Europäische wirtschaftspolitische Zusammenarbeit und Regulierung – Innovationsbeschleunigung oder –hemmung

Der Bolognaprozess


Seminararbeit, 2009
34 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellen- und Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung und Grundbegriffe

2. Innovationspolitik in der EU..
2.1 Das 7. Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation.
2.2 Der Weg nach Bologna

3. Der Bologna-Prozess
3.1 Gründe und Ziele des Bologna-Prozess.
3.2 Die Bologna-Deklaration
3.3 Der Umsetzungsprozess.

4. Ergebnisse des Bologna-Prozess..
4.1 Stand der Umsetzung 10 Jahre nach Bologna
4.2 Auswirkungen auf die Innovationstätigkeit der EU..

5. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis.

Onlinequellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellen- und Abkürzungsverzeichnis

Abb. 1 Logo des Bologna-Prozesses S.

Tab. 1 Verhältnis von Human- und Sachkapital in Deutschland S.

1. Einleitung und Grundbegriffe

Diese Seminararbeit befasst sich mit der Innovationspolitik in der Europäischen Union (EU). Die EU fördert die Zusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedsstaaten, reguliert aber auch z. B. den Bildungs- und Innovationsbereich. Es stellt sich nun die Frage, inwieweit dadurch die Innovationstätigkeit der Staaten gefördert oder aber gehemmt wird. Der Schwerpunkt liegt auf dem Zusammenhang zwischen Bildung und Innovationen, wobei der Bolognaprozess im Mittelpunkt steht.

In Anbetracht von Globalisierung und im stärker werdendem Wettbewerb nimmt vor allem der Bedarf an akademisch gebildetem Personal ständig zu. Der demographische Wandel in den Industrieländern verschärft diese Problematik. Eine Entspannung der Lage ist nicht abzu- sehen. Der Faktor Humankapital wird knapper, da die Nachfrage bedeutend schneller steigt als das Angebot, vor allem bei Akademikern1. Dadurch wird die Wettbewerbsfähigkeit zahl- reicher Volkswirtschaften gefährdet, da der Fachkräftemangel die Entwicklung innovativer Ansätze verhindert.

In den letzten Jahren wurden zahlreiche Lösungsansätze diskutiert. Durch berufsbegleitende Studiengänge kann das vorhandene Humankapital seinen Marktwert steigern und die Idee eines lebenslangen Lernens verwirklicht werden. Diese „Parallelisierung von Bildung und Erwerbstätigkeit“2 könnte zu einer Angebotserhöhung auf dem Arbeitsmarkt führen, da weni- ger Absolventen durch ein Vollzeitstudium den Unternehmen für Jahre verloren gehen. Um die Durchlässigkeit der Bildungssysteme, auch grenzübergreifend, zu fördern, müssen die Abschlüsse vergleichbar sein. Dazu Bedarf es allgemein gültiger Qualitätskriterien, die in allen Ländern das gleiche bedeuten. Diese Kriterien müssen sich vorrangig am Output eines Studiums orientieren, z.B. Handlungs- und Methodenkompetenz, um für die Unternehmen von Bedeutung zu sein3. Und nicht zuletzt soll die Praxis größere Bedeutung im Studium be- kommen sowie ein Wissenstransfer von der Wirtschaft in die Hochschulen und umgekehrt stattfinden. Dies kann z. B. durch Dozenten aus der Wirtschaft, Fallstudien, Praxistransfers und die „Orientierung an den tatsächlichen betrieblichen Prozessen“4 erreicht werden. Die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten haben diese Probleme erkannt, aber auf nationaler Ebene konnten bisher keine effektiven, langfristigen Lösungen gefunden werden. Dies hat die Bildungsminister dazu bewogen, gemeinsam Problemslösungskonzepte zu besprechen. Hauptziel ist dabei immer, die EU zum führenden Innovationsraum der Welt zu machen. Das Ergebnis im Bildungsbereich ist der Bologna-Prozess, der zurzeit durch die Studentenproteste wieder in den täglichen Schlagzeilen erscheint.

Inwieweit er dazu dient, ein innovationsfreundliches Klima zu schaffen, ob eine Top-Down- Politik mittels Regelungen dies überhaupt kann oder ob die Nachteile die Vorteile überkompensieren soll hier nun diskutiert werden.

Im Vorfeld sind zunächst zwei Begriffe zu klären, die in dieser Arbeit von Bedeutung sind.

