Interkulturelle Fremdsprachendidaktik

Das Rollenspiel als Element der „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011

30 Seiten

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

A: Das Rollenspiel im Kontext einer „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“

I. Betrachtung des Konzepts „Interkulturelle Fremdsprachendidaktik“
1. Klärung der begrifflichen Konzeption „Interkulturelle Fremdsprachendidaktik“
2. Die Lernziele einer „Interkulturellen Fremdsprachedidaktik“
3. Spezifische Übungsformen im interkulturellen Fremdsprachenunterricht
4. Evaluationsmöglichkeiten im interkulturellen Fremdsprachenunterricht
5. Eigene Lernerfahrungen im Hinblick auf „Interkulturellen Fremdsprachenunterricht“
6. Abschließende Betrachtung der Umsetzung einer „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“

II. Charakteristika des Konzepts „Rollenspiels“
1. Das „Rollenspiel“ im Kontext einer didaktischen Zielsetzung
2. Realitätsnähe des „Rollenspiels“
3. Das „Rollenspiel“ als flexibles Lernmedium
4. Pädagogischer Nutzen von „Rollenspielen“ in der didaktischen Anwendung
5. Kritikpunkte und Schwachstellen von „Rollenspielen“

III. Das „Rollenspiel“ im Zusammenhang einer „Interkultureller Fremdsprachendidaktik“
1. Das „Rollenspiel“ im Fremdsprachenunterricht
2. Das „Rollenspiel“ als pädagogischer Mehrwert in der „IFD“
3. Einbettung von „Rollenspielen“ in den Kontext lernwissenschaftlicher Theorien
4. Fiktion und Authentizität bei „Rollenspielen“ im interkulturellen Fremdsprachenunterricht
5. „Rollenspiele“ im Zusammenhang von kultureller Selbstreflexion und Fremdverstehen
6. Das „Rollenspiel“ als Lernmethode zur Ausbildung einer „interkulturellen Sensibilität“
7. Diskursfähigkeit und Handlungskompetenz in interkulturellen Kommunikationssituationen

IV. Das Rollenspiel als Übungsform in interkulturellen Deutsch als Fremdsprachelehrwerken
1. Das „Rollenspiel“ in „Stufen intern.“, „Sprachbrücke“, „Sichtwechsel“ und „Dimensionen“
2. Die Umsetzung der Übungsform „Rollenspiel“ im Lehrwerk „Stufen1 intern.“
2.1. Interkulturelle „Standardsituationen“
2.2. Kommunikative Strategien in interkulturellen Dialogen
2.3. Missverständnissituationen als Gegenstand interkultureller „Rollenspiele“
2.4. Resumee

B: Rekapitulation der Ergebnisse aus der Arbeit

Literaturverzeichnis:

A: Das Rollenspiel im Kontext einer „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“

In der vorliegenden Arbeit soll auf die Unterrichtsmethode „Rollenspiel“ im Kontext einer „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“ eingegangen werden. Dabei erfolgt als erster Arbeitsschritt eine Betrachtung des Konzepts „Interkulturelle Fremdsprachendidaktik“. In diesem Zusammenhang wird nach einer eingehenden Klärung der begrifflichen Konzeption „Interkulturelle Fremdsprachenunterricht“, zunächst auf Lernziele und deren Evaluationsmöglichkeiten im interkulturellen Fremdsprachenunterricht eingegangen. Zusätzlich wird in diesem Rahmen auf eigene Erfahrungen aus der Lernpraxis eingegangen, sowie auf Kernpunkte der praktischen Umsetzung einer „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“ verwiesen.

Im Anschluss an die Erläuterung des Konzepts „Interkulturelle Fremdsprachendidaktik“, soll im 2. Kapitel der Arbeit auf das „Rollenspiel“ als Unterrichtsmethode, eingegangen werden. Dieser Schritt dient dazu, das Konzept „Rollenspiel“ zu erläutern und darüber hinaus die Ziele einer Verwendung von Rollenspielen im didaktischen Alltag darzustellen. Darüber hinaus werden mögliche Kritikpunkte und Schwachstellen der Unterrichtsmethode „Rollenspiel“ beleuchtet.

