Untersuchung der Quelle Städtische Selbstverwaltung

Einführung des Amtes des defensor civitatis Theodosius II. im Hinblick auf die Fragestellung: Hat der defensor civitatis noch andere Aufgaben außer dem Schutz der Plebs?


Hausarbeit, 2009
14 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Forschungsstand/Fragestellung

2. Quellenkritik
2.1 Inhalt
2.2 Quellengattung
2.3 Kritische Kommentare
2.3.1 Personenkommentare
2.3.2 Sachkommentare
2.3.3 Ortskommentare
2.4 Äußere Kritik
2.5 Innere Kritik

3. Historischer Kontext
3.1 Der Schutz der Plebs

4. Quelleninterpretation
4.1 Die Patroni in der Spätantike
4.2 Der Defensor Civitatis

5. Fazit

6. Abkürzungsverzeichnis

7. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Forschungsstand/ Fragestellung

In der Forschung war die Aufgabe des defensor civitatis in den letzten zwanzig Jahren wohl eher unwichtig. Seit den 1980er Jahren hat sich kaum ein Wissenschaftler mit dieser Berufsgruppe beschäftigt, was eigentlich seltsam ist, da der defensor civitatis eine hohe, verantwortungsvolle Stellung hatte. Weitestgehend wird sich bis heute an die Monographie Harmands gehalten, auch wenn diese hier und da Irrtümer und Ungenauigkeiten enthält.[1] Außerdem spielt Friedrich Vittinghoff eine große Rolle, der einige Zeitungsartikel in Historischen Zeitschriften veröffentlicht hat.

Was den Codex Theodosianus angeht, gibt es deutlich mehr Wissenschaftler, die sich mit ihm beschäftigt haben. Theodosius II. hat mit seinem Codex Theodosianus eines der bedeutensten Gesetzeswerke erstellt.

Weiterhin soll beachtet werden, dass das hier erwähnte und bearbeitete Thema Teil des Codex Theodosianus ist, welcher aus 16 Teilen besteht. Mein benutzter Quellenauszug stammt aus dem Codex Theodosianus 1,29,1 und wurde als 333. Quelle im Quellenband Geschichte der Antike von Hans-Joachim Gehrke und Prof. Dr. Helmuth Schneider in deutscher Sprache abgedruckt. In dieser Quelle schreiben die Kaiser und Augusti Valentinianus und Valens dem Prätorianerpräfekten Probus einen Brief, in dem angeordnet wird, dass die gesamte Plebs im Ort Illyricum durch Patroni geschützt werden sollen. Ich möchte in der Quelleninterpretation darstellen, dass der defensor civitatis nicht nur zum Schutz der Plebs in das Amt berufen wurde sondern darüber hinaus noch andere Aufgaben hatte. Ich möchte hier nicht nur verschiedene Sichtweisen miteinander vergleichen, sondern auch aufzeigen welche strengen Richtlinien ein defensor civitatis einzuhalten hatte.

2. Quellenkritik

2.1 Inhalt

Kaiser und Augusti Valentinianus und Valens schreiben an den Prätorianerpräfekten Probus. Sie ordneten an, alle Plebs durch Patroni in der Diözese Illyricum vor dem verübten Unrecht der Mächtigen zu schützen. Der Prätorianerpräfekt wird aufgefordert geeignete Personen für diese Aufgabe zu finden. Sie sollten entweder an der Spitze einer Provinz stehen, als Advokaten tätig sein oder unter Hofbeamten gedient haben. Die Aufgabe auf keinen Fall erhalten sollen Personen, die unter seiner Eminenz oder einem Provinzstatthalter gedient haben.

Kaiser Valentinianus wollte außerdem eine Auflistung aller Personen haben, die diese Aufgabe übernehmen würden und wo sie dies täten.

2.2 Quellengattung

Bei dem Codex Theodosianus handelt es sich um eine historiographische Quelle. Kaiser Theodosius II. wollte damit eine Gesetzessammlung erstellen, welche als alleiniges Gesetzbuch im oströmischen Reich gelten sollte.[2]

2.3 Kritische Kommentare

2.3.1 Personenkommentar

Theodosius II. wurde wohl 401 n. Chr. geboren, da erwähnt wird dass er beim Tod seines Vaters, im Jahre 408 n. Chr., erst sieben Jahre alt war. Römischer Kaiser war er von 408 n. Chr. bis zu seinem Tode im Jahre 450 n. Chr. Seine Erziehung erfolgte nach den Grundsätzen der damaligen Zeit. Dabei spielte der aus Persien stammende Eunuch Antiochus eine große Rolle. Er wurde als sein Vormund und eine Art Erzieher ernannt und sollte dem jungen Augustus zur Seite stehen. Später wurde Pulcheria, die älteste Schwester Theodosius zur Augusta und leitete von da an alle Geschäfte. Sie beeinflusste ihren Bruder immer wieder. Insgesamt wurde er 18 mal Konsul. Im Jahre 450 n. Chr. starb er im Alter von 49 Jahren.[3]

