Migrantinnen in unqualifizierter Arbeit

Kann eine Formalisierung des informellen Sektors erfolgen?


Hausarbeit, 2011

15 Seiten, Note: 1,3

Frank Frei (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen und Begriffserläuterungen
2. 1 Was bedeutet unqualifizierte Arbeit?
2.2 Was versteht man unter dem ‚informellen Sektor’?

3. Die historische Entwicklung des Arbeitsmarktes Privathaushalt

4. Der aktuelle Arbeitsmarkt „Privathaushalt“

5. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Migrantinnen

6. Die Vor- und Nachteile der Schattenwirtschaft

7. Formalisierung des informellen Sektors?

8. Fazit

Literatur und Quellenverzeichnis

1.Einleitung

In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit der Frage befassen, ob es zu einer Förderung bzw. Formalisierung des informellen Sektors kommen sollte. Dies möchte ich am Beispiel von Migrantinnen in unqualifizierter Arbeit ausführen. Um letzteres tun zu können, werde ich zunächst einmal kurz die Begriffe „unqualifizierte Arbeit“ und „informeller Sektor“ definieren. Ich werde mich nur auf ein Teilgebiet der unqualifizierten Arbeit, nämlich die bezahlte Arbeit im privaten Haushalt, beschränken. Nach der Begriffsklärung möchte ich die Entwicklung aufzeigen, welche sich in den letzten Jahren im bezahlten Haushaltsbereich vollzogen hat. In diesem Zusammenhang wird verdeutlicht, wie der Privathaushalt als Arbeitsmarkt für Migrantinnen immer wichtiger geworden ist. An dieser Stelle soll auf die Lebens- und Arbeitssituation der Arbeitnehmerinnen eingegangen werden. Da die Beschäftigung im privaten Haushalt überwiegend als Schwarzarbeit ausgeführt wird, werde ich auch das Problem der Illegalität und die damit verbundenen Konsequenzen ansprechen. Den Abschluss dieser Hausarbeit bildet dann Frage nach den Vor- und Nachteilen der Schattenwirtschaft sowie die Fragestellung danach, ob der informelle Sektor im Bereich privater Haushalt weiterhin gefördert oder formalisiert werden sollte und wie die Entwicklung zukünftig aussehen wird.

2. Definitionen und Begriffserläuterungen

2. 1 Was bedeutet unqualifizierte Arbeit?

Um unqualifizierte Arbeit ausüben zu können, ist keine Berufsausbildung erforderlich. Somit kann sie von Un- und Angelernten ausgeführt werden.[1]

Der Lohn, den man durch unqualifizierte Arbeit bekommt, reicht kaum um die Existenz zu sichern. Außerdem sind die soziale Absicherung sowie die Arbeitnehmerrechte stark eingeschränkt beziehungsweise gar nicht erst vorhanden.[2]

2.2 Was versteht man unter dem ‚informellen Sektor’?

In den Industrieländern wird mit diesem Begriff der Bereich der Schattenwirtschaft erfasst. Der informelle Sektor umfasst die ökonomischen Aktivitäten von Menschen außerhalb formell geregelter Sektoren (formeller Sektor). Charakterisiert wird die Arbeit im informellen Sektor durch arbeitsintensive Produktion, einfache Techniken, geringe berufliche Qualifikation der Arbeitskräfte, Fehlen von arbeitsrechtlichem und sozialem Schutz sowie schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen.[3] Es gibt keine Sozial- oder Steuerabgaben.

Beispiele für unqualifizierte Arbeit im informellen Sektor sind u.a.: Zeitungsverkauf, Handwerker und auch die bezahlte Arbeit im privaten Haushalt.[4]

3. Die historische Entwicklung des Arbeitsmarktes Privathaushalt

Der Arbeitsmarkt Privathaushalt war bis zum Ende des ersten Weltkrieges der größte Frauenarbeitsmarkt im Deutschen Reich. So waren 1882 82% der Beschäftigten weiblich, der Anteil der Frauen im Bereich „häusliche Dienste“ stieg in der Folge kontinuierlich. Männer nahmen in diesem Bereich immer nur bestimmte Funktionen wahr wie Butler, Diener etc. oder Aufsichtsfunktionen.[5]

Die Dienstmädchen stellten einen bemerkenswerten Teil der weiblichen Erwerbsbevölkerung dar.1882 waren ¼ aller erwerbstätigen Frauen as Hausangestellte tätig.