Den dritten Teil der Arbeit, bildet die Darstellung des Nutzens der Unterrichtsmethode „Rollenspiel“, im Kontext einer „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“. Es wird in diesem Zug versucht hervorzuheben, wie das Erreichen der Lernziele einer „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“, durch den Einsatz von „Rollenspielen“ gefördert werden kann. Es soll in diesem Schritt somit verdeutlicht werden, welche unterschiedlichen Lernziele einer „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“, durch die Methode „Rollenspiel“ erreicht werden können.

Abgeschlossen wird die Arbeit durch das Erschließen der Fragestellung, wie „Rollenspiele“ in Fremdsprachelehrwerken, mit dem Anspruch der Vermittlung einer interkulturellen Kompetenz, Verwendung finden. Dabei liegt ein Augenmerk auf die verschiedenen Umsetzungsformen von „Rollenspielen“. Es soll zudem festgestellt werden, wie die jeweiligen Formen von „Rollenspielen“ das Erreichen der unterschiedlichen Lernziele einer „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“ unterstützen.

I. Betrachtung des Konzepts „Interkulturelle Fremdsprachendidaktik“

In Zeiten der Globalisierung und des vermehrten kulturellen Austausches, aufgrund von Mobilität und Medientechnik, gewinnen interkulturelle Kompetenzen mehr und mehr an Bedeutung. Nach Tillmann (1994, S.118) gibt es „… kaum einen Bereich unseres sozialen Lebens, in dem wir nicht mit interkulturellen Situationen konfrontiert werden“. Doch muss man nicht gleich auf das platitüdenhafte und inflationär gebrauchte Konzept „Globalisierung“ oder „Internationalisierungsprozess“ zurückgreifen. Interkulturelles Lernen spielt sich bereits vor „unserer eigenen Haustüre“ ab, wenn eine türkische Hausfrau –oder ein(e) Migrant(in) anderer kultureller Herkunft- einen interkulturellen Deutsch als Fremdsprachekurs in der Abendschule besucht. Aber auch in Schulen, Universitäten und beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen, findet die Umsetzung einer „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“ statt. So wird im In- und Ausland, Deutsch um die erweiterte Dimension einer interkulturellen Kommunikationskompetenz, gelehrt und gelernt. Die Vermittlung einer interkulturellen Kompetenz, zielt somit nicht nur auf eine politische, wirtschaftliche oder wissenschaftlichen Ebene ab, sondern bezieht sich auch auf eine Praxis in der Gestaltung der Alltagsrealität von Menschen.

Um die interkulturellen Kompetenzen von Fremdsprachenlernern zu stärken, ist ein Anliegen in neuerer Zeit, die Fremdsprachendidaktik um das Moment der Interkulturalität zu erweitern. Das Ergebnis lautet dann, wie zu erwarten, „Interkulturelle Fremdsprachendidaktik“. Was ist aber unter einer solchen zu verstehen? Was sind ihre spezifischen Lernziele, welche besonderen Übungs- und Arbeitsformen lassen sich ausmachen und anhand welcher idiosynkratischen Evaluationen kann man das Erreichen der Lernziele überprüfen? Diese Fragestellungen sollen in den folgenden Unterpunkten Klärung finden.

1. Klärung der begrifflichen Konzeption „Interkulturelle Fremdsprachendidaktik“

Zur ersten Frage kann man festhalten, dass „Interkulturelle Fremdsprachendidaktik“ die Erweiterung des Fremdsprachenunterrichts, also der Vermittlung von Lexik, Grammatik und Idiomatik, um das Moment einer interkulturellen Kompetenz bezeichnet. Anzumerken ist hierbei, dass unter einer „interkulturellen Kompetenz“ eine „interkulturelle kommunikative Kompetenz“ verstanden werden soll, da interkulturelle Kompetenz als zentrales Element der reziproken Interaktion, nicht ohne einen kommunikativen Austausch in interkulturellen Situationen gedacht werden kann. Ausgehend von dieser Definition kann versucht werden, die grundlegenden Ziele einer „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“ zu erschließen.

