Kreislaufmodelle im Vergleich - Tableau Economique und Keynes


Hausarbeit, 2010

17 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Definition eines Kreislaufs

3 Tableau Economique
3.1 Aufbau des Tableau Economique
3.1.1 Classe Productive
3.1.2 Classe Steriel
3.1.3 Classe des Propriétaires
3.2 Verbindung der Klassen durch Revenu
3.3 Geld- und Preistheorie

4 Kreislaufmodell nach Keynes
4.1 Modell des Wirtschaftskreislaufs
4.1.1 einfacher Wirtschaftskreislauf
4.1.2 erweiterter Wirtschaftskreislauf
4.1.3 Vollständiger Wirtschaftskreislauf
4.2 Stabilisierungsaufgabe des Staates nach Keynes
4.2.1 Selbstheilungskräfte des Marktes
4.2.2 Staatsausgaben als Konjunkturmotor
4.2.3 Steuersenkungen als Konjunkturmotor
4.3 Antizyklische Fiskalpolitik

5 Vergleich der Kreisläufe bei Quesnay und Keynes

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung a Tableau Economique (Quesnay 1759, Übersetzung von 1965 Seite 43)

Abbildung b Erweiterter Kreislauf (Brümmerhoff 2007 Seite 17)

Abbildung c Vollständiger Kreislauf (Brümmerhof 2007 Seite 22)

Abbildung d Staatsausgaben als Konjunkturmotor (Bofinger 2007 Seite 381)

1 Einführung

In dieser Hausarbeit wird der Tableau Economique von Francois Quesnay behandelt, sowie der Wirtschaftskreislauf wie ihn sich John Maynard Keynes vorstellt. Dabei sollen am Ende eventuelle Unterschiede herausgearbeitet werden, um die Modelle voneinander abzugrenzen.

2 Definition eines Kreislaufs

Bevor ich die jeweiligen Systeme von Quesnay oder Keynes näher betrachten und analysieren kann, muss die Frage geklärt werden was ein Kreislauf ist. Da es um den Vergleich von Kreislaufsystemen geht, sollte es Parallelen geben, welche im folgendem erläutert werden. Laut Brockhaus handelt es sich bei einem Wirtschafts-kreislauf um ein Gleichungssystem, in dem Partner verbunden sind durch Güter- und Geldströme, welche sie miteinander ausaustauschen. Des Weiteren vergleicht Brockhaus einen Wirtschaftskreislauf mit einem Kontensystem, wie es bei der Doppelten Buchführung zu finden ist, somit handelt es sich um ein geschlossenes System. Dies bedeutet die Summe der Zuflüsse und die Summe der Abflüsse haben den gleichen Wert (vgl. Brockhaus, 2006 o. S.). Dieter Brümmerhöffer schränkt in seinem Buch der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung dies noch weiter ein. Ein Wirtschaftskreislauf gibt die Ströme in einer bestimmten Region und einem bestimmten Zeitraum wieder. Diese Ströme fließen von Pol zu Pol, wie er die Sektoren innerhalb eines Kreislaufes bezeichnet. Für Brümmerhöffer ist klar, dass es bei einer Kreislaufbetrachtung um einen geschlossenen Kreislauf handeln muss, in der die Summe aller von den Polen wegfließenden Ströme den gleichen Wert besitzen wie alle einfließenden Ströme. Dies gewährleistet, dass Kreislaufströme ohne Lücken oder mehrfache Zählungen desselben Stromes erfasst werden können. Da diese Voraussetzung erfüllt sein muss, nennt er dies Kreislaufaxiom (vgl. Brümmerhoff 2007 Seite 13). Nachdem diese Frage nun geklärt ist, können wir uns der eigentlichen Fragestellung zuwenden und beginnen als erstes mit der Schilderung des Aufbaues des Tableau Economique von Francois Quesnay.

3 Tableau Economique

3.1 Aufbau des Tableau Economique

Ob der Tableau Economique in die eben vorgenommene Definition passt, lässt sich auf den ersten Blick nicht gleich beantworten. Er beinhaltet zwar drei verschiede Sektoren die auch mit einander in Beziehung zu stehen, allerding erinnert dieser Tableau durch seine Zickzack-Linien eher an eine Aufschlüsselung verschiedener Wertschöpfungschritte, als an einen geschlossenen Kreislauf. Um dies zu klären, widmen wir uns als erstes dem Aufbau des Tableau und im speziellem seinen Akteuren, bevor wir uns mit den verbindenden Strömen der drei Sektoren beschäftigen. Für Quesnay ist nicht die gesellschaftliche Stellung das ausschlag-gebende Kriterium für die Zuordnung in einen Sektor, sondern die rein ökonomische Funktion, welche die Bevölkerung eines Staats im Tableau einnimmt. Im Folgenden werden wir sehen, dass der 1. und 2. Stand in einem Sektor zusammengefasst sind und der 3. Stand sich in 2 Sektoren aufteilt (vgl. Köster 1982 Seite 37).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung a Tableau Economique (Quesnay 1759, Übersetzung von 1965 Seite 43)

