Die Geschlechterrollen in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung am Beispiel der Haushaltsmigration


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
14 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bridging und Bonding nach Putnam

3 Empirische Untersuchungen zum Zusammenhang von Sprachkompetenz und der Ausbildung sozialer Netzwerke
3.1 Datengrundlage und Vorgehensweise des Integrationssurveys
3.2 Ergebnisse des Integrationssurveys
3.2.1 Familien- und Verwandtschaftsnetwerk
3.2.2 Partnerschafts- und Freundesnetzwerke

4 Schlussbetrachtung

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Theorie des Sozialkapitals ist außerordentlich vielschichtig. Soziales Kapital wird dabei meistens durch Beziehungen zu anderen Personen verkörpert (Coleman 1991: 394). Diese Hausarbeit legt ihren Fokus auf die sozialen Beziehungen in einem sozialen Netzwerk. Ein soziales Netzwerk ist hier eine bestimmte Anzahl von Personen, die über Beziehungen miteinander verbunden sind. Beziehungen zu Institutionen etc. werden hier nicht näher beleuchtet. Soziale Beziehungen werden in diesem Zusammenhang als Beziehungen zu Verwandten und Freunden verstanden und in wie weit die Verwandten und Freunde durch ihre sozialen Beziehungen über das eigene soziale Kapital hinausreichen und somit das soziale Netzwerk insgesamt verändern.

Des Weiteren wird ein Bogen zu der Sprachkompetenz in den sozialen Netzwerken geschlagen. Der Begriff der Sprachkompetenz bezieht sich in dieser Arbeit auf die Sprachfähigkeit und die Sprachverwendung einer Person. Es wird sowohl die eigene Sprachkompetenz einer Person als auch die ihrer Umgebung in Augenschein genommen. Dabei spielen die produktiven Fähigkeiten genau so eine wichtige Rolle wie die rezeptiven.

Die Sprachkompetenz einer Person ist ein wesentlicher Indikator auf seine Stellung innerhalb der Gesellschaft. Bei Menschen mit Migrationshintergrund, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, verweist die Sprachkompetenz außerdem auf den Grad ihrer Integration in die Mehrheitsgesellschaft. Dabei nimmt die Ausbildung des sozialen Netzwerkes eine zentrale Rolle ein.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit sich die Sprachkompetenz einer Person auf die Ausbildung ihrer sozialen Netzwerke auswirkt. Umgekehrt kann man untersuchen, ob sich bestimmte soziale Netzwerke positiv oder negativ auf die Sprachkompetenz auswirken. Die Hauptthese hierbei ist, dass eine bessere Sprachkompetenz des Deutschen differenziertere soziale Netzwerke mit sich bringt und umgekehrt.

In der vorliegenden Arbeit wird der Fokus auf Deutschland gelegt und somit die Beherrschung der deutschen Sprache unter der Sprachkompetenz einer Person verstanden. Dabei wird vor allem auf eine Studie vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung zurückgegriffen, die sich mit den Determinanten und Indikatoren der Integration und Segregation der ausländischen Bevölkerung beschäftigt hat und als Integrationssurvey bekannt ist.

2 Bridging und Bonding nach Putnam

Ein wichtiges theoretisches Konstrukt, das dieser Arbeit als Grundlage dienen soll, ist das Konzept des Sozialkapitals nach Robert D. Putnam. In seinem 1993 erschienenen Buch Making Democracy Work versteht Putnam soziales Kapital als eine Kategorie, die aus Normen reziproken Verhaltens, wechselseitigem Vertrauen und funktionierenden sozialen Netzwerken besteht (Putnam 1993: 167). Diese Faktoren sind dabei vor allem in freiwilligen Vereinigungen gegeben. Seine Theorie des Sozialkapitals war jedoch empirisch nicht haltbar, da nicht alle freiwilligen Vereinigungen unterstützenswerte, also soziale und insbesondere demokratische Zielsetzungen verfolgen (Zimmer 2007: 201). Aus diesem Grund hat Putnam seine Vorstellung von sozialem Kapital korrigiert und in seinem im Jahr 2000 erschienen Buch Bowling alone: the collapse and revival of American community dargestellt. Hier nimmt er eine Unterscheidung zwischen bridging und bonding social capital vor.

