Begriff und Problematik der Erfassung der betrieblichen Wertschöpfung


Bachelorarbeit, 2011
36 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriff der betrieblichen Wertschöpfung
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Abgrenzung zum Begriff Wertschöpfung in der Volkswirtschaftslehre
2.3 Modelle zur Wertschöpfungsanalyse
2.3.1 Wertkette nach Porter
2.3.2 Wertshop nach Stabell/Fjeldstad
2.3.3 Wertnetz nach Thompson

3 Erfassung der betrieblichen Wertschöpfung
3.1 Wertschöpfungsrechnungen im Rahmen des Jahresabschlusses
3.1.1 Entstehungsrechnung
3.1.2 Verwendungs- / Verteilungsrechnung
3.2 Berechnungen im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung
3.2.1 Kostenartenrechnung
3.2.2 Kostenstellenrechnung
3.2.3 Prozesskostenrechnung

4 Problematik der Erfassung der betrieblichen Wertschöpfung.
4.1 Ansätze des Strategischen Managements
4.1.1 Market-based View
4.1.2 Relational View
4.1.3 Resource-based View
4.1.4 Knowledge-based View
4.1.5 Capability-based View
4.1.6 Ressourcenabhängigkeitsansatz
4.2 Synthetisierung der Ansätze
4.2.1 Synthetisierung des Market-based View und Resource-based View
4.2.2 Process-based View

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Übersicht der Entstehungs- und Verteilungsrechnung

Abbildung 2: Übersicht der Verwendungsrechnung

Abbildung 3: Wertkette

Abbildung 4: Wertshop

Abbildung 5: Wertnetz

Abbildung 6: Übersicht der Entstehungsrechnung

Abbildung 7: Übersicht der Verwendungs-/ Verteilungsrechnung

Abbildung 8: Wirkungskette des Market-based View

Abbildung 9: Wirkungskette des Resource-based View

Abbildung 10: Kombination der Wirkungsketten des Market-based View und des Resource-based View

Abbildung 11: Wirkungskette des Process-based View

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Der Begriff der Wertschöpfung ist in der wirtschaftswissenschaftlichen Li­teratur mit einer Vielzahl von verschiedenen Auslegungen und Kriterien belegt. Mit der Menge an unterschiedlichen Auslegungen im Rahmen der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre geht einher, dass viele verschiedene Möglichkeiten zur Erfassung von Wertschöpfung bestehen und aufgrund verschiedener Sichtweisen eine gewisse Problematik der Erfassung von Wertschöpfung entsteht. Ziel dieser Arbeit ist somit die wissenschaftlich fundierte Darstellung und Erläuterung des Begriffes und der Problematik der Erfassung der betrieblichen Wertschöpfung.

Im Folgenden wird der Aufbau der vorliegenden Arbeit erläutert. Die Arbeit gliedert sich in fünf Kapitel. Kapitel 1 dient der kurzen Einführung in die Thematik bzw. Problemstellung und gibt einen Überblick über die inhaltli­che Vorgehensweise dieser Arbeit.

Die Kapitel 2 bis 4 stellen den Kern der Arbeit dar. In Kapitel 2 wird auf den allgemeinen Begriff der betrieblichen Wertschöpfung eingegangen. Nach der Begriffsdefinition der betrieblichen Wertschöpfung erfolgt eine begriffliche Abgrenzung zur „Wertschöpfung" in der Volkswirtschaftlehre. Im Anschluss daran wird ein Überblick über die Modelle der Wertschöp­fungsanalyse gegeben: die Wertkette nach Porter, der Wertshop nach Stabell/Fjeldstad und das Wertnetz nach Thompson.

In Kapitel 3 werden die Methoden zur Erfassung der betrieblichen Wert­schöpfung aufgezeigt. Zum einen beinhaltet das Kapitel die verschiedenen Wertschöpfungsrechnungen im Rahmen des Jahresabschlusses des ex­ternen Rechnungswesens: die Entstehungs- und die Verwendungs- bzw. Verteilungsrechnung. Zum anderen werden die Berechnungen der Kos­ten- und Leistungsrechnung, die seitens des internen Rechnungswesens durchgeführt werden, zugrunde gelegt. Hier werden die Kostenarten-, Kostenstellen- und Prozesskostenrechnung unterschieden.

In Kapitel 4 wird die Problematik der Erfassung der betrieblichen Wert­schöpfung in den Mittelpunkt gerückt. Die innen- und aussenorientierten Ansätze des Market-based View, Relational View, Resource-based View, Knowledge-based View, Capability-based View sowie der Ressourcenab­hängigkeit werden erörtert. Im Anschluss daran erfolgen die Synthetisie­rung der Market-based View und Resource-based View sowie die Kombi­nation von Merkmalen der innen- und außenorientierten Ansätze im Rah­men des Process-based View.

Im abschließenden Kapitel 5 wird ein Resume gezogen und ausgehend von dem für diese Arbeit definierten Ziel die gewonnenen Ergebnisse zu- sammengefasst.

2 Begriff der betrieblichen

2.1 Begriffsdefinition

Im klassischen betriebswirtschaftlichen Sinne versteht man unter dem Be­griff der betrieblichen Wertschöpfung jegliche Eigenleistung bzw. produkti­ve Tätigkeit, bei der im Betrieb Werte geschaffen werden bzw. bei der den von anderen Betrieben übernommenen Wirtschaftsleistungen ein Wert hinzugefügt wird (vgl. Wunderer/Jaritz 2007, S. 35). Somit ist Wertschöp­fung „nicht der Prozess des Schaffens von Werten" (Wunderer/Jaritz 2007, S. 35), sondern das Ergebnis, welches durch diesen Prozess erreicht wird. Man kann auch von einem Mehrwert sprechen, den ein Betrieb durch den Transformationsprozess von Inputfaktoren zu Outputfaktoren schafft. Das Ziel jeder wirtschaftlichen Tätigkeit eines Unternehmens sollte das Errei­chen einer höchstmöglichen betrieblichen Wertschöpfung sein. Dies be­gründet sich damit, dass ein Unternehmen nur langfristig am Markt über­leben kann, wenn der erwirtschaftete Wert (Output) die Kosten der Erzeu­gung (Input) dieses Wertes übersteigt (vgl. Wunderer/Jaritz 2007, S. 40 zitiert nach Porter 1989, S. 59-92). Sollte der Wert des Inputs dauerhaft den Wert des Outputs eines Unternehmens überschreiten, könnte dies für einen Betrieb substanzgefährdend sein.

Die Erfassung der betrieblichen Wertschöpfung ist anhand unterschiedli­cher Berechnungsmethoden möglich (siehe Kapitel 3). Die ermittelten Wertgrößen dieser Berechnungsmethoden sind ein relativ objektiver Maß­stab für die Leistungskraft eines Unternehmens als Glied einer Volkswirt­schaft. Der Wertzuwachs, der im Rahmen von betrieblicher Wertschöp­fung entsteht und seitens des externen Rechnungswesens basierend auf gesetzlichen Vorschriften erfasst wird, ist mit dem Beitrag eines Unter­nehmens zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) identisch. Die Berechnungen des internen Rechnungswesens dienen eher der Planung und Kontrolle der Unternehmenstätigkeiten und -prozesse mit dem Ziel der Maximierung der Wertschöpfung.

Problematisch an dem Begriff „betriebliche Wertschöpfung" und seiner Analyse ist das unternehmensweite und unternehmensbereichsbezogene Aggregationsniveau, das keine bzw. nur schwer Aussagen über den Wert­schöpfungsbeitrag jeder einzelnen Unternehmensfunktion ermöglicht (vgl. Wunderer/Jaritz 2007, S. 39). Unter dem Begriff Aggregationsniveau ver­steht man den Grad der Zusammenfassung von Einheiten oder Merkma­len. Auf diese Problematik wird detaillierter in Kapitel 4 eingegangen.

2.2 Abgrenzung zum Begriff Wertschöpfung in der Volks­wirtschaftslehre

Der Begriff Wertschöpfung findet sowohl in der Betriebswirtschaftslehre als auch in der Volkswirtschaftslehre (VWL) Verwendung. Letzterer Teilbe­reich der Wirtschaftswissenschaften behandelt eine Volkswirtschaft als Ganzes gleichsam wie einen einzigen Betrieb, wobei die volkswirtschaftli­che Gesamtrechnung eine Art gesamtwirtschaftliches Rechnungswesen darstellt (vgl. Woll 2007, S. 318). Im Rahmen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wird die Wertschöpfung einer Volkswirtschaft, gemessen am Volkseinkommen oder BIP, für einen bestimmten Zeitraum erfasst (vgl. Woll 2007, S. 317). Wertschöpfung bezeichnet den Wert, der in produzie­renden Einheiten den Vorleistungen durch die Abgabe von Leistungen und Nutzungen der Bestandsfaktoren hinzugefügt wird. In der Sozialprodukt­rechnung heißt die Wertschöpfung Bruttowertschöpfung.

Die Messung der Wertschöpfung ergibt ein wirklichkeitsnahes Gesamtbild über das Ergebnis des wirtschaftlichen Geschehens (vgl. Woll 2007, S. 317). Erfasst wird die Wertschöpfung an drei Messstellen: „bei der Produk­tion, bei der Entlohnung der Produktionsfaktoren und beim Verbrauch" (Woll 2007, S. 319). Zu beachten ist, dass erst der Bezug auf eine be­stimmte Zeitperiode der quantitativen Angabe der Wertschöpfung eine Bedeutung gibt. Mit Hilfe der Messstellen erhält man Daten, die Auf- schluss über die Struktur des Volkseinkommens bei seiner Entstehung, Verteilung und Verwendung geben (vgl. Woll 2007, S. 319).

In der Entstehungsrechnung ergibt die Summe der Bruttowertschöpfung der produzierenden Einheiten einer Volkswirtschaft, nach Bereinigung um die unterstellten Bankdienstleistungen und nach Addition der nichtabzieh- baren Umsatzsteuer und der Einfuhrabgaben, das Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen (vgl. Wunderer/Jaritz 2007, S.31). Die Nettowertschöpfung berechnet sich durch Abzug der Abschreibungen und Produktionssteuern. In der Verteilungsrechnung hingegen wird die Nettowertschöpfung aus den Einkommen aus unselbstständiger Arbeit und aus Einkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen ermittelt. In Abbildung 1 wird eine Übersicht zur Entstehungs- und Verteilungsrechnung gegeben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Übersicht der Entstehungs- und Verteilungsrechnung

(Quelle: vgl. Wunderer/Jaritz 2007, S. 32 zitiert nach vgl. Haller 1997, S. 91 ff.)

Die Verwendungsrechnung ist ein Nachweis der Ausgabenrichtungen des BIPs. Es werden vier Verwendungszwecke unterschieden: privater Ver­brauch, Staatsverbrauch, Investitionen und Außenbeitrag (vgl. Woll 2007, Seite 324). In Abbildung 2 wird eine Übersicht zur Verwendungsrechnung dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Übersicht der Verwendungsrechnung (Quelle: vgl. Woll 2007, S. 327)

2.3 Modelle zur Wertschöpfungsanalyse

Um über geeignete Informationsgrundlagen für die Planung von Unter­nehmensaktivitäten zu verfügen, ist es notwendig, umfassende Analysen der betrieblichen Wertschöpfungsprozesse und der dahinter stehenden Wertschöpfungsaktivitäten durchzuführen (vgl. Bruhn/Stauss 2007, S. 31). Diese Analysen gehören zu den zentralen Aufgaben des Strategischen Managements, auf das im Verlauf dieser Arbeit genauer eingegangen wird (siehe 0).

In der Literatur haben sich drei grundlegende Modelle zur Wertschöp­fungsanalyse herauskristallisiert (vgl. Bruhn/Stauss 2007, S. 32 zitiert nach Thompson 1967; Stabell/Fjeldstad 1998). Das erste Modell, die Wertkette nach Porter, legt der Wertschöpfung die betriebliche Transfor­mation von Input- in Outputfaktoren zugrunde. Das zweite Modell, der Wertshop nach Stabell/Fjeldstad, stellt die Wertschöpfung durch Problem­lösung dar. Das Wertnetz nach Thompson bildet als drittes Modell die Wertschöpfung durch die Übernahme einer Intermediärfunktion, d. h. Vermittlungsfunktion, ab. Die drei Modelle werden umfassend in den fol­genden Unterpunkten dieses Kapitels erläutert.

Seitens der strategischen Analyse und Planung bleibt letztlich die Frage offen, „[...] ob die in der wirtschaftlichen Realität ablaufenden Wertschöp­fungsprozesse tatsächlich Logik und Struktur aufweisen, wie sie in den Modellen der Wertkette, des Wertshops und des Wertnetzes postuliert werden" (Bruhn/Stauss 2007, S. 32). Somit sind die beschriebenen theo­retischen Analyseinstrumente von Wertschöpfungskonfigurationen bezüg­lich ihrer Anwendbarkeit in der unternehmerischen Praxis eher kritisch zu betrachten (vgl. Bruhn/Stauss 2007, S. 32).

[...]

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Begriff und Problematik der Erfassung der betrieblichen Wertschöpfung
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)  (BWL)
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
36
Katalognummer
V174207
ISBN (eBook)
9783640945795
ISBN (Buch)
9783640946112
Dateigröße
908 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wertschöpfung, BWL, VWL, Bachelor, FH, betrieblich, Thesis, betriebliche Wertschöpfung
Arbeit zitieren
Karen Baulig (Autor), 2011, Begriff und Problematik der Erfassung der betrieblichen Wertschöpfung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174207

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