Kaiser Valentinianus I., inschriftlich belegt als Cognomen des Marcus Aurelius Valentinian legatus Pannoniae inf. Er wurde im Jahr 321 n. Chr. geboren und starb 375 n. Chr. Von 364 n. Chr. bis 375 n. Chr. war er römischer Kaiser. Vor seiner Thronbesteigung kämpfte er im Heer im Auftrag von Constantius II. Da er sich bei Streitigkeiten zwischen Christen und Heiden auf die christliche Seite stellte, nannten ihn Autoren oft Confessor.[4] Sein jüngerer Bruder Valens[5], der 328 n. Chr. geboren wurde, wurde neben Valentinianus von 364 n. Chr. bis zum Tode Valens 378 n. Chr. Mitaugustus. Er verrichtete seinen Militärdienst unter Iulian, anschließend unter Iovian als protector domesticus in der kaiserlichen Garde.[6]

Der Prätorianerpräfekt Sextus Petronius Probus war 371 Konsul und wurde wiederholt zum Prätorianerpräfekt. Angeblich ging er dichterischen Tätigkeiten nach.[7]

Flavius Iovianus wurde 331 n. Chr. geboren war Konsul und römischer Kaiser von 363 n. Chr. bis 364 n. Chr. Am 01.01.364 n. Chr. trat er in Ankyra zusammen mit seinem Sohn Varronianus das Konsulat an. Er starb 364 n. Chr. an Kohlenvergiftung.[8]

Flavius Varronianus wurde 363 n. Chr. geboren. Er wurde im Todesjahr seines gleichnamigen Großvaters geboren. Er war gemeinsam mit seinem Vater 364 n. Chr. Konsul.[9]

2.3.2 Sachkommentar

= Agentes in rebus

Sie waren ursprünglich Meldereiter einer militärischen Einheit in unmittelbarer Nähe des römischen Kaisers. Später wurden sie auch zur Übermittlung kaiserlicher Anordnungen in die Provinzen eingesetzt und als Aufsichtspersonen der Reichspost. Außerdem wurden sie als so etwas wie Geheimpolizisten eingesetzt, um den Kaiser über Vorgänge in den Provinzen zu informieren.[10]

= Decurio

Führer einer Gruppe von zehn Legionären in der römischen Armee. Außerdem wurde mit Decurio im zivilen Bereich ein Gemeinderatsmitglied bezeichnet, welches auf Lebenszeit gewählt wurde.[11]

2.3.3 Ortskommentar

= Illyricum (eigentlich Illyrien genannt)

Eine römische Provinz von der Adria bis zur Morava im Osten bzw. bis zur Etsch im Westen. Kaiser Diokletian und Justinian I. kamen von dort. Viele römische Krieger kamen aus dieser Gegend.[12]

[...]


[1] Vgl. Jens-Uwe Krause: Spätantike Patronatsformen im Westen des Römischen Reiches. S. 68.

[2] Ingmar König: Die Spätantike. S. 95-96.

[3] Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Supplementband XIII., S. 961-1043.

[4] Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Bd. XIV,1. S. 2158-2204.

[5] Ein häufiger Soldatenname im 2. Jh.; aus dem 3. Jh. gibt es nur wenige datierte Inschriften. Es war wohl ein Cognomen.

[6] Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Bd. XIV,1. S.2097-2137.

[7] Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Bd. 45. S.56-57.

[8] Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Bd. XVIII,1. S.2006-2011.

[9] Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Bd. XIV,2. S. 416.

[10] www.wissen.de Link: siehe Literaturangaben

[11] Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft. Bd. IV,2. S. 2319.

[12] Meyers Konversations-Lexikon. Bd. 8. S.894-895.

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Details

Titel
Untersuchung der Quelle Städtische Selbstverwaltung
Untertitel
Einführung des Amtes des defensor civitatis Theodosius II. im Hinblick auf die Fragestellung: Hat der defensor civitatis noch andere Aufgaben außer dem Schutz der Plebs?
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Spätantike und Völkerwanderung
Note
2,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V173878
ISBN (eBook)
9783640941520
ISBN (Buch)
9783656521075
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
untersuchung, quelle, städtische, selbstverwaltung, einführung, amtes, theodosius, hinblick, fragestellung, aufgaben, schutz, plebs
Arbeit zitieren
Tamara Bretthauer (Autor), 2009, Untersuchung der Quelle Städtische Selbstverwaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/173878

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