Medienethische Verantwortung als Alternative zum Jugendmedienschutz?


Hausarbeit, 2007

13 Seiten, Note: 2.3


Leseprobe

Inhalt

1) Einleitung

2) Medienethik: Begriffsdefinition

3) Medienethik: Theorie
1.Ebene: moralische Grundüberzeugungen oder –Haltungen (Tugenden)
2.Ebene: ethische Prinzipien
3.Ebene: ethische Theorien
3.1) Medienethik aus der journalistischen Perspektive
3.2) Medienethik aus der medienpädagogischen Perspektive

4) Medienethik: Praxis
4.1) Beispiele für Institutionen

5) Resümee

QUELLEN

1) Einleitung

Diese Hausarbeit widmet sich, wie der Titel bereits vermuten lässt, folgender Fragestellung: Medienethische Verantwortung als Alternative zum Jugendmedienschutz?

Es soll also beleuchtet werden, ob eine funktionierende und vor allem angewandte Medienethik den Jugendmedienschutz ersetzen könnte. Hierbei ist es unumgänglich, als erstes zu definieren, was Medienethik überhaupt ist. Als nächstes möchte ich mich der Theorie der Medienethik widmen, einen Blick auf die Medienethik aus der Perspektive des Journalismus aber natürlich auch aus der Perspektive der Medienpädagogik werfen.

Anschließend soll die praktische Umsetzung von Medienethik thematisiert werden.

2) Medienethik: Begriffsdefinition

Der Begriff der Medienethik setzt sich aus zwei Begriffen zusammen, nämlich Medien und eben Ethik.

Für sich genommen versteht man unter Medien zuerst einmal folgendes: Der Begriff bezeichnet Instanzen der Vermittlung und kann somit dann auch alles Kennzeichnen, was Träger einer Vermittlungsleistung ist: Verkehrsmittel als Medien der Mobilität; Telefon und Fax als sprach- und bildvermittelnde Medien; Geld und Macht als entsprachlichte Medien des Gesellschaftlichen Handelns oder Zeitungen, Film und Fernsehen als „anonyme“ Vermittler, um nur einige Beispiele zu nennen.

“Anonym“ sind die letztgenannten Medien deshalb, weil sie keine unmittelbare, personelle Kontaktaufnahme erfordern.

Die Medienethik befasst sich mit den genannten „anonymen“ Medien, die man in alte und neue Medien unterscheiden kann.

Zu den sog. alten Medien gehören die Print- oder Druckmedien (Zeitungen, Zeitschriften, Bücher), die audio-technischen Medien (Hörfunk, Schallplatten, Kassetten, CDs) und die audio-visuellen Medien (Film, Fernsehen, Video).

Unter den sog. neuen Medien versteht man Computer, Internet, Fax, Satelliten- und Kabelfernsehen sowie Video- und Bildschirmtext.

Da Medien laut der o.g. Definition für Menschen eine soziale Funktion erfüllen, gibt es eben auch entsprechende Bestrebungen, diese erzieherisch zu nutzen und sich damit auseinander zu setzen.

Der zweite Teil des Begriffs Medienethik wird durch Ethik gegeben.

Dieser Begriff stammt aus dem altgriechischen und leitet sich von ēthos ab, was man am besten mit „gewohnter Sitz; Gewohnheit, Sitte, Brauch; Charakter, Sinnesart“ übersetzen kann. Anzumerken ist hier, dass in den meisten Nachschlagewerken die Begriffe Ethik und Moral synonym verwendet werden und mit „Sittenlehre“ umschrieben werden. Dies ist aber nicht richtig.

Denn Moral befasst sich mit den Verhaltensnormen einer menschlichen Gesellschaft. Diese Verhaltensnormen sind allgemein anerkannt und entsprechen den gebräuchlichen Sitten.

Ethik hingegen ist als Wissenschaft zur Moral zu verstehen. Der Gegenstand der Ethik ist somit die Diskussion über im Voraus angenommene Werte und Normen.

Ethik wird heute als eine philosophische Disziplin verstanden, deren Aufgabe es ist, Kriterien für gutes und schlechtes Handeln und die Bewertung seiner Motive und Folgen aufzustellen.

Medienethik ist als eine Form der angewandten Ethik zu verstehen, ähnlich wie Umweltethik oder Medizinethik. Angewandte Ethiken werden immer dann notwendig, wenn sich aufgrund wissenschaftlich-technischer Entwicklungen neue Handlungsmöglichkeiten ergeben.

Denn mit diesen neuen Handlungsmöglichkeiten ergeben sich dann nämlich zwangsläufig Bewertungsprobleme, auf welche die Moral keine Antwort geben kann. Somit ist eine ethische Auseinandersetzung mit dem Thema dann zwingend notwendig.

3) Medienethik: Theorie

Aus der o.g. Definition lässt sich ersehen, dass Medienethik das Ziel hat, zwischen „richtig“ und „falsch“ zu differenzieren und hierfür dann auch einen Rahmen zu geben.

Medienethik ist eine normenbegründende – oder: normative (präskriptive) – Ethik. Ihr Diskussionsgegenstand ist somit die Frage, welche Moral die richtige ist. Eine normative Ethik versucht diese Moral zu begründen und zu systematisieren. Der normativen Ethik steht die deskriptive Ethik (auch Moralwissenschaft) gegenüber, welche die psychologischen, biologischen, sozialen und historischen Grundlagen moralischer Phänomene untersucht. [1]

Somit fragt die Medienethik nicht, ob eine Handlungsweise für richtig gehalten wird, sondern ob sie richtig ist. >>Medienethik versucht die vorhandenen Normen der Alltagsmoral oder Berufsnormen auf ihre logische Stimmigkeit zu prüfen und auf die in ihnen erkennbaren moralischen Prinzipen zurückzuführen.<< [2]

Funiok nennt im Zusammenhang mit medienethischen Argumentationen fünf idealtypische Ebenen philosophisch-ethnischer Argumentationen nach Bayertz und Irrganag: [2]

1. Ebene: moralische Urteile

Mit moralischen Urteilen wird ausgedrückt, was zu tun und zu lassen ist und was „richtig“ und „falsch“ ist. Diesen oft abschließenden Urteilen geht eine mehr oder weniger systematische Situationsanalyse voraus, die auch die Frage nach (professionellen) Regeln, Loyalitäten und geltenden Normen beinhaltet.

Diese Urteile werden in Entscheidungen des Presserats gefällt, aber natürlich auch in der täglichen Arbeit einer Redaktion, dann etwa, wenn es darum geht, ob ein bestimmtes Detail veröffentlich werden soll oder nicht.

Das bekannte moralische Urteil zum Fall Barschel, in dem angeprangert wurde, dass das Bild des Toten in der Badewanne nicht hätte veröffentlicht werden dürfen, ist ein gutes Beispiel für diese Ebene

2.Ebene: Regeln und Normen

Hierbei handelt es sich um moralische Regeln, die sich eine Profession selbst gegeben hat. Auch wenn diese Selbstverpflichtungen viele Berührungspunkte mit medienrechtlichen Bestimmungen haben, so sind es zunächst einmal nur moralische Regeln.

Ein Beispiel bildet hier die Ziffer 4 (Grenzen der Recherche) des Pressekodex: >> Bei der Beschaffung von personenbezogenen Daten, Nachrichten, Informationsmaterial und Bildern dürfen keine unlauteren Methoden angewandt werden.<<

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Medienethische Verantwortung als Alternative zum Jugendmedienschutz?
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Note
2.3
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V150149
ISBN (eBook)
9783640617968
ISBN (Buch)
9783640617722
Dateigröße
566 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienethik, Verantwortung, FSK
Arbeit zitieren
Dipl.-Soz. Arb. Felix Münter (Autor:in), 2007, Medienethische Verantwortung als Alternative zum Jugendmedienschutz?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150149

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