Wolfgang Ratke - Analyse der Argumente seiner Kritiker


Hausarbeit, 2011

25 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführende Gedanken zu W. Ratke und seiner Didaktik

2 Rekonstruktion der Ratke'schen Lehrmethode

3 Die Argumente seiner Kritiker an seinem Vorgehen
3.1 Analyse der Kritiker-Argumente
3.2 Validität der Kritiker-Argumente aus heutiger Sicht

4 Reflexion zu dieser Studienarbeit

5 Literaturverzeichnis

1 Einführende Gedanken zu W. Ratke und seiner Didaktik

Wolfgang Ratke, auch als Wolfgang Ratichius bekannt geworden, wurde 1571 in Wilster geboren. Er setzte sich für die Reformierung des Sprachunterrichts, des Schulwesens und des gesellschaftlichen Lebens ein. Im April 1618 reformierte er den Schulunterricht in Köthen. Aufgrund von Verleumdungen wurde er allerdings ein Jahr später verhaftet; jedoch 1620 wieder entlassen und des Landes verwiesen. Anschließend versuchte er in Magdeburg seine didaktischen Pläne zu verwirklichen. Deren Umsetzung brachte ebenfalls nicht den gewünschten Erfolg, zumal Ratke abermals in theologische Streitigkeiten verwickelt wurde. In den folgenden Jahren konnte Wolfgang Ratke seine Studien, speziell an einer umfassenden deutschsprachigen Enzyklopädie, fortsetzen. Im Jahr 1635 starb er und wurde in der Barfüßerkirche zu Erfurt beigesetzt (Hohendorf, 1963, S. 85 f.).

Bei der Betrachtung der Ratke'schen Lehrmethode und seiner Person selbst kommen folgende Fragen auf:

Handelt es sich hierbei um einen verkannten Idealisten seiner Zeit?

Waren seine didaktischen Ansätze zu revolutionär für das barocke Zeitalter?

Oder wären seine Ansätze vielleicht angemessener betrachtet und überdacht worden, wenn er seine persönliche, 'eigenbrötlerische Art', zeitgemäßer angepasst hätte?

Vergleichend dazu sei auf folgende Textstelle verwiesen:

„Und gewiß haben die Hauptgründe, weßhalb selbst das Gute und Vortreffliche, was seine Methodik hatte, an allen Orten, in denen er mit derselben hervortrat, verkannt und er selbst verfolgt wurde, nicht bloß in der Vorliebe Anderer für das Alte und Hergebrachte, nicht bloß in dem Haß der Reformierten gegen die Lutheraner, sondern auch vornehmlich in seiner Geheimniskrämerei, seinem Eigensinne und seiner Unverträglichkeit gelegen.“ (Niemeyer, 1840, S. 5)[1]

Möglicherweise waren seine neuen Lehransätze tatsächlich zu modern und könnten erst im Licht des heutigen Zeitgeistes die entsprechende Anerkennung finden. Die

Stadt seines damaligen Wirkungskreises, Köthen, würdigt ihn aktuell mit vier Zeilen im 'World-Wide-Web' (vgl. hierzu Stadt Köthen, o.J.).

Dabei wird seine Didaktik auch im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen in der Erwachsenenbildung; speziell der Temporalität, diskutiert und reflektiert. So könnte Wolfgang Ratke als ein Verfechter der Langsamkeit und in Anlehnung an diesen Aspekt, als Befürworter der Kompetenz des 'Lassen-Könnens' ausgelegt werden (vgl. Dörpinghaus, o.J.; sowie Schäffter, 1998, S. 16 f.) können.

Diese Studienarbeit versucht zunächst seine didaktischen Methoden zu rekonstruieren und darzustellen. Anschließend wird sich der Argumente seiner damaligen Kritiker gewidmet. Hierbei erfolgt zunächst eine zusammenfassende Darstellung der Kritikpunkte. Anschließend werden exemplarisch einzelne Aspekte einer detaillierten Analyse unterzogen. Ebenso wird betrachtet, inwieweit die Kritikpunkte heutzutage noch überprüfbar sind. Abschließend erfolgt eine Reflexion der hier aufgezeigten Rekonstruktions- und Analysearbeit.

