Umweltcontrolling. Umweltmanagementsysteme, Ökobilanzen und Umweltkennzahlen


Seminararbeit, 2010

32 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Begriff und Wesen des Umweltcontrolling
2.2 Die EG-Öko-Audit-Verordnung und ISO 14001
2.2.1 Entstehung und Entwicklung von Umweltmanagementstandards
2.2.2 EMAS – Das Gemeinschaftssystem für das freiwillige Umweltmanagement
2.2.3 Mit Umwelt-Controlling zum zertifizierten Umweltmanagementsystem
2.2.4 Umweltcontrolling als Schlüsselinstrument des Umweltmanagements
2.2.5 Chancen bei einer Teilnahme an EMAS
2.2.7 Kosten und Nutzen der Teilnahme für Unternehmen
2.2.8 Das Umweltmanagementsystem der ISO 14001
2.2.9 EMAS und die DIN EN ISO 14001 im Vergleich
2.3 Ökobilanzen
2.3.1 Eigenschaften und Aufgaben von Ökobilanzen
2.3.2 Formen der Ökobilanz (Betriebs-, Prozess-, Standortbilanz)
2.3.3 Komponenten einer Produkt-Ökobilanz gemäß ISO 14040
2.4 Umweltkennzahlen
2.4.1 Umweltkennzahlen zur Unterstützung betrieblicher Entscheidungen
2.4.2 Arten von Kennzahlen
2.4.3 Umweltleistungs-, Umweltmanagement-, Umweltzustandskennzahlen
2.4.4 Ausgewählte Umweltkennzahlen für produzierende Unternehmen
2.4.4.1 Energiekennzahlen
2.4.4.2 Abluftkennzahlen
2.4.4.3 Abfallkennzahlen
2.4.5 Kritik an Kennzahlen

3. Schlussteil

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Vorgehen zur Erstellung einer Ökobilanz

Abbildung 2: Beispiel einer Input-/Outputbilanz einer Getriebe- und Zahnradfabrik

Abbildung 3: Energieverbrauch Volkswagen Konzern Produktion

Abbildung 4: Emissionsmengen für Kohlendioxid, Stickoxid und Kohlendioxid Volkswagen

Abbildung 5: Abfallaufkommen Volkswagen

Tabelle 1: Unterschiede ISO 14001 und EMAS

Tabelle 2: Beispiele für Wirkungskategorien und Methoden zur Charakterisierung

Tabelle 3: Einsätze der verschiedenen Energieträger im Zeitverlauf

Tabelle 4: Emissionswerte

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Umwelt- und Ressourcenschutz sind heutzutage ein großes Thema. Die globale Er­wär­mung und der in den vergangenen Jahren beobachtete weltweite Temperaturanstieg haben dieses Thema besonders zu einem öffentlich diskutierten gemacht. Somit setzten sich immer mehr Unternehmen das Ziel umweltorientiert zu handeln. Doch wie lassen sich ökonomische und ökologische Ziele miteinander verbinden? Hierbei könnte das Umweltcontrolling eine Schlüsselrolle spielen.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im ersten Schritt mit dem Begriff und Wesen des Umweltcontrolling. Da das Controlling heutzutage ein immer noch viel diskutierter Begriff ist und unterschiedliche Ansätze existieren, liegt es nicht fern, dass auch das Umweltcontrolling noch keine einheitliche Rolle im Unternehmen gefunden hat. Somit wird versucht im ersten Schritt die tatsächliche Bedeutung des Controllings bzw. Um­weltcontrollings und die Implementierung im Unternehmen darzustellen.

Durch vorangetriebenen Umweltschutz der Unternehmen und die Einführung der EU-Verordnung Nr. 1836/93 sowie der ISO-Normen 14001ff. ist der akute Schutz der Um­welt in den Hintergrund des öffentlichen Bewusstseins getreten und hat sich als feste Größe in der Gesellschaft etabliert. Somit werden im Hauptteil der vorliegenden Arbeit beide Umweltmanagementsysteme vorgestellt. Sowohl der Aufbau, als auch die Ver­bindung zum Umweltcontrolling wird dargestellt und ein Vergleich beider Systeme gezogen.

Die Ökobilanz ist ein wichtiger Bestandteil jedes Umweltmanagementsystems. Eine Ökobilanzierung von Produkten, Prozessen, Betrieben etc. ist in den veröffentlichten Berichten meist nur sporadisch vorhanden oder auf einige wesentliche oder interessante Details verkürzt. Obwohl nahezu jedes Unternehmen einen Umweltbericht veröffent­licht, versuchen nur wenige Unternehmen (z.B. BASF, Volkswagen, Weleda) sich an einer umfassenderen Darstellung. Der Aufbau und die Funktionen einer Ökobilanz sol­len in der vorliegenden Arbeit dargestellt und die Verbindungzum Umweltcontrol­ling gezeigt werden.

Im letzten Teil werden einige wichtige betriebliche Umweltkennzahlen vorgestellt. Um die umfassenden Informationen aus Ökobilanzen auszuwerten, bieten diese ein hervorra­gendes Hilfsmittel für das Umweltcontrolling. Es wird näher darauf eingegan­gen, welchen Zweck sie erfüllen und wie wichtig sie für den Umweltschutz sind. Der Praxisbezug wird anhand des Nachhaltigkeitsberichts 2009/2010 vom Volkswagenkon­zern geschaffen.

2. Hauptteil

2.1 Begriff und Wesen des Umweltcontrolling

„Jeder hat seine eigene Vorstellung darüber, was Controlling bedeutet, oder bedeu­ten soll, nur jeder meint etwas anderes“.[1]Diese Aussage unterstreicht nicht nur den Aspekt der Vielfältigkeit, sondern gibt auch den Unter­schied zwischen einer Auffassung des Controlling als Funktion und einer Auf­fassung als Institution wieder.[2]Ein weiterer Grund für die Unschärfe des Controllingaus­drucks in der Theorie, ist die deutsche Über­setzung des Controllingbe­griffs. In die deutsche Sprache ge­langte der Begriff über das eng­lische Verb „to control“. Darunter versteht man, an­ders als im deutschen Sprachge­brauch, nicht nur „Kontrolle“ im Sinne eines Soll-Ist-Vergleichs, was häufig mit einer negati­ven Bedeutung in Zusammenhang ge­bracht wird, son­dern gemäß der englisch­sprachigen Managementliteratur auch „Lenkung“, „Steuerung“ und „Regelung“. Mit der begrifflichen Übernahme des Aus­drucks „Controlling“ aus dem anglo­amerikani­schen Raum, ist jedoch eine inhaltli­che Übersetzung ausgeblieben.[3]Mit dem Begriff „Umweltcontrolling“ werden die Verfah­ren und Instrumente zu­sammengefasst, die das Ziel einer ökologischen Un­ternehmensführung verfol­gen. Da jedoch bereits der Begriff „Con­trolling“, aufgrund seiner vielfältigen Ansätze, sehr unscharf formuliert ist, er­staunt es nicht, dass auch beim „Umweltcontrolling“ ein weiteres Spektrum an Ansät­zen exi­stiert.[4]Diese werden z.B. als „ökologieorientier­tes Controlling“, „Öko-Control­ling“ oder „umweltori­entiertes Con­trolling“ bezeichnet, wobei die Begriffe synonym verwen­det werden. Oft­mals wird unterstellt, dass sich unter Umweltcontrolling ein Sammelbe­griff verschiede­ner Ansätze wie z.B. ökologische Buchhaltung, Öko Bilanzie­rung, Um­weltkostenrech­nung etc. ver­birgt. Dieser greift deutlich zu kurz. Umweltcon­trolling ist eher als Füh­rung­sunter­stützungs- und Koordinationssy­stem des betrieblichen Umwelt­schutzes zu se­hen. Folgende Definition kann hier zu Grunde gelegt werden. „Umwelt­con­trol­ling ist ein Subsystem des Con­trolling, das durch systembildende und system­koppelnde Koordina­tion die Pla­nungs-, Steuerungs-, Kontroll- und Informations­versor­gungsfunktion des Con­trollings um ökologische Komponenten erweitert und auf diese Weise die Adap­tions- und Koordinationsfähigkeit des Gesamtsy­stems unter­stützt.“[5]Besonders kristalli­siert sich hierbei die Planung, Steuerung, Kon­t­rolle und Informati­onsver­sorgung, sowie die Sicherung und Erhaltung der Adap­tions- und Koordinations­fähigkeit des Systems heraus.[6]Im Umweltcontrol­ling wer­den somit, systembil­dende und systeminterne bzw. sy­stemkoppelnde Funk­tionen unterschieden. Im Rahmen einer systembildenden Funk­tion wird ein auf­bau- und ablauforganisa­torisches Basissystem für das Umweltmana­gement ge­schaffen. Hierbei steht die Entwicklung umweltorien­tierter Planungs- und Kon­trollinstrumente im Mittel­punkt. Bei der system­internen Funktion werden hinge­gen die Informations-, Koordinations- und Kon­trollaufgaben berücksich­tigt. Das bedeutet eine ständige Überprüfung der Planungsakti­vitäten.[7]Die Er­schaffung ei­ner aktiven Um­weltpoli­tik ist also kein einmaliges Vorhaben, son­dern stellt eine strukturelle und lang­fristige Herausforderung für jedes Unter­nehmen dar. Im Rahmen einer strategischen Ausrichtung sollen Umwelt­schutz­maßnahmen in un­terneh­meri­sche Erfolgsfaktoren umgewandelt werden. Die Aufgabe des Umwelt­controlling ist hierbei nicht nur, Pla­nungsfehler früh­zeitig zu erkennen, indem notwen­dige Informa­tionen frühzeitig sicher­gestellt werden. Ebenfalls dient das Umweltcontrolling vor al­lem der permanenten Über­wachung der festgeleg­ten Ziele. Ein in allen Betriebsbe­rei­chen optimal verankertes Umweltcontrolling über­prüft ständig die durchge­führ­ten Verbesserungsmaßnahmen hinsichtlich ihrer ökologi­schen und ökonomi­schen Effizienz und Effektivität.[8]

2.2 Die EG-Öko-Audit-Verordnungund ISO14001

2.2.1 Entstehung und Entwicklung von Umweltmanagementstandards

„Wirksamer Umweltschutz erfordert nicht nur moderne Technologien, sondern auch ein wirksames Umweltmanagement“.[9]Vor diesem Hintergrund hat sich die Europäische Gemeinschaft in ihrem 5. Umweltaktionsprogramm 1993 für eine dauerhafte und um­weltgerechte Entwicklung ausgesprochen. Ziel ist es den Schutz der Umwelt und die Lebensqualität innerhalb der Gemeinschaft, und letztendlich auch global zu verbessern. Im Rahmen der EG–Öko–Audit-Verord­nung, die ein wichtiges Ergebnis des Pro­gramms ist,wird ein be­triebli­cher Umweltschutz gewährleistet und das Ziel ei­ner nach­haltigen Ent­wicklung unterstützt. Ebenfalls wird ein Rahmen für Umweltma­nage­mentsy­steme und de­ren Audit geboten.

In den privaten Normungsorganisationen existiert ebenfalls seit mehr als zehn Jah­ren eine Norm für Umweltmanagementsysteme. Die wichtigste internatio­nale Trä­gerorgani­sa­tion für Normung, ist die 1946 gegründete „International Organisation forStandardi­zation“ (ISO) mit Sitz in Genf.Der Beginn der Normungsakti­vitäten im Bereich des Umweltmanagements ist auf eine Anfrage des „Business Council forSustainable De­velopment“ zu­rück­zu­führen. Folg­lich sollten Normen erstellt werden, welche die Privatwirt­schaft un­ter­stützen, ef­fektive Umweltmanage­mentsysteme sowie unterstüt­zende Instru­mente einfüh­ren, um durch die Verbesserung des Umweltmana­ge­ments sei­nen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung zu leisten. Diesbezüg­lich ent­stand die komplette Nor­menreihe 14000ff. Die im Jahre 1996 erst­mals verabschiedete und 2004 überar­beitete ISO14001 ist jedoch die einzige Norm, die als zertifizierungs­fähige Norm ausgestaltet ist.[10]

2.2.2 EMAS – Das Gemeinschaftssystem für das freiwillige Umweltmanagement

Seit April 1995 gilt in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union die soge­nannte EG-Öko-Audit-Verordnung[11], auch EMAS (Enviromental Management and Audit Scheme) genannt. Diese soll die Eigenverantwortung der Unterneh­men für den Um­weltschutz stärken und diesen zum Gegenstand des kontinu­ierlichen Ver­besserungspro­zesses machen. Hierzu werden in ihr folgende Schwerpunkte eines Umweltmanage­ments definiert:

- Sicherstellung der Rechtskonformität von Unternehmen
- Reduktion der Umweltauswirkungen nach dem Stand der Technik
- Sicherstellung einer kontinuierlichen Verbesserung des Umweltschutzes
- Zuordnung von Verantwortlichkeiten und Umsetzung einer Mitteilungs­pflicht
- Einbeziehung der Mitarbeiter.

Die Teilnahme an EMAS ist nach Art. 1 Abs. 2 der EG-VO frei­willig. Wie be­reits erwähnt wurde, ist das Ziel, die Förde­rung der konti­nuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes. Damit wird verdeut­licht, dass die Verordnung kein In­strument zur Wirtschafts­förderung ist, obwohl durch be­trieblichen Umweltschutz si­cherlich auch Kosten­einsparungsef­fekte realisiert werden können. Inhaltlich greift EMAS auf klassische Manage­ment- und Controllingin­strumente zurück. Der Rückgriff auf bekannte Manage­ment- und Prozesselemente (Festlegung von Umweltzielen, Er­stellung eines Um­weltprogramms, Aufbau eines Umweltmanagementsy­stems, Durch­führung einer Umweltprüfung) führt dazu, dass oftmals in der Literatur Umwelt-Con­trolling und Öko-Audit in einem Atemzug genannt werden. Die Teilnahme an EMAS wird hier­bei als Einstieg in ein umfassendes Um­welt-Controlling gesehen. Die Gemein­sam­keit besteht in der praktischen Anforde­rung des EMAS und dem theoretischen An­spruch des Umwelt-Controllings, ei­nen umwelt­orientierten Managementprozess aufzu­bauen und in einem natürli­chen Regelkreis von Planung, Durchführung, Kon­trolle, Neuplanung usw. zu integrieren. Da hierzu ein gut funktionierendes Infor­mationssystem benötigt wird, gibt es in EMAS entsprechende Hinweise, notwen­dige Informationen zum Aufbau eines Umweltmanagementsystems zu erfassen und die Forderung ein Um­weltinformationssystem aufzubauen. Das Öko-Audit soll das betriebliche Umwelt­ma­nagementsystem auf seine Funktion und Wirk­samkeit prüfen. Die Kontroll- und Pla­nungsprozesse hat EMAS normiert, so dass ein verlässliches Instrument eines betriebs­internen, jedoch standortge­bundenen Soll-Ist-Abgleichsentstanden ist.[12]Bei der erstmali­gen Teilnahme ist es erforderlich, dass das Unternehmen eine Umwelt­prüfung ausführt, bei der eine erste Untersuchung umweltbezogener Fragestellungen und Aus­wirkungen des betrieblichen Produktions- und Managementprozesses an einem Standort durchgeführt wird.[13]

2.2.3 Mit Umwelt-Controlling zum zertifizierten Umweltmana­gementsystem

Da betrieblicher Umweltschutz auch heute noch von den meisten Unternehmen als be­triebswirtschaftliche Belastung empfunden wird, sind die Umweltschutz­aktivi­täten vie­ler Unternehmen entsprechend passiv und lediglich Reaktion auf immer schärfer wer­dende Umweltvorschriften. Die Idee, den Umweltschutz zu „mana­gen“, vorsorgende Controllingsysteme für alle Umweltschutzaktivitäten zu entwi­ckeln und selbstver­pflichtend zur Verbesserung des betrieblichen Umwelt­schutzes eine betriebswirtschaft­liche und marktpolitische Chance zu sehen, ist der gedank­liche Ursprung vonEMAS.[14]Umweltmanage­ment und ökologi­sche Umweltpolitik wurden mit der Verabschiedung von EMAS jedoch nicht neu erfunden. Bereits seit Mitte der 80er Jahre wurde mit dem Öko- Controlling ein Konzept entwickelt, das auf einen vorbeugenden und chan­cenori­entierten Umweltschutz abzielt. Im Gegensatz zu defensiven Strategien, die den Blick auf gesetzliche Vorschriften richten, stellt das Öko-Controlling Ver­besse­rungsmöglich­keiten und Chancen jenseits ge­setzlicher Vor­schriften und un­mittel­barem Marktdruck in den Vordergrund. Somit fokussiert man sich auf den konti­nuierlichen Verbesserungs­prozess, wie ihn EMAS fordert. Mit der chancenorientierten Ausrichtung des Öko-Con­trolling und dem darin integrierten Umweltinformationssystem eig­net sich das Konzept als Basis für die Durchführung einer ersten Umweltprü­fung, sowie für den Aufbau und die Auf­recht­erhal­tung eines Umweltmanagement­systems.[15]

2.2.4 Umweltcontrolling als Schlüsselinstrument des Umweltmanage­ments

Mit der Einbeziehung des Umweltschutzes als Querschnittsfunktion, entsteht im Un­ter­nehmen eine große Anzahl neuer Schnittstellen für umweltschutzorien­tierte Informati­onswege. Im Rahmen seiner systembildenden Aufgabe, schafft das Cont­rolling die Koordinationsvoraussetzungen für ein effizientes Umwelt­management. Auch im be­trieblichen Alltag entwickelt sich zunehmend die Er­kenntnis, dass die meisten umwelt­schutzbezogenen Managementprobleme in ihrem Kern Koordina­tionsprobleme sind. Die Koordinationsaufgabe lässt sich folgendermaßen dar­stellen:

- Koordination der Informationsversorgung (Beschaffung und Aufberei­tung von Umweltdaten)
- Koordination der Unternehmensplanung (Strategieentwicklung und opera­tive Maßnahmen)
- Koordination der Kontrolle (Soll-Ist-Vergleich der Strategieerreichung und Um­setzung in konkrete Maßnahmen).

Das Umweltcontrolling unterstützt folglich die Unternehmensführung bei der Lö­sung der Umweltschutzaufgaben, indem es Entscheidungsträgern umwelt­rele­vante Informa­tionen strukturiert und entscheidungsbezogen liefert. Bei der Ein­führung eines Um­weltcontrollings ist jedoch zu beachten, dass mit den Benut­zern von Umweltinforma­tionen festgelegt wird, in welcher Form die Daten vorlie­gen müssen, damit sie in den bereichs­spezifischen Entscheidungsprozess einfließen können.[16]

2.2.5 Chancen bei einer Teilnahme anEMAS

Wie bereits erwähnt ist das Hauptziel von EMAS pri­mär ökologisch, nämlich die konti­nuierliche Verbesserung des Umweltschutzes in Un­ter­nehmen. Durch eine freiwil­lige Teilnahme an dem System,erwarten die Unter­nehmen einen wirtschaftlichen Nut­zen. Im folgenden werden Chancen aufgezeigt, die ein Un­ternehmen dazu bewegen könnten am EMAS teilzuneh­men. Die Vor­teile der Kostenreduzierung sind in vielen Fällen leicht zu realisieren. Durch einen Umwelt-Audit werden vielfältige Potentiale zur Ein­sparung von Wasser, Energie und Rohstoffen aufgedeckt, die größere Ko­stenvorteile mit sich bringen. Wenn an Rohstoffen gespart wird, werden somit auch Abfälle und somit die Entsorgungskosten eines Unternehmens re­duziert. Bei immer knapperen De­ponieflächen, immer schärfer werdenden De­ponierungsrichtlinien und Entsor­gungs­kostensteigerungen, wird dieser Aspekt sicherlich in naher Zukunft immer mehr an Be­deutung gewinnen. Ferner kön­nen Kosten reduziert werden, indem man davon ausgeht, dass geringere Aus­fallzeiten der Mitarbeiter, durch einen um­weltgerechten, lärmfreien und emissi­onsreduzierten Ar­beitsplatz, entstehen.[17]Auch Versicherer verlangen heutzu­tage immer mehr die Durchfüh­rung eines Öko-Audits. Somit kann man als Versiche­rer die Folgen von Umweltauswirkungen transparenter kalkulieren und vonEMAS zer­tifizierten Unternehmen geringere Versiche­rungsprämien verlangen als von nicht-zerti­fizierten Unter­nehmen.

[...]


[1]Preissler, P. (1995), S.10 zitiert nach Albrecht T. (2007), S.82.

[2] Vgl. Steger U. (1997), S.161

[3] Vgl. Albrecht T. (2007), S.83

[4] Vgl. Steger U. (1997), S.166

[5] Beuermann et al. (1995) zitiert nach Baumast A. / Pape J. (Hrsg.) (2009), S.103

[6] Vgl. Baumast A. / Pape J. (Hrsg.) (2009) S.104

[7] Vgl. Meffert H. / Kirchgeorg M. (1998), S.214

[8] Vgl. Bundesministerium für Umwelt (Hrsg.) (2001), S.19

[9] Blättel-Mink B. (2001), S.161

[10] Vgl. Baumast A. / Pape J. (Hrsg.) (2009), S. 46 ff.

[11] im folgenden als EMAS bezeichnet

[12] Vgl. Müller-Christ G. (2001), S. 289

[13] Vgl. Baumast A. / Pape J. (Hrsg.) (2009), S. 52 ff

[14] Vgl. Machmer D. (1996), S.13

[15] Vgl. Fichter K. (1995), S.66

[16] Vgl. Müller-Christ G. (2001), S. 250 ff.

[17] Vgl. Ensthaller J. u. a. (1996), S. 152

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Umweltcontrolling. Umweltmanagementsysteme, Ökobilanzen und Umweltkennzahlen
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
32
Katalognummer
V159888
ISBN (eBook)
9783640730919
ISBN (Buch)
9783640731220
Dateigröße
881 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Umweltcontrolling, Umweltmanagement, EMAS, ISO 14001, Controlling, Umweltschutz, Umweltkennzahlen, Ökobilanzen, Ökobilanz, Öko Controlling, Umweltschutz Betrieb
Arbeit zitieren
Thomas Loska (Autor), 2010, Umweltcontrolling. Umweltmanagementsysteme, Ökobilanzen und Umweltkennzahlen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159888

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