2. Die Lernziele einer „Interkulturellen Fremdsprachedidaktik“

Als übergeordnetes Lernziel lässt sich anmerken, dass durch die „Interkulturelle Fremdsprachendidaktik“ das grundlegende Lernziel verfolgt wird, eine „kommunikative Kompetenz in interkulturellen Situationen“ (Müller-Jacquier, 1999, S.19) bei den Lernenden auszubilden. Es wird demnach im interkulturellen Fremdsprachenunterricht die Vermittlung einer interkulturellen kommunikativen Kompetenz angestrebt. Eine interkulturelle kommunikative Kompetenz, welche durch die Vermittlung von interkulturellem kommunikativem (Handlungs-) wissen erreicht werden soll, ist als zentrales Lernziel einer „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“ zu begreifen. Müller-Jacquier (1999, S.181) definiert die Elemente einer interkulturellen kommunikativen Kompetenz wie folgt:

„Eine strategische Handlungs-und Kommunikationskompetenz in interkulturellen Situationen, die (situativ konstituierte) Bedeutungen aus verschiedenen kulturellen Perspektiven zu betrachten in der Lage ist, fremde Kommunikationsregeln und kulturspezifische Handlungsorientierungen analysieren kann und konstruktiv situative Bedeutungen auszuhandeln in der Lage ist. Sie schließt die Fähigkeit zum Kulturvergleich sowie die Einschätzung der Wirkung kulturell bedingter Unterschiede (einschließlich der eigenen für andere „abweichende“ Manifestationen) mit ein“.

Des Weiteren ist ein Anliegen der „IFD“, „Fremdes und Fremde zu verstehen und Prozesse des Fremdverstehens analysieren zu lernen“ (Müller-Jacquier, 1999, S.16). Es wird in dieser Aussage Müller-Jacquiers das „Verstehen“ in den Mittelpunkt der Betrachtung gesetzt. Es ist also ein Anliegen der „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“, die Lernenden zunächst zu einem Verstehen des bzw. der „Anderen“ zu bewegen und in diesem Zusammenhang das Fremdverstehen durch Reflexion selbst verständlich zu machen. Eine „Interkulturelle Fremdsprachendidaktik“ beabsichtigt darüber hinaus, den Lernenden Strategien zum selbständigen Erschließen von kulturspezifischen Begriffen und Bedeutungen bzw. Bedeutungskomponenten zu vermitteln (vgl. Linke, 2004, S.50). Diese Vermittlung einer Basis zur selbständigen Bedeutungserschließung, soll den Lernenden auch nach dem Lernen unter Anleitung eines Lehrenden, ermöglichen, eigenständig ihr interkulturelles Interaktionswissen zu erweitern. Darüber hinaus ist ein wichtiger Aspekt der „interkulturellen Fremdsprachendidaktik“ darin zu finden, dass durch bewusste Reflexion des eigenen Handelns bzw. des kulturell spezifischen Handelns Anderer, eine Sensibilisierung in Bezug auf „critical incidents“ in interkulturellen Kommunikationssituationen angestrebt wird. Liedke (2005, S.392) verweist in diesem Zusammenhang auf die „Bewusstmachung kommunikativer Prozesse und Vermittlung von metakommunikativem Wissen“.

Wichtig ist dabei, den Lernenden bewusst zu machen, dass kommunikative interkulturelle Situationen reziprok ablaufen und sich infolgedessen gegenseitig beeinflussen und bedingen. Es wird also beabsichtigt die Eigenperspektive der Lernenden um die „Option der Fremdperspektive“ zu erweitern bzw. den Lernenden Strategien an die Hand zu geben, die helfen sollen, fremde Perspektiven und daraus resultierende Handlungen adäquat nachzuvollziehen. Daraus erfolgt die Zielsetzung einer „Diskursfähigkeit in interkulturellen Situationen“ und die „Befähigung zum Kulturvergleich“ (Müller-Jacquier, 1999, S.26). In diesem Lernziel, soll den Lernenden vermittelt werden, dass die Bedeutungen von Sprachelementen kulturell determiniert und zudem einem ständigen Wandlungsprozess unterworfen sind.

Bosse (2010, S.52) erläutert in ihrer Arbeit einen weiteren wichtigen Aspekt in Hinblick auf die Zielsetzung einer „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“:

„Entsprechend besteht interkulturelle Kommunikationskompetenz nicht nur aus der Fähigkeit zum Umgang mit unterschiedlichen Gesprächskonventionen, die in eine Begegnung mit eingebracht werden, sondern auch aus dem Vermögen, interaktiv hervorgebrachte Besonderheiten als Wirkung unterschiedlicher Kommunikationsgewohnheiten zu erkennen und zu bearbeiten“.

