Der römische Senat in der Zeit der römischen Republik


Referat (Ausarbeitung), 2008

12 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Entstehung des Senates

II. Zusammensetzung des Senates

III. Senatssitzungen

IV. Aufgaben des Senates

V. Status des Senators

VI. SPQR

VII. Fazit

VIII. Quellenverzeichnis

IX. Literaturverzeichnis

Der Senat in der römischen Republik

I. Entstehung des Senates

Die Entstehung des Senates, die noch in die Königszeit Roms fällt, geht auf eine Sage zurück: Romulus soll nach der Gründung Roms erstmals den Rat der Alten, der senes, einberufen haben. Dies ist allerdings nicht wissenschaftlich belegt. Fest steht aber, dass sich der Senat im 6. Jahrhundert v. Chr. aus einem Rat der Gentilältesten, das sind die Geschlechterältesten, entwickelt hat. Zu dieser Zeit hat er 100 Mitglieder und zwar ausschließlich die Häupter der patrizischen Adelsgeschlechter, die sogenannten patres. Die Funktion des Senates besteht darin, königlicher Beirat zu sein und die Gemeinde gegenüber dem König zu vertreten.

II. Zusammensetzung des Senates

In der Republik steigt die Mitgliederzahl unter anderem durch die Aufnahme von Sabinern und Etruskern von 100 auf 300 an. Sulla erhöht diese Anzahl im Jahr 82 v. Chr. durch eine Verfassungsreform zeitweise auf 600 Senatoren. Damit will er den Senat stärken und das Volkstribunat schwächen. Später erhöht Caesar die Zahl sogar noch weiter auf rund 900 Mitglieder.

Zum Senator gewählt werden können in der frühen Republik nur Konsuln und Praetoren nach Ablauf ihrer Amtszeit. Später werden dann auch die niedrigeren Magistratsposten bis hin zu den Quaestoren in die Wahl miteinbezogen. Durch diese Regelung ist es zuerst nur den Patriziern möglich, in den Senat einzuziehen. Erst in Folge der Ständekämpfe1 und den damit verbundenen neuen Rechten dürfen die Plebejer auch höhere, bisher nur den Patriziern zustehende Ämter besetzen. Damit bekommen sie auch die Möglichkeit, Senatoren zu werden. Sie erhalten dann, nach einer erfolgreichen Aufnahme in den Senat, den Titel patres conscripti2.

Die Entscheidung, wer den Posten des Senators bekleiden darf, liegt aber nicht in der Hand der Magistrate selber. Bis 313 v. Chr. wird diese Entscheidung von den Konsuln gefällt, ab 312 v. Chr. dann von den Zensoren3. Diese haben nicht nur die Kontrolle über die Besetzung des Senates, sondern sind auch verantwortlich für die Durchführung von Volks- und Vermögensschätzungen. Zudem gelten sie als Sittenwächter des römischen Volkes. Sie werden alle fünf Jahre von den Volksversammlungen gewählt, um dann - ebenfalls im Fünf-Jahres-Rhythmus - aus den ausgeschiedenen Beamten die neuen Senatoren zu bestimmen. Außerdem können sie auch Senatsmitglieder, die sich unwürdig verhalten haben, aus dem Senat ausschließen.

III. Senatssitzungen

Eine Auffälligkeit in Bezug auf die Senatssitzungen ist, dass der Senat sich nicht selbstständig versammeln kann. Er ist vielmehr darauf angewiesen, von einem der Konsuln oder Praetoren einberufen zu werden. Ab dem dritten Jahrhundert v. Chr. sind auch die Volkstribune dazu befugt, den Senat einzuberufen. Derjenige Magistrat, der die Senatoren zusammentreten lässt, ist letztendlich auch für die Aufstellung der Tagesordnung und die Leitung der Sitzung verantwortlich - er hat somit den Vorsitz der Sitzung inne.

Die Tagung findet grundsätzlich in geschlossenen Räumen statt, meistens in der Curia Hostilia, die im Jahr 52 v. Chr. abgebrannt und unter Caesars Diktatur als Curia Iulia wieder aufgebaut worden ist. Der Senat kann aber auch in Tempeln wie beispielsweise dem Juppiter Capitolinus zusammentreten.4 In diesen Versammlungsstätten gibt es keine vorgegebene feste Sitzordnung. Die Senatoren sitzen auf Bänken und müssen für ihre Wortmeldungen nicht vor den Senat treten, sondern können diese vom Platz aus vorbringen.

Ein sehr wichtiger Punkt in den Senatssitzungen ist das diem consume, das sogenannte Mittel der Dauerrede5. Dieses wird von Senatoren entweder gebraucht, um eine nicht genehme Beschlussfassung zu verhindern oder auch, um die übrigen Senatoren von ihrer Meinung zu überzeugen. Die Sitzungen dauern immer von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.

Innerhalb des Senates gibt es eine festgelegte Rangordnung. Zwar darf jeder Senator seine Meinung kundtun, aber die Reihenfolge, in der gesprochen wird, basiert auf dem Dienstalter und der Würdigkeit. Somit darf der dienstälteste Senator als erster vorsprechen. Zudem dürfen ehemalige Konsuln und Praetoren ihre Meinung vor ehemaligen Quaestoren und anderen Magistraten vortragen.

Die Beschlussfassung findet durch den sogenannten „Hammelsprung“ statt. Dabei treten die Senatoren zu zwei Seiten auseinander. Der Vorsitzende stellt dann per Schätzung fest, welche der beiden Gruppen größer ist. Diese Art der Abstimmung wird auch noch heutzutage im Bundestag angewandt und ist in der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages geregelt. Er kommt zum Einsatz, wenn sich der Sitzungsvorstand auch nach einer Gegenprobe nicht über das Ergebnis einig ist.

[...]


1 366 v. Chr.: Leges Liciniae Sextiae - Öffnung des Konsulats für Plebejer.

2 Moore, O’Brien: Senatus, RE-Suppl. IV, Sp. 674.

3 Ripper, Werner: Weltgeschichte im Aufriß, S. 224.

4 Ripper, Werner: Weltgeschichte im Aufriß, S. 224.

5 Moore, O’Brien: Senatus, RE-Suppl. IV, Sp. 714.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der römische Senat in der Zeit der römischen Republik
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Historisches Institut)
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
12
Katalognummer
V175472
ISBN (eBook)
9783640964451
ISBN (Buch)
9783640964185
Dateigröße
385 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
senat, zeit, republik
Arbeit zitieren
Marit Blömer (Autor), 2008, Der römische Senat in der Zeit der römischen Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175472

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