Heinrich Sieveking und La Casa di S. Giorgio


Hausarbeit, 2006

16 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eine kurze Skizze der Biografie von Heinrich Sieveking
2.1 Sein Forschungsvorhaben der Casa di S. Giorgio

3. Die Casa di S. Giorgio von 1407-1444
3.1 Die Konstituierung der Bank im historischen Kontext
3.2 Ein exemplarisches Beispiel
3.3 Das Beispiel der Bankiers im Jahr 1327

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das von Dr. Franklin Kopitzsch gehaltene Seminar „Zur Fachgeschichte der Sozial- und Wirtschafts­geschichte in Hamburg vom 18. bis 20. Jahrhundert im Sommersemester 2006, beschäftigte sich hauptsächlich mit Hamburger Persönlichkeiten, die einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in Deutschland und an der Hamburger Universität hatten.

Hamburger Persönlichkeiten waren Gegenstand des Seminars. Georg Büsch war u.a. einer dieser Persönlichkeiten, der am 03. Januar 1782 in Alt-Medingen bei Lüneburg geboren wurde und am 15. August in Hamburg gestorben ist. Er war Pädagoge und Publizist, der neben seiner pädagogischen Tätigkeit eine Vielzahl von Schriften zu nationalökonomischen und handelswissenschaftlichen Themen verfasste und 1768 die Hamburger Handelsakademie gründete (vgl. wikipedia, 2006). Weiterhin war Christoph Daniel Ebeling, geboren am 20. November 1741 in Garmissen und gestorben am 30. Juni 1817 in Hamburg ein Hamburger Aufklärer, Amerikanist, Pädagoge, Musikkritiker und Bibliothekar. Christoph Daniel Ebeling ging als Lehrer 1779 an die von Georg Büsch geleitete Hamburger Handelsakademie und leitete von 1799 bis zu seinem Tod die Hamburger Stadtbibliothek (vgl. Wikipedia, 2006). Die genannten und noch weitere im Seminar behandelten Personen, waren insofern wichtig für Hamburg und die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, als das sie mit großartigen literarischen und auch öffentlichen Beiträge zur Entwicklung beitrugen.

Um hier jetzt nur ausgewählte behandelte Persönlichkeiten zu nennen wird mit Heinrich Sieveking abgeschlossen

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem in Hamburg am 20. August 1871 geborenen Nationalökonom, der am 25. Dezember 1945 in Hamburg gestorben ist.

Da eine fast rein autobiographische Skizze über Heinrich Sieveking bereits von Gerhard Ahrens aufgeschrieben existiert, wird die Untersuchung und Forschung der Casa di S. Giorgio in Genua Gegenstand dieser Arbeit sein. Heinrich Sieveking beschäftigte sich intensiv mit der Entfaltung des Kapitalismus, der damit zusammenhängenden Finanzpolitik, dem Bankwesen und dem Seidengewerbe. In zahlreichen Archiven in Genua, Florenz und Venedig legte er die Wurzeln dessen frei (vgl. Ahrens, Gerhard: 2006).

Im ersten Kapitel wird eine kurze biografische Skizze von Heinrich Sieveking Gegenstand sein. Diese soll helfen, seine Motivation zur Forschung der Casa di S. Giorgio nachzuvollziehen und in sein Leben einzuordnen. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit seinen Lebensabschnitten in Deutschland und Italien, die stark zu seiner Persönlichkeitsprägung beigetragen haben. Er arbeitete mit verschiedenen Menschen, u.a. mit Max Weber zusammen, die richtungsgebend für seine Forschungen waren.

Der Inhalt des dritten Kapitels ist eine kurze Einführung in das Casa di S. Giorgio, um einen Überblick der Tätigkeiten und der historischen Entwicklung zugeben, um dann an einem Beispiel die Wirkungsweise der Casa di. S. Giorgio zu erklären.

Im Schlussteil wird versucht ein Fazit für die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in Hamburg anhand der Publikationen von Heinrich Sieveking zu ziehen.

2. Eine kurze Skizze der Biografie von Heinrich Sieveking

Heinrich Sieveking wurde am 20. August 1871 in Hamburg auf dem in Hamm liegenden Hammer Hof als jüngstes von 7 Kindern geboren (vgl. Ahrens, 1977: 13) Seine Mutter war Maria (Mary) Merck, die 1855 den Hamburger Senatssekretär Johannes Hermann Sieveking heiratete. Maria Merck beschrieb ihren Sohn mit diesen Worten: „...eine entschieden ausgeprägte Persönlichkeit, freundlich gegen jedermann und gar nicht auf den Kopf gefallen, aber entsetzlich eigensinnig...“ (Ahrens, 1977: 16). Seine Schulzeit schildert er als ein wenig schwierig. Die ersten Anfänge des Lesens, Schreibens und Rechnens bekam er zuhause beigebracht, bis er 1879 auf die Dierksche Privatschule in die große Theaterstrasse ging. Später besuchte er das Matthias-Claudius-Gymnasium in Wandsbek, wo er das erste Mal einen Freund in Justus Meyer fand, mit dem er auch fast den gleichen Schulweg teilte (vgl. Ahrens, 1977: 19 ff.). Ein großer Wunsch der Mutter war es, das wenigstens eines der Kinder sich der geistlichen Wissenschaft zuwandte. Allerdings verspürte Heinrich Sieveking schon früh den Drang sich der Lehre zu widmen. Er entschloss sich zuerst zu einem Juristenstudium in Lausanne, bei dem er aber zur Immatrikulation zu spät kam, worauf er im Wintersemester 1889/1890 nach Leipzig ging, um sein Studium ein Semester später in Tübingen fortzusetzen (vgl. Ahrens, 1977: 25ff.). In Tübingen begeisterte ihn am meisten das volkswirtschaftliche Kolleg von Professor Friedrich Julius Neumann. Er hörte den Vorträgen über die Schätzung des Volksvermögens, genauso begeistert zu wie den Ausführungen über die Einkommenssteuer, der Belastung des Einkommens, sowie auch über den Sozialismus bei Plato (vgl. Ahrens, 1977: 32). Sein wachsendes Interesse an der Finanzwirtschaft spiegelt sich auch in seinen Untersuchungen der Casa di. S. Giorgio wieder. Nach einer Auszeit als Rekrut, ging er 1891 nach Leipzig zurück, um sein Studium fortzusetzen (vgl. Ahrens, 1977: 36). Im Winter 1892/93 zog er sich nach Göttingen zum Vorbereiten seiner Prüfung zurück. Im Stillen wollte er nach bestandener Prüfung sich einem neuen, anderen Studium widmen (vgl. Ahrens, 1977: 37). Als er 1892 seine Habilitation über das Seedarlehen des Altertums schrieb, befasste er sich sowohl mit dem mittelalterlichen Recht, sowie der Historie dieser Zeit. Er besuchte nach seiner Habilitation mehrere Seminare bei Historikern, u.a. bei Karl Lamprecht und Max Lehmann (vgl. Ahrens, 1977: 39). Als Max Lehmann nach Göttingen ging, schloss Heinrich Sieveking ihm an, um die neuere Geschichte bei ihm zu hören. Es folgte ein weiterer Aufenthalt in Leipzig, wo er kleinere Vorträge über die Historiker des Altertums und Luther hielt (vgl. Ahrens, 1977: 43). In Leipzig hörte er weiter Vorträge über die mittelalterlichen Weistümer als Quellen der Wirtschaftsgeschichte bei Karl Lamprecht. Heinrich Sieveking fing an italienisch zu lernen; denn Italien blieb das Ziel seiner Wünsche. Allerdings traten die Reisepläne erst mal in den Hintergrund, als er die Möglichkeit geboten bekam, einen Abschluss im historischen Studium zu machen. Seine Arbeit wurde als erstes Heft der bei der Duncker & Humblot erscheinenden „Leipziger Studien aus dem Gebiete der Geschichte“ veröffentlicht (Ahrens, 1977: 46). Seine mündliche Prüfung machte er auch bei Karl Lamprecht auf dem kunstgeschichtlichen und wirtschaftlichen Gebiet über das Ende der hansischen Vormacht (vgl. Ahrens, 1977: 46). An der Universität in Berlin widmete er sich der Volkswirtschaftslehre bei Gustav Schmoller. Allerdings lies dieser selten die Meinungen seiner Seminarteilnehmer gelten und Heinrich Sieveking schien es, als das er sie nur zur Fortführung seiner eigenen Studien ´missbrauchen´ wollte. Seine privaten Studien widmete er Smith und Marx und dem Erlernen der italienischen Sprache. Weiterhin fing er an, sich mit dem von Otto Hintze bearbeitetem Thema der Seidenindustrie zu beschäftigen und besuchte in München Vorlesungen von Lujo Brentano und Walter Lotz (vgl. Ahrens, 1977: 48). Im Sommer entschloss er sich nach Italien zu reisen, um seinem Wunsch ein Stück näher zu kommen. Allerdings machte das Wetter ihm einen Strich durch die Rechnung und er musste zurück nach Zürich. Dort versuchte er sich über die Seidenindustrie zu erkundigen, die aber an Material nichts hergab. Daraufhin gab ihm Lujo Brentano den Rat, sich mit dem Verhältnis der Seeleuten mit ihren Reedern und Kapitänen in Genua auseinander zusetzen (vgl. Ahrens, 1977: 50). Auf der weiteren Suche nach geeignetem Material über die Seidenindustrie wurde er in Basel fündig. Seine Arbeit wurde 1897 in Schmollers Jahrbuch über „Die Genueser Seidenindustrie im 15. und 16. Jahrhundert“ abgedruckt. Diese Arbeit sollte die zukünftige Richtung seiner Studien bezeichnen (vgl. Ahrens, 1977: 53). Nach mehreren Schwierigkeiten ein geeignetes Thema und einen betreuenden Geheimrat zur Habilitation zu finden, ging Heinrich Sieveking nach Freiburg. Dort traf er auf Max Weber, mit dem sich sofort eine große Sympathie einstellte. Zusammen mit Schulze-Gävernitz wollte er bei Max Weber habilitieren, der auch nicht abgeneigt war. Als Thema kam für Max Weber nur eine Arbeit über die Casa di S. Giorgio in Frage, da er sich davon eine rechts- und wirtschaftsgeschichtliche Ausbeute versprach (vgl. Ahrens, 1977: 55). So begab sich Heinrich Sieveking auf Recherche.

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Details

Titel
Heinrich Sieveking und La Casa di S. Giorgio
Hochschule
Universität Hamburg  (Philosophie und Geschichtswissenschaft)
Veranstaltung
Zur Fachgeschichte der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in Hamburg vom 18. bis 20. Jahrhundert
Note
3,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V161155
ISBN (eBook)
9783640758074
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heinrich Sieveking, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte
Arbeit zitieren
Henrike Göhl (Autor), 2006, Heinrich Sieveking und La Casa di S. Giorgio, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161155

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