NEWater (Neues Wasser) - Singapur auf dem Weg zur autonomen Wasserversorgung


Examensarbeit, 2011
76 Seiten

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

VORWORT

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

TEIL I

1. EINLEITUNG
1.1 ZIEL DER ARBEIT
1.2 THEORETISCHE ANSÄTZE
1.2.1 POLITISCHE ÖKOLOGIE - SINGAPUR
1.2.2 WISSENSBASIERTE ÖKONOMIE - SINGAPUR
1.3 METHODISCHE VORGEHENSWEISE

2. DAS BILD: SINGAPUR – EINE STADT, EIN STAAT, EIN AUTOKRATISCHES HERRSCHAFTSSYSTEM UND EIN RESSOURCENPROBLEME
2.1 PHYSISCHGEOGRAFISCHE MERKMALE
2.2 HUMANGEOGRAFISCHE MERKMALE
2.2.1 POLITIK
2.2.2 BEVÖLKERUNG
2.3 „TROPICAL CITY OF EXCELLENCE“

TEIL II

3. DIE WIRTSCHAFTSMACHT SINGAPUR – ENTWICKLUNG ZUR AUTONOMIE
3.1 WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG SINGAPURS
3.2 INNOVATIONSPROJEKTE SINGAPURS
3.3 DIE ABHÄNGIGKEIT VON WASSER ALS MOTOR EINES INDUSTRIEZWEIGES

4. NEWATER – AUS ABHÄNGIGKEIT WIRD UNABHÄNGIGKEIT
4.1 NEWATER – DAS PROJEKT
4.2 TECHNOLOGIE UND FUNKTIONSWEISEN DER WASSERAUFBEREITUNG
4.3 WASSERBEDARF UND -AUFBEREITUNG IM INTERNATIONALEN VERGLEICH

TEIL III

5. FREIHEIT GEGEN UNABHÄNGIGKEIT – EIN ERZWUNGENER TAUSCH
5.1 POLITISCH-GESELLSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG PARALLEL ZUM WIRTSCHAFTSWACHSTUM
5.2 EINE AUTOKRATISCHE REGIERUNG IN DER MODERNEN WELTGESELLSCHAFT

6. ZUSAMMENFASSUNG

7. LITERATURVERZEICHNIS
7.1 LITERATUR
7.2 PUBLIKATIONEN UND PRÄSENTATIONEN AUS ONLINE-QUELLEN
7.3 INTERNETQUELLEN (ARTIKEL, BERICHTE, etc.)

VORWORT

Wie ein lumineszierender Mantel legt sich der Nachthimmel auf die Stadt. Über Down Town Singapur Marina Bay bis hin zum International Airport in Changi. Das ist die Flugroute beim Anfliegen an den Flughafen. Schon beim Betrachten aus der Luftperspektive, wird der Ehrgeiz der Stadt sichtbar, denn im Zentrum drängen sich beleuchtete Grünanlagen an utopische Bauwerke wie das Marina Bay Sands oder „The Esplanade“. Die Infrastruktur wirkt wie ein organisches Netz, dass die gesamte Insel umfasst. Geplant, kontrolliert und durchgeführt, Erfolg. Mit dieser Beschreibung wird der Kern des Eindruckes erfasst, den ein jeder Besucher von Singapur bekommt, wenn dieser durch eine der modernsten Städte der Welt schlendert. Es ist faszinierend, wozu der Mensch fähig ist und mit wie viel Disziplin er seine Ziele erreichen kann.

Das Singapur unter einer natürlich bedingten Wasserknappheit leidet lernt ein jeder Schüler bereits in der 9ten Klasse auf dem Gymnasium, wenn es um das Thema Wasser und neue Technologien zur Gewinnung von Trinkwasser geht. Doch wird ausschließlich die Technologie und die geografischen Bedingungen besprochen, denn Zusammenhänge mit der Humangeografie stehen noch nicht im Rahmenplan. Ähnlich ist es bei den Besuchern in Singapur, die mit ihrem Reiseführer auf einem Zwischenstopp, im Schnelldurchlauf die „Asiatischen Werte“ sehen und erfahren wollen. Alle staunen, doch niemand fragt nach der Grundlage, nach den Strukturen , Bedürfnissen, Abhängigkeiten und Zielen, die hinter der Fassade Singapurs stehen und dort gehalten werden. Vielleicht wundert sich der eine oder andere, warum in dem Club letzte Nacht, in dem extrem gefeiert wurde, Soldaten mit Maschinengewähren anwesend waren und warum keiner der Einheimischen mehr trank als er vertragen kann. Doch hinterfragen kostet zu viel Zeit, das eigentliche Ziel ist doch Australien oder LA.

