Epochenrelevante Aspekte des ausgehenden 19. Jahrhunderts in Thomas Manns Roman "Buddenbrooks"


Masterarbeit, 2008
65 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1 Exposition

2 Zeitgeschichte und Zeitgeist in den Buddenbrooks
2.1 Bürgerlicher Realismus und Gründerzeit
2.2 Fin de Siecle - Die Überwindung von Realismus und Naturalismus
2.3 Decadence - „Degeneration und Willensschwäche “
2.4 Leistungsethik versus Reflexionsfähigkeit

3 Verfall als handlungsleitendes Prinzip
3.1 Verfall der Firma Johann Buddenbrook
3.2 Verfall der Familie

4 Verlust der Männlichkeit

5 Aspekte der Buddenbrooks - didaktisch betrachtet
5.1 1848: Die Liebesepisode Tonys und Mortens
5.2 Degeneration und Decadence: Die männliche Linie der Buddenbrooks
5.3 Bürgerlichkeit
5.4 Mögliche Schwierigkeiten und Legitimation durch das niedersächsische Kerncurriculum

6 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1 Exposition

Der Gegenstand dieser Arbeit ist Thomas Manns Erstlingsroman Buddenbrooks, der in seiner nunmehr über 100-jährigen Rezeptionsgeschichte[1] in einer Vielzahl von Ausgaben aufgelegt worden ist. Inzwischen ist die Gesamtauflage des Romans auf über sechs Millionen Exempla­re angestiegen, was als ein offensichtliches Indiz für den Erfolg des Textes gewertet werden kann. Dass die Buddenbrooks ein Roman von Weltkrang, gleichsam Weltliteratur ist, ergibt sich nicht zuletzt aus der hohen Auflage, sondern auch aus dem Ruhm, der Thomas Mann durch die Buddenbrooks zu teil wurde. Schließlich erhielt der Autor 1929 den Nobelpreis für Literatur, welchen er zu einem großen Teil dem Erfolg seines ersten Romans zu verdanken hatte. Es gibt sicherlich viele Ursachen für den Erfolg der Buddenbrooks, doch bloß einer sei am dieser Stelle angeführt, weil er in direktem Zusammenhang mit einem Schwerpunkt dieser Arbeit steht: „Das Private wird geistesgeschichtlich repräsentativ. Darauf beruht der Erfolg des Romas.“[2] Diese Aussage Hans Wyslings enthält die These, dass die einzelne Geschichte einer lübischen Kaufmannsfamilie von Thomas Mann so erzählt und ästhetisiert wurde, dass sie über den Einzelfall hinaus das Bild einer Epoche spiegelt. Der Frage, um welche Epoche es sich hier handelt - die erzählte Zeit oder die Entstehungszeit des Romans um 1900 -, wird im Verlauf dieser Arbeit mitunter näher untersucht werden.

In den Betrachtungen eines Unpolitischen reflektiert Thomas Mann sein Frühwerk unter inhaltlichen Aspekten, die in dieser Arbeit gleichsam als Leitfaden betrachtet werden können, denn darin heißt es: „Ethik, Bürgerlichkeit, Verfall: das gehört zusammen, das ist eins.“[3] E­thik und Bürgerlichkeit werden dementsprechend hier als Zeitgeschichte und Zeitgeist zu­sammengefasst und stehen zu Beginn dieser Arbeit. Darin wird zunächst die Epoche der er­zählten Zeit unter sowohl ökonomischen wie auch sozialen Gesichtpunkten untersucht, wenn­gleich der Fokus stets auf dem Milieu des Bürgertums verbleibt. Anschließend wird die bishe­rige Verortung des Romans in der Literaturgeschichte betrachtet, woraufhin sich zeigen wird, dass eine dogmatische Festschreibung einer Epoche der Vielschichtigkeit der Buddenbrooks nicht gerecht wird. Darauf folgt eine eher zeitgeistorientierte Untersuchung des Gegenstandes, wenngleich Zeitgeist und Zeitgeschichte sich gegenseitig bedingen und eine Ausdifferenzie­rung bloß der besseren Analyse wegen vorgenommen wird. Decadence als die entsprechen­de Mentalitätsentwicklung jener Zeit spiegelt das wider, was Thomas Mann in seinem Apho­rismus mit Verfall benannt hat, weshalb auch diesem ein eigenes Teilkapitel dieser Arbeit entspricht. Schließlich wird, bereits mit einem stärkeren Blick auf den Roman selbst, eine Ge­genüberstellung von Leistungsethik und Reflexionsfähigkeit unternommen, da diese Aspekte für den Fortgang der Romanhandlung überaus bedeutsam sind und nicht zuletzt in gleicher Weise, wie die zuvor genannten Punkte, Zeitgeist und Zeitgeschichte jener Epoche darstellen.

Das dritte Kapitel misst dem Untertitel der Buddenbrooks, Verfall einer Familie große Bedeutung bei, denn das Motiv des Verfalls ist zum einem bereits durch die zu der Zeit viru­lenten Decadence-Entwicklung bestimmt. Zum anderen wird die Arbeit zeigen, dass Verfall als das handlungsleitende Prinzip des Romans anzusehen ist. Der ganzen Familie Budden­brook „erscheint die vergangene Zeit [stets] als die glücklichere gegenüber der Gegenwart“[4]. In diesem Kapitel findet ein weiterer Aspekt Berücksichtigung, denn die Buddenbrooks sind einerseits eine Familie und andererseits eine Firma - und beide Bereiche sind dem Verfall ausgesetzt. Inwiefern die Geschicke der Firma die Entwicklung der Familie bedingen und wie oder ob diese zwei Dimensionen der Buddenbrooks differenzierbar sind, wird zudem in Kapi­tel 3 aufgezeigt, da die enge Verzahnung von Familien- und Geschäftsleben durchaus auch einen epochenrelevanten Aspekt jener Zeit bildet.

Dem Verlust der Männlichkeit wird aus zwei Gründen ein eigenes Kapitel gewidmet, denn zum einen ist die Frage nach der Männlichkeit der Decadence bereits insofern imma­nent, als die Decadence-Forschung heute, aber auch die Decadence-Theoretiker jener Zeit, krankende Männlichkeit als Ergebnis und Ursache der Entwicklungen ansahen und noch im­mer ansehen. Zum anderen ist die Romanhandlung in wesentlichen Teilen durch männliche Figuren bestimmt, die diverse Verfallserscheinungen, gleichsam Symptome der Decadence, aufweisen, weshalb sie für den Roman und die Epoche einen bedeutsamen Aspekt bilden, die im darauf folgenden Teil neben einer Auswahl an zuvor erarbeiteten Aspekten für den Litera­turunterricht didaktisch betrachtet werden sollen.

Inwiefern die Buddenbrooks ein Stück deutscher oder gar europäischer Kultur- und See­lengeschichte darstellen, wird unter dem Aspekt der Epochenrelevanz betrachtet und schließ­lich dahin geführt, dass der Roman unter den heutigen Bedingungen im Literaturunterricht trotz möglicher Schwierigkeiten einen legitimen Platz für sich beanspruchen kann. Die Bil­dungsstandards für das Fach Deutsch sowie das Niedersächsische Kerncurriculum werden auf ihre Legitimationsfunktion für den Text hin untersucht und es wird sich zeigen, dass auch ein kompetenzorientierter Unterricht in der Sekundarstufe I die Lektüreauswahl des Werkes er­laubt.

Es ist nicht Ziel dieser Arbeit, eine vollständige ,Didaktik der Buddenbrooks' zu entwi­ckeln, sondern von der Frag ausgehend, ob dieser Text im Deutschunterricht der Sekundarstu­fe I heute noch einsetzbar ist, die Möglichkeit aufzuzeigen, dass die Buddenbrooks für epo­chenrelevantes Lernen fruchtbar gemacht werden können. Auch wenn der gesamte Text auf­grund seiner Länge als nicht umsetzbar erscheint, kann mit verschiedenen Passagen gearbeitet und daraus viele lernwirksame Inhalte für den Unterricht gewonnen werden.

2 Zeitgeschichte und Zeitgeist in den Buddenbrooks

Das erste Kapitel dieser Arbeit behandelt Aspekte der Zeitgeschichte und des Zeitgeistes jener Zeitspanne, die die Handlung der Buddenbrooks umfasst. Das sind die Jahre 1835 bis 1877, wenngleich die ausschließliche, das heißt isolierte, Betrachtung dieser Jahre weder ausrei­chend Ursachenklärung für Ereignisse wie die Revolution von 1848 bietet, noch zielführend für diese Arbeit sein kann. Das ,Gewachsensein’ geistiger Haltungen sowie die industrielle Entwicklung des 19. Jahrhundert müssen, um fassbar zu werden, bereits vor 1835 betrachtet werden. Zudem muss berücksichtigt werden, dass Einflüsse der Entstehungszeit um 1900 e­benso im Roman auftauchen.

So sind bereits zwei bedeutsame Aspekte des Realismus und der Gründerzeit genannt - die Erfahrungen des Vormärz und der Märzrevolution einerseits und die Modernisierung an­dererseits. Die deutsche Revolution von 1848 forderte die Ausgestaltung bürgerlich-liberaler Strukturen in Staat und Gesellschaft. Beeinflusst durch die Französische Revolution von 1789, die Demokratie und Freiheit erfolgreich’ durchgesetzt hatte, sah sich die deutsche Re­volution ebenfalls diesen Idealen verpflichtet, wobei der Gedanke eines geeinten Deutschlan­des, einer nationalen Einheit, hier stärker wog als in Frankreich, was allein durch die im deut­schen Raum vorherrschende Zergliederung begründet werden kann. Auf die literarische Ver­arbeitung von ,1848’ durch Thomas Mann in den Buddenbrooks wird in Teilkapitel 5.1 an­hand der Liebesepisode zwischen Morten Schwarzkopf und Tony Buddenbrook eingegangen, weshalb an dieser Stelle auf eine genauere Darstellung einzelner Forderungen der Revolutio­näre nicht weiter Bezug genommen wird.

