Die Vermögensverwaltungsbanken der Schweiz


Seminararbeit, 2002
27 Seiten, Note: 1.5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines
1.1 Der Ursprung der schweizerischen Privatbankiers
1.2 Definitionen
1.2.1 Privatbankier
1.2.2 Privatbank
1.2.3 Private Banking
1.2.4 Börsenbank

2 Entwicklung
2.1 Börsenbanken
2.1.1 Anzahl Institute
2.1.2 Bilanz
2.1.3 Erfolgsrechnung
2.1.4 Personalbestand
2.1.5 Eigenkapital
2.2 Privatbankiers
2.2.1 Anzahl Institute
2.2.2 Bilanz
2.2.3 Erfolgsrechnung
2.2.4 Personalbestand
2.2.5 Eigenkapital

3 Kennzahlen-Vergleich der Börsenbanken mit den Privatbankiers
3.1 Pro-Kopf-Ertrag
3.2 Reingewinn pro Mitarbeiter
3.3 Eigenkapitalrendite
3.4 Liquidität

4 Bedeutung der unbeschränkten Haftung der Privatbankiers
4.1 Privilegien
4.1.1 Voraussetzungen
4.1.2 Die Privilegien im Einzelnen
4.2 Geeignete Rechtsformen
4.3 Herausforderungen der Zukunft
4.3.1 Das Nachfolgeproblem
4.3.2 Mitarbeiterentwicklung
4.3.3 Eigenkapitalbildung und Erreichen der optimalen Betriebsgrösse

5 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Anzahl Institute Börsenbanken

Abbildung 2: Bilanzsumme Börsenbanken

Abbildung 3: Reingewinne Börsenbanken

Abbildung 4: Personalbestand Börsenbanken

Abbildung 5: Eigenkapital Börsenbanken

Abbildung 6: Eigenmittelunterlegung Börsenbanken

Abbildung 7: Anzahl Privatbankiers

Abbildung 8: Bilanzsumme Privatbankiers

Abbildung 9: Reingewinne Privatbankiers

Abbildung 10: Personalbestand Privatbankiers

Abbildung 11: Eigenkapital Privatbankiers

Abbildung 12 Pro-Kopf-Ertrag

Abbildung 13: Ertragswachstum

Abbildung 14: Reingewinn pro Mitarbeiter

Abbildung 15: Vergleich Reingewinn

Abbildung 16: Eigenkapitalrendite

Abbildung 17: Überdeckung ohne die Jahre 1993 und 1994

Alle Abbildungen sind aus eigener Quelle, basierend auf den SNB-Statistiken

Allgemeines

1.1 Der Ursprung der schweizerischen Privatbankiers

Der Ursprung des schweizerischen Bankgewerbes liegt bei den Privatbankiers.[1] Da das Bankwesen bis zum 15. Jahrhundert in der Schweiz noch nicht entwickelt war, bedurften die Kaufleute entweder genügend eigenen Kapitals oder hatten es von ihrer Familie zu borgen. Die Expansion des Handels auf andere europäische Zentren hatte verschiedene Auswirkungen. Einerseits widmeten sich Handelshäuser nur mehr der reinen Handelstätigkeit und übergaben die Abwicklung der Zahlungsverpflichtungen anderen Firmen. Andererseits vernachlässigten Handelshäuser Ihre Handelstätigkeit und bauten ihre Abteilungen für Zahlungsverkehr aus; auf diese Weise wurden sie zu reinen Bankhäusern.

Besondere Bedeutung kommt den Genfern Privatbankiers zu, da Frankreich einen sehr hohen Kapitalbedarf hatte und es in der Schweiz an Investitionsgelegenheiten mangelte.[2] Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass der Genfer Privatbankier Jacques Necker von Louis XVI zum königlichen Finanzdirektor ernannt wurde.[3]

Durch die Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts erfuhr das Bankwesen einen grossen Wandel, da es zu grosser Kapitalnachfrage kam, die durch die einzelnen Bankiers nicht mehr gedeckt werden konnten. Es folgte die Errichtung der ersten grösseren Banken in Form von Aktiengesellschaften.[4]

Im Jahre 1934 wurde das Bankengesetz eingeführt. Waren bis anhin Banken nur an das allgemeine Gesetz gebunden, das ihnen einen grossen Handlungsspielraum gewährte, so wurden sie nach Einführung des Bankengesetzes einschneidenden Massnahmen unterworfen, die hinsichtlich des Gläubigerschutzes geschaffen worden waren. Weiterhin bekamen die Banken zudem die Weltwirtschaftskrise sowie den Zweiten Weltkrieg zu spüren. Die Bankiers, vor allem kleiner Institute, waren den Anforderungen dieser Zeit nicht mehr gewachsen und mussten den Betrieb liquidieren oder den Anschluss an andere Banken suchen.[5]

1.2 Definitionen

1.2.1 Privatbankier

„Der Privatbankier verkörpert die älteste Unternehmungsform im schweizerischen Bankgewerbe. Seine Rechtsform ist die Einzelfirma, Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt heute im indifferenten Geschäft, d.h. dem Wertschriftengeschäft, der Vermögensverwaltung sowie dem Emissions- und Platzierungsgeschäft. Die Bilanzsumme bleibt damit meist gering und kann nicht zur Beurteilung des Geschäftsumfangs herangezogen werden. Privatbankiers sind, soweit sie sich nicht öffentlich zur Annahme fremder Gelder empfehlen, davon befreit, die gesetzlich verlangte Zuweisung an den Reservefonds zu machen sowie ihre Jahresrechung und Zwischenbilanzen zu veröffentlichen.“[6] Der Privatbankier ist ein Unternehmer, der mit eigenem Kapital, unbeschränkter Haftung und alleiniger Entscheidungsbefugnis Bankgeschäfte betreibt In der Schweiz ist der Begriff „Privatbankier“ durch eine Kollektivmarke geschützt, die im Namen der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum hinterlegt ist.[7]

1.2.2 Privatbank

Der Begriff „Privatbank“ ist weiter gefasst. Er kann auch für Banken verwendet werden, die unter der Form von Aktiengesellschaften organisiert sind, vor allem wenn sie von einer wichtigen Aktionärsgruppe kontrolliert werden und in der Verwaltung von Privatvermögen tätig sind. Gewisse Banken haben die Bezeichnung „Privatbank“ sogar in ihre Firmenbezeichnung aufgenommen.[8]

1.2.3 Private Banking

„Private Banking“ bezieht sich nicht auf eine bestimmte Art von Bankinstitut, sondern bezeichnet die Banktätigkeit im Dienste einer Privatkundschaft, die für ihr Vermögen eine geeignete Verwaltung wünscht. Das Private Banking umfasst auch Dienstleistungen, die über die reine Vermögensverwaltung hinausgehen.[9]

1.2.4 Börsenbank

Die Haupttätigkeiten der Börsenbanken sind das Börsen-, Effekten- und Vermögensverwal-tungsgeschäft, das sich nur teilweise in der Bilanz niederschlägt.[10]

2 Entwicklung

2.1 Börsenbanken

2.1.1 Anzahl Institute

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Anzahl Institute Börsenbanken[11]

Die Entwicklung der Börsenbanken in den Jahren 1990 bis 2000 ist gekennzeichnet durch drei Phasen. Die erste Phase setzt den Trend aus den 80-er-Jahren fort. Die zweite Phase ist die zeitlich verzögerte Reaktion auf die Rezession, die im Jahre 1992 begann. Einerseits ist der Rückgang durch Restrukturierungen in der Bankenwelt wie Übernahmen oder Fusionen, andererseits durch Schliessungen zurückzuführen. Für die dritte Phase war die Erholung der Wirtschaft kennzeichnend. Es wurden neue Banken gegründet.

2.1.2 Bilanz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Bilanzsumme Börsenbanken[12]

Bis zum Beginn der Rezession im Jahre 1992 ist eine Steigerung der Bilanzsumme auszumachen. Ab dem Jahre 1992 stagniert die Bilanzsumme und verharrt bis ins Jahr 1995 auf einem Niveau von ca. 30 Mia. Im Jahre 1995 wird in den Medien laut, dass die Talsohle der Rezession erreicht seien. Daraufhin steigt die Bilanzsumme innert 5 Jahren unterstützt durch das Wirtschaftswachstum sowie der freundlichen Börsenstimmung auf über das Doppelte ihres Wertes im Jahre 1995 an. Es ist anzumerken, dass die Bilanz für sich bei Börsenbanken nicht so aussagekräftig ist wie bei anderen Banken, da grosse Teile der Kundengelder in Depots liegen, die von der Börsenbank verwaltet werden und deshalb ausserhalb der Bilanz ausgewiesen werden. Es wäre interessant näher auf diese Depots einzugehen, was nicht möglich ist durch die Tatsache, dass einerseits die von den Banken verwalteten Kundendepots erst seit 1998 in der SNB-Statistik „Bankwesen“ erfasst werden und andererseits da nicht nach Bankengruppen aufgeteilt werden.

2.1.3 Erfolgsrechnung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Reingewinne Börsenbanken[13]

Anfang der 90-er-Jahre können die Börsenbanken noch stetiges Gewinn-Wachstum vorweisen. Das Wachstum stagniert ab dem Jahre 1992 rezessionsbedingt. Diverse Umstrukturierungen schlagen sich auch im Gewinn nieder. Im Jahre 1997 konnten die Börsenbanken dank dem günstigen Börsenumfeld und der positiven Erwartungen der Märkte mit 216 % ihr bisher stärkstes Gewinnwachstum aufweisen. In den folgenden Jahren konnten solche Wachstumsraten nicht mehr wiederholt werden, was sicherlich mit Gewinnmitnahmen beim Börsencrash im August/September 1998 im Zusammenhang steht. Der Gewinn konnte aber trotzdem gesteigert werden.

