HIV/AIDS in China - Eine Bestandsaufnahme

Chronologischer Überblick, aktuelle Situation und Zukunftsprognose


Magisterarbeit, 2008
115 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Motivation für das Thema HIV/AIDS in China

II. HIV/AIDS – eine Einführung
1. Definition wichtiger Termini
1.1. HIV
1.2. AIDS
2. HIV/AIDS – Chronik einer Epidemie

III. Die Ausbreitung von HIV/AIDS in China in fünf Phasen
1. Erste Phase 1985 – 1988
2. Zweite Phase 1989 – 1993
3. Dritte Phase 1994 - 1995
4. Vierte Phase 1996 – 2001
4.1. heterosexuelle Übertragung
4.2. homosexuelle Übertragung
4.3. Frauen und Männer im Sexgewerbe
4.4. Wanderarbeiter
4.5. Drogenabhängige
4.6. Fernfahrer
4.7. Armee und bewaffnete Kräfte
5. Fünfte Phase 2002 – heute
5.1. Verluste an Menschenleben
5.2. Kosten der Epidemie

IV. Besonders stark betroffene Provinzen
1. Yunnan ( çfi )
2. Guangxi ( ƒ$ )
3. Henan ( ‡fi )
4. Xinjiang, autonome Provinzen der Uighuren ( ‰ ‰£ )
5. Guangdong ( ƒfi )

V. Chinas Kampf gegen die Epidemie
1. Maßnahmen der Regierung
1.1. Restriktive Politik in den 80er Jahren
1.2. Maßnahmen in den 90er Jahren
1.3. Regierung auf Reformkurs
1.4. Das Dilemma der Regierung
1.5. Diagnose und Erfassung von HIV-positiven Personen und AIDS-Patienten
1.5.1. Sentinel Surveillance
2. Internationale Organisationen
2.1. Das “China-Germany Online Training Programme“
3. Maßnahmen der nationalen und internationalen pharmazeutischen Industrie
4. Maßnahmen der NGOs
4.1. Die Ford Foundation
5. Kirchliche Unterstützung
6. Eine couragierte Einzelaktivistin
6.1. Dr. Yao Gaojie ( ¬ÔÕ )

VI. Vorbild Hongkong
1. Hongkong AIDS Foundation

VII. Diskriminierung und Stigmatisierung
1. Vorurteile gegenüber HIV/AIDS
2. Diskriminierung von HIV/AIDS-Infizierten
3. Zugang zur HAART-Behandlung
4. Gesetze zum Schutz HIV-infizierter und an AIDS erkrankter Personen
5. Warum greifen die Anti-Diskriminierungsgesetze kaum?
6. Proteste und soziale Unruhen
7. Verfolgung von HIV/AIDS-Aktivisten

VIII. Volkswirtschaftliche Kosten der Epidemie
1. Makroökonomische Auswirkungen
1.1. Abnahme des Humankapitals
1.2. Rückgang der Auslandsinvestitionen
1.3. Belastung der öffentlichen Finanzen
2. Mikroökonomische Auswirkungen
3. Ökonomisches Fazit

IX. Praktischer Teil. Befragung chinesischer Studenten zum Thema HIV/AIDS
1. Der Fragebogen
1.1. Die Methodik
2. Zur Fragenauswertung
2.1. Evaluation der Frage 1.)
2.2. Evaluation der Frage 2.)
2.3. Evaluation der Frage 3.)
2.4. Evaluation der Frage 4.) a.)
2.4. Evaluation der Frage 4.) b.)
2.5. Evaluation der Frage 5.)
2.6. Evaluation der Frage 6.)
2.7. Evaluation der Frage 7.) a.)
2.7. Evaluation der Frage 7.) b.)
2.8. Evaluation der Frage 8.)
2.9. Evaluation der Frage 9.)
2.10. Evaluation der Frage 10.)
2.11. Evaluation der Frage 11.)
2.12. Evaluation der Frage 12.) a.)
2.12. Evaluation der Frage 12.) b.)
2.13. Evaluation der Frage 13.)
2.14. Auswertung der persönlichen Angaben
2.14.1. Geschlecht
2.14.2. Alter
2.14.3. Herkunft
2.14.4. Gegenwärtiger Wohnsitz
2.14.5. Studium
3. Fazit

X. Schlussbetrachtung

XI. Literaturverzeichnis
1. Literatur
2. Zeitungsartikel und Informationsbroschüren
3. Internet

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Technische Hinweise

Bei der Umschrift chinesischer Namen, wurde von mir, falls nicht anders angegeben, die heute international geläufigste, nämlich die Pinyin-Schreibweise, angewandt.

Den Begriff AIDS habe ich in der Regel in Großbuchstaben geschrieben. Die teilweise anzutreffende Schreibweise Aids, die vor allem in journalistischen Kreisen angewandt wird, fand nur bei entsprechenden Zitierungen Verwendung.

I. Motivation für das Thema HIV/AIDS in China

„China has everything to gain if it can stem the tide of the AIDS epidemic and everyt hing to lose if it fails.”1

- Kofi Annan - Generalsekretär der Vereinten Nationen 1997 - 2006

Meine Motivation für das Thema dieser Magisterarbeit „HIV/AIDS in China – eine Bestandsaufnahme“, beruht auf einer Vielzahl von Gründen.

So bekam ich durch die Tätigkeit meines Vaters, der als Sprecher des Aktionsbündnisses gegen AIDS mit diversen chinesischen Vertretern zu diesem Topos interagierte, bereits vor mehreren Jahren einen ersten Einblick in den Themenkomplex.

Überaus hilfreich waren dabei die Kontakte, die ich mit den in Deutschland weilenden chinesischen Delegationen knüpfen konnte. Diese Delegationen setzten sich sowohl aus staatlichen Gesundheitsexperten als auch aus Mitgliedern diverser, im medizinischen Sektor tätiger NGOs (Non-governmental Organisations) zusammen.

Einer meiner Beweggründe mich mit dieser Problematik zu befassen lag im Weiteren an der hervorragenden Prädestinierung des Themas für die Humangeographie, da ich bei der Themenwahl eine Vielzahl von anthropogeographischen Aspekten berücksichtigen und bearbeiten konnte.

Ich spreche hierbei von der Migrationsgeographie, dem Stadt-Land-Gefälle, der Wechselwirkung zwischen Staat und Gesellschaft, bis hin zu Bevölkerungsstatistiken um nur einige zu nennen.

Die Zielgruppe für den praktischen Teil meiner Arbeit waren chinesische Studenten, die ich zum Thema HIV/AIDS in China befragte. Als Methodik wählte ich sowohl qualitative, als auch quantitative Elemente der Sozialforschung. Eine Intention dieser Arbeit ist dabei der Wunsch, dass die Studenten von den gewonnenen Ergebnissen profitieren können.

Ein ebenfalls ausschlaggebendes Kriterium mich für das Thema HIV/AIDS in China zu entscheiden, war mein im Jahre 2005 begonnenes Zweitstudium der Sinologie. Ein im Sommersemester 2007 absolviertes Auslandssemester an der Peking University verhalf mir zu wertvollen Kontakten, die mir die Durchführung meiner Umfrage unter chinesischen Studenten überhaupt erst ermöglichte.

II. HIV/AIDS - eine Einführung

Durch meinen Aufenthalt in der Volksrepublik wurde mir die enorme Bedeutung des Themas HIV/AIDS in China bewusst. Diese ergibt sich aus dem Potenzial einer dramatischen Ausweitung der bereits jetzt erkennbaren Folgen und Auswirkungen der Krankheit für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung des bevölkerungsreichsten Landes der Welt.

So wächst der Druck auf die Gesundheits- und Sozialsysteme des Landes, bei gleichzeitigem Sinken der Produktivität. Erkrankte Personen werden stigmatisiert und ausgegrenzt.

Unverständlicherweise wurde das Problem über viele Jahre verdrängt, verleugnet und in seinen Konsequenzen unterschätzt. Unter all den Herausforderungen, denen sich die Volksrepublik China im beginnenden Jahrtausend stellen muss, ist die HIV/AIDS-Pandemie noch immer von nachgeordneter politischer Priorität.

China ist durch HIV/AIDS akuter denn je bedroht. Der internationale Public Health Experte Richard Feachem, der in den Jahren 2002 – 2007 Direktor des „Global Fund against AIDS, Tuberculosis and Malaria“ war, kommentiert dazu:

It would be fantastic if China could show the world how to contain the HIV/AIDS epidemic[…]However, should we fail, the consequences would not only be catastrophic for China – they would be felt all over the world.2

- Richard Feachem - Previous Executive Director of the Global Fund

Dass das Themengebiet HIV/AIDS in Asien, insbesondere in China, in der Zukunft unzweifelhaft an Relevanz gewinnen wird, wie die jüngste mediale Aufmerksamkeit beweist, gab letztlich den Ausschuss, meine Magisterarbeit darüber zu schreiben.

1. Definition wichtiger Termini

1.1. HIV

HIV ist die Abkürzung für Humanes Immundefizienz-Virus. Wenn Körperflüssigkeiten (Blut, Muttermilch oder Sperma) einer, mit dem HI-Virus infizierten Person, in den Blutkreislauf einer anderen Person gelangen, kann es zu einer Virusinfektion kommen.

Im Falle einer Infektion, treten nach einer symptomarmen Latenzzeit, die im Mittel 10-12 Jahre dauert, sogenannte opportunistische Folgeerkrankungen auf. Diese bestehen vor allem aus schwerwiegenden Infektionskrankheiten wie der Tuberkulose, verschiedenen Krebsarten und bösartigen Geschwüren wie dem Kaposi Sarkom. Wenn dieses Stadium erreicht ist, spricht man von AIDS.3

1.2. AIDS

AIDS ist die Abkürzung des englischen Terminus Acquired Immunodeficiency Syndrom und bezeichnet eine viral erworbene Immunschwächekrankheit, die die Abwehrfähigkeit des Körpers gegenüber Krankheitserregern herabsetzt.

Drei bis zwölf Wochen nach einer Infektion mit dem HI-Virus bilden sich im Blut Antikörper als Zeichen der körpereigenen Abwehr (die Grundlage des HIV-Testes). Infizierte Personen bleiben meist einige Jahre ohne körperliche Beschwerden.

Irgendwann jedoch ist das körpereigene Abwehrsystem soweit zerstört, dass es dem Angriff von Krankheitserregern nicht mehr standhalten kann. Wird der Infizierte nicht mit antiretroviralen Medikamenten versorgt, ist die Todesfolge nur eine Frage der Zeit.

2. HIV/AIDS, Chronik einer Epidemie

HIV/AIDS ist seit Anfang der 80er Jahre weltweit auf Vormarsch. Laut dem UNAIDS Statusbericht vom Dezember 2006 sind etwa 40 Millionen Menschen auf allen fünf Kontinenten mit dem HI-Virus infiziert.4

Im Jahresverlauf 2006 wurden, ebenfalls nach Schätzungen von UNAIDS 4,3 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, während 2,3 Millionen an AIDS starben.

Diese Statistiken sind nicht nur alarmierend, sondern bestätigen HIV/AIDS als die Haupttodesursache von 15-60 jährigen Menschen auf der ganzen Welt.5

Zwar leben rund 25 der 40 Millionen HIV-infizierten Personen im subsaharen Afrika, doch gilt der Höhepunkt der Krankheit in diesen Ländern als bereits überschritten.6

Sorge bereiten vielmehr Osteuropa und Asien, die in den 80er und vor allem in den 90er Jahren noch als kaum betroffen galten. Die ehemaligen kommunistischen Regierungen in diesen Ländern definierten HIV/AIDS als ein Problem des „dekadenten kapitalistischen Westens“ und betrieben keine Aufklärungsarbeit. Auch in den politisch und wirtschaftlich turbulenten Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Wirtschaftsboom Chinas Anfang der 90er Jahre, gab es keine wirksamen staatlichen Konzepte zur AIDS- Prävention.

Erst als sich die Krankheit in der zweiten Hälfte der 90er Jahre sowohl in den GUS – Staaten als auch in der Volksrepublik China immer rasanter verbreitete, erfolgte eine zögerliche politische Wende.

Für viele zu spät, denn die Quote der HIV-infizierten Bevölkerung in Estland und der Ukraine überstieg bereits 2001 die 1% Marke7, womit HIV/AIDS gemäß den Standards der UNAIDS als generalisierte Epidemie angesehen wurde.8

Während Indien mit 5,7 Millionen infizierten Menschen die höchste Anzahl an HIV-infizierten Personen in Asien aufweist 9, richtet sich das Augenmerk von UNAIDS,

weiteren internationalen Gesundheitsorganisationen und NGOs auf einen aufstrebenden Staat, der der weltweit grassierenden Epidemie bisher entkommen zu sein schien.

Meine Rede ist von der Volksrepublik China, dem mit 1,35 offiziell gemeldeten und über 1,5 Milliarden inoffiziell geschätzten Menschen, bevölkerungsreichsten Staat der Erde.

Seit sich Schlagzeilen wie „CHINA: AIDS bedroht das Riesenreich“ in den Medien häuften, befasst man sich auch im Westen mit der bis dato ignorierten Bedrohung.10

Wenn man von China spricht, dann spricht man von Komplexität. Der mit knapp 9,6 Quadratkilometer drittgrößte Flächenstaat der Welt ist sowohl von seinen Klimazonen, über seine verschiedenen Völker, bis hin zum Stadt-Land-Gefälle facettenreich wie kaum ein zweiter.

Im Folgenden will ich eine Chronik der AIDS-Epidemie in der Volksrepublik China skizzieren. Meine Arbeit soll einen Beitrag dazu leisten die Unterschiede der Epidemie in den einzelnen Provinzen zu differenzieren. Ich werde weiterhin die von der Krankheit am stärksten betroffenen gesellschaftlichen Gruppen einer näheren Betrachtung unterziehen, relevante Politikfelder, Konsequenzen für die Betroffenen und die Auswirkungen auf die chinesische Volkswirtschaft darlegen. Abschließend werde ich eine zu gleichen Teilen qualitative und quantitative Umfrage unter chinesischen Studenten bezüglich HIV/AIDS auswerten.

III. Die Ausbreitung von HIV/AIDS in China in fünf Phasen

Als im Jahre 1985 der erste AIDS-Fall aus China gemeldet wurde, war einerseits die Bestürzung groß, während sich gleichzeitig eine trügerische Erleichterung breit machte.

Bei der an AIDS erkrankten Person, die später an Lungenversagen sterben sollte, handelte es sich nämlich um einen Argentinier, der aus den USA kommend nach China eingereist war.11 Die chinesische Führung sah sich in ihren seit Jahren gepflegten Vorurteilen bestätigt, dass HIV/AIDS ein „westliches Phänomen“ sei, das lediglich in den sexuell freizügigen und dem Drogenkonsum aufgeschlossenen Gesellschaften des „moralisch bankrotten, kapitalistischen Westens“ vorkäme.