Sie arbeiteten unter den härtesten Bedingungen und waren sozial in keiner Weise abgesichert, denn es gab eine Gesindeordnung, die Abhängigkeitsverhältnisse festsetzte, die denen der Leibeigenschaft ähnelten (z.B. Beschränkung der Freizügigkeit und Züchtigungsrecht).Die Gesindeordnung wurde erst 1918 abgeschafft. Mit der Zunahme der Arbeitsplätze im sekundären und tertiären Sektor wanderten viele Frauen in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts in die Industrie und in den Dienstleistungsbereich ab. Ein weiterer Grund für die Abwanderung in andere Arbeitsmarktsektoren waren die Technisierung und Rationalisierung von Hauswirtschaft, die Dienstboten dann teilweise überflüssig machten.[6]

Der Dienstbotenanteil an der weiblichen Erwerbstätig betrug 1862 40% und ging bis 1900 auf 28% zurück.[7]

Von 1945 an wurden in den Privathaushalten der entstehenden Bundesrepublik nur noch stundenweise Beschäftigungsverhältnisse angeboren, die auch nicht mehr gemeldet wurden. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Illegalität der Dienstleistungen im Privathaushalt üblich.

Einige Gründe für diese Entwicklung sind zum einen, dass die Illegalität zu einem Steuerersparnis auf beiden Seiten führte. Außerdem fehlt seit 1990 die Pflicht zur Sozialversicherung bei geringfügiger Arbeit im Privathaushalt. Darüber hinaus können Migrantinnen ohne Arbeitserlaubnis und illegal anwesende Migrantinnen ihr Arbeitsverhältnis nicht legalisieren (aber gerade sie bilden aber eine zahlenmäßig relevante Gruppe der im Privathaushalt Beschäftigten). Ein ebenfalls verlockender Grund ist die niedrige Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden.

[...]


[1] Vgl. Bellmann, Lutz und Stegmaier, Jens: „Einfache Arbeit in Deutschland – Restgröße oder relevanter Beschäftigungsbereich? In:Diskurs: Perspektiven der Erwerbsarbeit – Einfache Arbeit in Deutschland, Juni 2007, S.11

[2] http://www.boeckler-boxen.de/1950.htm (aufgerufen am 21.07.08)

[3] http://lexikon.meyers.de/meyers/Informeller_Sektor (aufgerufen am 21.07.08)

[4] Vgl. Badekow, Helmut und Schneider, Friedrich: „Ein Herz für Schwarzarbeiter“, Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2006, S.56 - 82

[5] Vgl. Odierna, Simone: „Die heimliche Rückkehr der Dienstmädchen – Bezahlte Arbeit im privaten Haushalt“, Leske+Budrich, Opladen 2000, S.65

[6] Vgl. Ebd. S.66/67

[7] Vgl. Lutz, Helma: „Vom Weltmarkt in den Privathaushalt“, Verlag Barbara Budrich, Opladen&Farmington Hills 2007, S.24

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Migrantinnen in unqualifizierter Arbeit
Untertitel
Kann eine Formalisierung des informellen Sektors erfolgen?
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Veranstaltung
Arbeit im Wandel
Note
1,3
Autoren
Jahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V178263
ISBN (eBook)
9783656001850
ISBN (Buch)
9783656001669
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Migration, Migrantinnen, Migrant, unqualifizierte Arbeit, einfache Arbeit, Formailisierung informeller sektor, informeller sektor, formalisierung, arbeitsmarkt, schwarzarbeit, schattenwirtschaft, einwanderer, zuwanderer, migrationshintergrund, Ausländer, inoffizieller sektor, schwarzer markt, untergrundwirtschaft, schwarzmarkt, formloser sektor, migranten
Arbeit zitieren
Frank Frei (Autor)Rashmi Venkataraju (Autor), 2011, Migrantinnen in unqualifizierter Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178263

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