Kommunikation und Konflikt(bewältigung) in der Schule


Hausarbeit, 2011
20 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A. EINLEITUNG

B. HAUPTTEIL
1. Definitionen und Systematisierung
1.1. Der Konflikt
1.2. Abgrenzung zur Beratung
2. Entstehung von Konflikten
2.1. Nichterfüllung von Bedürfnissen und Frustration
2.2. Aggression
2.3. Kritik im Gespräch
2.4. Direkte Provokation und Eskalation
3. Konfliktbewältigung, -prävention und ‚richtige‘ Kommunikation
3.1. Vermeidung von Frustration und Provokation
3.2. Aktives Zuhören. Humanistische Psychologie
3.3. Die vier Seiten einer Nachricht
3.3.1. Sachebene
3.3.2. Appellebene
3.3.3. Beziehungsebene
3.3.4. Ebene der Selbstmitteilung
3.3.5. Schulisches Beispiel
3.4. Ich-Botschaften
3.5. Gefühle statt Gedanken

C. SCHLUSS

D. BIBLIOGRAPHIE
1. Monographien, Aufsätze und Artikel
2. Internetseiten

A. Einleitung

Wenn man die Schule als komplexes, soziales System begreift, das nach außen offen ist und in dem Kinder einen Großteil ihres Tages und damit ihrer Kindheit/Jungend verbringen, ist es v.a. auch wichtig, die kommunikativsozialen Grenzsituationen dieses Systemes in den Blick zu nehmen.

Warum kommt es gerade in der Pause zu Schlägereien und Streitigkeiten? Aus welchem Grunde eskalieren manche Eltern- oder Schülergespräche, sodass Streitereien, Feindseligkeiten oder sogar aggressive Taten entstehen? Was führt sogar soweit, dass Jugendliche in ihrer Schule Amok laufen und anderen Menschen erschießen?

Die vorliegende Arbeit hat nicht zum Ziel, all diese Fragen zu klären. Sie will aber deutlich machen, was grundsätzlich in einer Kommunikation, die un- weigerlich die Basis schulischer Aktivität ist, und dem gesamten Kommunika- tionssystem ‚falsch‘ gemacht werden kann, ob bewusst oder unbewusst. Dazu soll der Begriff des Konfliktes zuerst definiert und systematisiert sowie von der Beratung abgegrenzt werden. Der Einbezug der Beratung am Rande ist deshalb von Bedeutung, weil aus einem Beratungsgespräch durchaus auch ein Konflikt entstehen kann, sollte die Kommunikation in kontraproduktiver Weise geführt werden. Daran schließt sich die Darlegung möglicher Ursachen für Konflikte, v.a. für Aggressionen und aggressive Verhaltensweisen an. Die Arbeit schließt mit einigen Modell, Hinweisen und Methoden, einer Konver- sation zum Erfolg zu verhelfen. Durch das Einhalten bestimmter Gesprächs- führungsregeln kann mit größerer Wahrscheinlichkeit verhindert werden, dass das Gespräch in einem Konflikt endet.

B. Hauptteil

1. Definitionen und Systematisierung

1.1. Der Konflikt

Ein Konflikt liegt dann vor, „wenn unvereinbare Wünsche oder Absichten1 verschiedener Personen aufeinanderstoßen“2. Vom Konflikt im eigentlichen Sinne ist das Konfliktverhalten abzugrenzen, das Personen im jeweiligen Konflikt zeigen. Die drei Grundtypen des Konfliktverhaltens sind konstruktives (Lösung/Klärung des Konfliktes), meidendes (Rückzug, Unterwerfung etc.) und aggressives (Vorwürfe, Drohungen, Gewalt u.ä.)3

Verhalten. Auch wenn Konflikte im Falle aggressiven Konfliktverhaltens et- was mit Aggression zu tun haben, dürfen Konflikte doch „nicht mit Aggressi- on gleichgesetzt werden“4. Aggression bzw. konkret aggressives Verhalten ist einer der möglichen Auslöser bzw. Verlaufsformen für Konflikte5, aber nicht notwendigerweise. Der Konflikt setzt demnach immer mindestens zwei Per- sonen voraus, die in ihrem Arbeits- bzw. Lebensvollzug entgegengesetzte (zumindest teilweise) Absichten versuchen durchzusetzen, auf Grund der Intention des jeweils anderen daran aber gehindert werden.6 Dabei sind bei- de in das System des Konfliktes integriert und partizipieren daran.7

1.2. Abgrenzung zur Beratung

Die Beratung weist zwei grundlegende Unterschiede zum Konflikt auf:

Das Interaktionsverhältnis ist einseitig ausgerichtet: Ein Beratender berät einen zu Beratenden, wie auch immer dieser Beratungsvollzug konkret aussehen mag.

Der Berater ist nicht (unbedingt) in das System des dem zu Beratenden eigenen Problem involviert und agiert aus externer Stellung heraus in das System hinein.

So kann Beratung allgemein als „freiwillige, soziale Interaktion zwischen zwei Personen [definiert werden]. Das Ziel der Beratung besteht darin, in einem gemeinsam verantworteten Beratungsprozess die Entscheidungs- und damit Handlungssicherheit zur Bewältigung eines aktuellen Problems zu er- höhen. Dies geschieht in der Regel durch die Vermittlung von neuen Informa- tionen und/oder durch die Analyse, Neustrukturierung und Neubewertung vorhandener Informationen.“8

Obwohl der Weg bzw. die Richtung sowohl der Zielsuche als auch des Kom- munikations- und Beratungsweges eindimensional sind - vom Berater aus- gehend den zu Beratenden als Adressaten haben -, ist der Beratungsvorgang doch ein kollektiv-konstruktiver Vorgang: „Beratung ist eine kurzfristige soziale Interaktion zwischen Ratsuchenden und Beratenden, bei der dem Ratsuchenden Unterstützung zur Bewältigung seines Problemes angeboten wird. Sowohl bei lebenspraktischen Fragen als auch in psychosozialen Krisen erarbeiten Ratsuchende und Beratende gemeinsam kognitive, emotionale und praktische Problemlösungen.“9

Die Formulierung im Plural macht bereits deutlich, dass am Beratungspro- zess auch mehrere Menschen beteiligt sein können. Die kollektive Dimension der Beratung wird dabei besonders in der kollegialen Beratungen deutlich sowie verwirklicht.

Die kurze Beschäftigung mit der Beratung ist, wie bereits erwähnt, insofern für die Thematik des Konfliktes wichtig, als durch falsche Kommunikation und bei Vorlage der Bedingungen zur Entstehung von Konflikten10 aus einem Beratungsgespräch sehr leicht ein Konfliktgespräch werden kann. So ist es bereits bei der grundlegenden Beschäftigung mit Beratungskontexten wich- tig, die Bedingungen und Gründe für Konfliktsysteme zu berücksichtigen.

2. Entstehung von Konflikten

2.1. Nichterfüllung von Bedürfnissen und Frustration

Jeder Mensch strebt ganz natürlicherweise danach, seine Bedürfnisse zu er- füllen. Die Erfüllung oder Nichterfüllung von Bedürfnissen „energetisie- ren das Handeln [von Menschen] auf einer sehr fundamentalen Ebene“11. Werden Bedürfnisse oder sogar Grundbedürfnisse nicht oder nur ungenü- gend erfüllt, kann dies zu Frustration führen, einem möglichen, wenn zwar nicht notwendigem, aber durchaus wichtigem Auslöser für Aggression und damit auch für Konflikte. Vertreter der motivationalen Theorie der Selbstbe- stimmung nennen als solche Bedürfnisse bzw. Grunderfahrungen:12

- Autonomie
- Kompetenz
- soziales Eingebundensein

„Nur dort, wo sie erfüllt werden, kann die natürliche Tendenz zur Aneignung neuer Kenntnisse und Fähigkeiten voll zum Tragen kommen.“13

Schon hier zeigt sich sehr deutlich die Relevanz der Bedürfnisse bzw. deren Befriedigung für den Lehr-Lern- sowie den Beratungs- und Konfliktkontext.

2.2. Aggression

Die Frustrations-Aggressions-Hypothese führt Aggression und damit einen möglichen Auslöser für Konflikte auf derartige Frustrationen zurück. Überall dort, wo „Menschen in ihrer Zielerreichung behindert oder von ihr abgehal- ten werden“14, entsteht Frustration. Je höher die Frustration eines Menschen ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass er aggressiv reagiert und schließlich aggressives Verhalten zeigt. Dies hängt u.a. auch mit der je persönlichen Aggressivität, also der intraindividuellen Neigung, Bereitschaft bzw. Tendenz zu Aggression und aggressivem Verhalten, zusammen.15

Auch in einem Gespräch kann es der Fall sein, dass die Bedürfnisse von zwei Kommunikanten miteinander kollidieren. Die Erfüllung der Bedürfnisse des einen Gesprächspartners führt dann dazu, dass die des anderen nicht oder nur teilweise, vielleicht sogar lediglich unzureichend erfüllt bleiben/werden. In einem solchen Falle ist die Wahrscheinlichkeit der Entstehung eines Kon- fliktes gegenüber Situationen, in denen beide Kommunikanten befriedigte Bedürfnisse besitzen und so wahrscheinlich weniger aggressiv sind - wenn überhaupt -, ungleich höher. Ein derartiger Konflikt ist dann nur durch einen Kompromiss, d.h. durch die freiwillige Einschränkung beider Bedürfnisan- sprüche, zu lösen. Bleibt die Frustration durch Nichterfüllung von Bedürfnis- sen bestehen, steigt die Wahrscheinlichkeit für Aggressionen seitens der Ge- sprächspartner.16

[...]


1 siehe Kapitel 2.1.

2 Nolting: Lernfall Aggression, S. 238.

3 vgl. Nolting: Lernfall Aggression, S. 239.

4 Nolting: Lernfall Aggression, S. 238.

5 siehe Kapitel 2.2.

6 siehe Kapitel 2.1.

7 vgl. Nolting: Lernfall Aggression, S. 238f.

8 Schwarzer/Posse: Schulberatung, S. 442.

9 Krapp/Weidenmann: P ä dagogische Psychologie, S. 578.

10 siehe Kapitel 2.

11 Krapp/Weidenmann: P ä dagogische Psychologie, S. 217.

12 vgl. ebd.

13 ebd.

14 Zimbardo/Gerrig: Psychologie, S. 690a.

15 vgl. ebd.

16 vgl. Zimbardo/Gerrig: Psychologie, S. 690.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Kommunikation und Konflikt(bewältigung) in der Schule
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Lehrstuhl für Schulpädagogik)
Veranstaltung
Seminar: Kleines Training für Lehrkräfte
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V175545
ISBN (eBook)
9783640965922
ISBN (Buch)
9783640966288
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konflikt, Kommunikation, Streit(gespräch), Aggression, Schule, Beratung
Arbeit zitieren
Alexander Schmitt (Autor), 2011, Kommunikation und Konflikt(bewältigung) in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/175545

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