Unter Regulierung findet man im Brockhaus die Definition „Beeinflussung von Unternehmen und Haushalten durch staatliche Vorschriften, um wirtschaftspolitisch erwünschte Marktergebnis- se herbeizuführen“5. Im volkswirtschaftlichen Kontext steht der Begriff für „die Gesamtheit aller Regeln, mit denen der Staat in den freien Wettbewerb eingreift um ein Marktversagen zu korrigie- ren oder staatliche Ziele gegen den Wettbewerb durchzusetzen“6. Dazu werden Verordnungen oder gesetzliche Vorschriften erlassen, die einerseits die Kräfte des Marktes einschränken, ande- rerseits aber auch zur Senkung von Transaktionskosten und zur Schaffung von Rechtssicherheit dienen. Es handelt sich dabei um „Vorschriften aller Art, die zum Teil als Gesetze durch das Par- lament, z. T. durch die Exekutive und z. T. als Richterrecht durch die Judikative geschaffen wer- den“7. In den meisten Fällen gehören Sie zum Bereich des öffentlichen Rechts.

Als Innovation bezeichnet man die Erzeugung und Umsetzung von Neuerungen8. Stelling fügt hinzu, dass man Innovation im Deutschen „im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen, sowie deren (wirtschaftlicher) Umsetzung verwendet“9. Im siebten Rahmenprogramm der EU umfasst der Innovationsbegriff die „Umstellung und Ausweitung des Produkt und Dienstleistungsangebots und seiner entsprechenden Märkte, die Umstellung der Konzeptions-, Produktions-, Zuliefer- und Vertriebsmethoden und die Einführung von Änderungen im Management, in der Arbeitsorganisa- tion sowie bei den Arbeitsbedingungen und den Qualifikationen der Arbeitnehmer, wobei techno- logische, nicht technologische und organisatorische Innovation abgedeckt werden.“10

Im folgenden Kapitel wir nun zunächst ein Überblick über die Innovationspolitik der EU gegeben.

2. Innovationspolitik in der EU

Innovationen sind von großer Bedeutung für die Wirtschaft. Sie tragen zum Wirtschafts- wachstum bei und schaffen und sichern somit Arbeitsplätze und den Lebensstandard der Be- völkerung. Man kann sie auch als die „Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse“11 in der Wirtschaft bezeichnen. Durch Innovation erfolgt der Wissenstransfer von der Theorie in die Praxis. Die EU hat in diesem Bereich im Vergleich zu den USA Nachholbedarf. Um hier auf- holen zu können, wurde das Ziel eines gemeinsamen europäischen Forschungsraums defi- niert, in dem die Forscher und Forschungszentren durch Netzwerke und Partnerschaften mit- einander verbunden sind. Es sollen die sog. „drei Ecken des „Wissensdreiecks“ - Wissen- schaft, Innovation und Forschung - miteinander verknüpft“12 werden. Den hohen Stellenwert dieses Ziels zeigt am deutlichsten das siebte Rahmenprogramm der EU, in dem Mittel im Wert von 50,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden. Eine genaue Betrachtung dazu erfolgt im Kapitel 2.1.

Seit ca. 20 Jahren kommt es in Europa zu zahlreichen Deregulierungsbemühungen. Dies ist bei einem marktwirtschaftlichen System nicht anders zu erwarten, da dem Wettbewerb mehr als dem Staat zugtraut wird, die Ressourcen effizient zu verteilen und Innovationen zu för- dern.13 Umso erstaunlicher scheint es, dass es im Bildungsbereich zu immer stärkerer Regu- lierung kommt. Natürlich sollen staatliche Eingriffe in erster Linie dem Gemeinwohl dienen, doch wird dieses Ziel häufig dadurch gefährdet, dass private Interessen der Akteure in den Vordergrund rücken. Deshalb sollte es für Regulierungen triftige Gründe geben. Der wichtigs- te Grund sind Informationsasymmetrien zwischen Marktteilnehmern. Dies trifft auf alle Märkte zu, da es in der Realität keine vollkommenen Märkte gibt, somit auch auf den Bil- dungsmarkt. Es bestehen sowohl bei den Anbietern, z. B. Hochschulen, als auch den Nachfra- gern, z. B. Abiturienten, Informationsdefizite.14 Und um diese zu beseitigen, ist staatliche Regulierung notwendig.