2.1.4 Personalbestand

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Personalbestand Börsenbanken[14]

Der Personalbestand bewegte sich bis 1997 zwischen 4000 und 5000 Mitarbeitern. In den Boomjahren des Privatkundengeschäfts wurde kräftig expandiert. Der Personal bestand nahm zwischen 1997 und 2000 um 160% zu. Interessant ist die Beobachtung, dass im Jahre 1997 mit ungefähr dem gleichen Personalbestand wie in den Vorjahren ein solcher Gewinnsprung möglich war.

2.1.5 Eigenkapital

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Eigenkapital Börsenbanken[15]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Eigenmittelunterlegung Börsenbanken[16]

Die Eigenmittelunterlegung für Marktrisiken wurde auf Ende 1997 neu festgelegt. Die Banken hatten bis Ende 1999 Zeit, die Neuregelung umzusetzen. Umfassender als bisher wurden die Risiken aus dem Handelsbuch in die Eigenmittelberechnung aufgenommen. Man gerät in Versuchung zu denken, dass die neuen Eigenmittelvorschriften ein höheres Eigenkapital nach sich ziehen. Zwar sind Eigenmittel nicht deckungsgleich mit Eigenkapital. Dennoch besteht ein Zusammenhang. Durch die neuen Eigenmittelvorschriften wurde den Banken Verantwortung abgenommen. Das Verhältnis Eigenkapital zu Gesamtkapital ging von 15,5% im Jahre 1990 auf 9,1% im Jahre 2000 zurück.

2.2 Privatbankiers

2.2.1 Anzahl Institute

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Anzahl Privatbankiers[17]

Die Zahl der Privatbankiers ist von 22 im Jahre 1990 auf 17 im Jahre 2000 gesunken. Dies ist vor allem auf Zusammenschlüsse und Aufkäufe durch andere Banken zurückzuführen. Dies scheint beträchtlich zu sein, betrachtet man hingegen das ganze 20. Jahrhundert, entdeckt man, dass es zeitweise in den Dreissiger- und Vierzigerjahren über 80 Privatbankiers gab.

2.2.2 Bilanz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Bilanzsumme Privatbankiers[18]

Bis 1995 wächst die Bilanzsumme nur geringfügig. Ab 1995 steigt die Bilanzsumme innert 5 Jahren unterstützt durch das Wirtschaftswachstum sowie der freundlichen Börsenstimmung auf über das zweieinhalbfache des Wertes des Jahres 1995 an. Dazu ist beizufügen, dass die Bilanz bei Privatbankiers nicht so aussagekräftig ist wie bei anderen Banken, da grosse Teile der Kundengelder in Depots liegen, die von der Börsenbank verwaltet werden und deshalb ausserhalb der Bilanz ausgewiesen werden. Vergleiche Erklärung beim Punkt „Bilanz Börsenbank“.

2.2.3 Erfolgsrechnung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Reingewinne Privatbankiers[19]

[...]


[1] Vgl. Hotz/Mäder/Vock, S. 225

[2] Vgl. Rahn 1984, S. 13

[3] Vgl. www.swissprivatebankers.com , 11.06.2002

[4] Vgl. Rahn 1984, S. 14 - 15

[5] Vgl. Rahn 1984, S. 16 - 17

[6] Hotz/Mäder/Vock 2001, S. 225 - 226

[7] Vgl. www.swissprivatebankers.com , 11.06.2002

[8] Vgl. www.swissprivatebankers.com , 11.06.2002

[9] Vgl. www.swissprivatebankers.com , 11.06.2002

[10] Vgl. Hotz/Mäder/Vock 2001, S. 224

[11] SNB, Die Banken in der Schweiz, Abschnitt „Anzahl Banken und deren Niederlassung“

[12] SNB, Die Banken in der Schweiz, Tabelle 1

[13] SNB, Die Banken in der Schweiz, Tabelle 40

[14] SNB, Die Banken in der Schweiz, Tabelle 51

[15] SNB, Die Banken in der Schweiz, Tabelle 18

[16] SNB, Die Banken in der Schweiz, Tabelle 44a

[17] SNB, Die Banken in der Schweiz, Abschnitt „Anzahl Banken und deren Niederlassung“

[18] SNB, Die Banken in der Schweiz, Tabelle 1

[19] SNB, Die Banken in der Schweiz, Tabelle 40

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Die Vermögensverwaltungsbanken der Schweiz
Hochschule
Universität Zürich  (ISB (Bankinstitut))
Veranstaltung
Financial Services
Note
1.5
Autor
Jahr
2002
Seiten
27
Katalognummer
V15745
ISBN (eBook)
9783638207706
ISBN (Buch)
9783638644174
Dateigröße
562 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vermögensverwaltungsbanken, Schweiz, Financial, Services
Arbeit zitieren
Thomas Hermann (Autor), 2002, Die Vermögensverwaltungsbanken der Schweiz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15745

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