Das Buch Daniel: Historischer Hintergrund, Strukturanalyse und künstlerische Rezeption


Forschungsarbeit, 2009
64 Seiten

Leseprobe

Inhalt:

Einleitung
1. Historische Zeit
2. Inhaltsangabe Dan 1-12
3. Metahistorische Intention
4. Künstlerische Rezeption

Hauptteil

I. Historische Zeit
1.1. Das Buch Daniel und die Zeit, in der es spielt
1.2. Das Buch Daniel und die Zeit, in der es geschrieben wurde

II. Inhaltangabe Dan 1-12

III. Metahistorische Intention
III.1. Makrostrukturuntersuchung
III.2. Mikrostrukturuntersuchung

IV. Künstlerische Rezeption
IV.1. Handels Judas Maccabaeus
IV.1.1. Inhalt
IV.1.2. Musikalischer Ausdruck
IV.2. Stockhausens Komposition „Die drei Jünglinge im Feuerofen“ (1955/56)

Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis (Ausschnitt)

Der Anhang besteht aus Ausschnitten aus dem Notenmaterial des Händel-Oratoriums Judas Maccabaeus.

Einleitung

Ungereimtheiten im Danielbuch

Der folgende Text steht unter dem Vorbehalt, die neueren wissenschaftlichen Erkenntnisse unberücksichtigt zu lassen, insofern er sich auf den Grundrahmen stützt, der sich in einer Darstellung Herbert Niehrs1 findet. Die relevantesten Ungereimtheiten beziehen sich auf die Entstehungsgeschichte des Danielbuches. Neben inhaltlichen und formalen Wechseln ist das Buch in drei Sprachen unterteilt.

Zu den inhaltlichen Ungereimtheiten zählen die Ausbildungsdauer Daniels am Königshof (hier widerspricht Dan 1,5 Dan 2,1.25), des Königs Bekanntheit Daniels (in Dan 1,19 ist er bereits dem König bekannt, „muss aber nach Dan 2,25 dem König vorgestellt werden“2 ) und die Herrschaft des Belschazzar in Dan 7, wobei „nach Dan 6,29 Kyrus bereits an der Herrschaft ist.“3. Ferner sind die Umbenennungen Daniels und seiner Freunde in Dan 1,7 zu nennen, „die es ermöglichen, Kap. 3, in dem Daniel nicht auftritt, bruchlos in die Danielerzählung zu integrieren.“4 Was genau damit gemeint ist, bleibt Niehr schuldig zu erwähnen. Die Namensänderungen sind in Dan 3 semantisch relevant, wenn etwa von der Bindung Schadrachs, Meschachs und Abed Negos durch Nebukadnezar gesprochen wird, deren Namen der Reihenfolge nach bedeuten: „JHWH ist gnädig“, „Wer ist mein Gott?“ und „JHWH ist Hilfe“.

Zu den formalen Ungereimtheiten zählt der Wechsel der Erzählerperspektive „von der 1. Pers. (7,2-12,13) zur 3. Pers. (1,1-7,1; 13-14)“5.

Die drei Sprachen gliedern sich so:

Einleitung (hebräisch): Dan 1,1-2,4a; Hauptteil (aramäisch): Dan 2,4b-7,28; Erweiterungen (hebräisch): Dan 8,1-12,13. Bei dem griechischen Teil (Dan 3,24-90) handelt es sich um eine Wundergeschichte, die für die griechische Bibeltradition charakteristisch ist. Sie soll in den kommenden Ausführungen unberücksichtigt bleiben. Genauso unberücksichtigt bleiben die Kapitel 13 und 14, da es sich um ein anhängendes Textkonvolut handelt und keine unmittelbare Fortsetzung darstellt.

Die Ungereimtheiten sind erwähnt worden, jedoch nicht Gegenstand dieser Arbeit.

1. Historische Zeit: Über Kunst, Wahrheit und Bewertung

Für eine Intention des Textes ist der zeitliche Kontext relevant. Das Goethe-Gedicht Natur und Kunst wäre als Aufruf gegen die Anarchie gar nicht zu verstehen, wenn der zeitliche Kontext unberücksichtigt bliebe. Gleichwohl können große Kunstwerke nur bestehen, indem sie eine stets gültige zeit- und kontextsensitive semantische Wahrheit abbilden. Mythische Geschichten können daher wahr, wenn auch nicht historisch-wahr geheißen werden.

