Die Rolle der Sprache in G. Orwells "1984" und A. Burgess "Clockwork Orange"


Ausarbeitung, 2011
16 Seiten, Note: 1
Melanie Meisch (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.1 Eine kleine Einleitung in die Rolle der Sprache in George Orwells 1984 und Anthony Burgess Uhrwerk Orange
1.2 Orwells Auffassung der Sprache in »Politics and The English Language«

2.Die Sprache in 1984

3.Die Funktion der Sprache in A. Burgess Uhrwekr Orange

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die britischen Schriftsteller, George Orwell (1903 – 1950) und Anthony Burgess (1917 – 1993), die zu den Ausnahmekünstlern des 20. Jahrhunderts gezählt werden, verdanken ihren Ruhm hauptsächlich ihren großen dystopischen Romanen 1984 (Orwell) und Uhrwerk Orange (Burgess). Eine Dystopie wird als die negative Form der Utopie definiert und zeichnet sich dadurch aus, dass sie beunruhigende Tendenzen des Zeitgeistes, ins Besondere im politischen, wissenschaftlichen und sozialen Bereich, aufgreift und in einer übertriebenen, satirischen Form in die Zukunft projiziert. Im Allgemeinen behandelt eine Dystopie eine zukünftige Gesellschaft, die von einer despotisch herrschenden Regierung unterdrückt wird, welche die Freiheit des Einzelnen und andere Grundwerte, wie die Menschenrechte, gänzlich ignoriert und verletzt. Auch in 1984 und in Uhrwerk Orange wird der Leser mit politischen bzw. gesellschaftlichen Systemen konfrontiert, welche das Individuum in seiner Freiheit rigoros unterdrücken.

In 1984 manifestiert sich eine extreme Form von negativer Unfreiheit darin, dass die Einwohner des dystopischen Staates Ozeanien von der totalitären Regierung mit ihrem Führer, dem Großen Bruder, in ihren Grundfreiheiten absolut unterdrückt werden. Es handelt sich hierbei um ein massives Eingreifen seitens des Staates in das soziale, berufliche und, ins Besondere, private Leben der Menschen, welches durch Vorrichtungen wie überall aufgestellte Bildschirme, die gleichzeitig Propaganda Nachrichten senden, und – und darin liegt ihre Spezialität – wie eine Videokamera fungieren, ständig überwacht und kontrolliert wird. Die Aspekte der positiven (Un)Freiheit lassen sich an Manipulationstechniken, wie Doppeldenk und Neusprech analysieren, welche die Kapazitäten der positiven Freiheit darin einengen, dass sie das autonome Denken nahezu unmöglich machen, indem sie ein System der absoluten Gedankenkontrolle errichten.

Im Uhrwerk Orange wird dem Leser ein Protagonist präsentiert, der die Grenzen seiner negativen Freiheit permanent auszuweiten bestrebt ist, dabei allerdings die Rechte und Freiheiten seiner Mitmenschen konsequent verletzt. Der Junge Alex und seine Bande (droogs) terrorisieren die Gesellschaft in der sie leben und erinnern in ihrem aggressiven, rücksichtslosen Verhalten an jenen philosophischen Naturzustand, den Thomas Hobbes als einen „Krieg jeder gegen jeden“ bezeichnet hat. Diesem Treiben wird ein jähes Ende gesetzt, als Alex inhaftiert wird und sich freiwillig bereit erklärt an einem psychologischen Experiment teilzunehmen, welches ihn zu einem besseren Menschen machen und deswegen vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen soll. Das Experiment jedoch, operiert auf der Basis der operanten und instrumentellen Konditionierung entwickelt vom Behavioristen B.F. Skinner, und bewirkt, dass Alex keine freie Wahl über seine Handlungen mehr besitzt, sondern nur noch entsprechend der Konditionierung agieren kann.

Die moralische Botschaft hinter Uhrwerk Orange besagt, dass der Mensch kein

Uhrwerk ist, welches man programmieren kann, im Gegenteil, er ist ein Wesen, das gerade dadurch ausgezeichnet und definiert wird, dass es autonom entscheiden kann und moralisch zu wachsen im Stande ist. Um seine positive Freiheit zu erreichen, so Burgess, bedarf es keines Einwirkens von außen – vielmehr kann die eigene positive Freiheit, die „ wahre und höhere Natur des selbst “ nur aus sich selbst heraus entstehen.

Beide Romane, 1984 und Uhrwerk Orange, liefern ein großes Spektrum an kritischen Überlegungen und können aus verschiedenen philosophischen Perspektiven beleuchten werden. Die Idee der menschlichen Freiheit steht jedoch im Mittelpunkt der beiden Werke.

Ebenfalls spielt auch die Sprache in den beiden dystopischen Romanen eine große und bedeutende Rolle. Sie hat natürlich in jedem Roman eine andere Funktion. Hier soll der Aspekt der Freiheit in Bezug auf die experimentelle Sprache der Romane diskutiert wie auf die Sprachpolitik in totalitärer Staaten.

“ Language is power, life and the instrument of culture,

the instrument of domination and liberation.”

Angela Carter

(English novelist, 1940-92)

1.1 Eine kleine Einleitung in die Rolle der Sprache in George Orwells 1984 und Anthony Burgess Uhrwerk Orange

Vergleicht man die beiden Romane wird sofort eine auffallende Ähnlichkeit deutlich, nämlich der originelle Umgang mit der Sprache seitens der beiden Autoren. Jeder der beiden Autoren bearbeitet auf eine andere Art und Weise sein sprachliches Experiment.

Orwells Neusprech, hatte als Ziel die Anzahl und das Bedeutungsspektrum der Wörter zu verringern, während sich Burgess russischer Jugendslang Nadsat nannte und den Wortschatz durch slawische Wörter bereicherte. Beide Autoren interessierten sich für die Sprachen und für ihre politische und soziologische Aspekte. Bemerkenswert ist hier Orwells berühmten Essay » Politics and The English Language (1946)«[1] und Burgess Buch » Language Made Plain (1964) «[2] zu erwähnen, von denen sich beide Autoren inspiriert haben lassen. In den folgenden Kapitel wird der Aspekt der Freiheit in Bezug auf die experimentelle Sprache der Romane diskutiert, wie auch die Bezugnahme Orwells und Burgess auf die Sprachpolitik totalitärer Staaten.

Die Behandlung des Themas „Sprache“ in einer Utopie erfolgte bereits sehr früh, so zum Beispiel durch Jonathan Swift in seinem Buch „Gullivers Reisen“. Die Beschreibung von Eigentümlichkeiten der Sprache ist ein wichtiges Element zur Verdeutlichung des Lebens der Menschen. So erfindet Orwell in seinem Staat eine ganz neue Sprache. Diese ist zwar auf der alten Sprache (Englisch) aufgebaut, ist aber so weit verstümmelt und verkürzt, dass man sie kaum wiedererkennen, geschweige denn verstehen kann. Diese neue Sprache („Newspeak“) hat zwei Wurzeln.

Einerseits gibt es Strukturen, die der modernen russischen Sprache entnommen sind. Eine weiter Quelle füe Newspeak ist das sogennante ,,Basic Englisch“, eine stark vereinfachte Version der englischen Sprache , die nur aus 500 Wörtern besteht und die mit der 90% aller Inhalte ausgedrückt werden kann. ,,Basic Englisch“ wurde von Charles K. Ogden entwickelt.

[...]


[1] http://www.ourdecline.com/decline/orwell1.htm

[2] http://openlibrary.org/books/OL20574967M/Language_made_plain

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Rolle der Sprache in G. Orwells "1984" und A. Burgess "Clockwork Orange"
Hochschule
Αριστοτέλειο Πανεπιστήμιο Θεσσαλονίκης - Thessaloniki
Veranstaltung
Dystopie in Literatur und Filmen
Note
1
Autor
Jahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V176046
ISBN (eBook)
9783640973477
ISBN (Buch)
9783640973330
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rolle, sprache, orwells, burgess, clockwork, orange
Arbeit zitieren
Melanie Meisch (Autor), 2011, Die Rolle der Sprache in G. Orwells "1984" und A. Burgess "Clockwork Orange", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176046

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