Zukunftsvorstellungen im Expressionismus – oder die Lyrik des `neuen Menschen´


Bachelorarbeit, 2011
39 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie
2. 1 Die Ursprünge des `neuen Menschen´
2. 2 Der Weg zum `neuen Menschen´: Ich-Dissoziation und Vision
2. 3 Revolution und Scheitern der `neuen Menschheitsidee´

3. Analyse
3. 1 Der Aufbruch in die Zukunft
3. 2 Kriegserfahrung und Zukunftserwartung
3. 3 Zukunftslosigkeit und Scheitern des `neuen Menschen´

4. Fazit

5. Anhang

I. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Kein literarisches Phänomen war so Ausdruck seiner Zeit wie der Expressionismus – eine Bewegung gegen die Zeit der Vergangenheit, in Richtung Zukunft, im Raum der Gegenwart. „Die Realität muß von uns geschaffen werden“[1], verkündete einer der bekanntesten Theoretiker des Expressionismus, Kasimir Edschmid, 1918, zu einer Zeit, in der die Epoche schon bald zu Ende gehen sollte. Umso deutlicher ertönte die Forderung an seine literarischen Zeitgenossen, eine geschaffene Wirklichkeit, die sich nicht mit der Gegenwart deckte, in Zukunft zu konstruieren „Nun gibt es nicht mehr die Kette der Tatsachen: Fabriken, Häuser, Krankheit, Huren, Geschrei und Hunger. Nun gibt es ihre Vision.“[2]

Diese Formel konturiert im Besonderen die Ambivalenz in der Zukunftsvorstellung der Expressionisten, die in der Epoche begründet lag. So gab es im literarischen Diskurs zwei gegenwärtige Wirklichkeiten: die der Realität und die der Dichtung, die des Ortes und die der Utopie, die der Wirklichkeit und die der Fiktion, in der Vorstellung, dass nur die aus dem inneren Ausdruck des Menschen abgeleitete Realität die wahre sei. Gleichzeitig war diese visionäre Welt von einer entgegenkommenden, wie auch einer zu gestaltenden Zukunft geprägt, die den Raum der geschaffenen Gegenwart füllen sollte, der aus der Perspektive der Künstler bisweilen vom Verdruss der Vergangenheit eingenommen wurde.

Schließlich zeigte sich diese Ambivalenz auch unter den Dichtern, die sich gegen das wilhelminisch-bürgerliche Zeitalter wandten, in dem sie geboren waren: einerseits in ihrem realen, biographischen Umfeld, in dem sie sowohl beruflich als auch privat einen gut bürgerlichen Lebensstil repräsentierten, und andererseits im Versuch, eben diesem postulierten Schein-Dasein, das von einer gesellschaftlich-strukturalen Fremdbestimmung geprägt war, zu entgehen, indem sie sich in der Dichtung ihre eigene Realität schufen.

Dieser Zwiespalt resultierte nicht zuletzt aus dem mentalitätsgeschichtlichen Einbruch der Epoche: Um die Jahrhundertwende überlagerte sich die von Hofmannsthal postulierte Sprachkrise, die von der Verzweiflung gekennzeichnet war, dass jedes Zeichen bereits Bezeichnetes und damit Wertung sei, die jede Annäherung an Wahrheit verhindere, mit der Sinn- und Autoritätskrise, die exemplarisch von Nietzsche in „Also sprach Zarathustra“[3] (Nihilismus und Relativismus) beschrieben worden war und von Sigmund Freuds Analysen zur „Modernen Nervosität“ gestützt wurde.[4]

Deutlich sollte in dieser exemplarischen Reduktion der mentalitätsgeschichtlichen Einflüsse das Wort `Krise´ geworden sein. Von einer Krise kann aber auf der politisch-sozialen Ebene keine Rede sein, denn das wilhelminische Zeitalter war vergleichsweise zwischen 1871 und 1914 von Stabilität, Wohlstand und Fortschritt geprägt. An dieser Gegenüberstellung lässt sich erkennen, inwiefern sich unterschiedliche Entwicklungen auf verschiedenen Ebenen zeitgleich niederschlugen. Aus der Zusammenwirkung jedes Einzelnen entstand eine Kontinuität in der Diskontinuität, eine „Homogenität des Heterogenen“.[5]

Im Expressionismus machte sich dieser Zusammenhang in der Simultanität, dem bildlichen Eindruck des Gleichzeitigen bemerkbar. Ausdruck fand er im symbolischen Schrei, in der Ich-Dissoziation, der Formzertrümmerung und der Ekstase, während zu gleicher Zeit nicht nur Georg Heym Stagnation, Langeweile, Dekadenz und Verfall beklagte: „Unsere Krankheit ist, in dem Ende eines Welttages zu leben, in einem Abend, der so stickig ward, dass man den Dunst seiner Fäulnis kaum noch ertragen kann.“[6]

Die Sehnsucht nach Leben und Vitalismus, gegen den alltäglich empfundenen Überdruss, kulminierte in der Vorstellung vom Weltende als innere Erlösung des Menschen. Diese oder ähnliche Visionen handelten von einer säkularisierten Heilserwartung der Auflösung des Ichs, um ein neues zu erschaffen, das sich selbst bestimmte und dessen Wesen rein transzendental sein sollte. Ob diese Transformation in skeptischer oder messianischer Lyrik umgesetzt wurde, wie es die Forschung gerne trennt, hängt vom individuellen Schaffensprozess des Künstlers ab. So waren auch die Zukunftsvorstellungen der Expressionisten teils regressiv, zum Ursprung des Geistes gewandt, teils progressiv, im Fortschritt der Bewegung verankert. Jede Art von Kategorisierung dient der Orientierung, zeichnet die Ambivalenzen der Epoche nach. Inwiefern sich die nachträglichen Konstruktionen eines skeptischen oder messianischen Expressionismus in Anbetracht der Vielfalt und des Reichtums an Varietät mit den Zukunftsvorstellungen in der Dichtung deckten, soll sich in der Analyse zeigen.

Im Zentrum dieser Untersuchung steht jedoch das Konzept des `neuen Menschen´ sowie die Vorstellung vom `neuen Menschen´ und damit die Frage, welche Rolle diese Zukunfts- und Wirklichkeitsvorstellung im Laufe der Epoche einnahm, welche Bedeutung sie für das literarische Schaffen, Produktion und Rezeption hatte und wie sich innerhalb dessen der Begriff von Kunst und Künstler im Hintergrund der `ästhetischen Moderne´ wandelte. Diese war spätestens seit ihrer Proklamation in Berlin um 1890 zum Programm geworden, erwies sich in mehreren Strömungen um die Jahrhundertwende im Wechselspiel und in Abgrenzung zur `zivilisatorischen Moderne´ als konservativ und modern zugleich. Denn alles Moderne ist auch immer Fortführung und Umwandlung traditioneller Elemente, umkleidet von neuen Ideen, die den Nerv der Zeit treffen und der Gegenwart entspringen. Warum die expressionistische Dichtung ihre Idee vom `neuen Menschen´, die keineswegs neu war, ins Zentrum ihrer Schöpfung stellte und welche Zukunftsvorstellungen, ob Utopien, Visionen oder Prophetien, damit einhergingen, ist zu hinterfragen. Besonders in einer Zeit, in der das Denken an die Zukunft einen neuen Aufschwung erhielt und Erwartungen die Erfahrungen[7] zu dominieren schienen, in der die Zukunft in der Gegenwart verankert war und sich im Horizont ohne determinierten Verlauf der Geschichte zu öffnen begann, hatte die Zukunft aus expressionistischer Perspektive schon in der Gegenwart begonnen – ihre Gestaltbarkeit war möglich geworden. Ein Beispiel für diesen Vorstellungswandel bietet die kollektive Kriegserwartung der abendländischen Nationen bereits vor der Jahrhundertwende, die in einem verbreiteten Enthusiasmus vor 1914 auch von den Expressionisten geteilt wurde.[8]

So wiesen sich die Dichter in ihrem Selbstverständnis als Propheten, Visionäre aus, die die Apokalypse verkündeten – teils in hoffnungsträchtiger Manier, teils aus pessimistischer Perspektive heraus. In beiden Fällen drehte sich die Vorstellung jedoch um ein neues Wesen des Menschen, das mal im O-Mensch-Pathos hymnisch besungen (Ernst Stadler, Franz Werfel), mal in zynischer oder nüchterner Art und Weise (Gottfried Benn, Johannes R. Becher) geschildert wurde.

Bemerkenswert ist, dass die literaturwissenschaftliche Forschung dieser Unterscheidung nicht selten wertend begegnete. So sei der Expressionismus generell nichts Neues gewesen, ein Experiment von „Sprachzertrümmerer[n]“[9], deren „Schwulst nur schwer erträglich“[10] sei. Diese Einschätzungen entsprechen vielleicht dem Kunstverständnis des Wissenschaftlers, missachten jedoch die Bereitschaft, die Epoche mitsamt ihren Eigenheiten wahrzunehmen. Aufgrund dessen richtet sich die Auswahl der Gedichte in dieser Arbeit nach den verschiedenen Zukunftsentwürfen in der Lyrik, die hypothetisch gefasst drei Phasen durchliefen: Die Anfänge der expressionistischen Bewegung sind generell, wie die Titel und Themen der Zeitschriften, Clubs und Gedichte erkennen lassen, vom Aufbruch in die Zukunft geprägt. Die Kriegsjahre von 1914-1918 holten hingegen den anfänglichen Enthusiasmus ein und der Zukunftsoptimismus hatte starke Einbrüche hinzunehmen. Nach dem Krieg kam es in der Hoffnung, die Idee vom `neuen Menschen´ mittels Revolution in die Tat umzusetzen, zu einem kurzfristigen Aufschwung von Visionen und Utopien, die letztendlich an der Realität scheiterten, sodass die Zukunftssehnsüchte wie auch die Epoche starben. Die Auswahl folgender Gedichte soll nur exemplarisch für die Vielfalt der Zukunftsvorstellungen stehen, denn innerhalb dieses Rahmens ist eine quantitative Untersuchung der expressionistischen Gedichte unter diesem Schwerpunkt weder sinnvoll noch machbar. Für den frühexpressionistischen Zukunftsoptimismus steht Ernst Wilhelm Lotz „Aufbruch der Jugend“ aus dem Jahr 1913. Die Verschränkung aller zeitlichen Dimensionen im Krieg repräsentiert Walter Hasenclevers Gedicht „1917“. Claire Golls Gedicht „Der Mensch ist tot“ von 1918 entspricht der Wandlung des Zukunftsentwurfes vom `neuen Menschen in der dritten Phase des Expressionismus.

In der Analyse geht es um die qualitative Funktion der Zukunft in Lyrik und Programmatik des Expressionismus, die in der Forschungsliteratur bisher zwar häufig thematisiert, aber selten analysiert worden ist. So sind nur zwei Dissertationen aus dem Jahre 1955, nämlich Albert Kreuels „Prophetie und Vision in der Lyrik des deutschen Expressionismus“ und Angela Jurkats „Apokalypse. Endzeitstimmung in Kunst und Literatur des Expressionismus“ aus dem Jahre 1993 erschienen, die einschließlich einzelner Aufsätze einen äußerst heterogenen Beitrag zur Erforschung dieses Themas leisteten.[11]

Besonders in Anbetracht der aktuellen Diskussion um die Erfahrungen der Moderne, ihre Merkmale und Grenzen,[12] lohnen sich exemplarische Analysen, die mit nötigem Abstand auch den Blickwinkel zur Abgrenzung der Postmoderne und Gegenwartsliteratur einnehmen. Somit stehen in der Analyse und Interpretation der ausgewählten Gedichte das Motiv des `neuen Menschen´ und die lyrischen Zukunftsentwürfe im Vordergrund. Nach der induktiven Betrachtung des Gedichts richtet sich der Blick zugleich auf werkexterne Zusammenhänge, die aufgrund ihrer biographischen Umstände, gesellschaftspolitischen Anlässe oder intertextuellen Bezüge Eingang in die Lyrik fanden und im Hintergrund der theoretischen Reflexion interpretiert werden.

Die theoretische Untersuchung der Zukunftsvorstellungen soll sich in dieser Arbeit um die Idee des `neuen Menschen´ drehen, im ersten Kapitel um die Ursprünge im Expressionismus, den Ich-Zerfall und die Wandlung beziehungsweise Erneuerung des Menschen, sowie dessen Scheitern. Denn die Idee vom `neuen Menschen´ ist wie die Zukunftsphantasie des Menschen nie nur Vorstellung, sondern auch Produkt und Wegbereiter realgeschichtlicher Kontexte – ob sie darin aufgeht oder nur fiktiv verarbeitet worden ist, welche Bedeutung man ihr für die expressionistische Bewegung zusprechen kann, soll sich in dieser Arbeit erweisen.

2. Theorie

2. 1 Die Ursprünge des `neuen Menschen´

Die Idee vom `neuen Menschen´ im Expressionismus war wie alles Moderne nicht ganz neu, sondern bildete sich aus verschiedensten philosophischen, psychoanalytischen und geistesgeschichtlichen Anschauungen um die Jahrhundertwende heraus, die wiederum selbst auf vergangenen Theorien beruhten. Zudem war sie keineswegs klar und einheitlich konzipiert, was auch nicht dem Selbstverständnis der Expressionisten entsprach. Die Idee bestand vielmehr aus einem Konglomerat vergangener Teilideologien und zeitgenössischer theoretischer Fragmente, das zum verbindungstragenden Moment in der expressionistischen Verständigung wurde.

Die Philosophische Grundlage bildete Nietzsches Autoritätskritik, sein postulierter Nihilismus und Relativismus. Viele Elemente aus den Zukunftsvorstellungen des `neuen Menschen´ entstammten seiner Lehre vom Dionysischen und der Schrift „Also sprach Zarathustra“ aus dem Jahre 1885.[13] Nietzsche wählte zum einen die Sprache des Dichters, zum anderen glich seine Vorstellung vom Übermenschen, der in drei Phasen der Selbstüberwindung des Rationalen, des Willens und des Nihilismus die ewige Wiederkehr und -geburt seines Ichs erfährt, der Entstehung des `neuen Menschen´ im Expressionismus.[14]

Diese war zyklischer Natur, verlief aber gleichzeitig diskontinuierlich. Sie implizierte zum einen die Zerstörung des Menschen in eigens zu vollbringender Revolution des Inneren und zum anderen beinhaltete die Idee die Sehnsucht nach der Wiederherstellung des Menschlichen. Ein Verlauf wie dieser spiegelt sich in den poetisch dargestellten Tageszeiten wider, die in den Gedichten vom Tagesanbruch, zur Dämmerung, über Nacht und Dunkelheit, bis zum Morgengrauen reichen. Die bekannteste, für diesen Verlauf repräsentative Metapher, ist der Titel der Anthologie „Menschheitsdämmerung“ von Kurt Pinthus, der die Empfindung der Dichter folgendermaßen beschreibt:

Diese Dichter fühlten zeitig, wie der Mensch in die Dämmerung versank ..., sank in die Nacht des Untergangs ..., um wieder aufzutauchen in die sich klärende Dämmerung neuen Tags.[15]

Um diesem Zwischenzustand des Diesseitigen und Jenseitigen, des Irdischen und Metaphysischen entrinnen zu können, strebte der `neue Mensch´ im Expressionismus eine vitalistische Lebensweise an, dessen Urkraft nicht mehr fremdbestimmt sein sollte:

Die wenigsten Menschen erleben ihre Zeit, das muß hart festgestellt werden, die meisten Menschen sind geschäftlich tätig und haben keine Zeit für ihre Zeit [...] was ich sagen will: Sie sind überhaupt nicht vorhanden in einem gewissen Sinne.[16]

Was Alfred Döblin als Nicht-Existenz menschlichen Daseins in jeglicher zeitlicher Dimension beschreibt, findet sich in der Lebensphilosophie Henri Bergsons (1859-1941) und Wilhelm Diltheys (1833-1911) wieder, deren Vitalismus-Strömung auch die Expressionisten mitriss. Der Lebens- und Bewegungsdrang zeigte sich im Vokabular der Vereine, Zeitschriften und Titel: Von Aufbruch, Aktion, Sturm, Sturz und Schrei befangen, sollte sich der `neue Mensch´ in die Zukunft bewegen. Gleichzeitig – und hier zeigt sich eine weitere Ambivalenz in der expressionistischen Auffassung – gab es Strömungen, die in pessimistischer, skeptischer Manier von Verfall, Ruhe und Schweigen, Schwermut und Leid sprachen. Exemplarisch sei an dieser Stelle Albert Ehrenstein erwähnt, der in seiner Dichtung größtenteils den Tod ersehnte:

Keinem habe ich Schlimmes getan,

Allen Guten half ich ein wenig.

Glück, dich soll ich nicht haben.

Man will mich nicht lebend begraben.[17]

Besonders in seinen letzten Strophen wird das Verlangen nach Tod durch Erlösung sichtbar:

So laß auch Du die purpurne Gebärde,

Du bist der gute Tod,

ich bin ein Häuflein Erde.

O komme bald und menge mich,

Erde in Erde.[18]

In diesen Auszügen zeigt sich, dass der Expressionismus nicht nur progressiv verlief. Der `neue Mensch´ konnte wiedergeboren werden oder in Ehrensteins Vorstellung zurück zum Ursprung, zur Erde gelangen, Regression erfahren und damit in einem metaphysischen Zustand frühester Entwicklungsstufe enden. Letztere Möglichkeit basierte auf den psychoanalytischen Theorien, die besonders unter Sigmund Freud Eingang in die Dichtung fanden – ob sie eher skeptisch (Gottfried Benn) oder offen (Alfred Döblin) aufgegriffen wurden, ist nicht zu generalisieren.[19]

Fest steht, dass sie Teil des Diskurses um den `neuen Menschen´ waren, so zum Beispiel die „Theorie des Unbewussten“ oder die „Psychologie der Traumvorgänge“. Freud erklärte die Phantasie, im Wachzustand zum Daseinsursprung gelangen zu wollen, folgendermaßen:

Für die Halluzination der Hysterie, der Paranoia, die Visionen geistesnormaler Personen kann ich die Aufklärung geben, daß sie tatsächlich Regressionen entsprechen, d. h. in Bilder verwandelte Gedanken sind, und daß nur solche Gedanken diese Verwandlung erfahren, welche mit unterdrückten oder unbewusst gebliebenen Erinnerungen in intimem Zusammenhang stehen.[20]

Im Expressionismus erfuhr der Zusammenhang des Bewussten und Unbewussten des Menschen eine große Rezeption, vor allem im Zuge des konstatierten Subjektverlustes und der Ich-Dissoziation, die im nächsten Kapitel genauere Beachtung finden wird. Entscheidend ist an dieser Stelle, dass der Zusammenhang zum `neuen Menschen´ nicht zuletzt über diesen Weg hergestellt wurde. Die Auseinandersetzung mit der Psyche und mentalen Befindlichkeit des Menschen spiegelt sich in den Gedichten wieder. Sie handeln von Irrenanstalten, geisteskranken Menschen, die aber nicht als Außenseiter der Gesellschaft wahrgenommen werden, sondern Symptom für die Krankhaftigkeit der Zeit sind. Bekannterweise versuchten die Dichter sich mittels diverser Drogen in einen visionären, halluzinatorischen Rauschzustand zu versetzen, um ihr Unbewusstes nach Außen zu tragen. Nicht wenige unter ihnen nahmen psychologische Therapien in Anspruch, wurden, wie Georg Trakl, angesichts der zu verarbeitenden Kriegseindrücke in `Nervenkliniken´ eingewiesen oder starben an einer Überdosis.[21]

Der Wahnsinn war als Sinnbild für den psychologischen Zustand der Zeit nach expressionistischer Vorstellung Voraussetzung für die innere, geistige Wandlung des Menschen. Auf der Produktionsebene diente diese Verarbeitung der Ich-Wahrnehmung des Dichters, auf Rezeptionsebene der Entfremdung vom Leser und dessen eigener Wahrnehmungsverschiebung. Bekannt sind in diesem Zusammenhang die bereits um 1911 erschienene Novelle Georg Heyms „Der Irre“ oder der in der Zeitschrift „Aktion“ veröffentlichte Aufsatz zur „Ethik des Geisteskranken“.[22]

