Britische Frauen und ihre Literatur zur Kolonialzeit in Indien bis 1857


Studienarbeit, 2009
14 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtliche Einbettung
2.1. Die Karnatischen Kriege
2.2. Der Kampf der Briten gegen lokale Herrscher

3. Britische Frauen in Indien
3.1. Briefe, Romane und Artikel
3.2. Reiseliteratur
3.3. Die Rolle der Frau in der Missionierung und ihre Schriften

4. Weitere Einflüsse britischer Literatur

5. Schlusswort

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Nachdem die Ostindische Kompanie Mitte des 18. Jahrhunderts die Vorherrschaft über Indien gewann, entstanden bis zum Sepoy-Aufstand im Jahre 1857 zahlreiche Schriften britischer Frauen in Indien. Was als Briefaustausch begann etablierte sich, dank interessierter Leserschaft in Großbritannien schnell in regelmäßige Publikationen. Frauen, denen bis vor einigen Jahren noch keine großen Bedeutung in der Kolonialgeschichte Indiens beigemessen wurden, wird nun einen großen Einfluss auf das damalige Denken der Engländer, sowohl in Indien, als auch im eigenem Lande zugestanden. Wie genau sich britische Frauen im kolonialen Indien ihre Arbeitsfelder sicherten, über was sie schrieben und in welcher Form- das soll in dieser Hausarbeit skizziert werden.

Die Arbeit leitet mit einer geschichtlichen Einbettung ein, die die langwierigen Kämpfe um die Vorherrschaft Indiens darstellen und damit einen Eindruck vermitteln soll, wie 'ruhig' Indien in der Zeit von 1740 bis 1857 gewesen war. Im Anschluss daran wird kurz auf das soziale und politische Leben der Kolonialherren eingegangen, bevor die verschiedensten Literaturarten behandelt werden, denen sich britischer Frauen bedienten.

Für den historischen Teil der Arbeit wurde das Buch Geschichte Indiens von Dietmar Rothermund verwendet, während im zweiten Teil Rosemary Raza mit ihrer veröffentlichten Dissertation In their own words: British Women writers and India die Primärliteratur stellt. Letzteres stellt damit eines der wenigen publizierten Bücher über das Thema britischer Autorinnen vor 1857 dar. Die Forschung hat sich bis dato vor allem um Frauen im postkolonialen Indien beschäftigt, um britische Autorinnen in ihren Reisen durch Teile Amerikas, oder über Literatur die im kolonialen Afrika entstand. Zudem lassen sich kaum Artikel zu diesem Thema finden- abgesehen von den Original erschienen Artikel britischer Frauen zum Beispiel zwischen 1816- 1829 im Asiatic Journal.

2. Geschichtliche Einbettung

Der letzte und einer der meist gefürchteten Großmogulen war Aurangzeb1, dessen eigentlicher Name Muhi-ud-Din-Mohammed lautete. Der kompromislose Islamist, wie er häufig in der Literatur benannt wird, herrschte in der Zeit von 1658 bis 1707. Während seiner Herrschaft erreichte das Mogulreich seine größte Ausweitung und schwor dabei große Religionskonflikte, zum Beispiel durch die Wiedereinführung der Kopfsteuer (jiziya), hervor (Rothermund 1998). Nach seinem Tod auf einem Feldzug begann die Mogul-Dynastie an Macht zu verlieren und ebnete so zugleich den Weg zu einem europäischen Kampf um die Vorherrschaft in Indien (Kinder 2006).

Die Portugiesen, die als erste europäische Macht 1505 an der Küste Indiens ansiedelten und vom Gewürzhandel profitierten, wurden 1609 von den Holländern aus Ceylon2 verdrängt. Dabei gerieten die Niederländer mit England in Konflikt (Rothermund 1998). Beide europäischen Mächte waren entgegen den Portugiesen nicht nur an den einmaligen Gewürzarten interessiert, sondern vor allem auch am neu entdeckten Textilhandel. Die Ostindische Kompanie (OIC), dessen Gründungsurkunde am 31. Dezember 1600 durch die Königin von England Elisabeth

I. unterzeichnet wurde, sollte später zu einer der bedeutendsten Ostindischen Kompanien jener Zeit gehören. 1602 folgte die Gründung der niederländischen und geringe Zeit später im Jahre 1664 die Gründung der französischen Ostindien Gesellschaft (Kinder 2006). Alle hatten sich zum Ziel gesetzt Südasien zu besetzten um wirtschaftlichen Profit erzielen zu können. Die nächste Zeit war jedoch nicht nur von Kämpfen zwischen den westlichen Mächten, sondern vor allem auch zu den regionalen indigenen Gruppierungen geprägt. Ein Beispiel waren die Marathen, die nach dem Zerfall des Mogulreiches ungeahnte territorialer Überlegenheit erlangten.