3.1.1 Classe Productive

Die Classe Productive ist für Quesnay die elementare Grundlage einer jeden Volkswirtschaft. Sie erschaffen alle Erträge, welche durch Landwirtschaft erzeugt werden können und versorgen durch Abgabe ihrer Produkte die Volkswirtschaft mit Nahrung und Rohstoffen. Da nur diese Klasse über das nötige Wissen und die Fertigkeiten verfügt die verschiedenen landwirtschaftlichen Arbeiten durchzuführen, können nur sie nach Abzug ihres Arbeits- und Kapitaleinsatzes einen Überschuss erzielen (vgl. Köster 1982 Seite 34).

3.1.2 Classe Steriel

In dieser Klasse befinden sich die Handel- und Gewerbetreibenden einer Volkswirtschaft. Sie beschäftigen sich also mit der Umwandlung, dem Verkauf und dem Transport von den in der Classe Productive geschaffenen Rohstoffen. Diese Classe Steriel hängt von der Produktion der Classe Productive ab, da nur diese Klasse die Möglichkeit hat sie mit Rohprodukten zu versorgen um selbst mit einer Wertschöpfung beginnen zu können. Der Wertzuwachs der Produkte oder der Dienstleistungen wird laut Quesnay in Nahrungsmittelverbrauch berechnet, da es nur um die Aufrechterhaltung der Reproduktionskraft geht. Der Reichtum einer Volkswirtschaft liegt also nicht in den Händen von geschickten Händlern und Hand-werkern sondern hängt einzig und allein von der Classe Productive ab, da die Classe Steriel nur einen Gegenwert zu ihrer geleisteten Arbeit erhält. Diese Kosten müssen möglichst gering gehalten werden, damit kann die Classe Steriel nicht mehr erhalten als ihre gesellschaftliche Stellung zulässt und sparen (vgl. Köster 1982 Seite 35).

3.1.3 Classe des Propriétaires

Der Classe des Propriétaires gehörte im damaligen Frankreich der Grundbesitz und war für dessen Erschließung und Verwaltung verantwortlich, sowie für die Bereit-stellung (Verpachtung) des Bodens für die Landwirtschaft. Das Recht auf Grundbesitzt oder der Erwerb an Grundeigentum entsteht jedoch nicht aus einfacher Inbesitznahme, sondern der Anspruch entsteht auf Grund der Kultivierung des Grundes, was die rechtliche Legitimation darstellt. Nach Quesnay ist das fortdauernde Recht auf Grundbesitz allerdings nicht unantastbar. Wer seinen Grundbesitz nicht nutzbringend der Classe Productive zu Verfügung stellt, kann sein Privileg, Eigentum an Grund und Boden erwerben und verpachten zu dürfen, verlieren. Deshalb stellt das Recht auf Grundbesitz für Quesnay auch keinen Wert als solches dar. Die Classe des Proprietaires erhält für die Zurverfügungstellung des Grunds jährlich eine sogenannte „Bodenrente“, welche als eine Pacht zu verstehen ist, worauf nach Quesnay auch Steuern erhoben werden sollten. Da die Classe des Proprietaires keinem geregelten Erwerbsleben nachgeht, übernimmt sie unentgeltlich und überparteilich verschiedene Aufgaben in der Institution der Kirche, den Gerichten und den obersten Verwaltungen des Landes. Des Weiteren müssen sie auch alle administrativen Aufgaben, welche das Militär betreffen übernehmen. Durch diese Pflichten lässt sich laut Quesnay eine Rechtfertigung ableiten für die Privilegierung, welcher durch den Landbesitz entsteht, dieser muss das Auskommen sichern ohne wirtschaftlich bestellen zu müssen (vgl. Köster 1982 Seite 35f).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Kreislaufmodelle im Vergleich - Tableau Economique und Keynes
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Veranstaltung
VWL - Konjunktur und Beschäftigung
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V167438
ISBN (eBook)
9783640841288
ISBN (Buch)
9783640840496
Dateigröße
1153 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kreislaufmodelle, vergleich, tableau, economique, keynes
Arbeit zitieren
Benjamin Ain (Autor), 2010, Kreislaufmodelle im Vergleich - Tableau Economique und Keynes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167438

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