Psychopathologie - Fallarbeit Patienten


Hausarbeit, 2010
26 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Fallbeispiel C
1.1 Um welche Art von Storung(en) handelt es sich?
1.2 Anhand welcher Symptome kann im Beispiel auf diese Storung geschlossen werden?
1.3 Welche Ursachen mussten grundsatzlich bei dieser psychischen Storung in Erwagung gezogen werden und welche lassen sich aus der Falldarstellung vermuten?
1.4 Sozialarbeiterische Empfehlung

2 Fallbeispiel D
2.1 Um welche Art von Storung(en) handelt es sich?
2.2 Anhand welcher Symptome kann im Beispiel auf diese Storung geschlossen werden?
2.3 Welche Ursachen mussten grundsatzlich bei dieser psychischen Storung in Erwagung gezogen werden und welche lassen sich aus der Falldarstellung vermuten?
2.4 Sozialarbeiterische Empfehlung

3 Fallbeispiel F
3.1 Um welche Art von Storung(en) handelt es sich?
3.2 Anhand welcher Symptome kann im Beispiel auf diese Storung geschlossen werden?
3.3 Welche Ursachen mussten grundsatzlich bei dieser psychischen Storung in Erwagung gezogen werden und welche lassen sich aus der Falldarstellung vermuten?
3.3.1 Soziale Faktoren und das biologische Paradigma
3.3.2 Das psychoanalytische Paradigma
3.3.3 Lerntheoretische Ansatze
3.4 Sozialarbeiterische Empfehlung

4 Quellenverzeichnis und Fallbeschreibungen

1 Fallbeispiel C

1.1 Um welche Art von Storung(en) handelt es sich?

Anhand des dargestellten Fallbeispiels lasst sich vermuten, dass Herr C. an einer posttrauma- tischen Belastungsstorung leidet.

1.2 Anhand welcher Symptome kann im Beispiel auf diese Storung geschlossen werden?

Nach einem einmonatigen Klinikaufenthalt des Herrn C. in der Verbrennungsstation, wird dieser bei einer Nachuntersuchung bei einem Chirurgen das erste Mal auffallig. Herr C. sei „zittrig und stottert und reagiert nicht auf die Ausfuhrungen des Chirurgen“.

Dieses Verhalten lasst auf eine Angststorung hindeuten, jedoch ist es noch zu wage, um diese einer genauen Krankheit zuzuordnen.

Beim anschlieBenden Gesprach mit einem Psychiater wirkt Herr C. sehr nervos und bricht in Tranen aus. Den Grund fur sein Verhalten erklart er so: „er musse unaufhorlich daruber nach- denken, dass er zum ersten Mal in seiner glanzenden Karriere ein brennendes Gebaude alleine betreten hat, und zwar in einer Art, die den Sicherheitsrichtlinien widersprach, fur die er in der Ausbildung verantwortlich war und dass er dabei fast todliche Verbrennungen erlitt.“

Wiederkehrende, eindringliche und belastende Erinnerungen sind ein typisches Symptom fur eine posttraumatische Belastungsstorung (Vgl. Grande, 2004, S.4).

Desweiteren auBert Herr C. „Er fuhlt sich zutiefst beschamt wegen seines Fehlverhaltens bei dem Brand und kann nicht damit aufhoren, es sich in Gedanken immer wieder vorzustellen. Seine wiederkehrenden Albtraume, in denen er den Brand immer und immer wieder neu durchmacht, sind schlimmer geworden, seit er wieder zu Hause ist, und er hat groBe Schwie- rigkeiten, schlafen zu gehen - um vielleicht zu traumen.“

Die wiederkehrenden, belastenden Traume und die daraus entstandenen Schwierigkeiten ein- oder durchzuschlafen sind weitere Symptome, die auf eine posttraumatische Belastungssto- rung hindeuten (Vgl. Grande, 2004, S.4,5)

Im Anschluss an das Gesprach besuchte Herr C. seine alte Feuerwache. Als dort eine Feuer- alarm ertone „sprang er fast aus dem, was noch von seiner Haut ubrig geblieben war heraus und begann zu zittern und zu schwitzen. Er brach ubersturzt auf, indem er sich mit Unwohl- sein entschuldigte“.

Intensive psychische Belastung und/oder korperliche Reaktionen bei Konfrontation mit „Hinweisreizen“, die Aspekte des Ereignisses symbolisieren oder daran erinnern sind weitere Symptome die fur diese Angststorung sprechen (Vgl. Grande, 2004, S.4)

Die fur Herr C. vorgesehene Ruckkehr in seinen Beruf auf Teilzeitbasis, schlieBt er katego- risch aus „er kann sich nicht vorstellen, jemals wieder in die Feuerwache zu gehen oder gar einen Brand zu bekampfen.“

Das Vermeiden von Aktivitaten, Orten oder Menschen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen, sind ebenfalls Symptome einer posttraumatischen Belastungsstorung.

Herr C. schildert auBerdem, dass er angefangen habe zuhause Alkohol zu trinken, „dass er sich selbst fremd vorkommt und mit niemandem sprechen mochte.“

Das bewusste Vermeiden von Gedanken, Gefuhlen oder Gesprachen, die mit Traum in Ver- bindung stehen zahlen auch zu den Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstorung (Vgl. Grande, 2004, S.4)

Herr C. auBerte ein Gefuhl der Hilflosigkeit und Entsetzten uber sein momentanes Aussehen, desweiteren hat er angefangen am „Sinn des Lebens zu zweifeln“.

Die Gefuhle einer eingeschrankten Zukunft, wie sie Herr C geauBert hat, ist ein weiteres Symptom einer posttraumatischen Belastungsstorung. (Vgl. Grande, 2004, S.4)

1.3 Welche Ursachen mussten grundsatzlich bei dieser psychischen Storung in Erwagung gezogen werden und welche lassen sich aus der Falldarstellung vermuten?

Die posttraumatische Belastungsstorung ist eine Reaktion auf ein traumatisches Ereignis, die eine Person erlebt hat, beobachtet, oder anderweitig damit konfrontiert wurde.

Der drohende Tod, eine ernsthafte Verletzung, oder eine Gefahr der korperlichen Unversehrt- heit der eigenen Person oder eine anderen, konnen ebenso als Ursache zahlen, um eine post­traumatische Belastungsstorung zu entwickeln. (Vgl. Grande, 2004, S.4)

Aus der Falldarstellung lasst sich die Ursache fur die psychische Erkrankung aus dem Ar- beitsunfall bei dem Herr C. schwere Verbrennung erlitten hatte, zuruckfuhren. Dieses trauma- tische Ereignis, bei dem Herr C. fast sein Leben gelassen hat, pragte ihn nach seiner Schilde- rung zur folge sehr. Daher lasst sich vermuten, dass die Ursache fur die posttraumatische Be- lastungsstorung bei diesem Arbeitsunfall seinen Ursprung findet.

1.4 Sozialarbeiterische Empfehlung

Eine posttraumatische Belastungsstorung ist behandelbar, deshalb ware meine erste Empfeh­lung an Herr C sich einer geeigneten Therapie zu unterziehen. Man konnte ihm Hilfe anbieten einen geeigneten Therapeuten zu finden und ihm gegebenenfalls sogar bei der ersten Thera- piesitzung begleiten. Desweiteren ware es wichtig einen Kontakt zur Familie herzustellen und diese dann uber die Krankheit aufzuklaren, damit sie dem Herr C. bei seiner Genesung unter- stutzen konnen. Vor allem braucht es Geduld und Verstandnis, denn eine Genesung kann sich lange hinziehen.

2 Fallbeispiel D

2.1 Um welche Art von Storung(en) handelt es sich?

Der Betroffene, im Fall D, leidet unter einer somatoformen Storung. Diese Art von Storungen (griech. „soma“ = „Korper“) sind dadurch gekennzeichnet, dass psychische Probleme durch korperliche Symptome zum Ausdruck gebracht werden, fur die es anscheinend keine physio- logische Erklarung gibt und die nicht willentlich durch den Patienten kontrollierbar sind (Vgl. Davison/Neale/Hautzinger (Hrsg.), 2007, S. 201). Es wird angenommen, dass sie psychische Ursachen haben und insbesondere mit Angst zusammenhangen.

