Politische Kommunikation und YouTube.com

Eine Einordnung nach Jacque Rancière


Hausarbeit, 2010
18 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaitverzeichnis

1. Einieitung

2. Die Politische Kommunikation

3. Politik und YouTube.com - Politik als Performance

4. Jacques Ranciere - Politik als Konflikt

5. Jacques Ranciere - Sichtbarmachen der politischen Strukturen

6. Conclusio

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Lauf der vergangenen Dekade hat sich die Art und Weise mit der die Menschen miteinander kommunizieren in grundlegender Weise geandert. Durch die fortschreitende Vernetzung der einzelnen Gesellschaftsteile mittels neuer technologischer Entwicklungen und dem Ausbau und der weitreichenden Verbreitung von internetfahigen Geraten, sei es nun im mobilen Anwendungsbereich oder stationar; die Menschen posten, twittern, bloggen, chatten, skypen und, und, und - sie kommunizieren auf den unterschiedlichsten Kanalen am laufenden Band.

Diese Entwicklung hielt auch nicht vor der Politik und dem politischen Lebensbereichen zuruck. Mit dem Jahr 2008 fiel dem Internet wahrend des Prasidentschaftswahlkampf in den USA eine entscheidende Rolle zu: es pragte samtliche nachfolgende Wahlkampfstrategien. Obama gewann durch sein neues Verstandnis der Politik die Wahl. Doch nicht nur in den Vereinigten Staaten sondern in Deutschland ist das Internet das Medium der Stunde. Spatestens seit der Bundestagswahl im September 2009, unterhielt jede der antretenden Parteien eigene Internetauftritte - sie reprasentierten sich auf eigenen Online- Plattformen, die Kandidaten erstellten eigene Profile in Sozialen Netzwerken wie studiVZ.de und facebook.com und Abgeordnete twitterten aus Bundestagssitzungen und ihrem Alltag.

Das Internet veranderte die Politik nachhaltig. Bereits 2005 wurde eine Studie uber die Veranderung der politischen Kommunikation durch das Internet erstellt. In „Internet und politische Kommunikation: Die Mobilisierungshypothese auf dem Prufstand" wurde untersucht, ob und in welchem Umfang die politische Beteiligung durch das Internet sich verandert hat.

„Bewirkt das Internet Veranderungen in der politischen Kommunikation? Wenn jemand Zugang zum Internet bekommt - andert sich dann bei ihm [...] die Art und Weise [...] wie er politisch kommuniziert, also wie er sich politisch informiert, uber Politik mit anderen redet, seine politische Meinung offentlich zeigt, sich politisch engagiert?"[1]

Das Ergebnis der Studie zeigt auf, Menschen mit Zugang zum Internet informieren sich ofter und nehmen haufiger direkt am politischen Prozess teil.

Seit nunmehr funf Jahren pragt ein spezielles Internetphanomen die gesellschaftliche Landschaft nachhaltig. Mit der Video-Plattform YouTube wurde eine Moglichkeit der Representation geschaffen, die sich mittlerweile durch alle Generationen und Gesellschaftsteile zieht. Von Eltern in Szene gesetzten Kleinkindern bis hin zu Lebenserinnerungen von Senioren, von belanglosem Geschwafel jugendlicher Selbstdarsteller bis hin zu aufklarerischer Weltenverbesserer - alles trifft und kommuniziert sich auf YouTube. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass eben auch die politische Klasse nicht fernbleibt und versucht, mittels YouTube neue Wahlergruppen zu akquirieren - oder einfach nur uber die eigene Arbeit aufklaren mochte. Eines ist klar, YouTube hat das Spiel grundlegend geandert. Nie war Representation leichter, zugleich aber ist eine neue Offentlichkeit hinzugekommen. Jeder Tritt ins Fettnapfchen wird von der Internetgemeinde dankend aufgenommen und genusslich breit getreten.

Doch wie hat sich die Politik durch YouTube nun genau verandert? Ist es nun gar notwendig, Politik und deren Funktion ganzlich neu zu denken? Wie hat YouTube die Art und Weise der politischen Kommunikation verandert? Um dies zu beantworten, soll im Folgenden zunachst die Frage nach der politischen Kommunikation bestimmt werden. Welches Verstandnis von politischer Kommunikation haben wir und wie hat es sich mit dem Aufkommen des Internets gewandelt?

Um der Frage nach der politischen Reprasentation nachzugehen, soll an Hand des politischen Philosophen Jacques Ranciere zunachst der Begriff der Politik und das Verstandnis der Gesellschaft geklart werden, um dann auf den Reprasentationscharakter der Politik einzugehen.

,,Die neu belebte Debatte zur Interaktivitat, Konnektivitat und Kollaborativitat der Netzoffentlichkeit fallt in eine Zeit, in der die tagliche Medienberichterstattung eine Krise der etablierten politischen Reprasentation beschwort. Die Vision vom demokratischen Netz ist von einer tief greifenden Kritik gegenuber der politischen Reprasentation der Burgerinnen und Burger gepragt. Innerhalb einer Aufmerksamkeitsokonomie, die auf Neuheit und Differenz basiert, bedeutet die potenzielle Integration jedes einzelnen in die Sichtbarkeit der Internetoffentlichkeit jedoch keine Ausweitung politischer Reprasentation."[2]

2. Die Politische Kommunikation

„Die Mediatisierung hat die Politik erreicht. [..^Information, Partizipation und Kampagnen politischer Akteure als Grundelemente und zentrale Funktionen politischer Kommunikation in demokratischen Systemen werden via Massenmedien, in der Teledemokratie primar durch das Fernsehen und zunehmend, durch das Internet geleistet.“[3]

In den vergangenen Jahren hat die Art, mit der Medien und Politik miteinander umgehen, sich auf drastische Weise verandert. Das Feld der politischen Kommunikation vollzog einen Wandel, parallel zur Entwicklung wie sie die Medienlandschaft durchmachte. War bis vor kurzem Politik in medialer Hinsicht vor allem noch durch das Fernsehen beeinflusst, schiebt sich in Deutschland seit etwa der Bundestagswahl 2005, in den USA war diese Entwicklung schon fruher zu beobachten, das Internet mit dessen medialer Struktur in den Vordergrund. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen der politischen Kommunikation, ist der Begriff selbst von unterschiedlichen Herangehensweisen und somit von unterschiedlichen Definitionen gepragt. Dies wird besonders relevant, wenn von einer sogenannten Mediengesellschaft oder, in Bezug auf Politik, von einer Mediendemokratie gesprochen wird, in welchen Massenmedien zunehmend als Voraussetzung fur gesellschaftliche Kommunikation werden.[4] Auch nimmt die gestiegene Bedeutung der Medien fur das politische System in der wissenschaftlichen Diskussion einen hohen Stellenwert ein und findet in den Untersuchungen des Politologen Thomas Meyers im Begriff der ,Mediokratie‘ einen Gipfelpunkt. Meyer geht davon aus, dass in modernen Mediengesellschaften die politischen Entscheidungen und Agenda nicht mehr von den Parteien, sondern vielmehr von den Interessen der Massenmedien gepragt werden.[5]

[...]


[1] Emmer, Martin et al. (2006, S. 170).

[2] Marotzki (2009).

[3] Filzmaier et al. (2006, S.7).

[4] Vgl. Jarren & Donges (2002, S.19).

[5] Vgl. Meyer (2002).

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Politische Kommunikation und YouTube.com
Untertitel
Eine Einordnung nach Jacque Rancière
Hochschule
Universität Regensburg  (Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur)
Veranstaltung
YouTube und audiovisuelle Kultur
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V150403
ISBN (eBook)
9783640617036
ISBN (Buch)
9783640616381
Dateigröße
580 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
YouTube, Jacque Rancière, Politische Kommunikation, Symbolische Kommunikation, Performance, Konflikt, Kommunikation, Politische, Symbolische, Neue Medien
Arbeit zitieren
Raimund Drost (Autor), 2010, Politische Kommunikation und YouTube.com , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150403

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