Singapur profitiert von dem Desinteresse an Ursachen und Gründen, seitens eines großen Teils der Weltgesellschaft. Auch in der Wirtschaft sind internationale Unternehmen, auf ihrem Weg des Profithungers, an den Strukturen und Bilanzen der Wirtschaft in Singapur interessiert und investieren „nonstop“. Ab und zu flimmert eine Nachricht am Ende der Tagesschau, kurz bevor die täglichen Fussballergebnisse verkündet werden, über den Fernseher in der es um Menschenrechtsverletzungen oder um hingerichtete Kleinkriminelle in Singapur oder China geht. Aber wir warten auf das Wetter, denn wir müssen wissen, ob wir die dicke oder die dünne Jacke morgen anziehen können. Vielleicht müssen wir umdenken, da unser Kurztrip übers Wochenende ins Wasser fällt. Es gibt viele Möglichkeiten und Fakt ist, dass die meisten von uns, beim Wetter schon gar nicht mehr wissen was vor dem Fussball war.

In sehr detaillierten Dokumentationen auf diversen Fernsehsendern, können wir mehr erfahren über Singapur, doch geht es nicht um Hintergründe und soziale Strukturen, es geht um Innovationen, wie NEWater oder Marina Bay oder Meerwasserentsalzung. Es war genau solch eine Dokumentation, die mich veranlasst hatte, das Thema der innovativen Wassertechnologien Singapurs, privat zu vertiefen, um alles darüber in Erfahrung zu bringen. Ich war fasziniert von den enormen staatlichen Investitionen und den Zukunftsvisionen und der Ausrichtung aller Projekte auf Nachhaltigkeit, doch je tiefer ich in die Materie und Informationenflut eindrang, desto gespaltener wurde mein Eindruck. Ich bekam die Möglichkeit hinter die Fassade zu schauen und all die im Schatten liegenden Ursachen und Gründe für eine solch tolle Stadt zu sehen. Eine „Tropical City of Excellence“, errichtet auf einem Weg, dessen Ziel die Unabhängigkeit ist und über allen anderen thront.

ABKÜRZUNGSVERZEICNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

TEIL I

1. EINLEITUNG

SINGAPUR, Four National Tabs 2010 – Singapur ist ein Stadt- und Inselstaat im Südchinesichen Meer. Die Stadt ist umgeben von Salzwasser und hat aufgrund natürlicher Gegebenheiten keine großen Wasserressourcen. Singapurs Unabhängigkeit von Malaysia im Jahr 1965 erforderte einen Plan zur Wasserversorgung, wodurch die Existenz des Staates und die seiner Bevölkerung gesichert werden sollte. Diese Faktoren veranlassten Singapur in der Vergangenheit alternative Lösungen zur Wasserversorgung durch Malaysia zu entwickeln. Bis heute hat sich Singapur zu einer der wirtschaftlich stärksten Nationen der Erde entwickelt und umfasst neben einer modernen Infrastruktur eine wasserintensive Industrie und ein hohes Bevölkerungswachstum.

Politische Differenzen mit dem nördlichen Nachbarn, veranlassten die Regierung Singapurs zum schnellen Handeln. In der Folge entstanden unter der Leitung des Public Utilities Board[1] einige Projekte zur Wasserversorgung, die in den Four National Tabs zusammengefasst wurden. Diese Tabs sind 1. Lokale Niederschlagsreservoire, 2. NEWater Fabriken, 3. Meerwasserentsalzung und 4. Wasserlieferungen aus Malaysia. Für den zweiten und dritten Tab entwickelte der Public Utilities Board zusammen mit ausländischen Unternehmen innovative Wassertechnologien zur Gewinnung von Trinkwasser aus Abwasser und Meerwasser. „ Über gigantische unterirdische Abwasserkanäle fangen Ingenieure jeden Tropfen auf, um ihn zu recyceln. Singapur ist heute weltweit führend in der Wiederaufbereitung von Wasser.“ (HEESCH, 2006) Der Staat stellte für die Forschung und Entwicklung dieser Technologien umfangreiche Budgets zur Verfügung. 2010 wurde die fünfte Anlage, zur Produktion von NEWater in Changi feierlich eröffnet. Zusammen mit dieser Anlage ist es Singapur gelungen, bereits 40 % des Wasserbedarfs der Bevölkerung und Industrie zu sichern. Bis 2061 soll der gesamte Bedarf durch zusätzliche Projekte, wie zum Beispiel den NEWater Infrastructure Plan, gedeckt werden.

ONE-NORTH, Singapur Stadtzentrum, 2010 – Über Nacht hat die Regierung eine neue Ausrichtung der Investitionen für Forschung und Entwicklung bekanntgegeben und legt den Forschungsleitern von Biopolis und Fusionopolis nahe, in Zukunft Anträge auf Fördergelder zu stellen. Die extrem hohen Investitionen der Regierung in die Bereiche Biotechnologie, Pharmatechnologie und Ingenieurwesen wurden zurückgefahren und in einem neuen Fünf-Jahres-Plan der Industrie und Produktion zur Verfügung gestellt.

„ When Neal Copeland and Nancy Jenkins, a renowned husband-and-wife-team of cancer geneticists, left the US National Cancer Institute in Bethesda, Maryland, for the Institute of Molecular and Cell Biology in Singapore in 2006, they joined a string of star names in the city-state that suggested its remarkable investment in research was paying off.“ (NATURE 468, Dez. 2010)

Die ehemals enormen Förderungen, die Wissenschaftler aus der gesamten Welt angelockt haben und die ein ausreichendes Gehalt, die besten Arbeitsbedingungen und umfangreiche Forschungsgelder versprachen, fallen nun weg. Die Regierung begründet ihre Entscheidung mit der Tatsache, dass fast alle Forschungseinrichtungen in der Welt ihre Forschungen durch Drittmittel und staatliche Förderanträge finanzieren. Doch bei einer so rasanten Wende entsteht immer eine Lücke im Haushaltsplan der Institutionen, da von der Auszahlung der letzten Zuschüsse des Staates bis hin zur Antragstellung und Genehmigung neuer Gelder teilweise mehrere Monate vergehen. Die Singapurer Wissenschaftler sind die Opfer eines autokratischen Herrschaftssystems, in dem die Regierung die Entscheidungen ohne Rücksprache mit den Betroffenen fällt. Zudem mussten die Wissenschaftler die Erfahrung machen, dass ihre Arbeiten vorrangig einem industriellen und wirtschaftlichen Zweck dienten, denn mit den neuen Investitionen in die Industrie und Produktion werden die Ergebnisse der Forschung und Entwicklung direkt umgesetzt und für den weltweiten Markt zur Verfügung gestellt. (NATURE, 2010)

Singapur lockte mit perfekten Forschungsbedingungen und hohen Gehältern im Jahre 2000 bis 2005 und versprach langfristige Förderungen.

„ By 2010, Singapore plans to increase scientific funding from an already impressive 2.6 % of gross domestic product in 2007 to 3 %, which would put it ahead of most of the big players, including Britain and the United States. But as Singapore continues its scientific spending spree, observers are asking what economic gains these high-profile projects will achieve.“(CYRANOSKI, in Nature 455, 2008)

Doch nun sind die Forschungsmittel nicht mehr einsetzbar. Wenn die ehemals perfekten Bedingungen nun nicht mehr so perfekt sind, werden sich die Wissenschaftler im internationalen Raum umschauen und eventuell ihre Karriere nicht in Singapur fortsetzen.

BUDDHIST LODGE, Singapur 2008 – Die Menschen, die in diese Einrichtung kommen, um sich eine kostenlose Mahlzeit abzuholen, werden täglich mehr und die Schere zwischen Arm und Reich somit größer. Wenn ein Job wegfällt und die Aufgaben, die mit dem Job zusammenhingen von einem anderen Mitarbeiter übernommen werden, dann steigt dessen Einkommen, während der andere in die Armut fällt. Die Menschen der Mittel- und Unterschicht leiden hauptsächlich an den hohen Lebenserhaltungskosten, die der Entwicklung Singapurs zu einer Weltmetropole und der damit verbundenen Modernisierung der Informationstechnologien zugrunde liegen. Parallel sind die Löhne der Menschen in diesen Schichten sehr gering und verstärken die Problematik der steigenden Kosten. Hinzu kommt eine zunehmende Altersarmut durch fehlende sozialstaatliche Strukturen und eine permanent hohe Inflationsrate. Singapur hat neben modernen Wohnungen und einer High-tech Infrastruktur, ein klaffendes Loch der Armut, das immer größer und tiefer wird.

Singapurs Entwicklung von seiner Unabhängigkeit bis heute ist in der Welt einzigartig und revolutionär. Doch wird diese rasante wirtschaftliche Modernisierung von Ereignissen und Strukturen begleitet, die nicht immer dem Wohlergehen des Einzelnen entsprechen. Die autokratische Herrschaft der Peoples Action Party in Singapurs Einparteiensystems hat zwar zu einer reichen Nation und einem hohen Lebensstandard der Bevölkerung geführt, doch die politisch-wirtschaftlichen Ziele stets über soziale und kulturelle Werte gestellt. Somit ist das Sozialsystem in Singapur nicht dazu gedacht, Menschen, die weniger oder keine Leistungen erbringen, aufzufangen und ihnen Sicherheiten zu geben. Viele Menschen gerade in „Little India“ und „China Town“, sind obdachlos und leben am Rande des Existenzminimums. Diese Problematik ist der Regierung bekannt, doch muss sie sich vor niemandem rechtfertigen, da sie die politische Allmacht besitzt. Das Ziel, die autarke Wasserversorgung, dient der Gemeinschaft und ist die Existenzgrundlage der Bevölkerung, doch ist sie auch der Motor für die Wirtschaftsentwicklung in der Zukunft und somit die Sicherheit zur Wettbewerbsfähigkeit.

1.1 ZIEL DER ARBEIT

In der folgenden Arbeit wird die wirtschaftliche- und politische Entwicklung des Stadtstaates Singapurs seit seiner Unabhängigkeit bis heute betrachtet, um die Motivation und vor allem die Fähigkeit zur Produktion von NEWater zu ergründen. Hierbei steht die Möglichkeit zur Herstellung von NEWater als Ergebnis einer modernen und innovationsorientierten Industrie im Mittelpunkt dieses Textes. Ferner soll die politische Grundlage für das Projekt Singapur vor dem Hintergrund westlicher Werte und Normen diskutiert werden.