Ein weiterer Aspekt, der in der Psychoanalyse herausgearbeitet und im Expressionismus aufgenommen wurde, betrifft „die `kulturelle´ Sexualmoral und moderne Nervosität“[23], von der sich der `neue Mensch´ im Kampf gegen das wilhelminisch-bürgerliche Zeitalter loszulösen suchte. Medium dieser Befreiung war das Verfassen und Lesen erotischer Lyrik im Expressionismus, ein Themenfeld, das, im Vergleich zu einer bis dahin verbreiteteren Liebeslyrik, einen hohen Stellenwert einnahm. Bezeugt werden kann dies durch die erst kürzlich herausgegebene „Anthologie erotischer Gedichte des Expressionismus“.[24]

In der Vielfalt und Vielzahl der Gedichte liegt der Stellenwert der `erotischen Revolution´ für die Widerlegung der bürgerlichen Sexualmoral des 19. Jahrhunderts, die nach Freud zu Neurosen und nervösem Verhalten führte, indem sie das Triebverlangen der Menschen unterdrückte:

Wer in die Bedingtheit nervöser Erkrankung einzudringen versteht, verschafft sich bald die Überzeugung, daß die Zunahme der nervösen Erkrankungen in unserer Gesellschaft von der Steigerung der sexuellen Einschränkung herrührt.[25]

Überspitzt formuliert stellt die lyrische Verarbeitung sexueller Praktiken demnach die Fähigkeit zur Sublimierung dar, die Auseinandersetzung mit einem ursprünglich sexuellen, verwandten Motiv, die Befreiung von Fremdbestimmung und die Auflösung des Ichs in erotischer Ekstase. Thematisiert wird dieses Erneuerungsstreben des Menschen in der Auswahl dichterischer Protagonisten, die neben anderen Außenseitern der Gesellschaft nicht selten Huren und Dirnen waren. Der Prozess der „Sublimierung“ wird im gleichnamigen Gedicht bei Ferdinand Hardekopf in folgenden Versen geschildert, die neben vielen anderen Werken die Rezeptionskraft des Motivs bezeugen:

Was willst du, Fremde, noch verhindern?

Ich bau dich auf aus Kunst und Schaum.

Du wirst mir Unerhörtes lindern,

du bist ja mein in jedem Traum.[26]

Aus Perspektive des lyrischen Ichs, das von einer Dirne spricht, findet hier sogar eine doppelte Form der Sublimierung statt: Der eigentliche Sexualakt wird durch die Vorstellung davon – sowohl im künstlerischen, fiktiven Schaffen, als auch im Traum – ersetzt. Dadurch findet in der Vorstellung vom und in Voraussetzung zum `neuen Menschen´ eine Freisetzung der Befriedigung und des Geistes statt. Die erotische Phantasie vollzieht sich nur in Gedanken mit einem `Du´, der Ausgangspunkt ist das `Ich´ und seine Selbstbestimmung.[27]

Die Loslösung vom traditionellen Wertesystem zur Erschaffung eines `neuen Menschen´ vollzieht sich geistesgeschichtlich im Aufbruch der Jugend, der Bekämpfung der Autoritäten, gegen jegliche Art von Fremdbestimmung, in Verneinung von Positivismus und Materialismus. Wissenschaftsgeschichtlich trugen besonders Darwins Evolutionstheorie, die Atomtheorie Niels Bohrs, die Quantenphysik Max Plancks und die Relativitätstheorie Albert Einsteins zur Veränderung des Wirklichkeitsbegriffes bei. Deren Verbindung zur veränderten Wahrnehmung im Expressionismus schilderte Paul Hatvani (Hirsch) 1917:

Sie [die Relativitätstheorie] hebt alle Voraussetzungen der ultra- und intraphysikalischen Trägheit des Denkens auf und löst das denkende Ich selbst in den Bewusstseinsinhalt `Gravitation´ auf.

... Und tut dies nicht auch jedes expressionistische Kunstwerk?[28]

Der Weg zum `neuen Menschen´ führt hier über die Rückkehr zum Bewusstsein ins Metaphysische. Der Mensch soll wieder im Zentrum der Welt stehen – seine Existenz alleine reicht allerdings nicht aus. Bei vielen Expressionisten, wie Franz Werfel, geht es vor allem um die Solidarität des Miteinanders, dargestellt in pathetischen Verbrüderungsszenarien. Diese Visionen stammen teils aus vergangenen Jahrhunderten, die bewusst gewählt, vor der Aufklärung und dem Beginn der `zivilisatorischen Moderne´ anzusiedeln sind. Keineswegs übernommen, sondern im Bewusstsein und in Reflexion der Zeit neu ummantelt, finden sich in expressionistischer Lyrik und Programmatik das Ideal der Humanität wieder, der menschliche Vergänglichkeitsmoment barocker Lyrik oder die pietistische Frömmigkeit des 18. Jahrhunderts, in säkularisierter und revolutionierter Form. Auch die Sehnsucht des Menschen nach Weltflucht schlägt sich in so manchen neoromantischen Tendenzen einiger Expressionisten nieder[29], zum Beispiel in Else Lasker-Schülers fiktivem Ausflug ins Morgenland auf „einem alten Tibetteppich“.[30]

In diesem Kapitel sollten anhand der ausgewählten Beispiele einige Ursprünge und Voraussetzungen für die Wandlung zum `neuen Menschen´ deutlich geworden sein, denn Zukunftsvorstellungen sind auch zu Beginn der Moderne von Erfahrungen und vergangenen Denkstilen geprägt worden. Welche Rolle die Präsenz des `neuen Menschen´ in der Gegenwärtigkeit der expressionistischen Bewegung hatte, soll sich im nächsten Kapitel zur Ich-Dissoziation und Vision zeigen.

2. 2 Der Weg zum `neuen Menschen´: Ich-Dissoziation und Vision

„Der Welt entfremdet, fremd dem tiefsten Ich / Dann steht das Wort mir auf: Mensch werde wesentlich!“[31]

Der bekannte „Spruch“ Ernst Stadlers könnte in seinem appellativen Charakter nicht eindeutiger sein, in seinem inhaltlichen Gehalt aber kaum vager. In der Forschung oft als Leerformel ohne ideologische Linie bezeichnet[32], gestaltete sich die expressionistische Idee vom `neuen Menschen´ als sehr abstrakt und keineswegs homogen. Das war auch nicht die Intention der Bewegung. Ihre Wirkungskraft lag in ihrem intensiven und dynamischen Ausdruck eines utopischen Glaubens an die Wandlung des Menschen zu einem neuen Menschsein, wie es René Schickele treffend formulierte:

Was kümmert uns – der Ismus, die Schule, der Stil! Laufen sollt ihr am gleichen Strang! Soviel – nicht mehr, nicht weniger liegt uns am Expressionismus.[33]

Der Weg, nicht das Ziel, trieb die Erneuerungsvision vom Menschen an. Diesen konnte nur beschreiten, wer bereit war, sich im Sinne der Selbstüberwindung, etwa eines Übermenschen Nietzsches, von sich selbst und der Welt zu lösen, um im nächsten Schritt zur Selbstbestimmung zu gelangen. Die Überwindung vom `alten´ zum `neuen Menschen´ sahen einige in der Apokalypse, der Vision von Weltuntergang und Wiedergeburt verwirklicht. Andere setzten dabei nicht nur die Zerstörung des Objekts, sondern auch des Subjekts voraus. Der Ich-Zerfall resultierte aus der Zerrissenheit der Zeit und des Menschen: der konservativen Kulturkritik, der Fremdbestimmung durch Mensch und Maschine einerseits, der „modernen Nervosität“ durch Werte- und Glaubensverlust andererseits.

Die bereits erwähnte Ich-Dissoziation des Menschen wurde in der Geschichte der literarischen Forschung vor allem seit den sechziger Jahren von Silvio Vietta und Hans-Georg Kemper theoretisiert. Dabei differenzierten die Wissenschaftler zwischen einem kritischen Umgang mit dem Ich-Zerfall im Skeptizismus und einer gewünschten Sehnsucht nach Ich-Auflösung im Messianismus.[34] Diese Unterscheidung ist trotz ihrer hilfreichen theoretischen Reflexion in der Praxis kaum vorzufinden. Denn beide Faktoren, Welt und Mensch, sind in wechselseitigem Verhältnis vom Bezugsverlust betroffen.

Orientierungs- und Haltlosigkeit resultierten aus der Divergenz `ästhetischer und zivilisatorischer Moderne´. Das `Ich´ war durch das `Es´ fremdbestimmt, es nahm sein Wesen nicht mehr durch sich selbst, sondern nur von Außen wahr. Darin lag der Appell Ernst Stadlers und die Bestürzung um den Substanzverlust des Menschen. „Der Welt entfremdet, fremd dem tiefsten Ich“, wie es im Gedicht heißt, sollte der Mensch wieder zu seinem Wesen und zum Wesentlichen kommen. In der Idee lagen die Kompensation des transzendentalen Werteverlusts und die Verneinung traditioneller Normen. Diesen Prozess beschreibt Gottfried Benn folgendermaßen:

Hier ist tatsächlich Zersetzung der Sprache. In diesem Hirn zerfällt etwas, was seit vierhundert Jahren als Ich galt und wahrhaftig legitim für diesen Zeitraum den menschlichen Kosmos in vererbbaren Formen durch die Geschlechter trug. Nun ist dies Erbe zu Ende.[35]

Die Ambivalenz des gewünschten und kritisch betrachteten Ich- Verfalls zeigt sich in vielen Werken Gottfried Benns, so zum Beispiel in der ersten Strophe des Gedichts „Kokain“:

Den Ich-Zerfall, den süßen, tiefersehnten,

den gibst du mir: schon ist die Kehle rau,

schon ist der fremde Klang an unerwähnten

Gebilden meines Ichs am Unterbau.[36]

Die Form des fast schon idyllisch-ersehnten Wunsches nach der Ich-Dissoziation wird zwischen Vers 2 und 3 antithetisch durch die desillusionierende Wirkung medizinisch-nüchterner Sprache aufgehoben. Der Weg zu diesem Zustand zu gelangen ist, wie der Titel schon verrät, die Droge. Das Bewusstsein des Rausches veranlasst in diesem Fall das Eintauchen ins Unbewusste – zum eigentlichen Ich – und gleichzeitig zu seiner Entgrenzung.

Die sprachlichen Mittel, die dieses Phänomen versinnbildlichen, sind etwa August Stramms syntaktische Verknappungen und Reduzierungen, die Bildung von Neologismen, um sich vom althergebrachten Vokabular abzugrenzen, die Gleichsetzung und Bedingtheit von Inhalt und Form, die traditionell oder revolutionär ausgestaltet sein konnte, und groteske, simultan gefasste Sinneseindrücke, die in parataktischem Stil ein ganzheitliches Bild erzeugen sollten. In der Kombination neuer und bekannter Stil- und Sprachmittel wird deutlich, dass diese außerhalb des zu vermittelnden Inhalts eine außersprachliche Bedeutung für die Beziehung zwischen Kunst und Leben hatten: Der Dichter wird nach expressionistischer Vorstellung zum Prophet für die Verkündung des `neuen Menschen´, der wiederum zum diesseitigen Schöpfer seines Wesens mutiert:

Diese Kunde der Offenbarung, die Kunst, ist der Mittelpunkt des geistigen Lebens der Gegenwart. Die Kunst schafft den geistigen Menschen. Jeder Mensch kann ein geistiger Mensch sein. Wer lebt, vermag auch zu erleben.[37]

Die Funktion der Kunst wandelte sich in diesem Kontext radikal. Die Ethik, nicht Ästhetik, erhob den gesellschaftlichen Strukturen gegenüber einen Absolutheitsanspruch. Sie verstand sich in visionärer, deutender und weltgestaltender Instanz als leitgebende Ordnungsmöglichkeit, als Alternative zum Werteverlust der bürgerlichen Moral und Religion.[38] Innerhalb dieses Selbstverständnisses waren Zukunftsentwürfe und parallel zur Wirklichkeit konstruierte Utopien menschlichen Wandels Medium des `Überlebens´ in einer verabscheuten Realität, von der sie sich loszulösen suchten: „Für mich ist nur das Werden = Sein, das Sein aber ist Tod.“[39]

Der Weg zum neuen Menschen liegt damit in der Zukunft und schafft in der Gegenwart durch die räumliche Trennung von Wirklichkeit und Utopie ein Zeitfenster, das aus Regressions- oder Progressionsphantasien besteht und in Gestaltung dessen eine Überschneidung von Erfahrung und Erwartung produziert. Diese Form der Überlappung kennzeichnete besonders das Zukunftsdenken der Expressionisten im Ersten Weltkrieg. Während die Erwartungen im messianischen Frühexpressionismus noch die Erfahrungen überstiegen, verschob sich die Imagination dieser zeitlichen Dimension in der Präsenz des Kriegsalltags. Von Enthusiasmus oder prophetischen Endzeitsehnsüchten war kaum noch die Rede. Viele Expressionisten zogen freiwillig in den Krieg und starben auch dort; so etwa Georg Trakl, Alfred Lichtenstein, Georg Heym, Ernst Stadler oder August Stramm.

In den Jahren zuvor sehnten sich viele Dichter noch nach dem Krieg, als Lösung zur Flucht aus der Realität. So notierte Georg Heym bereits im Jahre 1910:

Es ist immer das gleiche, so langweilig, langweilig, langweilig [...] Sei es auch nur, daß man einen Krieg beginne, er kann ungerecht sein. Dieser Frieden ist so faul ölig und schmierig wie eine Leimpolitur auf alten Möbeln.[40]

[...]


[1] Edschmid (1918): Über den dichterischen Expressionismus, in: Best (Hg.): Theorie, S. 28.

[2] Ebd.

[3] Vgl. Colli, Giorgio / Mazzino, Montinari (Hg.): Friedrich Nietzsche. Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15 Bänden, Bd. 4: Also sprach Zarathustra, Berlin / New York 1980.

[4] Vgl. Kiesel: Geschichte der literarischen Moderne, S. 184-186.

[5] Fähnders: Avantgarde und Moderne, S. 11.

[6] Heym (1911) zit. nach: Anz, Thomas: Literatur des Expressionismus, S. 51.

[7] Zu den Kategorien von Erfahrung und Erwartung siehe: Koselleck, Reinhart: Begriffsgeschichten. Studien zur Semantik und Pragmatik der politischen und sozialen Sprache, Frankfurt a. M. 2006, besonders die Kapitel: „Verzeitlichung der Begriffe“, S. 77-86 und „Hinweise auf die temporalen Strukturen begriffsgeschichtlichen Wandels“, S. 86-99.

[8] Vgl. Hölscher: Die Entdeckung der Zukunft, S. 131 f.

[9] Knobloch: Endzeitvisionen, S. 193.

[10] Ebd. S. 12.

[11] Das Motiv der Apokalypse steht in dieser Arbeit nicht im Vordergrund der Analyse, weil es nur eine Form der Zukunftsvorstellung vom `neuen Menschen´ darstellt und vor allem als religiös motiviertes Phänomen vielfach interpretiert worden ist. Der Wandel des Motivs vom ethischen zum ästhetischen Moment in der literarischen Moderne wird beschrieben in: Moog-Grünewald, Maria / Olejniczk Lobsien, Verena (Hg.): Apokalypse. Der Anfang im Ende, Heidelberg 2003.

[12] Vgl. Fähnders: Avantgarde und Moderne, S. 287.

[13] Vgl. Colli, Giorgio / Mazzino, Montinari (Hg.): Friedrich Nietzsche. Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15 Bänden, Bd. 4: Also sprach Zarathustra, Berlin / New York 1980.

[14] Vgl. Küenzlen: Der neue Mensch, S. 122.

[15] Pinthus (1919): Zuvor, in: Ders. (Hg.): Menschheitsdämmerung, S. 25.

[16] Döblin (1918): Von der Freiheit eines Dichtermenschen, in: Best (Hg.): Theorie, S. 30 f.

[17] Ehrenstein: Verzweiflung, in: Pinthus (Hg.): Menschheitsdämmerung, S. 66.

[18] Ehrenstein: Der ewige Schlaf, in: Pinthus (Hg.): Menschheitsdämmerung, S. 108 f.

[19] Vgl. Sprengel: Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1900-1918, S. 90 f.

[20] Freud (1900): Zur Psychologie der Traumvorgänge, in: Ders.: Die Traumdeutung und andere Schriften, Lizenzausgabe, S. 441.

[21] Vgl. Anz: Die Seele als Kriegsschauplatz, in: Ders. (Hg.): Psychoanalyse in der modernen Literatur, S. 97-99.

[22] Vgl. Romik: Der Irre als der neue Mensch im Expressionismus, in: Studien zur Deutschkunde 36, S. 471 f.

[23] Freud (1908): Die `kulturelle Sexualmoral´ und die moderne Nervosität, in: Ders. (Hg.): Das Unbehagen in der Kultur und andere Schriften, Lizenzausgabe, Frankfurt am Main 2010.

[24] Geerken (Hg.): Eine Anthologie erotischer Gedichte des Expressionismus geordnet nach Positionen, Situationen, Körperteilen, Organen und Perversionen, München 2002.

[25] Freud (1908): Die `kulturelle Sexualmoral´ und die moderne Nervosität, in: Ders. (Hg.): Das Unbehagen in der Kultur und andere Schriften, S. 340.

[26] Hardekopf: Sublimierung, in: Geerken (Hg.): Eine Anthologie erotischer Gedichte des Expressionismus, S. 46 f.

[27] Siehe dazu: Strack, Friedrich: „Aber das Fleisch ist stark!“, in: Glaser: Facetten der Literatur, S. 279-301.

[28] Hatvani (1917): Versuch über den Expressionismus, in: Best (Hg.): Theorie, S. 71 f.

Zur Rezeption der der Wissenschaftstheorien im Expressionismus siehe auch: Sprengel: Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1900-1918, S. 95.

[29] Vgl. Sprengel: Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1900-1918, S. 102.

[30] Lasker Schüler: Ein alter Tibetteppich, in: Pinthus (Hg.): Menschheitsdämmerung, S. 141.

[31] Stadler: Der Spruch, in: Pinthus (Hg.): Menschheitsdämmerung, S. 196.

[32] Vgl. Murphy: Theorizing the Avant-Garde, S. 50.

[33] Schickele (1920): Wie verhält es sich mit dem Expressionismus?, in: Best (Hg.): Theorie, S. 225.

[34] Zu den Tendenzen der Forschung siehe Krause: Literarischer Expressionismus, S. 52.

[35] Benn zit. nach: Lohner (Hg.): Gottfried Benn. Der Dichter über sein Werk, S. 15.

[36] Benn: Kokain, in: Große: Blickpunkt. Text im Unterricht, S. 93.

[37] Schreyer (1918): Expressionistische Dichtung, in: Best (Hg.): Theorie, S. 171.

[38] Vgl. Bogner: Einführung in die Literatur des Expressionismus, S. 55: Bogner deutet die Rolle der Kunst hingegen als `Kompensation innerer Verschwommenheit und Unklarheit´.

[39] Stramm (1915) zit. nach Hoffmann: Arbeitsbuch, S. 201.

[40] Heym (1910) zit. nach Anz: Literatur des Expressionismus, S. 136.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Zukunftsvorstellungen im Expressionismus – oder die Lyrik des `neuen Menschen´
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Autor
Jahr
2011
Seiten
39
Katalognummer
V174904
ISBN (eBook)
9783640956456
ISBN (Buch)
9783640956050
Dateigröße
561 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Expressionismus, Moderne, Kunst, Zukunft, Apokalypse, Lyrik, Der neue Mensch
Arbeit zitieren
Verena Wirtz (Autor), 2011, Zukunftsvorstellungen im Expressionismus – oder die Lyrik des `neuen Menschen´, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/174904

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