Eine spezielle Form der somatoformen Storungsbilder ist die Hypochondrie, von der der an- gesprochene Patient betroffen ist. Menschen mit dieser Art von psychischer Erkrankung be- schaftigen sich in ubertriebener Form mit der Furcht vor einer schwerwiegenden Krankheit, trotz gegenteiliger Beteuerung durch den Arzt (Vgl. Davison/Neale/Hautzinger (Hrsg., 2007, S. 203). In der Regel geht man davon aus, dass diese Storung im fruhen Erwachsenenalter einsetzt. Ihr Verlauf ist meist chronisch. Den Beleg dafur lieferte eine Studie, in der uber 60 Prozent der diagnostizierten Falle die Storung vier bis funf Jahre spater immer noch aufwie- sen (Barsky et al., 1998). Betroffene suchen ubermaBig oft medizinische Hilfe auf und haben haufig auch affektive Storungen oder Angststorungen. Sie reagieren sehr paranoid auf norma- le korperliche Empfindungen und geringe Abnormitaten, wie z.B. unregelmaBigen Herz- schlag, heftiges Schwitzen, gelegentliches Husten oder Magenschmerzen, die sie als Bestati- gung ihrer Befurchtungen sehen (Vgl. Davison/Neale/Hautzinger (Hrsg.), 2007, S. 203). Symptome werden sehr schnell als verhangnisvoll interpretiert und so konnte z.B. schon ein leichter Reizhusten schon als Asthma angesehen werden. Da Hypochondrie oft zusammen mit Angststorungen und affektiven Storungen auftritt, ist es sehr schwierig, dieses Krankheitsbild als separat diagnostizierbar anzuerkennen und sie nicht nur als Begleitsymptom anderer psy­chischer Erkrankungen zu sehen. Die klare Abgrenzung zur Somatisierungsstorung gestaltet sich auch als sehr grenzwertig.

2.2 Anhand welcher Symptome kann im Beispiel auf diese Storung geschlossen werden?

Der Patient ist seit mindestens sechs Monaten (hier seit 8 Jahren) der anhaltenden Uberzeu- gung, an einer schweren korperlichen Krankheit (Koronare Herzkrankheit mit erhohtem Herz- infarktrisiko) zu leiden und benennt diese Sorge auch explizit (F 45.2 A.1.). Die standige Sor- ge um diese Uberzeugung (Angst: „ Was ist los mit meinem Herz? „ Werde ich verruckt? “) und um die Symptome (taglich Schwindelgefuhle, Hitzewallungen, Herzrasen, Gefuhl der Kurzatmigkeit, bis hin zu Beklemmung in der Herzgegend, unregelmafiiger Herzschlag, Brustschmerzen, massives Schwitzen, Taubheitsgefuhl in den Handen) verursacht dauerhaftes Leiden und eine Storung des alltaglichen Lebens des Betroffenen (Beklemmungen beim Ein- kaufen, Bus fahren etc., im Speziellen immer Wasserflasche und Handy zur Hand, setzt sich z.B. im Kino direkt neben den Ausgang). Auberdem legt er Vermeidungsstrategien an den Tag, um keinen Gefahren ausgesetzt zu sein (sozialer Ruckzug aus dem Freundeskreis). Aus den genannten Grunden sucht der Patient standig medizinische Behandlung und Untersu- chungen auf (F45.2 B.).

Der Betroffene weigert sich hartnackig, die medizinischen Feststellungen („Naturlich war ich schon bei vielen Arzten. Von der Schilddruse bis zum Herz alles in Ordnung. “) zu akzeptie- ren, dass keine ausreichenden korperliche Ursachen (erhohter Puls, im Krankenhaus festge- stellt und lediglich Ausdrucksform von erhohtem Stress) fur die korperlichen Symptome vor- liegen (F45.2 C.).

Unter dem letzten Diagnosekriterium (F45.2 D) fur eine hypochondrische Storung nach dem ICD-10 Kapitel V(F), ist ein Ausschlussvorbehalt benannt der besagt, dass diese Erkrankung nicht ausschliefilich wahrend einer Schizophrenie oder einer verwandten Storung (F2, insbe- sondere F22) oder einer affektiven Storung (F3) auftritt. So kann in dem besprochenen Fall festgestellt werden, dass die Hypochondrie hier als Haupterkrankung diagnostiziert werden kann und die Angst (vor Herzinfarkt) als auch die depressive Symptomatik (sozialer Ruckzug) lediglich als Begleitsymptomatik zu verstehen sind.

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Psychopathologie - Fallarbeit Patienten
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig  (Angewandte Sozialwissenschaften)
Autoren
Jahr
2010
Seiten
26
Katalognummer
V159469
ISBN (eBook)
9783640769544
ISBN (Buch)
9783640769834
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychopathologie, Fallarbeit, Patienten
Arbeit zitieren
O. Zetsche (Autor)B. Bartling (Autor)M. Krämer (Autor)J. Grudzinski (Autor), 2010, Psychopathologie - Fallarbeit Patienten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159469

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