Netzwerke und Overconfidence: Hat menschliche Selbstüberschätzung Einfluss auf soziale Netzwerke?


Hausarbeit, 2008
14 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Overconfidence
2.1 Auspragungen von Overconfidence
2.2 Ursachen von Overconfidence
2.3 Underconfidence

3. Bestandteile sozialer Netzwerke
3.1 Allgemeiner Aufbau von sozialen Netzwerken
3.2 Kooperation in sozialen Netzwerken
3.3 Vertrauen in sozialen Netzwerken
3.4 Sozialkapital in sozialen Netzwerken

4. Verbindung Overconfidence und soziale Netzwerke
4.1 Allgemeine Auswirkungen Overconfidence auf soziale Netzwerke
4.2 Negative Auswirkungen auf soziale Netzwerke
4.3 Positive Auswirkungen auf soziale Netzwerke
4.4 Abwagung Effekte

5. Fazit und Bewertung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Kalibrierungskurven Confidence/Accuracy

1. Einleitung

Etliche Studien zeigen den menschlichen Hang eigene Fahigkeiten relativ zu uberschatzen[1], was in der Literatur als Overconfidence bezeichnet wird. Die grofte Mehrheit sieht sich uber dem Durchschnitt, obwohl dies nicht moglich ist.[2] Die gestiegene Komplexitat der Umwelt scheint eine rationale Wahrneh- mung noch mehr zu erschweren. Ebenso spielen soziale Netzwerke in einer Umwelt mit hoherer Komplexitat eine grofte Rolle. Darum stellt sich an dieser Stelle die Frage, welche Auswirkungen Overconfidence auf soziale Netzwerke haben kann?

Diese Abhandlung soll die Frage beantworten, in wie weit Overconfidence posi-tive oder negative Einflusse auf soziale Netzwerke haben kann bzw. ob indivi- duelles und kollektives soziales Kapital generiert oder vernichtet wird. Hierzu werden auch die Begriffe Vertrauen[3], nach Luhmann, und Kooperation[4], nach Axelrod, benutzt. Um sich dieser Fragestellung zu nahern, werden die Bereiche Overconfidence und Netzwerke genauer durchleuchtet. Mit dem Zusammen- schluss dieser beiden Analysen soll eine Antwort auf die Ursprungsfrage erar- beitet werden.

Der erste Teil dieser Arbeit wird einen Uberblick uber das Phanomen Overcon-fidence beim Mensch geben. Danach folgt eine kurze Beschreibung der Struk- tur sozialer Netzwerke. Im letzten Teil werden Overconfidence und soziale Netzwerke zusammengebracht um positive wie auch negative Effekte fur Netz-werke sichtbar zu machen.

2. Overconfidence

Overconfidence und uberstarker Optimismus scheinen ein Teil der menschli- chen Wahrnehmung in der Welt zu sein[5], wobei jedoch starker egozentrische Menschen eine hohere Anfalligkeit fur Overconfidence aufweisen.[6] Selbst wenn Menschen bei sich die Overconfidence generell wahrgenommen haben, andert sich das Verhalten in den einzelnen Situationen nicht.[7] Zudem tritt Overconfi-dence in einigen Fallen eher bei Experten auf[8], als bei Personen, welche nicht so ein profundes Wissen in einem Bereich haben. Nur in einigen Fallen tragt das tiefere Wissen zu einer besseren Einschatzung der Situation bei. Zudem kann man bei Overconfidence sowohl kulturelle als auch geschlechterspezifi- sche Unterschiede feststellen[9] [10] Folgend sollen die unterschiedlichen Auspra- gungen von Overconfidence dargestellt werden, welche relativ komplexe Varia- tionen aufweisen.

2.1 Auspragungen von Overconfidence

Die Auspragung der Starke von Overconfidence richtet sich nach einigen Vari- ablen. Eine wichtige Variable ist die Schwierigkeit der Aufgabe, welche sich ein Mensch stellt. In Abb. 1 wird dabei deutlich, dass Menschen bei leichten Auf- gaben sogar zu einer leichten Underconfidence neigen, jedoch bei schwierigen und unmoglichen Aufgaben einen Hang zur Overconfidence haben. Interessant ist, dass bei einer Confidence von 100 % bei einfachen Aufgaben nur eine Er- fullung bzw. Richtigkeit von 90 % erreicht wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Griffin/Tversky (1992), S. 427

Abb.1: Kalibrierungskurven Confidence/Accuracy

Eine weitere Variable fur die Starke der Overconfidence ist die mogliche Vor- hersagbarkeit einer zukunftigen Situation. Mit steigender Schwierigkeit der Vor- hersagbarkeit einer Situation nimmt die Overconfidence zu[11], dementsprechend werden die Erfolgsannahmen immer positiver[12]. Die wahrscheinliche Ursache hierfur liegt darin, dass aufgrund der erhohten Komplexitat schneller Beurtei- lungsfehler entstehen.[13]

Ebenso ist die „Illusion of Validity1' eine Variable, welche die Starke der Over-confidence beeinflusst.[14] Bei der „Illusion of Validity“ werden Informationen fur Einschatzung zugrunde gelegt, welche als nicht valide bzw. gesichert werden konnen.[15] Sehr haufig ist eine starke Overconfidence festzustellen, wenn die Validitat der Informationen nicht gewahrleistet ist.

Die Unterscheidung zwischen der Beurteilung des eigenen Verhaltens und des Verhaltens der Anderen spielt fur die Overconfidence auch eine Rolle.[16] Confi-dence und Accuracy sind bei der Beurteilung des eigenen Verhaltens ungefahr auf gleichem Niveau. Bei der Beurteilung des Verhaltens von anderen steigt beim Beurteilenden ab einem gewissen Punkt die Confidence schneller als die Accuracy.[17] ' Es setzt Overconfidence ein. Zur Beurteilung des eigenen Verhal-tens liegen dem Menschen bessere Informationen vor, als zur Beurteilung des zukunftigen Verhaltens anderer Menschen.[18]

Zusammenfassend lasst sich sagen, dass erhohte Komplexitat beziehungswei- se Schwierigkeit einer Situation mit steigender Overconfidence einhergehen. Dies ist sowohl der Fall, wenn die Situation viele Informationen zur Vorhersage benotigt als auch wenn die zur Verfugung stehenden Informationen nicht die erforderliche Qualitat aufweisen.

[...]


[1] Vgl. Hvide (1999), S. 1

[2] Vgl. Camerer/Lovallo (1999), S. 306

[3] Vgl. Luhmann (1968)

[4] Vgl. Axelrod (2000)

[5] Vgl. Camerer/Lovallo., S. 306

[6] Vgl. Yates et al. (1996), S. 145

[7] Vgl. Rabin (1998), S. 31

[8] Vgl. ebd. , S. 31

[9] Vgl. Yates et al. (1996), S. 138ff; Barber/Odean (2001), S. 262

[10] Vg. Griffin/Tversky (1992), S. 427

[11] Vgl. Rabin (1998), S. 32

[12] Vgl. Thaler (2000), S. 133

[13] Vgl. Klayman et al. (1999), S. 219

[14] Vgl. Griffin/Tversky (1992), S. 431

[15] Vgl. Kahneman/Tversky (1973), S. 238ff

[16] Vgl. Griffin/Tversky (1992), S. 425

[17] Vgl. ebd., S. 424

[18] Vgl. Moore/Cain (2007), S. 207

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Netzwerke und Overconfidence: Hat menschliche Selbstüberschätzung Einfluss auf soziale Netzwerke?
Hochschule
Zeppelin University Friedrichshafen
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V163340
ISBN (eBook)
9783640777358
ISBN (Buch)
9783640777037
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Netzwerke, Overconfidence, Selbstüberschätzung, Einfluss
Arbeit zitieren
Ralph Eichler (Autor), 2008, Netzwerke und Overconfidence: Hat menschliche Selbstüberschätzung Einfluss auf soziale Netzwerke?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163340

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Netzwerke und Overconfidence: Hat menschliche  Selbstüberschätzung Einfluss auf soziale Netzwerke?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden