Webblogs und ihr Einfluss auf den Journalismus von heute

Wie die neuen Gatekeeper den Journalismus ändern


Seminararbeit, 2009
16 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einführung

2. Blogs: Konkurrenz für den klassischen Journalismus?
2.1. Wie Weblogs zum Medienformat wurden
2.2. Viele Blogs, wenig Journalismus

3. Wie Blogs die Arbeit der Journalisten beeinflussen
3.1. Mehr Themen: Blogger als zusätzliche Gatekeeper
3.2. Mehr Kontrolle: Watchblogs für mehr Transparenz

4. Lokales per Blog: Citizen Journalism

5. Fazit

Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einführung

Seit der Erfindung des Buchdrucks ist es möglich, Nachrichten und Informationen einer großen Masse publik zu machen. Die Auswahl der Nachrichten war bis vor kurzem aber einer vergleichsweise kleinen Gruppe vorbehalten: den Journalisten1.

Durch das Internet aber hat sich die Gruppe der Publizisten vergrößert. Vor allem in Zeiten des „Web 2.0“ ist es für jeden ohne großes techni- sches Know-How möglich, selbst zum Publizisten von Nachrichten zu werden. Veröffentlicht wird das, was vor allem den Autor interessiert. Besonders beliebt für die schnelle Veröffentlichung von Neuigkeiten sind dabei Weblogs.

Was aber bedeutet diese Entwicklung für den ‚klassischen Journalis- mus‘? Wie beeinflussen vor allem Blogs die Arbeit der Journalisten? Auf genau diese Fragen gehe ich in der vorliegenden Seminararbeit ein und erläutere zudem, was der Leser von der neuen Medienkonstellati- on Blog/Journalismus hat.

2. Blogs: Konkurrenz für den klassischen Journalis-mus?

2.1 Wie Weblogs zum Medienformat wurden

Zeitung, Hörfunk oder TV - vor ein paar Jahren noch waren es vor al- lem diese drei Medien, die aus journalistischer Sicht für das Verbreiten von Nachrichten zuständig waren. Auch heute noch spielen genau die- se Massenmedien eine wichtige Schlüsselrolle im Prozess öffentlicher Kommunikation.2 Seit ein paar Jahren aber bekommen sie Konkurrenz. „Im Kampf um die Aufmerksamkeit der Rezipienten läutete das Inter- net eine neue Runde ein.“3 Plötzlich fallen die Barrieren; jeder kann ohne großen Aufwand etwas publizieren. Journalismus beschränkt sich nicht länger ‚nur‘ auf Zeitung, Radio und Fernsehen.4

In der ersten Zeit des Internets hatte die Sache aber gleich zwei große Probleme: Zum einen war das Internet wegen langsamer Leitungen und teurer Preise noch verhältnismäßig wenig verbreitet, zum anderen brauchte der Publizist HTML-Kenntnisse oder gar einen Informatiker an der Seite, um seine Inhalte über das neue Medium zu publizieren. Ge- gen Ende der 1990er-Jahre aber änderte sich genau diese Problem. Gleich zwei Unternehmen machten sich etwa zeitgleich daran, eine Software zu entwickeln, mit der User - und damit auch Journalisten - einfach eine eigene Homepage erstellen und ins Netz stellen können.5 Das Ergebnis war eine schlichte Homepage, die reichlich Platz für Mel- dungen bot. Vor allem tagebuch-artige Beiträge waren am Anfang be- liebt, was dazu führte, dass Jørn Barger 1997 den Begriff ‚Weblog‘ „als Kombination von ‚Web‘ und ‚Logbuch‘“ einführte.6 „Die Idee entwickelte sich schnell zu einem Erfolg, allerdings blieb das Bloggen zunächst etwas für professionelle Internetnutzer. Das änderte sich nach den Anschlägen des 11. September 2001 beziehungsweise durch den Umgang der Medien mit dem Thema »Patriotismus« in den darauf folgenden Jahren in den USA.“7 Die großen Medien blieben starr auf Regierungslinie, die Bevölkerung aber wollte eine andere Poli- tik als die der Bush-Regierung. Mit dem gerade erst verfügbar gewor- denen Produktionsmittel Blog konnten sich Kritiker jetzt ein Sprachrohr verschaffen und ihre Bedenken veröffentlichen.8

Das Medium Blog wurde zum Erfolg. Plötzlich gab es eine ganz neue Form von Meinungsfreiheit, nicht nur in Amerika, sondern auch in Deutschland. „Denn bisher hatten Redaktionen alleine darüber entschieden, welche Nachrichten veröffentlicht wurden.“ Durch Weblogs aber hat jetzt jeder einen Zugang zur Öffentlichkeit.9

2.2 Viele Blogs, wenig Journalismus

Allein in Deutschland gibt es im Februar 2008 über 200.000 aktive Blogger, die ihre Wegblogs mehr oder weniger regelmäßig mit neuen Nachrichten füllen. Weltweit sind es sogar mehrere Millionen die bloggen.10

[...]


1 vgl. Fischer, Enrico (2007): Weblog & Co. - Eine neue Mediengeneration nd ihr Ein- fluss auf Wirtschaft und Journalismus. Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, S. 117

2 vgl. Fischer, Enrico (2007): Weblog & Co. - Eine neue Mediengeneration und ihr Einfluss auf Wirtschaft und Journalismus. Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, S. 92

3 Fischer, Enrico (2007): Weblog & Co. - Eine neue Mediengeneration und ihr Einfluss auf Wirtschaft und Journalismus. Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, S. 95

4 vgl. Jakubetz, Christian (2008): Crossmedia. Konstanz: UVK, S. 19

5 vgl. Dahlmann, Don (2009): Wie sich der Journalismus durch Blogs, soziale Netzwer- ke und das Web 2.0 verändert. In: Diemand, Vanessa; Hochmuth, Uwe, Lindner, Chris- tina und Weibel, Peter (Hrsg.): Ich, Wir und Die Anderen. Hannover: Heise Verlag, S. 148

6 vgl. Schmidt, Jan (2006): Weblogs - Eine kommunikationssoziologische Studie. Konstanz: UVK, S. 13

7 Dahlmann, Don (2009): Wie sich der Journalismus durch Blogs, soziale Netzwerke und das Web 2.0 verändert. In: Diemand, Vanessa; Hochmuth, Uwe, Lindner, Christi- na und Weibel, Peter (Hrsg.): Ich, Wir und Die Anderen. Hannover: Heise Verlag, S. 148

8 vgl. Dahlmann, Don (2009): Wie sich der Journalismus durch Blogs, soziale Netzwer- ke und das Web 2.0 verändert. In: Diemand, Vanessa; Hochmuth, Uwe, Lindner, Chris- tina und Weibel, Peter (Hrsg.): Ich, Wir und Die Anderen. Hannover: Heise Verlag, S. 149

9 vgl. Neuberger, Christoph in Hinse, Werner (2009): Ätsch, wir leben noch!, Journalist, 03/2009, DJV-NRW. S. 6

10 vgl. Dahlmann, Don (2009): Wie sich der Journalismus durch Blogs, soziale Netzwerke und das Web 2.0 verändert. In: Diemand, Vanessa; Hochmuth, Uwe, Lindner, Christina und Weibel, Peter (Hrsg.): Ich, Wir und Die Anderen. Hannover: Heise Verlag, S. 149

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Webblogs und ihr Einfluss auf den Journalismus von heute
Untertitel
Wie die neuen Gatekeeper den Journalismus ändern
Hochschule
Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen  (Journalismus & Public Relations)
Veranstaltung
Mediensystem
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V150937
ISBN (eBook)
9783640637676
ISBN (Buch)
9783640638031
Dateigröße
433 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Blog, Webblog, Watchblog, Gatekeeper, Web 2.0, Online-Journalismus, Journalismus, Citizen Journalism, Citizen, Bügerjournalismus, neue Medien, New Media, Online, Journalistik
Arbeit zitieren
Benjamin Gust (Autor), 2009, Webblogs und ihr Einfluss auf den Journalismus von heute, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150937

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