Politische Mythen im Nationalsozialismus


Diplomarbeit, 2010
120 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Einführung in den Mythos
I. Der Begriff des Mythos
1. Eingrenzung des Begriffs
a. Mythos und Ideologie
b. Mythos und Utopie
2. Überblick über die Mythentheorien
a. Mythos vs. Logos
b. Mythos als Allegorie
c. Mythos als Produkt einer archaischen Phase der menschlichen Entwicklung
d. Mythos als Poesie
e. Mythos als das Ergebnis von Polynymen
f. Mythos und Ritus
g. Psychologische Deutungen
h. Mytheme
i. Mythos als Realität
j. Kulturtheorie
3. Resümee
II. Der Begriff des Politischen Mythos
1. Charakteristika politischer Mythen
2. Vermittlung von politischen Mythen
3. Funktionen politischer Mythen
4. Kategorisierung politischer Mythen
a. Themen politischer Mythen
b. Geschichte politischer Mythen
5. Resümee
III. Fazit und Ausblick

C. Die Vordenker der Nationalsozialisten
I. Arthur de Gobineau
II. Houston Stewart Chamberlain
III. Guido von List
1. Das geheime Wissen der Armanen
2. List und die Ariosophie
3. Lists Verhältnis zur katholischen Kirche
4. Die Guido-von-List-Gesellschaft
IV. Jörg Lanz von Liebenfels
1. Die Theozoologie
a. Der Ausgangspunkt: Die Theosophie
b. Die Grundzüge der Theozoologie
2. Ostara
3. Der Orden der Neuen Templer
4. Lanz und die Ariosophie
V. Weitere erwähnenswerte Personen
1. Richard Wagner
2. Hermann Pohl und Theodor Fritsch
3. Hanns Hörbiger
4. Alfred Schuler
5. Jakob Wilhelm Hauer
6. Herman Wirth
VI. Fazit und Ausblick

D. Die Mythen im Nationalsozialismus
I. Wichtige Personen und Institutionen
1. Adolf Hitler
a. Hitlers mythologisches Denken
b. Die Arbeit am Personenmythos Hitler
2. Alfred Rosenberg
3. Heinrich Himmler
4. Karl Maria Wiligut – Himmlers Rasputin
a. Wiliguts Krankengeschichte
b. Wiliguts Glaubens- und Mythenvorstellungen
c. Weisthor
5. Das Ahnenerbe
a. Forschung
b. Runenkunde
c. Expeditionen und Grabungen
6. Die Wewelsburg
II. Wichtige politische Mythen
1. Der Mythos vom Dritten Reich
2. Der Germanenmythos
3. Der Mythos Atlantis
4. Der Mythos Thule
5. Der Mythos vom Heiligen Gral
III. Vermittlung der Mythen
1. Symbole
a. Das Hakenkreuz
b. Runen
2. Riten
3. Mythische Begriffe
IV. Wirkung der Mythen auf die Gesellschaft
V. Fazit

D. Schlussbetrachtungen

E. Literatur

A. Einleitung

2008 gab das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen eine Broschüre mit dem Titel Musik – Mode – Markenzeichen. Rechtsextremismus bei Jugendlichen heraus, in der sie den Rechtsextremismus unter Jungendlichen und insbesondere die Symbole junger Neonazis untersuchte. Bei diesem Thema fällt besonders die Betonung mythischer Motive auf. Von den Nationalsozialisten verwendete Runen werden als Vorlage für Tätowierungen genutzt, T-Shirts und Fahnen werden mit dem keltischen Kreuz bedruckt, das von der Szene als „Symbol des Bekenntnisses zur nordischen ‚weißen Rasse‘“[1] gewertet wird, und rechtsradikale Musikgruppen geben sich Namen, die an die germanische oder nordische Mythologie erinnern, beispielsweise Sleipnir oder Legion of Thor. Augenscheinlich macht das Mythische also einen großen Teil der Faszination für den deutschen Nationalsozialismus aus. Dass diese große Bedeutung der Mythologie nicht nur ein aktuelles Phänomen ist, lässt sich schnell erkennen. NS-Institutionen benutzten germanische Runen als Erkennungszeichen und SS-Divisionen trugen Namen wie Nordland oder Nibelungen. Dass die Betrachtung des mythischen Aspekts des Nationalsozialismus ein sinnvoller Ansatzpunkt zum besseren Verständnis des ‚Dritten Reiches‘ ist, zeigt sich außerdem überdeutlich und offenkundig an den Anschauungen führender Nationalsozialisten, allen voran Alfred Rosenberg und Heinrich Himmler.

Es ist verwunderlich, dass diese offensichtliche Verbindung des Mythischen mit dem Nationalsozialismus bis heute keine große Beachtung fand. Es gibt Unmengen von Untersuchungen des nationalsozialistischen Deutschlands, die sich auf das Herrschaftssystem, die Ideologie oder eine historische Betrachtungsweise beziehen. Eine Ansicht der Literatur zeigt, dass das Thema (politische) Mythen und Nationalsozialismus vernachlässigt worden ist. Dabei ist diese Materie, nicht zuletzt aufgrund der bis heute andauernden Auswirkungen der politischen Mythen der Nationalsozialisten, spannend und hochbrisant. Überdies wurde der Nationalsozialismus als Ideologie schon von der Bevölkerung des ‚Dritten Reiches‘ eher symbolisch als konkret aufgefasst.[2] Der Nutzung und Instrumentalisierung von politischen Mythen kommt daher, gerade in der Symbolik des Nationalsozialismus, eine entscheidende Bedeutung zu.

Der vorliegenden Arbeit liegt deswegen die These zugrunde, dass die politischen Mythen als prägendes Charakteristikum des deutschen Nationalsozialismus anzusehen sind und das ‚Dritte Reich‘ sich ohne Ansehung dieser Mythen nicht verstehen lässt. Wichtig ist anzumerken, dass nicht der heutige Stand der politischen Mythen in Bezug auf den Nationalsozialismus nachgezeichnet werden soll, sondern die damals verbreiteten politischen Mythen.

Dazu muss zuallererst geklärt werden, was unter einem Mythos überhaupt zu verstehen ist und was einen Mythos zu einem politischen Mythos macht. Gerade die Begriffsbestimmung ist schwierig, da es so viele Deutungen des Begriffes gibt, wie Mythen selbst. Es sollen ferner die wichtigsten Aspekte verschiedener Mythentheorien zusammengetragen werden, um die Grundlagen des Mythischen nachzuzeichnen. Auch das Spezifische politischer Mythen soll genauer betrachtet werden. Von grundlegender Hilfe zur Erarbeitung dieses Theorieteils waren die Arbeiten von Ernst Cassirer, Rudolf Speth, Heidi Hein-Kircher und Kurt Hübner.

Daraufhin werden die Vordenker der Nationalsozialisten und ihre mythischen Anschauungen vorgestellt. Sie legten den Grundstein für die politischen Mythen der Nationalsozialisten und sorgten so dafür, dass diese überhaupt erst gedeihen konnten. Neben den Originaltexten der bedeutendsten Vordenker waren vor allem Veröffentlichungen von Eduard Gugenberger, Nicholas Goodrick-Clarke, Rüdiger Sünner und Wilfried Daim von Nutzen.

Im darauffolgenden Hauptteil werden zunächst die für die politischen Mythen entscheidenden Personen und Institutionen dargestellt. In diesem Zusammenhang wird auch die Arbeit am Personenmythos Adolf Hitler thematisiert. Obwohl die Arbeit ihr Augenmerk eigentlich auf althergebrachte Mythen legt, die von den Nationalsozialisten politisiert wurden, anstatt auf mythisierte moderne Themen, soll dieser vermeintliche Personenmythos dennoch untersucht werden. Denn die Geschichte Hitlers sollte in einen wahren, antiken Mythos verwandelt werden, indem sie mit alten Mythen verwoben wurde. Deshalb soll dies unbedingt erwähnt werden. Daraufhin werden die wichtigsten politischen Mythen und ihre Instrumentalisierung durch die Politik sowie der daraus entstandene Einfluss auf die Bevölkerung beschrieben. Die Nationalsozialisten nahmen überwiegend alte, volkstümliche Mythen und bildeten neue politische Mythen aus diesem alten Stoff. Einige Bereiche, wie die Mythen um Siegfried oder Arminius, werden in dieser Arbeit zu großen Teilen bewusst ausgespart, da vor allem die Entwicklung und Entstehung von politischen Mythen zur Zeit des ‚Dritten Reichs‘ im Vordergrund steht. Der Mythos der Varrusschlacht beispielsweise war dagegen schon spätestens zur Weimarer Zeit als eine Art politischer Gründungsmythos aufgebaut und weitgehend verbreitet worden.

Neben bedeutenden Veröffentlichungen aus der Zeit des nationalsozialistischen Deutschlands, beispielsweise von Otto Rahn und Alfred Rosenberg, lieferten vor allem Michael H. Kater, Ulrich Hunger, Hans-Jürgen Lange, Ian Kershaw, Karlheinz Weißmann und Klaus Vondung sowie abermals Eduard Gugenberger und Nicholas Goodrick-Clarke wichtige Beiträge zu diesen Themengebieten. Eigene Exkursionen zur Wewelsburg und zu den Externsteinen trugen außerdem zu einem besseren Verständnis der Faszination dieser Kultstätten bei.

