Die Finanzmarktkrise als Katalysator des Wandels im Tourismus?


Bachelorarbeit, 2010

79 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG
1.1 Thematik und Problemstellung
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit

2 BEGRIFFE, DEFINITIONEN UND ABGRENZUNGEN
2.1 Touristische Begriffe und Abgrenzungen
2.1.1 Tourismus und Tourismusbetriebe
2.1.2 Akteure im Tourismussystem
2.1.2.1 Tourismus-Subjekte
2.1.2.2 Tourismus-Objekte
2.1.2.2.1 Tourismusbetriebe und -organisationen
2.1.2.2.2 Destination
2.2 Gesamtwirtschaftliche Begriffe und Abgrenzungen
2.2.1 Abgrenzung Wirtschaftskrise und Finanzmarktkrise
2.2.1.1 Wirtschaftskrise
2.2.1.2 Finanzmarktkrise
2.2.2 Abgrenzung Strukturwandel, Strukturbruch und Krise

3 GLOBALE FINANZMARKTKRISE UND TOURISMUS
3.1 Von der Subprime-Krise zur Finanzmarktkrise
3.1.1 Die Immobilienkrise in den USA
3.1.2 Der Ausbruch der globalen Finanzmarktkrise
3.1.3 Chronologie und staatliche Maßnahmen
3.2 Auswirkungen auf die Realwirtschaft in Deutschland
3.3 Auswirkungen auf die Tourismusbranche
3.3.1 Auswirkungen auf den internationalen Tourismusmarkt
3.3.2 Auswirkungen auf den deutschen Tourismusmarkt

4 STRUKTURWANDEL IM TOURISMUS
4.1 Touristische Systemtheorie als Erklärungsansatz
4.1.1 Das statische System des Tourismus
4.1.2 Tourismus und Systemumwelt: Wechselwirkungen
4.1.3 Einführung der dynamischen Komponente
4.2 Aktuelle Strukturwandlungen im Tourismus
4.2.1 Relevante Trends in der wirtschaftlichen Umwelt
4.2.1.1 Globalisierung und Tourismus
4.2.1.2 Bedingter Wandel im Teilsystem Reisemittler
4.2.1.3 Bedingter Wandel im Teilsystem Destination
4.2.1.4 Bedingter Wandel im Teilsystem Verkehr
4.2.2 Relevante Trends in der gesellschaftlichen Umwelt
4.2.2.1 Soziodemographischer Wandel und Tourismus
4.2.2.2 Bedingter Wandel im Teilsystem Reisemittler
4.2.2.3 Bedingter Wandel im Teilsystem Destination
4.2.2.4 Bedingter Wandel im Teilsystem Nachfrage
4.2.3 Relevante Trends in der ökologischen Umwelt
4.2.3.1 Globale Erwärmung und Tourismus
4.2.3.2 Bedingter Wandel im Teilsystem Destination
4.2.4 Relevante Trends in der technologischen Umwelt
4.2.4.1 E-Commerce und Tourismus
4.2.4.2 Bedingter Wandel im Teilsystem Reisemittler
4.2.4.3 Bedingter Wandel im Teilsystem Nachfrage
4.2.4.4 Bedingter Wandel im Teilsystem Verkehr
4.2.5 Relevante Trends in der politischen Umwelt
4.2.5.1 Europapolitik und Tourismus
4.2.5.2 Bedingter Wandel im Teilsystem Nachfrage
4.2.5.3 Bedingter Wandel im Teilsystem Verkehr

5 FINANZMARKTKRISE UND STRUKTURWANDEL
5.1 Abgemilderte Strukturwandlungen
5.1.1 Trend zur Last-Minute Buchung
5.1.2 Polarisierung in der Hotelbranche
5.2 Katalysierte Strukturwandlungen
5.2.1 Trend zur Onlinebuchung
5.2.2 Marktbereinigung am Reisebüromarkt
5.2.3 Marktkonzentration in der Hotelbranche
5.2.4 Wachstum des Low-Cost-Carrier - Marktes
5.2.5 Konsolidierung im Luftverkehr
5.3 Neutrale Strukturwandlungen
5.4 Schlussbemerkung

LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS

ANLAGEN

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abb. 1: Touristischer Kreislauf

Abb. 2: Akteure im Tourismussystem

Abb. 3: Arten von Finanzkrisen

Abb. 4: Leitzinsentwicklung Eurozone - USA

Abb. 5: BIP im Zeitraum 1992 - 2009

Abb. 6: Internationale Touristenankünfte 1995 - 2009

Abb. 7: Das System Tourismus (statisch)

Abb. 8: Das Teilsystem Destination

Abb. 9: Die dynamische Komponente des Systems Tourismus

Abb. 10: Das dynamische System Tourismus

Abb. 11: Verteilung Privatvermögen BRD 2007

Abb. 12: Gesundheitstourismus-Interessenten nach Urlaubform

Abb. 13: Anteil LCC-Verkehr am Gesamtverkehr

Abb. 14: Strukturwandlungen und Einfluss der Finanzkrise

Abb. 15: Buchungskanäle der absolvierten Reisen und Prognosedaten

Abb. 16: Zusammenhang Luftverkehr/Wirtschaftswachstum

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Thematik und Problemstellung

„Wachstumsbranche“, „Jobmotor“, „stabiler Pfeiler der Wirtschaft“ - dem Tourismus werden in Deutschland, ebenso wie in anderen Volkswirtschaf­ten auf der ganzen Welt, tragende Rollen zugeschrieben, galt er doch als krisenresistent wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig. Jedoch wird die Tourismuswelt immer schnelllebiger ]und komplexer, denn sie befindet sich aktuell in einem markanten Wandlungsprozess. Nahezu alle Anbie­ter, von Reisebüros, Hotels und Beherbergungsstätten, Reise- und Ver­kehrsgesellschaften bis zu Freizeiteinrichtungen, sind von diesem Struk­turwandel betroffen. So sind sich Beobachter einig, dass die Branche heute vor Herausforderungen in bislang ungekanntem Ausmaß steht.