1.2 THEORETISCHE ANSÄTZE

Singapurs Regierung unter Lee Kuan Yew, Goh Chok Tong und aktuell Lee Hsien Loong hat bereits in den 1990er Jahren die Wichtigkeit von ressourcengebundener Nachhaltigkeit und die Erzeugung von Wissen in der Gesellschaft und Wirtschaft erkannt. In Anlehnung an diese Faktoren entstanden stets neue staatliche Pläne, abgesichert durch enorme Investitionen, um den gesamten Staat umzustrukturieren und der internationalen Wirtschaft anzupassen. Die Erkenntnis Singapurs, vor dem Hintergrund historisch-wirtschaftlicher Gegebenheiten, die später unter Kapitel drei noch erklärt werden, auf politische Ökologie und eine wissensbasierte Gesellschaft zu setzen, hat das moderne Singapur nachhaltig geprägt. Dem zugrunde liegen die Theorien der jeweiligen Faktoren, die im folgenden Text erläutert werden.

1.2.1 POLITISCHE ÖKOLOGIE

Die politische Ökologie ist eine Teildisziplin der Sozialwissenschaften, da sie sich mit der Analyse des Einflusses des Menschen auf seine Umwelt befasst. Der menschliche Einfluss wird hierbei an kulturelle, wirtschaftliche, traditionelle und religiöse Bedingungen und Voraussetzungen gebunden. Die Umwelt beschreibt hierbei den Raum, der als Lebensraum für Lebewesen gilt und natürlich gewachsen ist. Die Betrachtung von künstlichen Lebensräumen ist nicht relevant für die politische Ökologie. Die eben genannte Analyse wird als Erfahrung eines Aktions-Reaktions-Verhältnisses zwischen Mensch und Umwelt gespeichert, um Konzepte zu entwickeln, die eine Schädigung der Umwelt durch bereits bekannte Prozesse, zukünftig verhindern können.

Nach einer Definition der politischen Ökologie von Stott und Sullivan im Jahre 2000 identifiziert diese Disziplin hauptsächlich die politischen Umstände, die Menschen einer bestimmten Region dazu gebracht haben, ihre Umwelt negativ zu beeinflussen. Im Laufe der Geschichte gab es verschiedene Definitionen. Während die älteren hauptsächlich die politische Ökonomie als Ursache betrachten, konzentrieren sich die jüngeren mehr auf die politischen Entscheidungen. (ROBBINS, 2004, S. 5) Im Inselstaat Singapur haben sich in der Zeit des Wandels vom Umschlagshandel zum Verarbeitenden Gewerbe als wirtschaftliche Kraft schnell die zunehmenden Belastungen durch Abwasser bemerkbar gemacht. Da die Ressource Wasser auf der Insel rar ist, mussten politische Entscheidungen getroffen werden, die das vorhandene Wasser nachhaltig schützen und Mensch und Umwelt erhalten. Hierbei fokussiert die Analyse die staatlichen Förderungen des Verarbeitenden Gewerbes, was die Menschen und Industrie dazu veranlasste, mehr Abwasser in die Umwelt abzugeben. Heute entspricht fast die gesamte Insel einem Auffangbecken für Regenwasser, während Gesetzgebungen eine Verschmutzung des potenziellen Trinkwassers hart bestrafen. Die Abwässer werden gereinigt und wiederverwendet.

1.2.2 WISSENSBASIERTE GESELLSCHAFT

„Parallel zu den strukturellen Veränderungen innerhalb der Verarbeitenden Industrie lässt sich weltweit ein Übergang von der Industriegesellschaft zur Wissensgesellschaft beobachten;...“ (SCHÄTZL, 2003, S.226)

Eine wissensbasierte Gesellschaft zu entwickeln, bedeutet für eine politische Führung Investitionen in den Bereich Forschung und Entwicklung zu tätigen. Hierbei ist es notwendig eine Grundlage zu schaffen, die über Technologien zum Generieren von Wissen und zum Produzieren von Innovationen verfügt. Parallel bedarf es einer Umstrukturierung in der Bildung und Ausbildung, um Humankapital zu schaffen. Durch Forschung und Entwicklung kann letztlich neues Wissen generiert und zu Innovationen entwickelt werden.

Zunächst werden Informationen aus der Forschung gesammelt, die durch das Vorhandensein von Schemata zur Interpretation, Anwendungen, Regeln, Formeln und der jeweiligen Überzeugung und Kreativität eines Empfängers (Wissenschaftlers), zu neuem Wissen und Erkenntnissen verarbeitet werden. Wichtig ist hierbei die Unterscheidung von Information und Wissen. Informationen sind lose Fakten oder Nachrichten, die beliebig zerlegbar sind. Wissen hingegen beinhaltet „...den Code zur Interpretation von Informationen, explizite Theorien, sowie kognitive und intuitive Elemente.“ (KOSCHATZKY, 2004, S.49) Die Forschung, Entwicklung und Innovationen basieren demnach auf einer Reihe loser Informationen, die einem Empfänger zukommen und somit seine Wissensbasis erweitern. Wissen hingegen teilt sich in explizites und implizites Wissen. Das explizite Wissen bezieht sich ausschließlich auf Inhalte, die bereits durch Distinktionen und Selektionen zusammengefasst wurden. Dieses Wissen liegt kodifiziert und dokumentiert in Publikationen, Programmen, etc. vor. Anders als das explizite beschreibt das implizite Wissen intuitive Vorgänge, in denen laufend Distinktionen und Selektionen vorgenommen werden. Die Fähigkeit zu diesen Vorgängen wird anschließend direkt praktisch umgesetzt. (SCHWANINGER, 2000, S.3 f) Das implizite Wissen liegt folgerichtig in dokumentierter und artikulierter Form, an Personen und interaktive Abläufe gebunden, vor. (KOSCHATZKY, 2004, S.49) Demgemäß ist es leicht, explizites Wissen zu transferieren, sofern der Empfänger oder Leser die kodifizierten Informationen versteht. Implizites Wissen kann einzig durch sozialen Kontakt, in Form von verbaler Kommunikation, sprich bei räumlicher Nähe transferiert werden.

Lundvall und Johnson unterteilen Wissen in Hinsicht auf dessen Funktion in „...know-what (Faktenwissen), know-why (Wissen über Naturgesetze und gesellschaftliche Prinzipien), know-how (Fähigkeiten/ Fertigkeiten, etwas zu tun) und know-who (Wissen und Informationen über die, die etwas wissen und die, die wissen, wie man etwas tut). (KOSCHATZKY, 2004, S.50) Know-what und know-why entsprechen dem expliziten Wissen, während know-how und know-who dem impliziten Wissen zugeordnet werden. Diese Definition von Wissen unterscheidet somit das Wissen vom Kennen. Das Kennen basiert auf Erfahrungen, die ein Individuum gemacht hat und Wissen umfasst Inhalte, die durch zielgerichtetes Lernen erworben wurden. Die Erfahrung kann jedoch durch wissenschaftliches Arbeiten in Wissen umgewandelt werden. Lernen hingegen erweitert die Wissensbasis systematisch und verändert das vorhandene Wissen. Wenn es in der Folge zur Anwendung des gelernten Wissens als Transfer auf unterschiedliche Methoden kommt, kann neues Wissen generiert werden. Das Lernen wird ebenfalls in verschiedene Prozesse unterteilt. So unterscheiden wir das learning by doing, das learning by using und das learning by interacting. Learning by doing bezieht sich auf Erkenntnisprozesse, in Form von Verbesserung der Fähigkeiten durch Produktionserfahrungen. Learning by using bedeutet den Erfahrungszuwachs über die Leistungsfähigkeit eines Produktes, durch seine Verwendung. Learning by interacting verbindet die beiden bereits genannten Prozesse, indem es zu einem Austausch der Erfahrungen zwischen dem Produzenten und dem Konsumenten kommt. (KALUSCHKE/ CVJETKOVIC, 2002, S.2)

Zusammenfassend sind die Prozesse und Merkmale, die eine wissensbasierte Gesellschaft ausmachen, von politischen Entscheidungen abhängig. Zu den bereits am Anfang des Abschnittes genannten Merkmalen addieren sich die Förderung der Grundlagenforschung an den Universitäten, die Erschließung wichtiger Zukunftsmärkte und die Ballung von Innovationsakteuren. Auf der Grundlage der Theorie zur wissensbasierten Gesellschaft wurde in Singapur durch den Bau von Forschungsinstituten und Entwicklungs- sowie Produktionstechnologien eine innovationsorientierte Wirtschaft entwickelt. Die technologische Infrastruktur in Singapur ermöglicht die Generierung von Wissen, das durch die Ballung von Wissenschaftlern, Innovationsakteuren, Produzenten und Konsumenten einen weiten Transfer erfährt und dem internationalen Markt zugänglich gemacht werden kann.

1.3 METHODISCHE VORGEHENSWEISE

Das Konzept dieser Examensarbeit ist in drei grundlegende Bereiche unterteilt:

1. Prämissen

Teil I beinhaltet die Zielorientierung der Arbeit, die wissenschaftstheoretischen Ansätze der politischen Ökologie sowie der wissensbasierten Gesellschaft und die im zweiten Kapitel dargestellten Grundkenntnisse zur aktuellen Lage[2] Singapurs.

2. Interpendanzen

Teil II befasst sich im ersten Abschnitt mit der Darstellung der wirtschaftlichen Entwicklung und Ausrichtung auf Wassertechnologien, dessen Ursache erläutert wird. Im zweiten Abschnitt wird die Planung der Wasserversorgung in Anlehnung an die NEWater Projekte beschrieben und im Kontext der wirtschaftlichen Entwicklung betrachtet.

3. Transfer und Erkenntnisse

In Teil III werden die Kernaussagen der Arbeit im Zusammenhang mit übergeordneten Normen und Werten diskutiert und die sich daraus ergebenden Chancen und Probleme für Singapur herauskristallisiert. Ferner werden entsprechende Schlussfolgerungen gezogen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 generalisierte Darstellung zur methodischen Vorgehensweise

2. DAS BILD: SINGAPUR – EINE STADT, EIN STAAT, EIN AUTOKRATISCHES HERRSCHAFTSSYSTEM UND EIN RESSOURCENPROBLEM

Singapur ist ein Inselstaat und gleichzeitig ein Stadtstaat. Er liegt zu Füßen der malaysischen Halbinsel im Südchinesischen Meer. In dieser Stadt bündeln sich verschiedene Ethnien, Traditionen und Industrien, die zu einer modernen Gesellschaft geworden sind. Singapur gilt als Knotenpunkt zwischen der westlichen und der asiatischen Welt und hat es auf dieser Grundlage geschafft, seine Wirtschaft zu einer der bedeutendsten und wettbewerbsfähigsten der Welt zu entwickeln.

Doch die eigentliche Grundlage für Singapurs anhaltenden Erfolg umfasst mehrere Aspekte, die sowohl politischer Natur als auch natürlich bedingt sind. Die Rede ist hier von einem politischen System, das seit der Unabhängigkeit einer einzelnen Partei die Möglichkeit gegeben hat zu regieren und Oppositionen zu verhindern. Diese Tatsache ist nicht nur ein Aspekt für Singapurs vermeintlichen Erfolg, es ist auch ein Indiz für das rasante Wirtschaftswachstum. Der natürlich bedingte Aspekt liegt in der Ressourcenknappheit von Süßwasser und Bau- bzw. Kulturland, sowie in der Gefahr, von natürlichen Unwettern[3] überrascht zu werden. Die Ressourcenknappheit hat bereits nach Singapurs Unabhängigkeit zu internationalen Abkommen mit Ländern der Region wie Malaysia geführt. Daraus entstand eine Abhängigkeit nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern auch aus politischer Sicht. Singapur hat bis heute ein sehr angespanntes politisches Verhältnis zum „Großen Bruder“ und sieht darin die Gefahr, dass Malaysia die Lieferungen einstellen könnte und dadurch die eigene Wirtschaft in die Krise stürzen könnte. Diese Aspekte des günstigen Standortes, des politischen Systems und die Ressourcenabhängigkeit, speziell vom Wasser, sind Ursachen für Singapurs gegenwärtige Realität.

In diesem Kapitel wird die eben genannte gegenwärtige Realität beschrieben und in verschiedene Bereiche gegliedert. Diese Informationen sind im Kontext und im Bezug auf das Ziel der Arbeit hilfreich, um sich den Inselstaat in seiner Gesamtheit imaginieren zu können. Es soll ein Hintergrundwissen angelegt werden, aus dem heraus ein Bild Singapurs entstehen wird, welches im Verlauf der Arbeit hinterfragt, angezweifelt, bestätigt bzw. widerlegt werden soll.

2.1 PHYSISCHGEOGRAFISCHE MERKMALE

Wie in diesem Kapitel bereits erwähnt, sind die natürlichen Gegebenheiten, sprich die physische Geografie Singapurs ein wichtiges Merkmal für die Entwicklung des Staates selbst. Dieser Teil des Kapitels wird die physischgeografischen Bedingungen des Inselstaates untersuchen und deren Bedeutung für die gesellschaftliche- und industrielle Entwicklung beurteilen.

Der Stadtstaat Singapur, auch Löwenstadt genannt, befindet sich in der Region Südostasien. Der Staat besteht aus einer Hauptinsel und 57 kleineren Nebeninseln und erstreckt sich von 1°09’ bis 1°29’ auf den nördlichen Breitengraden und von 103°38’ bis 104°06’ auf den östlichen Längengraden. Genauer beschrieben, befindet sich die Hauptinsel an der Südspitze der malaysischen Halbinsel und wird von dieser durch die Straße von Tebrau natürlich getrennt. (siehe Abb.2/ Abb.3, im Anhang) Der Johor Causeway, ein aufgeschütteter Damm für Eisenbahnen und Fahrzeuge, verbindet beide Staaten miteinander. Über die Straße von Malakka im Westen von Singapur kann die Stadt ihren Handel über den indischen Ozean in die gesamte Welt betreiben. Die Straße von Malakka wird im Westen und Süden von der Republik Indonesiens mit der Insel Sumatra abgegrenzt. Im Osten von Singapur liegt das Südchinesische Meer, welches wiederum den Handel über das Wasser mit Japan, Korea, den USA u. w. ermöglicht. Die Republik Singapur umfasst eine Gesamtfläche von 710,2 km2, wobei die Hauptinsel rund 520 km2 an Fläche misst. (UN Statistics Division, 2008) Um sich diese Ausmaße besser vorstellen zu können, dient an dieser Stelle der Vergleich mit der Stadt Hamburg in Deutschland. Die Freie und Hansestadt Hamburg ist mit einer Fläche von rund 755 km2 nicht sehr viel größer als der asiatische Staat, hat jedoch mit 1,783 Mio. (STATISTISCHE ÄMTER, Sept. 2010) erheblich weniger Einwohner.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.4 Vergleich Landesfläche und Bevölkerung Singapurs, Deutschland und den USA (FISCHER, Weltalmanach, 2010)