In einer Mitteilung der Europäischen Kommission vom 13.09.2006 plädiert sie für eine „breit angelegte Innovationsstrategie für die EU“15, da Europa nur wettbewerbsfähig bleiben kann, wenn es innovationsfreundlicher wird. Dies gilt vor allem in Anbetracht des bereits angespro- chenen demographischen Wandels sowie nichtregenerierbarer Ressourcen. Die EU hat die Schaffung von „rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“16 als ihre Aufgabe erkannt, im Jahr 2005 in Lissabon dazu eine Strategie entwickelt und erhebliche finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Diese sollen vor allem für Bildung und Forschung eingesetzt und alle Innovationsformen, genannt werden hier technische, organisatorische und Innovatio- nen im Dienstleistungssektor, fördern.17 Bildung wird als Grundvoraussetzung für Innovation identifiziert. Deshalb hat die Modernisierung der Bildungssysteme oberste Priorität. Auch die Tatsache, dass die Absolventenzahlen in wirtschaftwissenschaftlichen und technischen Stu- diengängen rückläufig ist, stellt ein Problem dar. Wo keine Forscher sind, bringt es schließ- lich auch nichts, wenn die Strukturen exzellent sind. Eine Karriere in der Forschung muss wieder attraktiv werden, z. B. durch die Schaffung von interessanten Karrieremöglichkei- ten18, u. a. ist dies durch Zusammenarbeit mir Unternehmen möglich.

Auf regionaler Ebene gibt es schon zahlreiche Partnerschaften zwischen Unternehmen, vor allem KMU, und Bildungs- und Forschungszentren. Der hier stattfindende Wissenstransfer und Personalaustausch sowie auch die finanzielle Förderungen für die Forschung sind von großer Bedeutung für Innovationen und sollen deshalb zunächst auf nationaler Ebene und auch grenzüberschreitend ausgebaut werden. Dies soll durch Bottom-Up-Prozesse gefördert werden, da auf der regionalen Ebene Maßnahmen am effizientesten umgesetzt werden können. Es ist wichtig „die Regionen in Ausarbeitung und Durchführung (…) einzubeziehen“19. Mög- liche Ansatzpunkte sind auch die Modernisierung der Hochschulen, der Aufbau von Netzwer- ken mit Teilnehmern aus Theorie und Praxis und die „Aufstockung der Finanzmittel für For- schung und Innovation“.20

Mängel in der EU sieht die Kommission vor allem bei der Fähigkeit zu Innovationen, fehlen- den Ressourcen, vor allem qualifiziertes Humankapital, und der Zusammenarbeit der einzel- nen Akteure. Um diese Bereiche zu verbessern sind hohe Ausgaben notwendig.21 Ein großer Teil des immensen Gesamtbudgets von 308 Mrd. Euro22 ist deshalb für Investitionen in die- sem Bereich gedacht. Es soll für eine langfristig ausgelegt Politik verwendet werden, die von den Staaten je nach Bedarf im nationalen Rahmen umgesetzt werden soll. Alle Staaten sollen mindestens „starke Innovationssysteme“ einrichten, die umfassend alle Bereiche, von Bildung über Forschung und Entwicklung bis zur unternehmerischen Finanzierung, einbeziehen.23 Als Reaktion auf diese Mitteilung der Europäischen Kommission, die lediglich einen empfehlenden Charakter besitzt, hat das Europäische Parlament am 24.10.2006 das 7. Rahmenprogramm, mit einem besonderem Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit und Innovation, verabschiedet, das im nächsten Abschnitt näher betrachtet wird.

2.1 Das 7. Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation

Das siebte Rahmenprogramm der EU ist für den Zeitraum von 2007 bis 2013 ausgelegt. Das oberste Ziel ist es, die EU „zur wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaft der Welt zu machen“24. Dies sollen durch unterschiedliche Programme, z. B. das Programm für unternehmerische Initiative und Innovation erreicht werden. Die Aufgabe auf staatlicher Seite ist, die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine innovationsfreundliche Ökonomie bereitzustellen.