War man über Jahre an die Segnungen des Tourismus als Boom­Branche mit ständig wachsenden Zahlen bei Urlaubsreisen, Umsätzen, Gewinnen und Arbeitskräften gewöhnt, zeigte sich in der Folge des 11. September 2001, dass auch der Tourismus nicht vor Verwerfungen und Einbrüchen gefeit ist. Der weltweite Tourismusmarkt schrumpfte und Fluggesellschaften verzeichneten hohe Buchungsrückgänge. In den von terroristischen Aktivitäten betroffenen Destinationen kam es zu einem starken Besucherrückgang und einer Beschädigung des Images wie z.B. in den Ländern Ägypten, Türkei, USA oder auf Bali. SARS, Tsunamis und Erdbeben waren in jüngster Zeit zugleich Bewährungsproben als auch Warnzeichen. Folglich entwickelte sich die Rede vom Tourismus in einer Krisen- oder Umbruchsituation in den letzten Jahrzehnten zu einem popu­lären Thema von Zustands- und Zukunftsbeschreibungen.1

Die aktuelle Finanzmarktkrise setzt nun ein weiteres Fragezeichen für die Zukunft der Branche. Ihre gegenwärtigen und kommenden Folgen auf gesamtwirtschaftlicher, einzelwirtschaftlicher oder branchenspezifischer Ebene beschäftigen die ökonomische Literatur bereits seit dem Jahr 2008 und wurden in unzähligen Veröffentlichungen thematisiert. Dabei wurde der Wirtschaftszweig Tourismus, im Gegensatz zu anderen, erst relativ spät mit der Krise in Verbindung gebracht. Die Ursache hierfür ist ein Zeitverzögerungsfaktor bei der Reaktion auf Konjunkturschwankungen. Dieser wirkte sich bisher meist positiv aus, bewirkte er doch, dass Krisen durch kleinere Konjunkturdellen oft erst gar nicht in der Branche anka­men. Doch die aktuelle Krise sparte auch die erfolgsverwöhnte Touris­muswirtschaft nicht aus. Gerade im laufenden Wandlungsprozess griffen ihre Folgen besonders stark.2

1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit

In der vorliegenden Bachelorarbeit soll nun ein Bezug zwischen den Wandlungsprozessen im Tourismus und der Finanzmarktkrise hergestellt werden. Das Ziel ist es zu analysieren, inwiefern die Auswirkungen der Finanzmarktkrise die bereits vorhandenen, laufenden Strukturwandlungen in dieser Branche beeinflussen. Die Betrachtung erfolgt dabei, je nach Dimension und Ausprägung der Wandlung, auf nationaler (deutscher Tou­rismusmarkt) und auf internationaler Ebene.

Hierzu ist es eingangs notwendig, die eingesetzten Begriffe aus den Bereichen Wirtschaft und Tourismus zu erklären sowie die wichtigen Ak­teure zu beschreiben. Diese definitorischen Grundlagen werden in Kapi­tel 2 gelegt.

Die Finanzkrise wird beginnend mit den Gründen ihrer Entstehung in den USA und den Voraussetzungen für den weltweiten Ausbruch in Kapi­tel 3 dargestellt. Nachdem die Kausalitäten aufgezeigt wurden, erfolgt eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse in chronologi­scher Abfolge. Weiterhin werden die Auswirkungen der Krise auf die deutsche Konjunktur gezeigt. Am Ende des Kapitels erfolgt dann eine Betrachtung des Tourismusmarktes im Rezessionsjahr 2009.

Kapitel 4 bezieht sich auf den Strukturwandel im Tourismus. Nach einer theoretischen Veranschaulichung des Wandels durch die touristische Systemtheorie, welche auch den Aufbau dieses zentralen Abschnittes vorgibt, werden die aktuellen Wandlungsprozesse und Trends herausge­stellt. Dies geschieht unter Berücksichtigung der relevanten Umweltein­flüsse und wird durch aktuelle Marktdaten fundiert. Die Betrachtung erfolgt dabei größtenteils aus nationaler Perspektive, es werden jedoch auch internationale Entwicklungen dargestellt.

Zum Abschluss wird in Kapitel 5 als essentieller Teil der Arbeit der Be­zug zwischen der Finanzkrise und dem Strukturwandel hergestellt. Die herausgearbeiteten Trends werden erneut aufgegriffen und in den Kontext der Finanzkrise gesetzt. Dadurch wird die Beantwortung der Frage „Ist die Finanzmarktkrise ein Katalysator des Strukturwandels im Tourismus?“ ermöglicht. Auch hier erfolgt eine umfassende Untermauerung durch ak­tuelle Fakten und Zahlen.