Das Relief der Insel wird im Nordwesten durch flachwellige Granithügel mit der höchsten Erhebung Timah Hill, 177 Meter, bestimmt. In Richtung Osten und Süden flacht das Land rapide ab und läuft als Schwemmland bis hin zur Küste aus. An der Küste im Südwesten befinden sich Mangroven, über die stets Neuland gewonnen wird. Dieses Gebiet entspricht einer Schichtstufenlandschaft[4]. Dem Küstenabschnitt vorgelagert sind demnach auch viele der kleinen, zu Singapur gehörenden Inseln, wie zum Beispiel die Insel Sentosa an der Südspitze der Hauptinsel. Der Boden der Insel ist bis auf die Granithügel im Norden fähig Wasser zu führen und kann somit auch Niederschlagswasser speichern. Da jedoch die Insel eher klein und von Salzwasser umgeben ist, reicht die Versalzung des Grundwassers bis weit ins Hinterland der Insel. Die häufig vorkommenden Niederschläge und deren Abfließen ins Grundwasser oder Speicherung in Reservoiren verhindern teilweise die Versalzung durch das Meerwasser. Das Grundwasser Singapurs kann demnach nur begrenzt als Quelle zum Decken des gesamten Wasserbedarfs genutzt werden. Der fast tägliche Niederschlag hingegen bietet eine mögliche Alternative.

Das Klima in Singapur ist tropisch-immerfeucht und sorgt für eine stetig hohe Luftfeuchtigkeit. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 26,6°C und weist eine Amplitude von nur 2 °C auf. Demnach sind die Regen- und Trockenzeiten nicht voneinander abgegrenzt, wobei der Nordostmonsun in den Monaten von November bis Januar im Vergleich zu den anderen Monaten deutlich mehr Niederschläge bringt. In diesen Monaten sind die Regenschauer sehr lang und stark und können eine Gesamtmenge von bis zu 2400 Millimeter erreichen. Im übrigen Jahr treten Regenschauer täglich auf. Diese sind jedoch nur von kurzer Dauer und weniger intensiv. Die im Jahresdurchschnitt fallenden Niederschlagsmengen nutzt der Staat heute als Wasserquelle. Die gesamte Stadt und Teile des ländlichen Raumes, sind mit einer Vielzahl von Gräben und Kanälen durchzogen, um möglichst viel von diesem Wasser aufzufangen. (siehe Abb.5, i.A.)

Das subtropische- bis tropische Klima ist typisch für diese Region und lässt auf regenwaldähnliche Vegetation hoffen, doch Singapurs Regenwald wurde durch Rodung für die Kultur- und Baulandgewinnung stark reduziert. Somit sind cirka 20 km2 der Hauptinsel als Waldbestand markiert und nur 19% der Gesamtfläche werden landwirtschaftlich genutzt. Fast die Hälfte der Hauptinsel ist bebaut.

Im Übrigen bleibt für die Fauna wenig Raum, um verschiedene Arten zu beherbergen. Aufgrund der dichten Infrastruktur und der stetig expandierenden Hauptstadt wird der natürliche Lebensraum für Tiere und Pflanzen immer kleiner und wird womöglich in ferner Zukunft gänzlich verschwinden.

Der Mangel an eigenem Wasser aus natürlichen Quellen, war und ist für Singapur ein bedeutendes Problem, denn Wasserknappheit führt unweigerlich zum Ausbleiben von Wachstum sowohl in der Wirtschaft als auch in der Gesellschaft. Während das Problem des Grundwassers Singapur zum nachhaltigen Handeln mit der kostbaren Ressource gezwungen hat, so bietet der regenreiche Monsun eine alternative Quelle zum Grundwasser. Wie aus dem Regen Wasser für Industrie und Bevölkerung gewonnen wird und welche Möglichkeiten Singapur zum Speichern des Regenwassers geschaffen hat, wird im Kapitel vier detailliert beschrieben.

2.2 HUMANGEOGRAFISCHE MERKMALE

Die physischgeografischen Merkmale einer Region, sind ausschlaggebend für die Entwicklung von Leben und ferner von Gesellschaften. Singapur gehörte ehemals zu Malaysia und gewann zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Umschlagshandel an Eigenständigkeit und Größe. In dieser Zeit war der Bedarf an Wasser im Vergleich zu heute schwindend gering und wurde zudem durch den Bundesstaat Johor auf dem Festland von Malaysia gesichert. Nach der Unabhängigkeit musste Singapur sich selbst versorgen, da die Ressourcen, siehe oben, begrenzt waren. In der Folge wurden auf politischer Ebene zwei Abkommen mit Malaysia getroffen, um tägliche Wasserlieferungen für die eigene Existenz zu sichern. Dafür waren politische Maßnahmen erforderlich, die neben einer offenen Politik zu Malaysia auch die Entwicklung alternativer Möglichkeiten zur Wasserversorgung umfassen mussten.

Im folgenden Abschnitt wird die Politik als wichtiger Aspekt, der zum Erfolg des Inselstaates geführt hat, betrachtet und in seiner Geschichte, sowie in seinen Auswirkungen auf die Bevölkerung dargestellt. Ferner wird die Momentaufnahme Singapurs, sowohl national als auch international vollendet.

2.2.1 POLITIK

Singapurs Bevölkerung erlangte im Jahr 1963 die Unabhängigkeit von England und 1965 von Malaysia. Die geltende Verfassung von 1959 wurde nach der Unabhängigkeit geändert und somit die Grundlage für eine Republik im Rahmen einer parlamentarischen Demokratie geschaffen. Die Peoples Action Party (PAP) war die erste regierende Partei, die aus der Bevölkerung hervorging. Den Platz des Premierministers (PM) nahm der chinesischstämmige Lee Kuan Yew ein, der in den folgenden Jahrzehnten Singapur zu einer Industrienation werden ließ. Der PM geht aus der Partei hervor, die durch direkte Wahlen mehr als die Hälfte der Sitze im Parlament gewonnen hat. Sollte keine Partei die Mehrheit erreichen, können sich zwei oder mehrere Parteien zusammenschließen und eine Koalition bilden. Der PM schlägt nach den Wahlen dem ebenfalls direkt gewählten Präsidenten Minister für die eigene Regierung vor, die letzten Endes von ihm genehmigt werden. Das Parlament und der PM werden für die Dauer von fünf Jahren gewählt und bilden insgesamt das Einkammerparlament. Die Regierungsstrukturen sind dem britischen System[5] bis auf das Einkammerparlament gleich. Die Pflichten und Aufgaben der Regierungspartei werden von dem Einkammerparlament mit 84 Sitzen kontrolliert. (PARLAMENT OF SINGAPORE, 2009) Das Staatsoberhaupt, der Präsident, ist seit 1999 Sellapan Rama Nathan. Der aktuelle und dritte Ministerpräsident seit Singapurs Unabhängigkeit ist Lee Hsien Loong, der älteste Sohn von Lee Kuan Yew. Die PAP hat seit der Unabhängigkeit und seit elf Wahlen die absolute Mehrheit[6] im Parlament.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.6 Parlamentswahlen 1968 bis 2006, Daten aus Jordan, 2007, S.54

Diese Tatsache lässt vermuten, dass die Regierung über die letzten Jahrzehnte Möglichkeiten geschaffen hat, Oppositionelle Organisationen oder Parteien sowie Regierungsgegner zu sabotieren. Dies ist in diesem Zusammenhang eine Vermutung, die unter Kapitel fünf eingehend untersucht wird. Der PM hat in der Praxis mehr Rechte als der Präsident und ist sowohl für innere- als auch für äußere Angelegenheiten zuständig. Zusätzlich unterstehen ihm viele staatseigene Unternehmen und Agenturen wie zum Beispiel die Temasek Holdings[7] und die Agency for Science, Technology and Research (A*STAR). Lees Ehefrau Ho Ching ist Executive Director und Chief Executive Officer von Tamasek Holdings.

[...]


[1] Public Utilities Board (PUB), staatliche Organisation mit der Aufgabe zur effizienten, nachhaltigen und adäquaten Nutzung des Rohstoffes Wasser. Unterliegt dem Ministerium für Umwelt und Wasserressourcen Singapurs.

[2] Hiermit sind die aktuelle wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Situation gemeint.

[3] In den Monaten November bis Januar fallen die größten Niederschlagsmengen (Monsunzeit). Singapur leidet stets unter innerstädtischen Überschwemmungen.

[4] Eine Schichtstufenlandschaft ist gekennzeichnet durch steile Hänge in der Landschaft, die auf der Rückseite des Hanges sehr flach ausläuft. Diese Landschaftsform entsteht durch die unterschiedliche Verwitterung der Schichten im Boden. Eine massive Gesteinsschicht wie Granit, die zum Beispiel auf Karst liegt, wird weniger schnell abgetragen als der Karst. Wenn diese Schichten nicht horizontal im Boden verlaufen und an einem bestimmten Punkt in der Landschaft an die Oberfläche treten, entstehen an diesen Punkten die Schichtstufen durch Verwitterungsprozesse. (FISCHER, 1998)

[5] Das britische Regierungssystem ist ein Dreikammerparlament. Es setzt sich aus dem Monarchen, dem Ober- und dem Unterhaus zusammen. Der Monarch hat absolutes Recht in Absprache mit den beiden Kammern. Das Unterhaus und der Premierminister bilden die eigentliche Regierung. (STURM, 2008)

[6] Absolute Mehrheit bedeutet hier, das die PAP zu jeder Wahl, mindestens 80 von 84 Sitzen im Parlament gewonnen hat.

[7] Vermeidlich unabhängiges internationales Unternehmen zur Förderung der Nachhaltigkeit in der Wirtschaft, mit Hauptsitz in Singapur. „Temasek's investment themes centre on Transforming Economies, Growing Middle Income Populations, Deepening Comparative Advantages and Emerging Champions.“ (TAMASEK, Holdings, 2007)

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Details

Titel
NEWater (Neues Wasser) - Singapur auf dem Weg zur autonomen Wasserversorgung
Veranstaltung
Hausarbeit im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien
Autor
Jahr
2011
Seiten
76
Katalognummer
V177270
ISBN (eBook)
9783640989126
ISBN (Buch)
9783640989508
Dateigröße
1261 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
newater, singapur, wasserversorgung, wasser
Arbeit zitieren
Franz Borgwald (Autor), 2011, NEWater (Neues Wasser) - Singapur auf dem Weg zur autonomen Wasserversorgung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177270

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