Afrika und Menschenrechte


Hausarbeit (Hauptseminar), 1999
13 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Kontinent Afrika

3. Menschenrechte
3.1. Menschenrechte in Afrika
3.2. Maßnahmen zum Schutz der Menschenrechte in Afrika
3.2.1. Politische Konditionalisierung
3.2.2. Die „Wiener Weltmenschenrechtskonferenz“

4. Die Menschenrechtsorganisation „amnesty international“ 10
4.1. Gründung und Arbeit
4.2. Erfolge von amnesty international

5. Schlußbetrachtung

6. Verwendete Literatur

1. Einleitung

Die Mißachtung der Menschenrechte ist in Afrika ein Auslöser für Konflikte und eine Ursache der afrikanischen Krise. Bei einer Untersuchung der Entwicklung Afrikas fallen häufig Menschenrechtsverletzungen in den Blick der Betrachtung, da sie in Afrika zu einem Massenphänomen geworden sind. Für dauerhaften Frieden, Entwicklung und Stabilität ist die Achtung der Menschenrechte und die Wahrung der Rechtsstaatlichkeit eine Grundvoraussetzung.

In der vorliegenden Seminararbeit soll die Bedeutung der Menschenrechte in und für Afrika untersucht werden. Zur Eingrenzung des großen Themenkomplexes soll die Einführung der Menschenrechte in Afrika Kern der Ausarbeitung sein. Dabei soll untersucht werden, welchen Einfluß Entwicklungspolitik auf die Achtung der Menschenrechte in Afrika hat.

Zum besseren Verständnis der afrikanischen Krise wird ein kurzer Einblick in ihre Ursachen erfolgen. Im Anschluß soll herausgestellt werden, mit welchen Maßnahmen die Achtung der Menschenrechte in Afrika schrittweise eingefordert wurde.

Mit der Vorstellung der bekanntesten Menschenrechtsorganisation „amnesty international“ soll verdeutlicht werden, daß die Achtung der Menschenrechte in Afrika keine Selbstverständlichkeit ist.

In einer kurzen Schlußbetrachtung wird das Ergebnis der Untersuchungen im Hinblick auf eine zukünftige Entwicklung zusammengefaßt werden.

2. Der Kontinent Afrika

Der heterogene Kontinent Afrika wird mit einer Gesamtfläche von 30,3 Millionen Quadratkilometern häufig grob in die Teile Nordafrika und Afrika südlich der Sahara gegliedert. In den 51 zu einem großen Teil künstlichen Staaten Afrikas leben je nach Klassifikation 1.000 bis 1.500 unterschiedliche Völker, die mehr als 1. 000 Sprachen sprechen. Afrika hat verglichen mit anderen Erdteilen das höchste Bevölkerungswachstum. In der ersten Hälfte der 90er Jahre nahm die Zahl der Afrikaner jährlich um 2,7 Prozent zu.[1] Selbst bei sinkender Kinderzahl pro Familie wird die afrikanische Bevölkerung in den nächsten Jahren ein hohes Wachstum verzeichnen, da jedes Jahr eine größere Zahl Jugendlicher in das fortpflanzungs- und heiratsfähige Alter kommt. Dieser Effekt läßt erst nach, wenn sich die geringeren Geburtenzahlen der letzten Jahre auf die Zahl potentieller Eltern auswirken.[2]

Krisen, zu denen Hungerkatastrophen, Bildungsnotstand und vor allem Menschenrechtsverletzungen zählen, werden in Afrika zum einen durch das stetige Wachstum der Bevölkerung in Ermangelung ausreichender Lebensmittel bedingt, aber auch durch die hohe Zahl langandauernder Bürgerkriege. In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich um „vergessene Kriege“, die außerhalb Afrikas nur ganz am Rande zur Kenntnis genommen werden. Dadurch besteht zunehmend die Gefahr „eines völligen äußeren Desinteresses an rein internen afrikanischen Kriegen und des „Sich-selbst-Überlassens“ der lokalen Konfliktparteien.“[3] Als Folge zahlreicher Bürgerkriege gilt Afrika im internationalen Vergleich als „Kontinent der Flüchtlinge“. Die Kriege, in erster Linie Bürgerkriege, stellen ein wichtiges Element der wesentlich komplexeren allgemeinen Entwicklungskrise Afrikas dar, auf die hier jedoch unter Berücksichtigung des Themas nicht näher eingegangen werden kann.

3. Menschenrechte

Wenn man von Menschenrechten im afrikanischen Kontext spricht, so muß man berücksichtigen, daß die Vorkämpfer der Menschenrechte im 18. und 19. Jahrhundert den größten Wert auf politische Rechte legten. Nach der Kolonialisierung und Erlangung afrikanischer Unabhängigkeit gelten die Rechte, die in internationalen Menschenrechtskatalogen niedergelegt sind, als gleichwertig und eng miteinander verbunden.[4] Der afrikanische Autor Ofosu Amaah schreibt:

„Menschenrechte sind Definitionen für die Bedingungen, unter denen ein Leben erst erträglich und lebenswert wird. [...] Menschenrechte können nicht für alle Menschen an allen Orten zu allen Zeiten gleichzeitig und in gleicher Weise gelten. [...] Die Rechte müssen also jeweils in ihrem sozialen Kontext gesehen werden.“[5]

1948 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die ‘Allgemeine Erklärung der Menschenrechte’, um den „Schutz von grundlegenden und unveräußerlichen Rechten eines jeden Menschen [...] als Aufgabe der internationalen Gemeinschaft“ zu definieren.[6] Die Präambel der Charta der Vereinten Nationen bekräftigt den „Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit, an die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von allen Nationen“.[7] Die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ umfaßt bürgerliche und politische Abwehrrechte sowie wirtschaftliche und soziale Anspruchsrechte. Im Jahre 1966 wurde ein Zivilpakt für bürgerliche und politische Rechte verabschiedet: „Der »Zivilpakt« umfaßt primär Rechte, die der Sicherung der individuellen menschlichen Existenz dienen [...]. Hinzu kommen Rechte der Entfaltungsfreiheit des einzelnen in der Gesellschaft [...] und Rechte politischer Mitwirkung im Staat [...].“[8] Für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte wurde entsprechend ein Sozialpakt geschlossen:

„Der »Sozialpakt« umfaßt das Recht auf Arbeit, auf Bildung von Gewerkschaften und auf soziale Sicherheit. Hinzu kommen das Recht auf ausreichende Ernährung, Bekleidung und Wohnung sowie Gesundheitsfürsorge, wie auch das Recht auf Bildung und Teilnahme am kulturellen Leben.“[9]

[...]


[1] Aktuellen Schätzungen zufolge verringerte sich dieses Tempo bereits seit Ende der 80er Jahre. Als Ursache werden gesunkene Geburtenziffern in Nordafrika und im subsaharischen Afrika genannt.

[2] Vgl. OPITZ, Peter J. (Hrsg.): Grundprobleme der Entwicklungsregionen. Der Süden an der Schwelle zum 21. Jahrhundert. München, 1997, Seite 121.

[3] Hofmeier, Rolf und Matthies, Volker (Hrsg.): Vergessene Kriege in Afrika. Göttingen, 1992, S. 12.

[4] Vgl. Cwienk, Dieter: Lernen von Afrika. Wuppertal, 1982, S. 48.

[5] Ebd., S. 47.

[6] Vgl. Kuschnerus, Tim: Zum Beispiel Menschenrechte. Göttingen, 1994, S. 57.

[7] Auswärtiges Amt, Referat Öffentlichkeitsarbeit (Hrsg.): Menschenrechte in der Welt. Konventionen, Erklärungen, Perspektiven. Bonn, 1985, S. 15.

[8] Ebd., S. 58.

[9] Ebd.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Afrika und Menschenrechte
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Institut für Politische Wissenschaft)
Veranstaltung
Afrika an der Schwelle des 21. Jahrhunderts
Autor
Jahr
1999
Seiten
13
Katalognummer
V174396
ISBN (eBook)
9783640948543
ISBN (Buch)
9783640948321
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Afrika, Menschenrechte, Amnesty International, Entwicklungspolitik, Politik, Außenpolitik
Arbeit zitieren
Sonja Heinen (Autor), 1999, Afrika und Menschenrechte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174396

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