B. Einführung in den Mythos

Das Wort Mythos stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie Erzählung. Es gibt mannigfaltige mythische Erzählungen und jede größere Kultur hat ihre ganz eigene Mythologie hervorgebracht. Da sich die Arbeit mit politischen Mythen im Nationalsozialismus beschäftigt, muss nun zuallererst geklärt werden, was unter einem (politischen) Mythos überhaupt zu verstehen ist und wie dieser Begriff in dieser Arbeit verwendet wird.

Die reine Übersetzung des Begriffes bringt noch nicht viel Klarheit. Gerade im alltäglichen Sprachgebrauch, aber auch in der wissenschaftlichen Forschung, hat der Begriff vielfältige Bedeutungen. Auch in den Medien ist es wohl einer der am meisten gebrauchten Begriffe. So wird beispielsweise vom Mythos Michael Jackson oder vom Mythos der Steuersenkungen gesprochen. Vielmehr ist im ersten Fall aber wohl eine Berühmtheit, beziehungsweise eine Symbolfigur, und im zweiten Fall eine unwahre Behauptung gemeint. Sind dies also Synonyme für den Begriff des Mythos oder bedeutet dieser nicht vielmehr etwas völlig anderes?

In diesem ersten Teil der Arbeit soll ein genauerer Begriff herausgearbeitet werden. Dazu werden zunächst einige Definitionen betrachtet. Weiterhin soll eine Abgrenzung zu den Begriffen Ideologie und Utopie die Bedeutung des Begriffes Mythos präziser umranden. Daraufhin werden verschiedene Mythentheorien umrissen, um wesentliche Merkmale und Bedeutungen des Mythos herauszustellen. Im zweiten Teil dieses Abschnitts wird dann der politische Mythos näher beleuchtet. Dazu soll nach einer Begriffsbestimmung zunächst versucht werden, die wesentlichen Merkmale sowie die Funktionen politischer Mythen zu beschreiben. Daraufhin werden die verschiedenen Gattungen politischer Mythen bestimmt.

I. Der Begriff des Mythos

Laut einem gewöhnlichen Lexikon ist der Mythos eine „Erzählung, insbesondere [eine] Vorzeiterzählung, oft auch [ein] Bericht über göttliche Mächte“.[3] Kann demnach also alles unter den Begriff Mythos subsumiert werden, das eine Geschichte erzählt, besonders wenn sie etwas über die Vergangenheit schildert?

Genauer ist da die Definition von Peter Tepe, der Mythen als „Erzählungen von Göttern, Heroen und anderen Gestalten und Geschehnissen aus vorgeschichtlicher Zeit“[4] deutet. Dies klingt zwar zunächst ähnlich. Allerdings werden in dieser Begriffsbestimmung die Akteure dezimiert. Es ist allerdings nicht klar einzugrenzen ist, wer die erwähnten anderen Gestalten sind. Ob es sich dabei auch nur um höhere Wesen oder Menschen handeln darf, die etwas Besonderes geleistet haben, erscheint unklar, ist aufgrund der anderen in der Aufzählung angeführten Figuren aber sehr wahrscheinlich.

Heidi Hein-Kircher sieht im Mythos eine „sinnstiftende Erzählung […], die Unbekanntes bzw. schwer Erklärliches mit Bekanntem erklären will“.[5] Hier wird also auf die Funktion der Mythen abgestellt. Sie sollen Aufschluss über bestimmte Phänomene geben, die sich die Menschen nicht anders erklären können. Der Mythos tut dies, indem er nach dieser Deutung Fremdes oder Unverständliches mit Dingen verbindet, die den Menschen vertraut sind.

Rudolf Speth bestimmt Mythen als „narrative Symbolsysteme […], in denen Grundentscheidungen einer Gemeinschaft in nicht-instrumentellen, sprachlich-expressiven und rituell-darstellenden Ausdrucksformen zur Geltung kommen“.[6] Interessant ist hier der Bezug auf die Maxime einer Gemeinschaft. Für Speth geht es also nicht um die Erklärung von Unerklärlichem, sondern um den Ausdruck von Leitideen, die das Handeln der Menschen bestimmen sollen. Durch die Arten der Ausdrucksform, die Speth benennt, wird der Mythos auch als emotionale Narration gekennzeichnet, der sich einer blumigen, ausdrucksstarken Sprache und rituellen Bildern bedient. Gerade die rituelle und damit auch die spezifisch kulturelle Seite des Mythos sind immens wichtig, um ihn in die Gesellschaft einzuführen und dort zu halten.

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass der Mythos bei all diesen Definitionen als eine Erzählung bestimmt wird. Der narrativen Struktur kommt daher eine große Bedeutung zu. Deshalb ist zu beachten, dass ein Mythos durch seine Weitergabe auch zwangsläufig immer Kommunikation bedeutet. Damit ist in ihm ein bedeutender sozialer Faktor zu sehen. Dies ist besonders für die Funktionen (politischer) Mythen ein wichtiger Punkt.

Es kann zusammenfassend also festgehalten werden, dass Mythen Bezug auf göttliche Mächte oder menschliche Figuren nehmen, die etwas Heldenhaftes geleistet haben und damit auf einer höheren, dem Göttlichen ähnlichen Ebene anzusiedeln sind. Sie liefern mit ihren Schilderungen aber auch Deutungsmuster und Handlungsanweisungen für irdische Angelegenheiten. Die Erzählungen sind dabei ausdrucksvoll und emotional ausgeschmückt.

Diese Faktoren sind auch wichtige Bezugspunkte für die Ein- und Abgrenzung des Begriffes.

1. Eingrenzung des Begriffs

Um den Mythos näher bestimmen zu können, soll daher nun eine Abgrenzung dieses Begriffs zu den im allgemeinen Sprachgebrauch ähnlich besetzten Begriffen der Utopie und der Ideologie erfolgen.

a. Mythos und Ideologie

Zunächst wird nun das Verhältnis von Mythos und Ideologie genauer betrachtet. Dabei wird eine Ideologie hier ganz allgemein als ein System von Ideen angesehen, das auf die Perzeption der Realität durch eine bestimmte (gesellschaftliche) Gruppe zurückzuführen ist, und das bestimmte Interessen dieser Gruppe nach außen artikuliert.

Die Abgrenzung der beiden Begriffe ist umstritten. Claude Levy-Strauss sieht den Mythos als inzwischen eher unwichtig gewordene Vorform der Ideologie an.[7] Daran ist sicher wahr, dass ein Mythos oft eine Basis für eine Ideologie bieten kann, da seine Lehren und Aussagen sowohl als moralische als auch als soziale Ideengeber für ein Weltbild fungieren können. Dass der Mythos durch die Ideologie aber sozusagen als überwunden betrachtet werden kann, ist eher zweifelhaft, da sich die beiden Begriffe nicht so weit decken, dass sie gegenseitig ersetzt werden könnten. Die Ideologie gibt konkrete Anweisungen, wie bestimmte Ideen durchzusetzen sind, während der Mythos eine Narration mit großem Interpretationsspielraum darstellt.

Terry Eagleton sieht den Begriff des Mythos deshalb als einen weitergehenden an als den der Ideologie, da er sich nicht nur politisch und sozial besetzen lässt. Seiner Meinung nach können beide, Mythos sowie Ideologie, zur Legitimation eines Handelns benutzt werden, da sie beide „naturalisieren und universalisieren“.[8]

Eine andere Ansicht hat Ben Halpern. Er geht davon aus, dass der Mythos die Gesellschaft zusammenschweißt, während die Ideologie die Gesellschaft in verschiedene Lager teilt. Dies nennt er integrative, bzw. segregative Auswirkung.[9] Er behauptet auch, dass die Ideologie, anders als der Mythos, durch dahinter stehende Interessen gekennzeichnet ist.[10] Dies erscheint aber gerade bei den politischen Mythen diskutierbar.

Ähnliches vertritt Rudolf Speth, wenn er behauptet, dass der Unterschied zwischen Ideologie und Mythos darin liegt, dass politische Mythen zwar für eigene Zwecke funktionalisiert werden können, im Gegensatz zu Ideologien allerdings „einen Überschuss an Bedeutung“[11] innehaben, der eine ganz eindeutige Positionierung verhindert.

Der Mythos ist daher offener als die Ideologie. Wie schon erwähnt bietet er einen Spielraum für Interpretationen, da er Dinge sinnbildlich veranschaulicht und mit Symbolen arbeitet. Diese Betonung der Symbolik ist auch ein wichtiges Kriterium bei der Abgrenzung des Mythos von der Utopie.

b. Mythos und Utopie

Zunächst scheint die Abgrenzung von Mythen und Utopien relativ simpel. Es wäre einfach zu sagen, dass ein Mythos in der Vergangenheit angesiedelt ist, während eine Utopie eine mögliche Zukunft beschreibt. Dies ist allerdings höchstens teilweise zutreffend. Während eine Utopie nicht unbedingt eine glorreiche zukünftige Zivilisation beschreiben muss, kann ein Mythos ebenso auch Bezug auf die Zukunft nehmen: Yves Bizeul stellt in seinem Artikel über politische Mythen beispielsweise heraus, dass Platon behauptete, dass das Goldene Zeitalter aufgrund der zyklischen Folge der Zeitalter stets wiederkehren würde, womit er auch eine zukünftige Entwicklung beschreibt.[12] Die zyklische Abfolge bestimmter Perioden ist auch in anderen Mythen ein beliebtes Thema. Außerdem haben gerade politische Mythen einen Bezug zur Gegenwart und ein zukünftiges Ziel im Blick. Der Unterschied zwischen Mythos und Utopie ist demnach nicht auf der Zeitebene zu suchen.

Laut Carl-Friedrich Geyer liegt der Unterschied vielmehr darin, dass der Mythos irrational und wild ist, während die Utopie eine intellektuelle, auf Institutionen gerichtete Vorstellung darstellt.[13] Die Utopie ist demzufolge eine gut durchdachte Vision, die Strukturelles genau schildert. Der Mythos dagegen legt mehr Wert auf Symbolik und Emotionalität. Damit ist er roher und grober als die Utopie.

Ein weiterer Unterschied ist, dass der Mythos, der im Gegensatz zur Utopie nicht nur durch einen Autor erfunden wird, sondern durch die gesamten Erzähler, die ihn weitergeben, gestaltet wird, Dinge nicht so detailliert beschreibt wie die Utopie.[14] Durch seine narrative Natur verändert sich der Mythos ständig und so ist es ihm kaum möglich äußerst detaillierte Bilder zu transportieren. Außerdem will seine expressive, symbolische Sprache, zuallererst Emotionen erzeugen.

Wie ihm dies gelingt und wie der Mythos überhaupt entsteht ist umstritten. Verschiedenste Mythentheorien versuchen eine Antwort darauf zu geben.

2. Überblick über die Mythentheorien

Um ein genaueres Bild vom Begriff des Mythos zu bekommen, ist es nun nützlich, wenn nicht unerlässlich, sich die Auslegungen der verschiedenen Mythentheorien anzusehen. Im Folgenden sollen deshalb die Kernaussagen der wichtigsten Theorien kurz geschildert werden. Dabei vermag diese Arbeit aufgrund ihres begrenzten Umfangs und der beabsichtigten Schwerpunktsetzung natürlich keine genaue Darstellung aller Mythentheorien zu liefern. Es sollen vielmehr einige wichtige Aspekte der bedeutendsten Theorien in Bezug auf Mythen genannt werden, damit ein besseres Verständnis des Begriffes und seines Inhalts möglich ist.

a. Mythos vs. Logos

Im antiken Griechenland wurde nach dem Erscheinen der ersten Naturphilosophen und dem Aufkommen eines monotheistischen Weltbildes eine neue Geschichtsauffassung vertreten, die den enormen Einfluss des Mythos auf die Gefühle und Empfindungen der Menschen hinsichtlich des eigenen Sinns und Seins aber nicht vollständig brechen konnte.[15] Lange Zeit galt der Mythos als Gegensatz zum Logos. Beide dienten zwar der Welterkenntnis, bedienten sich aber völlig unterschiedlicher Methoden. Denn während einerseits die Wahrheit durch den Einsatz der Vernunft erkannt werden und rational ausgedrückt werden sollte, wurde mit dem Mythos andererseits etwas erzählt, das nicht wissenschaftlich bewiesen werden konnte und daher einfach geglaubt werden musste. Für Sokrates konnte der Mythos infolgedessen auch keine Antwort auf die wichtigste Frage nach Gut und Böse geben.[16]

Für seinen Schüler Platon war der Mythos eine Dichtkunst, die neben der Wahrheit eben auch Erfundenes, und damit notgedrungen auch Falsches, beinhaltet. Die Mythendichter sollten deshalb unter strenger Aufsicht und Zensur stehen.[17] Obwohl Platon selbst viele Mythen produzierte, war der Mythos für ihn für eine Staatstheorie ungeeignet, weshalb er strikt von dieser getrennt werden musste. Er ersetzte deshalb die Gestalten des Mythos in seinem Staatsentwurf durch die Idee des Guten, die es durch die Vernunft zu erkennen gilt, und verbannte die Dichtung, die die Mythen seiner Meinung nach erzeugt, weitestgehend aus seinem Staat.[18] Der Mensch sollte durch den Gebrauch der Vernunft sein Leben selbst bestimmen und nicht den mythischen Göttern aufgrund eines ihm vorgegebenen Schicksals zürnen.[19]

Die Menschen sollten folglich dem Logos folgen und den Mythos hinter sich lassen, um zu einer wahren Welterkenntnis zu kommen. Mythische Narrationen können aufgrund ihrer unwissenschaftlichen Natur keinen wirklichen Erkenntnisgewinn garantieren.

b. Mythos als Allegorie

Von den Stoikern und Epikuräern wurden Mythen als Allegorien verstanden, die von den Menschen aufgrund ihrer Unfähigkeit, die Natur wirklich zu verstehen, erdacht wurden, während sie für den Philosophen Euhemeros ganz einfach als eine Idealisierung von herausragenden Persönlichkeiten, wie beispielsweise von Königen oder Volkshelden, gedeutet wurden.[20] Laut den Stoikern und Epikuräern sollte durch die Gleichnisse etwas schwer Verständliches erklärt werden. Bei ihnen sowie bei Euhemeros wurde der symbolische Charakter der Mythologie betont und als entscheidendes Merkmal der Mythen angesehen. Dies wurde auch bei den oben erwähnten aktuellen Mythendefinitionen schon angeführt, ist also auch heutzutage noch eine verbreitete Auffassung.

c. Mythos als Produkt einer archaischen Phase der menschlichen Entwicklung

Im Zeitalter der Aufklärung wurden diese Denkweisen teilweise übernommen, wenn beispielsweise David Hume die Mythen als Gleichnisse ansah, die „nur der Ausdruck von Furcht und Hoffnung“[21] seien. Mythen wurden als Aberglaube und Dummheit betrachtet. Allerdings wurden die Thesen der Philosophie als ein Spiegelbild der Mythologie auf einer höheren, weiterentwickelten Ebene gesehen. Für die Denker der Aufklärung galten die Mythen deshalb als notwendige, prälogische Vorstufe zum philosophischen Denken und damit auch als eine überwundene Phase der menschlichen Entwicklung.[22] Mythologie war überflüssig und durch rationales Denken ersetzt worden. Max Horkheimer und Theodor W. Adorno schrieben: „In der vorwegnehmenden Identifikation der zu Ende gedachten mathematisierten Welt mit der Wahrheit meint Aufklärung vor der Rückkehr des Mythischen sicher zu sein.“[23]

Ähnliches wird auch von Ernst Cassirer vertreten, der den Mythos zwar nicht als einen Aberglauben ansieht, aber ebenfalls eine durchgehende Entwicklung vom mythischen Zeitalter hin zum modernen sieht. Er erblickt schon im Mythos einen „geistigen Bezugsrahmen“.[24] Damit erkennt er eine intellektuelle Leistung des Mythos an. Für Cassirer ist der Denkprozess, der dem Mythos zugrundeliegt ähnlich dem heutigen Verlangen nach einer strukturierten, logischen Erklärung der Welt.[25] Das begriffliche Denken ist für ihn aber weiter fortgeschritten und eine intelligentere Art des Erklärungsversuchs. In der Vorbemerkung des Verlages zu seinem Werk Vom Mythus des Staates wird Cassirer deshalb bescheinigt, dass er zwar keine Überwindung des Mythos als erreichbar ansieht, jedoch eine Zähmung durch intellektuelle Kräfte der Moral, Ethik und Kunst für möglich hält.[26] Der Mythos kann demzufolge nicht durch die Philosophie ersetzt, wohl aber gebändigt werden. Cassirer zufolge ist der Mythos durch das fortschreitende logische Denken insofern eingedämmt, als dass die mythischen Bilder durch logische Begriffe ersetzt wurden und die Wissenschaft dadurch den Mythos bezwungen hat.[27] In dem geistigen Bezugsrahmen des Mythos sieht Cassirer aber nicht die einzige Bedeutung der Narrationen. Für ihn stellt der Mythos neben der intellektuellen Leistung auch einen aktiven Ausdruck eines Gefühls dar.[28] Gefühle werden in ihm symbolisch abgebildet. Dadurch erfüllt der Mythos seiner Meinung nach, genau wie alle anderen kulturellen Beschäftigungen der Menschen, eine Objektivierungsfunktion. Er objektiviert zwar nicht die persönlichen, jedoch die sozialen Gefühle und Erfahrungen der Menschen.[29] Damit erfüllt der Mythos auch eine kulturelle Funktion, von der jeder Einzelne profitieren kann. Durch die Objektivierung von Gefühlen und der Einbettung eines Gefühls in ein narratives Werk ermöglicht der Mythos eine permanent mögliche, intensive und andauernde Auseinandersetzung mit den Gefühlen, wie sie bei der direkten Auslebung einer Emotion unmöglich wäre.[30] Es ist eine bedachtere und distanziertere Beschäftigung mit den eigenen Emotionen möglich.

All diese Sichtweisen, die den Mythos gewissermaßen als eine archaische oder überwundene (Vor-)Form der Philosophie ansehen, stehen offensichtlich in der Tradition der antiken Unterscheidung zwischen Mythos und Logos.

d. Mythos als Poesie

Dahingegen sahen die Vertreter der Romantik den Mythos als durchweg positiv an. Der Mythos ist für sie Poesie und stellt eine Inspirationsquelle für die gesamte menschliche Kultur dar, weshalb er auch nicht als Gegenstück oder Vorstufe der Philosophie gesehen werden sollte, sondern als deren „Verbündeter“.[31] Denn die Mythologie ist für sie nicht nur kulturschaffend, sondern auch kulturbehütend. Sie definiert Gesellschaften und ist deshalb auch in höher entwickelten Zivilisationen noch von immenser Bedeutung. Sie sorgt dafür, dass Kunst und Poesie innerhalb einer Kultur gepflegt werden. Auch die Beziehung des Mythos zur Realität ist für sie eher konvergent, da beides ineinandergreift.[32] Der Mythos beschreibt lyrische Wirklichkeiten. Deshalb wollten die Romantiker den Mythos bewahren und pflegen. Obwohl sie dabei die eigene (deutsche) Kultur behüten wollten, muss festgehalten werden, dass sie nichts mit späteren nationalen, beziehungsweise nationalistischen, Ansichten gemein hatten. Sie sahen die eigene Kultur nicht als die einzig richtige an, sondern wollten lediglich ihre Eigenarten erhalten. Deshalb versuchten sie niemals sie anderen Gesellschaften aufzunötigen.[33]

e. Mythos als das Ergebnis von Polynymen

Eine weitere Deutungsmethode ist in der Sprachwissenschaft beheimatet. Diese Theorie bezieht sich nicht auf die Wirkungen der Narrationen, sondern in erster Linie auf deren Entstehungsgeschichte. So wurde beispielsweise von Max Müller vertreten, dass verschiedene Begriffe, die für einen bestimmten Gegenstand verwendet wurden, sogenannte Polynyme, später auch für einen anderen Gegenstand verwendet wurden und auf diese Weise schließlich zu Homonymen wurden.[34] Im Laufe der Zeit gerieten andere Bedeutungen der Begriffe in Vergessenheit. Daraus resultierte schlussendlich der Mythos, da die vergessenen Bedeutungen gewisser Wörter zu einer Mystifizierung dieser Begriffe als Namen oder Personen führten.[35] Der Mythos wird also als eine fast zwangsläufige Entwicklung der menschlichen Sprache angesehen, dessen Ursprung in der menschlichen Unzulänglichkeit zu sehen ist.

f. Mythos und Ritus

Eine andere Theorie erklärt den Ursprung des Mythos als eine Entwicklung aus alten Riten, beziehungsweise aus der konkreten und oft physischen Ausformung eines Kultes. Der Mythos entsteht demnach nicht aus Überlegungen, sondern aus Affekten.[36] Emotionen und Leidenschaften sind der Ursprung des Mythos. Auch hier geht es somit um die Entstehung der Mythologie, allerdings ist die Begründung weit weniger technisch als die sprachwissenschaftliche Erklärung. Grundlegend waren nach dieser Deutung die Stammesverbände mit ihren Totemtieren, die mit der Zeit als anthropoide Gottheiten verehrt wurden, was dazu führte, dass heilige Handlungen später durch die Erzählung von Mythen untermauert und gefestigt wurden.[37] Diese Erzählungen waren aber nicht auf menschliche Unzulänglichkeiten zurückzuführen, sondern vielmehr auf den Wunsch das Überirdische emotional und symbolisch auszudrücken. Der Mythos war nach den Vertretern dieser Ansicht also eine Art Aberglaube.

Es wurde daneben aber auch die Meinung vertreten, dass der Ritus umgekehrt aus dem Mythos entstanden sei, um in einen näheren Kontakt mit diesem zu treten.

Egal welche Auffassung man hier als überzeugender empfinden mag, wichtig ist es festzuhalten, dass beide Theorien eine enge Verbindung zwischen Mythos und Ritus herstellen.

g. Psychologische Deutungen

Einen anderen Weg gehen die psychologischen Mythentheorien. Auf der einen Seite ist etwa Friedrich Nietzsche, ähnlich wie spätere Vertreter der Psychoanalyse, der Ansicht, dass in den Mythen keine Realitäten geschildert werden, sondern dass sie der emotionalen Bedrängnis einen Ausdruck bieten, die aus dem menschlichen Daseinswillen entspringt.[38] Ihre Bezugswelt sind die menschlichen Emotionen. Mythen beziehen sich damit nicht auf die Wirklichkeit der Außenwelt. Sie durchbrechen die Beengtheit der Gefühlswelt, indem sie den Wunsch nach der nach außen getragenen Artikulation der eigenen Existenz in Worte fassen.

Nach Freud sind die Mythen dagegen Ausdrucksarten des menschlichen Sexualinstinktes, wobei er sich vor allem auf den Vater-Komplex sowie auf den sogenannten Ödipus-Komplex als Leitmotive mythischer Erzählungen bezog.[39] Auch hiernach ist das innere Seelenleben die Grundlage des Mythos. Allerdings schildert die mythologische Erzählung laut Freud nicht die Konflikte, die aus dem Existenzwillen entstehen, sondern die seelischen Spannungen, die der Sexualinstinkt hervorruft. Hier wird des Öfteren aber schon die Konstruktion des Ödipus-Komplexes an sich kritisiert, da Ödipus selbst, da er von seinen Verwandtschaftsverhältnissen nichts wusste, kaum solch einen Komplex haben konnte.[40]

Eine weitere Theorie, die etwa von Erich Neumann vertreten wurde, geht von der Annahme aus, dass Mythen aus der Spannung zwischen dem Bewusstsein und dem Unbewussten entstehen.[41] Phänomene, die sich der Mensch nicht erklären kann, versucht er durch die Konstruktion von Mythen auszugleichen, um sein Bewusstsein zu entlasten.

h. Mytheme

Claude Lévi-Strauss stellte eine technischere Theorie auf. Er sah den Mythos als eine Konstruktion von verschiedenen Mythemen, also von kleinsten motivischen Einheiten innerhalb einer mythischen Erzählung. Diese können in verschiedenen Schemata gesammelt und geordnet werden. Durch Entschlüsselung und Analyse der einzelnen Bausteine kann dann der wahre und durchaus rationale Sinn eines Mythos erkannt werden.[42] Dabei stellte Lévi-Strauss nicht auf die eigentliche Erzählung ab, sondern auf die einzelnen Bausteine. Die erzählte Geschichte ist ein eher unbedeutender Rahmen innerhalb dessen die Mytheme aufgeschlüsselt werden können.

i. Mythos als Realität

Vertreter der sogenannten numinosen Deutung des Mythos gehen dagegen davon aus, dass der Mythos eine Realität beschreibt und daher Wahrheit transportiert.[43] Die mythische Erzählung enthält damit grundsätzlich Tatsachen über die Götter. Die gesamte Wahrheit, die durch den Mythos vermittelt werden soll, kann durch Interpretation der Geschichten erkannt werden So kann von ihnen gelernt werden. Diese Auffassung kann als Gegensatz zu den Mythentheorien gesehen werden, die den Mythos als Ausdruck einer inneren Emotionswelt sehen. Der Mythos bezieht sich dieser Meinung nach auf die äußere Wirklichkeit. Er ist also mit der wissenschaftlichen Wahrheitserkenntnis zu vergleichen, da auch der Mythos im Grunde Tatsachen beschreibt. Er setzt nur an einem anderen Punkt an, da die Mythologie zunächst interpretiert werden muss, um die dahinter stehenden Wahrheiten erkennbar zu machen.

j. Kulturtheorie

Rudolf Speth geht hingegen davon aus, dass Mythen innerhalb einer Kulturtheorie betrachtet werden müssen. Er widerspricht der Betrachtung des Mythos als einer Vorform, wie es beispielsweise in der Zeit der Aufklärung getan wurde. Seiner Meinung nach sind Mythen immer in Bezug auf die Traditionen, Entwicklungen und Deutungsmodelle der Gesellschaft zu sehen und zu analysieren.[44] Nur die Betrachtung der jeweiligen Kultur ist somit in der Lage den Sinn des Mythos zu entschlüsseln. Die Mythologie steht immer in direktem Bezug zu den Bräuchen und der Geschichte einer Kultur. Nur durch die Annektierung der kulturellen Denkmuster können die Bedeutung und der Inhalt der Mythen wirklich verstanden werden.

3. Resümee

Gegen alle diese Auffassungen kann natürlich kritisch argumentiert werden. Allerdings soll an dieser Stelle keine Königin der Mythentheorien gekürt werden. Vielmehr geht es bei diesem Überblick darum, Ansätze zu finden, wie ein Mythos erklärt oder charakterisiert werden kann. Wie er ursprünglich entstanden sein könnte, ist in dieser Arbeit von untergeordnetem Interesse. Deshalb ist es bedeutsamer, besondere Merkmale des Mythischen zusammenzutragen und zu verbinden.

Wichtig ist es hervorzuheben, dass Mythos und Vernunft oft in einem Spannungsverhältnis gesehen werden, in welcher Art dieses auch beschaffen sein mag. Auch die Bedeutung von Gleichnissen und symbolischer emotionaler Sprache in den Mythen muss hervorgehoben werden. Sinnvoll erscheint es außerdem, der jeweiligen Kultur, in der der Mythos beheimatet ist, besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Ein sehr wichtiger Punkt ist auch die enge Verbindung von Mythos und Ritus.

An dieser Stelle wird weiterhin davon ausgegangen, dass der Mythos in seiner Weise äußere Wirklichkeiten thematisiert und nicht auf Komplexen des inneren Seelenlebens beruht. Es wird die These vertreten, dass die Mythologie zwar einen gewichtigen Bezug zum menschlichen Gefühlsleben herstellt, grundsätzlich aber auf eine gewisse Perzeption und den Versuch einer Beschreibung der Realität zurückzuführen ist.

Diese Thesen sind auch für das Verständnis politischer Mythen von großer Bedeutung.

II. Der Begriff des Politischen Mythos

Nun soll geklärt werden, was genau unter politischen Mythen zu verstehen ist. Dazu muss zunächst ein Definitionsversuch unternommen werden, um grundsätzliche Erkennungszeichen politischer Mythen herauszustellen.