Das Buch Daniel ist ein solches mythisches Kunstwerk vor einem historisch-wahren Hintergrund, dem babylonischen Exil. Dieses Exil bedeutete die maximale Bedrohung nicht nur der körperlichen, sondern vielmehr der geistigen Freiheit Israels, das durch Kultverbote bedroht war, die Wahrheit seiner Existenz (seine Identität) zu verlieren. „Babylonisches Exil - das heißt: Ende der politischen Selbstständigkeit Judas, Deportation, Ende des Tempels in Jerusalem“6. Die Lektüre des Textes vollzieht sich in der makkabäischen (165-63) und nachmakkabäischen Zeit; in ersterer ist das Buch Daniel entstanden. Es bedeutet eine Retrospektive - eine Bewertung der Ereignisse der Vergangenheit aus der Sicht eines Lesers der Zukunft. Das ist zwar nicht ungewöhnlich, jedoch wichtig für das Verständnis eines Textes, der mit dem babylonischen Exil und dem Schicksal der Judäer (Daniel und Freunde) in der Fremde beginnt und in der Buchachse (Kap. 7) zu Traumdeutungen und Zukunftsvisionen wechselt; und dies gelesen mit den Augen des sich bereits in der Zukunft befindenden Lesers.

Wegen dieser besonderen Art, die Exilszeit zu betrachten, darf die aus der Zeit des Autors stammende Intention nicht unberücksichtigt bleiben. Zum Teil gibt das Danielbuch Hinweise auf historische Ereignisse. Diese sind aber nicht aus ihm selbst ersichtlich, sondern lassen sich - wenn überhaupt - in ihm wiedererkennen; immer unter dem Vorbehalt, keinen exakten historische Tatsachenbericht zu zeichnen, sondern eine theologisch motivierte Aussage in künstlerischer Form zu treffen. Die Exilszeit als Zeit unendlichen Leides zu begreifen, in der die Juden praktisch täglich den Wunsch hatten, nach Jerusalem zurückzukehren, ist eine zu stark polarisierende Ansicht:

„Das Thema der jüdischen Existenz in einem nichtjüdischen Umfeld erfährt in diesen Kapiteln [Dan 3; 6] eine dramatische Zuspitzung: Angesichts des religiösen Zwangs von seiten der politischen Machthaber wird es zu einer Frage von Leben und Tod. Andererseits kann sogar diese Exilssituation positiv gestaltet werden: Daniel und seine Gefährten übertreffen die Angehörigen der anderen Völker an Weisheit und können sich daher auch im Exil Ansehen erwerben.“7 Selbst die Endphase des Exils ist keineswegs stürmisch verlaufen:

„Die meisten Juden, die zur Zeit des Dekrets von Kyros lebten, gehörten einer Generation an, die das Mutterland nicht aus erster Hand kannte und im Exil geboren war. Obwohl sie vielleicht noch an Jerusalem dachten und davon träumten, waren sie eher babylonisch geprägte Menschen. Nur die Idealisten unter ihnen und die ältere Generation sehnten sich nach dem verheißenen Land. Erstaunlich ist, dass Scheschbazar, Serubbalbel und weitere Anführer der ersten Rückwanderungswelle die Mehrzahl der Juden nicht dazu bewegen konnten, sie nach Juda zu begleiten. Dies wird verständlich, wenn man die recht gastfreundliche Art des Lebens in Babylon vergleicht mit den düsteren Aussichten eines Neubeginns in einem Land des Todes und der Asche. Im Grunde aber geht es um die Anpassungsfähigkeit des Volkes. Wie zahllose andere Flüchtlingsvölker zeigte sich an ihnen die Flexibilität der menschlichen Psyche: Sie nahmen das Land und seine Kultur in sich auf und fühlten sich ihm so zugehörig, dass sie lieber darin bleiben, als in ihre ursprüngliche Heimat zurückkehren zu wollen. Es wäre naiv, wollte man dagegen argumentieren, die Juden hätten unter den relativ angenehmen Bedingungen des babylonischen Exils leben können, ohne sie in sich aufzunehmen, da sie der jüdischen Kommunität und Tradition stark verbunden gewesen seien (und sind). Es setzt zudem ein stures Beharren in rein jüdischer Tradition oder strikte Isolation voraus, die dem, was über Juda im Exil bekannt ist, nicht entspricht. Die Juden haben in der Geschichte ihr Verlangen sowie ihr Können demonstriert, gute Bürger des Landes zu sein, das sie gerade bewohnen. [...] Die Juden des babylonischen Exils waren weder physisch noch intellektuell isoliert. [...] Besonders die Propheten Jesaja und Hesekiel sind Zeugen für die doppelte Teilhabe der Juden an den alten Wegen ihrer Vorfahren und an der neuen Welt, deren Bilder, Metaphern und Lebensmuster sie aufnahmen und für ihre heiligen Zwecke anwandten.“8

Das heißt: Die Anfangsphase des Exils, die Deportation der Oberschicht, vollzieht sich wahrscheinlich in aller Dramatik. Doch nach und nach tritt eine Gewöhnung und Anpassung ein. Theologisch bedeutsam ist das Exil vor allem als Warnung vor dem Identitätsverlust und als Zeichen für politische Missstände. Das Exil leistet als Sinnbild und Warnzeichen Kritik in der Entstehungszeit des Danielbuches, und selbstverständlich hat es in seiner Kunstform und durch die Aufnahme in den Kanon der Bibel sakrosankten Stellenwert und eine signifikante Lehrbedeutung für jede Zeit nach seiner Entstehung. Aus diesem Grunde ist die Annahme der Gegenpoligkeit von Wahrheit als historischem Ereignis und Mythos als unwahre Verarbeitung fiktiver Ideen unangemessen.

Darüber hinaus begehen wir als westliche Welt oft genug den Fehler, anderen Kulturen und Nationen unser „einzig wahres“ Wertesystem diktieren zu wollen.9 Zeichen für politische Missstände sind keine Zeichen für die Bewertung dieser Missstände. Wir sehen ein politisches Fehlverhalten durch die abendländische Brille einer Nation, die, wie jede andere, von ihrer jeweiligen Geschichte geprägt wurde. Wenn wir heute die Absichten des Autors des Danielbuches für die makkabäische Zeit erkennen wollen, müssen wir dies berücksichtigen, zumindest soweit wir es vermögen. Im Falle eines Bibeltextes, wie dem des Danielbuches, ist dieses Problem gewissermaßen potenziert. Woher sollte der Autor wissen, was die Juden vor 400 Jahren tatsächlich gefühlt haben, welches Wertesystem sie hatten? Aber des Exilsbildes kann er sich bedienen, wenn er durch dieses Bild eine Mahnung aussprechen will, die er für seine eigene Zeit als angemessen erachtet. Es gibt demnach zwei Wahrheiten: die historische und die mythische - die eine ist extensiv, die andere intensiv.10 Selbst exakte historische Darstellungen nehmen nicht die Bemühungen einer vernünftigen Interpretationspraxis: „Auch dort, wo die Darstellungen auf eingehenden Quellenanalysen beruhen und wissenschaftliche Glanzleistungen darstellen, dominiert letztendlich ein bestimmtes Bild. Dieses sagt oft mehr über den jeweiligen Autor und seine Zeit aus als über den historischen Gegenstand selber.“11 Deswegen ist es wichtig, (1) die Zeit zu betrachten, in der das Danielbuch spielt, (2) die Zeit, in der es geschrieben wurde (d.h. das Bild nachzeichnen, das Aussagen über den Autor macht) und (3) die Zeit, in der das Danielbuch interpretiert wird. (Der letzte Punkt muss in dieser Arbeit leider schuldig bleiben.)

2. Inhaltangabe Dan 1-12

Die Inhaltangabe fasst das Wichtigste aus den einzelnen Kapiteln zusammen, wobei sie sehr dicht am Text bleibt.

3. Metahistorische Intention

Es handelt sich bei den Aussagen des Danielbuches um eine „grundsätzlich metahistorische Deutung“12 historischer Tatsachen. Dabei stehen theologisch-politische Motive im Vordergrund, keine Darstellung von historischer Zeitgeschichte: das Danielbuch ist ein geschichtliches Buch, kein Geschichtsbuch. In diesem Zusammenhang müssen die Bedeutungen der einzelnen Elemente im Buch erschlossen werden. Obwohl die historischen Fakten teils in großer, teils in kleinerer Menge vorliegen, haben sie oftmals keinen wirklichen Wert für eine exegetische Interpretation der bibeltextlichen Intentionen. Sie können die historischen Fakten bestätigen oder ihnen widersprechen. Doch ebenso wenig wie diese Intentionen für eine historische Darstellung wissenschaftlich akkurat sind, so tragen umgekehrt die historischen Fakten eher wenig zu der exegetischen Forschung bei. Dennoch sind beide Gebiete stets gemeinsam zu betrachten, weil erst durch das Verständnis besonders der historischen Lage des Autors eine mögliche (nicht zwangsläufige) Intention erschlossen werden kann. Hier liegt eine Schwierigkeit in der theologischen Verzweckung von historischem und religiösem Material: Künstler nehmen oftmals Bilder der Vergangenheit, um ihre eigene Zeit zu kritisieren. Im Falle Daniels birgt das theologische Bild das politische Motiv, das Reich der Seleukiden unter Antiochos IV. Epiphanes als „eisernes Reich“ darzustellen und die ursprüngliche Exilszeit von 70 Jahren auf 7x70 Jahre auszuweiten, also bis in die eigene Zeit des Autors hinein. Als „Wahrheitsstärkung“ seiner Schriften gelten unter anderem künstlerische („ewige, sakrosankte“) Mittel der Textgestaltung (wie beispielsweise die Zahlensymbolik). Daneben steht die „Wiederverwertung“ bekannter, in anderen Schriften zuerst genannter Zeichen (etwa der Tiere), um einen kohärenten Bezug zum jüdischen Glauben herzustellen. All diese Mittel lassen den Text für einen zeitgenössischen Leser in der Glaubwürdigkeit steigen.

Die metahistorischen Zusammenhänge ergeben sich darum intertextuell-kanonisch unter Berücksichtigung der Wirkung auf den Leser der damaligen und der Lektüre des Textes in unserer eigenen Zeit; sie ergeben sich nur sehr beschränkt aus den historischen Fakten. Diese sind aber für die heutige Bewertung der Metahistorie wichtig, weil nur ihre Kenntnis die Absichten des Autors verständlich macht. Darum steht die Untersuchung der metahistorischen Intentionen an Stelle nach der historischen Einordnung.

4. Künstlerische Rezeption (aus der Sicht eines Musicus)

Wie der Autor des Danielbuches selbst, so muss sich auch ein Künstler, der das Danielbuch zur Vorlage seines Schaffens nimmt, nicht unbedingt direkt der historischen Fakten bedienen. Er sollte aber die Intentionen des Autors näherungsweise kennen, wenn er das Danielbuch interpretiert. Will er einfach nur eine Löwengrube darstellen, so kann er es mit den grandiosesten künstlerischen Mitteln tun, doch hat die Darstellung einer so offensichtlichen Szene keinen wirklichen theologischen Stellenwert, sondern einen rein künstlerischen.

Trotzdem ist die Kunst immer ein wichtiger Nährboden für eine Interpretation. Sie eröffnet Sichtweisen. Künstler haben schon immer politische Missstände zum Anlass ihres Werkschaffens herbeigenommen. In der Tat gibt es zum Danielbuch zwei berühmte Kompositionen - die eine von Georg Friedrich Händel (politisch motiviert), die andere von Karlheinz Stockhausen.

Der Formalismus in der Musik ist ganz zentraler Ausdruck für ihre Ordnung. Die Ordnung ist Symbol für ihre Gültigkeit. Werke, die eine innere Ordnung zeigen, werden häufiger aufgeführt als solche, die in irgendeiner Form konfus wirken. Der Mensch selbst strebt stets danach, Kategorien zu bilden, Formen zu vollenden, Logik zu erkennen.13 Eine immer noch sehr oft zitierte „Definition“ von Musik durch Eggebrecht ist diese: „Musik ist - im Geltungsbereich dieses Wortes: im Abendland - die produktive Gestaltung des Klingenden, das als Natur- und Emotionslaut die Welt und die Seele im Reich des Hörens in begriffloser Konkretheit bedeutet, und das als Kunst in solchem Bedeuten vergeistigt »zur Sprache« gelangt kraft einer durch Wissenschaft (Theorie) reflektierten und geordneten und daher sinnvollen und sinnstiftenden Materialität.“14 Welt und Seele, analog: Natur und Emotion (direkt erfahrbar, aber linguistisch nicht determinierbar = begrifflos konkret); Zum Ausdruck kommen die Welt und Seele durch die Kunst: Natur und Kunst (das zentrale Gedicht für das Verständnis jeglicher Kunst von Goethe); Ein Kunstwerk entsteht durch Gesetze (Ordnungen: Letzter Vers aus dem Gedicht Natur und Kunst lautet: „Das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.“) und es schafft auch Gesetze (neue Ordnungen): es ist daher sinnvoll (Ordnung) und sinnstiftend (neue Ordnung). Immer dann, wenn alte Ordnungen durch neue Ordnungen infragegestellt, durchbrochen und/oder erweitert werden, die Komposition aber dennoch in der Lage ist, die intendierten Emotionen bestmöglich zum Ausdruck kommen zu lassen, spricht man unter Musikern von Genialität. Wenn jemand es schafft, innerhalb einer größtmöglichen Ordnung eine größtmögliche Emotion zu transportieren, gleichzeitig aber diese Ordnung stets ein Stück weit zu durchbrechen, um ihr schließlich wieder die Berechtigung/Gültigkeit zu verleihen, so sprechen Musiker zumeist von Johann Sebastian Bach und bezeichnen ihn dann als größten aller Musiker. Und auch wenn Bach nur Kind seiner Zeit sein konnte, wie wir alle, so darf der berühmte Dirigent und Pianist Daniel Barenboim das epochenvereinende „Element“ in der Emotion suchen: Er findet die epochale Einteilung musikgeschichtlich praktisch, weigert sich aber, die Gefühlswelt der Epochen zu differenzieren; vielmehr habe sich die Ausdrucksgestalt der Musik über dieselben Gefühle verändert.

D.h.: Eine gar nicht so erstaunliche Erfahrung ist die Ansicht, die Emotionen der Menschen seien im Grunde seit sehr langer Zeit gleich geblieben. Körperlich entsprach der Mensch vor 3000 Jahren dem heutigen.15 Sollte er ähnliche Bedürfnisse gehabt haben wie die heutigen Menschen (Streben nach Glück, Liebe, Geborgenheit, Sicherheit, Anerkennung usw.16 ), wobei auch er zu einem strukturbildenden Formalismus neigte (andernfalls hätte er nicht die Blühte der menschlichen Evolution mitgeprägt), so wäre es logisch anzunehmen, dass er in einem kreativen Prozess seinen Gefühlen Ausdruck verliehen hat. Musik ist eine spätgeborene Kunst, Literaturformen sind frühgeboren. Als Künstler ist man wohl bestrebt, die aktuellen Gefühle, die etwa durch eine Ungerechtigkeit/einen Missstand in der Gesellschaft ausgelöst wurden, durch ein Kunstwerk zu kritisieren.17 Da das Buch Daniel zur Makkabäerzeit entstanden ist (über 400 Jahre nach der Spielzeit des Buches: 167-164/63 v.Chr.18 ), sollte eine Interpretation im Lichte der Ereignisse Antiochos IV. Epiphanes (175-164 v.Chr.) stehen. Insbesondere bei den Kapiteln 11­12 wird die Bewertung der aktuellen Situation augenscheinlich, d.h. die Einfügung einer Prophezeiung in einen Text, nachdem die entsprechenden Ereignisse dem Autor bekannt waren: vaticinium ex eventu (= „Weissagung aus dem [bekannten] Ereignis“).

Während Händels Oratorium den Freiheitskampf des jüdischen Volkes in der Zeit von 187-135 v.Chr. beschreibt (seit Seleukos IV. Philopator), genau in der Entstehungszeit des Danielbuches19, ist die Komposition Stockhausens eine „Reminiszenz“ an einen Teil der Spielzeit des Buches, nämlich den Teil, in dem die drei Freunde Daniels in den Feuerofen gehen.

Hauptteil

I. Historische Zeit

I.1. Das Buch Daniel und die Zeit, in der es spielt

Nebukadnezar II., der König von Babel, erobert Jerusalem und führt Jojakim20, den König von Juda, und viele seines Volkes in die babylonische Gefangenschaft (597 v.Chr.). Das Buch Daniel setzt im dritten Jahr der Regierung Jojakims ein (Thronbesteigung Jojakims: 609 v.Chr.21 ), als Nebukadnezar kam, um Jerusalem zu belagern und seine Oberschicht („die oberen Zehntausend“22 ) zu deportieren; darunter der Prophet Ezechiel.23 Es handelt sich somit um den ersten der beiden Feldzüge in westliche Richtung.

Auf der Karte24 sehen wir Mesopotamien mit seinen zwei großen Flüssen Euphrat und Tigris. Mesopotamien teilt sich in Assyrien im Norden und Babylonien im Süden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Vorderasien im Altertum

Mehrfach stand Babylonien unter Fremdherrschaft, auch unter der der Assyrer, die sich in der zweiten Hälfte des 10. Jh. v.Chr. gegen die in Babylonien sich am unteren Euphrat festgesetzten Aramäer durchsetzen konnten. Einerseits brachte die Vertreibung der Aramäer (das waren Volksgruppen aus Nordwest-Mesopotamien) und der aus dem Süden Mesopotamiens stammenden Chaldäer (Südbabylonier), von denen im Danielbuch die Rede ist, Babylonien eine gewisse politische Stabilität, andererseits jedoch war die Eigenständigkeit Babyloniens durch die Herrschaft der Assyrer gefährdet. Diese Janusköpfigkeit wurde besonders deutlich durch die

Einführung der Doppelmonarchie König Tiglat-pileser III., der sich sowohl mit der assyrischen wie auch mit der babylonische Königswürde ausstattete.25 Die Konflikte mit den Chaldäern blieben jedoch bestehen bis der assyrische Herrscher Sanherib (705-681) sie endgültig vertrieb, allerdings durch einen Gewaltschlag, der die Hauptstadt Babylon - das Zentrum der babylonischen und jeher auch von den Assyrern verehrten Kulturnation - vernichtete. Der Bedeutung dieser Kulturnation werden wir gewahr durch den Fakt, dass sein Sohn Asarhaddon (681-668) Babylon wieder aufbauen ließ. Er verfügte kurz vor seinem Tod, sein einer Sohn solle König über Babylon, sein anderer König über Assyrien werden. Es entstand ein Krieg zwischen den Brüdern und Babylon fiel 648 v.Chr. einem Großbrand zum Opfer. Babylonien stand wieder unter assyrischer Herrschaft (angezettelt hatte den Krieg allerdings der Bruder in Babylon). Und erneut begann ein Wiederaufbauprogramm unter dem siegreichen Bruder Assurbanipal, der große Bibliotheken am assyrischen Hof errichten ließ - Zeichen für die Wertschätzung der babylonischen Kultur und den wachsenden Stellenwert des Wissens.26

Nach dem Tod Assurbanipals geriet die assyrische Vorherrschaft in politische und gesellschaftliche Umbrüche, die für die Chaldäer eine Gelegenheit zum Aufstand darstellten (626 v.Chr.), woraufhin Nabopolassar (626-605) König über Babylon wurde. Mit Hilfe der Meder führte er mehrere Feldzüge gegen Assyrien, das 612 v.Chr. besiegt werden konnte. Mit diesem Jahr beginnt nach der Epocheneinteilung die neubabylonische Zeit und mit ihr die Ausdehnung babylonischer Herrschaft vor allem Richtung Westen. Die Expansion setzte sein Sohn 43 Jahre lang fort, Nebukadnezar II. (605-562). Er eroberte u.a. Jerusalem in Juda, das beinahe 900km von Babylon entfernt liegt. Wie mögen sich die Judäer angesichts einer solchen Übermacht gefühlt haben?

