Umgang mit Emotionen bei kritischen Lebensereignissen

Emotionsregulation von Trauer und deren Auswirkungen auf den Menschen


Bachelorarbeit, 2011
63 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG
1.1 ALLGEMEINE FORSCHUNGSFRAGE
1.2 AUFBAU DER ARBEIT

2 DAS KONZEPT DER KRITISCHEN LEBENSEREIGNISSE
2.1 EINE ANNÄHERUNG AN DEN BEGRIFF „KRITISCHES LEBENSEREIGNIS“
2.2 EINE ANNÄHERUNG AN DEN BEGRIFF „KRISE“
2.3 WISSENSCHAFTSTHEORETISCHE BETRACHTUNGSWEISEN
2.4 VERLUSTERLEBNISSE - VERSCHIEDENE PERSPEKTIVEN

3 EIN KONZEPT VON EMOTIONSREGULATION
3.1 EINE ANNÄHERUNG AN DEN BEGRIFF „EMOTION“
3.2 EINE ANNÄHERUNG AN DEN BEGRIFF „TRAUER“
3.3 DAS KOMPONENTEN-PROZESS-MODELL DER EMOTION
3.4 EINE ANNÄHERUNG AN DEN BEGRIFF „EMOTIONSREGULATION“
3.5 DAS PROZESSMODELL DER EMOTIONSREGULATION
3.6 DIE BEDEUTUNG DER SITUATION
3.7 INTERAKTION DER KONZEPTE „KRITISCHE LEBENSEREIGNISSE“ UND „EMOTION“

4 ZIELSETZUNG UND METHODISCHE VORGEHENSWEISE
4.1 PRÄZISIERUNG DES FORSCHUNGSGEGENSTANDS UND DER FORSCHUNGSFRAGEN
4.2 SKIZZE DER WISSENSCHAFTLICHEN VORGEHENSWEISE
4.3 BESCHREIBUNG DER METHODEN
4.4 BEGRÜNDUNG FÜR DIE WAHL DER METHODEN

5 AUSWERTUNG UND DARSTELLUNG DER INTERVIEWS
5.1 DAS GEMEINSAME KRITISCHE LEBENSEREIGNIS: DER TOD DES VATERS
5.2 DER FALL S. IM HINBLICK AUF EMOTIONEN - EINE ZUSAMMENFASSUNG
5.3 DER FALL C. IM HINBLICK AUF EMOTIONEN - EINE ZUSAMMENFASSUNG
5.4 GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE

6 ERKENNTNISSE ZU EMOTIONSREGULATION UND EMOTIONEN
6.1 EMOTIONSREGULATIONSTRATEGIEN IM KONTEXT VON SITUATIONEN
6.1.1 BILDUNG VON KATEGORIEN
6.1.2 EMOTIONSREGULATION IN DEN VERSCHIEDENEN SITUATIONEN
6.1.3 BEISPIELE ZUR ANWENDUNG VON EMOTIONSREGULATIONSSTRATEGIEN
6.1.4 ZUSAMMENFASSUNG
6.2 EFFEKTE VON EMOTIONALER AUSEINANDERSETZUNG MIT DEM TOD
6.2.1 EFFEKTE VON EMOTIONSUNTERDRÜCKUNG
6.2.2 WEITERE EFFEKTE IM PERSÖNLICHEN UMGANG MIT TRAUER
6.2.3 ZUSAMMENFASSUNG
6.3 GENERIERUNG MÖGLICHER HYPOTHESEN UND NEUER FRAGESTELLUNGEN

7 DISKUSSION
7.1 DISKUSSION DER ERKENNTNISSE AUS EINER PÄDAGOGISCH-PSYCHOLOGISCHEN PERSPEKTIVE
7.2 SELBSTKRITISCHE REFLEXION DES AUTORS

8 LITERATURVERZEICHNIS

ANHANG

- A: ABBILDUNGSVERZEICHNIS & TABELLENVERZEICHNIS
- B: DER INTERVIEWLEITFADEN
- C: VORINTERPRETATION „TRANSKRIPT_INT.S.“
- D: VORINTERPRETATION „TRANSKRIPT_INT.S.“
- E: EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG

1 Einleitung

“Although generally optimistic, I confess to a „tragic view of life“. I believe that all growth involves change, that change means loss (of a previous position, of a certain view of oneself and the world), and that loss is painful. Undergoing disequilibration and subsequent accommodation (change) is not a pleasant experience; that is why so many avoid it, preferring assimilation (remaining the same) instead. But meaningful change and growth inevitably entail some suffering.”

(Marcia, 2010, S. 19)

Das heutige Leben bringt einen mehr oder weniger ausgeprägten Alltag mit sich, über die Lebenszeit passieren auch immer wieder nicht-alltägliche Ereignisse, die eine besondere subjektive Bedeutung für den Menschen haben. Jeder Mensch hat da seine eigenen Geschichten zu erzählen. Solche Ereignisse können starke Emotionen auslösen, sich auf viele unterschiedliche Lebensbereiche auswirken und bringen somit unweigerlich die betroffene Person aus ihrem inneren Gleichgewicht. Eine persönliche Krise beginnt.