Das Gesundheitsministerium der Volksrepublik war der festen Überzeugung, dass in der begrenzt liberalen Gesellschaft der Volksrepublik, die damals noch einen vernachlässigbar geringen Drogenkonsum aufwies, eine Ausbreitung der Krankheit unmöglich sei und unterließ eine umfassende Aufklärung der Bevölkerung.12

Das Auftreten von HIV/AIDS in China wird, je nach Quelle, in drei bis fünf Phasen unterteilt. In der folgenden Chronologie werde ich wegen der größeren Präzision das „Fünf-Phasen- Model“ nach Damm und Goikhman zusammenfassen.

1. Erste Phase 1985 - 1988

Die sogenannte erste Phase, die etwa von 1985 bis 1988 dauerte, schien die Auffassung der chinesischen Führung zunächst zu bestätigen. HIV-Infektionen ereigneten sich allenfalls sporadisch in den Küstenstädten und immer waren die Betroffenen Ausländer oder Chinesen, die längere Zeit im Ausland verbracht hatten.13

Im August 1986 kündigte das Gesundheitsministerium obligatorische HIV-Tests für alle in die Volksrepublik einreisenden Ausländer an, die sich länger als drei Monate in China aufhalten wollten.

Am 22. Oktober 1986 bestätigte die chinesische Führung erstmals die Existenz von vier HIV- positiven chinesischen Staatsbürgern, die allesamt durch verseuchte ausländische Blutspenden infiziert worden waren.14

Die Beijing Review ( fl€¼y ) verkündete am 4. Februar 1987, dass die „dekadente amerikanische Gesellschaft“ für Drogenkonsum, Alkoholismus, Raub, Mord, Selbstmord, Scheidung, Prostitution, Homosexualität, Syphilis, AIDS und andere soziale Probleme stehe, die durch die amerikanische Ideologie hervorgerufen werden.15

Gemeindeverwaltungen wiesen die chinesischen Bürger darauf hin, keinen Sex mit Ausländern zu haben.

Vereinzelte Fälle von infizierten chinesischen Männern beschränkten sich auf die klandestine homosexuelle Subkultur der Großstädte. Da aber Homosexualität im China der 80er Jahre ohnehin stark diskriminiert und unter Strafe gestellt war, sah sich die Regierung nicht veranlasst prophylaktische Maßnahmen zu ergreifen.

2. Zweite Phase 1989 - 1993

Als im Jahre 1989 146 Drogenabhängige im unzugänglichen Bergland von Yunnan ( çfi ) HIV-positiv getestet wurden, hatte die zweite Phase der HIV/AIDS Ausbreitung begonnen, die man bis 1993 ansetzt.

HIV/AIDS traf in dieser Region, dem sogenannten „Goldenen Dreieck“ ( ¥Ý¦ ) auf einen idealen Nährboden. Die von der Zentralregierung vernachlässigten armen Bergvölker der Zhuang ( ½ ), Hani ( œ ) und Dai ( w ) lebten und leben vom Drogenschmuggel entlang der durchlässigen Grenze nach Laos und Myanmar.16

In Yunnan blieb es aber nicht nur beim Drogenschmuggel. Ende der 80er Jahre etablierte sich eine veritable Gruppe von Drogenkonsumenten, die sich vor allem Heroin intravenös verabreichte.17

Zwar handelte es sich bei den ersten 146 HIV-positiven Fällen lediglich um einen regional begrenzten Ausbruch, aber kurz darauf kam es zu weiteren Fällen in benachbarten Grenzstädten. Die chinesische Regierung reagierte mit harter Hand, wohl auch um ein Exempel zu statuieren. So wurden zahlreiche Todesurteile gegen verhaftete Drogenschmuggler binnen Tagen ausgeführt.18

Den Vormarsch des HI-Virus konnte sie damit nicht aufhalten.

In den nächsten Jahren expandierte die Krankheit von Yunnan aus in die Nachbarprovinzen Guangxi ( ƒ $ ), Sichuan ( Ø fi ) und Guizhou ( ² ) und wandelte dabei ihr Erscheinungsbild.

3. Dritte Phase 1994 - 1995

Während sich das HI-Virus in Yunnan gegen Anfang der Neunziger langsam aber stetig ausbreitete, wurde im Jahre 1994 eine neue Übertragungsform publik, die sich als weitaus gefährlicher als die intravenöse Übertragungsart herausstellte, und die die dritte Phase einleitete.

Die Rede ist hierbei von HIV-kontaminierten Blutspenden, die ganze Dörfer in Zentralchina mit dem Virus verseuchten.19

Der Weg in die Katastrophe zeichnete sich immer nach demselben Schema ab.

Illegale Pharmaunternehmen versprachen armen Bauern, ihr karges Gehalt durch Blut und Blutplasmaspenden aufzubessern und sammelten auf diese Weise Hunderttausende von Blutproben.20

Vorausgegangen war ein von der chinesischen Regierung verordnetes Verbot, Blut und Blutprodukte zu importieren, um die Übertragung des Virus durch Bluttransfusionen zu unterbinden. Mit diesem Verbot wurden Blutspenden zu einem lukrativen Geschäft und unseriöse, meist illegal agierende Firmen schossen wie Pilze aus dem Boden, um sich an dem Boom zu beteiligen.

Die Firmen agierten bevorzugt im Hinterland rückständiger, vom Fortschritt noch nicht erreichter Regionen, mit einem Schwerpunkt in Henan ( ‡ fi ), um ein Eingreifen der Behörden zu unterbinden.

„We all sold our blood to make money. We sold blood to pay the local taxes, to support our kids through school, and to make a living. By working on the farm we can’t make money. They paid us 40 RMB (5 US$) each time we sold them blood.”21

- Bäuerin aus Henan -

Das gespendete Blut wurde dabei in Containern vermischt und nach der Plasmaentnahme den Spendern reinfundiert. 22 Selbst bei einer geschätzten HIV-Blutkontamination im Promillebereich wurden auf diese Weise Zehntausende mit dem Virus infiziert.23

Bis zum September 2003 waren alle 31 chinesischen Provinzen und regierungsunmittelbaren Städte, abgesehen von Tibet, vom Blutspendenskandal betroffen.

Die Regierung ergriff keine nennenswerten Gegenmaßnahmen, sondern reagierte kontraproduktiv, indem sie Einzelpersonen sowie NGOs den Zugang zu den betroffenen Gebieten untersagte.

Die Vermutung, dass Regierungsbeamte und Politiker in den Blutspendeskandal involviert sind, konnte bis heute nicht ausgeräumt werden.

International machte Dr. Wan Yanhai ( fÊK ), Koordinator des AIZHI ( R¹ ) Projektes24

Schlagzeilen, der sich nach einem Interview mit ausländischen Journalisten über die prekäre Lage in Henan, mit einer Anklage wegen Verrats von Staatsgeheimnissen konfrontiert sah.

Nach anschließender Inhaftierung wurde er aber kurz darauf aufgrund des medialen Interesses wieder freigelassen.25

Der Fall Yanhai machte einmal mehr die Ratlosigkeit der chinesischen Regierung deutlich, die statt schnellem und effektivem Krisenmanagement, ein Aussitzen der Krise bevorzugte.

Der Blutspendeskandal zeigte aber auch die Unwissenheit der einfachen Landbevölkerung, die weitgehend ungebildet, der raschen Ausbreitung der Seuche hilflos gegenüberstand.

Symptomatisch für diese Hilflosigkeit waren die Versuche von weniger betroffenen Dörfern den gewerblichen Handel mit den „AIDS-Dörfern“ zu unterbinden.

