Bericht zum Berufspraktikum in einer Buchhandlung


Praktikumsbericht / -arbeit, 2010
23 Seiten, Note: 1+

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Gliederung

1. Einleitung

2. Der Betrieb[1]
2.1 Historie
2.2 Die Buchha ndlung Jürgensen heute
2.3 Marktauftritt - Produkte und Werbung
2.4 Belegschaft - Qualifikation und Perspektiven

3. Der Weg des Buches
3.1 Außerhalb des Betriebs
3.2 Innerhalb des Betriebs

4. Meine Arbeit im Betrieb
4.1 Einweisung in die Arbeitsprozesse
4.2 Beschreibung eines typischen Arbeitstages
4.3 Mein persönliches Fazit

5. Quellenangaben

1. Einleitung

Die Bücherei Jürgensen und insbesondere die Geschäfts- führerin Frau Gesa Jürgensen sind mir schon seit langem durch zahlreiche Buchkäufe und spezieller Events, wie bspw. Buch-Nächte, aus Sicht des Konsumenten bekannt. Es bestand bei mir schon immer ein großes Interesse an Büchern und das Praktikum sollte mir einerseits den Weg des Buches von der Idee zum Endprodukt aufzeigen und anderseits die Möglichkeit bieten genauer zu erfahren, wie sich am Ende der Wertschöpfungskette der Verkauf des Produktes Buch darstellt.

Im Vorfeld des Praktikums hat es einige positive Abstimmungsgespräche bzgl. Arbeitszeit und betriebsüblicher Arbeitskleidung mit Frau Jürgensen gegeben, sodass ich meinen ersten Arbeitstag freudig erwartet habe.

Der Bericht beschreibt zunächst den Betrieb und persön- liche Erfahrungen, bevor der beobachtete Vermarktungs- prozess eines Buches dargestellt wird. Mein Arbeitstag und ein persönliches Fazit beenden diese Ausarbeitung.

2. Der Betrie b[[1]]

2.1 Historie

In den fünfziger Jahren befa nd sich in Wuppertal- Vohwinkel in der Rubensstraße als Vorläufer der heutigen Buchhandlung Jürgensen die private Leihbücherei Berg- mann und Kopp. Zu dieser Zeit waren zwar staatliche Büchereien wie z. B. die Stadtbüchereien Elberfeld, Barmen oder Vohwinkel vorhanden, diese boten aber nur ein Sortiment von fachspezifischen Büchern an. D.h., die Bücher waren meist nur verständlich, wenn der Leser ein hohes Maß an Wissen in den jeweiligen Fachbereichen besaß. In den privat betriebenen Leihbüchereien war es hingegen möglich, Bücher aus dem Segment Belletristik zu leihen. Diese Unterhaltungsliteratur umfasste neben Liebesgeschichten und Wildweststorys auch einfache erzählende Literatur , welche dementsprechend in den mittleren bis unteren Gesellschaftsschichten sehr beliebt waren und eine gute Einnahme Quelle für den Leihbüche- reibesitzer boten.

Als im Jahre 1972 auf Veranlassung von Johannes Rau die Bergische Universität gegründet und mit dem Aufbau einer Universitätsbibliothek begonnen wurde, sah sich die Vohwinkeler Stadtbibliothek gezwungen ihr Programm zu erweitern und z. B. auch das Segment Belletristik einzu- beziehen, um weiterhin eine Existenzberechtigung zu haben.

Diese neue Marktsituation bewegte den damaligen In- haber der Leihbücherei dazu seinen Laden zu verkaufen, weil er aufgrund der nun quasi freizugänglichen Belletristik enorme Gewinneinbußen befürchtete. Die Käuferin, Chris- tel Jürgensen, verfolgte eine neues Konzept und ent- wickelte den Betrieb nach und nach zu einer Buchhand- lung. Aus dieser Zeit stammt auch der neue Name: Buc h- handlung Jürgensen. Nach dem Tod der Gründerin über- nahmen erst der Mann und danach die Tochter, die heutige Geschäftsführerin Gesa Jürgensen, die Ge- schäfte. Das erfolgreiche Konzept erzwang eine Ex- pansion und führten 2006 schließlich zum Umzug in die größeren Geschäftsräume Vohwinkelerstr. 1 in Wuppertal- Vohwinkel. Eine Weiterung der Einzelunternehmung über Filialen hin zu einer Firmenkette ist derzeit nicht geplant.