Ziel einer „interkulturellen Fremdsprachendidaktik“ ist also auch, den Lernern eine Kompetenz zu vermitteln, um mit „Wirkungen unterschiedlicher Kommunikations-gewohnheiten“ konstruktiv umzugehen bzw. diese überhaupt zu erkennen. Man könnte in diesem Zusammenhang auch von einer interkulturellen Sensibilisierung sprechen, die von einem interkulturellen Fremdsprachenunterricht angestrebt wird. Damit wäre gemeint, dass Lernende ein gewisses Feingefühl für interkulturelle Kommunikationssituationen entwickeln. Bosse (2010, S.51) fasst zusammen, dass

„sich interkulturelle Kommunikationskompetenz als linguistisch fundierte Komponente interkultureller Kompetenz aus Kooperationsbereitschaft sowie der Fähigkeit zum Umgang mit asymmetrischen Fremdsprachenkompetenzen, mit divergierenden Kommunikationskonventionen und mit den Auswirkungen divergierender Kommunikationen auf den Prozess der Interaktion“.

zusammen setzt. Interessant erscheint in diesem Zusammenhang, dass Bosse auch eine kommunikative Kompetenz darin sieht, Missverständnisse mit Hilfe metakommunikativer Strategien vorzubeugen bzw. zu reparieren (vgl. Bosse, 2010, S.51). Die soeben erwähnten Elemente einer Interkulturellen Kommunikationskompetenz, können als Grundlage für die Formulierung einer Zielsetzung in der „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“ dienen.

3. Spezifische Übungsformen im interkulturellen Fremdsprachenunterricht

Nach der Klärung der begrifflichen Konzeption „Interkulturelle Fremdsprachendidaktik“ und deren Lernzielen, soll erörtert werden, welche spezifischen Übungsformen zum Erreichen der Lernziele herangezogen werden können. Die zentrale Frage die sich hierbei stellt ist: Wie kann über die Vermittlung von denotativen Bedeutungen hinaus, eine Vermittlung von interkulturellen (kommunikativen) Kompetenzen erfolgen? Sprich, wie können kulturspezifische Bedeutungskomponenten von Begriffen und kommunikativen Handlungen greifbar und die damit verbundenen kulturellen Konventionen und Wirkungen, im Kontext von interkulturellen Kommunikationsinteraktionen bewusst gemacht werden?

Denkbar wäre das Erstellen eines vergleichenden Begriffs-Assoziogramms oder einer Begriffs-Collage, auf der Grundlage des eigen- und fremdkulturellen Wissens (vgl. Müller-Jacquier, 1983, S.5). Zum Einen würden dadurch die Unterschiede in der Begriffsbedeutung in kontrastiver Weise dargestellt. Zum Anderen könnte man anhand dieser Darstellung auch den Lernenden die Diskrepanz ihres Wissensvorrats in Bezug auf den jeweiligen Begriff verdeutlichen. Dabei steht allerdings nicht im Mittelpunkt, die Lernenden auf ihr Defizit hinzuweisen, sondern zu verdeutlichen, dass kulturelle Unterschiede in der Bedeutungszuweisung einzelner Begriffe vorherrschen. Ausgehend davon kann auf die Notwenigkeit verwiesen werden, Begriffe zu hinterfragen um diese Wissenslücken zu füllen und somit eine interkulturelle Handlungskompetenz zu entwickeln. Nach dem Erweitern des zentralen Bergriffs mit „Bedeutungsclustern“ durch die Lehrkraft, kann auch versucht werden, den Lernenden Suchfragen zu vermitteln, anhand derer sie selbstständig die Bedeutung von Begriffen erfragen können. Interessant erscheint hierbei das Beispiel aus „Stufen 2“. Darin wird ein Dialog zwischen der Außerirdischen „Lunja“, die „hinterm Mond“ zu leben scheint (da sie nichts weiß) und einem Co-Interagierenden entwickelt. „Lunja“ erfragt mithilfe von Suchfragen die Bedeutungen von Begriffen. Anhand dieser Suchfragen können die Lernenden Strategien internalisieren, um die wichtigen Aspekte von Begriffsbedeutungen zu hinterfragen. Auch Texte können im Hinblick auf die Vermittlung einer interkulturellen kommunikativen Kompetenz eine Rolle spielen. Man kann dabei solche Text heranziehen, in denen verschiedene Begriffe, wie „Cafe, Freundschaft oder Arbeit“ im Mittelpunkt stehen. Zu beachten ist dabei, dass vor allem solche Texte ausgewählt werden, die möglichst viele Hinweise zur Bedeutungserschließung des zentralen Begriffs in sich bergen. Eine weitere Übung wäre das Rollenspiel, bei dem sich die Lernenden in die Rolle einer anderen (fremden) Person versetzen müssen. Dabei werden ihnen von der Lehrkraft Vorgaben zum Verhalten in der jeweiligen Situation vermittelt. Die Übung zielt darauf ab, die Lernenden auf die Verschiedenartigkeit von Perspektiven hinzuweisen und zudem in spielerischer Art und Weise zu erfahren, wie und aus welchem Grund, interkulturelle Interaktionssituationen Probleme in sich bergen können. Zudem wird in dieser Übung die kulturell determinierte Situations- und Rollengestaltung von Kommunikationssituationen verdeutlicht. Auch kann mit Bildern gearbeitet werden. Am Beispiel „Haus“ könnte man zeigen, dass in Thailand möglicher Weise unter einem „Haus“ etwas anderes verstanden wird als in Deutschland. Diese Übung kann wiederum die Relativität und Subjektivität der kulturspezifischen Ausformung von Bedeutungszusammenhängen einzelner Begriffe veranschaulichen. Möglich wäre auch durch Hörbeispiele die Wirkung von gesprochener Sprache zu thematisieren. Sprich, welche Empfindungen ruft eine bestimmte Sprache aufgrund von Prosodie, Intonation, etc. beim Hörer hervor. Damit könnte man auf potentielle kognitive fehlerbehaftete Schlussfolgerungen verweisen, beispielsweise wenn eine Sprache als aggressiv empfunden wird.

Liedke schlägt des Weiteren als Übungsform die Arbeit mit Transkripten vor. Dabei „werden die Lernenden mit Transkripten ihrer authentischen Handlungspraxis konfrontiert, die gemeinsam gelesen, nachgespielt und diskutiert werden, wobei alternative Handlungsweisen in ihrer kommunikativen Wirkung erprobt werden“ (Liedke, 2005, S.392).

4. Evaluationsmöglichkeiten im interkulturellen Fremdsprachenunterricht

Nach der Behandlung der spezifischen Übungs- und Arbeitsformen im interkulturellen Fremdsprachenunterricht, erfolgt an dieser Stelle ein kurzer Blick auf die spezifischen Evaluationsmöglichkeiten. Anhand welcher Methoden und Wege lässt sich also das Erreichen der beabsichtigten Lernziele überprüfen? Da die Lernziele vielfältig sind, kann man davon ausgehen, dass auch die Evaluationstechniken in Bezug auf die unterschiedlichen Lernergebnisse verschiedenartig zu gestalten sind.

Liedke (2005, S.393) schlägt vor, die Überprüfung des Lernerfolgs in eine „summative“ (Gesamtergebnis von Unterricht bzw. Training thematisieren) und in eine „formative“ (den Verlauf des Kurses bestimmende Evaluationen durchführen) Option zu unterscheiden. Dabei kann anhand von empirischer Datenerhebung durch Fragebögen die „… Veränderung in den individuellen Befindlichkeiten und Selbsteinschätzungen der Lerner und nach Veränderungen in ihrem authentischen sprachlichen Handeln gefragt werden“ (Ledke, 2005, S.393).

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Interkulturelle Fremdsprachendidaktik
Untertitel
Das Rollenspiel als Element der „Interkulturellen Fremdsprachendidaktik“
Veranstaltung
-
Jahr
2011
Seiten
30
Katalognummer
V178984
ISBN (eBook)
9783656012870
ISBN (Buch)
9783656012627
Dateigröße
547 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
interkulturelle, fremdsprachendidaktik, rollenspiel, element, interkulturellen
Arbeit zitieren
Anonym, 2011, Interkulturelle Fremdsprachendidaktik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/178984

Kommentare

  • Gast am 28.9.2011

    Der Professor meinte, es habe ihn sehr gefreut.

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Titel: Interkulturelle Fremdsprachendidaktik



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