2 Rekonstruktion der Ratke'schen Lehrmethode

Umfassend betrachtet schien Wolfgang Ratke ein Idealist gewesen zu sein bzw. sich zumindest sehr hohe Ziele mit seiner Didaktik gesetzt zu haben. Dieser Eindruck entsteht aufgrund der Ausführungen von Stötzner in den Ratianischen Schriften (vgl. hierzu Stötzner, 1893). Ebenso stützt folgendes Zitat von Niemeyer diese Annahme:

„Er [Wolfgang Ratke, K.E.] hatte an die Ausbildung einer besondern Methodik des Unterrichts in den Sprachen, wie in allen Schul- und Universitäts-Disciplinen seine Kraft, sein Leben gesetzt; er war für die Resultate seiner Studien begeistert und sah in ihrer Verwirklichung, gerade wie die Theologen und Philosophen in ihrem Glauben und ihrer Philosophie, den einzigen Weg zum Heil für die Menschheit.“ (Niemeyer, 1843, S. 6)

Im Speziellen war seine Didaktik von folgenden Aspekten gekennzeichnet:

In den Ratianischen Schriften II. wird von einer allgemeinen Schulpflicht gesprochen. Diese galt sowohl für Jungen, als auch für Mädchen (Stötzner, 1893, S. 23). Gemäß Ratkes Ausführungen lässt sich schlussfolgern, dass er damit der christlichen Bevölkerung das gleiche Bildungsniveau zukommen lassen wollte, wie es schon den

Juden zu Teil geworden war. Betreffs eines speziellen Alters ab dem diese Schulpflicht durchgesetzt werden sollte, erfolgen keine weiteren Ausführungen von Wolfgang Ratke.

„Alle Jugent, keins außgenommen, soll zur Schulen gehalten werden. Und wenn sie schon nicht mehr als lesen und schreiben lernen solte. Denn können die Jüden das thun, daß alle Knaben und Mägdelein den ihnen Hebreisch lesen und schreiben lernen, zum wenigsten, daß sie ihre Gebet können lesen, wie viel mehr gebührt es uns Christen zu thun?“ (Stötzner, 1893, S. 23)

Die Unterrichtsstunden wurden dabei stets mit einem Gebet begonnen (Stötzner 1893, S. 11). Dementsprechend war die heilige Schrift auch Inhalt des Unterrichts (Stötzner, 1893, S. 25).

Die Zuchtstrafe durch den Lehrer wurde abgelehnt; wird aber in den Ratianischen Schriften nicht explizit verboten. Die Aufgabe des Lehrers beschränkt sich einzig auf das Lehren (Stötzner, 1893, S. 23). Trotz dieser Festlegung finden sich die Begriffe 'Schulzucht' sowie 'Hauszucht' auf den folgenden Seiten wieder. Inwiefern sich diese ausprägen, wird nicht dargestellt. Es wird hierzu erläutert, dass ebenso die Eltern einen Beitrag zur Erziehung bzw. zur ganzheitlichen Bildung ihrer Kinder leisten müssen. Deren Erziehungsmethoden sollen dabei mit denen der Lehrer übereinstimmen (Stötzner, 1893, S. 24). Wolfgang Ratke sprach sich dabei für einen gewaltfreien und ungezwungenen Lernprozess seiner Schüler aus.

„[...] denn alles widernatürliches und gewalthetiges oder gezwungenes lehren und lernen ist schädlich und schwecht die Natur.“ (Stötzner, 1893, S. 11)

Während der gesamten Ausbildung seiner Schüler legte Wolfgang Ratke großen Wert auf einen positiv-bestärkenden und menschlichen Umgang. Der Lehrer galt zwar als hierarchisch höher gestellt, sollte aber dennoch in Liebe und Ehre der Schüler gehalten werden (Stötzner, 1893, S. 14)

„So ist der menschliche Verstand also beschaffen, daß er mit Lust muß fassen was er behalten soll […]“ (Stötzner, 1893, S. 13)

Dieses Zitat, mit welchem Wolfgang Ratke für die Gewaltfreiheit seiner Lehrmethode plädiert, gestaltet ebenfalls eine passende Überleitung zu einem weiteren methodischen Prinzip. Dieses besagt, dass Nichts auswendig gelernt werden soll (Stötzner, 1893, S. 14). Für Ratke ist das Auswendig-Lernen mit einer Gewalttat am Verstand gleich zu setzen.