2.2 Die Buchhandlung Jürgensen heute

Die Buchhandlung ist ein Beispiel für einen kleineren Be- trieb. Es handelt sich, was Belegschaft, Verkaufsfläche und Umsatz betrifft, um eine kleinere Buchhandlung. Ins- gesamt 8 Bedienstete arbeiten im Schichtbetrieb auf einer Verkaufsfläche von ca. 70m[2]. Ein Verkaufstresen trennt den Bürobereich vom Verkaufsbereich mit den Buchrega- len ab. Das Lager befindet sich im Keller. Neben der Sta n- dard-Büroausstattung gehören zur EDV-Ausstattung vier Computer mit speziellen Kommunikationsverbindungen und Programmen für die Bestellung.

Üblicherweise sind immer mindestens zwei Bedienstete im Laden. Es gilt das Prinzip: Der Kunde geht vor dem Tele- fon. Aus diesem Grund ist ein Anrufbeantworter an das Telefon angeschlossen und es wird zurückgerufen, sobald die Arbeit es zulässt. Viele Bestellungen werden tele- fonisch abgegeben, sofern die Bestellung keine Beratung benötigt oder es sich aus Sicht der Kunden um eine „ein- fache“ Bestellung handelt. Eine „komplexe“ Bestellung mit Beratung in der Buchhandlung liegt z. B. dann vor, wenn der Kunde ein englischsprachiges oder ein sehr ausgefa l- lenes Buch kaufen möchte. Meistens ist es möglich, ein nicht vorrätiges Buch innerhalb von einem Tag liefern zu lassen.

Das PC-System basiert auf drei verschiedenen Computerprogrammen:

? Libras: Dies ist die allgemeine Verwaltungssoftware. Sie dient zur Kunden-, Rechnungs-, Bestands-, Bestellungs- und Kassenverwaltung und ist auf allen vier Rechnern installiert.

? Bibwin: Ein digitalisiertes Verzeichnis aller lieferbaren Bücher in Deutschland ist auf drei PCs installiert.

? Libri: Ein Verzeichnis der Bücher, die die Großhändler Könemann und Libri liefern können, ist auf drei Compu- tern installiert.

Mit den vier Rechnern ist es möglich, mehrere Beste l- lungen gleichzeitig zu tätigen. Auch kann dem Kunden sofort mitgeteilt werden, in welchem Zeitrahmen die Ware ankommt. Normalerweise werden die Bestellungen zwei- mal täglich automatisch per Internetverbindung als so- genannter Bestelltopf versendet, d.h. bis zu einem be- stimmten Zeitpunkt werden alle Bestellungen gesammelt und dann auf einmal abgeschickt. Dies ermöglicht das nachträgliche Revidieren oder Verändern von Bestel- lungen ohne den Verlag kontaktieren zu müssen. Außerdem wird so verhindert das der Bücherlieferdienst alle zwei Stunden anliefert, statt der wie heute üblich zwei Lieferungen pro Tag.

system, d.h. durch die Lagerhaltungssoftware ist jederzeit bekannt, wie viele Bücher sich im Lager, in der Bestellliste und im Abholfach befindena. Um 12.00 Uhr und um 17.00 Uhr werden jeweils Auffülllisten gedruckt, die angeben, welche Waren innerhalb des Zeitraums seit der letzten ausgedruckten Auffüllliste verkauft wurden. Dadurch be- steht die Möglichkeit des gezielten Auffüllens der Regale bzw. der Neubestellung bei einem Warenbestand von null. Im Detail ist auf dieser Liste verzeichnet: die Anzahl der verkauften Exemplare, der restliche Bestand im Lager, der Titel, der Autor, die 13-stellige ISBNb.

Durch dieses System ist es möglich immer genau zu wissen, welche Bücher sich unter den ca. 1.000 im Laden befinden und welche nachbestellt werden müssen.

2.3 Marktauftritt - Produkte und Werbung

Die heutige Produktpalette reicht von allen im Verzeichnis lieferbarer Bücherc aufgeführten Büchern, über Lese- zeichen bis hin zu CDs (Hörspiele, Musik), DVDs und Ein- trittskarten zu lokalen Veranstaltungen (z.B. Aufführungen im Theater Rex). Zusätzliche Dienstleistungsangebote des Unternehmens sind: Autorenlesungen, Geschenkgut- scheine, Schulbuchservice, Geburtstagslisted, antiquarische Recherche und das Christkind-Depote.

Nach außen hin präsentiert sich das als Personengesellschaftf bei der IHK Wuppertal [2] eingetragene Unte r- nehmen mit Werbung in Tages- bzw. Lokalzeitungen, einer eigenen Webpräsens [3] und Auftritten bei verschiedenen lokalen Veranstaltungen. Diese Werbung und das Produktangebot richten sich an alle Gesellschaftsschichten/Altersgruppen und ist somit universell.

Die Konkurrenzsituation ist in Wuppertal-Vohwinkel nicht stark ausgeprägt, sodass bei der Buchhandlung Jürgen- sen von einer in Vohwinkel dominierenden Rolle ausgegangen werden kann. Die nächsten größeren Buc h- handlungen sind in Elberfeld, Solingen und Düsseldorf zu finden. Stärkster Konkurrent im Buchmarkt dürfte für die Buchhandlung Jürgensen der Online-Buchhandel ama- zon.com sein.

2.4 Belegschaft - Qualifikation und Perspektiven

Es gibt bei der Buchhandlung Jürgensen keine grundsätz- lichen Einstellungsbeschränkungen. Förderlich sind jedoch folgende persönliche Eigenschaften: Interesse am Lesen von Büchern, Freude im Umgang mit Kunden (Beratung direkt wie auch telefonisch), eine schnelle Auffassungsgabe sowie die Beherrschung des Zehnfinger- Schreibsystems.

[...]


a Das Abholfach ist ein nach dem Alphabet sortiertes Regal, in dem die speziellen, von Kunden getätigten Bestellungen bzw. Reservierungen aufbewahrt werden. Dieses Regal ist unabhängig vom Lager.

b International Standard Book Number: Bestehend aus drei Zahlen um es als Buch zu kennzeichnen: 978; dem Ländercode: 3 (für Deutschland); einem Verlagscode 551 (für Carlsen); dem Buchcode: 35782 (für Biss zum Abendrot); und eine nach einer fest- gelegten Formel generierte Prüfziffer: 3; insgesamt also 978-3-551-35782-3.

c Verzeichnis lieferbarer Bücher des Marketing- und Verlagsservices des Buchhandels GmbH, Großer Hirschgraben 17 - 21 Frankfurt am Main.

d Geburtstagskinder/-erwachsene können Listen anfertigen, von denen die Gäste die Buchgeschenke dann kaufen können.

eGekaufte Bücher können bis Weihnachten in der Buchhandlung gelagert bleiben, falls kein „Versteck“ zu Hause vorhanden ist.

f Personengesellschaften besitzen zwar lediglich eingeschränkte Rechtsfähigkeit, sind aber keine juristischen Personen. Im Gegensatz zu Kapitalgesellschaftern haften die Personengesellschafter unbeschränkt mit dem Gesellschafts- und Privatvermögen. (www.wikipedia.org/wiki/Personengesellschaften vom 12.03.2010)

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Details

Titel
Bericht zum Berufspraktikum in einer Buchhandlung
Veranstaltung
Betriebspraktikum
Note
1+
Autor
Jahr
2010
Seiten
23
Katalognummer
V151068
ISBN (Buch)
9783640634545
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommentar des Fachlehrers: Du legst einen wirklich in allen Belangen beeindruckenden, sogar brillanten Berichr vor, der über die Erwartungen Deines Politiklehrers weit, weit hinausgeht. Wirklich ganz große Klasse! Note: sehr gut plus (1+) Wuppertal, 10.04.2010
Schlagworte
Buchhandlung, Betriebspraktikum, Berufspraktikum, Bücherei, Buch, Praktikum, Praktikumsbericht, Bericht, Leihbücherei, Libri, Bibwin, Libras, Marktauftritt, Belegschaft, Großhändler, Druckerei, Unternehmensumfeld, Arbeitsprozesse, Arbeitsabläufe, Literatur
Arbeit zitieren
Simon Leischner (Autor), 2010, Bericht zum Berufspraktikum in einer Buchhandlung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151068

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