Alzheimer Demenz - Gerontopsychiatrische Pflegeplanung

Mit Biographie, Anamnese und dem aktuellen Pflegestatus - Angelehnt an das Pflegemodell Monika Krohwinkel


Seminararbeit, 2009
29 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Vorwort

2. Tipps für das Schreiben einer Pflegeplanung

3. Ärztliche Diagnosen

4. Biographische Daten

5. Pflegeanamnese

6. Aktueller Pflegestatus
6.1 Lebensbereich: sich bewegen und sichere Umgebung
6.2 Lebensbereich: pflegen und ausscheiden
6.3 Lebensbereich: essen und trinken
6.4 Lebensbereich: psychosoziale Integration
6.5 Pflegestufe

7. Pflegeprozessplanung angelehnt an das Pflegemodell Monika Krohwinkel

8. Besondere Anforderungen an die Pflegeplanung

9. Nachwort

10. Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Es ist festzustellen, dass sehr viele Pflegefachkräfte (PFK) eine große Hemmschwelle haben, sich an Pflegeplanungen zu schreiben.

Zum einen ist die begrenzte Zeit im täglichen Arbeitsablauf anzumerken, die Fachkräften zur Verfügung steht. Dies führt dazu, dass Pflegeplanungen in manchen Einrichtungen in der Freizeit geschrieben werden müssen.

Dann sind die oft veränderten Vorgaben zu benennen, die als Richtlinien für Pflegeplanungen gelten. In der Ausbildung werden andere Kriterien gelehrt, als in den jeweiligen Einrichtungen später gefordert wird. Jedes Haus, jeder Träger hat eigene Vorgaben, an denen sich die PFK zu halten hat.

Dazu kommen dann noch die Maßstäbe des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK). Einzubeziehen ist in dieser Hinsicht die Pflege- Transparenzvereinbarung stationär (PTVS). Nicht zu vergessen natürlich die Expertenstandards.

Zur Abrundung dieser Hürden stellten/stellen viele Häuser ihre Dokumentation von handschriftlichen Akten auf EDV gestützte Dokumentation um. Nochmals neue Voraussetzungen, an die sich die Pflegefachkraft (PFK) gewöhnen bzw. umstellen muss.

„Zum Glück“ gibt es ja viel Literatur, die einem sagt, wie eine Pflegeplanung richtig zu schreiben ist. Leider gibt jedes Buch wiederum andere Lösungsmöglichkeiten, Ratschläge und leider auch teilweise Unrichtigkeiten an.

Aus diesen Gründen ist die Hemmschwelle, ja sogar Angst vor dem Schreiben einer Pflegeplanung verständlich.

Die Träger müssen dafür sorgen, dass trotz aller bekannter Aussagen wie,

„besseres Zeitmanagement“ usw., Pflegeplanungszeiten für Fachkräfte im Dienstplan eingeplant sind.

Die Einrichtungen leben doch schließlich auch von einer guten MDK- Bewertung, haben also viel von fachlich anspruchsvollen Pflegeplanungen. Natürlich ganz davon abgesehen, dass Bewohner und Kollegen von lesbaren Pflegeplanungen profitieren sollen.

2. Tipps für das Schreiben einer Pflegeplanung:

Ich behaupte: Pflegeplanung schreiben ist einfach und macht sogar Spaß!

Grundsätzliches:

6-stufiges Modell nach FischerMeier (aus Pflege Heute S. 3l)

l. Informationen sammeln
2. Probleme und Ressourcen finden
3. Ziele festlegen
4. Maßnahmen planen
5. Maßnahmen durchführen
6. Überprüfen und verbessern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(aus: www.sozialstation-beverstedt-hagen.de/sozials)

Informationen bekomme ich vom Betroffenen selber, von Angehörigen, Freunden/Bekannten, Ärzten, der Biographie Probleme sollten beschrieben werden so wie sie sind, was wir sehen. Einfach und verstehbar schreiben.

Die PFK sollte sich fragen: Ist das evtl. nicht das Problem des Bewohners, sondern unser Problem. Es reicht natürlich nicht einfach nur zu schreiben Adipositas, Hypertonie oder Diabetes mellitus. Es muss sich gefragt werden, was für ein konkretes Problem hat der Bewohner (BW) mit dieser Erkrankung. Z. B. bei Adipositas, Bewegungseinschränkung mit erhöhter Sturzgefahr.

Ressourcen beschreiben das, was der BW kann. Außerdem müssen Gewohnheiten, Vorlieben und Bedürfnisse (GVB) benannt werden. Dies soll, wenn möglich, biographische Inhalte des Menschen beinhalten. Kann aber auch aus unseren Beobachtungen resultieren. Ursprung unseres Wissens sollte benannt werden.

Ziele müssen erreichbar und positiv beschrieben sein. Vorsicht: Ziel nicht mit Maßnahme verwechseln. Ist-Zustand beschreiben.

Keine Allgemeingültigkeiten formulieren. Individuell beim Betroffenen bleiben. Keine Allgemeinheiten, keine Floskeln verwenden.

Maßnahmen genau ausführen. In der Pflegeplanung muss stehen wer, was, wann, wie und wie oft gemacht werden soll.

Die Maßnahme muss zum Problem entwickelt werden. GVB beachten. Wenn z.B. Vitalwerte, Blutzucker (BZ) oder Gewichte gemessen werden sollen, auf die ärztlichen Verordnungen hinweisen. Ärztlich verordnete Schwellenparameter sollten bereits in den Verordnungen stehen.

Es ist nicht richtig, wenn die PFK etwa von sich aus einmal pro Woche ein Blutzuckertagesprofil (BZT) erstellen möchte. Dieses muss einer ärztlichen Verordnung zu Grunde liegen, da eine BZ-Messung unter Umständen als Körperverletzung gewertet werden kann. Dies trifft dann zu, wenn der BW selber nicht mehr imstande ist, diesen Vorgang eigenständig zu bewerten. Dies ist bei einer fortgeschrittenen Demenz der Fall. Es reicht auch nicht, wenn der Betreuer dem zustimmen würde.

Evaluation: Eine Pflegeplanung ist natürlich nie fertig, sie muss leben, denn der BW verändert sich auch immer weiter. Jede Veränderung muss sich in der Planung wieder finden. Nach jedem Sturz, jedem Krankenhausaufenthalt, bei Veränderung im Essverhalten, oder bei größerem Gewichtsverlust muss sich das in der Pflegeplanung wieder finden.

Assessments müssen zur Unterstützung eingesetzt werden . Dies sind z. B. die Bradenskala (Dekubitus), MNA (Ernährung), ECPA (Schmerz). Leider finden sich in Pflegeplanungen „Gehübungen“ in den Maßnahmen, und der BW ist leider seit einem halben Jahr nur noch in den Rollstuhl zu mobilisieren.

„Erlernen und Sichern von Pflegekompetenz“

Laufende Erfahrungen mit der Pflegeplanung bringt vor allem durch die Auswertung mehr Sicherheit bei der Entscheidungsfindung. Wenn die Überprüfung der Wirksamkeit von Pflege im gemeinsamen Gespräch auf der Station erfolgt, wird der „Erfahrungsschatz“ des gesamten Stationsteams erweitert. Bis zum Beweis der Wirksamkeit (oder Unwirksamkeit) einer Maßnahme, der durch die Pflegeforschung erbracht wird, ist die Krankenpflege (Altenpflege) auf dieses Erfahrungswissen angewiesen (empirisches Wissen). (aus Pflege Heute S. 3O)

Fragt die Łollegen, die evtl. häufiger bei dem betroffenen Bewohner sind, nach ihren Eindrücken.

Hinweis zur folgenden Pflegeplanung:

Die Planung basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen mit von mir betreuten Erkrankten. Die von mir verwendeten Namen sind fiktiv.

3 . Ärztliche Diagnosen für die Pflegep lanung:

l. Alzheimer Demenz wurde am 23.O5.2OO3 diagnostisiert
2. Koronare Herzkrankheit
3. Herzmuskelinsuffiziens
4. rezessive Synkopen bei Vertebralinsuffiziens
5. Stress- u. Harninkontinenz (lt. Inkontinenzverordnung vom 3l.l2.O3)
6. chronische venöse Insuffizienz li. Oberschenkel
7. Niereninsuffizienz i. Stadium d. kompensierten Retention
8. Prolaps
9. Osteoporose
lO. Makuladegeneration (Seestörung bzgl. Netzhaut) O7.ll.2OO4 ll. supkapitale Humeruskopffraktur (Oberarmbruch) l9.O3.2OO4 l2. Allergische Reaktion auf EKG-Metall-Elektroden.

Betreuungsvollmacht Tochter Sabine B.:

Sorge für die Gesundheit, Aufentshaltbestimmung, Vermögen

4. Biografische Daten (Namen und Daten sind fiktiv)

Frau Gertrud Meier., geborene K., wurde am lO.ll.l92l in Rogzow (Pommern) geboren.

Mutter Anna L., Vater Johann-Gustav L.. Frau M. hat eine Schwester, Gerda und zwei Brüder, Helmut und Karl. Die Familie wohnte in einem Haus mit Garten. Haustiere gab es nicht. Nach der Volksschule absolvierte Frau M. eine Lehre als Kontoristin in Kolberg, das heutige Kolobrzeg (Polen). l945 flüchtete Frau M. mit ihren Eltern und Geschwistern über den Seeweg aus Pommern.

Im August l945 heiratete Frau M. ihren Mann Ludwig, den sie bereits in Kolberg kennen lernte. Ludwig M. war Schlosser. Seitdem lebt Familie M. in Lübeck-Travemünde. Dort arbeitet Frau M. lange Zeit in einem Schuhgeschäft.

Frau M. hat 2 Töchter, Sabine und Elisabeth und eine Enkeltochter.

l984 verstarb Frau Meiers. Ehemann Ludwig M. Seitdem lebte Frau M. alleine.

Lt. Aussage der Töchter, verschlechterte sich der psychische Zustand ihrer Mutter im Sommer 2OO2 rapide. Sie benötigte zusehends Hilfe, Anleitung, Aufsicht und Betreuung. Die Töchter berichteten, dass ihre Mutter zur Person orientiert war, nicht aber zu Zeit und Ort.

Des Weiteren litt ihre Mutter unter Angstzuständen in der Nacht und wollte nicht alleine sein.

Im November 2OO2 mussten die Töchter den Umzug ihrer Mutter in ein Seniorenhaus veranlassen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Alzheimer Demenz - Gerontopsychiatrische Pflegeplanung
Untertitel
Mit Biographie, Anamnese und dem aktuellen Pflegestatus - Angelehnt an das Pflegemodell Monika Krohwinkel
Veranstaltung
Pflegeplanung Gerontopsychiatrie
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
29
Katalognummer
V177193
ISBN (eBook)
9783640987467
ISBN (Buch)
9783640987511
Dateigröße
1178 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Alzheimer Demenz, Gerontopsychiatrie, Pflegeplanung, M. Krohwinkel
Arbeit zitieren
Uwe Küker (Autor), 2009, Alzheimer Demenz - Gerontopsychiatrische Pflegeplanung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177193

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