2.1. Die Karnatischen Kriege

Die französische Kompanie, die zu Beginn noch eher eine unscheinbare Rolle zu spielen schien, sollte im Ersten Karnataka Krieg 1740 Eintritt in den Kriegsschauplatz Südasiens gewinnen. In Folge des österreichischen Erbfolgekriegs3 vertrieben die Engländer, die auf der Seite der Österreicher standen, Frankreich aus Madras4. Erst durch den Frieden von Aachen 1748 erhielt Großbritannien die Stadt wieder zurück (Rothermund 1998).

Im darauf folgenden Zweiten Karnatischen Krieg erlangte der Sekretär der East India Company Robert Clive ungeahnte Berühmtheit. Dem voran ging die Kontaktaufnahme des französischen Generalgouverneur Joseph Francois Dupleix mit Muzzafar Jang. Dieser strebte die unrechtmäßige Erbfolge des verstorbenen Jasir Jangs im Dekkhan5 (Haiderabad) an. Dupleix versprach zu helfen, wenn Muzzafar Jang gewillt war seine Truppen im Kampf gegen die Engländer zu unterstützen. Daraufhin wurde der eigentliche Thronfolger Nasir Jang getötet und Dupleix erhielt verschiedene Gebiete, unter anderem Pondicherry. Arcot jedoch wurde von einem englischen Stadthalter (Nawab) regiert und 1751 durch die Vertreibung französischer Truppen von englischen Soldaten eingenommen (Rothermund 1998).

Die Schlacht von Plassey 1757 zeichnete den letzten Karnatischen Krieg. In dieser Schlacht besiegte Clive den Nawab von Bengalen (Siraj-ud-Daula), indem er sich mit dessen Minister Mir Jafar zusammenschloss, der in der Schlacht zu seinen Truppen überlief. Jener wurde danach neuer Nawab von Bengalen (Rothermund 1998). Ein letzte Rückschlag für die französische Ostindien Kompanie gelang den Briten jedoch in der Schlacht von Wandiwash im Januar 1760, als die Briten das Eindringen französischer Truppen nach Madras unter der Führung des neuen Generals Lally zu verhindern wussten. In der westlichen Welt spielte sich zu jener Zeit der Siebenjährige Krieg ab, der „ zu einer weltweiten Konfrontation von Briten und Franzosen (...) f ü hrte “ (Rothermund 1998: 290). Den Schlusspunkt der Herrschaft der französischen Ostindien Kompanie bildete der Friede von Paris 1763. Dieser setzte französische Territorialgebiete in Indien auf ein Minimum zurück und ebnete damit den Weg für Großbritannien.

2.2. Der Kampf der Briten gegen lokale Herrscher

Mit der darauf folgenden Schlacht von Baxhar in Bihar im Jahre 1764 legte die Ostindien Kompanie letztlich den endgültige Grundstein in Ostindien. Hier wurden die Heere des Nawabs von Bengalen und des Großmoguls geschlagen. Robert Clive nimmt schließlich den ihm schon 1757 angebotenen Posten als Diwani (zivile Verwaltung) von Bengalen an (Rothermund 1998).

[...]


1 Aurangzeb bedeutet übersetzt soviel wie „Zierde des Throns“(Rothermund 1998).

2 Ceylon ist der frühere Name Sri Lankas (Encarta 2005).

3 Der österreichische Erbfolgekrieg bezog sich auf Thronfolge des verstorbenen habsburgerischenKaisers Karl VI. Nach seinem Tode sollte seine Tochter Maria Theresia als Erbin fungieren (Kinder 2006).

4 1996 in Chennai geändert (Kinder 2006).

5 Bezeichnet das Hochland Indiens. Abgeleitet von dakshina („den Süden“) aus dem Sanskrit (Encarta 2005).

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Britische Frauen und ihre Literatur zur Kolonialzeit in Indien bis 1857
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1
Autor
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V170536
ISBN (eBook)
9783640894956
ISBN (Buch)
9783640894734
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Britische Frauen, Kolonialzeit, Indien, Britisch-Indien, Ostindenkompanie, Reiseliteratur, Diaspora, Missionierung, Literatur, Briten, England, Briefe, Romane, Artikel
Arbeit zitieren
Kathrin Eitel (Autor), 2009, Britische Frauen und ihre Literatur zur Kolonialzeit in Indien bis 1857, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170536

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