Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels auf Küstenregionen


Seminararbeit, 2010

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Küsten und Küstenformen

3 Der Klimawandel und dessen Auswirkungen für Küstenregionen
3.1 Treibhauseffekt und Meeresspiegelanstieg
3.2 Betroffene Gebiete
3.3 Geoökologische Auswirkungen
3.4 Tourismus und andere sozioökonomische Auswirkungen

4 Fallbeispiel Deutschland

5 Küstenschutzmaßnahmen

6 Zusammenfassung und Auswertung

Literatur

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Verschiedene Küstenformen im Überblick

Abb. 2 Voraussichtlicher Meeresspiegelanstieg in den nächsten 100 Jahren

Abb. 3 Vom Meeresspiegelanstieg besonders betroffene Regionen in Europa

Abb. 4 Übersichtskarte Realszenario für Deutschland

1 Einleitung

Die unterschiedlichen Küstenregionen, welche sich über eine Million Kilometer (WBGU 2006:40) weltweit hinziehen, werden unsere Nachkommen nicht mehr so vorfinden wie wir, da Küsten lediglich Momentaufnahmen sind. Veränderungen der Küstenregionen sind nicht nur auf natürliche Einflüsse zurückzuführen, sondern heute mehr denn je auch auf den anthropogen beeinflussten Klimawandel. Hinzu kommt, dass die Küsten eine enorm wichtige Bedeutung für die Menschen darstellen und somit unmittelbar genutzt und stark verändert werden. Durch diese Veränderungen, bei denen oft der Landgewinnung aber auch der Drang nach immer luxuriöseren und vor allem meeresnahen Wohnkomplexen nachgegangen wird, bedroht der Mensch die Natur. Aber gerade dieser Raum sollte besonders geschützt werden, da heute 21% der Weltbevölkerung weniger als 30km vom Meer entfernt wohnen und es bis 2030 sogar 50% sein könnten (WBGU 2006:49). Nicht nur Mumbai mit 13,9 Millionen Einwohnern, sondern auch andere Großstädte wie New York oder Tokio geben der Weltbevölkerung ein zu Hause und prägen somit die Küstenregionen. Anhand solcher Ballungsgebiete sind die Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels besonders zu erklären. Auf Grund des Wandels kommt es außerdem zu immer extremeren Jahreszeiten aber auch zu bedrohlicheren Sturmfluten und zu einem nicht zu unterschätzenden Meeresspiegelanstieg. Es wird den Menschen durch diese Folgen nicht nur Lebensraum sondern auch Produktionsraum genommen, weswegen neue Probleme entstehen werden. Beispielsweise gilt dieser Bereich, insbesondere die tief gelegenen Räume, als besonders fruchtbar und schenkt den Menschen somit eine große Menge an Grundbestandteilen der Nahrung. Es ist heutzutage nicht mehr zu bestreiten, dass es angesichts des Klimawandels zu Veränderungen der Küstenregionen gekommen ist und auch noch exzessiv kommen wird. Aber in welchem Maße und welche Auswirkungen genau hat der anthropogene Klimawandel auf die Küstenregionen? Gibt es Schutzmaßnahmen die bezahlbar sind? Oder muss die Menschheit das Leben an der Küste aufgeben und somit wichtige Produktions- und Handelsräume verlassen? Diese Hausarbeit soll diese Fragen untersuchen und bewerten.

2 Küsten und Küstenformen

Zunächst sollte man klären was Küsten laut Definition sind und welche Küstenformen es gibt. Man findet zahlreiche Lektüre über die Küste und in etwa genau so viele Definitionen. Eine immer wieder auftretende Definition formulierte Kelletat (1999). Nach ihm ist die Küste „das Gebiet zwischen der obersten und äußersten landeinwertigen, sowie der untersten und äußersten seewärtigen Brandungseinwirkung“. Kelletat meint somit, dass die Küste ein Übergangsgebiet zwischen Festland und Meer darstellt. Im Groben wird die Küste in vier Bereiche eingeteilt. Diese sind das Meer, der Kontaktbereich, der meeresnahe Raum und das Hinterland. Es wird jedoch nie möglich sein eine klare Grenze zu ziehen, da die Küste ständigen Veränderungen durch Gezeiten, Meeresströmungen, Meeresspiegelschwankungen, Hebungen & Senkungen des Untergrundes, Sedimentfrachten in Naherholungsgebiet sowie Veränderungen durch menschliche Bauten erfährt (Mossbauer 2008).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Verschiedene Küstenformen im Überblick

(http://www.bildwoerterbuch.com/erde/geologie/typische-kuestenformen/kuestenformen.php)

Um genaue Aussagen über diese Veränderungen der Küsten zu treffen, muss man nicht nur in der Lage sein eine Grenze zwischen Küste und Inland zu ziehen sondern auch Küstenformen unterscheiden zu können. Weltweit sind bedeutend mehr Küstenformen zu finden als in der Abbildung 1 zu sehen ist.

Die deutsche Küstenlandschaft wird insbesondere von Steilküsten sowie Flachküsten geprägt, welche nun im nachfolgenden noch genauer definiert werden.

Flachküsten sind durch ein flaches Hinterland und weite Sandstrände charakterisiert. Sie können durch das Vordringen des Meeres auf flach ansteigende Bereiche, aber auch durch die Abtragung von Lockergesteinen und deren Zersetzung entstehen. Diese Küstenform, welche man in Deutschland zum Beispiel auf Rügen findet, untergliedert man zudem in Schorre und Strand. Diese beiden Zonen unterscheiden sich darin, dass die Schorre den Bereich abdeckt, welcher ständig dem bewegtem Wasser ausgesetzt ist, wohingegen der Strand zeitweise trocken oder auch nass sein kann.

An anderen deutschen Küstenbereichen, wie in der Nähe des Ortes Redewisch, findet man Steilküsten. Bei diesem Küstentyp wird das Gestein besonders entlang der Hochwasserlinie angegriffen. Das Kliff wird in dieser Höhe immer wieder von Gesteinsbrocken, welche sich zuvor lösten, getroffen. Es entsteht zwangsläufig ein Kreislauf, welcher zur Bildung von Brandungshohlkehlen führt. Diese neu entstandenen Höhlen vertiefen sich so lange, bis das überstehende Kliff in das Meer hinabstürzt. Auf Grund dieses Turnus wich die Steilküste Deutschlands innerhalb der letzten 4000 Jahre der Ostsee bis zu 5 km. Durch vermehrtes Abstürzen von Festmaterial in das Meer entstehen Abrasions- oder auch Brandungs-plattformen, wodurch die Wellenbewegung stark gebremst wird. Infolgedessen wird das Kliff nur noch im geringen Maße verändert und man bezeichnet es als totes Kliff, welches sich ab diesem Zeitpunkt dennoch durch Verwitterungsprozesse verändert. Aufgrund des schon erwähnten Klimawandels können Ruhekliffs, welche auch tote Kliffs genannt werden, wieder zu Arbeitskliffs werden. (Zepp 2004:259-268)

Abschließend muss noch erwähnt werden, dass die Flachküsten mit von den Steilküsten geprägt werden, denn an der Ost-West-Seite einer Steilküste entstehen prinzipiell Flachküsten. Das abgetragene Gestein wird im Meer zersetzt und es entsteht somit Sand. Durch die Wellenbewegungen werden diese Partikel an die Küste gespült, weshalb im Laufe der Zeit lange Sandstrände entstehen können.