Die Modernisierung stellt einen zeitgeschichtlichen Aspekt dieser Epoche dar, der sich in seinen Folgen wiederum auf den Zeitgeist im Allgemeinen und das Bürgertum im Beson­deren ausgewirkt hat. Inwiefern sich dies als epochenrelevanter Aspekt in den Buddenbrooks widergespiegelt, zeigt das folgende Teilkapitel 2.1 Bürgerlicher Realismus und Gründerzeit.

2.1 Bürgerlicher Realismus und Gründerzeit

Die Epoche des Realismus zeitlich einzugrenzen erscheint auf den ersten Blick möglicherwei­se als müßig, ist jedoch insofern bedeutsam, als ein wesentlicher Teil der Romanhandlung sich während dieser Zeit abspielt. Der Beginn wird, nach Plumpe, der den Forschungsstand referiert, recht einhellig auf 1850 datiert.[5] Bei der Datierung des Endes gehen die Meinungen,
wiederum nach Plumpe, auseinander - „diskutiert werden die Jahre 1870, 1880, 1900“[6]. Nachdem die Märzrevolution in Deutschland als gescheitert angesehen wurde, folgte eine Zeit, in der die industrielle Entwicklung rasch voranschritt. Mit dieser ging eine Weiterent­wicklung der Städte einher, die teilweise zu unkontrolliertem Wachstum führte, was sich wie­derum negativ auf die Lebensbedingungen der Arbeiterschicht im städtischen Raum auswirk­te. Das Bürgertum hingegen konnte nach der Revolution von 1848 sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich an Bedeutung gewinnen. Es gab eine Annäherung zwischen dem Bür­gertum und dem Adel dergestalt, dass der Adelsstand sich mit dem Bürgertum, welches sich durch seine politische Aktivität unentbehrlich gemacht hatte, verband. Wollte der Adel wei­terhin politisches Mitspracherecht genießen ohne es erneut zu einer Revolution kommen zu lassen, musste er sich auf politischer Ebene arrangieren. Auch auf wirtschaftlicher Seite schloss das Bürgertum zusehends zum Adel auf, was sich beispielsweise in zunehmenden Grundbesitz des Bürgertums zeigte, was bis dato ein typisches Charakteristikum des Adels war. Dementsprechend spricht Plumpe von einer „»Aristokratisierung« des (Groß- )Bürgertums“[7].

Um den Zeitgeist dieser Epoche zu beschreiben, sind die oben angedeuteten Prozesse der voranschreitenden Industrialisierung, Urbanisierung sowie Technisierung relevante Ursa­chen für eine um sich greifende „Orientierungskrise“[8]. Diese fußte auf einschneidenden „Ver­änderungen im Bereich von Kommunikation und Mobilität“[9] -Telegraphie, Ausbau von Schifffahrt und Straßennetz sowie zunehmende Relevanz der Eisenbahn. All diese Neuerun­gen führten zu einer neuen Wahrnehmung von Raum und Zeit.[10]

Die realistische Literatur dieser Zeit reagierte durch die „Idee einer höheren Kultur“[11], und ei­nen dementsprechenden Hang zu ausgeprägtem Ästhetizismus. „Realistische Literatur ist die Darstellung der schönen Identität von Ideal und Wirklichkeit [...]. Deshalb vermeidet realisti­sche Literatur jede Thematisierung von Phänomenen des wirklichen Lebens.“[12] Das genannte Ideal beinhaltete stets eine moralische Dimension, weshalb die realistische Literatur zeitge­nössisches Leben nicht ohne es zu ästhetisieren aufzugreifen imstande war. Denn die besagte ,Orientierungskrise’ dieser Epoche ging mit dem Bewusstsein um einen allgemeinen Moral- verlust einher.[13]

Plumpe bringt die Darstellungsweise realistischer Literatur abschließend auf die sehr prägnante Formel, „daß der Realismus jene »Wirklichkeit« erst erfinden mußte, als deren »Verklärung« er sich dann verstanden hat“[14]. Damit ist das Paradoxon einer ästhetisierten Wirklichkeitsdarstellung zwar nicht aufgelöst, wohl aber erklärt. Viel bedeutsamer erscheint zudem die Erkenntnis, dass eben dieser Gegensatz von Ästhetisierung und Wirklichkeitsan­spruch vorhanden ist und den Kern des poetischen Realismus darstellt. Folgt man dieser An­nahme, spiegelt sich diese künstlerisch-verklärte Darstellung mit Wirklichkeitsanspruch in den Buddenbrooks wider. Zum einen flocht Thomas Mann historische Tatsachen in den Ro­man, welche hauptsächlich der Festlegung der Chronologie dienen. Darüber hinaus stellen sie die Familiengeschichte in einen größeren Zusammenhang.[15] Zum anderen sind beispielsweise die Figuren, insbesondere die der Familienmitglieder, in so hohem Grad stilisiert, dass sie weniger einem wirklichkeitsgetreuem Anspruch genügen als vielmehr eine klare Funktion in der Gesamtkonzeption des Romans übernehmen. Ganz besonders deutlich wird dies in der Fi­gur des Hanno Buddenbrook, der in seiner Weltabgewandtheit gleichsam das Paradigma der Decadence verkörpert.

Nachdem Aspekte des Realismus und der Gründerzeit, wie ,Orientierungskrise’ und ,Aris- tokratisierung der Bürgertums’ für die Zeitgeschichte und den Zeitgeist als bedeutsam her­ausgearbeitet wurde und der poetische Realismus in seinem Kern dargestellt wurde, sind diese Aspekte auf die Buddenbrooks bezogen worden. Dass eine Verortung des Romans ausschließ­lich im Realismus nicht treffend erscheint, ist die primäre Funktion des folgenden Kapitels.

2.2 Fin de Siecle - Die Überwindung von Realismus und Naturalismus

Thomas Manns erster Roman Buddenbrooks, Verfall einer Familie erscheint 1901 zu einem Zeitpunkt, an dem sich in der deutschen Literatur ein bis dahin unbekannter Stilpluralismus wiederfand. So waren naturalistische, realistische, traditionalistische und symbolistische Dar­stellungsweisen zu finden, deren Schöpfer letztlich alle „von Nietzsche gelernt und von ihm den Lebensenthusiasmus übernommen [hatten], [...] aber zugleich abhängig von seiner Auf­fassung [waren], daß das eigentliche, ursprüngliche Leben etwas unwiederbringlich Vergan­genes und nur noch aus der Retrospektive, aus dem Bewusstsein des Historismus zu betrach­ten sei“[16]. Auch die Buddenbrooks stellen das Leben dar, jedoch in seinem Niedergang, so dass der „höchste Wert des Daseins in [...] seiner Fragwürdigkeit“[17] erscheint.

Thomas Mann greift den Stilpluralismus des Fin de Siecle auf und verwendet in seinem Roman sowohl realistische als auch naturalistische Darstellungsweisen und entzieht sich so­mit einer dogmatischen Zuordnung. So enthält der Roman „so viel nachweisliche Realität, daß man ihn mit guten Gründen dem Naturalismus hat zurechnen wollen“[18]. Doch die strenge Komposition der Erzählung, bezüglich der Figuren und Handlung, aber auch aufgrund der äu­ßeren Form, die von „Richard Wagners Motivtechnik und symphonischer Dialektik“[19] ge­speist wird, filtert die Realität so, dass sie in ihrer Zweifelhaftigkeit erscheint. Berücksichtigte man bloß diesen Aspekt, wären die Buddenbrooks im realistischen Erzählen des 19. Jahrhun­derts zu verorten, doch auch dies kann aufgrund der vielfältigen Techniken nicht absolut be­hauptet werden, da beispielsweise auch mit formalen Neuerungen wie der Montagetechnik gearbeitet wird, beispielsweise wenn der Typhus beschrieben wird, am dem Hanno Budden­brook schließlich stirbt. Der „deutliche Wille zur Komposition und zum Kunstwerk“[20] führt schließlich dazu, dass der Roman als Signum seiner Epoche betrachtet werden kann, da die Konzentration auf die objektive Realität in ihrer durchkomponierten Form den Naturalismus überwindet - ebenso den Realismus. Die Buddenbrooks sind gleichsam das Paradigma des Fin de Siècle.

Die Frage nach der literaturgeschichtlichen Einordnung der Buddenbrooks erfolgt nicht zum Selbstzweck, sondern dient einerseits als Abgrenzung von sowohl inhaltlichen als auch for­malen Aspekten, andererseits wird deutlich, dass das Thema des Verfalls nicht willkürlich von Thomas Mann gewählt wurde. Es lag vielmehr in der Luft jener Zeit, die wie zu Beginn dieses Kapitels bereits dargestellt wurde, voll von Fortschritt und Aufbruch aber auch von Angst und Unsicherheit war.

2.3 Décadence - „Degeneration und Willensschwäche“

Dieses Teilkapitel wird sich weder[21] mit der Entstehung noch mit der Theorie der Decadence[22] beschäftigen, da der Primärtext Buddenbrooks hier im Vordergrund bleiben soll, um die Kernelemente der Decadence an diesem darzustellen. „Degeneration und Willensschwäche“[23] als zwei entscheidende Momente der Romanhandlung und Decadence sollen im Folgenden anhand der Figuren Jean, Christian, Thomas und Hanno aufgezeigt werden. In einem späteren Teil wird die Decadence in ihrer geschlechtsspezifischen Dimension näher untersucht, wes­halb diese hier keine weitere Beachtung findet.

„Degeneration und Willensschwäche’ sollen hier als Schlagworte verstanden werden, die jedes für sich verschiedene Symptome beinhalten, die im weiteren Verlauf anhand der Fi­guren dargestellt werden sollen. So ist der Verfall der einzelnen Figuren ambivalent gezeich­net - je mehr sie dem Verfall zuneigen, desto sympathischer werden sie dargestellt. Der „in­nere Verfall [wird] zum Teil dadurch wieder aufgewogen, daß die im Vorgang der Dekadenz wachsende psychologische Sensibilisierung und eine gewisse Vergeistlichung auch positiv bewertet werden.“[24] Als Beispiel für die ebenso positive Seite des Verfalls ist die Figur des Hanno Buddenbrook anzuführen, die das Ende der Degeneration verkörpert. An Hanno wird deutlich, wie sich „biologischer Verfall und intellektuell-seelische Verfeinerung gegenseitig bedingen“[25]. Da Degeneration jedoch in ihrer Entwicklung bezüglich der Generationenfolge betrachtet werden muss, um die Entwicklung und den Verfall als sukzessiven Prozess sichtbar zu machen, wird die männliche Linie der Familie Buddenbrook, von Jean bis Hanno, auf die jeweils entscheidenden Aspekte der Decadence hin untersucht. Thomas Mann selbst schreibt in einem Brief an seinen Freund Otto Grautopf, wie er Degeneration versteht und auch sich selbst darin verortet:

Der Vater war Geschäftsmann, praktisch, aber mit Neigung zur Kunst und außergeschäftlichen In­teressen. Der älteste Sohn (Heinrich) ist schon Dichter, aber auch Schriftsteller mit starker inellec- tueller Begabung, bewandert in Kritik, Philosophie, Politik. Es folgt der zweite Sohn, (ich) der nur Künstler ist, nur Dichter, nur Stimmungsmensch, intellectuell schwach, ein sozialer Nichtsnutz. Das Wunder, wenn endlich der dritte, spätgeborene, Sohn der vagen Kunst gehören wird, die dem Intellect am fernsten steht, zu der nichts als Nerven und Sinne gehören und gar kein Gehirn - der Musik? - Das nennt man Degeneration. Aber ich finde es verteufelt nett.[26]

Beim Lesen dieses Zitats fallen sofort die Parallelen von Familie Mann und Buddenbrook ins Auge, wenngleich der von Thomas Mann gesehene Degenerationsprozess seiner Familie hier nicht weiter relevant sein soll. Vielmehr wird deutlich, dass bereits die Familiengeschichte der Buddenbrooks in einem medizinisch-psychologischen Abriss vorgezeichnet ist. Die Figur des Jean Buddenbrook entspricht dem Vater Thomas Manns, dieser und sein Bruder finden sich in Thomas und Christian wieder, wenngleich eine jeweilige Zuordnung nicht relevant ist, da es um den Prozess an sich geht. Und schließlich entspricht Hanno dem dritten Sohn, der bloß noch empfindet und sich der Musik hingibt. Wie sich diese Entwicklung anhand des Textes spiegelt wird im Folgenden herausgearbeitet.

Jean Buddenbrook -,praktisch, aber mit Neigung zur Kunst’ Da die Symptome der Decadence bei Jean Buddenbrook nicht offensichtlich vorhanden sind, können sie bloß in Abgrenzung zu der Figur seines Vaters, Johann Buddenbrook, sichtbar gemacht werden und nehmen daher auch weniger Raum in diesem Teil der Arbeit ein. Die un­terschiedlichen Auffassungen von Jean und seinem Vater seien an der Szene verdeutlicht, in der sie sich über den „verwilderten Garten [...], den Buddenbrooks gleich hinter dem Burgto- re“(30)[27] besitzen, unterhalten. Hier vertritt Johann, der ältere, die Meinung, seinen Besitz nach seinem Willen herrichten zu dürfen: „Aber wenn die freie Natur doch mir gehört, habe ich da zum Kuckuck nicht das Recht, sie nach meinem Belieben herzurichten...“(30) Diese Auffassung zeugt unmissverständlich von seiner humanistischen Prägung, die den Menschen als Schöpfer von Kunst und Schönheit in den Vordergrund stellt. Anders hingegen Jean, der sich pietistisch als Teil des Ganzen und eher dazugehörig als herrschend über die Natur ver­steht. „Ach Vater, wenn ich dort im hohen Grase unter dem wuchernden Gestrüppe liege, ist es mir eher, als gehörte ich der Natur und als hätte ich nicht das mindeste Recht über sie...“(30) Dennoch ist Jean von „praktischen Idealen“(46) geprägt und zeigt sich auch im Ge­schäftsleben als rücksichtslos und der „Brutalität des Geschäftslebens“(470) gewachsen, in­dem er seinen Pietismus dem geschäftlichen Interessen unterzuordnen weiß. Das geschieht beispielsweise, wenn er seinem Halbbruder Gotthold die Auszahlung einer Entschädigungs­summe für das Mengstraßenhaus verweigert (vgl. 47ff.) oder seiner Tochter Tony die Liebes­heirat indirekt verbietet und sie zu einer standesgemäßen Hochzeit mit Bendix Grünlich drängt (vgl. 145ff.).

Christian - „Dilettantismus und Ausweichen vor den Aufgaben des Lebens“[28]

Degeneration im Sinne biologischer Verfallserscheinungen tritt bei Christian besonders dras­tisch zutage, wenngleich diese ebenso Ursache wie Ergebnis seiner fortwährenden Selbstbeo­bachtung sind. Bereits in den Kindertagen Christians stellt sich ein neurasthenischer[29] Hang heraus, der sich in reale körperliche Gebrechen zu wandeln imstande ist. Der junge Christian äußert seine Angst vor dem Verschlucken eines Pfirsichkerns: „Denkt euch, wenn ich aus Versehen...diesen großen Kern verschluckte, und wenn er mir im Halse steckte...und ich nicht Luft bekommen könnte...“(68) Diese Betrachtungen führen dazu, dass er „wirklich längere Zeit keinen Pfirsich mehr“(68) isst. Einbildungen werden bei Christian zu realen und überaus ernst genommenen Tatsachen. In seinem späteren Leben ist auf seine Qual in der linken Kör­perhälfte (vgl. 428) zu verweisen, was ihn letztlich arbeits- und lebensunfähig macht.

Ein weiteres Charakteristikum Christians ist sein überaus ausgeprägter Dilettantismus. Er ist zwar „Tausendsassa“(15), aber doch bloß Schauspieler, Nachahmer von Virtuosentum und Komödiant (vgl. 263). Es mangelt ihm an Ernsthaftigkeit, aus seinen unbestreitbaren Fä­higkeiten etwas Sinnvolles zu machen, worin sich seine Willensschwäche spiegelt. Allzu sehr lässt er sich von seinen Gefühlen treiben, was dazu führt, dass sein Leben ein „ständiges Pro- visorium“[30] bleibt. Den Aufgaben, die das Leben an ihn stellt, weicht er immer wieder aus. Situationen, wie der ernsthaften Arbeit in der Firma Johann Buddenbrook, ist er schlichtweg nicht gewachsen. So kommt er beispielsweise nachmittags aus dem Club, um „mal eben ein bißchen zu arbeiten“(316). Diese mangelnde Arbeitsmoral aufgrund seiner Willensschwäche zieht sich durch sein gesamtes Leben. In seiner unvergleichlichen Art wiederholt er dreimal im Gespräch mit seinem Bruder: „Ich kann es nun nicht mehr.“(403,404) Da er doch niemals in seinem Leben hart gearbeitet hat, sondern immer nur ,gelebt hat und leben wollte’(vgl. 405), nimmt sich dieser theatralische Ausruf ganz besonders komisch aus. Allein Christian empfindet tatsächlich, stets hart gearbeitet zu haben, da er beständig gegen seine dekadente Natur angekämpft hat.

Es gibt in der Forschung die Meinung, dass Christian doch der wahre Leistungsethiker der Familie sei, da er aufgrund seiner Stellung in der Familie als Zweitgeborener nicht in der Pflicht sei, das „bürgerliche Wertesystem und protestantischen Arbeitsethos“[31] unreflektiert übernehmen zu müssen - wie der Erstgeborene. Entgegen seinem Bruder muss er sich somit bewusst für diese Maximen des Kaufmannslebens entscheiden - sein Bruder hingegen hat keine Alternative und ist damit von der Qual der distanzierten Reflektion entbunden. Dieser Aspekt ist für die Figur des Christian Buddenbrook durchaus bedeutsam, denn dieser verdeut­licht den Zwiespalt, in dem Christian sich stets befindet. Dies ist ein weiterer Punkt, der Christian zu einem Paradebeispiel eines decadents macht.[32]

Doch auch bei Christian hat die Dekadenz eine Kehrseite, die ihn besonders sensibel für moralische Fragen und solche der Gerechtigkeit macht. Erst nachdem Bethsy Buddenbrook verstorben ist, wird er Aline Puvogel aus Rücksicht gegen seine Mutter, die diese nicht stan­desgemäße Heirat missbilligt hätte (vgl. 575), heiraten. Sein Gerechtigkeitssinn führt ihn zu entrüstetem Protest als er nicht an dem Essgeschirr beteiligt werden soll. Dabei geht es ihm keineswegs bloß um das Geld oder den Geldwert der Gegenstände. „Ich wünsche kein Geld, ich wünsche Wäsche und Essgeschirr.“(574) Vielmehr steht für ihn das Ideal eines einfachen Lebens mit gesunder körperlicher Konstitution im Vordergrund.[33] Er sehnt sich „nach einem Heim, Ruhe und Frieden“(577).

Thomas Buddenbrook

In demselben Maße wie Christian seiner Willensschwäche unterliegt, wird Thomas Budden­brook zunehmend Opfer seiner Eitelkeit, erlangt aber auf der anderen Seite eine ziemlich starke Reflexionsfähigkeit. Diese gibt ihm wiederum die Möglichkeit, seinen kaufmännischen Handlungszwang kritisch zu betrachten.

Thomas ist „zweifellos die zentrale Figur“[34] der Buddenbrooks und zugleich auch die tragische. Denn sein Wesen, sein Familiensinn und Traditionsbewusstsein veranlassen, ja zwingen ihn zu Höchstleistungen, die er eigentlich nicht imstande ist, dauerhaft zu erreichen. Eben dieses Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichem Anspruch und sowohl geistiger wie auch physischer Verfassung setzt Thomas Buddenbrook zunehmend unter Druck, so dass mehr und mehr Symptome des Verfalls auch bei ihm sichtbar werden. Er versucht diesen Druck zu kompensieren, indem er eine Eitelkeit bezüglich seiner äußeren Erscheinung an den Tag legt, die schließlich neurotisch wird.

Die Sensibilisierung und damit einhergehende Reflexionsfähigkeit und sein heroischer Kampf gegen gelähmten Mut und trübe Stimmung (vgl. 363) bilden die Pole des oben ange­deuteten Spannungsfeldes. Er gilt als der „am wenigsten bürgerlich beschränkte Kopf, und [...][als] der Erste, die Enge und Kleinheit der Verhältnisse zu empfinden, in denen er sich bewegte“(631f.) Und weiter unten heißt es: „Geist genug, seinen Ehrgeiz, es im Kleinen zu Größe und Macht zu bringen, gleichzeitig zu belächeln und ernst zu nehmen.“(362) Diese beiden Aussagen des Erzählers veranschaulichen genau die Pole, zwischen denen Thomas Buddenbrook sich bewegt. Freilich ist die Darstellungsweise zu diesem Zeitpunkt der Hand­lung noch nicht so drastisch wie später, die Anlagen sind jedoch vorhanden und machen sich bereits bemerkbar. „Die beständige Anspannung des Willens ohne Erfolg und Genugtuung zehrte an seiner Selbstachtung und stimmte ihn verzweifelt.“(651) Das Leiden an seiner Si­tuation kulminiert schließlich in einem tiefen Gefühl von Einsamkeit, welches er folgender­maßen äußert: „Man ist so fürchterlich allein.“(651)

Daraufhin liest er Schopenhauer, ohnehin tendiert er zur Literatur, und wird somit „ei­nen Tag lang ein in die Philosophie verirrter Bürger und damit Symptom der eigenen Deka­denz“[33]. Doch diesem Ausflug in die Philosophie begegnet er, nachdem der Rausch vorüber ist, „mit einem ganz kleinen Gefühl von Geniertheit über die Extravaganzen von ges- tern“(659). Zu diesem Zeitpunkt hat er seinen kühlen Kopf zurück und macht sein Testament (vgl. 661f.). Was ihm bleibt, ist die stille Einsamkeit und Resignation. Thomas Buddenbrook weiß, dass mit seinem Tod die Firma und die Familie ihre Existenzgrundlage verlieren.

Besonders tragisch an der Figur des Thomas Buddenbrook ist, dass der oben angedeutete ge­steigerte Wert der Außendarstellung krankhafte Züge annimmt und ihn letztlich dem Spott der lübischen Gesellschaft preisgibt:

Die Leute fingen an, ihn ein wenig lächerlich zu finden, aber vielleicht hätten sie Mitleid verspürt oder solche Gefühle unterdrückt, wenn sie im Entferntesten vermutet hätten, mit welcher angst­vollen Reizbarkeit er vor der Lächerlichkeit auf der Hut war [...]. Auch seine Eitelkeit, diese viel­fach bespöttelte »Eitelkeit«, war ja zum guten Teile aus dieser Sorge hervorgegangen. (645)

Das Bild seines Todes kontrastiert schließlich seinen zwanghaften Drang nach Sauberkeit und Frische, in welchem „sein Pelz [...] mit Kot und Schneewasser bespritzt“(680) und er in mit dem Gesicht blutend auf dem Pflaster liegt.

Hanno und sein „Platz im Grenzraum vom Leben zum Tod“[36]

Bei Hanno sind „Degeneration und Willenschwäche’ stärker ausgeprägt als bei allen anderen Familienmitgliedern. Seine physische Konstitution ist von Geburt an schlecht, seine Sensitivi- tät hingegen ist so ausgeprägt, dass es scheint, er habe mit Krankheit für seine übermäßige Geisteskraft zu büßen.[37] Hannos Art der Geisteskraft ist freilich nicht im Sinne großer Wil­lensstärke zu fassen, er ist im Gegenteil äußerst willenschwach und daher lebensunfähig, nicht in der Lage, der Lebenswirklichkeit entgegen zu treten.

Doch auch bei Hanno, wie bei allen anderen, liegt im „biologischen Niedergang die Chance zu einem kulturellen Aufstieg“[38], der sich bei Hanno in der Leidenschaft für die Mu­sik zeigt. Aber wie seinem Onkel Christian, der durchaus das Potenzial für eine Karriere im kulturellen Bereich gehabt hätte, fehlt auch Hanno die notwendige Lebenstüchtigkeit. „Er könnte ein Künstler werden, wenn er Kraft zur Arbeit hätte.“[39] Sein beständiges Leid gilt dem Leben an sich, dem er nicht gewachsen ist. Er vereint in sich all die Gebrechen seiner Famili­enmitglieder: Magen- und Herzprobleme, stets Schwierigkeiten mit den Zähnen, Nervosität und Alpträume.[40] Letztendlich ermöglichen diese körperlichen Leiden Hanno erst seinen be­sonderen Zugang zur Musik und führen zudem zu erhöhter Sensitivität, welche in der Szene mit seinem Vater sehr deutlich wird, als dieser ihn sorgenvoll nach seiner Frau und Herr von Throta fragt (vgl. 650).

In Hannos Leidenschaft für die Musik kulminieren Todessehnsucht - Sehnsucht nach einem ewigen Augenblick (vgl. 507) - und Abwendung von den Qualen des Lebens. Mit dem Wissen darum, dass das „Glück [...] nur ein Augenblick“(507) ist, versucht er die „Genug­tuung von überschwänglicher Süßigkeit“(506 f.) in seiner ersten eigenen Komposition immer weiter hinauszuzögern bis er zu einer gleichsam orgastische Auflösung kommt. Selbst dort, wo Hanno sich wohl fühlt - in der Musik -, ist der Tod für ihn das beherrschende Thema. Wenn er die Musik hört, fühlt er den ,Grenzraum von Leben und Tod’: „Man glaubt an kei­nen Montag, wenn man am Sonntagabend den »Lohengrin« hören soll...“(701)

[...]


[1] Die Erstausgabe erschien in zwei Bänden 190, die erste einbändige Ausgabe 1903.

[2] WYSLING (2005); S 368.

[3] MANN (2001); S. 98

[4] VON WILPERT (1988); S. 255.

[5] Vgl. Plumpe (1996); S. 17.

[6] Plumpe (1996); S. 17.

[7] Plumpe (1996); S. 29.

[8] Plumpe (1996); S. 25.

[9] Plumpe (1996); S. 24.

[10] Vgl. Plumpe (1996); S. 24.

[11] Plumpe (1996); S. 26.

[12] Plumpe (1996); S. 76.

[13]

Vgl. Plumpe (1996); S. 80. Eine detailliertere Darstellung der Zusammenhänge von Realpolitik, programma­tischem Realismus und poetischem Realismus gibt Plumpe (1996). "Die Befürworter des »politischen Realis­mus« waren sich darin einig, daß Moral ein ungeeignetes Mittel sei, politisches Handeln zu beurteilen."(33) Dementsprechend kam für die realistische Literatur keine Adaption zeitgenössischer Aspekte infrage.

[14] Plumpe (1996); S. 83.

[15] Vgl. BEATON (1988); S. 210.

[16] KOOPMANN (1995); S. 5.

[17] KOOPMANN (1995); S. 13.

[18] WYSLING (2005); S. 379.

[19] MANN (1983); S. 65.

[20] Karthaus (1994); S. 49.

[21] WENZEL (1993); S. 44.

[22] Näheres dazu bei Erhart (2001), der gleichsam einen geistesgeschichtlichen Abriss der Dekadenzentwick­lung liefert, der hier im Einzelnen nicht wiederholt werden muss.

[23] WENZEL (1993); S. 44.

[24] LUDWIG (1979); S. 8

[25] KELLER (1988); S. 157.

[26] Mann (1975); S. 51. (Brief an Otto Grautopf, Mai 1895); zitiert nach ERHART (2001); S. 257.

[27] Ausschließlich die Stellennachweise für Zitate aus Thomas Manns Buddenbrooks werden in dieser Arbeit in­nerhalb des Textes in Klammern angegeben. Zitiert wird nach folgender Ausgabe: Mann, Thomas (2002): Bud­denbrooks. Verfall einer Familie. 7. Aufl. Frankfurt am Main: Fischer.

[28] KELLER (1988); S. 179.

[29] Die Neurasthenie als Symptom der Dekadenz ist in ERHART (2001) herausgestellt. Für genauere Klärung des Begriffs und seine Abgrenzung zu Hysterie sei auf diesen Text verwiesen.

[30] KELLER (1988); S. 179.

[31] LUTOSCH (2007); S. 29.

[32] Erhart (2001) führt aus, dass die äußeren Umstände und Widrigkeiten als maßgeblich für die Entwicklung der männlichen Dekadenz angesehen werden.

[33] Vgl. Keller (1988); S. 183.

[34] Wysling (2005); S. 367.

[35] VON WILPERT (1988); S. 298.

[36] WENZEL (2005); S. 36.

[37] Vgl. WENZEL (2005); S. 36.

[38] WENZEL (2005); S. 36.

[39] Wysling (2005); S.373.

[40] Vgl. KELLER (1988); S. 186.

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten

Details

Titel
Epochenrelevante Aspekte des ausgehenden 19. Jahrhunderts in Thomas Manns Roman "Buddenbrooks"
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
65
Katalognummer
V150245
ISBN (eBook)
9783640617609
ISBN (Buch)
9783656208006
Dateigröße
740 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thomas Mann, 19. Jahrhundert, Buddenbrooks, Decadence, Verfall, Männlichkeit, Zeitgeist, Zeitgeschichte
Arbeit zitieren
Manuel Wibbeke (Autor), 2008, Epochenrelevante Aspekte des ausgehenden 19. Jahrhunderts in Thomas Manns Roman "Buddenbrooks", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150245

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