Dieses versuchte Embargo ging dabei so weit, dass Fenster, die in Richtung der verseuchten Dörfer lagen, zugemauert wurden um eine Übertragung durch den Wind zu vermeiden.

Das defizitäre Wissen über HIV/AIDS besserte sich erst allmählich ab 1996, während zur gleichen Zeit die Gesundheitsbehörden die Sicherheit der Blutkonserven überwachte.26

4. Vierte Phase 1996 – 2001

In der vierten Phase, die man etwa von 1996 bis 2001 ansetzen kann, verbreitete sich das HI-Virus erstmals nicht nur horizontal, also geographisch betrachtet, sondern auch vertikal, d.h. durch alle Schichten der Gesellschaft.

Infizierte Drogenkonsumenten tauchten in größerer Zahl nicht mehr ausschließlich in Yunnan und seinen Nachbarprovinzen auf, sondern verbreiteten sich nach und nach im gesamten Reich der Mitte.

Jährliche Neuinfektionen an HIV/AIDS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: MOH Center for HIV/AIDS Prevention and Control and the National Center for STI and Leprosy Control in UNAIDS, The UN Theme Group on HIV/AIDS in China, “HIV/AIDS: China’s Titanic Peril”, S. 15, eingesehen am 30.01.2008

Die Epidemie steigerte dabei ihre Geschwindigkeit. Während sie sich 1999 noch mit einer jährlichen Rate von geschätzten 30% ausbreitete, betrug sie im Jahre 2003 bereits 44%.27 Waren bisher unhygienischer Drogenkonsum und kontaminierte Blutspenden die primären Ursachen für die Verbreitung des Virus, wurde die Übertragung durch ungeschützten hetero- und homosexuellen Verkehr immer bedrohlicher. Eine logische Konsequenz daraus waren auch die steigenden Zahlen bei der vertikalen Übertragung28 von der Mutter zum Kind.29

In der so genannten vierten Phase überschritt die Krankheit soziale Schranken und betraf nicht mehr ausschließlich lokale, gesellschaftlich marginalisierte Gruppen, sondern auch die urbane Gesellschaft. HIV/AIDS geriet zunehmend ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Die Konsequenz war ein Paradigmenwechsel innerhalb der politischen Führung, der primär von zwei Kräften motiviert wurde. Zum einen probierten betroffene Provinzen wie Yunnan, weit ab von der Zentralregierung fortschrittliche wissenschaftsbasierte Maßnahmen aus und zum anderen sorgten internationale Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen für einen Dialog mit der chinesischen Regierung und stellten diese auf der Weltbühne angesichts ihrer mangelnden Konzepte bloß.30

In den folgenden Seiten will ich einen kurzen Überblick über die Übertragungswege des HI- Virus geben, beziehungsweise die Risikogruppen und Übertragungswege skizzieren, die für die jeweilige Transmission verantwortlich sind.

(Man beachte, dass in diesem Diagramm, welches in der „China daily”, einer der Regierung in Beijing nahe stehenden Zeitung, veröffentlicht wurde, keine Übertragungswege durch kontaminierte Blutspenden aufgeführt sind. Für einen Vergleich mit westlichen Zahlen siehe das Diagramm auf Seite 21)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: CHINAdaily, „China AIDS rate slows, main transmission now sex“, 29.11.2007, eingesehen am 20.02.2008 unter http://www.chinadaily.com.cn/china/2007-11/29/content_6288359.htm31

4.1. Heterosexuelle Übertragung

Während in anderen Kontinenten, vor allem in Afrika, die sexuelle Transmission des HI- Virus meist mit Abstand an erster Stelle der Übertragungsarten steht, ist sie in China mit 44,7% bis 49,8% Prozent noch relativ niedrig.32

Nichtsdestotrotz hat sich die heterosexuelle Übertragung seit 1986 verhundertfacht. Verantwortlich dafür ist vor allem die Prostitution, die sich trotz des öffentlichen Verbotes, in den Massagesalons und Beautyshops der Großstädte seit den 80ern etabliert hat.

„Safersex“-Sexualpraktiken haben sich in diesem Milieu noch nicht durchsetzen können. Laut einer Umfrage unter 800 Prostituierten, die im Dezember 2002 in den Provinzen Yunnan und Sichuan durchgeführt wurde, gaben lediglich 60% der Befragten an, regelmäßig Kondome zu benutzen.33

Die heterosexuelle Transmission ist akuter als andere Übertragungswege. So kommen HIV-Infektionen bei Blutspenden aufgrund verbesserter Sicherheitsvorkehrungen weit seltener als in den 90er Jahren vor. Die, verglichen mit der Gesamtbevölkerung, geringe Zahl der infizierten Drogenabhängigen wird Prognosen zufolge ebenfalls kaum noch ansteigen. Dagegen birgt die heterosexuelle Transmission ein enormes Gefahrenpotential, da es für die Regierung und die NGOs weitaus schwieriger ist, relevante Programme an die im verborgenen agierende Szene der Prostituierten zu gestalten.

Ein weiterer Nachteil ist die temporäre Verzögerung, die bei Programmen einkalkuliert werden muss. So werden Aufklärungskampagnen nach empirischen Daten erst nach Jahren wirkungsvoll.

Die heterosexuelle Übertragung spielt sich aber schon lange nicht mehr ausschließlich in der Anonymität des Rotlichtmilieus ab. AIDS-Aktivisten weisen darauf hin, dass die Epidemie den Übergang von Hochrisikogruppen zu einer gesamtgesellschaftlichen Seuche bereits vor Jahren vollzogen hat.

4.2. Homosexuelle Übertragung

Homosexualität ist in China nach wie vor ein Tabu, und schwule Männer werden in der chinesischen Gesellschaft im Allgemeinen nicht akzeptiert, sondern diskriminiert und stigmatisiert. Aus diesem Grunde leben die meisten Homosexuellen in der Anonymität und ihre Anzahl lässt sich mit zwei bis acht Millionen, nach Edmund Settle sogar bis zu 20 Millionen lediglich sehr ungenau schätzen.34

Homosexuelle Männer haben Probleme sich zu outen35, untereinander auszutauschen und Zugang zu Informationen über Safersex bzw. zur Verhütung von Krankheiten, insbesondere im Bezug auf HIV/AIDS zu erhalten.36

Als das nationale Gesundheitserziehungsinstitut „AIDS Hotline“ am 23.11.1992 zur ersten Konferenz homosexueller Männer zum Thema HIV/AIDS aufrief, kamen trotz intensiver Werbekampagnen nur 30 Personen.37

Dieser fehlende Informationsfluss spiegelt sich in der hohen Rate von ungeschütztem Sex unter Homosexuellen wieder, die mit 49% angegeben wird.

Gemäß der fehlenden Transparenz gibt es wenig verfügbares Datenmaterial, das über die Quote der bereits HIV-infizierten Homosexuellen Auskunft geben könnte. Settle schätzt den Anteil der homosexuellen Transmission bezüglich der Gesamtzahl der HIV-Infektionen auf 11,1%.38

Er geht weiterhin davon aus, dass sich die Zahl der HIV-positiven homosexuellen Männer in China auf bis zu 1,5 Millionen im Jahr 2011 belaufen könnte. Führende Krankenhäuser in Peking berichteten, dass ein Drittel ihrer HIV-positiven Patienten dem schwulen Milieu zuzuordnen ist.39

Einhergehend mit der aktuellen Entschlossenheit der chinesischen Regierung den tödlichen Virus schon im seinem Übertragungsstadium einzudämmen, gibt es auch zaghafte Versuche, die bisher ignorierte Risikogruppe der Homosexuellen durch Internetaufklärung und anonyme Telefonhotlines zu erreichen. Empirisch messbare Ergebnisse lassen allerdings noch auf sich warten.40

Experten befürchten, dass die Aufklärungskampagne unter den Homosexuellen zu spät gestartet wurde, um einen größeren Ausbruch der Epidemie zu verhindern. So waren sich 85% der Befragten dieser Subkultur sicher, dass sie durch AIDS nicht gefährdet sind.

28% der homosexuellen Männer gaben an, ebenfalls heterosexuelle Kontakte zu haben. Diese bisexuellen Männer gelten als „sexual bridge“ bei der Übertragung des Virus von hoch gefährdeten Männern zu gering gefährdeten Frauen, da sie im repressiven China, trotz ihrer Neigung, häufig verheiratet sind und das Virus auf diese Art an ihre Frauen weitergeben können.41

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: UNAIDS/WHO, „AIDS epidemic update: December 2005.Asia”, S. 32

4.3. Frauen und Männer im Sexgewerbe

Gemäß den Angaben der chinesischen Behörde für öffentliche Sicherheit gab es im Jahre 2000 vier bis sechs Millionen Prostituierte in China.42 Inoffiziellen Schätzungen zufolge wird allerdings von 30 Millionen Prostituierten im Haupt- und Nebenerwerb ausgegangen.43

Die Gründe sich zu prostituieren liegen vor allem im wirtschaftlichen Bereich. Besonders junge und arme Mädchen, die im Zuge der Landflucht ihre Dörfer verlassen, weil sie sich ein besseres Leben in der Stadt versprechen, enden in den ostchinesischen Metropolen ohne Arbeit auf der Straße.44

Die einzige Möglichkeit Geld zu verdienen, sehen viele im Sexgewerbe, das trotz seiner öffentlichen Ächtung und dem Verbot seitens der chinesischen Regierung in großem Stil in Tanzbars, Massage- und Friseursalons existiert.

Eine Aufklärung über die latente Gefahr einer HIV-Infektion und über den Gebrauch von Kondomen ist weitgehend unbekannt. Laut einer Studie wussten nur ca. 14-30% der Sexarbeiter/innen, dass Kondome eine Ansteckung verhindern können. Eine noch geringere Zahl, nämlich lediglich 2-30% sahen sich überhaupt durch HIV/AIDS gefährdet.45

Dies spiegelt sich in der HIV-Infiziertenrate unter Prostituierten wieder, die von 0% im Jahre 1995 auf 1,32% im Jahre 2002 anstieg. In lokalen Schwerpunkten, wie dem durch Drogenkonsum ohnehin stark betroffenen Yunnan, lag sie sogar bei 10,7%.46

Einmal mehr spielte die Regierung bei der Aufklärung und Prävention eine unrühmliche Rolle. So wurde die Propagierung und der Gebrauch von Kondomen als „unmoralisch“ bezeichnet und ihr Verkauf bis 2001 behindert, da man eine erstarkende sexuelle Liberalisierung der Gesellschaft befürchtet. Stattdessen wurde die Pille favorisiert, die keinen Schutz vor einer HIV-Infizierung bieten kann.

2007 wussten 26,7% der mittelrangigen Regierungsbeamten nicht, dass AIDS in China seit Jahren beständig expandiert. 30% waren der Meinung, dass AIDS nur innerhalb bestimmter gesellschaftlicher Gruppen vorkomme, die Kunden der Prostituierten hauptsächlich aus Wanderarbeitern bestünden und eine generelle Aufklärung nicht zuletzt aufgrund deren unterprivilegiertem Status nicht erforderlich sei.47

Genau dieses Argument wurde durch Umfragen ad absurdum geführt. Das primäre Klientel der Prostituierten bestand nämlich aus den jungen und wohlhabenden Männern der prosperierenden Küstenstädte, die das Virus zum Teil auf ihre Ehefrauen weiter übertrugen.48 Damit hatte das HI-Virus das Herz der chinesischen Gesellschaft erreicht, da Familien im Alter zwischen 20 und 40 Jahren die tragende und produktive Basis der Gesellschaft bilden.

Die fatalen Folgen bei einem Wegfall dieser Altersgruppe kann man in Ländern des südlichen Afrika betrachten.49

Als sich HIV/AIDS gegen Ende der 90er Jahre immer schneller ausbreitete, wurden Prostituierte von der Polizei energischer verfolgt.

Es kam sogar zu Fällen, dass örtliche Polizeibeamte Frauen mit Kondomen in ihren Handtaschen inhaftierten, da sie diese im Verdacht der Ausübung von Prostitution wähnten.50 AIDS-Fälle werden in weiten Gebieten nach wie vor negiert und AIDS-Patienten ignoriert.

Dies lag und liegt an der Auffassung bestimmter Beamter und Provinzgouverneure, die meinen, die Krankheit könnte den Ruf ihrer Bezirke in den Schmutz ziehen, bzw. ihren politischen Karrieren Schaden zufügen.

Zheng Xiwen ( fi%@ ), Mitarbeiter des National AIDS-Prevention and Control Center bemerkt dazu:

„Some government leaders do not understand the potential for the further spread of HIV and its consequences for China. A minority of leaders conceals the true situation and blocks measures to prevent HIV. Investment in HIV is inadequate.”51

So werden theoretisch bereitliegende Gelder gar nicht erst eingefordert, bzw. viel weniger in Prävention und Medikamente investiert, als es eigentlich nötig wäre.

In jüngster Zeit setzte zumindest in einigen Regionen ein längst fälliges Umdenken ein. Beflügelt vom Erfolg Thailands bei der Bekämpfung der Epidemie, propagieren einige Provinzen eine 100% Kondom-Politik.52 Welche Erfolge diese Kampagne haben wird, lässt sich im Moment noch nicht feststellen.

4.4. Wanderarbeiter

Durch das massive Wohlstandsgefälle zwischen den reichen chinesischen Küstenstädten mit ihren Metropolen wie Shanghai, Beijing und Guangzhou ( ƒ ² ) und den bisher vom Fortschritt übergangenen inneren Provinzen wie etwa Shaanxi ( m9Š ), Shanxi ( ft$ ) oder Qinghai ( øK ), wurde eine historisch bis dato beispielslose Binnenmigration ausgelöst.

So halten sich jüngsten Schätzungen zufolge bis zu 200 Millionen allochthoner Wanderarbeiter in den boomenden Millionenstädten am Gelben und am Südchinesischen Meer auf.53

Nun ist die Arbeitsmigration per se kein Aspekt, der zur rapiden Infizierung mit dem AIDS- Virus beitragen kann, wohl aber die Begleitumstände im Gefolge der migrierenden Arbeiter.54

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wanderarbeiter bei der Mittagspause

Quelle: Picasa, Web-Alben, „Fotos. China 2007- Teil III”, 04.10.2007, eingesehen am 31.03.2008 unter http://www.picasaweb.google.com

So sind jene Arbeiter von ihren Familien und Gemeinden isoliert, die ihnen Sicherheit und Geborgenheit garantieren und haben ähnlich wie die Homosexuellen aufgrund ihres niedrigen sozialen Status und ihres enormen Arbeitspensums nur limitierten Zugang zu Informationen des Infektionsschutzes wie zum Beispiel zu Kondomen.

Darüber hinaus ist ein Großteil der migrierenden Arbeiter jung, unverheiratet und verfügt über mehr Geld als ihnen in ihren heimischen Provinzen zur Verfügung stünde.