In der globalisierten Welt ist eine wichtige Voraussetzung für Wachstum und anhaltenden Erfolg die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen an sich schnell ändernde Umweltbedingun- gen, oder mit anderen Worten ausgedrückt: die Fähigkeit zur Innovation. Dabei kann eine Zusammenarbeit der Unternehmen und Forschungsinstitute katalysierende Auswirkungen haben. Bereits 2003 wurde auf einer Tagung des Europäischen Rates die Innovationsförde- rung auf Platz eins der Ziele für die kommenden Jahre gesetzt, damit das ohne Zweifel in der EU vorhandene herausragende Humankapital in „tatsächlichen Mehrwert“25 umgesetzt wer- den kann. Es muss der „Markt für Wissenstransfer und Wissensaufnahme“26 neu strukturiert werden sowie ein Markt für „innovative Produkte und Dienstleistungen“27 geschaffen wer- den. Viele Innovationen werden auf Grund mangelnder Information und Vernetzung der Wis- senschaftler nicht in die Praxis umgesetzt. Dies darf in einem vereinigten europäischen Wirt- schaftsraum in Anbetracht der großen Herausforderungen in der nahen Zukunft, nicht gesche- hen. Da dies auf nationaler Ebene nicht erreicht werden kann, werden multilaterale Partner- schaften benötigt.

Das Siebte Rahmenprogramm besteht, grob gegliedert, aus vier Bereichen: Zusammenarbeit, z. B. Verbundforschung, Ideen, u. a. grenzübergreifenden Wissenschaft, Menschen, z. B. in Form von Stipendien oder Partnerschaften zwischen Industrie und Hochschulen, und Kapazi- t ä ten.28 Dafür werden insgesamt 3 621 300 000 Euro29 von der EU zur Verfügung gestellt. Davon sind für die Verbesserung der Zusammenarbeit insgesamt 32.413 Millionen Euro ein- geplant. Vor allem die Verbundforschung, u. a. der Aufbau von Netzwerken, soll damit vo- rangetrieben werden. Dabei ist die sehr ehrgeizige Zielvorgabe, dass „alle Arten von For- schungsmaßnahmen, die von unterschiedlichen Forschungsorganisationen in grenzüberschrei- tender Kooperation durchgeführt werden“ unterstützt werden soll. Um den finanziellen Rah- men stetig ausbauen zu können, sollen neben der durch die EU bereitgestellt Finanzhilfe noch privatwirtschaftliche Investitionen und einzelstaatlichen Finanzierungen dazukommen. Die Abstimmung der Forschungsprogramme soll nicht mehr national, sondern international auf EU-Ebene erfolgen. Dazu wird das sogenannte ERA-NET (European Research Area Network) eingerichtet, das in jedem „einzelnen Forschungsthema durchgeführt“30 wird. Außerdem wer- den Europäische Technologieplattformen (ETP) in vielen Forschungsbereichen eingerichtet, die einen schnelleren und besseren Wissenstransfer ermöglichen.31

Im Bereich der Innovation sollen Innovationsnetze und sog. Cluster gefördert werden. Unter einem Cluster versteht man “a geographically proximate group of interconnected companies and associated institutions in a particular field, linked by commonalities and complementari- ties. The geographic scope of a cluster can range from a single city or state to a country or even a group of neighboring countries.”32 Zwischen öffentlichen und privaten Stellen sollen Partnerschaften aufgebaut werden, die dem Wissenstransfer und der Finanzierung von For- schungsprojekten dienen. Und, last but not least, soll der transnationale Wissens- und Techno- logietransfer unterstützt werden.33 Mithilfe dieser Aktionen können Synergien zwischen den einzelnen Staaten der EU besser genutzt werden. Gegenseitiges Lernen wird deutlich erleich- tert.

Die Kommission hat es sich zum Ziel gesetzt, die Durchführung dieses Rahmenprogramms in regelmäßigen Abständen zu überprüfen.34 Was an dieser Stelle bereits kritisch angemerkt werden soll, ist die mangelnde Konkretisierung der Maßnahmen und Programme in dieser Veröffentlichung. Es werden lediglich, was die Finanzierung betrifft, konkrete Zahlen gegeben, während für dies bei der Umsetzung überhaupt nicht geschieht.

2.2 Der Weg nach Bologna

Nach dem zweiten Weltkrieg stellten sich die europäischen Nationalstaaten das Ziel, vor al- lem bei langfristigen und grenzübergreifenden Zielen besser zu kooperieren. In den folgenden Jahren wurden zahlreiche internationale Organisationen gegründet. Die UNESCO ist dabei für die Bildungs- und Hochschulpolitik verantwortlich. Ebenfalls in diesem Bereich zu nennen ist die OECD, die jedoch vorrangig statistische Aufgaben erfüllt und kaum politische Kompeten- zen hat.35

Zwar wurden bereits in den 1950er Jahren erste Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung von Diplomen unterschrieben, die Staaten wollten aber ihre Kompetenzen im Bildungsbereich nicht mit der EU teilen. Das Bewusstsein, dass Bildungspolitik nicht nur national betrachtet werden kann, kam in den 1960er Jahren, als unter anderem der Begriff des Human Capital Einzug in die Lehrbücher fand.36