Die Gefahr einer Krise besteht für jeden: “Individuals can be trapped in an extended crisis period for months or years if inner conflicts are not resolved!” (Williams, 2010, S. 526). Lebenskrisen sind zwar unvermeidlich, sie können aber durch eine bewusste Auseinandersetzung einen „built-in as part of ego-development“ bedeuten. „Without them, there is no growth, only stasis“, unterstreicht Marcia (2010, S. 33). Demgemäß hat jedes Ereignis, so schlimm es uns im Moment auch erscheinen mag, neben den negativen auch seine positive Seiten und kann für die betroffene Persönlichkeit einen wichtigen Wachstumsschub bedeuten (Schneider, 1996, S. 118ff.).

Ein wohl sehr tragisches „Kritisches Lebensereignis“ ist der plötzliche Verlust einer geliebten Person. Durch ein derartiges Geschehnis bricht zunächst einmal die Welt des Betroffenen / der Betroffenen zusammen. Nichts ist mehr so wie vorher. Die damit verbundenen heftigen emotionalen Reaktionen können jedoch nicht immer frei ausgelebt werden, da der Alltag einen irgendwann wieder einholt und die betroffene Person dazu angehalten wird, gesellschaftliche Aufgaben zu bewältigen und Erwartungen zu erfüllen. Es gilt also, sich mit dem Ereignis zu arrangieren, zu lernen damit umzugehen und seine Trauer sowie weitere damit verbundene Emotionen in den verschiedensten Lebenssituationen zu regulieren.

Einer der effektivsten Regulationsmechanismen im Kontext eines kritischen Lebensereignisses ist vielleicht die Zeit. Ein Sprichwort sagt nicht umsonst: Die Zeit heilt alle Wunden! Es obliegt jedoch der betroffenen Person, wie sie die Zeit nach dem Ereignis gestaltet und auf welche Art und Weise der Heilungsprozess der Wunde beeinflusst wird. Fest steht, dass auf jeden Fall eine Narbe bleibt. Ein tragisches Ereignis wird immer emotional bedeutsam für den jeweiligen Menschen bleiben. Mechanismen der Emotionsregulation spielen hierbei eine wichtige Rolle für den Umgang mit kritischen Lebensereignissen und so gesehen auch für die Bewältigung alltäglicher Situationen. Die vorliegende Arbeit wird sich mit Themen rund um Emotionen im Kontext von Verlusterlebnissen beschäftigen, die als kritisch von der betroffenen Persönlichkeit erlebt werden

1.1 Allgemeine Forschungsfrage

In der Lehrveranstaltung „Theorie-Praxis-PS für Bachelorarbeiten“ unter Leitung von Prof.in Dr.in Tina Hascher setzte man sich mit der Rolle von Emotionen in Theorie und Praxis auseinandergesetzt. Davon inspiriert habe ich mich für das Thema dieser Arbeit entschieden. Ich werde folgende Forschungsfragen mit dieser Arbeit, die ich im Rahmen dieser Lehrveranstaltung verfasst habe, versuchen zu beantworten:

- Wie werden Emotionen wie Trauer, die durch ein kritisches von Verlust geprägtes Lebensereignis ausgelöst werden, von betroffenen Personen situativ reguliert?
- Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Charakteristiken der verschiedenen Situationen und den jeweils angewandten Emotionsregulationsstrategien?

Auch wenn sich die Forschungsfrage dieser Arbeit auf Emotionen und Emotionsregulation in Situationen beziehen, muss zunächst geklärt werden, wie kritische Lebensereignisse definiert werden und was im speziellen das „Kritische“ bei Verlusterlebnisse ist. Denn der emotionale Ausdruck der Trauer ist auf dieses Ereignis zurückzuführen und muss auch in diesem Bezugsrahmen betrachtet werden. Die Kernfrage dieser Arbeit bezieht sich also auf die Regulation von Emotionen, die durch das jeweilige kritische Lebensereignis ausgelöst wurden. In diesem Zusammenhang soll zugleich aufgezeigt werden, in welchen Situationen Emotionen wie reguliert werden. Es wird versuchen, charakteristische Situationsmerkale aufzuschlüsseln und diese in bestimmte Kategorien einzuteilen.

Es soll durch diese qualitativ durchgeführte Untersuchung etwas über die Anwendung von bestimmten Emotionsregulationsstrategien in gewissen situativen Kontexten in Erfahrung gebracht werden, umsomit der pädagogischen und psychologischen Theorie/Praxis mit zusätzlichen Erkenntnissen zu dienen.

