Ökonomische Aspekte des Demografischen Wandels

Regional-Ökonomische Auswirkungen des Demografischen Wandels


Seminararbeit, 2010
16 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

Abbildungen

1 Einleitung

2 Demografische Entwicklungstrends im Vergleich: Deutschland – Sachsen

3 Schrumpfung: Problem oder Chance für die Regionalentwicklung?
3.1 Regionalökonomische Analyse - Trends für den Angebotsmarkt
3.2 Regionalökonomische Analyse - Trends für den Nachfragemarkt

4 Konsequenzen für die Regionalentwicklung

5 Ausblick

6 Quellen

Abbildungen

Abb. 1: Aktuelle Bevölkerungsentwicklung

Abb. 2: Bevölkerung 2006 und 2020

Abb. 3: Auswirkungen der Alterung auf Regionen

Abb. 4: Nachfragewandel in einzelnen Sektoren

Abb. 5: Jährliche Gesundheitsausgaben in €/Einwohner 2002

1 Einleitung

„Weniger, älter, bunter“ – so oder mit ähnlichen Worten beginnen viele Publikationen rund um das Thema „Demografischer Wandel“ (SCHÖNIG 2003:9). Diese drei Worte sollen auf einfache Art und Weise die wesentlichen Faktoren derzeit verlaufender demografischer Entwicklungstrends verdeutlichen. Dies wäre der Rückgang der Bevölkerung, die zunehmende Alterung der Bevölkerung und eine verstärkte Interna- tionalisierung bzw. Heterogenisierung der Bevölkerung (vgl. BiB 2004:15). Grund- komponenten dieser Entwicklung sind also die natürliche Bevölkerungsentwicklung und die Wanderungsbewegungen.

Besonders auffällig ist dieser Trend jedoch bei den wirtschaftsstarken Nationen. Sieht man von typischen Einwanderungsländern wie den USA, Australien oder Neu- seeland einmal ab, so treffen diese drei Aussagen tatsächlich auf die meisten hoch- entwickelten (wirtschaftlich gesehen) Staaten zu – somit auch auf Deutschland. Das derzeit am schnellsten alternde Entwicklungsland ist derzeit China, aufgrund der jahrzehntelangen Ein-Kind-Politik. Am stärksten fortgeschritten ist der Prozess des Demografischen Wandels momentan allerdings in Japan.

Dort lebt derzeit die höchste Zahl an Personen über 100 Jahren. Japan hat damit bereits Prozesse durchlaufen, welche Deutschland zukünftig noch bevorstehen. Auch wenn sich viele Dinge nicht so einfach auf Deutschland übertragen lassen, sollten wir uns nicht davor scheuen, Ideen zur besseren Bewältigung des Demogra- fischen Wandels aus dem „Land der aufgehenden Sonne“ zu übernehmen oder eben besser umzusetzen. Nachfolgend sollen v.a. die wirtschaftlichen Auswirkungen der derzeitigen demografischen Entwicklung innerhalb Deutschlands betrachtet und mögliche Handlungstendenzen aufgezeigt werden.

2 Demografische Entwicklungstrends im Vergleich: Deutschland – Sachsen

In Hinblick auf regionalwirtschaftliche Auswirkungen demografischer Entwicklungs- trends lässt sich konstatieren, dass in Deutschland starke Unterschiede zwischen den Regionen existieren (siehe Abb. 1). In Deutschland besteht 20 Jahre nach dem politischen Umbruch noch immer ein deutliches Gefälle zwischen den neuen und den alten Bundesländern. Dieses „Gefälle“ betrifft dabei alle Lebensbereiche, von den Einkommen über die Infrastrukturausstattung bis hin zu Erreichbarkeiten der öffentli- chen Daseinsvorsorge.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Aktuelle Bevölkerungsentwicklung (Quelle: BBR 2005)

Auch beim Thema „Demografischer Wandel“ ist dieses „Gefälle“ feststellbar. Wie aus Abbildung 1 hervorgeht, ist die Bevölkerungsentwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte v.a. zum Nachteil der neuen Länder verlaufen. Sachsen musste zum Beispiel seit 1990 einen Bevölkerungsrückgang von rund 13 % (2005) verkraften (FREISTAAT SACHSEN 2003:2). Ländliche Räume, d.h. Räume geringerer Agglomeration waren und sind von diesen Entwicklungen tendenziell stärker betroffen als stärker verdichtete Räume. Gegen den Trend konnten hingegen die zwei größten Städte Leipzig und Dresden Bevölkerungsgewinne verbuchen. Laut BBR (2005) werden sich die derzeit feststellbaren Entwicklungen auch in Zukunft fortsetzen. Das heißt, der Anteil der Kommunen mit Bevölkerungsabnahme wird bis 2020 weiter steigen und es wird zu einem weiteren Bevölkerungswachstum außerhalb der Großstädte und Agglomerationsräume kommen (BERLIN-INSTITUT 2009:18).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Bevölkerung 2006 und 2020 (Quelle: STALA 2008)

Bis 2050 wird sich zudem die Gesamtbevölkerung Deutschlands um 15% und die Zahl der Er- werbsfähigen um 25% verringern. Betrachtet man die Bevölkerungs- prognose für den Freistaat Sachsen bis zum Jahr 2020 (Abb. 2), so fällt die deutliche relative Zunahme der „Alten“ auf.