Im darauffolgenden Jahrzehnt zeigte sich, dass die stattfindenden Konferenzen zahlreiche Konzepte lieferten, die aber kaum umgesetzt wurden. Dieses Handlungsdefizit, die Rivalität zwischen den beteiligten Organisationen und fehlendes Wissen über die Zusammenhänge zwischen Bildungs- und Wirtschaftspolitik sind die Bremsklötze für viele gute Ansätze. Der Aufbau sowie die institutionelle Struktur in und zwischen den Akteuren änderten sich bis in die 90er Jahre nur unwesentlich. Es entstanden keine nennenswerten neuen Handlungsspiel- räume.37

Dies änderte sich in den späten 90er Jahren, mit dem Ansatz des Lebenslangen Lernens und dreier wichtiger Urteile des Europäischen Gerichtshofs. Hochschulabschlüsse wurden eben- falls als „berufsabschließende Abschlüsse“ eingestuft. Dies war für die EU von großer Bedeu- tung, da die Berufsausbildung ein Politikfeld der Europäischen Kommission darstellt. Sowohl

Mobilität als auch Berufsausbildung sind Gemeinschaftsziele.38

1997 wurde in der Lissabon-Konvention endlich auch die gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen festgeschrieben. In den Vertrag von Maastrich 1992 waren erstmalig in der EUGeschichte zwei Artikel über die Berufs- und Bildungspolitik enthalten. Darin wurde allerdings festgehalten, dass die Verantwortung für den Bildungsbereich bei den Staaten bleibt und die EU auch keine Anstalten zu einer Harmonisierung beginnen wird. Die Mitgliedsstaaten haben somit trotz zahlreicher Kooperationsversuche durch die beteiligten Organisationen die Kontrolle über den Bildungsbereich behalten.39

Unter diesen Voraussetzungen fand das Treffen der Bildungsminister 1998 in Paris statt, die zur Bologna-Konferenz 1999 führte. Damit begann der Bologna-Prozess, der im nächsten Kapitel betrachtet wird.

[...]


1 Weber, L. et al. S. 131

2 Weber, L. et al. S. 133

3 Weber, L. et al. S. 138

4 Weber, L. et al S. 137

5 Brockhaus, Bd. 22. S.708

6 Stelling, R. S.4

7 Basedow, J. S 4

8 Brochaus, Bd. 13. S.323

9 Stelling, R. S.4

10 Onlinequelle 1, S.16

11 Onlinequelle 2

12 Onlinequelle 2

13 Basedow, J., S. 7

14 Basedow, J., S. 11

15 Onlinequelle 3, S. 2

16 Onlinequelle 3, S. 2

17 Onlinequelle 3, S. 4

18 Onlinequelle 3, S. 5

19 Onlinequelle 3, S. 18

20 Onlinequelle 3, S. 10

21 Onlinequelle 3, S. 19

22 Onlinequelle 3, S. 11

23 Onlinequelle 3, S. 17

24 Onlinequelle 1, S. 15

25 Onlinequelle 1, S. 18

26 Onlinequelle 1, S. 18

27 Onlinequelle 1, S. 18

28 Onlinequelle 2

29 Onlinequelle1, S. 21

30 Onlinequelle 5

31 Onlinequelle 5

32 Porter, M.E., S.254

33 Onlinequelle 1 S. 24

34 Onlinequelle 1, S. 23

35 Walter, T., S. 115

36 Walter, T., S. 116

37 Walter, T., S. 117

38 Walter, T., S. 118

39 Walter, T., S. 119f.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Europäische wirtschaftspolitische Zusammenarbeit und Regulierung – Innovationsbeschleunigung oder –hemmung
Untertitel
Der Bolognaprozess
Hochschule
Universität Augsburg  (Betriebswirtschaftslehre)
Veranstaltung
Seminar - Innovationsökonomik
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
34
Katalognummer
V151333
ISBN (eBook)
9783640628261
ISBN (Buch)
9783640628483
Dateigröße
546 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildung, Bolognaprozess, Europäische Bildungspolitik, Bachelor, Master
Arbeit zitieren
Rebekka Englert (Autor), 2009, Europäische wirtschaftspolitische Zusammenarbeit und Regulierung – Innovationsbeschleunigung oder –hemmung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151333

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