Diese explorative Forschungsarbeit wird nicht auf alle Aspekte eingehen können und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Viele Erkenntnisse sind auf subjektive Interpretationen des Autors zurückzuführen und wollen keine Aussagen über richtig oder falsch machen. Die Arbeit soll als Beispiel zeigen, wie man sich mit dieser Fragestellung wissenschaftlich auseinandersetzen kann und welche spannenden Fragen noch weiter erforscht werden könnten. Sie wird bestimmte individuelle Aussagen über zwei Personen zu machen, die im Kontext dieser Arbeit untersucht wurden. Mögliche Hypothesen werden im Anschluss generiert.

1.2 Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit Fragen nach Emotionserleben und Emotionsregulation im Kontext von einem kritischen Lebensereignis. Zunächst werden dazu in einem literarischen Diskurs ein Konzept der kritischen Lebensereignisse (Kapitel 2) sowie Konzepte von Emotionen und Emotionsregulation (Kapitel 3) erarbeitet und auf besondere Aspekte in diesem Zusammenhang hingewiesen. Anschließend wird im Kapitel 4 der Forschungsgegenstand und die Forschungsfrage präzisiert und die methodische Vorgehensweise dargestellt und begründet. Kapitel 5 versucht, grundlegende Erkenntnisse aus der kleinen qualitativ-empirischen Untersuchung zusammenzufassen, die Fallportraits darzustellen und diese gegenüberzustellen. Davon ausgehend wird in Kapitel 6 das Datenmaterial im Hinblick auf Emotionsregulation untersucht und dahingehend interpretiert, in welchen Situationen Emotionsregulationsmechanismen wie Emotionsunterdrückung und Emotionskontrolle ihre Anwendung finden. Desweiteren soll aufgezeigt werden, welche Effekte die verschiedenen Emotionsregulationsstrategien auf das Individuum haben können. Im Anschluss daran werden mögliche neue Fragestellungen und Hypothesen generiert. Abschließen soll die Arbeit in Kapitel 7 mit einer Diskussion der Ergebnisse sowie mit einer selbstkritischen Reflexion.

2 Das Konzept der Kritischen Lebensereignisse

In der Fragestellung sollen Emotionen im Kontext von einem kritischen Lebensereignis betrachtet werden. Deswegen muss zunächst geklärt werden, was überhaupt ein kritisches Lebensereignis ist und welche Eigenschaften ein solches aufweist. Dieses Kapitel ist das Ergebnis einer Literaturrecherche zu diesem Thema und fasst wesentliche Charakteristika zusammen. Auf den verwandten Begriff der Krise wird ebenfalls verwiesen. Ich weiteren Verlauf wird in einer theoretischen Auseinandersetzung der Blick auf kritische Lebensereignisse fokussiert, die durch Verlust (z.B. Tod nahe stehender Person) charakterisiert sind.

2.1 Eine Annäherung an den Begriff „Kritisches Lebensereignis“

Jeder individuelle Lebenslauf ist charakterisiert durch „eine unterschiedliche Sequenz einzelner Erfahrungen, von Rückschlägen und Fortschritten, von Anforderungen und Überforderungen, von Gewinnen und Verlusten, von Einsichten und Aussichten, von kleinen Widrigkeiten des Alltags und großen Ereignissen und Transitionen im Leben“ (Fillip & Aymanns, 2010, S. 27). Es ist daher schwierig (kritische) Lebensereignisse zu kategorisieren, weil deren Charakteristik, der Zeitpunkt, die betreffende Persönlichkeit, die situativen Merkmale, der soziale Kontext und die Konsequenzen miteinbezogen werden müssen. Cornelius und Hutsch (1995, zitiert nach Fillip, 1995, S. 77) versuchen, Lebensereignisse in ihrem zeitlichen Auftreten (chronologisches Alter, historische Zeit) sowie in bestimmte Charakteristika (Veränderungsmuster wie z.B. Zeitpunkt innerhalb der Biographie, Sequenz, Dauer und Simultaneität von Lebensereignissen) einzuteilen.

Kritische Lebensereignisse können klassifiziert werden in normative und nicht-normative Ereignisse. Der Begriff „normativ“ bezeichnet altersgebundene, vorhersehbare, antizipierbare Ereignisse und Übergänge, die während der biologischen und sozialen Lebenszeit eine hohe Verbreitung innerhalb der Gesellschaft haben. Sie sind also statistisch gesehen „normale“ Anforderungen und Aufgaben für den Menschen, die im Laufe seines Lebens bearbeitet werden „müssen“, weil „ihre Bearbeitung eine Vorraussetzung für den Übergang in das nächste Entwicklungsstadium ist“ (Fillip & Aymanns, 2010, S. 32). Beispiele hierfür wären ein Schuleintritt, Schulwechsel oder eine Familiengründung. Viele dieser Ereignisse sind jedoch in „ihrer Grundqualität positiv“, es geht also in diesem Kontext ebenso um Krisenerleben bei „Nicht-Eintritt normaler Ereignisse“ wie beispielsweise das „Nicht-Erfüllen eines Kinderwunsches“ oder „Wiederholen einer Schulklasse“ (Fillip & Aymanns, 2010, S. 33).

[key words „developmental deadlines“ „ missed transitions“ „non-events“ “transitions”] Geschehnisse, die im zeitgeschichtlichen Rahmen passieren; also Eingriffe in die Entwicklung von Individuen in Form von historischen Ereignissen und Sozialem Wandel (z.B. Kriege, Terroranschläge, Technischer Fortschritt), werden von Fillip und Aymanns (2010, S. 36) als kollektive Ereignisse bezeichnet. Sie sind als „ein von vielen geteiltes Schicksal“ zu betrachten und können eine „kollektive Traumata“ bewirken (Fillip & Aymanns, 2010, S. 40).

Begebenheiten, die “weder im “normalen” Lebenslauf zu erwarten“ und „im engeren Sinne individuelle krisenhafte Erfahrungen darstellen“, werden oftmals als „nicht-normative“ (nonnormative) Ereignisse bezeichnet (Fillip & Aymanns, 2010, S. 41). Sie sind eher unvorhersehbar oder ungewöhnlich und treten plötzlich im Leben eines Menschen ein. Der Begriff „non-normativ“ wird im Kontext mit kritischen Lebensereignissen von Fillip und Aymanns (2010, S. 40ff.) auf zwei verschiedene Gruppen bezogen:

(1) Die erste Gruppe umfasst ungewöhnliche, kaum verbreitete Ereignisse von geringer Eintrittswahrscheinlichkeit (z.B. Vergewaltigungsopfer werden), die für die betroffene Person eine einzigartige und (subjektiv) nicht kontrollierbare Zäsur im Leben darstellt. Auch besonders schwere traumatische Ereignisse werden unter dieser Gruppe subsumiert.
(2) Die zweite Gruppe umfasst nicht unbedingt außergewöhnliche, aber von dem „normalen“ Zeitfenster (»off time«, d.h. zu früh oder zu spät) abweichende Ereignisse (z.B. Tod des eigenen Kindes durch einen Unfall oder frühe Elternschaft etc.).

Kritische Lebensereignisse weisen somit als grundlegende Eigenschaft einen Angriff auf das Person-Umwelt-Passungsgefüge auf, das in einen Zustand des Ungleichgewichts führt. Zudem bewirken sie, dass subjektive Theorien der bislang nicht hinterfragten Gewissheiten erschüttert werden (Weltbild, Selbstbild und Selbstwertbezug). Sie vermögen heftige Emotionen auszulösen, etwa durch mangelnde Kontrollierbarkeit oder Vorhersehbarkeit sowie durch einen hohen Überraschungsgehalt. Dies kann den Betroffenen in weiterer Folge in eine Krise stürzen können (vgl. Fillip & Aymanns, 2010, S. 13f; Fillip & Aymanns, 2010, S. 41ff.).

Eine Zusammenfassung von Merkmalen und Charakteristiken kritischer Lebensereignisse gibt auch Große (2008, S. 24) an. Jedes kritische Lebensereignis bringt soziale Veränderungen mit sich und besitzt somit eine soziale Relevanz. Die Normalität des Ereignisses (normativ / nicht- normativ) sowie der Zeitpunkt des Ereignisseintritts (on-time / off-time) zeichnen kritische Lebensereignisse ebenso aus wie die zeitliche Komponente, ob es sich „plötzlich“ (akut) ereignet oder über einen längeren Zeitraum andauert (chronisch). Als weitere Merkmale nennt Große (2008, S. 24) das „Ausmaß der Veränderung“ (auf das Person-Umwelt-Gefüge), den „Wirkungsgrad“ (auf die verschiedenen Lebensbereiche), die „emotionale Reaktion“ auf das Ereignis sowie der Umfang des „Einfluss- und Kontrollverlust“ der betreffenden Person. Letztlich lässt aber nur die subjektive Bedeutung des Ereignisses einen Schluss darauf zu, ob das Ereignis auch als ein „kritisches“ für die betroffene Person erlebt wird.

2.2 Eine Annäherung an den Begriff „Krise“

Tenorth und Dippelt (2007, S. 427) grenzen kritische Lebensereignisse von altersbezogenen Entwicklungsaufgaben ab und definieren sie als „unvorhersehbare lebensverändernde Ereignisse (…) im Sinne von Stressoren“. Diese stellen „aufgrund der plötzlichen Veränderung hohe Anforderungen an die Bewältigung“, können eine „Krise oder Krankheit“ auslösen, aber ebenso bei „erfolgreicher Lösung einen Gewinn an Kompetenz bewirken“ (Tenorth & Dippelt, 2007, S. 427). Eine Krise stellt einen Abschnitt in einem psychologischen Entwicklungsprozesses dar, „in dem sich nach einer Zuspitzung der Situation die weitere Entwicklung entscheidet“ (Bogyi, 1997, S. 129).

Der Begriff „Krise“ (griech. krisis »Entscheidung, Höhepunkt, Wendepunkt«) stellt einerseits, aus psychologischer Sicht, ein Ereignis dar, „welches einen schmerzhaften seelischen Zustand auslöst und als bedrohlich erlebt wird, weil das Erreichen wichtiger Lebensziele oder die Bewältigung des Alltags gefährdet ist und bisherige Problemlösemethoden zur Bewältigung nicht ausreichen (Tenorth & Dippelt, 2007, S. 426). Zur Situation einer Krise gehört der Charakter der Unausweichlichkeit, ebenso ist kein Zeitaufschub möglich. Andererseits können Krisen die Chance bergen, neue Sichtweisen zu entwickeln, sich neu zu definieren und „trotz Leid“ das Leben positiv zu verändern (Schneider, 1996, S. 9ff.). Letztere Perspektive schließt neben der Beraterliteratur auch die entwicklungspsychologisch inspirierte Forschung ein. Ein Erklärende Konzepte von Kritischen Lebensereignissen untersuchen Auswirkungen im Kontext auf persönliches Wachstum, also Veränderung auf die Persönlichkeit, in Ziel- und Motivstrukturen, Wertorientierungen und Überzeugungssystemen (Fillip & Aymanns, 2010, S. 99ff.). Kritische Lebensereignisse dienen für die Entwicklungspsychologie der Lebensspanne als Beschreibung von Entwicklungs- und Lebensverläufen, Wendepunkten und Umbrüche. Sie stellen zudem eine „subjektive Rekonstruktion des eigenen Lebens“ dar und eröffnen somit „ein erweitertes Verständnis von Prozessen der Entwicklungsregulation über die Lebensspanne“, auch im Hinblick auf die zukünftige Lebenszeit eines Individuums (vgl. Fillip & Aymanns, 2010, S. 28ff.).

Williams (2010, S. 525) weist auf einen Zusammenhang zwischen dem Wohlbefinden und den verschiedenen Phasen hin, die eine von einem kritischen Lebensereignis betroffene Person durchlaufen „muss“.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Zeitliche Phasen und Eigenschaften von Lebensübergängen in Bezug auf das subjektive Wohlbefinden (Williams, 2010, S. 525)

Im Kontext dieser Arbeit ist nur die Betrachtung der Kurve notwendig, die ein negatives Ereignis (Verlust) charakterisiert. Es ist ersichtlich, dass es Schwankungen im Wohlbefinden einer betroffenen Person während der Zeit gibt, welche zwangsläufig in eine Krise führen. Diese stellt einen Tiefpunkt, aber ebenso auch einen Wendepunkt dar.

Das chinesische Wort für Krise wird in zwei Zeichen ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) ausgedrückt, die »Gefahr« und »Chance« zugleich bedeuten.

2.3 Wissenschaftstheoretische Betrachtungsweisen

Kritische Lebensereignisse können aus erziehungswissenschaftlichen, psychologischen, entwicklungspsychologischen, sozialpsychologischen, stresstheoretischen sowie weiteren Sichtweisen, Perspektiven und Kontexten betrachtet werden, die hier jedoch nicht näher dargestellt werden. Es sollen lediglich zwei Heuristiken für kritische Lebensereignisse im Folgenden skizziert werden Aufgrund des Umstandes, dass kritische Lebensereignisse nicht nur als Stress und emotionales Chaos erlebt werden, sondern die Anatomie ihrer ein äußerst komplexes Gebilde darstellt (Aymanns & Fillip, 2010, S. 50), hat Fillip (1995, 2010) ein ebenso komplexes heuristisches Analysemodell ausgearbeitet. Ihr Modell ist aus einem eher psychologischen Blickwinkel heraus entwickelt worden. Im Grunde bildet es stark vereinfacht einen Verarbeitungsprozess über die physikalische, subjektive und historische Zeit ab. Es lassen sich Aussagen darüber treffen, welche Merkmale (Antezedenzmerkmale, Personenmerkmale, Kontextmerkmale, objektive und subjektive Ereignismerkmale) ein Lebensereignis als kritisch qualifizieren, welche unmittelbaren Reaktionen (physiologische, emotionale und kognitive Aktivitäten) darauf folgen, welche Art des Bewältigungsverhaltens hervorgerufen werden kann und welche Folgen (personenseitige, kontextseitige und interaktionale Effektmerkmale) das Ereignis für die betroffene Person haben kann (vgl. Fillip, 1995, S. 9ff.; Fillip & Aymanns, 2010, S. 53f.). Auf eine differenziertere Darstellung wurde verzichtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Heuristik zur Erfahrungsverarbeitung kritischer Lebensereignisse (Große, 2008, S. 90)

Große (2008) verdeutlicht in ihrem Modell den Prozess der Auseinandersetzung und somit Strategien im Umgang mit kritischen Lebensereignissen. Sie versucht in ihrer erziehungswissenschaftlich angelegten Studie die lebensgeschichtliche Bedeutung von kritischen Lebensereignissen eines Einzelfalls (im Hinblick auf die Biographieplanung junger Frauen) nachvollziehend zu beschreiben und Erkenntnisse über biographische Bildungs- und Lernprozesse zu gewinnen. Dabei stützt sie sich auf eine rein subjektive Bewertung und thematisiert Prozesse der Erfahrungsverarbeitung von den Betroffenen. Zudem bezieht sie bei ihrer Konzeption „soziale Handlungskontexte“ und strukturelle Bedingungen der Entstehung und Bearbeitung von kritischen Lebensereignissen und somit eine „soziostrukturelle Ebene aus subjektiver Perspektive“ in ihre Untersuchung mit ein. Dabei geht es in ihrer Exploration weniger darum, „ob es sich um normative oder nicht-normative Lebensereignisse handelt“ (Große, 2008, S.88). Vielmehr soll die analytische Betrachtung des „Verzahnungsprozesses zwischen gesellschaftlicher und individual-biographischer Ebene“ Aussagen über die Art und Weise der Veränderung, der Richtung und der Wirkungsweise, die ein kritisches Lebensereignis im biographischen Verlauf erzeugt, machen (Große, 2008, S. 88ff.). In Abbildung 2 wird das Konzept und die Heuristik ihrer Studie veranschaulicht.

2.4 Verlusterlebnisse - Verschiedene Perspektiven

Verlusterlebnisse haben einen hohen Stressfaktor. Für die Einschätzung von kritischen Lebensereignissen wurde eine Stress-Skala (Social Readjustment Rating Scale) von Holmes und Rahe (1967 in Zimbardo, 2004, S. 568) entwickelt, die den plötzlichen Verlust einer wichtigen Person mit einem sehr hohen Stresswert versieht. Auch andere Verlusterlebnisse (Scheidung, Verlust des Arbeitsplatzes) zeigen einen hohen Stressfaktor. Bogyi (1997, S. 129) bezeichnet einen Verlust als eine Reaktion auf etwas Verlorenes. Man kann Verlusterlebnisse in sechs Klassen differenziert betrachten (Brown, Bifulco & Harris, 1987 in: Keller, 1997, S. 41): Verlust als Folge von (a) Tod, (b) Trennung, (c) der Verlust des Arbeitsplatzes (d), materieller Güter, (e) von Gesundheit und (f) der Verlust einer Wunschvorstellung. Jede der Verlustsituationen nimmt hierbei einen anderen emotionalen Stellenwert ein.

Bogyi (1997, S.142) merkt an, dass unverarbeitete Verlusterlebnisse Ursachen für Symptome, vor allem Depressionen, sind. Das Ergebnis einer Studie, die die verlaufsmodifizierende Wirkung von Lebensstress im Zusammenhang mit dem Auftreten einer Depression untersucht, kommt zu ähnlichen Erkenntnissen: Belastende Lebensereignisse erhöhen das Risiko einer depressiven Episode (in klinischem Sinne), wobei Frauen dafür gefährdeter sind als Männer, wenn es sich bei den Lebensereignissen um ein Verlusterlebnis, wie den Tod eines nahen Angehörigen handelt (Keller, 1997, S. 184).

Der Mensch kann jedoch in Zeiten einer Krise, die durch ein stark emotionales Verlusterlebnis ausgelöst wurde, neben seinen inneren Ressourcen auch auf viele in seinem persönlichen Umfeld zugreifen. Williams (2010, S. 529) führt als Faktoren, die “during periods of transition” emotionale Sicherheit ermöglichen können, “supportive partnership, stable childhood, support networks, openness on emotional and mental health issues” auf. Als Faktoren, die emotionale Unsicherheit auslösen können, nennt er “no partner, few friends, dependent relatives, secret grief (lost lover or child), sense of guilt, unresolved issues or regrets, multiple trainsitions, anxiety over being diagnosed mentally ill”. Wöller (2006, S. 294f.) spricht sich dafür aus, dass Ressourcen aufgefunden, aktiviert und verankert werden müssen, um eine Krise erfolgreich bewältigen zu können. Die Bedeutung, die der Mensch der Ressource gibt, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Er differenziert internale und externale Ressourcen in folgender Übersicht:

Tabelle 1: Beispiele für Ressourcen (Wöller, 2006, S. 295)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3 Ein Konzept von Emotionsregulation

Dieses Kapitel soll in einer theoretischen Auseinandersetzung einen Überblick über den komplexen Gegenstand „Emotion“ und „Emotionsregulation“ geben und somit als Grundlage für die Forschungsfragen in dieser Arbeit dienen. Eine besondere Stellung nimmt hierbei die Emotion „Trauer“ ein, da sie von besonderer Bedeutung für den weiteren Verlauf der Untersuchung ist und mit den Modellen von Emotion und Emotionsregulation in Verbindung gesetzt werden kann.