Nach dem Tod Nebukadnezars II. regierten noch drei Nachfolger, bis 556 v.Chr. Nabonid aus Harran (heutige Südost-Türkei) an die Macht kam (556-539). Während die Babylonier dem Gott Marduk (übersetzt: „Haus, das das Haupt erhoben hat“27 ) große Bedeutung zuwiesen, betete Nabonid den Mondgott Sin an. Zwischen Volk und Herrscher entstand ein Glaubenskonflikt, was möglicherweise ein Grund dafür war, warum er nicht in Babylon verweilte, sondern seinem Sohn Belschazzar die Regierung überließ. Die Zeit von 612-539 v.Chr. (Chaldäische Dynastie) brachte große Reichtümer (Tributzahlungen aus den eroberten Gebieten). Zusätzlich war Babyloniens Wirtschaft selbst sehr rege. Diese als neubabylonische Epoche bezeichnete Zeit gilt als Hochblüte Babyloniens, da durch den Reichtum prachtvolle Bauten in Babylon selbst, aber auch in vielen anderen Siedlungen (auf der Karte durch die schwarzen Dreiecke gekennzeichnet) entstanden.

Das neubabylonische Zeitalter endete mit dem 16. September 539 v.Chr., als der Perserkönig Kyros II. Babylon einnahm, welches sich der neuen Großmacht kampflos ergab.28 Die Herrschaft der religiös tolerant eingestellten Achämeniden begann. Ihre Herrschaft brachte keine gewaltigen Veränderungen mit sich, ist aber zeitgeschichtlich das Ende des Exils (zumindest desjenigen, das durch weltliche Herrscher bestimmt wurde29 ): „Kyros gestattete [...] den nach Babylon verschleppten Juden die Rückkehr in ihre Heimat, eine Offerte, von der jedoch anscheinend nur eine kleine Zahl Gebrauch machte.“30 Trotzdem kam es später unter dem König Dareios I. (521­486, nicht Darius der Meder!) zu Aufständen gegen die Achämeniden. Die Bewohner Babylons, seit Kyros II. eine Provinz des achämenidischen Reiches, wehrten sich gegen die stets wachsende Steuerlast. Während der Regentschaft Xerxes I. (486-465) wurde ein erneuter babylonischer Aufstand besonders brutal niedergeschlagen, wobei das Marduk-Heiligtum (das höchste Heiligtum der babylonischen Glaubensgemeinschaft) endgültig zerstört wurde. Die persische Herrschaft endete mit dem letzten Achamäniden-König Dareios III. (336-330), der auf der Flucht vor dem Makedonier Alexander dem Großen (336-323) ermordet wurde, welcher 331 v.Chr. Babylon besetzte und sie - angeblich31 - zur Hauptstadt seines Großreiches machen wollte. Allerdings starb er am 10. Juni 323 und sein Reich teilte sich in mehrere Herrschaftsgebiete auf, wobei Mesopotamien an Seleukos I. (321-281) fiel. Die Stadt Seleukeia wurde neugegründet und zur Hauptstadt, in die die Babylonier umgesiedelt wurden. „Babylonien behielt zwar noch seine

Funktion als Kulturzentrum, sank in seiner Bedeutung jedoch zusehends.“32 Diese gesamten Umstände sind angesprochen, wenn Daniel mit den Worten einsetzt: „Im dritten Jahr der Regierung Jojakims...“; vielleicht mit Ausnahme der Zeit nach Kyros II, denn das Buch Daniel endet im 12. Kapitel im dritten Jahr des Perserkönigs (also wohl 536 v.Chr.). Damit umfasst das Buch eine Zeitspanne von ca. 70 Jahren - ähnlich der Angabe in 2 Chr 36 zur Länge des Exils. D.h.: „Spielzeit des Buches Daniel = Exilszeit“.

I.2. Das Buch Daniel und die Zeit, in der es geschrieben wurde

Voraussetzung für ein Verständnis der möglichen Intentionen des Autors des Danielbuches ist die Zeit, in der er lebte, skizzieren zu können. Es war die Zeit jüdischer Freiheitskämpfer, die gegen die Dynastie der Seleukiden, zu denen auch Antiochos IV. zählt, kämpften.

Zur Vorgeschichte:

Die eigenstaatliche Existenz Mesopotamiens war mit dem Einzug des Persers Kyros II. vorbei. Der heutige Irak bedeutet die Rückgewinnung der Eigenstaatlichkeit Mesopotamiens. Dazwischen war es niemals wieder eigenstaatlich.

Auch wenn hier eingesetzt werden soll, in der Zeit nach Kyros II, ist die folgende Karte, die die Feldzüge Alexanders des Großen zeichnet, zunächst für einen geographischen Überblick hilfreich.33

[...]


