Analyse der Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsströme in Südamerika


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010
31 Seiten, Note: 1,3
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Abgrenzung des Themas
1.3 Aufbau der Arbeit

2. Grundlagen der Arbeit
2.1 Länder- und Wirtschaftsinformationen über Brasilien, Argentinien und Chile
2.2 Bedeutung der Verkehrsinfrastruktur

3. Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsströme in Südamerika
3.1 Analyse der Verkehrsinfrastruktur in Brasilien, Argentinien und Chile
3.1.1 Quantität und Qualität des Straßennetzes
3.1.2 Zustand des Schienennetzes
3.1.3 Leistungsfähigkeit der wichtigsten Flughäfen
3.1.4 Schifffahrt und die Auswirkungen des Panamakanals auf . die Verkehrsströme Südamerikas
3.2 Analyse des Modal Splits in Chile und Brasilien
3.2.1 Modal Split in Chile nach Transportaufkommen
3.2.2 Modal Split in Brasilien und deren mögliche Veränder­ungen
3.3 Betrachtung der Verkehrsströme in Brasilien, Argentinien und Chile

4. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Karte von Südamerika

Abbildung 2: Zustand der brasilianischen Highways im Jahr

Abbildung 3: Western Hemisphere Main Users

Abbildung 4: Modal Split in Chile 2007 nach Transportaufkommen

Abbildung 5: Modal Split in Brasilien 2005 nach Transportaufkommen

Abbildung 6: Prognostizierter Modal Split 2025 in Brasilien nach Transportaufkommen

1. Einleitung

1.1 Relevanz des Themas

Durch die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2014 sowie der Olympi­schen Spiele 2016 wird Brasilien bald zum Blickpunkt der ganzen Welt und somit zum Aushängeschild Südamerikas. Diese zwei Megaveranstal­tungen erfordern hohe Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, aber auch die anderen Länder Südamerikas stehen diesem in nichts nach und ver­bessern ihre Infrastruktur, da die Wirtschaft in ganz Südamerika stetig wächst. Denn nur mit einer intakten Verkehrsinfrastruktur kann der Handel und diese Anforderungen gewährleistet und weiter vorangetrieben wer­den.

1.2 Abgrenzung des Themas

Die Verkehrsinfrastruktur umfasst alle Anlagen und Einrichtungen der Ver­kehrsträger Straße, Schiene, See- und Binnenschifffahrt, Luftverkehr so­wie des Rohrleitungsverkehrs1. Im Folgenden werden diese Teilbereiche anhand der wirtschaftlich stärksten Länder Südamerikas - Brasilien, Ar­gentinien und Chile analysiert. Die Pipelines werden bei der Analyse be­wusst nicht berücksichtigt, da für die Beförderung kein Verkehrsmittel be­nötigt wird, und diese hauptsächlich für den Transport von Flüssigkeiten wie z.B. Öle oder Gase eingesetzt werden. Die Betrachtung der Verkehrs­infrastruktur erfolgt dabei vorwiegend aus Sicht des Gütertransportes, auf den Personenverkehr wird nur in wenigen Beispielen eingegangen.

1.3 Aufbau der Arbeit

Einleitend wird auf die Grundlagen der Arbeit eingegangen. Dieser Punkt beinhaltet Länder- und Wirtschaftsinformationen über Brasilien, Argentini­en und Chile sowie die allgemeine Bedeutung der Verkehrsinfrastruktur. Im Hauptteil der Arbeit wird zuerst die Verkehrsinfrastruktur anhand der drei Länder Brasilien, Chile und Argentinien analysiert. Hierbei wird auf die Quantität und Qualität des Straßen- und Schienennetzes, die wichtigsten Flughäfen und die Schifffahrt eingegangen. Letzterer Punkt befasst sich zudem mit den Auswirkungen des Panamakanals auf die Verkehrsströme in Südamerika. Des Weiteren wird der Modal Split von Chile und Brasilien anhand des Transportaufkommens betrachtet. Ferner wird auf die mögli­che Veränderung des Modal Splits zum Jahre 2025 am Beispiel von Brasi­lien eingegangen. Der letzte Abschnitt des Hauptteils beschäftigt sich mit den Verkehrsströmen in Brasilien, Argentinien und Chile. In diesem Ab­schnitt geht es vor allem um die transportierten Mengen sowie die wich­tigsten Handelspartner der einzelnen Länder. Die Schlussbetrachtung rundet die Seminararbeit ab.

2. Grundlagen der Arbeit

2.1 Länder- und Wirtschaftsinformationen über Brasilien, Argenti­nien und Chile

Abbildung 1: Karte von Südamerika2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Brasilien ist flächenmäßig das fünftgrößte Land der Erde und das größte in Südamerika (24 Mal größer als Deutschland). Es bedeckt mit 8,5 Mio. km2 diesen Kontinent fast zur Hälfte. Außer Chile und Ecuador haben alle Länder Südamerikas eine gemeinsame Grenzlinie mit diesem Land. Die Gesamtbevölkerung beträgt 192 Mio. Einwohner, die hauptsächlich in den Staaten Rio de Janeiro, Säo Paulo, Minas Gerais (Bundeshauptstadt: Belo Horizonte) leben.3 Zudem befindet sich in dieser Region die Wirtschafts­kraft des Landes. Das BIP wird zu knapp zwei Drittel über Dienstleistun­gen, 30% durch Industrie und 10% durch die Landwirtschaft erwirtschaftet. Auch die Finanzkrise Ende 2008 konnte Brasiliens Wachstum nicht brem­sen, so wird im Jahr 2010 wieder mit einem Wachstum von 5% gerechnet. Weitere Wachstumsimpulse werden in den nächsten Jahren von der Fuß­ballweltmeisterschaft 2014, den Olympischen Spielen 2016, sowie dem erst vor kurzem entdeckten Erdgas- und Rohölvorkommen erwartet.4

Argentinien hat eine Fläche von 2,78 Mio. km2 und ist damit das zweit­größte Land Südamerikas. Im Osten grenzt es zum größten Teil an den Atlantik und im Westen an Chile. Die Hauptstadt ist Buenos Aires, in die­sem Ballungsraum lebt rund ein Drittel der 40,7 Mio. Einwohner Argentini­ens.5 In der Periode von 2003-2008 wuchs das BIP durchschnittlich um 8,5% pro Jahr.6 Sogar im Krisenjahr 2009 war das Wachstum mit 1% posi­tiv und für das Jahr 2010 wird wieder mit einem Rekordwachstum gerech­net. Vor allem die international starke Nachfrage nach argentinischen Landwirtschaftsprodukten sowie die stark exportorientierte KFZ-Industrie sind Gründe für den Aufschwung. Durch dieses Wachstum profitieren aber auch die anderen Industriebereiche wie die Metall-, Textil-, und Kunststoff­industrie.7

Chile ist durch seine Form eines der außergewöhnlichsten Länder der Welt. Die Nord-Süd Ausdehnung beträgt 4.300 km und das Land ist durchschnittlich gerade einmal 180 km breit. Das Land hat eine Fläche von 756.000 km2. Die Bevölkerung beträgt ca. 16,5 Mio. Einwohner, wo­von ca. 5,2 Mio. in der Hauptstadt Santiago de Chile leben.8 Chiles Wirt­schaft profitiert hauptsächlich von den natürlichen Rohstoffvorkommen des Landes. Chile verfügt über die weltweit größten Kupferreserven und ist zudem auch bei dem Rohstoff Lithium, welches ein wichtiger Bestand­teil von Batterien ist, führend. Daneben verfügt es in der Atacamwüste (im Norden Chiles) über riesige Salzvorkommen, die noch mehrere Jahrtau­sende reichen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Exportwirtschaft Chi­les ist die Land-, Forst- und Fischwirtschaft. Dieser Bereich ist neben der Kupferproduktion die zweite tragende Säule in der chilenischen Wirtschaft. Hier werden hauptsächlich Obst (Äpfel, Trauben, Pflaumen), Gemüse, Zellulose und Lachs gehandelt.9 Chile ist nach Norwegen zum zweitgröß­ten Lachsproduzent der Welt aufgestiegen.10

2.2 Bedeutung der Verkehrsinfrastruktur

Für den wirtschaftlichen Erfolg eines Landes ist die Verkehrsinfrastruktur eine essentielle Grundlage.11 Nur mittels Straßen, Schienen, Häfen und Flughäfen ist es möglich, Güter von einem Ort zum anderen zu transpor­tieren, und so die Versorgung der Bevölkerung in einem Land sicherzu- stellen.12 Für Konsumenten wie auch Unternehmer ermöglicht Mobilität die Öffnung neuer Märkte. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass eine Ver­kehrsinfrastruktur existiert.13 Aus diesem Grund ist eine wesentliche Funk­tion des Staates, für den Erhalt und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur zu sorgen. Dabei muss der Staat sich an den Anforderungen der Wirt­schaft orientieren.14 Durch den Güterstruktureffekt, dem Rückgang beim Transport von geringwertigen Massengütern wie Kohle und Erz und der gleichzeitigen Zunahme bei der Produktion von Halb- und Fertigprodukten, werden immer kleinere Sendungsgrößen transportiert.15 Eine Steigerung der Verkehrsfrequenz und eine Veränderung der Verkehrsstruktur sind die Folgen, die es zu meistern gilt.16 Die Mobilitätsbedürfnisse der Bürger können nur mit einer intakten Verkehrsinfrastruktur befriedigt werden und dazu beitragen, dass diese ihren Wohlstand sichern und auch steigern können. Besondere Bedeutung hat die Verkehrsinfrastruktur ebenso für den nationalen und internationalen Standortwettbewerb, denn nur wer über ein hoch entwickeltes und leistungsstarkes Infrastrukturnetz verfügt ist Magnet für in- und ausländische Unternehmen. Transportkosten kön­nen mit einer gut ausgebauten Verkehrsinfrastruktur gesenkt werden, und dafür sorgen, dass Produkte preiswerter angeboten werden können und das Land wettbewerbsfähig bleibt.17 Somit ist für das Wirtschaftswachstum eines Landes eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur unabdingbar.18

3. Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsströme in Südamerika

3.1 Analyse der Verkehrsinfrastruktur in Brasilien, Argentinien und Chile

3.1.1 Quantität und Qualität des Straßennetzes

- Brasilien

Wichtigster Verkehrsträger sowohl für den Gütertransport als auch für den Personenverkehr ist mit Abstand die Straße.19 Mit einer Länge von 1.725.000 km,20 verfügt Brasilien nach der Volksrepublik China über das viertgrößte Fernstraßennetz der Welt.21 Von diesem Straßennetz sind je­doch nur knapp zwölf Prozent asphaltiert,22 was dazu führen kann, dass in der Regenzeit viele nicht ausgebaute Straßen unpassierbar sind.23

Abbildung 2: Zustand der brasilianischen Highways im Jahr 200624

Abbildung 2 zeigt den Zustand und die Lage der brasilianischen Highways im Jahr 2006. Aus Sicht des Verfassers ist zu erkennen, dass es regional sehr starke Unterschiede in Bezug auf Dichte und Zustand der Straßen gibt. Somit verfügen die wirtschaftlich starken Bundesstaaten wie Rio de Janeiro, Säo Paulo und Paraná, welches südlich von Säo Paulo liegt, über die größte Ansammlung gut ausgebauter Schnellstraßen. Im Norden und Nordwesten des Landes z.B. im Amazonasgebiet befinden sich die schlechtesten Straßen Brasiliens. Eine Untersuchung der nationalen Transportvereinigung CNT ergab, dass knapp 70% der Straßen in Brasili­en in mangelhaftem Zustand sind. Von den Straßen, die öffentlich verwal­tet werden, erhielten gerade einmal 15% das Prädikat gut. Im Gegensatz dazu sind Straßen unter privater Verwaltung zu 75% in einem guten bis sehr gutem Zustand. Dies liegt vor allem daran, dass diese Straßen meist mautpflichtig sind und dieser Betrag folglich in die Instandhaltung der Straßen reinvestiert wird. 25 Der allgemein schlechte Zustand der Infra­struktur hat aber auch Auswirkungen auf die Transportkosten.

[...]


1 Vgl. Einbock, M. (2007), S. 7.

2 Eigene Darstellung entnommen aus Welt-Atlas (2010).

3 Vgl. DER Reiseführer (2010a).

4 Vgl. Auswärtiges Amt (2010c): Brasilien.

5 Vgl. Splett-Rudolph, S. (2008), S. 6-7.

6 Vgl. Germany Trade & Invest (2010b), S. 1.

7 Vgl. Auswärtiges Amt (2010a).

8 Vgl. DER Reiseführer (2010b).

9 Vgl. Auswärtiges Amt (2010b): Chile.

10 Vgl. ContactChile Interkulturelles Management (2010).

11 Vgl. IHK Hochrhein-Bodensee (2003), S. 1-2.

12 Vgl. Van Suntum, U./ Hartwig, K./ Holznagel, B./ Ströbele, W. (2008), S. 25.

13 Vgl. Hartwig, K./ Armbrecht, H./ Rückert, M./ et al. (2007), S. 18.

14 Vgl. IHK Hochrhein-Bodensee (2003), S. 1-2.

15 Vgl. Aberle, G. (1994), S. 6-7.

16 Vgl. IHK Hochrhein-Bodensee (2003), S. 1-2.

17 Vgl. Van Suntum, U./ Hartwig, K./ Holznagel, B./ Ströbele, W. (2008), S. 25-26.

18 Vgl. Grandjot, H. (2002), S. 26.

19 Vgl. OECD Reviews of Regulatory Reform (Hrsg.) (2008), S. 177.

20 Vgl. Embassy of Brazil - Ottawa (2010).

21 Vgl. Rose, G. (2010), S. 3.

22 Vgl. OECD Reviews of Regulatory Reform (2008), S. 182.

23 Vgl. Rose, G. (2010), S. 3.

24 Batista, J. (2007), S. 9.

25 Vgl. Rissi, G. O./ Singh, S. P./ Burgess, G./ Singh, J. (2008), S. 4-5.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Analyse der Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsströme in Südamerika
Hochschule
Hochschule Heilbronn Technik Wirtschaft Informatik
Note
1,3
Jahr
2010
Seiten
31
Katalognummer
V161391
ISBN (eBook)
9783640752812
ISBN (Buch)
9783640752966
Dateigröße
698 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse, Verkehrsinfrastruktur, Verkehrsströme, Südamerika
Arbeit zitieren
Anonym, 2010, Analyse der Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsströme in Südamerika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161391

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Analyse der Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsströme in Südamerika


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden