Formen der Konstruktion sozialer Realität in Nachrichtensendungen

Eine vergleichende Analyse von öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehnachrichten


Magisterarbeit, 2008

115 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

DARSTELLUNGSVERZEICHNIS

1 Einleitung und Fragestellung

2 Vorgehensweise und Material

3 Analyse des Materials
3.1 Kontextfiguration
3.1.1 Rahmenbedingungen
3.1.1.1 Sendezeit und Sendedauer
3.1.1.2 Akteurskonzepte
3.1.1.3 Visuelle Präsentation der Nachrichten
3.1.2 Themenstruktur der Nachrichtenformate
3.1.2.1 Themenkategorien
3.1.2.2 Themenstruktur der ARD Tagesschau
3.1.2.3 Themenstruktur von ZDF Heute
3.1.2.4 Themenstruktur der Sat.1 Nachrichten
3.1.2.5 Themenstruktur von RTL Aktuell
3.1.2.6 Vergleich der Formate anhand ausgewählter Themenkategorien.
3.1.2.7 Gemeinsame Themen in der Berichterstattung aller Formate
3.1.2.8 Unterschiede in der Themenauswahl bei öffentlich-rechtlichen und privaten Nachrichtensendungen
3.1.3 Zusammenfassung der Sendungskonzepte als Kontext für Realitätskonstruktionen
3.2 Exemplarischer Vergleich der Konstruktionen sozialer Realität durch die Nachrichtensendungen
3.2.1 Die Konstruktion der Rentenerhöhung als Element sozialer Realität
3.2.2 Die Konstruktion des Konfliktpotentials der Rentenerhöhung
3.2.3 Resümee der Realitätskonstruktionen

4 Schlussbemerkung

5 Literatur

6 Anhang
6.1 Transkripte
6.1.1 Transkript „Rentenerhöhung“ der ARD Tagesschau
6.1.2 Transkript „Rentenerhöhung“ bei ZDF Heute
6.1.3 Transkript „Rentenerhöhung“ der Sat.1 Nachrichten
6.1.4 Transkript „Rentenerhöhung“ von RTL Aktuell

DARSTELLUNGSVERZEICHNIS

Darstellung 1: Sprecher der ARD Tagesschau, Thorsten Schröder

Darstellung 2: Moderator von ZDF Heute, Steffen Seibert

Darstellung 3: Moderator der Sat.1 Nachrichten, Peter Limbourg

Darstellung 4: Moderatoren von RTL Aktuell. Links Hauptmoderator Peter Kloeppel, rechts Sportmoderatorin Ulrike von der Groeben

Darstellung 5: Einstiegs- und Abschlusstotale der ARD Tagesschau

Darstellung 6: Standardeinstellung der ARD Tagesschau

Darstellung 7: Beispiel für ein Insert der ARD Tagesschau

Darstellung 8: Einstiegstotale von ZDF Heute

Darstellung 9: Kommentareinstellung des Moderators von ZDF Heute

Darstellung 10: Standardeinstellung von ZDF Heute

Darstellung 11: Beispiel für ein Insert von ZDF Heute

Darstellung 12: Schlusstotale von ZDF Heute mit Insert

Darstellung 13: Naheinstellung des Moderators der Sat.1 Nachrichten

Darstellung 14: Schlagzeilen der Sat.1 Nachrichten

Darstellung 15: Standardeinstellung der Sat.1 Nachrichten

Darstellung 16: Beispiel für Anfangs- und Endeinstellungen einer Kamerafahrt der Sat.1 Nachrichten

Darstellung 17: Kommentareinstellung der Sat.1 Nachrichten als Einleitung des Nachrichtenblocks

Darstellung 18: Schlusseinstellung der Sat.1 Nachrichten

Darstellung 19. Einstiegstotale von RTL Aktuell und Split Screen

Darstellung 20: Naheinstellung des Moderators von RTL Aktuell

Darstellung 21: Schlagzeilen bei RTL Aktuell

Darstellung 22: Halbtotale der Moderatoren und Hintergrundgestaltung von RTL Aktuell

Darstellung 23: Halbnahe Einstellung des Moderators von RTL Aktuell links im Bild. ..

Darstellung 24: Auswahl von Kameraperspektiven von RTL Aktuell

Darstellung 25: Logos der untersuchten Nachrichtenformate ARD Tagesschau, ZDF Heute, Sat.1 Nachrichten und RTL Aktuell (von oben links nach unten rechts)

Darstellung 26: Tabellarische Darstellung der Anteile politischer und nichtpolitischer Beiträge an der Berichterstattung bei Sat.1, RTL, ARD und ZDF im Untersuchungszeitraum. Anzahl der Beiträge und Anteile an der Gesamtzahl der Beiträge in Prozent

Darstellung 27: Grafische Darstellung der Anteile politischer und nicht politischer Beiträge an der Berichterstattung bei Sat.1, RTL, ARD und ZDF. Angaben in Prozent

Darstellung 28: Tabellarischer Überblick über die Themenstruktur der Hauptnachrichtensendungen von Sat.1, RTL, ARD und ZDF im Untersuchungszeitraum. Anzahl der Beiträge und Anteile in Prozent

Darstellung 29: Grafische Darstellung der Themenstruktur der ARD Tagesschau im Untersuchungszeitraum. Anteile an der Gesamtzahl der Beiträge in Prozent

Darstellung 30: Tabellarische Übersicht über die Themenstruktur der ARD Tagesschau im Untersuchungszeitraum

Darstellung 31: Grafische Darstellung der Themenstruktur von ZDF Heute im Untersuchungszeitraum. Anteile an der Gesamtzahl der Beiträge in Prozent

Darstellung 32: Tabellarische Übersicht über die Themenstruktur von ZDF Heute im Untersuchungszeitraum

Darstellung 33: Grafische Darstellung der Themenstruktur der Sat.1 Nachrichten im Untersuchungszeitraum. Anteile an der Gesamtzahl der Beiträge in Prozent

Darstellung 34: Tabellarische Übersicht über die Themenstruktur der Sat.1 Nachrichten im Untersuchungszeitraum

Darstellung 35: Grafische Darstellung der Themenstruktur von RTL Aktuell im Untersuchungszeitraum. Anteile an der Gesamtzahl der Beiträge in Prozent

Darstellung 36: Tabellarische Übersicht über die Themenstruktur von RTL Aktuell im Untersuchungszeitraum

Darstellung 37: Grafische Darstellung der Berichterstattung über Kriminalität bei Sat.1, RTL, ARD und ZDF im Vergleich. Angaben in Prozent

Darstellung 38: Grafische Darstellung der Berichterstattung über Human-Interest- Themen bei Sat.1, RTL, ARD und ZDF im Vergleich. Angaben in Prozent

Darstellung 39: Grafische Darstellung der Berichterstattung über Wirtschaft bei Sat.1, RTL, ARD und ZDF im Vergleich. Angaben in Prozent

Darstellung 40: Grafische Darstellung der Berichterstattung über Sport bei Sat.1, RTL, ARD und ZDF im Vergleich. Angaben in Prozent

Darstellung 41: Tabellarische Auflistung der Themen, die ausschließlich von den privaten Formaten RTL Aktuell und Sat.1 Nachrichten gezeigt werden

Darstellung 42: Tabellarische Auflistung der Themen, die ausschließlich von den öffentlich-rechtlichen Formaten ARD Tagesschau und ZDF Heute gezeigt werden. 83 Darstellung 43: Durchschnittliche Verteilung der Themen in öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehnachrichten im Jahr 2007 in Prozent

Darstellung 44: Zeitaufwand der untersuchten Formate für das Thema „Rentenerhöhung“. Angaben in Minuten

1 Einleitung und Fragestellung

Der p ä pstliche Gesandte besucht Chicago, der Anlass ist eher protokollarischer Art. Keine Sensationen zu erwarten, keine Emotionen, keine Skandale, kein kirchlicher Streit, nichts, das im harten Wettbewerb der Chicagoer Zeitungen Aussicht hätte Schlagzeilen zu machen … Da br ü llt einer der auf dem Flughafen wartenden Reporter dem ehrw ü rdigen Gast die respektlose Frage zu: „ Eminenz, werden sie in Chicago auch einen Nachtclub besuchen? “ Der Nuntius zögert, doch dann besinnt er sich auf seine langj ä hrige Erfahrung im Entsch ä rfen delikater Situationen, droht ein wenig neckisch mit dem Zeigefinger und ruft in einer Mischung aus frommer Naivität und väterlicher Strenge in Richtung der lauten Schar: „ Mein Sohn, gibt es denn bei euch auch Nachtclubs? “ Am n ä chsten Morgen die Schlagzeile im Lokalteil der Chicago Daily News: „ Gibt es bei euch auch Nachtclubs? - Das war die erste Frage des päpstlichen Nuntius nach seiner Landung in Chicago! “ [1]

Ein anschauliches Beispiel für die Macht der Medien, das Wolf von Lojewski hier schildert. Aus dem Zusammenhang gerissen birgt eine anfänglich harmlose Äußerung Skandalpotential. Im sozialwissenschaftlichen Vokabular gesprochen, wird durch die Verarbeitung in den Medien eine neue, abweichende soziale Realität konstruiert. Die ursprüngliche Situation wird in der Berichterstattung reduziert, der Äußerungskontext umgedeutet und neu konstruiert. Ebenso erhält die situativ eingebettete Aussage des Akteurs eine neue Färbung. Obwohl wortgetreu wiedergegeben ist der Sinn ein anderer, ein neu konstruierter. Damit verbunden sind ebenfalls neue Identitätskonstruktionen des Akteurs, dem neue Eigenschaften zugeschrieben werden. Dies kann weitereichende Folgen für den Akteur selbst und die von ihm repräsentierte Institution haben. Die Schlagzeile wird gelesen und als wahr bewertet. Ein Image-Schaden bedeutet den Verlust von Glaubwürdigkeit in der Gesellschaft.

Dieses Beispiel offenbart die Funktion und den Einfluss der Medien für die Konstruktion gesellschaftlicher Realität. Was wahr scheint, muss nicht wahr sein. Sein Buch über seine Erfahrungen als Journalist und im Umgang mit Medien, dem das obige Beispiel entstammt, nennt Wolf von Lojweski wohl auch deshalb „Der schöne Schein der Wahrheit“. Für das, was der Rezipient als Wahrheit wahrnimmt, zeichnen die Medien verantwortlich. Sie schaffen durch Berichterstattung soziale Tatsachen. Zeitungen wie die zitierte Chicago Daily News erfüllen diese Funktion ebenso wie die täglichen Fernsehnachrichten in Deutschland. Diese nutzen allerdings eine Kombination aus Sprache und Bild zur Informationsvermittlung. Aus diesem Grund wird ihnen eine hohe Glaubwürdigkeit zugeschrieben. Denn was man mit eigenen Augen sieht, das kann man auch glauben, so die Alltagstheorie. Doch auch Fernsehnachrichten können nur Ausschnitte der sozialen Realität wiedergeben. Und diese Ausschnitte stellen sich in Form der Themenauswahl und in der Art und Weise der Präsentation dar. Je nach Nachrichtenformat werden dem Zuschauer unterschiedliche Ausschnitte der sozialen Wirklichkeit auf unterschiedliche Weise dargeboten. So erfährt der Zuschauer der privat-kommerziellen Sat.1 Nachrichten von der Versteigerung eines Aktfotos der französischen Präsidentengattin Carla Bruni, während zur gleichen Zeit der Zuschauer der öffentlich-rechtlichen ARD Tagesschau über die Neuwahl des Vorstandes von UNICEF Deutschland informiert wird - zwei grundsätzlich verschiedene soziale Realitäten werden konstruiert.

Ein Unterschied zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendungen zeichnet sich ab. Die Konvergenzthese[2] aber besagt, dass sich öffentlich-rechtliche und private Nachrichten inhaltlich wie handwerklich einander annähern. Welche Formen der Unterschiedlichkeit oder Annäherung zwischen den öffentlich-rechtlichen und den privaten Fernsehnachrichten existieren, soll im Verlauf der vorliegenden Magisterarbeit geklärt werden. Zentrales Augenmerk liegt hierbei auf der Funktion der Nachrichtenformate für die Konstruktion sozialer Realität.

Folgenden Untersuchungsfragen wird nachzugehen sein:

Welche Art von sozialer Realität wird von den Fernsehnachrichten konstruiert?

Auf welche Art und Weise und mit welchen Mitteln wird diese soziale Realität konstruiert?

Die Beantwortung dieser Fragen erfolgt stets unter vergleichender Perspektive, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Berichterstattung von öffentlichrechtlichen und privaten Anbietern von Fernsehnachrichten aufzudecken.

Nutzen sie ähnliche oder unterschiedliche Mittel zur Informationsvermittlung und wie wirken diese Mittel?

Gibt es auch Unterschiede innerhalb der öffentlich-rechtlichen bzw. innerhalb der privaten Nachrichtenformate?

Worauf sind gegebenenfalls Unterschiede in der Berichterstattung und Realitätskonstruktion zurückzuführen?

Im Ergebnis der Magisterarbeit soll geklärt werden, ob und wie sich die Sendergruppen der privaten und der öffentlich-rechtlichen Nachrichtanbieter in ihren Realitätskonstruktionen unterscheiden, welche „Wahrheiten“ sie konstruieren.

2 Vorgehensweise und Material

Als Untersuchungsmethode für die vorliegende Magisterarbeit wurde eine rekonstruktive Vorgehensweise gewählt. Demzufolge steht das Material im Mittelpunkt der Analyse. Vor dem Hintergrund der zentralen Fragestellung nach der Konstruktion sozialer Wirklichkeit wird das Untersuchungsmaterial mit möglichst offenem Blick für seine Besonderheiten und spezifischen Eigenschaften untersucht. Dies lässt Spielraum für das Aufstellen neuer Fragen und die Anpassung von Untersuchungsschwerpunkten im Verlauf der Analyse. Aus diesem Grund wird auch auf eine ausführlich formulierte Theorie im Vorfeld der Untersuchung verzichtet, ebenso auf eine konkret formulierte Untersuchungshypothese. Ziel der Arbeit soll nicht das Bestätigen oder Widerlegen einer zuvor getroffenen Aussage sein, sondern die analytische Arbeit am Untersuchungsmaterial und das Aufzeigen der Ergebnisse.

Als Untersuchungsmaterial dienen Videoaufzeichnungen der abendlichen Hauptnachrichtensendungen vom Montag, dem 07.04.2008, bis Freitag, den 11.04.2008. Aufgezeichnet wurden auf Seiten der öffentlich-rechtlichen Anbieter die „Tagesschau“ der ARD und die „Heute“-Sendungen des ZDF, auf Seiten der privaten Anbieter wurden „RTL Aktuell“ und die „Sat.1 Nachrichten“ ausgewählt. Diese vier Formate gelten als die wichtigsten und quotenstärksten Hauptnachrichtensendungen im deutschen Fernsehen.[3] Als Datenkorpus dienen demnach 20 aufgezeichnete Einzelsendungen, davon jeweils fünf Ausstrahlungen pro Nachrichtenformat. Insgesamt besteht das Datenmaterial aus 260 Nachrichtenbeiträgen. Davon entfallen 59 Beiträge auf die Sat.1 Nachrichten, 80 Beiträge auf RTL Aktuell, 56 Beiträge auf die ARD Tagesschau und 65 Beiträge auf ZDF Heute. Um die Themenstruktur der Nachrichtensendung anschaulich und vergleichbar zu machen, werden Prozentanteile als Vergleichsgrundlage genutzt.

Zunächst sind die Sendungen hinsichtlich der Kontextfigurationen zu untersuchen, innerhalb derer sie soziale Realität konstruieren. In Kapitel 3.1 werden die wesentlichen Rahmenbedingungen der Realitätskonstruktion in den Nachrichtensendungen vorgestellt und die Themenstruktur der untersuchten Formate analysiert und verglichen. Während der Analyse wird die Verteilung der Beiträge auf bestimmte Themenkategorien untersucht. Hierzu werden die Beiträge ausgezählt und den entsprechenden Kategorien zugeordnet. Hier wird nicht die Dauer in Sendeminuten angegeben, sondern die Anzahl der Beiträge, da der Fokus der Untersuchung auf der grundsätzlichen Themenwahl liegt. Diese lässt sich durch die Anzahl der Beiträge und ihren Anteil an der Gesamtzahl adäquat ermitteln.

Die in Kapitel 3.1 gesammelten Informationen bilden den Kontext und die nötigen Hintergrundinformation für die mikroanalytische Untersuchung in Kapitel 3.2. Hier werden anhand eines ausgewählten Themas die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen und der privaten Formate herausgestellt. Ziel sind Aussagen über die Formen der konstruierten sozialen Realität und ihrer Elemente sowie deren Vergleich.

Zu Gunsten der Lesbarkeit des Textes wird bei der Bezeichnung der Akteure darauf verzichtet, die weibliche und die männliche Form zu verwenden. Sollte die Geschlechtszugehörigkeit für die Aussage relevant sein, wird dies der jeweiligen Formulierung zu entnehmen sein.

3 Analyse des Materials

Die analytische Arbeit am Material erfolgt in zwei großen Teilschritten. Zunächst sind im folgenden Kapitel 3.1 die Kontextfigurationen der einzelnen Nachrichtenformate zu untersuchen und zu vergleichen. Diese Analyse des Datenmaterials hinsichtlich der Kontextfiguration bietet notwendige Hintergrundinformationen für die anschließende mikroanalytische Untersuchung in Kapitel 3.2. Gegenstand dieses zweiten Abschnitts ist der Vergleich der untersuchten Formate anhand eines gemeinsamen Themas und dessen Umsetzung in der Berichterstattung, was Aussagen über die Eigenschaften der konstruierten sozialen Realität und die genutzten Mittel zu ihrer Erzeugung generieren soll. Zentral ist das Aufzeigen von Unterschieden und Gemeinsamkeiten der untersuchten Sendungen und ihrer jeweiligen Realitätskonstruktionen. Abschließend soll die Frage geklärt werden, ob es grundlegende Unterschiede zwischen den öffentlich-rechtlichen und den privaten Nachrichtenformaten gibt.

3.1 Kontextfiguration

Der Zuschauer hat durch sein Vorwissen über das jeweilige Nachrichtenformat eine gewisse Erwartungshaltung bezüglich der Inhalte sowie der Art und Weise der Vermittlung dieser Inhalte durch die Nachrichtensendung. Dieses Vorwissen speist sich aus der alltagtheoretischen Annahme, dass die öffentlich-rechtlichen Nachrichtenformate eher sachlich informativ angelegt sind, da sie ihrer im Rundfunkstaatsvertrag festgeschriebenen Informations- und Bildungspflicht nachkommen müssen. Den privaten Nachrichtensendungen hingegen werden auch unterhaltsame Eigenschaften zugeschrieben sowie die intensivere Berichterstattung über Tragödien und so genannte bunte Themen, da sie kommerziell ausgerichtet und damit auf hohe Zuschauerzahlen angewiesen sind.

Als weitere Quelle kann der Zuschauer auf ein gewisses Vorwissen zurückgreifen, das auf seinen Wahrnehmungserfahrungen als Rezipient der entsprechenden Nachrichtenformate basiert und die Normalformerwartung des Zuschauers an die inhaltliche und gestalterische Aufmachung der täglichen Nachrichtensendung bedingt. So erwartet beispielsweise der regelmäßige Zuschauer der ARD Tagesschau zahlreiche und fundierte Informationen aus dem politischen Themenbereich, jedoch kaum Berichte über das Privatleben von Prominenten. Die Wahrnehmungsorientierung und auch die Interpretationsorientierung des Zuschauers werden folglich durch sein Kontextwissen bezüglich der Nachrichtensendung bestimmt.

Um folglich Aussagen über die Art der sozialen Realität und die Mittel ihrer Konstruktion innerhalb der untersuchten Fernsehnachrichten treffen zu können, ist es zunächst notwendig, die Kontextfigurationen für die Informationsvermittlung näher zu beleuchten. Ziel der folgenden Ausführungen ist daher die detaillierte Analyse der Kontextfigurationen für die untersuchten Nachrichtenformate. Hierfür werden zunächst in Kapitel 3.1.1 die Rahmenbedingungen für die Informationsvermittlung durch die Nachrichtensendungen untersucht. Hierzu gehören die Aspekte der Sendezeit und Sendedauer, die in den Sendungen verwendeten Akteurskonzepte und die visuelle Präsentation der Nachrichtensendungen.

Rückschlüsse auf die inhaltlichen Grundkonzeptionen der einzelnen Formate lassen sich insbesondere aus der Analyse der Themenstruktur in Kapitel 3.1.2 ziehen, in welchem die Themenprofile der Formate erarbeitet und verglichen werden. Hierfür ist zunächst ein Kategorienschema zu erstellen und in mehreren Teilschritten zu verfeinern, um einen möglichst differenzierten Blick auf die Themenstruktur der Sendungen zu erhalten. An die Darstellung der Themenverteilung je Format schließt sich ein Vergleich der Nachrichtensendungen anhand ausgewählter Themenkategorien an, der Aussagen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der thematischen Schwerpunktsetzung der Formate ermöglichen soll. Anschließend dienen nicht mehr die Themenkategorien als Vergleichskriterium, sondern die Einzelthemen. Es wird ermittelt, welche Themen und Beiträge von allen Formaten aufgegriffen werden und somit eine Art Nachrichtenkanon im Untersuchungszeitraum bilden. Nach der Darstellung des Nachrichtenkanons als Gemeinsamkeit aller untersuchten Sendungen folgt ein Überblick über die Inhalte, die ausschließlich von den privaten und ausschließlich von den öffentlich-rechtlichen Nachrichten thematisiert werden, um Aussagen über die Unterschiede zwischen beiden Sendergruppen zu generieren.

Die möglicherweise unterschiedlichen Sendungskonzepte der einzelnen Formate und die Auswahl der Themen bedingen sich wechselseitig und geben Aufschluss darüber, welche Inhalte für die jeweils konstruierte soziale Wirklichkeit von Relevanz sind. Die Themenprofile gehören demnach zu den entscheidenden Kontextmerkmalen für die Konstruktion der sozialen Realität durch die Nachrichtensendungen.

3.1.1 Rahmenbedingungen

Da die Rahmenbedingungen, unter denen die einzelnen Formate soziale Realität generieren, wichtige Elemente der Kontextfiguration darstellen, dienen die folgenden Ausführungen ihrer Analyse. Hierbei sind verschiedene Aspekte zu berücksichtigen, anhand derer die Formate verglichen werden. Nach der Sendedauer und dem Ausstrahlungszeitpunkt (Kapitel 3.1.1.1) werden die jeweils relevanten Akteure der Formate betrachtet. In Kapitel 3.1.1.2 wird analysiert, welche Akteurskonzepte in den Formaten genutzt werden und inwiefern sich die Rolle eines Nachrichtensprechers von der Rolle eines Anchorman bzw. Moderators unterscheidet. Inhalt von Kapitel 3.1.1.3 ist die Untersuchung der jeweiligen Studio- und Sendungsgestaltung und damit der visuelle Hintergrund, vor dem die Akteure die Sendung präsentieren.

3.1.1.1 Sendezeit und Sendedauer

Die Dauer der Nachrichtensendungen unterscheidet sich auf den ersten Blick zwar nur um wenige Minuten, jedoch ist zu berücksichtigen, dass bereits 30 Sekunden bis 1,5 Minuten genügen, um weitere Inhalte und Themen in Form von Sprechermeldungen oder Beiträgen in der Sendung unterzubringen oder um ein Thema intensiver auszuführen. Somit kann sich die Länge der Sendung auf die inhaltliche Vielfalt und die Informationstiefe auswirken.

Die beiden Nachrichtenformate, die im Hinblick auf den Ausstrahlungszeitpunkt in direkter Konkurrenz zueinander stehen, sind die Sat.1 Nachrichten und die ARD Tagesschau. Beide Formate werden von 20:00 Uhr bis 20:15 Uhr ausgestrahlt und haben somit 15 Minuten Sendezeit zur Verfügung, wobei die Rubrik Wetter sowohl bei Sat.1 als auch bei der Tagesschau direkt in die Sendung integriert wird.

Sowohl RTL Aktuell als auch ZDF Heute trennen hingegen die Wettervorhersage deutlich von der eigentlichen Nachrichtensendung, weshalb auch in Programmzeitschriften das Wetter für RTL und ZDF als separater Programmpunkt ausgewiesen ist. RTL Aktuell wird von 18:45 Uhr bis 19:05 Uhr gezeigt, wobei ab 19:03 Uhr im Anschluss an einen eingeschobenen Werbespot die Wettervorhersage präsentiert wird. Die reine Sendezeit für die Nachrichtensendung ohne Wetter beläuft sich für RTL Aktuell auf ca. 17 Minuten. Damit ist das Format 2 Minuten länger als die Sat.1 Nachrichten und die Tagesschau der ARD. Das Nachrichtenformat des ZDF wird von 19:00 Uhr bis 19:20 Uhr ausgestrahlt. Im Anschluss an einen Werbeblock wird bis 19:25 Uhr das Wetter gezeigt. Folglich weist ZDF Heute mit 20 Minuten die längste Sendedauer auf.

3.1.1.2 Akteurskonzepte

An der Produktion von Nachrichtensendungen und der damit verbundenen Informationsvermittlung sind diverse Akteure beteiligt, von denen die wenigsten für den Zuschauer als Person sichtbar werden.[4] Zu den nicht sichtbaren Akteuren gehören beispielsweise die Mitarbeiter der Redaktionen und die Autoren, die die Beiträge erarbeiten, Themen recherchieren, die Themenauswahl treffen und somit die Inhalte der Sendung maßgeblich gestalten. Ebenfalls für den Zuschauer nicht sichtbar ist das Personal, das im Schnitt Ton und Bild der Nachrichtenbeiträge zusammenstellt. Gleiches gilt für Regie, Aufnahmeleitung und Studiotechnik. Von den Mitarbeitern dieser Bereiche werden die Sendungen organisatorisch und technisch umgesetzt. Kameraleute in den Studios und vor Ort zeichnen für die Bilder verantwortlich. Diese Akteure in der Produktion und Realisation von Nachrichtensendungen treten während der Ausstrahlungen für den Rezipienten nicht persönlich in Erscheinung.

Anders die sichtbaren Akteure, die sich vor der Kamera befinden. Hierzu gehören vorrangig die Moderatoren und Sprecher der Sendungen, aber auch die Kommentatoren und Reporter innerhalb der Beiträge. Die sichtbaren Akteure sind innerhalb der audiovisuellen medialen Massenkommunikation in einem eigenen System von Prominenz bzw. einem Starsystem verortet. Abhängig von der Häufigkeit, Prägnanz und Ausführlichkeit ihrer Auftritte erreichen diese Bildschirmakteure einen gewissen Wiedererkennungseffekt beim Publikum.[5]

Die bisher genannten sollen als produktionsinterne Akteure bezeichnet werden,[6] in Abgrenzung zu den in den Beiträgen gezeigten Personen, wie beispielsweise Politiker, Künstler, Sportler etc. Sie sollen hier zu den produktionsexternen Akteuren gezählt werden. Die Prominenz dieser Akteure speist sich aus anderen Quellen, kann aber durch das Erscheinen in Nachrichtensendungen verstärkt werden.[7] Sie haben jedoch wenig bis gar keinen Einfluss auf die Gestaltung der Beiträge wie der Nachrichtensendung. Interviewpartner, die mit ihren wörtlichen Aussagen in Form von so genannten O-Tönen in den Filmbeiträgen erscheinen, können kaum beeinflussen, welche ihrer Äußerungen in welchem Zusammenhang in die Beiträge eingefügt werden. Diese Entscheidung obliegt den produktionsinternen Akteuren, die aktiv am Entstehungsprozess der Sendung mitarbeiten.

Die vorliegende Untersuchung fokussiert auf die sichtbaren produktionsinternen Akteure, speziell auf die Präsentatoren der Sendungen. Die Moderatoren bzw. Anchormen und die Sprecher übernehmen in der Informationsvermittlung wesentliche Funktionen. Sie dienen dem Zuschauer als Identifizierungsvorlage, können sogar als „Personifizierung ganzer Genres“[8] gelten. Der vermeintlich direkte Augenkontakt mit dem Zuschauer durch den Blick in die Kamera schafft eine Beziehung „parasozialer Interaktion“ zwischen Publikum und Moderator, dem Fähigkeiten und Eigenschaften wie Seriosität, Verlässlichkeit, Glaubwürdigkeit und Allwissenheit zugeschrieben werden. Die Bindung des Zuschauers an die Sendung und sein Vertrauen in die Glaubhaftigkeit der Informationsvermittlung wird konstituiert und reproduziert durch die unmittelbare Verbindung, die der Fernsehakteur zum Rezipienten herstellt. Wesentliches Kennzeichen von Nachrichtensendungen, die von Moderatoren präsentiert werden, ist der „persönliche Faktor“[9]. Durch den Einsatz des Anchorman vor der Kamera als Kontaktperson und Identifikationsfläche für den Zuschauer wird die Fernsehkommunikation personalisiert und intimisiert. Je nach Grad der Bekanntheit avancieren die Protagonisten zu Erkennungsmarken der Sendung, des Genres oder eines ganzen Senders. Zudem ist der Moderator einer Sendung Träger der essentiellen Kommunikationshandlungen, zu denen im Wesentlichen das Darstellen, Sprechen, Moderieren und Präsentieren gehören. Diese Kommunikationshandlungen haben konstruktiven Charakter bezüglich der sozialen Realität, die für den Rezipienten geschaffen wird.

Zwei unterschiedliche Akteurskonzepte lassen sich grundsätzlich für die Präsentatoren von Nachrichtensendungen unterscheiden: Sprecher und Moderator bzw. Anchorman. Welche Konzepte die untersuchten Nachrichtensendungen nutzen und wie sich diese ausprägen, ist Inhalt der folgenden Ausführungen.

3.1.1.2.1 Analyse der Akteurskonzepte im Untersuchungszeitraum

Von den vier untersuchten Nachrichtenformaten nutzt ausschließlich die ARD Tagesschau durchgängig das Konzept des Sprechers. Bei ZDF, Sat.1 und RTL werden die Sendungen von einem oder mehreren Moderatoren, die auch als Anchormen bezeichnet werden, präsentiert. Die Gestaltung und Umsetzung eines Akteursmodells ist von Bedeutung für die konzeptionelle Ausrichtung des Nachrichtenformates, wie die Analyse der ausgewählten Sendungen zeigt. So wird bei der Untersuchung der Tagesschau bereits bei der Inszenierung des Nachrichtensprechers deutlich, dass der Fokus der Sendung auf möglichst sachlicher Berichterstattung liegt.

Wie Darstellung 1 zeigt, sitzt der Sprecher der ARD Tagesschau hinter einem Schreibtisch, wodurch die Hälfte seines Körpers verdeckt wird, und liest die Meldungen und Texte meist vom Blatt oder seltener vom Teleprompter ab. Durch diese sparsame Körpersprache wird nicht von den vorgetragenen Inhalten abgelenkt. Es wird keine persönliche Interpretationskomponente von Seiten des Sprechers eingebracht. Plake spricht in diesem Zusammenhang von der Neutralisierung anderer Zeichensysteme, um möglichst nicht von der Funktion der Informationsvermittlung abzulenken.[10] Der Sprecher bringt sich selbst und seine persönliche Meinung nicht mit in die Kommunikation ein. Dagegen wird die Persönlichkeit eines als Anchorman oder Moderator konzipierten Akteurs als bewusstes Ausdrucksmittel in die Gestaltung einer Sendung integriert. Hier zeigen sich unterschiedlich hohe Grade der Personalisierung der Nachrichtensendungen.

Darstellung 1: Sprecher der ARD Tagesschau, Thorsten Schröder.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mit Ausnahme des Sprechers der ARD Tagesschau halten die Akteure aller untersuchten Formate einen Stift in der Hand. Auch hier zeigt sich die unterschiedliche Konzeption von Moderator und Sprecher, denn während Moderatoren in ihren Texten und Äußerungen relativ flexibel sind und diese ändern können, hält sich der Sprecher der Tagesschau unverändert an die Texte, die ihm von der Redaktion zugearbeitet werden.

Für den Sprecher der ARD Tagesschau ist wesentlich, dass die sparsame Inszenierung seiner Person dazu beiträgt, den Fokus weniger auf den Akteur und stärker auf die sachliche Information zu lenken. Insgesamt gehören 13 Sprecher zum Team der Tagesschau, das sind Jan Hofer als Chefsprecher, Ellen Arnhold, Marc Bator, Claus-Erich Boetzkes, Susanne Daubner, Laura Dünnwald, Caroline Hamann, Susanne Holst, Michail Paweletz, Judith Raker, Jens Riewa, Thorsten Schröder und Tarek Youzbachi.[11] Die große Anzahl der Sprecher, die im Wechsel als Akteure in Erscheinung treten, belegt die weniger starke Konzentration der Tagesschau auf den Akteur vor der Kamera. Zwar sind manche Sprecher dem Zuschauer durch ihre langjährige Tätigkeit für das Format bekannt, doch bringen sie ihre Persönlichkeit kaum in die Informationsvermittlung ein. Auf diese Weise erhält die Tagesschau Kontinuität bezüglich der Nachrichtübermittlung ohne Bindung an Einzelpersonen. Dies ist insbesondere bei den privaten Formaten nicht der Fall, deren Hauptmoderatoren als Persönlichkeiten eng mit der Sendung verknüpft sind. Da der Zuschauer der Tagesschau an einen häufigen Wechsel der Akteure vor der Kamera gewöhnt ist, gehört dieser Aspekt zu seinem Kontextwissen über das Format. Er erwartet demnach weniger als die Zuschauer der privaten Formate, von einer „vertrauten“ Person informiert zu werden.

Diese reduzierte Bedeutung der Akteurspersönlichkeit bei der Tagesschau lässt sich anhand der Ergebnisse der vorliegenden Analyse belegen. An den fünf Untersuchungstagen tritt jeweils ein anderer Sprecher in Erscheinung. Die Woche beginnt am Montag mit Thorsten Schröder, am Dienstag spricht Marc Bator, den Mittwoch betreut Chefsprecher Jan Hofer, am Donnerstag agiert Susanne Daubner und am Freitag endet der Untersuchungszeitraum mit Jens Riewa als Sprecher. Der tägliche Wechsel der Akteure macht die Personalisierung und Bindung der Informationsvermittlung an eine Einzelperson bei der Tagesschau nahezu unmöglich.

Jeder der Sprecher begrüßt die Zuschauer zu Beginn der Tagesschau mit den Worten: „Guten Abend meine Damen und Herren.“ Dieser Satz wird täglich wiederholt, unabhängig davon, welcher Sprecher die Sendung präsentiert. Die Zuschauer erwarten diese Begrüßung, da sie durch ihr Kontextwissen darüber informiert sind, dass jede Tagesschau-Sendung mit diesen Worten begonnen wird. Hier zeigt sich wiederum ein etabliertes Merkmal der Sendung, das unabhängig von der Person des Sprechers existiert. Keiner der Sprecher bringt hier seine persönliche Note in die Begrüßung ein, sämtliche Akteure handhaben diese Sequenz identisch. Somit gehört dieses Element zum Stil der Tagesschau, nicht zum Stil einer Person.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Sprecher der Tagesschau Informationen transportieren. Unterhaltung gehört nicht zu ihren Aufgaben. Sie begrüßen und verabschieden die Zuschauer auf höfliche, distanzierte Weise, was wenig Nähe schafft. Dieser emotionale Abstand vermittelt einen professionellen, sachlichen, neutralen und zuverlässigen Eindruck. Die Sprecher kommen einzig ihrer Aufgabe zur Informationsvermittlung nach, ohne durch persönliche Aspekte davon abzulenken. Insgesamt unterstützt dieses Akteurskonzept der Tagesschau die Ausrichtung der Sendung auf sachliche Berichterstattung ohne persönliche Komponente.

Zusätzlich zur Funktion der sachlichen Informationsvermittlung, die auch die Sprecher der Tagesschau erfüllen, übernehmen die Moderatoren von ZDF Heute auf persönlichere Art die inhaltliche Führung durch die Sendung, was sich beispielsweise in der zusätzlichen Kameraeinstellung zeigt, die den Moderator nah und zentriert im Bild ohne andere Grafiken präsentiert. Hier zeichnet sich eine stärkere Personalisierung als bei der Tagesschau ab. Innerhalb des Untersuchungszeitraums findet auch bei ZDF Heute ein Akteurswechsel statt. Während die Sendungen der ersten beiden Untersuchungstage von Steffen Seibert moderiert werden, tritt von Mittwoch bis Freitag Petra Gerster als Moderatorin in Erscheinung. Sie sind allerdings die einzigen Moderatoren im Team von ZDF Heute, worin sich das stärker personalisierte Konzept der Sendung äußert. Petra Gerster hat durch ihre langjährige Moderationstätigkeit für das Format seit 1998 für den Zuschauer bereits einen erhöhten Bekanntheitsgrad. Ebenso ist Steffen Seibert, der in Darstellung 2 abgebildet ist, den Rezipienten seit 2003 als Akteur von ZDF Heute bekannt.[12]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 2: Moderator von ZDF Heute, Steffen Seibert.

An vier von fünf Untersuchungstagen befindet sich der Moderator allein hinter dem Tresen. Am Freitag, dem 11.04.2008, ist zudem ein Sportmoderator anwesend, der jedoch nur zur Begrüßung und im Sportblock in Erscheinung tritt.

Grundsätzlich ist für das Akteurskonzept von ZDF Heute festzuhalten, dass es stärker personalisiert ist und dadurch mehr persönliche Nähe zum Zuschauer erzeugt, da die Akteure vor der Kamera regelmäßig in Erscheinung treten, wodurch sich ein Gewöhnungseffekt beim Zuschauer einstellt. Zudem werden beiden Moderatoren Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Seriosität und Kompetenz zugeschrieben, wie beispielsweise die Verleihung von Publikumspreisen wie dem „Bambi“ an beide Akteure belegt.[13]

Seit dem 17. März 2008 wird das Format der Sat.1 Nachrichten vom Hauptmoderator Peter Limbourg präsentiert, der zudem die Position des Chefredakteurs des Nachrichtensenders N24 bekleidet. N24 gehört ebenso wie der Sender Sat.1 zur Pro Sieben Sat.1 Media AG. Zuvor trug die Sendung den Namen Sat.1 News und wurde um 18.30 Uhr ausgestrahlt. Der Sat.1-Geschäftsführer Dr. Torsten Rossmann beschreibt die Funktion des Anchorman für das veränderte Sendungskonzept wie folgt.

„Wir wollen mehr Relevanz für die Information bei Sat.1, einen verbesserten Audience Flow[14] im Vorabend und mittelfristig in dieser wichtigen Zeitschiene auch wieder steigende Marktanteile. Mit der Entscheidung für Peter Limbourg und der Verlegung der Nachrichten auf 20.00 Uhr schaffen wir die Voraussetzungen, um diese Ziele zu erreichen. Peter Limbourg ist ein sehr erfahrener Fernsehjournalist, der als ausgewiesener Experte und gut informierter Beobachter nationaler und internationaler Politik gilt. Durch unzählige Live-Berichterstattungen ist er sicher, schnell und präzise. All das kommt jetzt den neuen 'Sat.1 Nachrichten' zugute."[15]

Hier zeigt sich, dass Sat.1 auf die bereits in Kapitel 3.1.1.2 beschriebenen Eigenschaften eines Anchorman und dessen Wirkung für die Zuschauerbindung und Glaubwürdigkeit des Formates setzt. Peter Limbourg wird eine hohe Nachrichtenkompetenz zugeschrieben, da er als Chefredakteur des Nachrichtensenders N24 eine Leitungsposition einnimmt.[16] Zudem verfügt er über langjährige journalistische Erfahrung. Dieses Kontextwissen schafft beim Zuschauer Vertrauen in die Informationen, die er innerhalb der Sendung präsentiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 3: Moderator der Sat.1 Nachrichten, Peter Limbourg.

Auch das optische Auftreten von Peter Limbourg, wie es in Darstellung 3 festgehalten ist, verstärkt den Eindruck von Seriosität und Kompetenz, wie die Ausführungen zur visuellen Gestaltung der Nachrichtensendungen in Kapitel 3.1.1.3 zeigen werden. Im Untersuchungszeitraum werden die Sat.1 Nachrichten ausschließlich von Peter Limbourg als einzigem Akteur präsentiert, was die Bindung des Formates und der damit verbundenen Informationsvermittlung an ihn als Persönlichkeit verstärkt.

Im Studio von RTL Aktuell befindet sich im Untersuchungszeitraum täglich neben dem Hauptmoderator zudem ein Sportmoderator. An vier von fünf Untersuchungstagen führt Peter Kloeppel als Anchorman durch die Sendung. Lediglich am Donnerstag tritt Annett Möller als Vertretung von Kloeppel in Erscheinung, die sonst im Wechsel mit Lothar Keller die Wochenendausgabe von RTL Aktuell moderiert.[17] Der Themenblock Sport am Ende der Sendung wird im Untersuchungszeitraum täglich von Ulrike von der Groeben moderiert. Beide Akteure sind in Darstellung 4 zu sehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 4: Moderatoren von RTL Aktuell. Links Hauptmoderator Peter Kloeppel, rechts Sportmoderatorin Ulrike von der Groeben. Der Akteur mit den meisten Redeanteilen ist der Anchorman Peter Kloeppel (bzw. seine Vertretung Annett Möller). Die Rolle des Anchorman in der Kommunikation mit dem Zuschauer ist, wie bereits beschrieben, anders angelegt als die Rolle des Nachrichtensprechers der Tagesschau. Die Persönlichkeit und auch die Meinung des Moderators von RTL Aktuell werden als entscheidende Faktoren und bewusstes Ausdrucksmittel für die Gestaltung der Sendung genutzt. Peter Kloeppel gilt als beliebtester Anchorman im Genre der deutschen Fernsehnachrichten.[18] Durch die Zuschreibung positiver Eigenschaften wie Kompetenz und Glaubwürdigkeit sowie seine dauerhafte Präsenz als Hauptmoderator seit 1992 bei den RTL Nachrichten[19] hat er einen hohen Bekanntheitsgrad und damit den für die Zuschauerbindung bedeutsamen Wiedererkennungseffekt erreicht.

Bei dem Vergleich der Intensität der Akteursinszenierung hinsichtlich der Zentrierung auf eine spezifische Persönlichkeit vor der Kamera weist Peter Kloeppel als Anchoman von RTL Aktuell diesbezüglich den höchsten Grad auf. An zweiter Stelle ist hier der Moderator der Sat.1 Nachrichten Peter Limbourg einzuordnen, gefolgt von den Moderatoren von ZDF Heute. Am wenigsten personenzentriert ist das Sprechermodell der ARD Tagesschau.

Zur Inszenierung der Akteure gehören auch die Positionierung[20] im Bild sowie die Präsentation der Akteure durch die Kameraeinstellung. Da diese im Kapitel 3.1.1.3 zur visuellen Gestaltung der Formate näher betrachtet werden, soll hier eine kurze Zusammenfassung genügen, die Rückschlüsse auf die Akteurskonzeptionen zulässt. Bezüglich der Präsentation der Akteure durch Kameraperspektiven und Positionen im Bild ist die ARD Tagesschau am zurückhaltendsten inszeniert, da sie mit der Einstiegs- bzw. Abschlusstotalen und der halbnahen Standardeinstellung des Sprechers rechts im Bild nur zwei unterschiedliche Einstellungen verwendet. Das zweite öffentlich-rechtliche Format ZDF Heute nutzt neben den Einstellungen, die auch die Tagesschau verwendet, zusätzlich die Kommentareinstellung zum Beginn und Abschluss der Sendung. Die Sat.1 Nachrichten zeigen ein größeres Spektrum an Kameraeinstellungen in Bezug auf die Präsentation des Moderators, wobei dennoch die Standardeinstellung des Moderators rechts im Bild neben der Grafik am häufigsten ist. Bildtechnisch am abwechslungsreichsten ist RTL Aktuell gestaltet. Hier wechseln die Kameraeinstellungen und damit die Positionierung und Präsentation des Moderators am häufigsten im Vergleich zu den anderen untersuchten Formaten. Es zeigt sich, dass RTL Aktuell aufwändiger inszeniert ist als die anderen Formate. Die Sendung wirkt durch die Positionierungswechsel dynamischer als beispielsweise die statischer wirkende Tagesschau.

Anhand der Akteursmodelle und der Inszenierung der Akteure vor der Kamera lassen sich bereits Unterschiede in der grundsätzlichen Konzeption der untersuchten Nachrichtensendungen ausmachen. So liegt der Schwerpunkt der Tagesschau augenscheinlich stärker auf der sachlichen Informationsvermittlung mit möglichst zurückhaltender Inszenierung des Sprechers. Ordnet man die untersuchten Nachrichtenformate nach der Intensität der persönlichkeitsbetonten Informationsvermittlung mit Unterhaltungselementen, so weisen die Tagesschau die geringste Ausprägung, ZDF Heute eine geringfügig stärkere, die Sat.1 Nachrichten eine noch stärkere und RTL Aktuell die höchste Ausprägung auf. Umgekehrt verhält es sich demnach mit der Betonung der Sachlichkeit und Nüchternheit der Informationsvermittlung. Hier steht die ARD Tagesschau mit der intensivsten Ausprägung ebenfalls RTL Aktuell mit der geringsten Ausprägung gegenüber. Allerdings ist darauf zu verweisen, dass sämtliche untersuchten Formate das Ziel der Berichterstattung über möglichst aktuelle und relevante Themen und Ereignisse verfolgen, was in ihrer gemeinsamen Genrezugehörigkeit zu den Nachrichtensendungen begründet ist.

3.1.1.3 Visuelle Präsentation der Nachrichten

Die Wirkung der Nachrichtenformate und ihre thematische Ausrichtung sind eng mit der visuellen Präsentation der Sendung, ihrem Design verbunden. Ordolff betont die Bedeutung eines stimmigen Gestaltungskonzeptes für die „Kompetenz und Glaubwürdigkeit, die beiden wichtigsten Faktoren für Nachrichtenüberhaupt.“[21] Die visuelle Präsentation der Sendung ist nicht als bloße Dekoration zu verstehen, sondern als wesentlicher Sendungsbestandteil, der vom Zuschauer als Bewertungskriterium für die Qualität und Glaubwürdigkeit des Formates genutzt wird.[22] Neben der bereits beschriebenen Nutzung verschiedener Kameraeinstellungen gehören zum Design einer Nachrichtensendung die Gestaltung der Studios hinsichtlich Farbgebung und Hintergrund, das Erscheinungsbild des Akteurs vor der Kamera und die Nutzung grafischer Elemente wie Logos und Inserts[23]. Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede die untersuchten Nachrichtensendungen hinsichtlich dieser Aspekte aufweisen, ist Inhalt dieses Kapitels.

Alle untersuchten Nachrichtenformate nutzen die Blue-Box- resp. Bluescreen- Technik. Bei diesem Verfahren wird der Moderator oder Sprecher vor einem einfarbigen, meist blauen, Hintergrund positioniert, auf den mittels Computertechnik Grafiken, Animationen, Fotos oder Filme projiziert werden. Die Gestaltung des Hintergrundes, vor dem die Nachrichtensendungen präsentiert werden, ist auf diese Weise über Computergrafiken frei wählbar. Jedes der untersuchten Nachrichtenformate weist ein typisches Gestaltungskonzept auf, welche im Folgenden beschrieben werden.

3.1.1.3.1 Visuelle Gestaltung der ARD Tagesschau

Zu Beginn der ARD Tagesschau wird das Logo der Sendung als Animation eingeblendet, wozu eine Stimme aus dem Off[24] die Sendung ankündigt. Danach folgt eine Totale des Studios, die beispielhaft in Darstellung 5 abgebildet ist. Der Zuschauer wird mit dieser Einstellung sprichwörtlich abgeholt und in das Studio geführt. In der Totalen sind der Sprecher hinter dem u-förmigen Tresen, der von der Oberkante indirekt beleuchtet wird, die spiegelnde Tresenoberfläche und der Hintergrund zu sehen, vor dem die Sendung präsentiert wird. Unterlegt ist diese Einstellung mit dem musikalischen Trailer, der den Wiedererkennungswert der Sendung unterstützt. Auf diese Einstiegstotale folgt ein Umschnitt auf den Sprecher in der halbnahen Standardeinstellung, wie sie in Darstellung 6 gezeigt ist. Er begrüßt die Zuschauer mit den Worten: „Guten Abend meine Damen und Herren.“ Dieser Satz ist typisch für die Tagesschau und wiederholt sich täglich, unabhängig davon, welcher Sprecher die Sendung präsentiert. Die Position des Sprechers ändert sich während der Sendung nicht. Wie bereits in der Analyse der Akteurskonzepte in Kapitel 3.1.1.2.1 beschrieben, wird hierdurch wie durch die sparsame Körpersprache und die zurückhaltende Inszenierung des Sprechers die vermittelte Information in den Mittelpunkt gerückt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 5: Einstiegs- und Abschlusstotale der ARD Tagesschau.

Die in Darstellung 5 abgebildete Totale nutzt die Tagesschau zudem nach der Verabschiedung durch den Sprecher am Ende der Sendung als Schlusseinstellung. Somit wird durch die Einstiegs- bzw. Schlusstotale der Rahmen der Sendung optisch geschlossen. Demnach weist die Tagesschau mit der Totalen in Darstellung 5 und der Standardeinstellung in Darstellung 6 insgesamt zwei Arten von Kameraeinstellungen auf. Dieser sparsame Einsatz von Perspektiven und die statischen Kameraeinstellungen betonen die informationsbezogene Ausrichtung der Sendung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 6: Standardeinstellung der ARD Tagesschau.

Wie Darstellung 6 zeigt, nutzt die Tagesschau einen senkrechten Farbverlauf von dunklem zu hellerem Blau zur Gestaltung des Hintergrundes. Auf diesem Hintergrund werden stets links vom Sprecher Grafiken und Bilder zu den entsprechenden Meldungen eingeblendet. Eine Weltkarte ist zudem im Hintergrund grafisch angedeutet, die ebenfalls in Blautönen gehalten ist. Dieses einfarbige Konzept verstärkt den Eindruck, dass bei der Tagesschau möglichst wenig vom Inhalt der Meldungen abgelenkt werden soll.

Unterhalb der Einblendungen steht dauerhaft die Angabe des Datums, was die Konzentration der Sendung auf tagesaktuelle Informationen betont. Ebenso findet sich hier der Name der Sendung, was es dem Zuschauer ermöglicht, sofort zu erkennen, welches Programm er verfolgt. Diese Einblendung ist ebenso wie die oberhalb eingeblendeten Grafiken und Bilder mit klaren, scharfen Außenrändern gegen den Hintergrund abgegrenzt, wodurch ein Eindruck klarer Strukturierung entsteht, der dem Konzept der Sendung entspricht. Der inhaltlichen Orientierung des Zuschauers dienen ebenfalls die in Weiß gehaltenen Bildüberschriften, die oberhalb der Grafiken angeordnet sind und als Hinweise auf das aktuell besprochene Thema zu verstehen sind. Da diese Texte als zusätzliche Mittel der Informationsvermittlung eingesetzt werden, ist der Zuschauer der Tagesschau gefordert, neben dem Hören und Sehen auch das Lesen als Rezeptionstechnik anzuwenden. Die Informationsvermittlung erfolgt demnach komplexer als bei reinen Bild-Sprache- Kombinationen. Die Bildüberschriften sind in der klassischen Schriftart Times New Roman geschrieben. Ebenfalls in dieser Schriftart wird zu Beginn der Sendung in der Standardperspektive oberhalb des Tagesschau-Schriftzuges in weißen Buchstaben der Name des Sprechers eingeblendet, während er die Zuschauer begrüßt (siehe Darstellung 1).

Die Inserts, mit Hilfe derer innerhalb der Filmbeiträge Namen, Orte oder andere Angaben als Information eingeblendet werden, entsprechen ebenfalls dem einfarbig blauen Gestaltungskonzept der Tagesschau. Von links nach rechts in Leserichtung verlaufen die Inserts ins Transparente. Darstellung 7 zeigt ein Beispiel für die Bauchbinden der ARD. Sie bestehen aus einem unteren, schmaleren Balken in Dunkelblau mit dem Tagesschau-Schriftzug, was den Wiedererkennungseffekt der Sendung verstärkt und dem Zuschauer zudem Orientierung bietet, in welchem Programm er sich befindet. Zudem zeigen die Inserts einen oberen, breiteren Balken, der dem Studiohintergrund in hellerem Blau mit angedeuteter Weltkarte nachempfunden ist. Auf diesem erscheint in der bereits aus den Bildüberschriften bekannten Schriftart Times New Roman die entsprechende Information.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Darstellung 7: Beispiel für ein Insert der ARD Tagesschau.

Hier zeigt sich, dass die ARD Tagesschau das einfarbige Gestaltungskonzept konsequent auch in den Details umsetzt. Somit erhöht sich die Außenwirkung hinsichtlich Zuverlässigkeit und Wiedererkennungswert, was den Erwartungen der Zuschauer entspricht. Sie kennen die Tagesschau als älteste Nachrichtensendung im deutschen Fernsehen, die ihr optisches Auftreten eher traditionell gestaltet und nur sparsam modernisiert oder verändert.

Aus der Analyse der visuellen Gestaltung der ARD Tagesschau lässt sich demnach schließen, dass die sachliche Informationsvermittlung mit möglichst reduzierter Personalisierung das zentrale Charakteristikum des Sendungskonzeptes darstellt.

3.1.1.3.2 Visuelle Gestaltung von ZDF Heute

Das zweite untersuchte öffentlich-rechtliche Format ZDF Heute beginnt wie die ARD Tagesschau mit der Animation des Sendungslogos, das allerdings an dieser Stelle noch nicht vollständig bis zum Erscheinen des Schriftzuges gezeigt wird. Es schließt sich die Einspielung der drei Schlagzeilen an, eine Funktion, die von der ARD Tagesschau nicht genutzt wird. Drei kurze Bildabläufe werden aus dem Off von der Stimme des Moderators betextet, die Titel der Schlagzeilen werden mit Hilfe von Inserts eingeblendet. Anschließend erfolgt eine Blende in die Logoanimation, nach deren Abschluss in die totale Einstellung des Nachrichtenstudios wie in Darstellung 8 übergeblendet wird. Dazu hört der Zuschauer eine Stimme aus dem Off, die den Beginn der Sendung ankündigt und den Moderator namentlich vorstellt.

[...]


[1] Wolf von Lojewski (2006): Der schöne Schein der Wahrheit. Politiker, Journalisten und der Umgang mit den Medien. Bergisch Gladbach: Gustav Lübbe Verlag.

[2] Vgl. Harald Burger

[3] Vgl. Krüger, Udo Michael (2008): InfoMonitor 2007. Unterschiedliche Nachrichtenkonzepte bei ARD, ZDF, RTL und SAT. 1. In: Media Perspektiven. Ausgabe 02/2008.

[4] Auch Werner Holly unterscheidet zwischen Akteuren hinter und Akteuren vor der Kamera. Vgl. Holly (2004), S. 32 ff.

[5] Vgl. ebd., S. 33.

[6] Holly verwendet für diese Akteure die Bezeichnung der „professionellen ‚Fernseh’akteure“. Vgl. Holly (2004), S. 36.

[7] Vgl. ebd., S. 36.

[8] Holly (2004), S. 37.

[9] Ebd.

[10] Vgl. Plake (2004), S. 33.

[11] Quelle: Selbstdarstellung der Tagesschau auf http://intern.tagesschau.de, Stand 30.08.2008.

[12] Quelle: Selbstdarstellung von ZDF Heute auf der Homepage: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/30/0,1872,1021118,00.html?dr=1 Stand: 28.08.2008.

[13] Quelle: Selbstdarstellung von ZDF Heute auf der Homepage: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/30/0,1872,1021118,00.html?dr=1 Stand: 28.08.2008.

[14] Als Audience Flow oder Zuschauerfluss bezeichnet man die Prozentzahl von Zuschauern, die erfolgreich von einer Sendung zur folgenden übernommen werden können. So erklärt sich beispielsweise, wieso Nachmittags-Talkshows oder Gerichtssendungen direkt nacheinander gesendet werden. Dies erhöht die Chance, die Zuschauer auch für die Folgesendung zu binden.

[15] Quelle: http://www.sat1.de/news Stand: 26.04.2008.

[16] Der Nachrichtensender N24 gehört ebenso wie Sat.1, ProSieben und kabel eins zu den Sendermarken des Konzerns ProSiebenSat.1 Group, der damit nach eigenen Aussagen das größte kommerzielle Free-TV-Unternehmen in Deutschland darstellt. (Quelle: http://www.prosiebensat1.de/unternehmen Stand 20.07.2008)

[17] Quelle: Formatbeschreibung von RTL Aktuell auf der Homepage des Senders RTL http://www.rtl.de/tv/tv_faq.php?tree=120 Stand: 26.04.2008.

[18] Dieses Ergebnis einer Umfrage veröffentlichte DIE WELT am 21. Februar 2008. Eingesehen unter http://www.welt.de/fernsehen/article1704138/Peter_Kloeppel_ist_beliebtester_Anchorman.ht ml Stand: 22.08.2008.

[19] Quelle: Formatbeschreibung von RTL Aktuell auf der Homepage des Senders RTL http://www.rtl.de/tv/tv_faq.php?tree=120 Stand: 26.04.2008.

[20] Positionsangaben werden, sofern nicht anders beschrieben, stets aus der Perspektive des Zuschauers angegeben.

[21] Ordolff (2005), S. 162.

[22] Vgl. ebd.

[23] Als Inserts oder auch Bauchbinden bezeichnet man Einblendungen (meist in Form eines Querbalkens), in der in Textform die Namen von Akteuren oder Titel der Beiträge erscheinen.

[24] Kommt eine Stimme aus dem so genannten Off, ist ihr Sprecher nicht im Bild zu sehen, sondern lediglich seine Stimme ist zu hören. Im Unterschied zum On, bei dem der Sprechende für den Zuschauer sichtbar ist. Vgl. Ordolff (2005), S. 51.

Ende der Leseprobe aus 115 Seiten

Details

Titel
Formen der Konstruktion sozialer Realität in Nachrichtensendungen
Untertitel
Eine vergleichende Analyse von öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehnachrichten
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
115
Katalognummer
V158168
ISBN (eBook)
9783640711215
ISBN (Buch)
9783640711505
Dateigröße
2061 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medien, Fernsehen, TV, Nachrichten, Tagesschau, ZDF Heute, RTL Aktuell, Sat 1 Nachrichten, Soziale Wirklichkeit
Arbeit zitieren
Magistra Artium Jana Merkel (Autor), 2008, Formen der Konstruktion sozialer Realität in Nachrichtensendungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158168

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