3.1 Eine Annäherung an den Begriff „Emotion“

To understand emotion regulation, we first need to know what is being regulated. (…)What is it that you must have for something to be an emotion (necessary conditions)? What is it that - if present - guarantees that something is an emotion (sufficient conditions)? (Gross, 2006, S. 4)

Eine Definition eines Begriffes setzt voraus, dass das zu definierende Wort konsensfähig in der Wirklichkeit ist. Es ist somit schwierig, für den abstrakten Begriff „Emotion“ eine Definition zu finden, da sich selbst die wissenschaftliche Forschung noch nicht einig ist, wie dieses Konstrukt zu verstehen und zu begründen sei. Der Begriff „Emotion“ ist, etymologisch betrachtet, auf den französischen Begriff „émouvoir“ (bewegen, erregen) bzw. auf das Lateinische „emovere“ (herausbewegen, emporwühlen) zurückzuführen und wird mit „Gefühl, Gemütsbewegung, seelische Erregung“ umschrieben (Dudenredaktion, 2007, S. 179).

Eine Emotion gibt also eine kurzweilige oder längerfristige Äußerung des eigenen Innenlebens nach außen an und sie entsteht, wenn eine Person von etwas individuell Bedeutsamen berührt wird. Je nachdem in welchem emotionalen Zustand sich eine betreffende Person befindet, können die verschiedenen Formen der Emotion beispielsweise als Angst, Freude, Ekel, Wohlbefinden, Schamgefühl, Stolz, Traurigkeit und Trauer bezeichnet werden. Diese emotionalen Zustände sind charakterisiert durch das subjektive bewusste Erleben eines bestimmten positiven, negativen oder ambivalenten Gefühls, dass zu einem entsprechenden physischen Ausdruck führt. Zudem unterscheiden sich Emotionen in ihrer Intensität, Dauer und Häufigkeit sowie in einem unmittelbar situativen oder situationsübergreifendem Erleben (Hascher & Hagenauer, (in Druck), S. 5). Emotionen sind daher nicht nur häufig, sondern äußerst komplex und vielschichtig zu betrachten (vgl. Hascher & Hagenauer, (in Druck), S. 3ff.; Schmidt-Atzert, 1996, S. 13ff.).

Schmidt-Atzert (1996, S.21) versteht Emotion als ein nicht direkt beobachtbares hypothetisches Konstrukt und charakterisiert es als einen „qualitativ näher beschreibbaren Zustand, der mit Veränderungen auf einer oder mehreren der folgenden Ebenen einhergeht: Gefühl, körperlicher Zustand und Ausdruck“. Des Weiteren müssen kognitive Prozesse, persönliche Eigenschaften wie auch individuelle Verhaltensmuster berücksichtigt werden.

Unter Emotionalität versteht Koemeda-Lutz (2009, S. 11) ein „harmonisches Zusammenspiel von Denken, Fühlen und Handeln, das erlaubt, im Einklang mit der jeweiligen Umwelt Bedürfnisse und Wünsche zu befriedigen, und persönliche oder übergeordnete Ziele zu verfolgen“. Als Vorraussetzung für eine intelligente Emotionalität sieht sie eine differenzierte Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Emotionale Prozesse werden auf mehrere Komponenten zurückgeführt, die miteinander verbunden sind, bei einer Betrachtung jedoch weiter differenziert werden können. In der Literatur werden affektive, kognitive, expressive, motivationale und physiologische Komponenten beschriebenen, aus denen sich Emotionen zusammensetzen. Das subjektive Erleben der Emotion, die damit verbundenen Gedanken und das gezeigte Ausdrucksverhalten, der dadurch initiierte Handlungsimpuls sowie die eintretenden physischen Reaktionen können als charakteristische Kennzeichen einer Emotion gesehen werden (Hascher und Hagenauer, (in Druck), S. 4). Ausgelöst durch die subjektive Einschätzung einer bestimmten Situation gibt eine Emotion dem Menschen daher eine aktuelle Rückmeldung über die Situation seines Körpers und seines Geistes, die bewusst oder unbewusst interpretierbar ist sowie innere und äußere Prozesse beeinflusst.

Gross und Thompson (2006, S. 5f.) beschreiben hierzu drei “Core Features” von Emotionen. Als erstes Kernelement für das Entstehen einer Emotion nennen sie die Evaluation und die dadurch entstehende subjektive Bedeutsamkeit von einer Situation oder von persönlichen Zielen. Als zweite Eigenschaft sehen sie die vielschichtigen Effekte von Emotion auf das subjektive Erleben, das Verhalten und auf die gesamte zentralnervöse und periphere Physiologie. Das dritte charakteristische Merkmal ist die starke Präsenz im Bewusstsein bei einem Emotionserleben; welches auf die „imperative quality“ von Emotionen hinweist. Emotionen können nicht einfach abgeschaltet werden, sondern sind unumgänglich. Man kann sie zwar auf vielen Ebenen beeinflussen, weil alle Komponenten miteinander verbunden sind, aber letzlich setzen Emotionsregulationsmechanismen bei dem von Gross und Thompson (2006, S. 6) dritten Merkmal an.

In der vorliegenden Arbeit wird eine allgemeine Begriffsauffassung von „Emotion“ verwendet, die jegliche affektive Prozesse und verschiedene Begriffsauffassungen (Affekt, Gefühl, Stimmung, Emotion) subsumiert. Deshalb wird die Arbeitsdefinition von Emotion wie folgt formuliert:

„Emotion bezeichnet einen subjektiv erlebten psycho-physiologischen Zustand, der durch bestimmte Situationsmerkmale und/oder durch ein persönlich relevantes Ereignis und dessen Interpretation ausgelöst wird und/oder damit in einer bestimmten Weise verbunden ist, der kurzfristig oder längerfristig andauert, der sich in seiner Valenz unterscheidet und verschieden intensiv erlebt wird, der ein bestimmtes Verhalten zur Folge hat, der soziale Interaktion beeinflusst und sich auf den eigenen Körper und Geist auswirkt, mit dem sich auf verschiedenste Art und Weise auseinandersetzen kann und der eine Schlussfolgerung auf die eigene Befindlichkeit zulässt“ (vgl. Hascher & Hagenauer, in Druck; Gross & Thompson, 2006; Schmidt-Atzert, 1996).

Als Grundlage für eine Erklärung des emotionskonstituierenden Prozesses soll das Komponenten-Prozess-Modell (Brosch & Scherer, 2008) herangezogen werden, das im Kapitel 3.3 dargestellt wird. Im folgenden Unterpunkt wird näher auf die Emotion der „Trauer“ eingegangen.

3.2 Eine Annäherung an den Begriff „Trauer“

„Wenn die dunklen Wolken der Tränen ihren Ausdruck gefunden haben, können wir uns eines sicher sein: Dann wird die Sonne hervorkommen.“ (Canacakis, 2006, S. 277)

In der Beraterliteratur wird das Phänomen Trauer und ein möglicher Umgang damit in vielfältigen Blickwinkeln diskutiert, aber ein konkret wissenschaftlicher Zugang wurde nicht gefunden.

Trauer wird beschrieben als eine natürliche Reaktion (Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen) auf einen tiefgreifenden Verlust (z.B. Tod einer nahe stehenden Person) und dient dazu, sich und das eigene Selbstkonzept an einen neuen Alltag anzupassen, der sich durch das Verlusterlebnis verändert hat. Der Trauerprozess ist dazu da, den trauernden Menschen langsam dazu zu bringen, den Verlust des „Objektes“ zu akzeptieren. Das Trauererleben muss individuell (geschlechtsspezifisch, altersspezifisch, personenspezifisch) betrachtet werden und kann in unterschiedlichster Art und Weise seinen Ausdruck finden. (Bogyi, 1997, S. 133ff.; Kersting, 2010, S. 468). Ebenso ist das Trauergeschehen in einem gesellschaftlichen und kulturellen Rahmen eingebettet und es wird davon ausgegangen, dass die Beziehung zu dem Verstorbenen, das aktuelle soziale Umfeld, die eigene Lebensgeschichte und die Umstände des Todes Auswirkungen auf die Art und Dauer des Trauerprozesses haben (Bogyi, 1997, S. 134). Im Trauererleben befinden sich viele Komponenten (wie affektive Intensität, kognitive Prozesse, psychosomatische und physische Reaktionen) in ständiger Interaktion und Veränderung zueinander (Kersting, 2010, S. 468). Kersting (2010, S. 468f.) weist auf die verschiedenen Gefühlsqualitäten (sowohl positive als auch negative Aspekte) von Trauer hin und schildert viele damit verbundene Emotionen (z.B. Angst vor der Zukunft, Schuldgefühle, Ärger und Wut, Scham, Enttäuschung, (Sehnsucht), Mischung aus positiven und negativen Gefühlen).

[...]

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten

Details

Titel
Umgang mit Emotionen bei kritischen Lebensereignissen
Untertitel
Emotionsregulation von Trauer und deren Auswirkungen auf den Menschen
Hochschule
Universität Salzburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
63
Katalognummer
V179263
ISBN (eBook)
9783656015611
ISBN (Buch)
9783656015970
Dateigröße
981 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Anhang C-D (Interviewtranskripte) ist aus Datenschutzgründen entfernt worden. Kommentar der Gutachterin zu dieser Arbeit: "Eine Bachelorarbeit, welche die Anforderungen weit übertrifft. Outstanding!"
Schlagworte
Kritische Lebensereignisse, Emotion, Emotionsregulation, Trauer, Krise, Coping
Arbeit zitieren
Felix Autor (Autor), 2011, Umgang mit Emotionen bei kritischen Lebensereignissen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179263

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Umgang mit Emotionen bei kritischen Lebensereignissen


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden