Genesis 22 Isaaks (Nicht)Opferung

Fachwissenschaftliche Analyse und kurzer Unterrichtsentwurf


Studienarbeit, 2005

19 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Genesis 22,1-19: Abrahams Versuchung:

1. Einleitung

2. Kurzexegese
2.1. Persönliche Reflexion
2.2. Aufbau und Struktur
2.3. Traditions- und Kirchengeschichte
2.4. Realien

3. Problematik der Bibelstelle im RU

4. Kurzer Unterrichtsentwurf
4.1. Didaktisches Bedingungsfeld
4.2. Einordnung in die Unterrichtseinheit
4.3. Bezug des Themas zum Lehrplan
4.4. Formulierung von Lernzielen
4.5. Methodische Überlegungen
4.6. Verlaufsplan

5. Schluss

6. Quellen und Literaturverzeichnis

Genesis 22,1-19: Abrahams Versuchung:

1 Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. 2 Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn[1], den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde. 3 Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte. 4 Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von ferne 5 und sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel. Ich und der Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen.

6 Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer in seine Hand; und gingen die beiden miteinander. 7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? 8 Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beiden miteinander. 9 Und als sie an die Stätte kamen, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham dort einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz 10 und reckte seine Hand aus und fasste das Messer, dass er seinen Sohn schlachtete. 11 Da rief ihn der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. 12 Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen. 13 Da hob Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter sich in der Hecke mit seinen Hörnern hängen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes statt. 14 Und Abraham nannte die Stätte »Der HERR sieht«. Daher man noch heute sagt: Auf dem Berge, da der HERR sieht. 15 Und der Engel des HERRN rief Abraham abermals vom Himmel her 16 und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR: Weil du solches getan hast und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont, 17 will ich dein Geschlecht segnen und mehren wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres, und deine Nachkommen sollen die Tore ihrer Feinde besitzen; 18 und durch dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast. 19 So kehrte Abraham zurück zu seinen Knechten. Und sie machten sich auf und zogen miteinander nach Beerscheba und Abraham blieb daselbst.

1. Einleitung

In meiner Hausarbeit zu der Bibelstelle „Die Opferung Isaaks“ möchte ich zunächst die Ausgangslage der Geschichte klären. Was bedeuten die einzelnen Textabschnitte und wie stehen sie zueinander. Im weiteren Verlauf wird der historische Kontext dargestellt, um die Geschichte in der historisch richtigen Art und Weise zu begreifen[2].

Da diese Hausarbeit auch einen Unterrichtsentwurf enthalten soll, bedarf es einer Problematisierung der im ersten Teil dargestellten Textabschnitte. Dabei soll geklärt werden welche Textabschnitte Schülern gegebenenfalls Probleme bereiten könnten. Dies soll natürlich auch begründet werden.

In einem weiteren Schritt sollen die genannten Probleme, soweit dies möglich ist, diskutiert werden, um dadurch den Unterrichtsentwurf zu ermöglichen. Natürlich bedarf es dazu auch einer Analyse für welche Klassen dieser Text überhaupt geeignet ist. Der Unterrichtsentwurf soll darüber hinaus in den Lehrplan eingeordnet werden.

Man sollte dazu natürlich nicht nur die Sicht die man als Erwachsener auf diesen Text hat beachten. Möglicherweise sehen Kinder diese Geschichte unter ganz andern Gesichtspunkten.

2. Kurzexegese

2.1. Persönliche Reflexion

Die Vätergeschichten sind mir bereits häufig begegnet. Von der Kinderkirche an bis hin zur Schule. Obwohl in dieser Zeit meist die Ebene der Erzählung nur selten überschritten wurde, wurde die Geschichte um die Opferung Isaaks nicht erwähnt. Auch in der weiterführenden Schule wurde diese Erzählung nicht mehr bearbeitet.

Den ersten Kontakt mit dieser Geschichte hatte ich in meiner Grundschulzeit durch das miteinander Lesen in der Bibel. Dies tat ich mit meinen Eltern zusammen. Ich kann mich jedoch nicht daran erinnern ein Problem mit dem Ablauf der Erzählung gehabt zu haben, da am Ende alles gut wird und Isaak nicht geopfert wurde.

In meiner Jugend empfand ich die Geschichte dagegen als schwieriger, da ich nicht verstand wie Gott dies fordern konnte. Mein Bild von Gott war in dieser Zeit vom guten Gott überzeugt, daher passte die Geschichte nicht zu meinem Gottesbild.

Im Verlauf des Studiums begegnete mir die Geschichte dann abermals. Die theologische Betrachtung der Texte und die Besprechung des Hintergrundes, sowie der große Zusammenhang, halfen mir dabei die Erzählung zu begreifen und in mein Gottesbild neu zu formen. Ich halte sie weiterhin für schwer verständlich, jedoch ist mir der Sinnzusammenhang nun klar.

2.2. Aufbau und Struktur

Bereits beim ersten lesen fällt auf, dass die Perikope Genesis 22,1-19 offenbar in zwei Haupteile zu unterscheiden ist. Genesis 22,1-14.19 erzählt von der Forderung und beinahe Durchführung der Opferung des Sohnes Isaak. Gen. 22,15-18 dagegen erzählt von der Erneuerung der Verheißung an Abraham. Diese Stelle wirkt wie ein Einschub in die Perikope[3].

Wenn man die Details der Erzählung betrachtet kann man den ersten Abschnitt folgendermaßen gliedern, wohingegen der Einschub keiner weiteren Gliederung bedarf.

V. 1-3 Prüfung Abrahams durch Gott

V. 4-8 Auf dem Weg zur Opferung

V.9-10 Versuch der Opferung

V.11-14.19 Auflösung der Prüfung

Der Spannungsbogen reicht ganz Eindeutig Von Vers 1-19. Der Höhepunkt findet sich in Vers 10. An dieser Stelle hebt Abraham das Messer, um seinen Sohn zu töten. Im folgenden Vers wird er davon abgehalten, womit das Abfallen des Spannungsbogens beginnt.

Es tauchen mehrere Personengruppen auf. Es beginnt mit dem Zwiegespräch zwischen Gott und Abraham. Auf dem Weg zum Opferberg geht Abraham mit zwei Knechten und seinem Sohn, sowie einem Esel, auf den Weg. Die Knechte und der Esel werden schließlich zurückgelassen, so dass nur noch Abraham und Isaak als handelnde Personen übrig bleiben. Erst nach dem Spannungshöhepunkt in

Vers 11 taucht ein Engel auf, der mit Abraham spricht, wobei Isaak nicht als handelnde Person auftritt. Nach einem Abschnitt, in dem Abraham den Widder opfert, folgt der Abschnitt, in dem er mit seinen Knechten nach Beerscheba zurückkehrt. Im Textabschnitt, in dem von der erneuten Verheißung berichtet wird, handelt es sich um einen Verkündigung des Engels an Abraham. Ersterer ist also die einzig handelnde Person.

2.3. Traditions- und Kirchengeschichte

Wie im vorangegangenen Abschnitt bereits beschrieben, ist der Höhepunkt der Geschichte ein realer Versuch Abrahams seinen Sohn zu Opfern. Der Engel verhindert dies und er opfert einen Widder. Die zentrale Bedeutung dieses Textes scheint also die Ablösung des Menschenopfers durch ein Tieropfer zu sein. Da jedoch die aitiologische Erklärung fehlt muss man davon ausgehen, dass dies nicht der zentrale Punkt sein kann. Zentral wird das „Vertrauen“ sein, welches Abraham in Gott setzt. Dennoch dürfte es Interessant sein inwiefern sich der Menschenopfergedanke im Alten Testament wiederfindet und wie dort die Beschreibungen geartet sind.

Hinweise auf Menschenopfer kann man an mehreren Stellen finden:[4]

Lev. 18,21 „Du sollst auch nicht eins deiner Kinder geben, dass es dem Moloch geweiht werde, damit du nicht entheiligst den Namen deines Gottes;“

Lev. 20,2-4 „Sage zu den Israeliten: Wer unter den Israeliten oder den Fremdlingen in Israel eines seiner Kinder dem Moloch gibt, der soll des Todes sterben; das Volk des Landes soll ihn steinigen.“

[...]


[1] http://www.bibelwissenschaft.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/Genesis%2022/anzeige/context/#iv

[2] Die Begriffe Schüler, Lehrer usw. sind als Geschlechtsneutral zu betrachten. Die Kurzform dient als Vereinfachung beim verfassen des Textes.

[3] Hilfsmittel: Neef, Die Prüfung Abrahams

[4] Große Konkordanz zur Lutherbibel

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Genesis 22 Isaaks (Nicht)Opferung
Untertitel
Fachwissenschaftliche Analyse und kurzer Unterrichtsentwurf
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Erzväter und Erzmütter im Alten Testament und im Religionsunterricht
Note
2,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V167455
ISBN (eBook)
9783640841332
ISBN (Buch)
9783640839698
Dateigröße
410 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
genesis, isaaks, fachwissenschaftliche, analyse, unterrichtsentwurf, Abraham
Arbeit zitieren
Sebastian Riege (Autor), 2005, Genesis 22 Isaaks (Nicht)Opferung , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167455

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