Diese Umstände führen oft zu temporär begrenzten sexuellen Beziehungen und zum Besuch von Prostituierten. Unter diesen Umständen sind Geschlechtskrankheiten an der Tagesordnung, was die Existenz von legalen und illegalen Kliniken um die Barackensiedlungen der Wanderarbeiter beweist.

Einem AIDS Weekly Plus Artikel zufolge sind 96% aller Arbeitsmigranten sexuell aktiv, von denen nur 10% Verhütung betreiben.55

Im Falle einer Erkrankung meiden viele Wanderarbeiter die Hilfe eines offiziellen Krankenhauses. Zum Ersten scheint ihnen eine eventuelle Behandlung unbezahlbar und des Weiteren befürchten sie ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

Im schlimmsten Falle stecken bereits HIV-positive Arbeiter bei ihrer Rückkehr nach Hause ihre Ehefrauen mit dem Virus an und infizieren bei einer Familiengründung unter Umständen die ganze Familie.

4.5. Drogenabhängige

Die Drogenabhängigen, waren die erste gesellschaftliche Randgruppe unter der sich das HI- Virus in den 80er Jahren verbreitete. Verantwortlich dafür waren der mehrfache Gebrauch von unsterilen Kanülen und Spritzen unter den Abhängigen.

Die Rate der Drogenabhängigen, die mit dem HI-Virus infiziert ist, beträgt in einigen Provinzen bis zu 90%.56

Da die Gruppe der Drogenabhängigen in China im Vergleich zu der westlicher Staaten aber gering ist, und da bereits ein sehr hoher Prozentsatz der Abhängigen HIV-positiv ist, wird mit einer weiteren Expansion des Virus in dieser Gruppe nur noch in geringem Maße gerechnet.

Ein viel versprechendes Projekt wurde im April 2004 in einigen chinesischen Städten mit der Einführung einer Methadonbehandlung eingeführt.

Methadon ist ein synthetisch hergestelltes Opioid, das die Entzugssyndrome bei Drogenabhängigen unterdrücken kann. In westlichen Ländern kam es bereits erfolgreich zum Einsatz.57

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Zhao, Chengzheng, Liu, Zhimin, Zhao, Dong, e.a., „Drug Abuse in China“, 2004 New York Academy of Sciences, S. 2

4.6. Fernfahrer

Zuletzt sei auf die Risikogruppe der Fernfahrer hingewiesen, die ein beträchtliches Potential haben, die Verbreitung des Virus zu beschleunigen.

Fernfahrer sind berufsbedingt eine hochmobile Gruppe, die aufgrund fehlender fester Beziehungen erfahrungsgemäß häufig bei Prostituierten verkehrt.

Bei einer eventuellen Ansteckung mit dem HI-Virus besteht die Wahrscheinlichkeit, dass infizierte Fahrer den Virus an andere Frauen in möglicherweise weit entfernten Regionen weitergeben.58

Das HI-Virus erfährt durch die Fernfahrer also eine enorme Steigerung seines Aktionsradius. Bei einer Umfrage unter 550 Fernfahrern in Yunnan, stellte sich heraus, dass 17% mit einer Geschlechtskrankheit infiziert waren.59

Wie bereits in einigen subsaharen Ländern beschrieben, kann man vermutlich von einer Ausbreitung des Virus entlang der großen Überlandstraßen sprechen.

4.7. Armee und bewaffnete Kräfte

In anderen Ländern und Regionen gehören die Angehörigen der bewaffneten Ordnungskräfte zur gefährdeten Gruppe in der Bevölkerung. Über Status und Trends der Ausbreitung von HIV oder begleitendem Risikoverhalten wie Alkohol und Drogengebrauch gibt es im Kontext von China keine Veröffentlichungen. Dies schließt nicht aus, dass ein gewisser Prozentsatz der Armee mit dem HI-Virus infiziert ist.

Da die chinesische Führung den hochstilisierten Mythos der Volksbefreiungsarmee aber gerne zu Propagandazwecken nutzt, werden offensichtlich keine relevanten Untersuchungen durchgeführt und publiziert, um das öffentliche Bild der Armee nicht zu beschädigen.

5. Fünfte Phase 2002 - heute

Die fünfte Phase ab 2001 bis zum heutigen Tage zeichnet sich durch ein weiteres Ausbreiten der Epidemie aus. HIV/AIDS hat mittlerweile alle Provinzen und alle gesellschaftlichen Schichten durchdrungen und findet sich genauso beim drogenabhängigen Junkie in Yunnan, wie der Bäuerin in Henan, bis hin zum Top-Manager in Hongkong.60

Nachdem die chinesische Regierung das Thema zuerst hartnäckig ignoriert und später vernachlässigt hatte, kam es um die Jahrtausendwende zu einem Umdenken im Politbüro.

Man befürchtete, dass die Volksrepublik in akuter Gefahr war, die fatale Entwicklung einiger afrikanischer Staaten, wie Botswana oder Südafrika in den 80er Jahren zu wiederholen, die mittlerweile Infizierten-Raten von bis zu 40% aufweisen.

Auch in Brasilien und Thailand, Länder mit einem ähnlichen Entwicklungsstand wie China, hatte ein Umdenken erst eingesetzt, als bereits Hunderttausende an den Folgen der Krankheit verstorben waren.61

5.1. Verluste an Menschenleben

Die Gefahr ist für China trotz eingeleiteter Reformen noch lange nicht gebannt. So gibt das chinesische Gesundheitsministerium die Quote der Neuinfizierten mit jährlich 30% an. Eine alarmierende Zahl, die sich in absoluten Ziffern auf 70.000 Menschen im Jahre 2005 summierte.62

Als der chinesische Gesundheitsminister Yin Dakui ( fl$" ) im August 2001 die von der World Health Organisation (WHO) und anderen internationalen Gesundheitsorganisationen geschätzte Ziffer von insgesamt 600.000 HIV-Infizierten bestätigte und auch die düstere Prognose von möglicherweise zehn bis zwanzig Millionen infizierten Personen im Jahre 2010 nicht entkräftigen konnte, war das ein Fanal sowohl für China als auch für die Welt.63

China begann eine intensive Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen um HIV/AIDS nachhaltig zu bekämpfen.

Beteiligt waren neben WHO, UNAIDS, UNFA, UNICEF, UNESCO, UNODC und der Weltbank auch zahlreiche NGOs.

Laut offiziellen Statistiken vom ersten Quartal 2007 gibt es in China mittlerweile 840.000 HIV-infizierte und 80.000 bereits an AIDS erkrankte Menschen.64

Inoffizielle Schätzungen weichen stark voneinander ab und gehen in einigen Fällen allein für die Provinz Henan von einer Million infizierter Menschen aus.65

Da in vielen Haushalten beide Eltern durch die Epidemie verstorben sind, antizipiert man von 260.000 AIDS-Waisenkindern bis zum Jahre 2010 aus. Die unklare Datenlage führte einmal mehr zu kontroversen Zahlenangaben. So vermuten AIDS-Aktivisten, dass allein in der Provinz Henan die Anzahl der Waisenkinder in den nächsten Jahren auf bis zu einer Million ansteigen wird.66

[...]


1 Vgl. BBC News online (2002) “Annan highlights China’s AIDS problem“ in Kanabus, Annabel, „HIV&AIDS in China“ in AIDS/HIV information from AVERT.org, 07.02.2008, 16 Seiten, Zugriff: 03.03.2008 unter http://www.avert.org/aidschina.htm, S. 11

2 Vgl. Global Fund Press Release, “China Can Avert Major AIDS Crisis and Beat TB Epidemic”, 07.12.2004 in Kanabus, Annabel, „HIV&AIDS in China“ in AIDS/HIV information from avert.org, S. 12

3 Gesundheitsberichterstattung des Bundes, „HIV-Infektion (Infektionsepidemiologisches Jahrbuch)“, 05.03.2008, Zugriff: 05.03.2008 unter http://www.gbe- bund.de/gbe10/abrechnung.prc_abr_test_logon?p_uid=gastg&p_aid=&p_knoten=FID&p_sprache=D&p_suchstr ing08474::Infektionskrankheiten

4 Vgl. UNAIDS Joint United Nations Programme on HIV/AIDS, „Global facts and figures“, December 2006, Zugriff: 02.03.2008 unter http://data.unaids.org/pub/GlobalReport/2006/200605-FS_globalfactsfigures_en.pdf

5 Vgl. Dr. Peter Piot, UNAIDS Executive Director, „Responsibility and Partnership – Together against HIV/AIDS” , 12.March 2007, Zugriff: 28.02.2008 unter http://data.unaids.org/pub/SpeechEXD/2007/0070311_sp_piot_bremen_en.pdf

6 Die epidemiologischen Angaben beruhen auf Veröffentlichungen von 01.12.2006. Ein Jahr später korrigierte UNAIDS diese Statistiken deutlich nach unten, da neue Datenerhebungen in Indien, Äthiopien und Kenia niedrigere Infektionsraten vermuten ließen.

7 index mundi, “Estland HIV/AIDS Rate der Erwachsenen”, 01.01.2007, Zugriff: 05.03.2008 unter http://www.indexmundi.com/g/g.aspx?c=en&v=32&l=de

8 Vgl. Office of the State Council Working Committee on AIDS, China, „Progress on Implementing ungass declaration of commitment in China 2005“, December 2005, 19 Seiten, S. 11

9 Vgl. UNAIDS Statusbericht, „Zahlen, Daten, Fakten zu HIV/AIDS“ in Aktionsbündnis gegen AIDS, Dezember 2006, Zugriff: 02.02.2008 unter http://www.ah-pforzheim.de/pdf/zahlen_worldwide_2007.pdf

10 Vgl. Damm, J. u. Goikhman, I., „AIDS in China. Noch ist der Kampf nicht verloren” in fundiert. Das Wissenschaftsmagazin der Freien Universität Berlin, Zugriff: 12.09.2007 unter http://www.elfenbeinturm.net/archiv/archiv/2005/08.html

11 Vgl. Damm, J. u. Goikhman, I., „AIDS in China. Noch ist der Kampf nicht verloren”, S. 2

12 Vgl. Damm, J. u. Goikhman, I., „AIDS in China. Noch ist der Kampf nicht verloren”, S. 2

13 Vgl. Kanabus, Annabel, „HIV&AIDS in China“ in AIDS/HIV information from avert.org, S. 1

14 Vgl. Settle, Edmund, “AIDS in China: An Annotated Chronology 1985 – 2003, Monterrey, California 2003”, S. 10

15 Vgl. Settle, Edmund, “AIDS in China: An Annotated Chronology 1985 –2003” , S. 11

16 Vgl. UNAIDS, The UN Theme Group on HIV/AIDS in China, “HIV/AIDS: China’s Titanic Peril. 2001 Update of the AIDS Situation and Needs Assessment Report”, June 2002, S. 17

17 Vgl. Kanabus, Annabel, „HIV&AIDS in China“ in AIDS/HIV information from avert.org, S. 2

18 Jakob, Lina, „CHINA Allmacht über den Tod hinaus” in amnesty journal April 1996, Zugriff: 20.02.2008 unter http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/AlleDok/B1E4AEE02D78A3SDDC1256B20004827B1?Open

19 Vgl. Kanabus, Annabel, „HIV&AIDS in China“ in AIDS/HIV information from avert.org, S. 2

20 Vgl. Settle, Edmund, “AIDS in China: An Annotated Chronology 1985 –2003” , S. 44

21 Vgl. UNAIDS (2002) HIV/AIDS: “China’s Titanic Peril” in Kanabus, Annabel, „HIV&AIDS in China“ in AIDS/HIV information from avert.org, S. 5

22 Bei der Plasmaspende läuft das Blutplasma in einem geschlossenen Kreislauf durch ein medizinisches Gerät, das Blut und Plasma direkt trennt. Bei dieser Plasmapherese werden dem Spender die Blutbestandteile ohne Plasma anschließend wieder zugeführt. Eine Plasmaspende ist alle drei Tage möglich und in diesem Rahmen unbedenklich, da der menschliche Körper die Plasmabestandteile in kurzer Zeit reproduzieren kann. Vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Blut+Plasma Spende, 2003, S. 1-40

23 Vgl. UNAIDS, The UN Theme Group on HIV/AIDS in China, “HIV/AIDS: China’s Titanic Peril”, S. 17

24 Das AIZHI Action Project ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Beijing, die HIV/AIDS Patienten mit Informationskampagnen und rechtlichem Beistand unterstützt. Für weitere Informationen siehe auch http://www.aizhi.org

25 Vgl. Damm, J. u. Goikhman, I., „AIDS in China. Noch ist der Kampf nicht verloren”, S. 3

26 Vgl. Damm, J. u. Goikhman, I., „AIDS in China. Noch ist der Kampf nicht verloren”, S. 3

27 Vgl. Kaufman, Joan, Kleinman, Arthur, Saich, Tony, “AIDS and Social Policy in China”, Harvard University Asia Center, Cambridge, Massachusetts 2006, S. 27

28 Unter der vertikalen Transmission, die man in Pränatale-, Perinatale- und Postnatale Infektion unterscheiden kann versteht man die Übertragung des HI-Virus durch Körperflüssigkeiten der Mutter an ihr Kind. Dies kann durch Nährstoffe während der Schwangerschaft, durch Blut während der Geburt oder durch Muttermilch nach der Geburt erfolgen. Zu weiteren Informationen siehe auch: Prof. Dr. Walter H. Günzburg, „Allgemeine Virologie“, unter http://www.vu-wien.ac.at/i123/vironeu062005/index.htm

29 Vgl. Settle, Edmund, “AIDS in China: An Annotated Chronology 1985 –2003” , S. 11

30 Vgl. Damm, J. u. Goikhman, I., ,AIDS in China. Noch ist der Kampf nicht verloren”, S. 3

31 Hier sei anzumerken, dass in diesem, von der Regierung veröffentlichten Diagramm keine Übertragungen durch kontaminierte Blutspenden aufgeführt sind. Da die Regierung diesbezüglich keine Untersuchungen durchführt und das Problem negiert, gibt es über diese Prozentzahl lediglich Angaben von UNAIDS/WHO, die von 24,1% ausgehen. Siehe dazu S. 20

32 Die erste Angabe bezieht sich auf Zahlen, die von der chinesischen Regierung veröffentlicht wurden. Siehe dazu: http://www.chinadaily.com.cn/china/2007-11/29/content_6288359.htm. Die zweite Prozentzahl veröffentlichte Dr. Anver, Iqbal, in „Aktuelle HIV/AIDS Situation in China“ 25.05.07 in Bates, Gill, u. Susan, Okie, „China and HIV – A Window of Opportunity” in New England Journal of Medicine. 2007. Vol. 356. 1801-1805, Zugriff: 01.03.2008 unter http://www.peking.diplo.de/Vertretung/peking/de/04/RAD/hiv_download,property=Daten.pdf. UNAIDS gibt eine beträchtlich niedrigere Zahl von nur 19,8% an. Siehe dazu die Grafik auf S. 19