Laut Frank Becker lassen sich politische Mythen „als Erzählungen begreifen, die auf das politisch-soziale Geschehen gemünzt sind und diesem Geschehen eine spezifische Bedeutung verleihen“.[45] Es geht hier also vor allem um die inhaltliche Bezugnahme der Narrationen und einer damit verbundenen politischen Aussage.

Rudolf Speth definiert politische Mythen als „Narrationen, die sich auf ein Handlungskollektiv beziehen und zu dessen Selbstbeschreibung dienen, d.h. kollektive Identität thematisieren“.[46] Hier wird schon auf eine wichtige Aufgabe von politischen Mythen abgestellt. Bestimmte Funktionen scheinen den Mythos also erst zu einem politischen zu machen. Speth stellt ferner heraus, dass politische Mythen der Moderne nicht mehr als „quasi naturwüchsiges Produkt“[47] zu sehen sind, da sie nach dem Zeitalter der Aufklärung entstanden sind. Sie sind vielmehr von Menschen durch Kommunikation geschaffene Produkte mit dem Ziel der Identitätsfindung und -beschreibung. Das bedeutet weiterhin, dass die modernen politischen Mythen nicht deckungsgleich mit den Mythen der Antike sind.

An diesen Definitionen kann schon abgelesen werden, dass nahezu jeder Mythos in einen politischen transformiert werden kann, solange man ihm einen aktuellen politischen und sozialen Bezug gibt. Obwohl politische Mythen also nicht kongruent mit den antiken Mythen sind, ist der politische Mythos insofern nicht als eine komplett selbständige Disziplin zu sehen. Die Charakteristika der traditionellen Mythen, die oben herausgestellt wurden, gelten daher auch für die politischen Mythen. Auch sie nehmen Bezug auf jenseitige Mächte oder Figuren, die etwas Heldenhaftes geleistet haben und liefern Muster für das eigene Handeln. Ihre Sprache soll Emotionen ansprechen.

Der politische Mythos ist ein Mythos, der sich durch einen spezifischen Zweck auszeichnet. Die politische Verbindung kann beispielsweise in der Form von Verknüpfungen von gegenwärtigen Problemen mit den Themen des Mythos geschehen oder durch den artikulierten Wunsch, die in Mythen beschriebenen vergangenen, besseren Realitäten wieder aufleben zu lassen. Dazu wird meistens eine besondere Leistung einer Person oder eines Volkes hervorgehoben.[48] Da sich politische Mythen dabei größtenteils auf eine historische Begebenheit beziehen, beschreiben sie eine äußere Realität, auch wenn diese teilweise konstruiert sein mag.

Dies ist auch an den Charakteristika politischer Mythen erkennbar.

1. Charakteristika politischer Mythen

Wie bereits erwähnt wurde, zeichnen sich Mythen durch bestimmte Eigenschaften als politische Mythen aus. Sie müssen eine Verknüpfung von sozialen oder politischen Themen mit mythischen Motiven herstellen.

Da durch sie die Bevölkerung, in welcher Form auch immer, politisch beeinflusst werden soll, können sie als Mittel der politischen Psychologie gesehen werden. Die Mythen sollen dazu im kollektiven Bewusstsein der Gesellschaft immer präsent sein. Um diese Aufgabe zu erfüllen müssen die Erzählungen leicht verständlich sowie gefühlsmäßig erfahrbar sein. Deshalb bedienen sie sich oft Stereotypen, Selektivierungen, aufwühlenden Motiven und einer emotionalen Erzählweise.[49] Je einfacher sie zu verstehen sind und je mehr sie die Leidenschaften der Menschen ansprechen, desto schneller und besser werden die politischen Mythen durch die Individuen in die Gesellschaft eingebracht und dort verankert.

Es gibt aber auch noch andere typische Besonderheiten, die die Vermittlung der politischen Mythen und somit ihre Einführung in die Gesellschaft kennzeichnen.

2. Vermittlung von politischen Mythen

In den modernen Kultursphären werden politische Mythen vor allem durch die Medien vermittelt. Die Narrationen werden allerdings von den entsprechenden Medien für die unterschiedlichen Schichten der Gesellschaft unterschiedlich aufbereitet, wobei sie durch die Verbreitung durch Kunstformen, wie Film, Theater oder bildende Kunst, aber auch durch gesellschaftliche Rituale, unterstützt werden.[50] Dabei stellen Symbole die Verbindung zu den politischen Mythen her. Die Bevölkerung soll also möglichst überall mit den Mythen konfrontiert werden. Die Erzählformen sollen für alle verschiedenen Schichten der Gesellschaft passend vermittelt werden. Durch Rituale soll der Allgemeinheit außerdem die Möglichkeit gegeben werden aktiv an den Mythen teilzuhaben. So wird innerhalb der Gemeinschaft Solidarität geschaffen. Die Riten und Symbole, die die Mythen unterstützen sollen, können dabei als konstitutive Elemente von Politik gesehen werden.[51]

Anhand der Eigenschaften und den breit gefächerten Vermittlungsformen der politischen Mythen wird klar, warum bei der Begriffsbestimmung herausgestellt wurde, dass diese modernen Mythen kein Ergebnis einer freien Entwicklung sind, sondern vielmehr planmäßig gesteuert werden.

Die politischen Mythen sind infolgedessen eng mit der symbolischen Politik verwandt. Auch die symbolische Politik konstruiert aus Symbolen eine politische Realität.[52] Politische Mythen können durch die unterstützende Verwendung von symbolischer Politik viel an Stärke hinzugewinnen. Im Unterschied zu den politischen Mythen ist symbolische Politik allerdings nur von den Herrschenden einsetzbar, während die Mythen grundsätzlich wechselseitig Auswirkungen, sowohl auf die Regierenden, wie auch auf die Regierten haben.[53] Denn die Symbolik der Mythen kann auch von anderen Perspektiven aus gedeutet sowie mit jeder Weitergabe verändert werden. Mythen sind sozusagen vieldeutig und flexibel.[54] Sie können damit ebenso das Handeln derer beeinflussen oder bestimmen, die sie zunächst instrumentell einsetzen wollten.

Die Wirkung dieser mythischen Symbolik auf die Menschen äußert sich sodann in bestimmten Funktionen, die die politischen Mythen erfüllen.

3. Funktionen politischer Mythen

Nun sollen diese Funktionen politischer Mythen genauer betrachtet werden, um die Bedeutung ihres Einsatzes in der Politik und ihren Einfluss auf die Gesellschaft deutlich zu machen.

Ihre primäre Funktion ist eine sinngebende. Die politischen Mythen sollen Orientierung und Hoffnung geben. Mit einer Erklärung der Realität durch mythische Erzählungen kann einer Gesellschaft ein Konsens in Bezug auf den Sinn des Volkes oder der Nation und deren wesentlichen Werten und Normen gegeben werden. Dies ist die bedeutendste Aufgabe der politischen Mythen.

Daneben gibt es aber auch weitere wichtige Funktionen. So können die Mythen den Mitgliedern einer Gemeinschaft durch die Herausbildung eines kollektiven Gedächtnisses eine gemeinsame Identität geben (Gedächtnisfunktion), das Handeln der Herrschenden rechtfertigen (Legitimierungsfunktion), eine bestimmte Person als Held herausstellen oder Verbindungen der mythischen Motive zur Gegenwart herstellen (Leitfunktion), durch die Übermittlung von wesentlichen Werten und Leitfäden das Selbst- vom Feindbild abgrenzen (Identitätsfunktion) sowie die Gesellschaft mobilisieren (Kommunikationsfunktion).[55] Bei dieser Aufzählung sind einige Funktionen genauer zu betrachten, da sie von größerer Bedeutsamkeit sind.

So ist die Identitätsfunktion, die auch schon in der Definition des Begriffes des politischen Mythos von Rudolf Speth zur Erwähnung kam, hierbei von besonderer Bedeutung. In ihr liegt die Gefahr der politischen Mythen, da Sachverhalte stark vereinfacht und starke Gegensätze zwischen dem Selbst- und dem Feindbild geschaffen werden. Dies kann zu einer übermäßigen Ausdehnung an Selbstliebe auf der einen Seite und Hass auf den vermeintlichen Feind auf der anderen Seite führen. Der Feind wird meistens entweder als eine sehr starke Bedrohung oder aber als die reine Ausgeburt an Bösartigkeit dargestellt.[56] Damit kann der politische Mythos nicht nur zusammenschweißen, sondern auch spalten, da Menschen, die ihre Rolle nur im formulierten Feindbild sehen (können), von der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Jan Assmann nennt einen Mythos, der die eigene Identität verherrlicht und die des Gegners herunterspielt, einen Distinktionsmythos, der dazu führt, dass der jeweilige Gegner im Vergleich zum eigenen Selbst als minderwertig und besiegbar angesehen wird.[57] Durch die Zuspitzung von Konflikten durch einen politischen Mythos wird eine Gesellschaft aber auch mobilisiert und handlungsfähig gemacht. Denn der Mythos suggeriert den Eindruck, dass keine andere Lösung in Betracht kommt, als gegen den Feind vorzugehen.[58] Somit bedient er auch eine Handlungs- und Stabilisierungsfunktion.

