Eine Umsetzung von handlungsorientiertem Unterricht im Fach Latein


Hausarbeit, 2011

12 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Handlungsorientierung als Unterrichtsprinzip
1.1. Definition
1.2. Notwendigkeit des hoU mit Blick auf das „Neue Kind“

2. Die Theorie des hoU in der lateinischen Fachdidaktik
2.1. Verfremdung durch aktive Rezeption
2.2. Das „Methodenensemble“ der Darstellung

3. Planung und Durchführung einer handlungsorientierten Unterrichtsstunde
3.1. Handlungsorientierte Gestaltung der Lektion 15, Felix(neu), Z. 7 – 19
3.2. Kritische Reflexion über den Verlauf der Stunde und Verbesserungsansätze

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

„Für die Seele dagegen ist erzwungenes Lernen nie von bleibendem Wert.“[1] Dieses Zitat des griechischen Philosophen Platon betont, dass schon zu allen Zeiten das Wissen, welches wir uns selbst aneignen, das Vergessen überdauert. Die Methode des handlungsorientierten Unterrichts zielt genau auf diese Art von Produktion ab. Bleibendes Wissen wird dadurch geschaffen, dass die Schüler selbst aktiv handeln müssen. Doch ist dieses Unterrichtsprinzip, dem schon die sogenannte Reformpädagogik den Anstoß gab[2], auch in „alten“ Fachgebieten wie Latein oder Griechisch, die über lange Zeit für den Frontalunterricht bekannt waren, anwendbar? Diese Arbeit, welche sich an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis bewegt, wird versuchen, für jene Frage eine Antwort anzubieten.

1. Handlungsorientierung als Unterrichtsprinzip

1.1. Definition

Zur genaueren Bestimmung des handlungsorientierten Unterrichts sei gesagt, dass dieser ein ganzheitlicher und schüleraktiver ist, „in dem die zwischen dem Lehrer und den Schülern vereinbarten Handlungsprodukte die Gestaltung des Unterrichtsprozesses leiten, sodass Kopf- und Handarbeit der Schüler in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander gebracht werden können.“ (Jank/Meier 2002, S.315). Ganzheitlich bedeutet in diesem Kontext, dass der Lernprozess mit allen Sinnen geschieht, somit also eine Ergänzung zum Frontalunterricht darstellt. Gerade in dieser, meist sehr „verkopften“ Unterrichtsart kommt die hier hervorgehobene Handarbeit zu kurz, die sich über lange Zeit (vgl. ebd., S. 317) in einer (ungerechtfertigten) Abwertung befand (vgl. Gudjons 2008, S.47f.). Die Praxis zeigt jedoch, dass gerade Wissen, welches durch eigene Handlungen (besonders auch durch Fehler) entstanden ist, im Gegensatz zu reiner Stoffvermittlung in Form eines Lehrervortrags dauerhafter im Gedächtnis bleibt. Durch diesen Umstand wird die „funktionale Verwandtschaft von Denken und Handeln betont“ (ebd. S.47f).

Einzugehen ist hier auch auf eine nähere Bestimmung des Handlungsbegriffs, da dieser im Laufe der Zeit eine breite Bedeutungsvielfalt erhalten hat.[3] Zu diesem Punkt wird die Auffassung G. Wölls aufgegriffen, der „Handeln“ beziehungsweise handelndes Lernen als „eine im Hinblick auf Zielsetzung und Thematik eines Handlungsvorhabens aus einem Verständigungsprozeß [sic!] zwischen Lernenden und Lehrenden erwachsene Auseinandersetzung mit der Situation“ (Wöll 2004, S. 25ff.) bezeichnet, damit also den Begriff eines „präskriptiven“ (Jank/Meier 2002, S. 316) Handelns beschreibt. Auf eine weitere Vertiefung des Handlungsbegriffs durch die moderne Psychologie wird im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter eingegangen werden.[4]

1.2. Notwendigkeit des hoU mit Blick auf das „Neue Kind“

Zwangsläufig stellt sich die Frage, warum ein solcher Unterricht überhaupt notwendig ist, beziehungsweise welche Umstände eine solche Unterrichtsart notwendig machen. Um einen Antwortansatz für diese Fragestellung zu finden, sei ein Blick auf die KIM-Studie 2010[5] geworfen, die sich mit dem Medienumgang von Kindern zwischen sechs und 13 Jahren beschäftigt. Nach deren Ergebnissen ist die Mediennutzung (hier am Beispiel von Internet) in diesem Altersbereich seit 2008 noch einmal angestiegen (43% sind mindestens einmal die Woche online, 2008 waren es noch 38%), was zeigt, dass die Medienkonfrontation im Alltag zunimmt. Man sollte jedoch davon absehen, die Heterogenität von Schülern in diesem Bereich zu vernachlässigen. Abstufungen sind hier natürlich genauso möglich wie im Leistungsvergleich. Dennoch ist es ein zunehmendes Phänomen des 21. Jahrhunderts, das die Medienkompetenz (besonders in Bezug auf die „neueren“ Medien wie z.B. Computer und Internet) stärker fordert als je zuvor. Der verantwortungsbewusste Umgang bei der Aneignung von Wissen, das nicht, wie noch zu früheren Zeiten, durch eigene Erfahrungen, sondern durch Konsumierung von ikonenartigen Darstellungen der Welt und zwischenmenschlicher Kommunikation geschieht (vgl. Gudjons 2008, S.14f.), muss zu einem zentralen Bestandteil der schulischen Erziehung werden, da die Erwartung, dass Schule die Kinder zu mündigen Staatsbürgern erziehen soll, nach wie vor Geltung besitzt.

[...]


[1] Nachzulesen in: Platon, Menon; die Diskussion befasst sich in einem imaginären Dialog mit der Beschaffenheit von wahrem Wissen.

[2] Vgl. hierzu den Grundsatz von H. Gaudig: „Es gilt, den Schüler aus dem Passivum in das Aktivum zu übersetzen!“, in: Handlungsorientierung für Praktiker, Schaube 1996, S. 4.

[3] W. Jank und H. Meier sprechen hier von einem „geradezu inflationäre[n] Gebrauch des Begriffs“ (Jank/Meier 2002, S. 315).

[4] Zur weiterführenden Vertiefung sei auf G. Dietrich (1984) sowie M. Imhoff (2011) verwiesen.

[5] Die Auswertung und die Bedeutung dieser Studie für Schule im Allgemeinen wird hier nur fragmentarisch benannt, da die Zielsetzung dieser Arbeit in eine andere Richtung läuft. Für vertiefende Ergebnisse vgl.: URL: http://www.mpfs.de/fileadmin/KIM-pdf10/KIM2010.pdf .

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Eine Umsetzung von handlungsorientiertem Unterricht im Fach Latein
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V174014
ISBN (eBook)
9783640943449
ISBN (Buch)
9783640943203
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommentar der Dozentin: Sorgfältig dargestellt und differenziert durchdacht!
Schlagworte
eine, umsetzung, unterricht, fach, latein, Handlung, Handlungsorientierung
Arbeit zitieren
Dominic Bärsch (Autor), 2011, Eine Umsetzung von handlungsorientiertem Unterricht im Fach Latein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174014

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