3 Der Klimawandel und dessen Auswirkungen für Küstenregionen

3.1 Treibhauseffekt und Meeresspiegelanstieg

Wie zu Beginn der Ausführungen schon erwähnt, steht die Welt im Zeichen eines Klimawandels, welcher neben den natürlichen Ursachen mehr denn je auch durch anthropogene Einflüsse verstärkt wird. In den letzten Jahrzehnten kam es dadurch zu einem signifikanten Temperaturanstieg, welcher zahlreiche Auswirkungen für alle Erdgebiete mit sich bringt. Bis zum Jahr 2100 wird die Temperatur weiterhin um fast 3°C im globalen Mittel ansteigen (Graßl 1993:32). Diese Tatsache wird vor allem durch einer entscheidenden Ursache geprägt: den menschlich verursachten Treibhauseffekt. Im Normalfall sollte der Strahlungshaushalt der Erde im Gleichgewicht stehen (Houghton 1997:13). Dies bedeutet, dass die Erde genauso viel Wärme abstrahlen sollte, wie sie von der Sonne auch aufnimmt. Durch den Anstieg der CO2- und anderer Treibhausgaskonzentrationen wird dieses Gleichgewicht aber enorm gestört, da diese Gase einen Teil der Erdabstrahlung absorbieren und somit wieder zurück zur Erde strahlen (Houghton 1997:13). Dieser Effekt verstärkt die Temperaturerhöhung auf der Erde immens, welcher für die Weltozeane zwei Folgen mit sich bringt: Zum einem kommt es zum Abschmelzen der Eisgletscher und Eiskappen und zum anderen kommt es zu einer thermischen Ausdehnung des Ozeanwassers (Behnen 2000:21). Diese beiden Folgen sorgen für ein Ansteigen des Meeresspiegels. Anders jedoch als oft in den Medien dargestellt sind für den Meeresspiegelanstieg nicht vor allem die schmelzenden Pole von Bedeutung, sondern vielmehr ist es die thermische Ausdehnung der Ozeane (Houghton 1997:103). Wasser dehnt sich bei höheren Temperaturen aus, und zwar bei einer Zunahme von 1°C um circa 0,1-0,3‰ (Houghton 1997:104). Wenn zum Beispiel die Wassertemperatur von 25°C auf 26°C steigt, erhöht sich der Meeresspiegel um circa 3 Zentimeter. Der zweitwichtigste Faktor für einen Meeresspiegelanstieg ist dann das Abschmelzen der Inlandeisgletscher. Insgesamt sind viele Gletscher aus 45 Regionen der Erde zu nennen, wovon bereits in den letzten Jahrzehnten an vielen Stellen ein Rückgang dieser Gletscher beobachtet werden konnte. Die riesigen Eisflächen in Grönland und in der Antarktis dagegen tragen viel weniger zum Meeresspiegelanstieg bei, da es dort nur kaum zu Temperaturänderungen kommen wird (Behnen 2000:21). Nach Behnen’s Prognose bremst die Antarktis sogar den Meeresspiegelanstieg etwas, da aufgrund der Niederschlagszunahme dort neues Eis akkumuliert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Voraussichtlicher Meeresspiegelanstieg in den nächsten 100 Jahren

(nach Houghton) (aus Kelletat 1999:201)

Es ist schwer zu sagen, wie hoch der Meeresspiegel in Zukunft steigen wird. Behnen (2000) geht von einem Anstieg von 49cm bis zum Jahr 2100 aus. Er stützt sich dabei auf den „best estimate“-Wert der Organisation „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC), welche ein Wissenschaftlergremium unter dem Dach der UNO darstellt. In Abbildung 2 sind weitere Annahmen nach Houghton ersichtlich. Als wahrscheinlicher Anstieg wird hier von 65cm ausgegangen, während man als höchsten Extremwert circa 1m in der Literatur findet. Andere Schätzungen liegen ebenfalls in diesem Bereich. So prognostizieren Sterr und Simmering (1996) den Meeresspiegelanstieg auf 55 bis 66cm bis zum Jahr 2100. Festzuhalten ist auch, dass wenn sich die Treibhausgaskonzentration in den nächsten Jahren stabilisieren wird, es dennoch weiter zu einem kontinuierlichen Meeresspiegelanstieg kommt (Houghton 1997:104).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels auf Küstenregionen
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Geographie)
Veranstaltung
Physische Geographie I
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
20
Katalognummer
V167167
ISBN (eBook)
9783640835690
ISBN (Buch)
9783640835973
Dateigröße
830 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Klimawandel, Küstenregionen, Meeresspiegelanstieg, Küste, Treibhauseffekt
Arbeit zitieren
Tom Witt (Autor), 2010, Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels auf Küstenregionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167167

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