Mit der Abgrenzung des Selbst- vom Feindbild ist der politische Mythos überdies eng mit dem religiösen Mythos verwandt, denn, obwohl ihm die Transzendenz der religiös aufgeladenen Erzählungen fehlt, beschreibt auch er den „ewigen Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen“.[59]

Auch die vorgenannte Gedächtnisfunktion ist von großer Bedeutung. Durch sie entsteht laut Rudolf Speth eine Integrationsfunktion. Diese bewirkt, dass das Individuum durch das kollektive Gedächtniswissen einen sinnvollen Platz in der Gesellschaft einnehmen kann und sich der Gemeinschaft stärker verbunden fühlt.[60] Das kollektive Gemeinschaftsgefühl an sich wird dadurch, ebenso wie das Verbundenheitsgefühl des Einzelnen zur Gemeinschaft, gestärkt.

Laut Jan Assmann ist eine weitere Funktion die kontrapräsentische Funktion.[61] Diese hat Ähnlichkeit mit der in der Aufzählung erwähnten Leitfunktion. Durch eine überhöhte Darstellung der Vergangenheit wird Geschichte so erzählt, dass sie die Ansichten des Erzählenden untermauert. So können „Ziele als historisch gewollt erscheinen“.[62]

An all diesen Funktionen wird klar, dass politische Mythen, sofern sie richtig eingesetzt werden, einen enormen Einfluss auf eine Gesellschaft haben können, insbesondere wenn diese vor großen Problemen und Herausforderungen steht. Dort können die politischen Mythen eine besondere Macht entfalten.

Da verschiedene politische Mythen verbreitet werden, ist es nun einfacher sie in verschiedene Kategorien zu teilen, um später einzelne politischen Mythen genauer analysieren zu können.

4. Kategorisierung politischer Mythen

Es soll dementsprechend versucht werden verschiedene Gattungen politischer Mythen herauszuarbeiten. Laut der Mythenforscherin Heidi Hein-Kircher gibt es zwei Arten, den Politischen Mythos zu kategorisieren. Dabei bezieht sie sich im ersten Fall auf den Inhalt des Mythos und im zweiten auf dessen Geschichte. Der Hauptteil dieser Arbeit, der die politischen Mythen im Nationalsozialismus thematisiert, wird sich auf diese Typisierungen von politischen Mythen beziehen, da sie für die bessere Bestimmung der einzelnen Mythen sinnvoll und hilfreich erscheint.

a. Themen politischer Mythen

Die erste Möglichkeit einer Differenzierung besteht in der Bestimmung des Hauptthemas eines politischen Mythos. So kann zwischen Personen-, Ereignis, Raum- und Zeitmythen unterschieden werden.

Der Personenmythos bezieht sich auf ein bestimmtes Individuum und personalisiert sozusagen eine spezifische Vergangenheit.[63] Die Errungenschaften dieses Teils der Geschichte werden damit zur Großtat dieser Person erklärt. Dass dabei eine Verfälschung der historischen Wirklichkeit durch die Nichterwähnung oder Bagatellisierung von Ereignissen und Taten anderer historischer Personen nahezu zwingend notwendig ist, liegt auf der Hand. Geschichte wird einseitig und subjektiv erzählt. Diese Form des politischen Mythos mündet so gut wie immer in einer Art Heldenverehrung. Ein Beispiel für diese Form des politischen Mythos ist beispielsweise die verklärte Darstellung Che Guevaras. Auch der Personenkult um Adolf Hitler wird in diesem Zusammenhang genannt.[64] Kollektive können ebenso Gegenstand dieser Form des politischen Mythos sein, beispielsweise bei der Totenverehrung gefallener Soldaten, die oft als Helden oder Märtyrer gefeiert werden.[65] Als mythisierte Personenkollektive werden heutzutage außerdem die NSDAP und die RAF gesehen. Gerade bei dieser Art des Mythos ist die Leitfunktion von besonderer Bedeutung. Sie kann hier stimulierend wirken, indem sie „durch die Präsentierung beispielhafter Vorbilder, deren Tun, heroisch verklärt, von unbestimmter Schönheit ist“,[66] Motivation für eigenes Handeln im Sinne dieser Vorbilder bietet.

Ein Ereignismythos bezieht sich dagegen auf eine bestimmte historische Begebenheit, meistens zur Zeit einer aktiven Umwälzung der bestehenden Verhältnisse,[67] wie beispielsweise bei der Französischen Revolution 1789 oder bei der Studentenbewegung von 1968. Der Mythos stellt dieses Ereignis überhöht dar und macht auf die angeblich geschichtsprägende Wirkung des Geschehens aufmerksam.

Bei einem Raummythos wird zumeist ein gelobtes Land verherrlicht. Der Mythos wird dann als Erklärung herangezogen, warum dieses Areal besessen und verteidigt werden muss.[68] Der besagte Raum wird idealisiert und als für die Adressaten des Mythos zu besitzendes Territorium dargestellt. Er stellt außerdem die Besonderheiten dieses Raumes und seine Bedeutung heraus. In Deutschland existierte nach dem ersten Weltkrieg diese Art von Mythos in Bezug auf Oberschlesien.[69] Ein anderes Beispiel sind die verschiedenen Narrationen über das Gebiet des heutigen Israels, aus denen beide Seiten ein Besitzrecht ableiten.

Ein Zeitmythos dagegen schildert eine als glorreich dargestellte Vergangenheit, deren Errungenschaften wiederbelebt werden sollen, wie es beispielsweise bei der Darstellung der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders der Fall ist.[70] An ihm kann man sich orientieren und Handlungsmuster für die aktuelle Zeit ableiten. Er gibt außerdem ein Ziel vor.

Zu beachten ist allerdings, dass alle Narrationen erst nach geraumer Zeit als Mythen behandelt werden können, da die Verklärung der Wirklichkeit ansonsten kaum funktioniert. Dies ist insbesondere bei den Personen- und Zeitmythen zu beobachten.

b. Geschichte politischer Mythen

Eine weitere Möglichkeit zur Typologisierung sieht Hein-Kircher in der Geschichte der Mythen. Hierunter fallen Ursprungsmythen und Mythen der Katharsis sowie der Beglaubigung.

Zunächst gibt es eine Form der Mythen, die sich dadurch auszeichnet, dass sie den Ursprung eines politischen Kollektivs oder räumlichen Bereichs schildert. Die aktuelle Gesellschaft wird mit dem Gründungsereignis verknüpft und geschichtlich verbunden.[71] Der aktuelle Stand der eigenen Kultur wird auf diesen Ursprung und die durch ihn eingeleitete Entwicklung zurückgeführt. Diese Gründungsmythen, die Ereignisse, Personen oder Areale als Hauptmotiv haben können, sind für Hein-Kircher eigentlich im Kern jeder mythischen Erzählung vorhanden.[72] Jeder politische Mythos thematisiert ihrer Aussage nach in irgendeiner Weise einen Ursprung oder einen Gründungsakt, egal welche Inhalte ihm sonst noch zugrunde liegen.

Daneben wird vom Mythos der Katharsis gesprochen, der ein Gründungsereignis beschreibt, mit dem eine Gesellschaft sozusagen gereinigt wurde.[73] Dieses Ereignis hat für eine Erneuerung und Verbesserung dieser Gemeinschaft gesorgt. So können bestehende Verhältnisse gefestigt werden und ihre Qualität kann mit diesem Moment der Katharsis bezeugt werden. Als Beispiel nennt Hein-Kircher den Mythos der Stunde Null in Deutschland 1945.[74]

Des Weiteren gibt es Mythen der Beglaubigung, die das Vorgehen der Regierenden stützen sollen sowie Mythen der Verklärung bei denen die Vergangenheit beispielsweise durch ein Beklagen des späteren Verlustes eines goldenen Zeitalters verherrlicht wird.[75] Bei den Beglaubigungsmythen werden oft Erzählungen über den technischen oder sozialen Fortschritt eines Systems verbreitet.

5. Resümee

Obwohl es verschiedene Kategorien von politischen Mythen gibt, kann grundsätzlich gesagt werden, dass der politische Mythos insgesamt eine Sonderform der Mythen darstellt, die durch eine spezifische politische Verknüpfung gekennzeichnet ist. Er thematisiert politische und soziale Probleme. Wie die antiken Mythen bedient sich der politische Mythos dabei einer ausgeprägten Emotionalität, ist aber im Gegensatz zu den klassischen Mythen nicht mehr als ein „quasi naturwüchsiges Produkt“[76] zu sehen.

Die Aufgabe der Vermittlung und Verbreitung der politischen Mythen übernehmen in moderneren Zeiten größtenteils die Medien. Zur Verankerung der Mythen in der Gesellschaft wird vor allem eine ausgeprägte Symbolik eingesetzt.

Politische Mythen erfüllen verschiedenste Funktionen, mit denen sie Einfluss auf die Gesellschaft nehmen. Neben der sinnstiftenden Funktion und der Kommunikationsfunktion ist besonders die Identitätsfunktion hervorzuheben. Die Gefahr, die in dieser Funktion ihren Ausdruck findet, liegt darin, dass großer Hass auf vermeintliche Feindbilder generiert wird, was zu einer starken Spaltung der Gesellschaft führen kann.

