Wie Social Media unser alltägliches Leben beeinflusst

Ansatz einer medienethischen Analyse


Bachelorarbeit, 2010
39 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition des Begriffs Social Media
2.1. Der Nutzen von Social Media
2.2. Funktionen der Social Media
2.2.1. Politische Funktion
2.2.2. Wirtschaftliche Funktion
2.2.3. Gesellschaftliche Funktion
2.2.4. Kulturelle Funktion
2.2.5. Religioser Umgang mit Social Media
2.3. Zielsetzungen von Social Media

3 Moral in Social Media
3.1. Der Begriff Moral
3.2. Bedeutung der Moral in Social Media

4. Selbstbildnis in den Social Media
4.1. Deskriptive und normative Selbstbildnisse in Social Media
4.2. Funktionen der Selbstdarstellung
4.3. Nachteile der Selbstdarstellung

5. Auswirkung auf die Gesellschaft
5.1. Verschwinden sozialer Rollen
5.2. Neue Vernetzung

6. Medienethik
6.1. Bewachung der Medien durch Moral
6.2. Moralische Reglementierung

7. Die Relevanz von Social Media
7.1. Mobilitat und Aktualitat
7.1.1. Bessere Moglichkeit der Aktualitat und Mobilitat
7.1.2. Der Zwang mobil und prasent zu sein
7.2. Der Umgang mit Social Media
7.3. Mehrdimensionalitat von Social Media

8. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der heutigen Zeit gewinnen Social Media als so genannte soziale Netzwerke im Internet, stetig an Bedeutung und haben einen immer groBeren Einfluss im Alltag. In dieser Ausarbeitung wird das Grundkonzept der Social Media hinsichtlich der sozialen Basis prasentiert und im Ansatz moralethisch aufgearbeitet, wobei hinsichtlich der inhaltlichen Begrenzung weitere Funktionen nur angerissen werden konnen und rechtliche Aspekte sowie Regulierungen vernachlassigt werden mussen.

Zunachst erfolgt eine Definition des Begriffes Social Media, um diesen charakterisieren zu konnen und in den Kontext der Medien einzuordnen[1]. Die Differenzierung in Funktionsbereiche soll die Vielfalt und die Zielsetzung der Medienform im Ansatz exemplarisch darstellen . Um einen Ubergang zu dem moralethischen Ansatz zu schaffen, werden grundlegende moralische[2] Vorstellungen und Normen definiert [3] und im Bereich der Selbstbildnisse detailiert aufgegriffen und reflektiert[4]. Die daraus resultierenden Ergebnisse werden in dem nachfolgenden Kapitel auf Veranderungen innerhalb der, durch Social Media kommunizierende, Gesellschaft kontextualisiert und bewertet[5]. Im darauf folgenden Kapitel sechs werden exemplarische Grundzuge einer Medienethik aufgezeigt und die alltagliche Bedeutung dieser Medienform in ihrer Aktualitat und dem mobilen Empfang verdeutlicht[6]. Diese Ausarbeitung soll die Aktualitat der Social Media im alltaglichen Leben exemplarisch in einigen Bereichen verdeutlichen und Vorteile sowie Nachteile aufzuzeigen. Insbesondere die sich ergebenen Nachteile werden moralethisch interpretiert, um dadurch einen Losungsansatz formulieren zu konnen.

2. Definition des Begriffs Social Media

Social Media, auch soziale Medien genannt, beschreiben soziale Netzwerke und Netzgemeinschaften im Internet, welche als Begriff genutzt werden „to describe the similar concept of the Internet’s evolution from a static environment focused on the one-way provision or receipt of information (Web 1.0), to an interactive community where users can communicate, share, post, blog and create content in real time“ [7]. Die sozialen Netzwerke offerieren die Moglichkeit eigenstandig sowie gemeinsam in Form einer Kollaboration zu agieren und somit soziale Kommunikation durch digitale Hilfsmittel zu fuhren. Die von Valerie Brennan aufgefuhrte Definition verweist auf die Entwicklung von einer einseitigen Aktion als Konsument oder Produzent zu einer dualen Gemeinschaft, welche nun beiderseits operieren kann. Die einseitige Kommunikation ist auch ein Kriterium der traditionellen Massenmedien, wie z.B. Rundfunk, Fernsehen und Printmedien, in welchen ein Journalist oder eine Institution als Produzent agiert, Programme konzipiert und diese dem Konsumenten anbietet.

Social Media kombinieren das System von Konsum-Angeboten der o Massenmedien, wie z.B.[8] Video-Stream als Gegenstuck zum Fernsehempfang, sowie eine groBere, zeitlich unabhangige, Angebotsvielfalt, auf welche online zugegriffen werden kann [9]. Dabei besteht neben der Moglichkeit Inhalte anzusehen, diese auch teilweise zu speichern, interaktiv zu benutzen und zu verandern, so dass z.B. Videoinhalte einer Sendung durch den Nutzer manipuliert werden konnen und anderen Benutzern auf der Internetseite YouTube.com[10]] zur Verfugung gestellt werden konnen. Neben den modifizierten Inhalten besteht haufig die Moglichkeit diese gezielt abzurufen und selbst zu verandern, so dass der Aspekt der Interaktivitat bekraftigt wird. Durch das Zusammenfassen von Inhalten zu Stichwortern, den so genannten Tags, ist es daruber hinaus moglich innerhalb der sozialen Netzwerke anhand von Schlusselwortern die gewunschten Informationen zu erreichen.

Ein generelles Kriterium von Social Media ist die Moglichkeit zur gegenseitigen Kommunikation und sozialen Interaktion im Rahmen der technologischen Realisierbarkeit im Internet. Diese Interaktion kann unter anderem aus Kommentaren, Gastebucheintragen, Bewertungen, Modifikationen und eigenen Beitragen bestehen, wodurch die reale mundliche Kommunikation virtuell ausgetragen werden kann.

Im Anschluss wird eine exemplarische Auswahl der verschiedenen Kommunikationsmoglichkeiten der Social Media angefuhrt, wobei maBgeblich die miteinander haufig verknupften Bereiche der Kommunikation, der Zusammenarbeit und Multimedia reprasentiert werden, welche zumeist eine Registrierung voraussetzen.

Im Unterbereich Kommunikation werden unter anderem Web-Blog-, Micro- Blogging-Dienste[11] sowie Internetseiten, welche als soziale Netzwerke definiert werden, aufgefasst. Im Bereich der Blogs konnen auf Internetseiten, wie livejournal.com, tagebuchahnliche Beitrage verfasst werden, welche in ihrem Zugang offentlich oder privat geschaltet werden konnen, wodurch der Nutzer viele personliche Daten uber sich preisgeben kann. Diese Form der Darstellung wird jedoch oft haufig genutzt um Artikel mit unterschiedlicher Ausrichtung zu veroffentlichen, wodurch die Struktur ahnlich der, der Printmedien ist, mit der Zusatzfunktion direkt kommentiert werden zu konnen. Haufig konnen hier auch wirtschaftliche und politische Internetseiten gefunden, die in ihren Artikeln neue Informationen vermitteln oder sich dem Werbemittel der Mundpropaganda bedienen. So wird auf der Internetseite trnd.com angeboten Produkte zu testen, zu kommentieren und an sein soziales Umfeld weiterzureichen, wodurch personalisierte Werbung betrieben wird. Micro-Blog-Dienste wie Twitter.com ermoglichen Kurznachrichten, mit ahnlichem Umfang wie bei den SMS, zu versenden und gleichzeitig von verschiedenen Benutzern direkt oder im Archiv gelesen zu werden. Dies ist eine schnelle Methode um aktuelle Nachrichten zu ubermitteln ohne den Rahmen und Umfang eines Artikels wahrnehmen zu mussen oder dient zur Ubermittlung des eigenen Status. Nutzer desselben Netzwerkes konnen, sofern es der Kontakt zulasst, auf diese kurzen Mitteilungen direkt antworten. Anbieter sozialer Netzwerke, wie die Internetseiten Facebook.com, MySpace.com und Studivz.de bieten eine Profilfunktion an, in welcher der Nutzer sich als Person beschreibt und Fotos sowie gegebenenfalls auch Videos hinzufugen kann, um sich somit als Person in der virtuellen Anonymitat des Internets zu prasentieren. Daneben besteht die Moglichkeit uber eine Kontaktliste oder ein Adressbuch zu verfugen, um Benachrichtigungen oder Nachrichten zu schreiben bzw. zu empfangen und daruberhinaus auch nach neuen Kontakten zu suchen.