Bonding ist negativ konnotiert und beschreibt die Zusammengehörigkeit und Konformität einer homogenen Gruppe. Es finden dabei Prozesse sozialer Abgrenzung statt und es werden vor allem Verbindungen zwischen Gleichen gestärkt. Dies impliziert, dass das bonding social capital aus Netzwerken besteht, die nach innen gerichtet sind und somit eine bestimmte Art von Exklusivität für sich beanspruchen (Putnam 2000: 22).

Bridging social capital besteht im Gegensatz zu bonding aus offenen Netzwerken. Hier handelt es sich um Brücken bildendes soziales Kapital und die Mitglieder solcher Netzwerke sind nach außen orientiert. Hier geht es vor allem darum Verbindungen zwischen unterschiedlichen Spaltungen zu schaffen. Diese können sowohl sozialer, ethnischer als auch religiöser oder politischer Art sein. Diese Art von Sozialkapital trägt deshalb in hohem Maße zur Bewältigung klassischer Kollektivgutprobleme bei (Putnam 2000: 363).

Wichtig wird diese Unterscheidung des Sozialkapitals für die Untersuchung der Integration von Migrantinnen und Migranten. Da die sprachliche Kompetenz ein wesentlicher Indikator von Integration ist, wäre hier auch wichtig zu fragen, welche Aktivitäten bonding und welche bridging social capital hervorbringen.

3 Empirische Untersuchungen zum Zusammenhang von Sprachkompetenz und der Ausbildung sozialer Netzwerke

3.1 Datengrundlage und Vorgehensweise des Integrationssurveys

Beim Integrationssurvey handelt es sich um eine standardisierte Befragung von italienischen und türkischen Migranten im Alter von 18 bis 30 Jahren sowie einer deutschen Kontrollgruppe von 1.200 Befragten (Mammey und Sattig 2002: 3). Die Stichprobe wurde nach einem namensbasierten Verfahren aus den Melderegistern in Verbindung mit den siedlungsstrukturellen Kreistypen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung gezogen (167).

Die Zuweisung der Adressen zu Sprachen wurde auf der Grundlage der Namensforschung durchgeführt. Dazu wurden Namenlexika und Monographien herangezogen, da die übereinstimmende Zuordnung eines Vor- und Nachnamens zu derselben Sprache zu sehr geringen Fehlerquoten führt. Für diese Zuordnung ist ein Namenseintrag in einem Telefonbuch erforderlich (176). Die per Zufall gezogenen Telefonadressen der drei untersuchten Nationalitätengruppen stellen die Datengrundlage zur Ermittlung der 18- bis 30-jährigen Zielpersonen in den Haushalten dar.

Das Befragungsmaterial wurde für die türkischen und italienischen Befragten in zwei Sprachen ausgearbeitet. Bereits in dieser Phase konnten erste Anzeichen auf die jeweilige Sprachkompetenz ermittelt werden, da festgestellt werden konnte, in welcher Sprache die Befragten das Hauptinterview führen wollten

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Geschlechterrollen in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung am Beispiel der Haushaltsmigration
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Sozialisation und Geschlecht
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V151583
ISBN (eBook)
9783640629329
ISBN (Buch)
9783640629411
Dateigröße
412 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschlechterrollen, Arbeitsteilung, Beispiel, Haushaltsmigration
Arbeit zitieren
Kristina Keller (Autor), 2009, Die Geschlechterrollen in der gesellschaftlichen Arbeitsteilung am Beispiel der Haushaltsmigration, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151583

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