III. Fazit und Ausblick

Mythologie ist ein Phänomen, das in allen Kulturen auftritt. Es ist umstritten, wie Mythen entstehen und was sie im Endeffekt bedeuten und aussagen. Es ist aber davon auszugehen, dass sie in irgendeiner Form der Welt- und Wahrheitserkenntnis dienen. Dabei werden die Mythen oft als Gegensatz zur Vernunft gehandelt. Mythen sind dabei von einer emotionalen Erzählstruktur und einer weitgreifenden Symbolik und Metaphorik gekennzeichnet. Dies trifft ebenfalls auf den Typus der politischen Mythen zu. Die politischen Mythen verbinden politische oder soziale Themen mit klassischen, mythischen Motiven. Dabei entfalten politische Mythen Wirkungen, die direkten Einfluss auf die jeweilige Gesellschaft haben und diese zu einem großen Teil formen können, solange die Mythen fest im Bewusstsein der Menschen verankert sind. Dies bedeutet allerdings weiterhin, dass diese spezielle Gattung von Mythen gezielt eingesetzt werden kann, um bestimmte Reaktionen oder Gefühle bei den Menschen hervorzurufen. Sie bietet sich also für eine interessengeleitete Instrumentalisierung durch die Herrschenden an.

Herfried Münkler schreibt zwar, dass der Mythos der Interessenpolitik insofern überlegen ist, als dass dieser nicht so diskutierbar und kontrollierbar ist wie die Interessenpolitik.[77] Die Unkontrollierbarkeit scheint aber gerade bei Betrachtung der Funktionen der politischen Mythen fragwürdig zu sein. Zwar können Mythen, nicht zuletzt aufgrund ihrer Vieldeutigkeit, wechselseitige Auswirkungen entfalten, allerdings wird insbesondere an der Integrations- und der Leitfunktion, beziehungsweise der kontrapräsentischen Funktion, ersichtlich, dass speziell politische Mythen eine gute Möglichkeit zur Beherrschung von Massen darstellen. Sie entziehen politischen Führern überdies zumindest teilweise die Verantwortung, da sie ein bestimmtes Handeln als historisch vorherbestimmt erscheinen lassen können.[78]

Im weiteren Verlauf dieser Arbeit soll untersucht werden, welche Mythen es im ‚Dritten Reich‘ gab, woher sie kamen, und ob, beziehungsweise wie, diese bewusst von den Herrschenden hervorgebracht, eingesetzt und instrumentalisiert wurden.

C. Die Vordenker der Nationalsozialisten

Um die einflussreichen Persönlichkeiten nach 1933 und die von ihnen vertretene Mythologie zu verstehen, ist ein Rückgriff auf die Jahre, beziehungsweise Jahrzehnte, vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten vonnöten. Denn in dieser Zeit wurde der entscheidende Grundstein für die Entwicklung der Mythologie im ‚Dritten Reich‘ gelegt. Die Auswahl der hier vorgestellten Denker kann natürlich keine komplette Übersicht aller Einflüsse geben, die für die Entstehung des deutschen Nationalsozialismus von Bedeutung waren. Vielmehr sollen an dieser Stelle diejenigen genannt werden, die für die Entwicklung des Mythendenkens der Nationalsozialisten ausschlaggebend waren.

Zunächst wird ein Blick auf den französischen Diplomaten Arthur de Gobineau und den Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain im Hinblick auf deren Rassentheorien geworfen. Daraufhin werden die Thesen von Jörg Lanz von Liebenfels und Guido von List genauer betrachtet, bevor einige weitere einflussreiche Vordenker der Nationalsozialisten erwähnt werden.

I. Arthur de Gobineau

„Denn die arischen Nationen bestanden immer aus Ehrenmännern, aus Menschen, die Achtung und Ehrfurcht verdienten, und wahrscheinlich in weiterem Sinne aus Menschen, die, wenn man ihnen nicht gab, was ihnen gebührte, es sich zu nehmen wußten.“

Gobineau: Die Ungleichheit der Menschenrassen, S. 255.

Joseph Arthur de Gobineau (1816 – 1882) war Schriftsteller und Diplomat. Seine wichtigste Schrift war der Essai Sur l`inégalité des races humaines von 1855.

Er machte die Rasse als das zentrale und bestimmende Charakteristikum des Menschen aus. Jemand ist seiner Theorie nach kein besserer Mensch, wenn er gut handelt.[79] Vielmehr wird jemand als guter, vollwertiger Mensch geboren oder eben als Mitglied einer unteren Rasse.[80] Die angeborene Rasse bestimmt damit als wichtigste menschliche Eigenschaft die Qualität und den Wert des Menschen.

Die Unterscheidung der Rassen vollzog er durch Sprache und geistige Eigenschaften. Dabei bezog er sich auf Theorien von Sprachwissenschaftlern, die um 1800 festgestellt hatten, dass Sprachen von weit voneinander entfernten Kulturen ähnlich klangen.[81] Dazu gehörten neben dem Germanischen die indische Sprache sowie das Persische und das Griechische. Durch diese Feststellung entstand der Begriff der Indogermanen. Das Erkennungszeichen indogermanischer, beziehungsweise indoeuropäischer, Menschen ist demnach die ähnliche Sprache, die sie von anderen Völkern, die nicht dieser Gruppe angehören, unterscheidet. Es ging zunächst also nicht um äußerliche Merkmale. Die Unterschiedlichkeit der Rassen wurde vor allem sprachwissenschaftlich begründet. Dabei ging Gobineau von der These aus, dass die verschiedenen Sprachen verschiedene Wertigkeit besitzen. Sie entsprechen dabei dem Wert der Rasse, die sie spricht, und können durch Blutvermischungen an Wertigkeit verlieren.[82]

Gobineau verwendete zur Beschreibung der weißen Rasse schon den Begriff des Ariers. Die Arier waren für ihn die Elite der weißen Rasse. Dabei erklärte er die Bedeutung des Wortes arisch als ehrenhaft.[83] Er berief sich hier wohl auf Friedrich Schlegel. Dieser hatte gegen 1819 diesen Begriff von Herodot entlehnt und Ari mit Ehre übersetzt, wobei er selbst noch nicht von einer Überlegenheit der arischen Rasse gesprochen hatte.[84] Das änderte sich bei Gobineau radikal.

Gobineaus Meinung nach war die weiße Rasse als einzige dazu befähigt, eine wahre geschichtsprägende Kultur zu schaffen, und dies auch nur dort, wo sie so wenig wie möglich mit anderen Rassen in Berührung kam.[85] Dabei sagte er zwar, dass die schwarze sowie die gelbe Rasse leidenschaftlicher sind als die weiße und sie im Hinblick auf gewisse Sinne überragen. Dies führte er allerdings auf die größere Nähe dieser Rassen zu den Tieren zurück.[86] Des Weiteren stellte er heraus, dass die Kunst erst mit der Vermischung der weißen mit der schwarzen Rasse als menschliche Eigenschaft entstanden sei.[87] Deshalb sollte ein Arier diese Eigenschaft stets misstrauisch bei sich beäugen.

Gobineau zufolge können die sogenannten niederen Rassen keine selbstständige kulturelle Entwicklung zustande bringen. Wo immer einer anderen als der arischen Rasse eine kulturelle oder intellektuelle Leistung gelungen ist, wurde dies von ihm mit einem Einfluss der weißen Rasse begründet. Dabei ergaben sich geradezu bizarre Erklärungsmodelle. So wurde beispielsweise die Hochkultur des alten Chinas mit einer Einwanderung von Völkern aus dem indischen Kulturkreis erklärt.[88] Die Weltgeschichte wurde also so umgeschrieben, dass sie zu der Theorie der Überlegenheit der weißen Rasse passte und als Ergebnis deren Wirkens angesehen werden konnte.

Die Geltung der weißen Rasse machte Gobineau also vor allem durch die Abgrenzung zu den sogenannten niederen Rassen deutlich. Diese sind dazu bestimmt als Sklaven der höheren Rasse zu dienen. Deshalb ist die größte Sünde der Menschen auch die Blutvermischung zwischen den Rassen, da dies die weiße Rasse schwächt und degeneriert.

Gobineau lehnte alles Gewöhnliche ab. Für ihn „bedeutet[e] Allgemeinheit Vulgarität“.[89] Teil der arischen, weißen Rasse zu sein war für ihn das Besondere, das zu erhalten galt, da die Arier das edelste und stolzeste aller Völker waren.[90] Die Reinheit des Blutes, und damit die Reinheit der Rasse, bedeutete ihm dabei alles. Diese Idee der Totalität der Rasse kann deshalb als Vorüberlegung zum totalitären Staatsdenken gesehen werden.[91] Dabei war Gobineau kein Verfechter des Nationalismus. Er sah in dem Gebilde der Nation eher Gefahren. Denn der Staat kann nie Homogenität sichern, da er vielmehr ein Produkt der von Gobineau geächteten Blutmischungen darstellt.[92]

Dennoch nahmen die deutschen Nationalsozialisten die Thesen Gobineaus gerne an, indem sie dem Begriff der Rasse die Begriffe des Volkes und der Nation beimischten. Dies führte dazu, dass der „Mythos der Rassen […, der] wie ein starker Katalysator [wirkte]“[93] die antiken ethischen Ideale zerstörte und durch die Wertigkeit der Rasse ersetzte.

II. Houston Stewart Chamberlain

„Und zwar bieten uns die Pferde, namentlich aber die Hunde jede Gelegenheit zu der Beobachtung, dass die geistigen Gaben Hand in Hand mit den physischen gehen; im besonderen gilt dies von den moralischen Anlagen: ein Bastardhund ist nicht selten sehr klug, jedoch niemals zuverlässig, sittlich ist er stets ein Lump. Andauernde Promiskuität unter zwei hervorragenden Tierrassen führt ausnahmslos zur Vernichtung der hervorragenden Merkmale von beiden! Warum sollte die Menschheit eine Ausnahme bilden?“

Chamberlain: Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts, Seite 287.