Plattformen die eine Zusammenarbeit anbieten werden haufig als Wikis[12] oder Bewertungs- bzw. Auskunftsportale bezeichnet. Ein weit verbreitetes Beispiel fur Wikis ist die Internetseite Wikipedia.de, auf welche verschiedene Nutzer Informationen und Definitionen zusammentragen und der Offentlichkeit verfugbar machen. Daneben gibt es die Moglichkeit sich in verschieden Foren uber Hobbys und Interessen auszutauschen, sowie auf Internetseiten wie ciao.de oder amazon.com erworbene Produkte zu bewerten und dadurch das Kaufverhalten der Benutzer zu beeinflussen.

Die in diesem Kapitel aufgefuhrten Multimedia-Dienste werden auf die

Moglichkeit des Video-Streams beschrankt, wobei die Copyright-Frage [13] bei verschiedenen Musikplattformen ebenfalls erwahnt werden muss. Die Internetseite YouTube.com offeriert die Moglichkeit sich verschiedene Inhalte als Stream anzusehen und gegebenenfalls zu kommentieren und zu bewerten. Dabei werden nicht nur von den jeweiligen Nutzern erstellte Inhalte angeboten, sondern zum Beispiel auch Ausschnitte von] Kinofilmen oder Musiktiteln. Sofern diese in Ausschnitten angeboten werden ist dies zumeist rechtlich legitim, haufig wird jedoch das Urheberrecht verletzt.

2.1. Der Nutzen von Social Media

Social Media bieten neben altbewahrten Kommunikationsmitteln, wie E­Mail Versand und Chat-Funktionen[14], eine Vielzahl neuer Methoden an, welche bereits im vorherigen Kapitel beschrieben wurden. Die vielfaltigen Angebote ermoglichen neben einem Datenaustausch, auch uber digitale Medien soziale Kontakte aufzubauen und sich Informationen uber individuelle Interessen oder Produkte zu beschaffen.

Die Etablierung der unterschiedlichen Kommunikationsmittel der Social Media ermoglichen den kostengunstigen Kontakt mit verschiedenen Nutzern auf der ganzen Welt. So mussen nun z.B. fur ein Gesprach mit Kontakten in Amerika keine teuren Telefongebuhren gezahlt werden, da die Internetseite Skype.com uber ein Programm kostenlose Videokonferenzen oder Telefonate ermoglicht und ebenfalls uber eine Profilfunktion neue Gesprachspartner gesucht werden konnen.

Qualman sieht ferner im Mitteilungsbedurfnis der Menschen einen interessanten Kontrast zwischen individuellem Freiraum und einem sozialen Bedurfnis; wonach die Nutzer sozialer Netzwerke bereit sind „ online offene Tagebucher zu fuhren, um Kontakt zu halten und ihr Grundbedurfnis nach Akzeptanz zu befriedigen“[15]. Daher offerieren Social Media neben dem realen sozialen Umfeld, zusatzlich weitere Kontakte aufzubauen und sich von dem Programm der traditionellen Massenmedien zu losen und selbststandig uber die zu konsumierenden Inhalte zu bestimmen. Daruber hinaus etabliert sich nicht nur fur die Privatperson relativ kostengunstig als Produzent Inhalte im Internet anzubieten, wodurch z.B. Werbung fur Unternehmen und Produkte, je nach Popularitat der Internetseite, kostengunstig platziert werden konnen.

2.2. Funktionen der Social Media

In der Ausfuhrung uber den Nutzen der Social Media werden bereits unterschiedliche Einsatzbereiche aufgefuhrt, wie die Verbreitung von Informationen und Wissen, sowie Mundpropaganda und soziale Kontaktmoglichkeiten. Im Folgenden werden weitere thematische Funktionsfelder und Einflussmoglichkeiten der Medienform erlautert, wobei sich der tatsachliche Wirkungsgrad eher auf Bereiche erstreckt, welche uber online Inhalte verfugen bzw. sich auf Nuterzgruppen beziehen, die Social Media nutzen.