„Denn weil der Verstand muß an die Wort gebunden sehn, hat er nicht Raum einem Dinge recht nachzusinnen.“ (Stötzner, 1893, S. 14)

Diese Betrachtungsweise lässt sich noch widerspruchsfrei auf den Unterricht in der Muttersprache anwenden. Jedoch drängt sich die Frage auf, inwieweit das Erlernen einer Fremdsprache ohne das Auswendig-Lernen von Vokabeln möglich ist. Gesetz dem Fall, dass hierbei allein die Muttersprache an sich Unterrichtsinhalt gewesen ist, wäre damit im Sinne Ratkes Anforderungen an die 'Gewaltfreiheit des Verstandes' gerecht geworden. Jedoch würde der logische Schluss des letzten Zitats sich z.B. mit dem Studieren einer griechischen Bibel nicht vereinbaren lassen. Ferner ließe sich auch Fragen, inwieweit diese Sichtweise mit Ratkes Prinzip der Wiederholung (siehe Seite 8) zu vereinbaren wäre.

Im Sinne der gegenseitigen Achtung und des respektvollen Umgangs mit den Schülern räumte Ratke diesen auch ein 'Stimmrecht' ein.

„Dem Lehr Jungen gebührt zuzuhören und still zu schweigen.“ (Stötzner, 1893, S. 20)

Hierbei handelt es sich um ein wechselseitig wirkendes Prinzip. So soll auch der Schüler schweigen, wenn der Lehrer sprich. Solange der Unterrichtsstoff nicht hinreichend behandelt wurde, ist der Schüler auch nicht zu Worte zu zwingen. Andererseits hat der Schüler nur zu sprechen und schreiben, wenn er dazu aufgefordert wird (Stötzner, 1893, S. 21).

Den Lernprozess der Schüler beschränkte Wolfgang Ratke dabei auf den Unterricht im schulischen Kontext. So wurden z.B. keine Hausaufgaben erteilt. Ratke befürchtet, dass sich die Schüler hierbei falsche Inhalte; speziell z.B. Vokabeln, aneignen

könnten. Dabei ging Ratke weiterhin davon aus, dass ein Verlernen mit mehr Aufwand bzw. Anstrengung verbunden wäre, als ein Neulernen von Inhalten (Stötzner, 1893, S. 22)

„Der Lehr Junge soll nichts daheim für sich selbst widerholen oder von neuen lernen. […] Es ist schwerer etwas unrechts sich abgewehren, als an etwas guts sich zugewehnen.“ (Stötzner, 1893, S. 22)

Ein weiterer maßgebender Punkt in Wolfgang Ratkes Schulunterricht ist die stark differenzierte Sprachlehre, welche sich vom Deutschen (Niemeyer, 1843, S. 13) bis ins Latein erstreckt. Die Einführung in die Sprachlehre fand stets in der Muttersprache statt. Grund dafür war, dass sich die Schüler hier zunächst auf den Inhalt des Faches konzentrieren sollten. Die Fremdsprache zu Unterrichtsbeginn bzw. -einführung hätte seiner Auffassung nach zur Überlastung der Schüler geführt.

„Alles zu erst in der Mutter Sprach. Denn in der Mutter Sprach ist der Vortheil, daß der Lehr Jünger nur auff die Sache zugedenken hat, die er lernen soll und darff sich nichts weiters mit der Sprach bemühen.“ (Stötzner, 1893, S. 12)

Ratke ging dabei von Deutsch als Muttersprache aus (Stötzner, 1893, S. 12). Somit fand implizit und möglicherweise unbewusst auch eine Selektion der Schüler statt. Fremdsprachige Migranten hätten dementsprechend mit erhöhten Lernanforderungen zurecht kommen müssen.

Während des Sprachunterrichts sollte jeweils nur ein Lehrer eine Sprache unterrichten (Stötzner, 1893, S. 23 f.). Als erste Fremdsprache wurde nach Ratkes Didaktik Hebräisch gelehrt. Aufgrund der Sprachverwandtschaft fand im Folgenden eine Unterweisung in Hebräisch, Ghaldeisch, Syrisch und Arabisch statt. Waren diese Sprache abgehandelt, schlossen sich noch Griechisch und Latein an. Die genannten Sprachen sind ebenso in dieser Reihenfolge zu unterrichten (Stötzner, 1893, S. 13).

„Keine Sprach soll ehe gelehret werden, biß man erst die Sachen, so in solcher Sprach soll gehandelt werden in der Mutter Sprach recht gelernet und gefasset habe.“ (Stötzner, 1893, S. 19)

Trotz der Tatsache, dass sich unter diesem Sprachrepertoire einige 'tote Sprachen'; sprich Schriftsprachen, befinden, legte Wolfgang Ratke fest, dass auch diese in der Aussprache von den Schülern beherrscht werden sollten (Stötzner, 1893, S. 25).

Betreffs der Sprachlehre legte Wolfgang Ratke weiterhin fest, dass zu jeder Sprache nur ein Autor rezitiert wird. Dementsprechend erfolgt die Sprachlehre auch nicht auf Grundlage der jeweiligen Grammatik, sondern jeweils auf Grundlage des Autorentextes (Stötzner, 1893, S. 17 f.).

Dieses Kriterium lehnt sich an einen weiteren Grundsatz Ratkes an. Dieser besagt, dass jeweils nur ein Themengebiet auf einmal abgehandelt wird. Weiterhin legte Ratke großen Wert auf den Einsatz von Wiederholungen (Stötzner, 1893, S. 11).

Die Schüler sollten auf Grundlage dieser Wiederholungen eine kognitive Vorstellung der jeweiligen Sprache entwickeln. Dies stellt nach Ratke eine Lernhilfe für die später folgende Grammatiklehre dar (Stötzner, 1893, S. 18). Vorstellbar wäre hierbei, dass Ratke das Ziel verfolgte, die Schüler eine Art 'Sprachgefühl' entwickeln zu lassen. Vergleichbar mit dem Phänomen, dass einem die korrekte Schreibweise eines Wortes entfallen ist, dessen Niederschrift aber letztlich Aufschluss gibt. Das geschriebene Wort kann quasi besser eingeschätzt werden, als das kognitiv repräsentierte Wort.

Als Besonderheit der Ratkeschen Didaktik zeichnet sich weiterhin auch aus, dass der Katechismus in zwei Sprachen gelehrt wurde (Stötzner, 1893, S. 10).

„Diß henget alles am vorigen. Denn dadurch, daß der Autor stets getrieben wird und die paradigmata auch hernach getrieben werden und ein Ding an vielen Orten offt wiederholet wird, schaffet der Verstand ihme selbst eine Ideam, und merket jene Regeln ohn alle Mühe, ehe er von Grammatic recht höret.“ (Stötzner, 1893, S. 18)

Kurz umrissen differenziert sich die Grammatik bzw. Sprachlehre in die Komponenten der Wortschreibung, Wortsprechung, Wortforschung und Wortfügung (Stötzner,

1893, S. 127)[2]. Erst wenn die Schüler die Grammatik der jeweiligen Sprache beherrschten, erfolgte der Einsatz von Übungen (Stötzner, 1893, S. 25).

Wolfgang Ratke führte auch sogenannte „Quickstunden“ (Stötzner, 1893, S. 8); sprich Pausen, ein. Diese wurden allerdings von den Schülern schlecht angenommen bzw. zweckentfremdet. Möglicherweise erkannten die Schüler nicht den Sinn der Pausen, falls ihnen dieser nicht erklärt wurde. Es stellt sich an dieser Stelle die Frage, ob ein sinnvolles pädagogisches Instrumentarium in der Konzeption zwar angemessen geplant war, aber in der Umsetzung scheiterte.

„So hatten die 'Quickstunden', die zwischen die einzelnen Lektionen eingeschoben werden sollten, bald Aergernis erregt, da die Schüler dieselben nur zu Unarten missbrauchten; [...]“ (Stötzner, 1893, S. 8)

Eine Pause sollte dabei nach jeder Schulstunde statt finden (Stötzner, 1893, S. 15).

Im Zuge seiner Didaktik führte Wolfgang Ratke auch neue didaktische Materialien; z.B. große Lesetafeln und Buchstabentäfelchen, ein. Das Lesen und Schreiben erfolgte ebenfalls gemäß einer reformierten Methodik. Beide grundlegenden Kompetenzen wurden in Kombination gelehrt. Die Grammatiken der unterschiedlichen Sprachen wurde vereinheitlicht (Niemeyer, 1843, S. 13).

