The Role of Institutions in Perpetuating Norms About Violence

Zwei Feldexperimente zur "Culture Of Honor" und der Rolle von Institutionen zum Erhalt dieser


Hausarbeit, 2011
10 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung
1.1 COH - Geschichtlicher und theoretischer Hintergrund

2. Feldexperimente Cohen und Nisbett (1977)
2.1 Feldexperiment 1
2.1.1 Methodik Feldexperiment 1
2.1.2 Ergebnisse Feldexperiment 2
2.2 Feldexperiment 2
2.2.1 Methodik Feldexperiment 2
2.2.2 Ergebnisse Feldexperiment 2

3. Diskussion
3.1 Methodische Diskussion
3.2 Implikationen und Ausblick

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit zwei Feldexperimenten zur Culture Of Honor und der Rolle von Institutionen zum Erhalt eben dieser in den USA. Sogenannte Cultures Of Honor (im Folgen- den nur noch COH genannt) findet man unabhängig voneinander überall auf der Welt. Die Be- dingungen unter denen sie entstehen können schwache oder abwesende Staatsgewalt, beweglicher Wohnsitz und Wohlstand und ökonomische Ungewissheit sein. Diese Zustände findet man in allen Ecken der Welt, von den Innenstädten der USA bis hin zu dünn besiedelten Regionen Europas und Asiens.

1.1 COH - Geschichtlicher und theoretischer Hintergrund

Der typische Blick auf den alten Süden und wilden Westen der USA ist, dass diese Regionen gewisse Arten von Gewalt akzeptierten und sogar glorifizierten. Das hängt vermutlich damit zu- sammen, dass in eben diesen Grenzregionen („Frontier“), in denen das Gesetz schwach und der eigene Wohlstand und Besitz in ständiger Gefahr waren und sich die Menschen selbst helfen und beschützen mussten, Gewalt ein existentielles Mittel sozialer Interaktion wurde. Dementsprechend wurden schon kleine Unhöflichkeiten, Beleidigungen und Herausforderungen mit verhältnismäßig übertriebener Vergeltung geahndet, um einen Mann in diesem extremen Umfeld nicht als leichtes Opfer erscheinen zu lassen.

Im Süden und Westen der USA existiert diese COH bis heute, was sich durch die Anzahl der Morddelikte, Umfragen, Laborexperimente und Gesetze (beispielsweise Waffengesetze) belegen lässt. Die Aussage, dass eine Kultur gewalttätiger ist als eine andere, bezieht sich jedoch nicht nur auf ihre Individuen, sondern ebenso auf die Institutionen dieser Kultur und deren Unterstützung von Gewalt. In diesem Zusammenhang stellen sich daher folgende Fragen: Warum existiert die COH bis heute im Süden und Westen der USA und inwiefern tragen Institutionen zu ihrer Aufrechterhaltung bei?

2. Feldexperimente Cohen und Nisbett (1997)

Öffentliches Gebaren von Individuen ist die eine Sache. Aber was geschieht mit diesem Verhalten im Zusammenhang mit Firmenpolitik und anderen öffentlichen Repräsentationen von Institutionen? Das Verhalten des Individuums nimmt in der Regel die der Institution an. Somit können öffentliche Einrichtungen, Arbeitgeber oder Medien Individuen dahingehend beeinflussen, was kulturell akzeptabel ist und was nicht. In dem Artikel von Cohen und Nisbett (1997) sollten zwei Mechanismen untersucht werden, mit deren Hilfe dies passiert: Das soziale Stigma sowie die mediale Darstellung. Die dazu durchgeführten Studien werden im Verlauf dieser Ausarbeitung detailliert beschrieben Untersucht wurden in den zwei Feldexperimenten ausschließlich weiße Männer, da die Mordrate unter Weißen im Süden und im Westen der USA circa dreimal höher als im Norden ist. Diese regionalen Unterschiede bestehen nicht bei Schwarzen, was die Vermutung zulässt, dass es sich bei der COH um ein kulturspezifisches Phänomen unter Weißen handelt. Darüber hinaus wurden nach detaillierter Analyse (Nisbett, 1993; Nisbett & Cohen, 1996; Nisbett et al., 1995) ausschließlich konflikt-, streit, oder schlägereibezogene Morde untersucht. Raubüberfälle wurden nicht mit einbezogen.

2.1 Feldexperiment 1

Studie 1 beschäftigte sich mit den Sanktionen von Arbeitgebern im Falle eines ehrenbezogenen Mordes anhand von Bewerbungsschreiben. Die These, die Cohen und Nisbett (1997) in diesem Zusammenhang vertraten war, dass Individuen, welche ein Gewaltverbrechen oder einen Mord begangen haben um ihre Ehre zu verteidigen, weniger als unerwünschte Kriminelle gesehen werden, sondern eher als rechtschaffene Bürger, denen das Schicksal übel mitgespielt hat und die einmal eine Auszeit benötigen, nach dem Motto „Das hätte jedem passieren können.“.

Die Vorhersage, die Cohen und Nisbett (1997) anhand ihrer These trafen, war folglich, dass Personen, die in ihrem Bewerbungsschreiben an Firmen zwar gute Referenzen hatten, jedoch wegen eines ehrenbezogenen Gewaltverbrechens verurteilt wurden im Süden und Westen der USA freundlichere und emphatischere Antwortschreiben erhalten sollten, als im Norden.

2.1.1 Methodik Feldexperiment 1

Im ersten Experiment wurden Bewerbungsschreiben mit dem Inhalt eines ehrenbezogenen Gewaltverbrechens (im Folgenden nur noch Honor Condition; Experimentalbedingung) sowie Bewerbungsschreiben mit dem Inhalt eines Diebstahls (im Folgenden nur noch Theft Condition; Kontrollbedingung) an Firmen in den ganzen USA geschickt.

Materialien:

Bei dem Bewerbungsschreiben mit Honor Condition handelte es sich um ein Verbrechen im Zusammenhang mit Ehebruch und Beleidigung, dem gegenüber enthielt das Kontrollschreiben einen Autodiebstahl als angegebenen Delikt.

Stichprobe:

An jede ausgewählte Firma wurde auf eine Stellenausschreibung sowohl ein Brief mit Honor Condition, als auch ein Brief mit Theft Condition geschickt. Pro Firmenkette wurden 100 Briefe an südliche und westliche Firmen und 100 Briefe an nördliche Firmen versendet. Die Antwortrate lag bei circa 12 Prozent, wobei nördliche Firmen etwas häufiger antworteten als südliche und westliche.

Maßnahmen:

Die Inhalte der Antwortschreiben der Firmen wurden dann durch zwei unabhängige Prüfer auf Compliance, Tonalität und Jobverfügbarkeit überprüft. Die Tonalität wurde hierbei in vier Kategorien bewertet. und zwar erstens, wie ermutigend, zweitens, wie verständnisvoll, drittens, wie persönlich die Schreiben waren und viertens, ob es „gut gefunden“ wurde.

2.1.2 Ergebnisse Feldexperiment 1

Die Hypothese, dass südliche und westliche Firmen verständnisvoller auf die Honor Condition als nördliche Firmen reagieren würden, während sich bei der Theft Condition keine wesentlichen Unterschiede in der Reaktion zeigen würden, konnte weitestgehend bestätigt werden.

Compliance Wert:

In allen Regionen wurden den Kontrollbriefen eine gleiche Compliance zugeschrieben. Briefe mit Honor Condition hingegen wurden im Süden und Westen wesentlich höher bewertet, als im Norden. Der Unterschied war hierbei signifikant mit p <.06, t (108 = 1,91). Die Effektgröße betrug r = .18 und befand sich somit im geringen bis moderaten Bereich.

Tonalität:

In allen Regionen wurden die Kontrollbriefe mit der gleichen Empathie beantwortet, während Briefe mit Honor Condition im Süden und Westen wesentlich verständnisvoller beantwortet wurden, als im Norden. Auch hier war der regionale Unterschied signifikant mit p <.05, t (74) = 2.02 und einer Effektgröße von r = .23. Diese befand sich auch hier im geringen bis moderaten Bereich.

Job Verfügbarkeit:

Wie schon bei Compliance und Tonalität gab es auch bezüglich der Jobverfügbarkeit beim Kontrollbrief kaum Unterschiede zwischen Süden und Westen gegenüber dem Norden.

[...]

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Details

Titel
The Role of Institutions in Perpetuating Norms About Violence
Untertitel
Zwei Feldexperimente zur "Culture Of Honor" und der Rolle von Institutionen zum Erhalt dieser
Hochschule
Universität zu Köln  (Psychologie)
Veranstaltung
Sozialpsychologie
Autor
Jahr
2011
Seiten
10
Katalognummer
V177823
ISBN (eBook)
9783640997237
ISBN (Buch)
9783640997060
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
role, institutions, perpetuating, norms, about, violence
Arbeit zitieren
Christian Schneider (Autor), 2011, The Role of Institutions in Perpetuating Norms About Violence, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177823

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