2.2.1. Politische Funktion

Massenmedien sollen als Vermittlungs-, Meinungs- und Kontrollinstanz fungieren und zur Unterhaltung und Bildung beitragen, daher kommt den Medien zunachst eine Informationsfunktion zu[16]. Die Benutzer haben die Moglichkeit sich unter anderem selbststandig mit Informationen zu versorgen und durch Diskussions-Plattformen eine kritische Meinung, zum Beispiel bezuglich Produkten oder der Politik, zu bilden. Die Interaktionsfahigkeit tragt daruberhinaus bei, interaktiv an Diskussionen teilzunehmen, sofern das notige technische Equipment und ein versierter Umgang mit den Medien bestehen. Die traditionellen Massenmedien haben gegenuber „Staat, Gerichten, der Verwaltung und der Offentlichkeit [...] eine Kontroll- und Kritikfunktion [17] “. Dies lasst sich auch auf die Social Media projizieren, da die Diskussionsmoglichkeit die gleiche Funktion ausuben kann und die Anonymitat des Internets auch die freie

MeinungsauBerung gestattet, welche jedoch zum Teil durch den Staat beschnitten werden kann. Dies auBert sich in Form einer Zensur, auf welche nun nicht weiter eingegangen wird, da dies eine rechtliche Reglementierung umfasst [18]. Der Benutzer hat die Moglichkeit sich neben den traditionellen Massenmedien durch Internetinhalte zu bestimmten Themen zu erkundigen, zu diskutieren sowie eigene Thesen aufzustellen. Insbesondere im Bereich der Politik kann der Wahler so genau verfolgen, ob politische (Wahlkampf-) Programme eingehalten werden und wie die Haltung von Politikern und Parteien in Subsystemen, wie einer bestimmten Stadt, von Social Media Nutzern wahrgenommen und bewertet wird. Der dadurch bedingte Appell als Partei einen autonomen Internetauftritt sowie Diskussion-Portale anzubieten und die eigenen Tatigkeiten zu reprasentieren liegt daher nahe. Dennoch wurde eine Tauschung innerhalb des Internetauftrittes durch Benutzer des realen Umfeldes relativ schnell angeprangert werden. Durch die vielseitigen Prasentationsmoglichkeiten in der Weltpolitik, besteht die Vermutung des Informationsuberflusses, sofern keine Zielsetzungen beim Browsen, das heiBt bei der ungenauen Suche, vorhanden sein sollten. Doch bereits wenige Schlusselbegriffe erlauben es haufig die gewunschten Informationen abzurufen, sofern diese bereits mit den sogenannten Tags versehen wurden. Daher offerieren Social Media bei der richtigen Benutzung eine Reflektion aktueller Themen sowie eine schnelle Informationsaufnahme und die Moglichkeit innerhalb der Medien zu agieren. Daneben verhilft es Politikern auch moglichst aktuell und wahlerzentriert zu operieren, wie es bereits im Kapitel zwei mit dem Beispiel Barack Obamas erwahnt wurde.

2.2.2. Wirtschaftliche Funktion

Nach BeiBwenger tragen „gerade Videoplattformen wie YouTube [...] zu der viel zitierten Demokratisierung, der Transparenz und dem Gemeinschaftserlebnis im Internet bei. Moderne Unternehmens- Kommunikation muss sich an den Regeln und Moglichkeiten des Web 2.0 orientieren“[19]. Kommunikationsmanager mussen sich daher bezuglich ihrer Waren oder Dienstleistungen nun umso mehr um Wahrhaftigkeit bemuhen, da Social Media die Moglichkeiten offeriert „die Aussagen von Unternehmen auf Authentizitat, Glaubwurdigkeit und Nachhaltigkeit zu uberprufen“[20]. Doch eben diese Medien eroffnen ein neues Feld der individualisierten Werbung und des Supports, also z.B. der Unterstutzung bei einem Problem, da sich nun Unternehmen direkt anhand der Social Media Profile ihrer Kunden orientieren konnen. Achim BeiBwenger betrachtet den Aspekt der Aktualitat als „ein Rohstoff der Wirtschaft [...] [, welcher] Pflicht jeder Unternehmenskommunikation sei, und durch Micro- blogging-Dienste wie u.a. Twitter dem Scanning der Internetsuchmaschinen gewahrleistet werden kann“[21]. Hierbei werden personliche Daten zur personalisierten Werbung genutzt, wodurch diese gezielt an einen moglichen Konsumenten gerichtet wird und nebenbei kosteneffizient ist. Dieses Verhalten ist jedoch problematisch, da personliche Daten bewusst wie unbewusst fur das Konsumverhalten genutzt werden, wie es z.B. im Bereich der Seite StudiVZ debattiert wurde, wonach die zunachst bei allen Profilen gleich geschaltete Werbung nun anhand der Profildaten angepasst werden wird. Der hierbei wahrgenommen Zugriff auf personliche Daten verweist jedoch auf ein grundlegendes Konfliktpotential, der veroffentlichten Daten innerhalb Social Media Systeme, welche im vierten Kapitel im Kontext des Selbstbildnis im Profil behandelt werden. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Faktoren ermoglichen die Social Media Netzwerke, neben personalisierter Werbung und aktueller Informationen an den Verbraucher auch einmal „produzierte Bewegtbildinhalte mehrfach verwerten und das Kosten-Nutzen-Verhaltnis [zu] optimieren“[22]. In Fachliteratur wird daruberhinaus haufig beschreiben, dass die erfolgreiche Werbung haufig mit personalisierten Applikationen und die Orientierung an neuen oder relativ kleinen Social Media Netzwerken lukrativ zu sein scheint, da diese leichter zu beeinflussen sind .[23]

2.2.3. Gesellschaftliche Funktion

„Gesellschaftliche Integration und Sozialisation“ sind wichtige Bestandteile der Massenmedien, bzw. der Kommunikation innerhalb dieser, wobei diese nur die Mitglieder der Gesellschaft umfasst, die uber einen Zugang zum Internet verfugen [24]. Daher kann hier nicht bedingt von einem gesamtgesellschaftlichen Phanomen gesprochen werden, da die Nutzung eines digitalen Zuganges die Voraussetzung dafur ist.

Durch die rege Kommunikation innerhalb der Plattformen der Social Media auf schriftlicher und visueller Basis konnen neben allgemeinen Informationen auch kulturelle und soziale Pragungen ausgetauscht werden. Der damit stattfindende „Austausch der gesellschaftlichen Teilsysteme untereinander [...] erfullt damit als Hauptfunktion [die] gesellschaftliche Integration “[25], sofern der Benutzer einen regelmaBigen Zugang zu dergleichen Medien hat. Die in den traditionellen Massenmedien angebotene Separierung von (Fach-)Informationen in unterschiedlichen Teilbereichen, die zum Teil auch kostenpflichtig zu erwerben sind, wird im Bereich der Social Media nochmals untergliedert, so dass der Benutzer gezielt Informationen jederzeit abrufen oder erfragen kann. Hinsichtlich der gesellschaftlichen Funktion steht jedoch besonders der soziale Aspekt im Vordergrund, da der Benutzer durch die sozialen Netzwerke Kontakte z.B. zu Freunden und der Familie aufrechterhalten und ebenfalls neue Leute kennenlernen kann.

Haufig wird als Argument auch eine generationsubergreifende Gelegenheit der Kommunikation aufgegriffen, wonach sich technisch versierte Eltern und GroBeltern zum Beispiel anhand der MySpace Statusmeldungen uber das jeweilige Befinden ihres Kindes erkundigen konnen. Dies soll im optimalen Fall naturlich nicht die reale Kommunikation ersetzen, jedoch besteht gegebenenfalls die Möglichkeit, sich durch die Informationen der jeweiligen Blogs und Profile Jugendlicher und Kinder über aktuelle Gesprächsthemen zu informieren, welche sich durch das direkte Nachfragen nicht ohne Weiteres ergeben müssen.

[...]


[1] Vgl. Kapitel 2.

[2] Vgl. Kapitel 2.

[3] Vgl. Kapitel 3.

[4] Vgl. Kapitel 4.

[5] Vgl. Kapitel 5.

[6] Vgl. Kapitel 7. 2

[7] Brennan, Valerie: Navigating Social Media in the Business World, in: Licensing Journal Vol. 30 Issue 1 (Jan 2010), S. 8 (im Folgenden zitiert als: Brennan, Social Media in Business World).

[8] Video-Stream bietet die Moglichkeit an, visuelle Inhalte in Form von Videos nach eigenem Ermessen abzurufen, so dass die zeitliche Gebundenheit des Fernsehprogramms entfallt. Jedoch mussen die Inhalte direkt, d.h. in realer Zeit von den Nutzern angesehen werden, da der Stream diese meist nicht zum speichern anbietet.

[9] Vgl. Brennan, Social Media in Business World, S. 8.

[10] YouTube.com offeriert die Moglichkeit, eigene Videos innerhalb dieses Netzwerkes zu veroffentlichen und ebenfalls andere visuelle Presentation weiterer Mitglieder im Stream, anzusehen, zu kommentieren, sowie zu bewerten. Das Angebot ist kostenlos und werbefinanziert. Um Videos zu veroffentlichen muss jedoch eine Registrierung abgeschlossen werden. Eine Interaktion ist ebenfalls durch eine eigene Videobotschaft moglich, welche dann ebenfalls mit dem Original-Video verknupft ist. Dieses Prinzip wurde auch im Wahlkampf von Barack Obama erfolgreich eingesetzt, da mogliche Wahler in Form von Videos Fragen stellen konnten, welche durch die Wahlhelfer beantwortet wurden, um eine soziale Interaktionen zu vermitteln.

[11] Web-Blogs sind Internetseiten, auf welchen einzelne und auch zusammenhangende Artikel zusammengefasst werden. Haufig besteht die Option diese zu kommentieren. Ahnlich wie Micro-Blogs konnen sie von privater oder offentlicher Natur mit politischer oder wirtschaftlicher Ausrichtung sein. Die Unterscheidung zwischen den beiden Blog- Diensten besteht in der Nachrichtenlange, so werden diese bei Micro-Blogs zum Teil auf etwa 140 Zeichen pro Eintrag begrenzt.

[12] Die Funktion der Wikis ahnelt der von Nachschlagwerken, wobei innerhalb der Wikis der Aspekt der Zusammenarbeit im Vordergrund steht. Die Nutzer konnen eigene Eintrage erstellen und dadurch das Wiki erweitern und aktuell halten.

[13] Auf vielen Plattformen werden urheberrechtlich geschutzte Inhalte angeboten, welche sich teilweise durch die Moglichkeit des partiellen oder kompletten Streams, je nach rechtlicher Regelung, in einer Grauzone befinden.

[14] Chat-Funktionen konnen in ihrer primaren Form als schnellerer Austausch von Kurzinformationen angesehen werden, welche zugleich als Echtzeit-Diskussionsplattform dienen kann. Dadurch wird der E-Mail Versand verringert, da die Nachrichten nun innerhalb eines Chat-Fensters direkt nach der Eingabe der jeweiligen Nutzer angezeigt werden.

[15] Qualman, Erik: Socialnomics. Wie Social Media Wirtschaft und Gesellschaft verandern, Ubersetzung aus dem Amerikanischen von Reinhard Engel, Heidelberg [u.a.] 2010, S. 20 (im Folgenden zitiert als: Qualman, Socialnomics).

[16] Vgl. Stapf, Ingrid: Medien-Selbstkontrolle. Ethik und Institutionalisierung, Konstanz 2006, S. 30(Im Folgenden zitiert als: Stapf, Medien-Selbstkontrolle).

[17] Stapf, Medien-Selbstkontrolle, S. 30.

[18] Desai, Kapil: Media ethics and social change, Delhi (India) 2010, S. 215-217. 8

[19] BeiBwenger, Achim: Audiovisuelle Kommunikation in der globalen Netzwerkgesellschaft, in: YouTube und seine Kinder. Wie Online-Video, Web TV und Social-Media die Kommunikation von Marken, Medien und Menschen revolutionierten, hrsg. v. Achim Beisswenger, Baden-Baden 2010, S. 26. (Im Folgenden zitiert als: BeiBwenger, globale Netzwerkgesellschaft).

[20] BeiBwenger, globale Netzwerkgesellschaft, S. 26.

[21] BeiBwenger, globale Netzwerkgesellschaft, S. 26-27.

[22] BeiBwenger, globale Netzwerkgesellschaft, S. 28.

[23] Vgl. Desai, Kapil: Media ethics and social change, Delhi (India) 2010, S.80-82.

[24] Stapf, Medien-Selbstkontrolle, S. 30.

[25] Stapf, Medien-Selbstkontrolle, S. 30.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Wie Social Media unser alltägliches Leben beeinflusst
Untertitel
Ansatz einer medienethischen Analyse
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
39
Katalognummer
V148186
ISBN (eBook)
9783640617562
ISBN (Buch)
9783640617456
Dateigröße
741 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Social Media, soziale Medien, Twitter, facebook, studivz, Moral, Selbstdarstellung, normatives Selbstbildnis, soziale Rollen, Medienethik, Mobilität, Aktualität, Mehrdimensionalität, religiöser Umgang, Nutzen von Social Media, Funktionen Social Media, Moral in Social Media, Bewachung der Medien, Moralische Reglementieruung, Thema Social Media
Arbeit zitieren
Damian Tylla (Autor), 2010, Wie Social Media unser alltägliches Leben beeinflusst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148186

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