Die sogenannte „Geburtenknick- Generation“ der frühen Neunziger- Jahre wird dann ein Alter von etwa 30 Jahren erreicht haben. D.h. genau das Alter, in dem statistisch die meisten Kinder gezeugt werden. „Der Anteil der Bevölkerung bis unter 20 Jahre nimmt von heute 16,9 % auf 14,9 % im Jahr 2020 ab. Spiegelbildlich nimmt der Anteil der Bevölkerung über 60 Jahre von gegenwärtig 28,9 % auf 36,3 % zu. Das Durchschnittsalter ist seit 1990 bereits von 39,4 Jahren auf 44,4 Jahre gestiegen und wird sich bis 2020 auf 48,8 Jahre erhöhen.“ (FREISTAAT SACHSEN 2003:3) Da kein sprunghafter Anstieg der TFR (Totalen Fertilitätsrate) zu erwarten ist, werden demnach auch relativ weniger Kinder geboren. Nicht betrachtet wird hierbei die weitere Abwanderung junger Fachkräfte.

Dies zeigt also, dass Sachsen auch weiterhin mit Förderprogrammen auf den hiesigen Standort aufmerksam machen muss, um den Spitzenplatz unter den ostdeutschen Bundesländern nicht zu verlieren und um einem massiven Fachkräftemangel vorzubeugen. Diese Tendenzen werden nicht nur massive Aus- wirkungen auf den öffentlichen Raum haben, sondern auch auf ÖPNV, Infrastruktur, Gesundheitswesen, Arbeitsmarkt und natürlich die Wirtschaft. Spätestens an dieser Stelle stellt sich die Frage, ob diese Entwicklung nur als Problem zu sehen ist oder nicht auch als Chance für eine erneuerte Regionalentwicklung?

3 Schrumpfung: Problem oder Chance für die Regionalentwick- lung?

3.1 Regionalökonomische Analyse - Trends für den Angebotsmarkt

Die Grundkomponenten des Demografischen Wandels und die voraussichtlichen Auswirkungen wurden eingangs schon erwähnt. Wie spiegelt sich die Situation nun aber regionsspezifisch wider? Zunächst einmal muss einem die Tragweite dieser momentan ablaufenden Prozesse bewusst werden. Wenn in ländlichen Regionen wie dem Erzgebirge die Bevölkerung derart schrumpft, wird sich dies hauptsächlich auf die regionale Wohlstandsentwicklung auswirken. Dabei ist Wohlstand ein indivi- duell unterschiedlich wahrgenommener Zustand von persönlicher Zufriedenheit, welcher sich an materiellen und immateriellen Dingen festmacht. Er hängt damit aber direkt an der wirtschaftlichen Leistung, welche durch zwei Hauptkomponenten determiniert ist – Angebot und Nachfrage (vgl. IFO INSTITUT 2007:15ff.). Bezieht man genannten Aspekt auf demografische Entwicklungen so bedeutet dies, dass die wirtschaftliche Gesamtproduktion (BIP) und Wohlstandsentwicklung direkt abhängig sind von Arbeitskräfteangebot bzw. -produktivität und der Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen (vgl. Abb. 3). Die folgende Darstellung verdeutlicht diese möglichen Auswirkungen auf Regionen, im Zusammenhang mit den genannten ablaufenden demografischen Entwicklungen („Teufelskreis“).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Auswirkungen der Alterung auf Regionen (Quelle: L EHNER 2006:210, eigene Darstellung)

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Ökonomische Aspekte des Demografischen Wandels
Untertitel
Regional-Ökonomische Auswirkungen des Demografischen Wandels
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Lehrstuhl für Raumentwicklung)
Veranstaltung
Globaler Wandel von Gesellschaft und Wirtschaft
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V154038
ISBN (eBook)
9783640662388
ISBN (Buch)
9783640662487
Dateigröße
958 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aspekte, Demografischen, Wandels, Regional-Ökonomische, Auswirkungen, IÖR, Zuk, David Zuk, Raumentwicklung, Naturressourcenmanagement, Sachsen, Klimawandel, Bernhard Müller, Paulina Schiappacasse, Ragnitz, Demographischer Wandel, Demografischer Wandel, Ökonomischer Wandel
Arbeit zitieren
B.Sc. David Zuk (Autor), 2010, Ökonomische Aspekte des Demografischen Wandels , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154038

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