Houston Stewart Chamberlain (1855 – 1927) war ein aus England stammender Autor und der Schwiegersohn von Richard Wagner. Seine bedeutendste Schrift war Grundlagen des 19. Jahrhunderts von 1899. In der ungekürzten Volksausgabe dieses Werkes von 1932 zitierte er Schriftsteller wie Goethe, Schiller oder Shakespeare, die vermeintlich seine Thesen unterstützen. So leitete er das Buch mit Goethes Worten ein: „Wir bekennen uns zu dem Geschlecht, das aus dem Dunkeln ins Helle strebt“.

Auch Chamberlain vertrat eine Rassentheorie. Er stützte sich grundsätzlich auf die Thesen Gobineaus und legte wie dieser besonderes Augenmerk auf die Bedeutung des Blutes. Anders als Gobineau, dessen Ansatz er als zu hypothetisch verwarf,[94] bezog er sich allerdings vor allem auf biologische Kriterien zur Unterscheidung der Rassen. Oft stellte er Vergleiche zwischen Tier- und Menschenzucht an. Diese Vorgehensweise gab seinen Theorien einen wissenschaftlicheren Anstrich. Sie wirkten seriöser. Er ging bei seiner Unterscheidung der Rassen schon soweit zu fragen, ob die Mitglieder aller Rassen überhaupt Menschen im eigentlichen Sinne sind.[95]

Wie Gobineau glaubte auch Chamberlain, dass der Arier, der seiner Meinung nach ursprünglich aus dem untergegangenen Reich Atlantis stammte,[96] der einzige große Kulturschöpfer der Welt war. Das letzte große arische Volk waren laut ihm die Germanen, die seiner Ansicht nach als die Nachfahren der Griechen und Römer anzusehen sind.[97] So kommt er zu der Erkenntnis: „Denn, je weniger germanisch ein Land, um so unzivilisierter ist es.“[98] Diesen überwiegend reinrassigen germanischen Menschen setzte Chamberlain die Juden entgegen, die angeblich durch zu viele Blutmischungen degeneriert worden seien. Chamberlain vertrat die These, gestützt auf die Zoologie und die Biologie, dass die Juden die Rasse sei, die den Ariern deshalb am gefährlichsten werden konnte.[99] Den Juden fehlte seiner Meinung nach, im Gegensatz zu den Ariern, der Sinn für das Metaphysische.[100] Sie sind ihm zufolge von Grund auf materialistisch. Chamberlain entwarf damit praktisch einen mythischen Dualismus zwischen dem Guten und dem Bösen, in Form der Arier und der Juden. Dies tarnte er mit seiner angeblich wissenschaftlichen Vorgehensweise.

Chamberlain war, genau wie Gobineau, überzeugt davon, dass die Rasse sogar die Moral bestimmt.[101] Seiner Meinung nach empfindet es ein reinrassiger Mensch täglich, dass seine Rasse ihm vortreffliche Fähigkeiten verleiht, mit welchen er die Mischvölker überragt.[102] Damit ging auch er von einem totalitären Anspruch der Rasse aus. Die Rasse ist alles, der einzelne reinrassige Mensch geht als Individuum sozusagen in ihr auf.[103] Deswegen war es Chamberlains Empfehlung, eine reine Rasse zu züchten. Die allermeisten Blutmischungen haben seiner Meinung nach nämlich absolut negative Auswirkungen. Durch Inzucht entstehen deshalb die vornehmsten Rassen.[104] Allerdings wies Chamberlain auch darauf hin, dass reine Inzucht kontraproduktiv sei, da allen edlen Rassen eine gute Blutmischung vorausgeht. Erst danach sei Inzucht das anzuwendende Mittel. Als Grundlage einer guten Inzucht kann die Nation gesehen werden.[105]

[...]


[1] Zit. nach Innenministerium Nordrhein-Westfalen (2008) S. 72.

[2] Kershaw (1999) S. 14.

[3] Zit. nach Meyers Großes Handlexikon (1997) S. 602.

[4] Zit. nach Tepe (2006) S. 47.

[5] Zit. nach Hein-Kircher (2006) S. 408.

[6] Zit. nach Speth (2000) S. 12.

[7] Bizeul (2006) S. 13.

[8] Zit. nach Bizeul (2006) S. 14.

[9] Bizeul (2006) S. 14.

[10] Bizeul (2006) S. 15.

[11] Zit. nach Speth (2000) S. 13.

[12] Bizeul (2006) S. 18.

[13] Hergott (2003) S. 53/54.

[14] Hein-Kircher (2006) S. 410.

[15] Cassirer (2002) S. 74.

[16] Cassirer (2002) S. 80.

[17] Politeia 377a - e. Zur besseren Vergleichbarkeit wird die Textstelle mit der Stephanus-Nummerierung angegeben. Die Politeia ist in einer Übersetzung von Karl Vretska verwendet worden.

[18] Cassirer (2002) S. 88/89.

[19] Cassirer (2002) S. 100.

[20] Hübner (1985) S. 50.

[21] Zit. nach Hübner (1985) S. 50.

[22] Cassirer (2002) S. 239.

[23] Zit. nach Horkheimer/Adorno (1986) S. 31.

[24] Zit. nach Hein-Kircher (2006) S. 408.

[25] Cassirer (2002) S. 24.

[26] Vorbemerkung in Cassirer (2002) S. 5.

[27] Hübner (1985) S. 65.

[28] Cassirer (2002) S. 60.

[29] Cassirer (2002) S. 66.

[30] Cassirer (2002) S. 65.

[31] Zit. nach Cassirer (2002) S. 240.

[32] Cassirer (2002) S. 10.

[33] Cassirer (2002) S. 242.

[34] Cassirer (2002) S. 28.

[35] Hübner (1985) S. 51.

[36] Cassirer (2002) S. 35.

[37] Hübner (1985) S. 55.

[38] Hübner (1985) S. 58.

[39] Cassirer (2002) S. 48.

[40] Z.B. bei Doucet (1979) S. 24.

[41] Doucet (1979) S. 34.

[42] Hübner (1985) S. 68.

[43] Hübner (1985) S. 77.

[44] Speth (2000) S. 65.

[45] Zit. nach Becker (2005) S. 131.

[46] Zit. nach Speth (2000) S. 12.

[47] Zit. nach Speth (2000) S. 65.

[48] Hein-Kircher (2006) S. 408.

[49] Hein-Kircher (2007) S. 27.

[50] Hein-Kircher (2006) S. 416.

[51] Dörner (1995) S. 55.

[52] Göhler (2005) S. 69.

[53] Hergott (2003) S. 35.

[54] Becker (2005) S. 134.

[55] Hein-Kircher (2007) S. 30/31.

[56] Münkler (1988) S. 119.

[57] Bachmann (2006) S. 118.

[58] Speth (2000) S. 14.

[59] Zit. nach Hein-Kircher (2006) S. 408.

[60] Speth (2000) S. 14.

[61] Bachmann (2006) S. 118.

[62] Zit. nach Bachmann (2006) S. 118.

[63] Hein-Kircher (2006) S. 411.

[64] Siehe hierzu Kapitel D. I. 1. b.

[65] Hein-Kircher (2006) S. 411.

[66] Zit. nach Münkler (1988) S. 56.

[67] Hein-Kircher (2006) S. 412.

[68] Hein-Kircher (2006) S. 412.

[69] Hein-Kircher (2006) S. 412.

[70] Hein-Kircher (2007) S. 28.

[71] Speth (2000) S. 14.

[72] Hein-Kircher (2006) S. 413.

[73] Hein-Kircher (2006) S. 413.

[74] Hein-Kircher (2007) S. 29.

[75] Hein-Kircher (2007) S. 29.

[76] Zit. nach Speth (2000) S. 65.

[77] Münkler (1988) S. 51.

[78] Münkler (1988) S. 130.

[79] Cassirer (2002) S. 309.

[80] Gobineau (1935) S. 743.

[81] Sünner (1999) S. 33.

[82] Gobineau (1935) S. 150.

[83] Gobineau (1935) S. 255.

[84] Sünner (1999) S. 34.

[85] Gobineau (1935) S. 326.

[86] Gobineau (1935) S. 151.

[87] Gobineau (1935) S. 153.

[88] Cassirer (2002) S. 294.

[89] Zit. nach Cassirer (2002) S. 306.

[90] Gobineau (1935) S. 255.

[91] Cassirer (2002) S. 301.

[92] Cassirer (2002) S. 310.

[93] Zit. nach Cassirer (2002) S. 375.

[94] Chamberlain (1932) S. 785/786.

[95] Mendlewitsch (1988) S.27.

[96] Doucet (1979) S. 104.

[97] Chamberlain (1932) S. 507.

[98] Zit. nach Chamberlain (1932) S. 770.

[99] Goodrick-Clarke (1992) S. 125.

[100] Chamberlain (1932) S. 430.

[101] Mendlewitsch (1988) S. 22.

[102] Chamberlain (1932) S. 295.

[103] Chamberlain (1932) S. 340.

[104] Chamberlain (1932) S. 302.

[105] Chamberlain (1932) S. 317.

Ende der Leseprobe aus 120 Seiten

Details

Titel
Politische Mythen im Nationalsozialismus
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Hochschule für Politik)
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
120
Katalognummer
V172615
ISBN (eBook)
9783640925834
ISBN (Buch)
9783640925629
Dateigröße
924 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Philosophie, Drittes Reich, Mythenforschung, Hitler, Ahnenerbe, Vordenker, Mythen, Nationalsozialismus
Arbeit zitieren
Pia Geisler (Autor), 2010, Politische Mythen im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/172615

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