Zur Geschichte der frühen Besiedlung Nordamerikas

Jamestown(Virginia) und New-Plymouth (Massachusetts)


Studienarbeit, 1998
20 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

EINLEITUNG

1. Die Anfänge der engl. Besiedlung Amerikas
1.1 Strukturelle Voraussetzungen der Expansion
1.2 Hauptmotive der Expansion nach Nordamerika
1.3 Die Suche nach der Nordwestpassage
1.4 Erste Siedlungsversuche in der Nähe der Chesapeake Bay

2. Englands Verhältnis zu den Kolonien
2.1 Das Interesse des Königshauses
2.2 Politisch rechtlicher Status der Kolonien

3. Die Kolonie Jamestown ( Virginia )
3.1 Die Entstehung der " Virginia Company "
3.2 Die Besiedelung von Jamestown
3.2.1 Die Herkunft der Siedler
3.2.2 Die Wahl des Standorts
3.2.3 Die Anfänge von Jamestown Not und Konfusion
3.2.4 Das Verhältnis zu den Indianern
3.2.5 Die Herrschaft von John Smith
3.2.6 Die Zeit der Konsolidierung

4. Die Kolonie New Plymouth ( Massachusetts )
4.1 Die polit. Situation in England um 1620
4.1.1 Die Puritaner im holländischen Exil
4.2 Das " Council for New England und die " Pilgerväter "
4.3 Die Besiedlung von New Plymouth
4.3.1 Die Herkunft der Siedler
4.3.2 Der " Mayflower Compact "
4.3.3 Die Wahl des Standortes
4.3.4 Die erste Zeit der Siedlungsgründung
4.3.5 Das Verhältnis zu den Indianern
4.3.6 Die Entwicklung der Kolonie bis 1630

RESÜMEE

Literaturverzeichnis

EINLEITUNG

Ältere Darstellungen, die sich mit der Geschichte Nordamerikas beschäftigen, haben oftmals die Gründung der Kolonien und den Pioniergeist ihrer Siedler als heroischen Willensakt zu deuten versucht, wie dies auch Charles A. und Mary Beard in ihrer 1949 erschienen " Geschiche der Vereinigten Staaten von Amerika " anklingen lassen. Kenneth R. Andrews hat 1981 mit seinem Buch " Trade, plunder and settlement " einen neuartigen Versuch unternommen, die ersten Ansätze der englischen Koloniegründungen in Nordamerika in den Kontext der internationalen Auseinandersetzung mit dem Rivalen Spanien einerseits und den großen Veränderungen in England andererseits in Beziehung zu setzen. Wobei er den Handel als vorrangige Triebfeder der Expansion bezeichnet.

Für den deutschsprachigen Raum sei zunächst hier vor allem Hans - Christoph Schröders " Die Amerikanische Revolution " ( 1982 ) genannt. Darin widmet er den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der frühen Kolonialzeit Nordamerikas relativ breiten Raum. Für ihn sind die Gemeinsamkeiten wichtiger zu bewerten als die Unterschiede. Seit Beginn der neunziger Jahre setzt die Amerikaforschung verstärkt auf Themen zur Struktur- und Mikrogeschichte der Kolonialzeit. Virginia DeJohn - Anderson hat mit " New England `s generation " ( 1991 ) eine akribische Bestandsaufnahme des sozialen und gesellschaftlichen Umfelds jener Auswander durchgeführt, die im Zuge der " Great Migration " England in Richtung Nordamerika verließen. Das 1996 erschienene Jahrbuch für Historische Sozialkunde versucht im Band 7 " Die beiden Amerikas " eine neue Standortbestimmung, in der deutsch-sprachigen Forschungsliteratur. Thematisiert wird das bislang vernachlässigte Verhältnis von Weißen und indigenen Völkern in Nord und Südamerika, aber auch gemeinsame Merkmale der frühen Siedlergesellschaft Nordamerikas. Neuesten Datums ( 1998 ) ist Peter Schäfers " Alltag in den Vereinigten Staaten ". Eine Strukturgeschichte, die den mühevollen Anfängen der Siedlungstätigkeit in Jamestown und New-Plymouth nachgeht und eine gute Vergleichsstudie anbietet.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit diesen Anfängen einer dauerhaften Siedlungstätigkeit in Nordamerika. Anhand zweier verschiedener Regionen, nämlich der Ansiedlung von Jamestown in Virginia und New-Plymouth in Massachusetts, soll der Frage nachgegangen werden, ob und in welchem Maße Gemein-samkeiten aber auch grundlegende Unterschiede in der frühen Besiedlung festzustellen sind. Warum fällt die Wahl auf Jamestown und New- Plymouth? Nun Jamestown gilt als die erste geglückte und zugleich dauerhafte englische Siedlung in Nordamerika. New-Plymouth wurde zum Vorreiter einer religiös motivierten Migration im Norden der Vereinigten Staaten, in Neuengland. Guggisberg weist daraufhin, dass der Begriff " New England " von John Smith geprägt worden war, der die Küste dieses Gebietes im Jahre 1614 erkundet hatte (1993, S.15 ).Die Untersuchung hat sich als Schwerpunkt, dies ist zugleich auch der inhaltliche und zeitliche Beschränkungsrahmen, die ersten Jahre der Siedlungsgründung gesetzt. Gerade das erfolgreiche Bewältigen der harten Anfangszeit kann als ein Maß für die Wahrscheinlichkeit des Überlebens und Weiterbestehens einer Ansiedlung gelten. Zu Beginn werden die strukturellen Voraussetzungen aber auch die Motive der englischen Expansion nach Nordamerika näher beleuchtet. In weiterer Folge werden die entscheidenden Etappen der Siedlungsgeschichte von Jamestown und New-Plymouth dargestellt. Von besonderer Wichtigkeit erscheint die soziale Herkunft der ersten Siedlergesellschaft, denn sie bestimmte letztlich, ob sich ein geordnetes oder chaotisches Leben in der Kolonie vollzog. Letztendlich war das Überleben in der Kolonie ohne Kontakt mit der einheimischen Urbevölkerung nicht möglich, sodass dem Verhältnis der weißen Siedler zu den Indianern ein gebührender Platz einzuräumen ist. Die vorliegende Arbeit endet mit dem Überstehen der ersten schweren Zeit, in der die Gewissheit einer dauernden Siedlung überwog.

1. Die Anfänge der englischen Besiedlung Amerikas

1.1 Strukturelle Voraussetzungen der Expansion

Die ersten Expansionsbestrebungen Englands verliefen langsam und zögernd. Die englische Krone überließ die Initiative zumeist einer kleinen Schicht von privaten Schiffseigentümern und Kaufleuten. Es unterstützte sie nur, wenn dabei für sie ein direkter Vorteil heraussprang. So wurden die Raubzüge eines Francis Drake von einer Handelsgesellschaft unterstützt, bei der Königin Elisabeth I finanziell beteiligt war. Dazu kam noch, dass die meisten der damaligen Überseeunternehmungen unter einem Mangel an Kapital litten und zudem schlecht organisiert und geführt wurden. Daher nimmt es nicht Wunder, dass die Mehrzahl derartiger Unternehmen zum Scheitern verurteilt war.

1.2 Hauptmotive der Expansion nach Nordamerika

Der englischen Überseeexpansion in Richtung Nordamerika liegen sowohl politische, wirtschaftliche als auch religiöse Motive zugrunde. Aus politischer Sicht waren die ersten Vorstöße durch die gespannten Beziehungen zu Spanien geprägt. Dieses Verhältnis ging gegen Ende der 60 er Jahre des 16. Jahrhunderts in einen offenen Seekrieg über. Die Engländer versuchten vor allem den Schiffsverkehr zwischen Spanien und Westindien zu stören. Wirtschaftliche Beweggründe hatte die Suche nach einer Nordwestdurchfahrt nach China, forciert von Kaufleuten aus London und Bristol, verbunden mit der Hoffnung auf beträchtliche Edelmetallfunde. Unter Jakob I verließen dann Tausende Engländer ( Bauern, Handwerker, verarmte Landadelige ) ihre Heimat, um in Nordamerika zu siedeln. Eine hartnäckige Rezession im Wollexportgeschäft hatte eine zunehmende Zahl von Arbeitslosen in den Städten hervorgebracht. Ebenso wurde der Ackerbau zugunsten der Schafzucht zurückgedrängt. Viele, die auf wirtschaftliche Verbesserung hofften, wanderten anfangs nach Virginia aus. Ebenso spielten religiöse Motive eine bedeutsame Rolle. Die Puritaner, die in den 20 er Jahren des 16. Jahrhunderts vor allem in der Gegend von Massachusetts siedelten, waren vom Wunsch beseelt, in Amerika die " wahre Gemeinde Christi " ( Guggisberg 1993, S. 16 ) zu begründen.

1.3 Die Suche nach der Nordwestpassage

John Cabot, ein Venezianer in englischen Diensten, befuhr 1497 die Ostküste Nordamerikas und kam dabei in die Nähe der Chesapeake - Bay. Aber er traf dort " kein reiches Volk, mit dem ein gewinnbringender Handel möglich gewesen wäre " ( Beard 1949, S. 13 ). Die gleiche Erfahrung machte einige Jahrzehnte später der Franzose Jacques Cartier. Er kam zwar bis zur Mündung des St. Lorenz- Stromes. Doch er fand weder eine Nordwestpassage nach China noch einen Seeweg nach Indien. Die Engländer haben sehr früh Amerikafahrten unternommen. Man beschränkte sich aber bald auf den " Fischfang rund um die Neufundlandbänke " ( Reinhard 1985, S. 168 ).

1.4 Erste Siedlungsversuche in der Nähe der Chesapeake - Bay

Der erste wichtige Impuls zu einer Siedlungsgründung ging von Humphrey Gilbert aus. Das 1578 von Königin Elisabeth I erhaltene Patent, ermächtigte ihn zur Entdeckung und Besitznahme allen unentdeckten Landes zwischen Labrador und Florida, einschließlich der Anlage von Siedlungen. Gilberts Halbbruder, Sir Walter Raleigh, erhielt 1584 das gleiche Patent. Zwei von ihm ausgesandte Schiffe landeten bei Roanoke-Island, im Gebiet des heutigen North Carolina. Raleigh taufte das vorgefundene Land zu Ehren seiner Königin Virginia. Er kam mit Nachrichten von einem Land zurück, das er, " das reichste, süßeste, fruchtbarste und gesundeste der Welt "

(Beard 1949, S.17) nannte. 1585 ging eine zweite Expedition von sieben Schiffen mit 108 Siedlern nach Roanoke. Die Siedlerkolonie litt aber von Anfang an unter Nachschub-schwierigkeiten. Als nach längerer Unterbrechung um 1591 neuerlich englische Schiffe auf der Insel landeten, war die kleine Siedlung nicht mehr vorhanden. Zahlreiche Reise-berichte und Werbeschriften (" Promotion Tracts ") hielten jedoch das Interesse an der Neuen Welt wach und schilderten den Lesern die Zukunftsaussichten in den Kolonien anschaulich und farbenreich.

2. Englands Verhältnis zu den Kolonien

2.1 Das Interesse des Königshauses

Jakob I hatte selbst geringes Interesse an der Kolonie-gründung. Ganz im Gegensatz zu einflussreichen Per-sönlichkeiten im Umfeld des Königs. Nicht wenige seiner Berater hatten als Aktionäre in die Handelskompanien investiert. Zwar hatte jede Kolonisationstätigkeit unter königlicher Oberhoheit stattzufinden, doch die direkte Verantwortung sollte anderen überlassen werden. Es waren mit Freibriefen ausgestattete private Kaufmannsgesellschaften

( chartered commerial companies ), die auswanderungswillige Engländer und Engländerinnen nach Amerika brachten. Der königliche Freibrief oder die Charter benannte die Mitglieder der Gesellschaft und gab ihnen das Recht, Beamte zu wählen, lokale Gesetze zu erlassen, Geld aufzunehmen und überhaupt als juristischer Person zu handeln. Wichtiger war aber noch, dass er der Gesellschaft ein bestimmtes Gebiet und besondere Befugnisse übertrug. So durfte sie ihre Ansiedlung leiten und über das Land und seine Hilfquellen verfügen, aber auch Handel nach englischem Recht treiben.

2.2 Politisch - rechtlicher Status der Kolonien

Die Form der Lizenzerteilung an private Investoren ermöglichte königliche Souveränität, ohne die noch eher unterentwickelte englische Verwaltunsgbürokratie allzu stark zu strapazieren. Sautter verweist jedoch auf das Beispiel Virginia, wo sich sehr bald die Schwäche dieses Konzepts zeigte (1994, S. 25). Die Kolonien schuldeten dem englischen König Unterwerfung, Gehorsam und Treue. Der Monarch war daher letzte Berufungsinstanz in allen Streitfragen. Ein wichtiges Herrschaftsinstrument des Königs waren die sogenannten Instruktionen. Mit Hilfe dieser zusätzlichen Weisungen versuchte die Krone ein Mindestmaß an Einfluss zu sichern. Mit der Zeit bildeten sich drei Grundtypen heraus. Die royal colony , die proprietary colony und die charter colony. Der erste Typus unterstand der direkten Verwaltung der Krone, die auch den Gouverneur und die Mitglieder seines Rates bestimmte. Virginia sollte eine der ersten Kolonien werden, auf die dieser Status zutraf. Der zweite Typus war ähnlich gegliedert wie die Kronkolonie, aber er gehörte einem Eigentümer, der den Gouverneur ernannte.

Beim dritten Typus gewährte die Charter ein " weitgehendes Maß an Selbständigkeit " (Schröder 1982, S.15 ff ).

3. Die Kolonie Jamestown ( VIRGINIA )

3.1 Die Entstehung der " Virginia Company "

Um 1604 Elisabeths Nachfolger Jakob I Frieden mit dem Erzrivalen Spanien. Zu jener Zeit war für die kriegerische Politik der Freibeuter, die noch zu Zeiten Drakes und Frobishers manche adeligen Kreise entzückt hatte, immer weniger Platz. Statt dessen sah man am Beipiel Hollands, dass

der Fernhandel eine vielversprechende Alternative war. Die Kaufmannschaft wurde risikofreudiger und auch für den Landadel ( Gentry ) war nun der Handel von nationaler Wichtigkeit. Politiker, königliche Administratoren und Kaufleute standen Pate bei der Gründung der " Virginia Company ". An vorderster Stelle betätigte sich einer der höchsten königlichen Richter, Lord Chief of Justice, Sir John Popham. Dieser wollte England von potentiellen Kriminellen entlasten. Vor allem aber beteiligte sich der Londoner Geschäftsmann Sir Thomas Smith an dem Unternehmen. Die erste Charter der neuen Virginia Company vom April 1606 verband zwei Kompanien miteinander. Denn auch die Kaufleute aus Plymouth, Exeter und Bristol zeigten Interesse für ein Amerikaunternehmen. Während die Londoner Gruppe Landrechte vom 34. bis zum 41. Breitengrad erhielt, durfte die Gruppe aus Plymouth das Gebiet zwischen dem 38. und 45. Breitengrad für sich beanspruchen. Diese Doppelkompanie war als " Joint- stock company " konzipiert und zwar in der Weise, dass sie aus Aktionären bestand, die fraglos das investierte Kapital in einem bestimmen Zeitraum mit Gewinn zurückerstattet haben wollten. Aber es gab einen Unterschied zu den üblichen Charterkompanien. Die Kompanie war einem königlichen Rat verantwortlich, dem sogenannten " Council of Virginia" und dieser wiederum setzte ein Gremium ein, das in der Kolonie seinerseits Verwaltungsaufgaben wahrzunehmen hatte und aus 13 Mitgliedern bestand.

3.2 Die Besiedelung von Jamestown

Die Aktivitäten der " Virginia Company of Plymouth " waren nur kurzlebig. Im August 1607 landeten etwa 120 Siedler an der Küste des heutigen Bundesstaates Maine. Nach einem bitteren Winter packten die Kolonisten ihre Sachen und kehrten nach England zurück. Das Unternehmen, das freilich größeren Erfolg garantierte, begann im Dezember 1606. Auf drei Schiffen befanden sich etwa 104 englische Siedler. Es war eine durchaus gemischte Gesellschaft an Bord: 35 Gentleman, ein Pfarrer der anglikanischen Kirche, ein Arzt, 40 Soldaten und eine Anzahl von Handwerkern und Arbeitern. Sie kamen im Mai 1607 an ihrem Bestimmungsort an. Man wählte einen Platz in der Nähe der Chesapeake - Bay, einer langgestreckten Meeresbucht an der atlantischen Küste. Das spätere Jamestown war durch einen Flusskanal des James- Rivers für Schiffe erreichbar und durch seine Lage auf einer Halbinsel geschützt.

3.2.1 Die Herkunft der Siedler

Virginia zog vor allem junge, unverheiratete Männer an, die um die 20 Jahre alt waren. Diese besaßen zumeist hand-werkliche Fähigkeiten. Ein Teil der neuen Siedler waren auch verarmte Landadelige. Sie wurden wurde von der Hoffnung ange-lockt, in Amerika Bodenschätze und andere Reichtümer zu finden. Dazu kamen " [... ]liederliche junge Leute aus guten Familien, deren Eltern sie eingeschifft hatten, um sie der Schande zu entziehen;dazu [ ... ] betrügerische Bankrotteure, ausschweifende Gesellen und andere Leute dieser Art, die eher zum Plündern und Zerstören als zum Aufbau einer Siedlung taugten " ( William Stith in: Tocqueville 1976 *, S. 36 ).

3.2.2 Die Wahl des Standortes

Eine Instruktion an den Leiter der Expedition ( Schmitt 1987, S.221 ff ), dem Kapitän Christopher Newport, lautete einen Platz zu finden, der sicher vor spanischen Angriffen war. Spaniens Kolonialreich erstreckte sich nämlich zu jener Zeit bis ins heutige Florida. Ausserdem sollte der Platz einen Zugang zum offenen Meer haben. Dort war die Errichtung einer Befestigungsanlage vorgesehen. Dies alles traf auf die Chesapeake - Bay in idealer Weise zu. Das Klima war allerdings im Sommer feuchtschwül und die Landschaft zudem von Sümpfen durchzogen.

3.2.3 Die Anfänge von Jamestown - Not und Konfusion

Von Anfang an mangelte es jedoch nicht an Schwierigkeiten. 39 Menschen starben bereits bei der Überfahrt. Im August 1607 war beinahe die Hälfte der Siedler verstorben. Bei Einbruch des Winters litten immer mehr der Überlebenden an Krankheiten und Hunger. Typhus und Dysentrie (chronischer Durchfall) hatte man unwissentlich aus der Heimat mitgebracht. Das Flusswasser des James-River enthielt im Sommer Salzwasser-anteile und war daher als Trinkwasser nicht zu gebrauchen. Die Lebensmittelvorräte reichten nicht über den Winter hinweg. Die Probleme lagen aber noch auf einer anderen Ebene. Viele Siedler waren sogenannte Gentleman. Das waren Mitglieder des niederen grundbesitzenden englischen Adels.

Nicht gewöhnt an harte körperliche Arbeit und nur daran interessiert in möglichst kurzer Zeit schnellen Gewinn zu machen. Sie wollten lieber Gold schürfen. Wenig lag ihnen daran, Getreide anzubauen, um für den kommenden Winter eine ausreichende Ernte einzufahren. So stellte denn auch der Chronist der ersten Siedlungsperiode in Jamestown, John Smith, verzweifelt fest: " No talk, no hope, nor work, but dig gold, wash gold, refine gold, load gold " ( John Smith in: Brooks- Gruver 1981, S.27 ff ).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Zur Geschichte der frühen Besiedlung Nordamerikas
Untertitel
Jamestown(Virginia) und New-Plymouth (Massachusetts)
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Historisches Institut )
Note
2,0
Autor
Jahr
1998
Seiten
20
Katalognummer
V164031
ISBN (eBook)
9783640787173
ISBN (Buch)
9783640786886
Dateigröße
518 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte Nordamerikas- Geschichte der USA, -Jamestown- New Plymouth, Puritaner, Mayflower
Arbeit zitieren
Ernst Gusenbauer (Autor), 1998, Zur Geschichte der frühen Besiedlung Nordamerikas , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164031

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