„Soziale Marktwirtschaft“ - Leitbild und Wirtschaftspraxis

Entwicklung der sozialen Marktwirtschaft


Hausarbeit, 2010

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wirtschaftsordnung
2.1. Zentralverwaltungswirtschaft
2.2. Marktwirtschaft
2.2.1 Freie Marktwirtschaft
2.2.2 Der Weg zur Sozialen Marktwirtschaft
2.2.3 Einführung der Sozialen Marktwirtschaft
2.3. Abgrenzung der Wirtschaftsordnungen

3. Phasen der „Sozialen Marktwirtschaft“
3.1. Ordoliberalismus (1948 – 1966/67)
3.2. Freiheitlicher Sozialismus (1966/67 – 1980)
3.3. Wiederentdeckung der Ordnungspolitik (1980 – 1990)
3.4. Integration der ehemaligen DDR (seit 1990)
3.5. Start der ökologisch-sozialen Marktwirtschaft (seit 1995)

4. Wirtschaftspraxis
4.1. Aktuelle Probleme
4.2. Ursachen

5. Fazit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

„Erhard hält was er verspricht: Wohlstand für alle durch die Soziale Marktwirtschaft“.[1] Diesen Titel trug ein Wahlplakat der CDU/CSU 1957 und machte damit Werbung für eine neue Form der Wirtschaftsordnung. Mittlerweile ist die Soziale Marktwirtschaft in die Jahre gekommen. Auf dem Weg bis heute hat sie dabei aber bereits unterschiedlichste Ausprägungen erfahren. Aufgrund der aktuellen Finanzmarktkrise, wird das Prinzip der Sozialen Marktwirtschaft intensiv diskutiert. Wie stark soll bzw. darf der Staat in Wirtschaft eingreifen?

Dieses Assignment wird auf diese Fragestellung eingehen. Zunächst werden jedoch einige Grundlagen erläutert. Dazu gehört die Diskussion der unterschied­lichen Wirtschaftsordnungen inklusive ihrer Prinzipien und Entstehungsge­schichte. Anschließend wird historische Entwicklung der „Sozialen Marktwirt­schaft“ beleuchtet und auf die aktuelle Diskussion eingegangen.

2. Wirtschaftsordnung

In diesem Kapitel sollen zunächst unterschiedliche Arten der wirtschaftlichen Lenkung beschrieben werden. Hierbei wird auf die zentrale Lenkung des Staates eingegangen (Zentralverwaltungswirtschaft), sowie auf die dezentrale Lenkung durch den Markt (Marktwirtschaft). Hierbei sei erwähnt, dass es sich bei der zentralen und dezentralen Lenkung um Extreme handelt. In der Realität sind immer Abweichungen von einer rein zentralen bzw. dezentralen Lenkung zu finden.[2]

2.1. Zentralverwaltungswirtschaft

Im Allgemeinen wird für die Zentralverwaltungswirtschaft auch der Begriff der Planwirtschaft verwendet. Dieses System ist dadurch charakterisiert, dass wichtige Entscheidungen durch eine Planungsinstanz getroffen werden. Diese Instanz ist eine Steuerungszentrale, die zur Aufgabe hat, die gesamte Volks­wirtschaft zu lenken.[3] Hierzu gehören Aktivitäten wie z.B. Ermittlung von Bedarfen, Zeitvorgaben für gewisse Produktionen oder Festlegung der Produktions­betriebe. Diese Betriebe befinden sich im Eigentum der Planungs­instanz, in der Regel der Staat. Voraussetzung für die vollständige Planbarkeit einer Volkswirtschaft ist ein perfektes Informationssystem, welches in der Praxis kaum umzusetzen ist. Alle erforderlichen Informationen sind nicht immer verfüg­bar. Die Folge ist eine nicht vollständige Planbarkeit, die z.B. zu Engpässen führen kann. Weiterhin fehlt durch nicht vorhandenen Wettbewerb ein gewisser Anreiz zur Effizienzsteigerung. Beispiele wie z.B. die ehemalige DDR zeigen, dass ein System der Zentralverwaltungswirtschaft aus ökonomischer Sicht nicht zielführend ist.[4]

2.2. Marktwirtschaft

2.2.1 Freie Marktwirtschaft

Im Gegensatz zur Zentralverwaltungswirtschaft rückt der Staat bei der Marktwirtschaft in den Hintergrund. Das Instrument welches z.B. Bedarfe regelt ist hier der Markt selbst. Adam Smith (1723 – 1790) bezeichnet das Steuerungs­element als die „unsichtbare Hand“ des Marktes. Weiterhin ist er davon über­zeugt, dass jeder Teilnehmer des Marktes implizit zum Gemeinwohl der Gesell­schaft beiträgt. Dies ist auch der Fall, wenn er nur im Eigeninteresse handelt. Der Staat hat nach Ansicht Smith nur die Aufgabe öffentliche Güter, sowie eine Rechtsordnung zur Verfügung zu stellen. Probleme die in diesem Zusammen­hang diskutiert werden liegen in der ungleichmäßigen Verteilung des Wohl­standes. Die Ursache wird darin gesehen, dass das Privatinteresse vor dem Gemeinwohl der Gesellschaft steht. Konkret bedeutet dies, dass die Macht, die z.B. Unternehmer erlangen und ausbauen, missbraucht wird, welches der gleichmäßigen Verteilung des Wohlstandes entgegen steht. Die soziale und ethische Verantwortung von z.B. Unternehmern gegenüber der Gesellschaft wird in der freien Marktwirtschaft vom Staat nicht explizit vorgegeben.

2.2.2 Der Weg zur Sozialen Marktwirtschaft

Den Nachteilen der freien Marktwirtschaft entgegnete Walter Eucken (1891 – 1950) mit dem Prinzip des Ordoliberalismus und schaffte damit eine theoretische Grundlage für die Soziale Marktwirtschaft. Ein wesentlicher Punkt in seiner Theorie ist die ständige Aufrechterhaltung des Wettbewerbs, der es unmöglich machen soll, eine zu große Macht einzelner Marktteilnehmer zu entwickeln. Der Staat hat die Aufgabe den ordnungspolitischen Rahmen zur Verfügung zu stellen. Konkretisiert hat Eucken dies in konstituierenden und regulierenden Prinzipien.[5] Im Folgenden werden diese aufgeführt und kurz erläutert.

Die konstituierenden Prinzipien:

- Funktionsfähiges Preissystem: Es hat die Aufgabe dafür zu sorgen, dass eine vollständige Konkurrenz gewährleistet ist. Monopole, Kartelle, Preisstopps und Einfuhrverbote sind zu vermeiden.[6]
- Primat der Währungspolitik: Eine stabile Währung gilt laut Eucken als Lenkungs­instrument und trägt zu einem funktionierenden Wirtschaftprozess bei. Dies ist dann gegeben, wenn übermäßige Inflation und Deflation vermieden werden und die Währung „automatisch“ funktioniert.[7]
- Offene Märkte: Dieser Punkt verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie das Prinzip des funktionsfähigen Preissystem. Abgeschlossene Märkte können in sich zwar auch funktionieren, behindern aber die vollständige Konkurrenz.[8]
- Privateigentum an Produktionsmitteln: Das Prinzip des Privateigentums setzt ebenfalls eine starke Konkurrenz auf dem Markt voraus. Ist dies nicht der Fall, kann Privateigentum in monopolitischen Marktformen schwere Schäden anrichten. Eucken hält für den Ordoliberalismus ein kontrolliertes Privateigentum für erforderlich.[9]
- Vertragsfreiheit: Freie und individuelle Verträge sind Voraussetzung für einen funktionierenden Wirtschaftprozess.[10] Es muss aber dafür Sorge getragen werden, dass Verträge nicht dazu missbraucht werden um die Vertragsfreiheit zu beschneiden, bzw. Monopole oder Kartelle zu fördern.[11]
- Haftung: Das Prinzip der Haftung hat laut Eucken zur Aufgabe, dass diejenigen zur Verantwortung gezogen werden, die entsprechende Entscheidungen gefällt haben. Es soll bewirken, dass z.B. große Investitions­entscheidungen sorgfältiger geprüft und überlegt getroffen werden.
- Konstanz der Wirtschaftspolitik: Es ist erforderlich, dass eine Konstanz in der Politik für Wirtschaft und Finanzen zu erkennen ist, um zu signalisieren, dass Investoren in einem zukunftsorientierten Umfeld investieren. Langfristige Investitionen werden nur dann getätigt, wenn wenig Risiko aus dem Umfeld zu erwarten ist.[12]
Die regulierenden Prinzipien:
- Das Monopolproblem: Eucken schlägt vor, ein Monopolaufsichtsamt zu installieren welches zur Aufgabe hat, Monopolisten, die auch bei Anwendung der Prinzipien entstehen, zu kontrollieren. Weiterhin soll dieses unabhängige Amt die Entstehung von Monopolen aufspüren und unterbinden.[13]
- Einkommenspolitik: Das Prinzip des Angebots und der Nachfrage besteht auch für den Arbeitsmarkt. Folge daraus ist, dass Einkommensverhältnisse sich unterscheiden. Hier ist eine soziale Korrektur erforderlich, die z.B. durch die Steuerpolitik erzeugt werden kann. Darüber hinaus sind Instrumente zu installieren, die Kranken, Invaliden und Arbeitslosen, die nicht marktgängige Leistungen erbringen können, einen sozialen Ausgleich gewähren.

[...]


[1] Erhard L. (1957);

[2] Vgl. Woll A. (1984); Seite 77

[3] Frantzke A. (2004); Seite 56

[4] Mussel G., Pätzhold J. (2000); Seite 1

[5] Vgl. Peters. H.-R. (2000); Seite 150-151

[6] Vgl. Peters. H.-R. (2000); Seite 152

[7] Vgl. Eucken W. (1952/1990); Seite 254-291

[8] Vgl. Eucken W. (1952/1990); Seite 254-291

[9] Vgl. Peters. H.-R. (2000); Seite 152

[10] Vgl. Eucken W. (1952/1990); Seite 254-291

[11] Vgl. Peters. H.-R. (2000); Seite 154

[12] Vgl. Peters. H.-R. (2000); Seite 154

[13] Vgl. Eucken W. (1952/1990); Seite 291-304

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
„Soziale Marktwirtschaft“ - Leitbild und Wirtschaftspraxis
Untertitel
Entwicklung der sozialen Marktwirtschaft
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Veranstaltung
UFU08
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V168745
ISBN (eBook)
9783640866748
ISBN (Buch)
9783640866441
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
marktwirtschaft“, leitbild, wirtschaftspraxis, entwicklung, marktwirtschaft
Arbeit zitieren
Gregor Sueck (Autor), 2010, „Soziale Marktwirtschaft“ - Leitbild und Wirtschaftspraxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168745

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