeit entstand mit der in den USA entwiekelten Sozialarbeit seit der Jahrhundertwende. (Belardi, Nando, Didaktik und Methodik sozialer Arbeit, Band 4 Diesterweg-Verlag, 1980)
- Soziale Gruppenarbeit soil dem Einzelnen helfen, seine soziale Funktionsfahigkeit dureh sinnvolle Gruppenerlebnisse zu erkennen und um personliehe, Gruppen- oder gesellsehaftliehe Probleme besser gewaehsen zu sein. (Konopka, Soziale Gruppenarbeit, Beltz-Verlag 1968, S.67)
- Gruppe/Kleingruppe wird genannt, wenn „eine Reihe von Personen“, die in einer bestimmtem Zeitspanne haufig miteinander Umgang haben und deren Anzahl so gering ist, dass jede Person mit alien anderen Personen in Verbindung treten kann. GruppengroBe: Hoehstens 30 Mitglieder, am besten 8-15 Personen (Joppig, Gruppenarbeit mit Senioren,Bardenschlager-Verlag, S.14/15)
Gruppenmitglieder treten direkt miteinander in Kontakt - von Angesieht zu Angesieht. Der Begriff „faee-to-faee-Beziehung“ hat sieh aus dem Amerikanisehen durehgesetzt. 3-6 Personen bei gerontopsyehiatriseh veranderten alten Mensehen (Wingchen, Geragogik, Kunz Verlag 1996, S.97)
- Gruppenformen (nach Wingchen, Geragogik, Kunz Verlag1996, S.94-96) Interessengruppen: Z.B. gemeinsames Hobby

Ubungsgruppen: Z.B. Gedaehtnistraining Gespraehsgruppe: Z.B. uber aktuelle Probleme spreehen Therapeutisehe Gruppe: Z.B. bei psyehisehen Storungen und Erkrankungen Psyehotherapeutisehe Gruppe: Probleme, die bis in die Kindheit zuruekreiehen Angehorigen und Ehrenamtliehe Gruppe: Hilfestellung bei Problemen Mitarbeitergruppen: Z.B. Supervision

Gesehlossene Gruppen: Ausseheidende Mitglieder werden nieht dureh Neuzugange ersetzt.

Halboffene Gruppen: Begrenzte Teilnehmerzahl, fur Neuzugange offen Offene Gruppenangebote: Kleiner fester Kern, offen fur Andere.

Gruppenformen bei demenzieller Erkrankung:

Mobilisationsgruppe: gegen Unruhe und Apathie Rhythmikgruppe: evtl. mit Instrumenten

Essensgruppe: Selbstandigkeit fordern.

- Normen gestalten das Zusammensein einer Gruppe. „Unter Normen versteht man die ausgesproehenen und unausgesprochenen Regeln und „Gesetzt“, die das Denken und Verhalten der Gruppenteilnehmer bestimmt. Sie entstehen zum Teil aus dem Bedurfnis, unsichere und ungewisse Situationen zu strukturieren und das komplexe Geschehen des Zusammenlebens ertraglicher zu machen.“ (Klein, Gruppenleiter ohne Angst, Verlag Pfeiffer, 1984)

2.2. Gruppenleiter

2.2.1. Fuhrungsstile/Pflegestile/Erziehungsstile:

Kurt Lewin (Die Losung sozialer Konflikte, Bad Nauheim 1953) unterschied:

- einen autoritaren/autokratischen Erziehungsstiel
- einen Laisser-faire Erziehungsstiel, „laufen lassender“ Stil
- einen demokratischen/sozial-integrativen Erziehungsstiel

2.2.2. Fahigkeiten des Gruppenleiters:

(angelehnt an: Wingchen, S.100 ff.)

- Akzeptanz/Warme
- Empathie/einfuhlendes Verstehen
- Kongruenz/“echt sein“; ohne Fassade sein, zu Gefuhlen stehen
- Wertschatzung zeigen
- Geborgenheit vermitteln
- Gruppenklima ohne Bedrohung

Wenig Wertschatzung zeigt ein Gruppenleiter, der

- aktive Ratschlage anbietet
- weiB, was fur andere das „Beste“ ist
- deutlich Missbilligung oder Zustimmung zeigt.
- seine eigenen WertmaBstabe an andere anlegt

Hinweise fur GruppenleiteiYaus Joppig, S.50)

- Atmosphare des Vertrauens sehaffen, zum Beispiel Kontaktspiele zum Abbau vorhandener Hemmsehwellen.
- Hilfestellung in der Orientierungsphase geben.
- Zuruekhaltung des Gruppenleiters in der Vertrautheitsphase
- Anpassungsphase, Gefahr der Gleiehsehaltung beaehten
- Guten Absehluss in der Auflosungsphase sehaffen
- Problematik von „Nahe und Distanz“ bedenken
- Gruppenkonflikte losen, dureh z.B.

Integration, sehafft die Wiederherstellung in der Einheit der Gruppe;

Kompromisse sind gegenseitige Zugestandnisse;

Sehutz von Minderheiten gewahrleisten

Haltung und Einstellung des Gruppenleiters (aus Joppig,S.40,41)

- Gruppenteilnehmer sind gleiehbereehtigte Partner.
- Weitgehende Einraumung von Selbstentfaltung und Selbstbestimmung.
- Der Andere wird in seinem Anderssein toleriert.
- Regeln und Rituale einhalten.
- Mit der Starke des Teilnehmers arbeiten.
- Gruppenzusammenarbeit fordern
- Konflikte positiv nutzen

2.3.Allgemeine gruppenpadagogisehe Grundsatze

(angelehnt an Joppig, s.o.,S.28-32 und Wingchen, s.o.,S.111-113)

Voruberlegung:

- Welehe Ziele sind mit der Gruppe zu erreiehen?
- Wie (Inhalte) konnen die Ziele erreieht werden?
- Welehe Methoden anwenden, welehe Medien benutzen?

1) Anfangen, wo die Gruppe steht“

Welehe Interessen, Fahigkeiten/Probleme bringen die Teilnehmer mit, um darauf eingehen zu konnen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Gruppenarbeit mit demenziell erkrankten Senioren
Untertitel
Demenzcafé "Vergiss Mein Nicht"
Veranstaltung
Gerontopsychiatrie
Autor
Jahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V148104
ISBN (eBook)
9783640599363
ISBN (Buch)
9783640600076
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ein Nachmittag mit demenziell erkrankten Senioren in einem Pflegeheim. Theorie, Planung und praktische Umsetzung. Biographiearbeit, Milieugestaltung, Lebensthemenkiste, Intergrative Validation (IVA), Sammlung von Aktivierungsmöglichkeiten.
Schlagworte
Intergrative Validation (IVA), Biographiearbeit, ROT, Milieugestaltung, Aktivierungsmöglichkeiten
Arbeit zitieren
Uwe Küker (Autor), 2009, Gruppenarbeit mit demenziell erkrankten Senioren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148104

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