1 Zu finden in: Zenger, Erich: Einleitung in das Alte Testament. Stuttgart 52004.

2 Ebd., 509.

3 Ebd.

4 Ebd., 510.

5 Ebd.

6 Wildgruber, Regina: Israels Weisheit und die Könige der Völker. Das Danielbuch (Teill). In: BiLi 80/1 (2007), 53.

7 Wilgruber, Regina: a.a.O. (Teil 1), 53.

8 Merrill, Eugene H.: Die Geschichte Israels. Ein Königreich von Priestern. Holzgerlingen 2200 6, 687ff.

9 Anm. und Exkurs: Wenn diese Einstellung die Kultur prägt und politisch wird, dann wird sie auch gefährlich - wie jedes Einmischen in eine Kultur mit anderen Ansichten gefährlich werden kann. (Humanitäre Interventionen sind heute lt. Helmuth Schmidt teilweise der Deckmantel imperialistischer Einmischungen; so etwa Kosovo gegen die Charta der Vereinten Nationen. Aber fernab dieser Verschleierung ist auch die Einbildung, man sollte und könnte zur Stabilisierung des Friedens gar militärisch intervenieren, damit der Rest der Welt sich den westlichen Idealen anpasst, ein Irrweg.) Im exegetischen Sinn ist eine Anpassung der Aussagen (und Anstößigkeiten) der Bibel an eine Interpretation (es ist gerade nicht die Anpassung der Interpretation an die Aussagen) nach Möglichkeit im Rahmen der Zeit und Kultur des Autors zu bewerten - d.h.: zunächst einmal liest der Text den Leser. Und erst wenn der Text die Chance bekommt, den Leser zu ändern, dann ist die Chance für ein tieferes Verständnis gegeben. Deswegen ist das Verständnis der historischen Fakten ebenso relevant wie das Verständnis der Absichten, die den Autor einen biblischen Text in dieser oder jener Weise schreiben ließen. Die Mittel und Kunstgriffe eines Textes müssen auch verstanden werden.

10 Begriffserklärung: Für die - wie Searle es in Anknüpfung an die Tradition nennt - Intension (den Inhalt/die Bedeutung) des Begriffs ist nicht nur das „Festgehaktsein“ an der Welt entscheidend, sondern darüber hinaus auch das an die ihn benutzende Person in der Zeit. Die Extension eines Ausdrucks wird hingegen bestimmt über die Menge der Dinge, auf die dieser Ausdruck kontextunabhängig zutrifft.

11 Gehrke, Hans-Joachim: Alexander der Große. München 52009, 9f.

12 Haag, Ernst: Die Neue Echter Bibel. Daniel. Würzburg 1993, 61.

13 Die große Leistung des Gehirns bei der Konstruktion unserer Wahrnehmungswelt ist das zentrale Thema bei dem Bremer Prof. DDr. Gerhard Roth, dessen Bücher alle ihren gemeinsamen Faden aus dieser Tatsache ziehen.

14 Dahlhaus, Carl (Hrsg.): Brockhaus Riemann Musiklexikon. Zweiter Band. Mainz 1979, 177 (Musik).

15 Die Gattung Homo sapiens (frühere wissenschaftliche Bezeichnung: Homo sapiens sapiens) entstand vor 100.000 bis 200.000 Jahren. Vgl. Ingman, Max u. a.: Mitochondrial genome variation and the origin of modern humans. Nature. Band 408. 2000, 708-713. Es gibt allerdings eine andere Theorie, die die Entstehung vor 60.000 Jahren einsetzen lässt. Wie auch immer: Vor 3000 Jahren gab es längst nur noch eine einzige Gattung/Rasse des Menschen, weswegen übrigens die gesamte Rassenlehre der Nazizeit falsch ist. (Dies wusste man spätestens seit 1935: Julian Huxley und Alfred C. Haddon veröffentlichen das Buch „We Europeans: A Survey of Racial Problems“, in dem sie darlegten, dass es keine wissenschaftliche Grundlage für eine Rassentheorie gibt.)

16 Nach dem Kinderpsychologen Michael Winterhoff sind dies entscheidende Bedürfnisse des heutigen Menschen. Vgl. z.B. den Artikel Das Kind muss wieder Kind sein. In: Welt am Sonntag Nr. 5, 2009.

17 Jede Kunstform ist motiviert aus jeweils aktuellen Anlässen (das ist jeweils die Zeit, in der das Kunstwerk entsteht), seien diese politisch, religiös (Glaubensbekundungen/Glaubenskritik), strukturell (in Literatur: Syntax, Form; in Musik: Form, Variation), semantisch (in Literatur: Wortspiele, Wortkonstruktionen, Bedeutungsrezeption usw.; in Musik: Durch die Komposition gelenkte Interpretationspraxis). Manchmal auch Mischformen: So ist das Händeloratorium zum Danielbuch politisch-religiös motiviert: Eine „Reinterpretation“ der aktuellen Ereignisse mit Hilfe des theologischen Gehalts aus dem Danielbuch. Und das Danielbuch selbst ist wiederum ein religiös-politisch motivierter Ausdruck zu den Ereignissen der Zeit des Autors: Kunst über Kunst. Eine völlig reaktionäre Kunst ist bloß noch Reproduktion, darum muss bedeutende Kunst stets in irgendeiner Weise gegenwartsbezogen sein (Zeit des Entstehens).

Daneben gewinnen alte Kunstformen für die Zeiten nach ihrer Entstehung unter der jeweiligen Interpretationspraxis einen semantischen Wert: „Jede neue Epoche nimmt das aus der Vergangenheit überlieferte Schrifttum unter veränderten Verstehensbedingungen und damit notwendig in einem neuen semantischen Horizont wahr [...].“ Vorwort in: Koch, Klaus: Die aramäische Rezeption der hebräischen Bibel. Studien zur Targumik und Apokalyptik. Neukirchen-Vluyn 2003.

18 Vgl. „Weltreiche“ unter: www.wibilex.de, 21.10.10.

19 Und - typisch für Künstler - als Ermutigung und später Huldigung der Engländer im Jakobitenaufstand von 1745 - also in seiner eigenen Zeit. Der Autor des Danielbuches bedient sich der Kunst eines lange vergangenen aber theologisch präsenten Bildes (Exil), um Kritik an seine eigene Zeit zu üben. Und Händel bedient sich des Schaffens des Danielautors, um die durch diesen Autor interpretierten Fakten und religiösen Schriften und Tradierungen als Anlass der Huldigung derer zu nehmen, die sich für die im Exil lebenden Thronprätendenten des Hauses Stuart einsetz(t)en.

20 Offenbar wird der Name unterschiedlich gehandhabt. So heißt es in Marzahn & Schauerte (s.u.) „Jojakin“, in manchen exegetischen Texten jedoch „Jojakim“. Die hebräische Schreibweise t т ¡ spricht für das „m“.

21 Vgl. Koch, Klaus: Daniel. 1. Teilband. Dan 1-4. Neukirchen-Vluyn 2005, 4f. Sollte das Exil tatsächlich 70 Jahre gedauert haben (nach 2 Chr 36), so muss es mit der Thronbesteigung Jojakims begonnen haben.

22 Sprichwort mit dem Ursprung in 2 Kön 24,14.

23 Vgl. Ez 3,15.

24 In: Marzahn, Schauerte (Hrsg.): Babylon - Wahrheit. Berlin 2008, 616.

25 Vgl. Marzahn, Schauerte (Hrsg.): Babylon - Wahrheit. Berlin 2008, 48.

26 Die Wertschätzung und der Sonderstatus Babylons beschreibt Herbert Donner so: „In diesen rauen Kriegern [Assyrern] des Nordens lebte die Ehrfurcht vor dem babylonischen Nachbarland als der Mutter ihrer Kultur und Gesittung, ihrer Sprache, Schrift und Religion. [...] So erkannten die assyrischen Herrscher das babylonische Königtum an und versicherten sich seiner entweder durch freundschaftliche Beziehungen, durch den Vasallitätsstatus [= „Mann im Dienstgefolge“], dadurch, dass sie selbst den Thron bestiegen und in Personalunion regierten [wie Tiglat-peleser III.] oder auch durch die Einsetzung von Vizekönigen aus der assyrischen Dynastie [...]“ (Donner, Herbert: Völker und Staaten des alten Orients bis zum Aufkommen der Perser. In: Müller, Hans-Peter (Hrsg.): Babylonien und Israel. Darmstadt 1991, 41. Und weiter: „Von der Sonderstellung Babyloniens war schon die Rede. Auch Tiglat-pileser III. hat sie respektiert.“ (Ebd., 45).

27 Marzahn, Schauerte: a.a.O., 101.

28 Anm. Angesichts der vielen Zerwürfnisse ist es umso wichtiger, an seiner eigenen Identität festzuhalten. Ein Grundsatz, den Daniel mit den heutigen Juden gemein hat.

29 Im Danielbuch beträgt die Dauer des Exils nicht 70, sondern 7x70 Jahre (vgl. Dan 9,24).

30 Marzahn, Schauerte: a.a.O., 49.

31 Es gibt abweichende Meinungen: Vgl. Hrouda, Barthel: Mesopotamien. Die antiken Kulturen zwischen Euphrat und Tigris. München 52008, 57.

32 Ebd., 49

33 Karte entnommen aus: Gehrke, Hans-Joachim: Alexander der Große: a.a.O.

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Details

Titel
Das Buch Daniel: Historischer Hintergrund, Strukturanalyse und künstlerische Rezeption
Hochschule
Universität Osnabrück  (Katholische Theologie)
Autor
Jahr
2009
Seiten
64
Katalognummer
V161453
ISBN (eBook)
9783640750436
ISBN (Buch)
9783640751143
Dateigröße
27592 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Daniel, Exegese, Händel Judas Maccabaeus, Feuerofen, Löwengrube
Arbeit zitieren
Christopher Wenning (Autor), 2009, Das Buch Daniel: Historischer Hintergrund, Strukturanalyse und künstlerische Rezeption, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161453

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