2 Begriffe, Definitionen und Abgrenzungen

2.1 Touristische Begriffe und Abgrenzungen

2.1.1 Tourismus und Tourismusbetriebe

Tourismus wird heute nicht mehr allein als „Reisen und Ferienmachen“ definiert, sondern muss vielmehr als „die Gesamtheit der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus dem Reisen und dem Aufenthalt von Personen ergeben, für die der Aufenthaltsort weder hauptsächlicher und dauernder Wohn- noch Arbeitsort ist“ verstanden werden.3 Diese weite Definition von Tourismus als Oberbegriff umfasst die verschiedensten Arten und Formen solcher Reisen. Geschäftsreisen gehören ebenso dazu wie Urlaubsreisen, Studienreisen, Eventreisen und Freundes- oder Verwandtenbesuche mit Übernachtung.4 Die folgende Abbildung dient der Veranschaulichung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Touristischer Kreislauf/Quelle: eigene Darstellung5

Da in der vorliegenden Arbeit Strukturwandlungen im Tourismus unter­sucht werden sollen, ist es notwendig, diesen Wirtschaftszweig klar von anderen Branchen abzugrenzen. Aufgrund der Dienstleistungseigenschaf­ten der Tourismuswirtschaft wird diese in der Drei-Sektoren-Hypothese der Volkswirtschaft6 zwar dem Tertiärsektor (Dienstleistungssektor) zuge­rechnet, eine klare volkswirtschaftliche bzw. statistische Abgrenzung ge­genüber anderen Branchen existiert jedoch nicht. Dies ist auch nicht un­problematisch, da der Tourismus keinen einheitlichen Wirtschafts- oder Industriezweig darstellt, sondern sich aus verschiedenen Teilbereichen anderer Branchen zusammensetzt.7 Im Rahmen der Betriebswirtschafts­ lehre kann jedoch eine einigermaßen präzise Abgrenzung der so genann­ten Tourismus- oder Fremdenverkehrsbetriebe erfolgen, welche bran­chenspezifisch aggregiert werden können. Eine genaue Definition erfolgt in Kapitel 2.1.2.2.1 „Tourismusbetriebe und -organisationen“.

2.1.2 Akteure im Tourismussystem

Zum Verständnis des Tourismus als ganzheitliches System ist es notwen­dig die Akteure im Tourismussystem genauer zu beschreiben. Abbil­dung 2 gibt zunächst eine Übersicht zu den Akteuren in den Teilbereichen des Tourismusmarktes, die in den folgenden Kapiteln dann näher be­schrieben werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Akteure im Tourismussystem/Quelle: eigene Darstellung8

Abbildung 2 ist zu entnehmen, dass sich das System Tourismus in die Teilbereiche Tourismus-Subjekte und Tourismus-Objekte unterteilt. Dabei umfasst der Teilbereich Tourismus-Subjekte die Reisenden und die Be­stimmungsfaktoren ihrer Nachfrage, der Teilbereich Tourismus-Objekte umfasst die Institutionen der Tourismuswirtschaft, welche die Nachfrage befriedigen.9

2.1.2.1 Tourismus-Subjekte

Im Sektor „Tourismus-Subjekte“ sind der Tourist und die Bestimmungsfak­toren seiner Nachfrage erfasst. Die Welttourismusorganisation der Verein­ten Nationen (UNWTO) definiert Touristen folgendermaßen: „Touristen sind Personen, die zu Orten außerhalb ihres gewöhnlichen Umfeldes reisen und sich dort für nicht mehr als ein Jahr aufhalten aus Freizeit­oder geschäftlichen Motiven, die nicht mit der Ausübung einer bezahlten Aktivität am besuchten Ort verbunden sind.“10 Nach dieser Definition lassen sich Touristen also in Urlaubs- und Geschäftsreisende unterteilen. Will man diese beiden Hauptgruppen weiter erschließen, muss man die Kriterien „Reisemotivation“ und „Reiseform“ heranziehen. Die Reisemoti­vation der Urlaubsreisenden entsteht zweifelsohne aus dem Bedürfnis nach Erholung, Vergnügen oder Lustgewinn. Die Literatur unterscheidet weitestgehend nach den Untergruppen Abenteuerurlauber, Bildungsur­lauber, Erlebnisurlauber, Erholungsurlauber und Aktivurlauber und ordnet diesen eine entsprechende Reiseform zu.11

Der Hauptunterschied zwischen Urlaubs- und Geschäftsreisenden liegt in der Reisemotivation. Während Urlaubsreisen freiwilliger Natur sind, erfolgen Geschäftsreisen im direkten Vergleich unfreiwillig und sind nicht Teil der Freizeitgestaltung, sondern der Arbeitszeit zuzurechnen. Ge­schäftreisende können nach Art der Geschäftsreise differenziert werden. Man unterscheidet grob nach klassischen Geschäftsreisenden, Messe- und Ausstellungsreisenden, Kongress- und Incentive-Reisenden.12

2.1.2.2 Tourismus-Objekte
2.1.2.2.1 Tourismusbetriebe und -Organisationen

Im Gegensatz zur Volkswirtschaftslehre ermöglicht die Betriebswirt­schaftslehre eine einigermaßen präzise Abgrenzung des Tourismussek­tors mittels der Begriffe Tourismusbetrieb bzw. Tourismusorganisation. Die Bestimmung erfolgt dabei anhand folgender Kriterien: Art der Leis­tungserstellung, Art der Nachfrage und Intensität des Absatzes.13

So werden alle Betriebe, die das gleiche Produkt erstellen, zu einer Gruppe von Betrieben zusammengefasst. Nach Art der Leistungserstel­lung zählen demnach alle Betriebe zum Tourismussektor, die Leistungen erbringen, welche mit dem in- oder ausländischen Reiseverkehr zusam­menhängen. In dieser Arbeit erfolgt eine Begrenzung auf diejenigen Be­triebe, die Leistungen erbringen, welche direkt mit einer Reise zusam­menhängen, also Transportleistungen, Übernachtung, Verpflegung, Rei­seorganisation und Vermittlung, etc. Randbereiche wie z.B. das Versiche- rungs- oder Bankenwesen werden aus Kapazitätsgründen vernachläs­sigt.14 Bei Abgrenzung anhand der Nachfrage(r) steht deren Art im Mittel­punkt. So zählen alle Bereiche zum Tourismussektor, in denen Touristen nachfragen. Folglich definiert Krippendorf unter dem Gesichtspunkt des Marketing eine Unternehmung dann als Tourismusbetrieb, „wenn sie ei­nen Touristen bedient und damit gewisse direkte Einflussmöglichkeiten auf die touristische Bedürfnisbefriedigung gegeben sind.“15 Ein letztes Kriterium ist in der Intensität des Absatzes gegeben. Diese Abgrenzung schließt unmittelbar an die zuvor genannte Zielgruppe an. Für die betrieb­liche Abgrenzung wird ein Betrieb dann als Tourismusbetrieb angesehen, wenn sein Absatz mehr als 50 % tourismusbedingt ist.16 Es folgt eine Dar­stellung der wichtigsten Tourismusbetriebe und -organisationen:

- Reiseveranstalter

„Ein Reiseveranstalter ist ein Betrieb, der eigene und fremde touristische Leistungen sowie gegebenenfalls Sachleistungen zu einem neuen, eigen­ständigen Produkt (= Pauschalreise) verbindet und dies in eigenem Na­men, auf eigenes Risiko und auf eigene Rechnung anbietet.“17 Hierbei kann sich der Begriff Pauschalreise sowohl auf Urlaubs- als auch auf Ge­schäftsreisen beziehen. Folglich handelt es sich dann um einen Reisever­anstalter, wenn eine Gesamtheit von Reiseleistungen angeboten wird (mindestens zwei entgeltliche Einzelleistungen) und die vertraglich vorge­sehenen Reiseleistungen in eigener Verantwortung des Anbieters er­bracht werden.18

- Reisemittler

„Reisemittler sind Handelsbetriebe, deren hauptsächliche Tätigkeit darin besteht, einzelne touristische Leistungen und Pauschalreisen von den Erstellern (Veranstalter) an die Endverbraucher zu vermitteln.“ End­verbraucher können sowohl Privatreisende als auch Firmen (für Ge­schäftsreisen) sein.19 Der Reisemittler, in Form von konzern- und unter­nehmenseigenen Reisebüros, Franchise-Reisebüros oder den komplett unabhängigen und selbstständigen Reisebüros, stellt folglich das bedeu­tendste Vertriebsorgan eines Reiseveranstalters dar.20

- Leistungsträger

Als touristische Leistungsträger werden vor allem Beherbergungsbetriebe und Transportunternehmen betrachtet. Sie produzieren die touristischen (Teil-) Leistungen Transport oder Beherbergung, welche vom Reisever­anstalter zur Erstellung einer Pauschalreise verwendet werden oder vom Reisemittler direkt an den Kunden verkauft werden.21 Entlang dieser Defi­nition sollen die Leistungsträger auch in dieser Arbeit anhand der Be­schaffenheit der angebotenen Leistung in die Unterbereiche Verkehrs­und Transportbetriebe (Verkehrsträger) und in Hotellerie und Gastronomie (Beherbergungs- und Verpflegungsbetriebe) aufgeteilt werden. Der Begriff Verkehrsträger umfasst dabei all diejenigen Verkehrsunternehmen, die mit gleichartigen Verkehrsmitteln auf gleichen Verkehrswegen technisch gleichartige Beförderungsleistungen erstellen.22 Die für den Tourismus relevanten Verkehrsträger werden in der Regel in Straßenverkehr (Busun­ternehmen, Autovermietungen), Luftverkehr (Airlines), Schienenverkehr (Bahngesellschaften) und Wasserverkehr (Reedereien) unterschieden.23 Beherbergungs- und Verpflegungsbetriebe lassen sich primär an der an­gebotenen Beherbergungsart und dem Leistungsumfang differenzieren.24

2.1.2.2.2 Destination

Touristische Zielgebiete oder Destinationen nehmen eine besondere Stel­lung im Bereich der Tourismusobjekte ein, denn sie stellen aus Sicht der Reisenden (Tourismussubjekte) das Ziel der Reise dar. Eine Destination ist „ein geographischer Raum (Ort, Region), die der jeweilige Gast als Reiseziel auswählt. Sie enthält sämtliche für einen Aufenthalt notwendige Einrichtungen für Beherbergung, Verpflegung und Unterhal­tung/Beschäftigung.“25 Im Gegensatz zu den Tourismusbetrieben und -organisationen, verkörpern Destinationen jedoch keine primär betriebs­wirtschaftliche Erscheinung mit klar abgrenzbarer Produktionsstätte oder einheitlichem Produkt bzw. Leistung. Vielmehr erfolgt die Erstellung eines touristischen Leistungsbündels durch verschiedene Produzenten, welches jedoch gemeinschaftlich angeboten wird. Je nach Entwicklungsstand ei­nes Zielgebietes, können diese touristischen Angebote sehr unterschied­lich sein. So unterscheiden sich Destinationen global nach ihrem ur­sprünglichen Angebot (Natur, Kultur, Infrastruktur) und nach dem abgelei­teten Angebot (Beherbergung, Verpflegung, Freizeitinfrastruktur, spezielle touristische Angebote wie Events und Messen).26

2.2 Gesamtwirtschaftliche Begriffe und Abgrenzungen

2.2.1 Abgrenzung Wirtschaftskrise und Finanzmarktkrise

Bei der Definition der oft gemeinsam genannten Begriffe Wirtschaftskrise und Finanzmarktkrise, muss zu Beginn klar gestellt werden, dass diese eindeutig getrennt werden können.

2.2.1.1 Wirtschaftskrise

Der Terminus „Wirtschaftskrise“ scheint veraltet und nicht mehr zeitge­mäß, da er häufig direkte Assoziationen mit dem Ereignis der Weltwirt­schaftskrise der Jahre 1929/1930 (Great Depression) hervorruft. Definitio­nen wie „ein wirtschaftlicher Zusammenbruch, von dem die meisten Län­der der Erde betroffen sind“27 bzw. „Umschwung der Hochkonjunktur in eine Phase wirtschaftlicher Zusammenbrüche“28 erscheinen gleicherma­ßen ungenau wie unzutreffend. Im heutigen ökonomischen Sprach­gebrauch wird hier vielmehr die Bezeichnung „negatives Wirtschafts­wachstum“ herangezogen. Das Wirtschaftswachstum ergibt sich aus der Konjunkturentwicklung und wird anhand der Veränderung des BIP quar­talsweise ermittelt. Es beziffert die Veränderung der wirtschaftlichen Leis­tung einer Volkswirtschaft als Veränderung des Bruttoinlandsproduktes. Rezession und Depression bezeichnen die beiden Formen negativen Wirtschaftswachstums, wobei Rezession (gering negatives Wirtschafts­wachstum) für eine gesamtwirtschaftliche Abschwächung bzw. eine rück­läufige Wirtschaftsentwicklung steht und Depression (stark negatives Wirtschaftswachstum) als der Tiefpunkt der Rezession als gesamtwirt­schaftliche Krise bezeichnet werden kann.29

So warnen auch führende Volkswirte vor dem inflationären Gebrauch des Begriffes „Wirtschaftskrise“ bezüglich der aktuellen ökonomischen Situation und empfehlen gleichzeitig die Bezeichnung als Finanzkrise, die sich in Form einer Rezession auf die Realwirtschaft auswirkt. Diese Ter­mini werden auch im Verlauf dieser Arbeit Anwendung finden.

2.2.1.2 Finanzmarktkrise

Finanzmarktkrisen oder Finanzkrisen sind meist innerhalb kurzer Zeit auftretende, gravierende und nicht-temporäre Verschlechterungen in den Ausprägungen von wesentlichen Finanzmarktindikatoren (Wertpapier- und Wechselkurse, Zinsen, Bonitätsbewertungen etc.), die massive und andauernde realwirtschaftliche Folgen nach sich ziehen können.30 Die Stabilität dieser Indikatoren und damit die des gesamten Finanzmarktes, hängt also von einer Vielzahl makroökonomischer Faktoren ab. Ein ein­gängiges Schema zur Erfassung von Finanzkrisen bietet Effenberger. Dieses untereilt Finanzkrisen in makro- und mikroökonomische Finanz­krisen. Abbildung 3 zeigt die hier vorgenommene Typisierung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Arten von Finanzkrisen/eigene Darstellung31

- Mikroökonomische Krisen

Bei mikroökonomischen Krisen handelt es sich um Krisen auf einzelwirt­schaftlicher Ebene. Gesamtwirtschaftliche Folgen können jedoch dann auftreten, wenn ein Großteil der Elemente auf mikroökonomischer Ebene betroffen ist. Erst dann wird von einer systemischen Krise gesprochen, welche im Rahmen der Finanzkrisen von Interesse ist. Die systemischen mikroökonomischen Krisen können weiterhin in systemische Bankenkri- sen und Vermögensmarktkrisen unterschieden werden.32

Als systemische Bankenkrise wird eine Situation bezeichnet, in der ein Großteil der Banken oder sonstiger Finanzinstitute vorübergehend (Ban­kenilliquidität) oder dauerhaft (Bankeninsolvenz) nicht mehr in der Lage ist ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.33 Es kann aber auch dann bereits von einer Bankenkrise gesprochen werden, wenn der Staat zur Verhinderung solcher Situationen den Institutionen finanziell beisteht. Entscheidend bei der Definition ist, dass die Instabilität des Bankensek­tors erhebliche gesamtwirtschaftliche Kosten verursacht.34

Bei Einbruch des Preises bei einem Großteil der auf dem Markt existie­renden Vermögenswerte, wie z.B. Aktien, Anleihen und Immobilien, spricht man von einer Vermögensmarktkrise. Auch hier sind lediglich die systemischen Vermögensmarktkrisen relevant, die mit gesamtwirtschaftli­chen Kosten verbunden sind. Prinzipiell können sämtliche verschiedene Arten von Finanzkrisen parallel oder nacheinander geschaltet auftreten. Im Kontext dieser Arbeit wird von systemischen, mikroökonomischen Banken- und Vermögensmarktkrisen als Auslöser der internationalen Finanzmarktkrise ausgegangen.35

- Makroökonomische Krisen

Bei den makroökonomischen Krisen handelt es sich um eine Verschlech­terung finanzieller Indikatoren, die unmittelbar die gesamte Volkswirt­schaft betreffen. Dies ist sowohl bei der Währungskrise als auch bei einer staatlichen Schuldenkrise der Fall. Unter einer Währungskrise versteht man eine Situation, bei der eine spekulative Attacke gegen eine Währung zu einer starken Abwertung führt und die nationale Notenbank dazu ver­anlasst, zur Verteidigung des Wechselkurses große Mengen Währungs­reserven zu verkaufen und/oder die Zentralbankzinssätze zu erhöhen. Der Begriff der staatlichen Schuldenkrise bezeichnet eine Situation des Staates, in der er nicht mehr dazu in der Lage ist seinen Zahlungsver­pflichtungen nachzukommen, sei es vorübergehend (Liquiditätskrise) oder dauerhaft (Solvenzkrise).36

2.2.2 Abgrenzung Strukturwandel, Strukturbruch und Krise

Zwischen den Konzepten Strukturwandel, Strukturbruch und Krise beste­hen funktionale Zusammenhänge. Sie alle gehen vom zentralen Einfluss­faktor Risiko als Resultat unberechenbarer interner und externer Einflüsse aus. Dabei unterscheidet sich ein Strukturbruch von einem Strukturwandel durch die Dynamik der Veränderung von Rahmenbedingungen. Eine rela­tiv abrupte, dauerhafte Veränderung der Rahmenbedingungen wird als Strukturbruch bezeichnet, bei einem Strukturwandel handelt es sich um eine kontinuierliche Entwicklung.37

Strukturwandlungen lassen sich demnach als dauerhafte Veränderun­gen kennzeichnen, die stetig vor sich gehen und deren Trend stabil ist. Folglich ist Strukturwandel als eine Form wirtschaftlichen Wandels, die nicht mehr auf konjunkturelle oder saisonbedingte Schwankungen zu­rückzuführen ist, klar von anderen Grundformen wirtschaftlicher Bewe­gungen abzugrenzen.38

Um den inhaltlichen Rahmen dieser Arbeit einzugrenzen, ist es not­wendig festzulegen, welche Dimension des Strukturwandels untersucht werden soll. Untersuchungsgegenstand ist der intrasektorale Struktur­wandel im Tertiärsektor der Volkswirtschaft (Dienstleistungssektor) und hier speziell in der Tourismusbranche bzw. der Tourismuswirtschaft. Demnach erfolgt eine deutliche Differenzierung gegenüber dem sektora­len Strukturwandel (z.B. Übergang einer Industrie- in eine Dienstleis­tungsgesellschaft) und dem regionalen Strukturwandel (z.B. Strukturwan­del im Ruhrgebiet).39

Strukturbrüche und Strukturwandel entstehen aus voraussehbaren Ri­siken und sind somit ebenfalls klar von der Krise als „nicht gewollte, au­ßergewöhnliche Situation für die touristische Destination oder Organisati­on, die aufgrund der Ernsthaftigkeit des Ereignisses unmittelbare Ent­scheidungen erfordert, um die Konsequenzen gering zu halten“, zu unter­scheiden.40 Jedoch wird gerade in der Tourismusbranche der Begriff Krise inflationär zur Beschreibung eines Einbruchs oder einer dauerhaften Ver­änderungen von Übernachtungszahlen etc. benutzt. Im Kontext dieser Arbeit ist dies jedoch keine Krise, sondern je nach Dynamik ein klassi­scher Strukturbruch bzw. -wandel. Trotzdem bestehen im Allgemeinen fließende Übergänge zwischen Strukturbruch, -wandel und Krise.41

3 Globale Finanzmarktkrise und Tourismus

3.1 Von der Subprime-Krise zur Finanzmarktkrise

Innerhalb eines halben Jahres hat sich aus einer Immobilienkrise in den USA die größte Finanzmarktkrise seit dem 2. Weltkrieg entwickelt. Die Banken stellten die Kreditvergabe untereinander ein und verursachten Panik an den Börsen. In den folgenden Kapiteln wird gezeigt wie faule US-Hypothekenkredite das globale Finanzsystem in die Knie zwangen.

3.1.1 Die Immobilienkrise in den USA

Durch das Platzen der „Dotcom-Blase“42 im Jahr 2000 und aufgrund gro­ßer Kapitalzuflüsse aus dem Ausland, welche zu dieser Zeit aus der Att­raktivität der USA als bevorzugtes Anlageland resultierten, senkte die FED43 in den Jahren 2002 und 2003 den Leitzins auf einen historischen Tiefstand von 1 % (Vgl. Abb. 4). Die niedrigen Zinsen und die Erwartung steigender Immobilienpreise führten in den USA zu einer erhöhten Anzahl von kreditfinanzierten Hauskäufen (Immobilienboom/Immobilienblase). Ein Großteil der Kreditnehmer stammte jedoch aus dem Subprime- Segment.44 Die Zinssenkung, die der Ankurbelung der Wirtschaft dienen sollte, die steigenden Immobilienpreise und die damit verbundene immer größer werdende Anzahl von Hausbesitzern in den USA, waren damit die wesentlichen Voraussetzungen für die Entstehung der Immobilienkrise (Subprime-Krise) im Frühsommer des Jahres 2007.45

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Leitzinsentwicklung Eurozone - USA/Quelle: EZB/FED46

Als die Zinsen ab Ende 2004 stetig anstiegen, führte die in den USA häufig abgeschlossene variable Verzinsung dazu, dass erste finanziell anfällige Kreditnehmer ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten. So kam es häufig zu einer Zwangsversteigerung der Immobilien.47 Das plötzliche Überangebot drückte die Preise am Immobilienmarkt und die als Sicher­heiten gedachten Immobilien verloren ihren Wert für die Banken, die als Folge einen Großteil der vergebenen Kredite abschreiben mussten. Zu diesem Zeitpunkt waren die vergebenen Subprime-Kredite jedoch bereits verbrieft48 und an den Kapitalmarkt weitergereicht. Als Folge der zahlrei­chen Zahlungsausfälle und den damit einhergehenden Zwangsversteige­rungen brach der US-Immobilienmarkt zusammen (Platzen der Immobi­lienblase) und amerikanische Banken vermeldeten erstmals Zahlungsaus­fälle in Rekordhöhe. Noch schien das Problem jedoch handhabbar und, bis auf wenige Ausnahmen, auf die USA beschränkt zu sein.49

3.1.2 Der Ausbruch der globalen Finanzmarktkrise

Durch die Verbriefung der Kredite konnten diese international gehandelt werden. Investmentbanken kauften Kredite von regionalen Banken und Hypothekenbanken und bündelten sie zu neuen Anlageinstrumenten. Der Vorgang bezog sich grundsätzlich auf Mortgage Backed Securities (MBS), also auf verbriefte Hypothekenkredite. Die so entstandenen Kreditpakete enthielten demnach auch die faulen Kredite aus dem Subprime-Markt, wurden aber von Rating-Agenturen wie Moody's und Standard & Poors mit hohen Bonitätsratings versehen. In einem weiteren Schritt wurden aus den MBS Fonds gebildet und weltweit an unterschiedlichste Kunden ver­kauft. Die bedeutendsten Käufer von MBS-Wertpapieren sind Investment­fonds, Hedgefonds, Versicherungen und Pensionsfonds.50 Durch die Zah­lungsausfälle ihrer Kreditnehmer gerieten die Banken in Liquiditätseng­pässe. Einige Banken standen kurz vor der Insolvenz. Infolgedessen fie­len die Aktienkurse der Banken und durch die Unsicherheiten entstand Misstrauen, wodurch der Interbankenmarkt zum Erliegen kam. Es wurde also zunehmend schwieriger für die Kreditinstitute Geld aufzunehmen, und der Geldfluss am Finanzmarkt war massiv beeinträchtigt. Zu den Liquiditätsproblemen addierten sich hohe Abschreibungsvolumina, die aus dem Wertverfall der Subprime-Titel resultierten und zahlreiche Fi­nanzinstitute tief in die Verlustzone führten.51

3.1.3 Chronologie und staatliche Maßnahmen

- Wichtige Ereignisse im Jahr 2007

Zu Beginn des Jahres 2007 erreichten die Zahlungsausfälle bei den Sub­prime-Krediten ihren Höhepunkt und bereits im Februar richtete sich der Fokus der Öffentlichkeit auf das Subprime-Segment. Durch Geschäfte im US-Hypothekenmarkt meldete die HSBC als erstes Kreditinstitut einen Verlust von 10,8 Mrd. Dollar. Zwei Monate später, im April 2007, musste New Century Financial, ein US-Hypothekenfinanzierer, Insolvenz anmel­den, da er gezwungen war für mehrere Mrd. Dollar unzureichend besi­cherte Kredite zurückzukaufen. Die ersten Hedgefonds strauchelten dann bereits im Juni 2007 bei der New Yorker Investmentbank Bear Sterns, weil sie im großen Stil in MBS engagiert waren und dadurch bedingt von einem Wert von ca. 1,5 Mrd. Dollar auf nahezu Null fielen.52

Jetzt traten auch die internationalen Aspekte der Krise in den Vorder­grund. Die deutsche Industriebank (IKB), welche sich am US- Hypothekenmarkt verspekuliert hatte, gab im Juli 2007 eine Gewinnwar­nung heraus und benötigte ca. 1 Mrd. Euro Liquiditätshilfe von ihrer Hauptanteilseignerin, der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Außer­dem musste die KfW eine Bürgschaft von insgesamt 8,1 Mrd. Euro stel­len, um die IKB vor der drohenden Insolvenz zu bewahren.53 Im August 2007 musste die American Home Mortgage, eines der größten unabhän­gigen Eigenheim-Hypothekeninstitute der USA, Insolvenz anmelden und im selben Monat verkündete die französische Großbank BNP Paribas die Schließung von weiteren Fonds in Milliardenhöhe. Die nationalen Noten­banken in den USA und in Europa waren nun gezwungen zu reagieren. Allein die EZB pumpte in mehreren Schritten insgesamt 170 Mrd. Euro in die Kapitalmärkte, da die Zinsaufschläge für Interbankenkredite weltweit sprunghaft angestiegen waren. In Großbritannien kam es im September 2007 zu einem Bank Run54 beim Immobilienfinanzierer Northern Rock, der nur durch einen Notkredit vor dem totalen Aus gerettet werden konn­te. Der folgende Zeitraum bis Januar 2008 war gekennzeichnet durch massive Gewinneinbrüche bei internationalen Großbanken, welche Milli­ardenbeträge abschreiben mussten und lediglich durch staatliche Hilfe vor der Insolvenz geschützt wurden. Die Großbanken Bear Stearns und Ci­tygroup vermeldeten jeweils Gewinneinbrüche von 60 %, die Commerz­bank nannte einen Abschreibungsbetrag von 291 Mio. Dollar und die Schweizer Bank UBS musste 10 Mrd. Dollar abschreiben. Auch die US- Investmentbank Merill Lynch verlor mehr als 8 Mrd. Dollar und wurde von der Bank of America übernommen.55

[...]


1 Vgl. Petermann/Revermann/Scherz (2006), S. 29.

2 Vgl. Opaschowski (2009). [Online-Quelle]

3 Kaspar (1996), S. 16.

4 Vgl. Mundt (2006), S. 3.

5 Vgl. Freyer (2001), S. 45.

6 Vgl. u.a. Wildmann (2007), S. 7.

7 Vgl. Freyer (2001), S. 106.

8 Vgl. Kaspar (1996), S. 12.

9 Vgl. Kaspar (1998), S. 16.

10 Vgl. UNWTO (2001). [Online-Quelle]

11 Vgl. Freyer (2001), S. 71 ff.

12 Vgl. Freyer (2001), S. 76 ff.

13 Vgl. Freyer (2001), S. 106.

14 Vgl. Freyer (2001), S. 106 ff.

15 Krippendorf (1971), S. 35.

16 Vgl. Freyer (2001), S. 110.

17 Pompl (1997), S. 29.

18 Vgl. Pompl (1997), S. 30.

19 Pompl (1997), S. 42.

20 Vgl. Freyer (2001), S. 170.

21 Vgl. Freyer (2007), S. 19.

22 Vgl. Wagschal (2006). [Online-Quelle]

23 Vgl. Mundt (2006), S. 254 ff.

24 Vgl. hierzu ausführlich: Pompl (1997), S. 143.

25 Vgl. Bieger (2008), S. 56.

26 Vgl. Freyer (2001), S. 177 ff.

27 Vgl. www.bmwi.de (2010).

28 Vgl. Duden (2010). [Online-Quelle] Vgl. Wildmann (2007), S. 79.

29 Vgl. Aschinger (2001), S. 11.

30 Vgl. Effenberger (2003), S. 6.

31 Vgl. Effenberger (2003), S. 7.

32 Vgl. Schmidt (2001), S. 241.

33 Vgl. Effenberger (2003), S. 8.

34 Vgl. ebenda.

35 Vgl. Effenberger (2003), S. 6.

36 Vgl. Bieger (2005), S. 275.

37 Vgl. Peters (2000), S. 242 ff.

38 Vgl. hierzu ebenfalls ausführlich Wildmann (2007), S. 7.

39 Vgl. Glaeßer (2005), S. 19.

40 Vgl. Bieger (2005), S. 276

41 Spekulationsblase der „New Economy“. Vgl. hierzu Glebe (2008), S. 104.

42 Zentralbanksystem der Vereinigten Staaten, Kurzform.

43 Kreditnehmer mit geringer Bonität, Vgl. ausführlich Pech (2008), S. 10.

44 Vgl. Hellerforth (2009), S. 88

45 Vgl. www.leitzinsen.info (2010).

46 Vgl. www.leitzinsen.info (2010).

47 Vgl. Bloss/Ernst/Häcker/Eil (2009), S. 9.

48 Schaffung handelbarer Wertpapiere aus Forderungen oder Eigentumsrechten. Vgl. hierzu ausführlich Pech (2008), S. 10.

49 Vgl. Pech (2008), S. 5.

50 Vgl. Bloss/Ernst/Häcker/Eil (2009), S. 9.

51 Vgl. hierzu ausführlich www.welt.de (2008).

52 Vgl. Hellerforth (2009), S. 139.

53 Vgl. Fischer (2009), S. 37.

54 „Bankenpanik": die Anleger vermuten den Konkurs einer Bank und versuchen ihr Geld abzuziehen. Vgl. Mankiw (2004), S. 695.

55 Vgl. Hellerforth (2009), S. 141.

Ende der Leseprobe aus 79 Seiten

Details

Titel
Die Finanzmarktkrise als Katalysator des Wandels im Tourismus?
Hochschule
Hochschule Aschaffenburg  (Wirtschaft und Recht)
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
79
Katalognummer
V150120
ISBN (eBook)
9783640610730
ISBN (Buch)
9783640610525
Dateigröße
1213 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In der vorliegenden Bachelorarbeit soll ein Bezug zwischen den Wandlungsprozessen im Tourismus und der Finanzmarktkrise hergestellt werden. Das Ziel ist es zu analysieren, inwiefern die Auswirkungen der Finanzmarktkrise die bereits vorhandenen, laufenden Strukturwandlungen in dieser Branche beeinflussen. Die Betrachtung erfolgt dabei, je nach Dimension und Ausprägung der Wandlung, auf nationaler (deutscher Tourismusmarkt) und auf internationaler Ebene.
Schlagworte
Betriebswirtschaftslehre Tourismus Strukturwandel Wandel Finanzkrise Wirtschaftskrise Einfluss
Arbeit zitieren
Mathias Welsch (Autor), 2010, Die Finanzmarktkrise als Katalysator des Wandels im Tourismus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150120

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