33 Vgl. Settle, Edmund, "AIDS in China: An Annotated Chronology 1985 - 2003", S. 6

34 Vgl. Kanabus, Annabel, „HIV&AIDS in China“ in AIDS/HIV information from avert.org, S. 6

35 Der Szenebegriff „outen“, bedeutet seine sexuelle Orientierung in der Öffentlichkeit zu leben

36 Vgl. Kanabus, Annabel, „HIV&AIDS in China“ in AIDS/HIV information from avert.org, S. 9

37 Vgl. Settle, Edmund, “AIDS in China: An Annotated Chronology 1985 –2003” , S. 30

38 Die chinesische Regierung geht von einer Rate von 12,2% aus. Siehe dazu: CHINAdaily, „China AIDS rate slows, main transmission now sex“, 29.11.2007, Zugriff 26.03.2008 unter http://www.chinadaily.com.cn/china/2007-11/29/content_6288359.htm

39 Vgl. Kanabus, Annabel, „HIV&AIDS in China“ in AIDS/HIV information from avert.org, S. 6

40 Vgl. Settle, Edmund, “AIDS in China: An Annotated Chronology 1985 –2003”, S. 28

41 Vgl. Settle, Edmund, “AIDS in China: An Annotated Chronology 1985 –2003”, S. 6

42 Vgl. Kanabus, Annabel, „HIV&AIDS in China“ in AIDS/HIV information from avert.org, S. 5

43 Vgl. WHO: Zhongguo xinggongzuozhe 6 Mio. $¾½Ifl$ 600 f [ Sechs Millionen Prostituierte in China], Zugriff: 22.03.2008 unter http://www.zaobao.com/special/newpapers/2003/08/xmrb_190803b.html, und Zhao, Dagong fl’fl: Zhongguo jinü lun g@$¾[ Chinas Prostitution], Zugriff: 22.03.2008 unter http://www.nows.com/c/zgyj2000/zgyj/0007/g0000724.htm

44 Vgl. UNAIDS/WHO, „AIDS epidemic update: December 2005”, Asia

45 Vgl. Kanabus, Annabel, „HIV&AIDS in China“ in AIDS/HIV information from avert.org, S. 5

46 Vgl. Settle, Edmund, “AIDS in China: An Annotated Chronology 1985 –2003”, S. 6

47 Feng, Jianhua, „Effektive Maßnahmen zur AIDS-Bekämpfung dringend nötig“, 3 Seiten, Zugriff: 14.02.2008 unter http://www.bjrundschau.com/China/2002.43-inlandsfokus-1.htm, S. 1

48 Vgl. Settle, Edmund, “AIDS in China: An Annotated Chronology 1985 –2003”, S. 6

49 In Südafrika, Namibia und Simbabwe, die neben Botswana als die am schlimmsten von der HIV/AIDS Epidemie betroffenen Länder der Welt gelten, sank sowohl das Wirtschaftswachstum als auch das Bevölkerungswachstum um einige Prozentpunkte. Siehe dazu S. 70

50 Vgl. Kanabus, Annabel, „HIV&AIDS in China“ in AIDS/HIV information from avert.org, S. 5

51 Vgl. Recent Reports on HIV/AIDS and STD’s in China, posted 01.07.2001 under www.usembassy– china.org.cn/english/sandt/hivartic.html, retrieved 12.02.2002 in Human Rights Watch, „Recent Reports on HIV/AIDS and STD in China”, 01.07.2001 in Human Rights Watch, “Locked Doors, The Human Rights of People Living with HIV/AIDS in China”, VOL 15, No. 7C, September 2003, S. 19

52 Das “100% condom use project” wurde bisher in den südchinesischen Provinzen Yunnan, Hunan ( *fi ) , und Hainan ( Kfi ) durchgeführt. Es sieht die Verteilung von kostenlosen Kondomen in lokalen Unterhaltungsetablissements vor. Ergebnisse belegen, dass der Gebrauch von Kondomen daraufhin beträchtlich anstieg. Siehe dazu: China Ministry of Health and UN Theme Group on HIV/AIDS in China, “A Joint Assessment of HIV/AIDS Prevention, Treatment and Care in China”, Beijing 01.12.2003, S. 26

53 Lange, Kai, „Knechte des Booms. Wanderarbeiter in China“, in Spiegel Online Wirtschaft, 11.03.2007, Zugriff: 06.03.2008 unter http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,470890,00.html

54 Vgl. State Council HIV/AIDS Working Committee Office and UN Theme Group on HIV/AIDS in China, “A Joint Assessment of HIV/AIDS Prevention, Treatment and Care in China (2004)” in Kanabus, Annabel, „HIV&AIDS in China“ in AIDS/HIV information from avert.org, S. 6

55 Vgl. Settle, Edmund, “AIDS in China: An Annotated Chronology 1985 –2003” , S. 5

56 Vgl. UNAIDS, The UN Theme Group on HIV/AIDS in China, “HIV/AIDS: China’s Titanic Peril”, S. 24

57 CRI online, “Methadonbehandlung für Drogenabhängige in China erprobt”, 31.12.2004, Zugriff: 27.02.2008 unter http://german.cri.cn/21/2004/12/31/1@22969.htm

58 Vgl. Settle, Edmund, “AIDS in China: An Annotated Chronology 1985 –2003”, S. 7

59 Vgl. Settle, Edmund, “AIDS in China: An Annotated Chronology 1985 –2003”, S. 7

62 Vgl. Kanabus, Annabel, „HIV&AIDS in China“ in AIDS/HIV information from avert.org, S. 1

63 Vgl. Settle, Edmund, “AIDS in China: An Annotated Chronology 1985 –2003” , S. 95 u. Damm, J. u. Goikhman, I., „AIDS in China. Noch ist der Kampf nicht verloren”, S. 4; eine vom chinesischen Gesundheitsministerium und UNAIDS zusammen durchgeführte Untersuchung ging bereits 2002 von geschätzten 1.000.000 HIV-Infizierten aus. Siehe dazu: China Ministry of Health and UN Theme Group on HIV/AIDS in China, “A Joint Assessment of HIV/AIDS Prevention, Treatment and Care in China”, Beijing 01.12.2003, S. 8

64 Kaiser Daily HIV/AIDS Report, „Global Changes, China To Provide Free Condoms to All HIV-Positive People“, 03.08.2004, Zugriff: 01.03.2008 unter http://kaisernetwork.org/daily_reports/rep_index.cfm?DR_ID=25084

65 Laslocky, Meghan, „The Spread of AIDS in China: A slow acknowledgement of the ‘capitalism loving disease’ “ in CHINA FROM THE INSIDE, 01.03.2007, Zugriff: 28.02.2008 unter http://www.pbs.org/kqed/chinainside/freedom/aids.html

66 Vgl. Kanabus, Annabel, „HIV&AIDS in China“ in AIDS/HIV information from avert.org, S. 12

Ende der Leseprobe aus 115 Seiten

Details

Titel
HIV/AIDS in China - Eine Bestandsaufnahme
Untertitel
Chronologischer Überblick, aktuelle Situation und Zukunftsprognose
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
115
Katalognummer
V150528
ISBN (eBook)
9783640623105
ISBN (Buch)
9783640623266
Dateigröße
2523 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
China, HIV/AIDS, Humangeographie, Bevölkerungsgeographie, Epidemie, Dr. Yao Gaojie, Haart-Behandlung
Arbeit zitieren
Sandino Rothenbücher (Autor), 2008, HIV/AIDS in China - Eine Bestandsaufnahme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150528

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