„Ich bin weit entfernt, sie [die Methodik Ratkes, K.E.] durchaus zu verwerfen, ich erkenne vielmehr viele von den Grundgedanken, die den alten Didaktiker bei ihrer Ausstellung geleitet, als vollkommen richtig an; ich billige namentlich den Vorschlag, die Künste und Wissenschaften in deutscher Sprache zu lehren und bin mit vielen Aenderungen, die er in dem Volksschulwesen getroffen, besonders mit der Einführung großer Lesetafeln mit Buchstabentäfelchen, so wie mit der Verbindung des Unterrichts im Schreiben und Lesen vollkommen einverstanden; auch würde es gewiß sehr zweckmäßig sein, wenn die Grammatiken, welche bei Erlernung der verschiedenen Sprachen auf den höheren Schulen zu Grunde gelegt werden, alle nach denselben Grundsätzen und demselben Plane gearbeitet wären, […]“ (Niemeyer, 1843, S. 13)

Wolfgang Ratke bezeichnet das Kriterium der einheitlichen Grammatiken auch als die 'Gleichförmigkeit der Dinge'. Definitionen sollten dabei ohne, den Schülern bisher unbekannte Wörter, verfasst sein und Definitionen aus verschiedenen Fächern sollten in ihrem Sinn nicht zuwider laufen (Stötzner, 1893, S. 15 f.).

Zurückkommend auf einen weiteren methodischen Grundsatz ist festzustellen, dass Wolfgang Ratke von seinen Schülern einen kritischen Umgang mit den jeweiligen Texten forderte. Die Schüler sollten die Texte 'erfahren' und analysieren (Stötzner, 1893, S. 19)

„Kein Regel auch kein Lehrgrieff wird zugelassen, die nicht gründlich auffs neu erkündigt und in der prob richtig erfunden sey, unangesehen, viel oder alle so davon geschrieben, so oder so gehalten. Denn es muß Gewißheit und Sicherheit da sehn und ist keines weges auff einige autoritet zu bauen. So weis man denn, daß man nicht fehlen kann.“ (Stötzner, 1893, S. 19)

Außerdem sollte ein fächer- und standesgebundenes Lernen der Disziplinen statt finden.

„Ferner hat er den diesem Punkt erinnert, es were seine Meinung gar nicht, daß ein ieder in allen disciplinis informirt undt unterwiesen werden, sondern nur die lernen solte, die ihm zu seiner facultet undt dem Standt undt beruf, darein er sich begeben undt beharlich verbleiben wil, dienlich undt nutzlich sein kondten.“ (Niemeyer, 1840, S. 12)

Schon Wolfgang Ratke arbeitet mit einer didaktischen Reduktion. Seine Lehrmethode zeichnet sich durch ein deduktives Vorgehen aus (Niemeyer, 1840, S. 27). Es erfolgte die Herleitung des Besonderen aus dem Allgemeinen. Explizit wird dies in den Ratianischen Schriften nicht erwähnt. Jedoch finden sich hinweisende Textpassagen in den Artikeln über die Lehrkunst.

[...]


[1] Die zu Grunde liegende Literatur besteht zumeist aus altdeutschen Texten, welche nicht den heutigen Standards im Hinblick auf Orthographie und Grammatik entsprechen. Zur sinngemäßen Wiedergabe und besseren Nachvollziehbarkeit werden die Zitate im Original wiedergegeben. Die Schreibweise wurde beibehalten; die Schriftart jedoch angepasst.

[2] Auf die ausführliche Darstellung der Grammatik wird aufgrund deren Komplexität und Genauigkeit verzichtet. Eine detaillierte Erläuterung der jeweiligen Punkte findet sich jedoch auf den nachfolgenden Seiten in dem Text von Stötzner.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Wolfgang Ratke - Analyse der Argumente seiner Kritiker
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Institut für Pädagogik- und Kulturphilosophie)
Veranstaltung
Wissenschaftstheorie
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
25
Katalognummer
V174688
ISBN (eBook)
9783640953639
ISBN (Buch)
9783640954056
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wolfgang, ratke, analyse, argumente, kritiker
Arbeit zitieren
Kristina Eichler (Autor), 2011, Wolfgang Ratke - Analyse der Argumente seiner Kritiker, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174688

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