Die Landräte im Landkreis Kronach von 1945 bis 1950


Facharbeit (Schule), 2008
80 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Der „Landrat“ - Geschichte und Entwicklung eines Amtes

2. Die Landräte im Landkreis Kronach
2.1 Die Stunde Null in Oberfranken und im Landkreis Kronach
2.2 Der erste Nachkriegslandrat: Dr. Gottfried Witzgall (24. April 1945 bis 18. November 1945)
2.2.1 Amtsantritt und Vorgeschichte
2.2.2 Amtszeit als Landrat
2.2.3 Das Leben danach
2.3 Der Nachfolger in schweren Zeiten: Carl Pfretzschner (19. November 1945 bis 23. Juni 1946)
2.3.1 Amtsantritt und Vorgeschichte
2.3.2 Der Fall Runiewicz
2.3.3 Amtszeit als Landrat
2.3.4 Das Leben danach
2.4 Der erste gewählte Landrat: Hans Papstmann (24. Juni 1946 bis 31. Mai 1948)
2.4.1 Amtsantritt und Vorgeschichte
2.4.2 Amtszeit als Landrat
2.4.3 Das Leben danach
2.5 Der erste SPD-Landrat: Emil Sieg (01. Juni 1948 bis 31. Dezember 1949)
2.5.1 Amtsantritt und Vorgeschichte
2.5.2 Amtszeit als Landrat
2.5.3 Der Fall Sieg
2.5.4 Das Leben danach
2.6 Die zweite Amtszeit von Dr. Gottfried Witzgall (01. Januar 1950 bis 30. April 1952)
2.6.1 Erneute Ernennung zum Landrat
2.6.2 Amtszeit bis Ende 1950
2.6.3 Das Ende des Jahres 1950

3. Bewertung der frühen Phase nach dem Zweiten Weltkrieg und der Leistung der Landräte

4. Anhang
4.1 Interview mit Dr. Heinz Köhler
4.1.1 Lebenslauf in Kurzform
4.1.2 Interview vom 16. Oktober 2007
4.2 Literaturverzeichnis
4.2.1 Bücher und Zeitschriften
4.2.2 Archivmaterial und Berichte
4.2.3 Zeitungen (siehe auch 4.3)
4.2.4 Internetadressen
4.2.5 Mündliche Quellen
4.2.6 Bildquellennachweis
4.3 Dokumente
4.3.1 Fränkischer Tag vom 04. Dezember 1951
4.3.2 Neue Presse vom 28. Juli 1951
4.3.3 Neue Presse vom 04. Dezember 1951

Vorwort

„Die Landräte in Kronach…das hört sich ja langweilig an!“

Solche und noch andere abschätzige Bewertungen durfte ich mir über mein Facharbeitsthema und meine Entscheidung im Fach Geschichte Facharbeit zu schreiben des Öfteren anhören. Diese Vorurteile möchte ich zu Beginn meiner Facharbeit ausräumen.

Es ist nämlich keinesfalls so, dass die Landräte in Kronach oder das Fach Geschichte langweilig sind. Vor allem die Zeit unmittelbar nach dem Nationalsozialismus von 1945 bis 1950 hat so vieles für die Menschen verändert, so vieles musste verändert werden, so viel Leid musste überwunden werden. Das alles ist aber nicht irgendwo passiert, sondern direkt hier, vor den Augen unserer Eltern und Großeltern, direkt vor unserer Tür. Die Entwicklungen mit den Schicksalen von Entscheidungsträgern zu verknüpfen, mag vielleicht nicht in jedermanns Interesse sein, den Kritikern aber möchte ich widersprechen. Die Beschäftigung mit regionaler Geschichte hört sich vielleicht langweilig an, aber es hat sich für mich gelohnt, sich mit dieser Zeit zu beschäftigen. Auch wenn die Thematik auf den ersten Blick trocken erscheint, haben mich die Menschen, die damals Verantwortung übernahmen oder übernehmen mussten, sehr schnell in ihren Bann gezogen und dies je länger und intensiver ich mich mit der Materie beschäftigte. So habe ich nicht nur Literatur ausgewertet, sondern auch noch Zeitzeugen gefunden und interviewt. Deshalb bedanke ich mich bei der Tochter Emil Siegs Frau Emilie Fischer und Angehörigen, Herrn Dieter Lau Vorsitzenden der SPD-Ortsgruppe Johannisthal, Herrn MdEP a.D. Dr. Heinz Köhler, dem Historiker Dr. Peter Zeitler, den freundlichen Mitarbeitern des Stadtarchivs Kronach und allen, die mir bei der Erstellung dieser Arbeit behilflich waren, für die tatkräftige Unterstützung. Ein besonderes „Vergelt’ ’s Gott“ geht an Thomas Stadelmann vom Landratsamt Kronach, der mir während der gesamten Zeit der Facharbeitsanfertigung helfend zur Seite stand.

1. Der „Landrat“ - Geschichte und Entwicklung eines Amtes

Der Titel „Landrat“ ist ein sehr alter Titel und stammt aus der Zeit der Ritter- und Ständegesellschaft (ca. 16. Jahrhundert). Ein „Landrat“ war ein Ständevertreter der adeligen und ritterlichen Gutsbesitzer und wurde erst in unserer modernen Zeit, d.h. im Preußen des 19. Jahrhunderts, zu einem Vertreter des Zentralstaates gemacht.1

Die Bezeichnung „Landrat“, wie wir sie heute kennen und gebrauchen, tauchte das erste Mal im Jahre 1928 im preußischen Besoldungsgesetz vom 19. April auf, als der Oberamtmann die Titulierung „Landrat“ erhielt. Am 28.11.1938 wurde (mit Wirkung auf den 01.01.1939) durch die Dritte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs die Bezeichnung „Landrat“ für den bayerischen Bezirksamtmann und die Bezeichnung „Landkreise“ für die Verwaltungsbezirke übernommen, eingeführt und dauerhaft festgelegt - diese Regelung hat bis heute Bestand.2

Der Bezirksamtmann hatte keinen großen Entscheidungsspielraum in der Zeit vor dem Nationalsozialismus. Er war normaler Staatsbeamter, wie der Leiter des Amtsgerichts oder der Leiter des Finanzamtes. Zusätzlich hatte er aber durch die Vielzahl an Aufgaben im kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Bereich auch eine Vielzahl an Handlungsmöglichkeiten.3

Die Regierungschefs der Weimarer Zeit versuchten das Aufgabenfeld und die Rechtslage der Oberamtmänner bis zum Jahre 1933 in ganz Deutschland gleichzusetzen, aber die Jahre nach der Machtübernahme brachten keine weitere Vereinheitlichung des Rechts der Landkreise für das Reichsgebiet. Die „Gleichschaltungsgesetze“ und die Einführung des „Führerprinzips“ verursachten nur neue Buntscheckigkeiten und so manche Verwirrung in der Praxis.4 War der Landrat nicht Mitglied der Partei, so konnte er politisch nicht viel erreichen und seine Karriereleiter war nach oben hin sehr begrenzt. Als

Parteimitglied war er sowieso streng an die Regierungsweisungen des ParteiStaat-Dualismus gebunden.5

Bis zum Ende des 2. Weltkrieges war der Landrat als reiner Staatsbeamter auch in der Selbstverwaltung tätig.

Noch bis ins Jahr 1952 wurde er vom Kreistag gewählt und eingesetzt bzw. in der unmittelbaren Nachkriegszeit (ab Mai 1945) von der Militärregierung bestimmt und von der inzwischen entstandenen Staatsregierung bestellt. Ab 1952 war die Volkswahl bestimmend über die Einsetzung des Landrats in Bayern.6

In allen anderen Bundesländern/Besatzungszonen Deutschlands wurde der Landrat weiter vom Kreistag gewählt - die Volkswahl war also ein „Alleinbestimmungsmerkmal Bayerns“7.

In dieser Ausarbeitung werde ich nun an den Biografien der Landräte im Landkreis Kronach die Zeit nach der Regierungsübernahme der Militärregierungen im Jahre 1945 bis zum Jahre 1950 näher erläutern und die Geschehnisse und Entwicklungen im Landkreis Kronach auf deren Handeln und Wirken beziehen. Ferner werden diese mit den geschichtlichen Ereignissen in ganz Deutschland in Kontext gesetzt.

2. Die Landräte im Landkreis Kronach

2.1 Die Stunde Null in Oberfranken und im Landkreis Kronach

Die Auswirkungen des „totalen Krieges“, zu dem der Propagandaminister Goebbels im Februar 1943 die deutsche Bevölkerung in seiner berüchtigten Sportpalastrede aufgerufen hatte, waren nicht nur die totale militärische, politische und moralische Niederlage des Deutschen Reiches, sondern auch eine Katastrophe für Deutschland als Staat, Nation, Volk und Volkswirtschaft.8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.1.1: 1943 war eine der letzten nationalsozialistischen Großveranstaltungen auf dem Marktplatz in Kronach, im Rahmen des Kriegskreisparteitags.

Das Kriegsende im Mai 1945 änderte alles für die deutsche Bevölkerung. Die Einteilung in Besatzungszonen, die politischen Säuberungen, die Demokratisierung Nazi-Deutschlands, die Kriegsverbrecherprozesse und die Entnazifizierung sind nur ein Teil des weit reichenden Direktivenkatalogs, den die Besatzungsmächte USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich dem Hauptkriegsschuldigen auferlegten.9 Aber diese Veränderungen waren nicht einmal das Schlimmste für die Bevölkerung, denn die Not und das Elend des Krieges waren noch lange nicht beseitigt durch den bloßen Sturz des Naziregimes. Überall herrschte Hunger und Angst in den zerstörten Gebieten. Vieles verschärfte die Situation zusätzlich. Beispielsweise litt der Landkreis Kronach zusätzlich unter der Zonengrenze und dem Flüchtlingselend.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.1.2.1: Dieses Bild entstand am 14. April 1945 für einen amerikanischen

Kriegsberichterstatter. Der brennende Viehanhänger im Hintergrund ist für das Foto mit Benzin in Brand gesteckt worden.

Die „Stunde Null“, der Einmarsch der US-Truppen im Landkreis Kronach, war von den Menschen anders erwartet worden, als sie tatsächlich ablief. Die Schreckensmärchen, die ihnen durch die NS-Propaganda eingehämmert worden waren, hatten sich weitestgehend nicht bewahrheitet. Es fielen keine Schüsse auf sich ergebende Menschen, die zum Beispiel in Bunkern Schutz vor den Luftangriffen suchten, wie es die Panikmacher in der Bevölkerung erzählt und als Gerüchte verbreitet hatten. Die Sieger waren keine unbarmherzigen Okkupanten, wie sie von der Propaganda beschrieben worden waren. Trotzdem regierte weiterhin große Angst vor den Besatzern, denn die harten Direktiven und Leitlinien der Kriegskonferenzen der „Großen Drei“ wurden eisern durchgesetzt.

Mit den Dörfern, die sofort kapitulierten und sich den US-Besatzern mit weißer Flagge schwenkend ergaben, wurde friedlich verfahren. Jeglicher Widerstand gegen die aufmarschierenden Truppen wurde gnadenlos durch Panzerbeschuss niedergeschlagen. So geschehen in der Marktgemeinde Küps, die sich bis zur fast völligen Zerstörung an den Verteidigungsbefehl und die Durchhalteparolen Hitlers hielten. Sie bauten nämlich die Panzersperren nicht sofort ab, wie es von den anrückenden US-Militärs durch mit dem Flugzeug abgeworfene Mitteilungen gefordert wurde.10

Doch die Überwindung zur Kapitulation war moralisch und aus Angst vor rechtlichen Folgen eine schwere Prüfung für die Regionalpolitiker. Die NSDAP Regierung drohte mit „fliegenden Standgerichten (…) [gegen] Widerstandsverweigerer und Vaterlandsverräter“11 und statuierte, um dies zu verdeutlichen, das ein oder andere Exempel. Angesichts verheerender militärischer Niederlagen trat am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation in Kraft und die Waffen schwiegen - so auch in Kronach.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.1.2.2: Das Standgericht Helm erhängt wenige Tage vor Kriegsende den Obergefreiten Susel in Kronach wegen „Fahnenflucht“.

Die Stimmung in der Bevölkerung war gespalten, man wusste nicht, ob man sich als befreit oder besiegt fühlen sollte. Viele glaubten aufgrund der Propaganda nicht an ein Ende der Angst und des Schreckens, sondern fürchteten von den Besatzern noch schlimmeres Leid. Deutschland hatte schließlich kein Mitspracherecht in den Konferenzen, die über die Zukunft entschieden, sondern war den Besatzern vollkommen ausgeliefert. Angst vor einer ähnlichen Situation wie nach dem Ersten Weltkrieg stellte sich ein, die Angst vor einem erneuten „Schandfrieden“ wie in Versailles. Doch „die Unsicherheit und Spannung wich (…) schnell der Erleichterung“12, da die ersten Kontakte mit den „Amis“ recht positiv verliefen. Sie brachten Lebensmittel, Verbandszeug und Medikamente. Vor allem von farbigen Soldaten, gegen die die Naziregierung in ihren Propagandafeldzügen solch einen Hass und Vorurteile geschürt hatte, war die Bevölkerung sehr angetan. Sie verhielten sich sehr human, vor allem gegenüber den Kindern der Kronacher.13 Natürlich gab es auch einige Krawallmacher und Rowdies unter den GIs, die Prügeleien anzettelten, Passanten willkürlich beschimpften, Wohnungen nach Wertgegenständen durchsuchten (begehrte Sammlerobjekte waren Waffen, Fotos, Uhren und Parteisymbole, die sie sich als Erinnerung mitnahmen), aber auch gezielt Durcheinander stifteten in Kronacher Häusern. Den GIs war der direkte und freundliche Kontakt durch das „Fraternisierungsverbot“14 ihrer Vorgesetzten strengstens untersagt worden, aber der Anblick von hübschen deutschen Frauen trieb so manchen dazu die Verbote zu übergehen.

Das Klima zwischen den selbstbewusst auftretenden, sich als stolze Sieger sehenden Amerikanern und der unterworfenen Bevölkerung wurde allmählich besser und das Misstrauen verschwand im Laufe der Zeit.

Die Militärregierung übernahm die Landkreisstrukturen vollkommen und organisierte sie in ihrer Gesamt- und der Personalkonzeption weitgehend nach den Forderungen und Beschlüssen der Siegermächte um. Auch das Amt des Landrats in Kronach war davon betroffen.

2.2 Der erste Nachkriegslandrat: Dr. Gottfried Witzgall (24. April 1945 bis 18. November 1945)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.2: Dr. phil. Gottfried Theodor Witzgall

2.2.1 Amtsantritt und Vorgeschichte

Anfangs übernahm der Regierungsrat Karl Loy (1888-1969) auf Befehl der Besatzungsmacht hin am 13. April 1945 die Amtsgeschäfte des Landratsamtes und führte diese provisorisch weiter. Loy war ein zurückhaltender und disziplinierter Jurist mit umfassenden Sprachkenntnissen und heimatkundlichen Interessen. Politik lag ihm allerdings weniger. Wegen seiner politischen Vorbelastung und mangelnden Nervenstärke in der leitenden Position als Landrat wurde er aber schon elf Tage später, am 24. April, durch Lt. Col. Paulette von seinem Amt suspendiert, ohne dass sofort ein Ersatz gefunden werden konnte. Nach einem geeigneten Nachfolger suchte die Militärregierung anfangs ohne Erfolg, denn ihre Kriterien waren schwer zu erfüllen:

Es durfte kein „Auswärtiger“ sein, denn die Amerikaner wollten einen landkreisnahen Landrat, und natürlich auch keiner, der durch den Nationalsozialismus vorbelastet war, wie Karl Loy. Er durfte also weder nominelles noch aktives Mitglied gewesen sein.15

Die Militärregierung hatte am 3. Mai 1945, ein Donnerstag, alle bis dato ernannten Bürgermeister des Landkreises und mehrere Delegierte der SPD in den großen Sitzungssaal des Kronacher Konsumvereins (am Herrenmühlweg) zu einer Dienstbesprechung geladen. Die schon um acht Uhr morgens begonnene Diskussion über den einzigen Tagesordnungspunkt - die Nominierung des zukünftigen Landrates - dauerte über drei Stunden.16

Schließlich wurde der „Spross einer hochangesehenen, alteingesessenen, katholischen Bürgerfamilie (…) [Dr.] Gottfried Theodor Witzgall“17 nominiert, der relativ unbelastet und gut qualifiziert war:

Gottfried Theodor Witzgall wurde am 18. November 1889 in Kronach geboren. Seine zentrale Bezugsfigur als heranwachsender, wissbegieriger und aufgeschlossener Junge war seine Mutter, da er seinen Vater bereits im Alter von 10 Jahren verlor. Seine Mutter verstarb im April 1945, wenige Tage nach dem Einmarsch der US-Truppen, im Alter von 79 Jahren.

Er absolvierte die Volksschule und bildete sich am Gymnasium in Kronach weiter. Nach erfolgreichem Ablegen des Abiturs entschloss er sich für ein Lehramtsstudium in den Fächern Biologie und Geschichte. Dort promovierte er sogar zum Doktor der Philosophie. Zu Beginn der zwanziger Jahre war er als Gymnasiallehrer in den oben genannten Fächern tätig.

Leider ließen sich seine weiteren Berufsstationen nur teilweise und bruchstückhaft rekonstruieren. Er zog nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Oberstdorf im Allgäu erst 1936 wieder in seine Geburtsstadt Kronach zurück und befand sich seit 1942 im Staatsdienst als Fachlehrer für Biologie an der Oberschule in Bamberg. Dort führte er seine Karriere als Pädagoge fort.

Noch am selben Tag der oben genannten Sitzung wurde er, aufgrund der für ihn abgegebenen Empfehlung als Landratskandidat, zu Oberstleutnant David W. Paulette in das Brandversicherungsamt in der Festungsstraße 1 geladen. Dort befand sich der damalige Sitz des Detachments B-226, die Bezeichnung für die regionale Militärverwaltung. Paulette war der Chef der Militärregierung im Landkreis Kronach. Ohne längere Unterredungen wurde Dr. Gottfried Witzgall kurz in Augenschein genommen und zum kommissarischen Landrat von Kronach vereidigt. Damit war er der erste richtige Nachkriegslandrat

Kronachs. Mit Tatendrang erfüllt, voller Umsicht und Verantwortungsfreude nahm er die nahezu erdrückende Aufgabe in Angriff.

2.2.2 Amtszeit als Landrat

Die amerikanische Militärregierung wollte recht bald die meisten Aufgaben an die Landkreisregierung zurückgeben, aber auch über alle Vorgänge, Handlungen und Neuerungen auf dem Laufenden gehalten werden. Deshalb hatte Dr. Witzgall als Landrat nicht nur die ihm obliegenden Aufgaben selbst zu erfüllen, sondern musste sich auch an die Berichterstattungspflicht gegenüber der amerikanischen Militärregierung halten, die sich bis zum Abzug der Truppen aus dem Landkreis fortsetzen würde. Die Berichte mussten größtenteils zweisprachig verfasst werden, da die Sprachbarriere oftmals das größte Hindernis bei Verständigungsversuchen war.18

Witzgall legte besonderen Wert auf die schnellstmögliche Wiederherstellung eines funktionstüchtigen Verwaltungsapparats und eine Beseitigung des administrativen Chaos, das der Wechsel von der Einparteiendiktatur in den Zustand der vollkommenen Besetzung mit sich gebracht hatte. Die Militärregierung wollte zeitgleich mit der Neubesetzung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.2.2: Die Männer der ersten Stunde: Landrat Dr. Gottfried Witzgall, Lt. Col. David W. Paulette und Bürgermeister Baptist Thron (v.l.n.r.).

der Verwaltungsspitzen mit einem systematischen Personalrevirement19 in den ländlichen Gemeinden beginnen. Da diese Aufgabe aber recht mühsam war, wurde sie im Juli 1945 an das Landratsamt übergeben. Dies geschah in der gesamten westlichen Besatzungszone, da das Selbstbestimmungsrecht immer weiter ausgedehnt wurde. Von Witzgall wurde verlangt, die 96 Gemeindeoberhäupter im ganzen Landkreisgebiet komplett auszutauschen. Er befolgte diese Direktive schnell und sorgfältig und schrieb der Militärregierung in Ansbach schon am 5. August 1945: „Sämtliche Bürgermeister des Kreises waren Parteimitglieder und wurden durch Nichtparteimitglieder ersetzt. Durch diese Umstellung ist der Geschäftsbetrieb sehr erschwert. Bis zur Einarbeitung der neuen Bürgermeister wird wohl geraume Zeit vergehen.“20 Weil der Kronacher Landrat selbst noch nie einer Behörde vorstand, war es ihm wichtig, zumindest einen Grundstock von routinierten Beamten an seiner Seite zu haben um der größten Not- und Mängellage Herr zu werden. Deshalb bemühte er sich, wo immer es ging, die angewiesenen Massenentlassungen von kompetenten Verwaltungsfachkräften zu verhindern oder rückgängig zu machen. Dies lief aber der strikten Weisung der Militärregierung zuwider. Eine derart ungestüme Opposition gegenüber der radikalen und seiner Meinung nach wirklichkeitsfremden Entnazifizierungsdirektive der Amerikaner sollte ihm noch zum Verhängnis werden.

Um die parallel ablaufende Säuberung der Wirtschaft musste er sich auf Befehl der Militärregierung hin ebenfalls kümmern. Er setzte eine Kommission aus fünf Männern ein, die über jeden Säuberungsfall abstimmen und entscheiden sollten. Die Ärzteschaft wurde nach dem gleichen Verfahren überprüft und „gesäubert“.

Nicht nur die Säuberung, sondern auch das Wiederaufleben der Wirtschaft war einer seiner wichtigen Aufgabenbereiche. Vor allem der Rohstoffmangel bedrohte die örtliche Wirtschaft. „Die bestehenden Betriebe mit Kohle zu versorgen ist unmöglich“21, schrieb er an die Militärregierung. Wegen des Engpasses an Heizmitteln mussten sogar Bäckereien schließen und Schulen die Weihnachtsferien verlängern. Erst neue Beschlüsse der Militärregierung, auf die Dr. Witzgall in mehreren Schreiben drängte, führten zu einer langsamen Entspannung der Lage. Neue Versorgungswege per Eisenbahn wurden gesucht und geschaffen.

Wirtschaftlich war vor allem die Zonengrenzziehung ein Desaster für den Landkreis, denn die hervorragenden Verkehrsverbindungen in den thüringischsächsischen Raum mussten komplett geschlossen werden. Damit wurden die gesamten wirtschaftlichen Kontakte der Unternehmen gekappt. Somit konnten viele Betriebe ihre Wirtschaftlichkeit nicht aufrecht erhalten, sondern mussten aufgrund mangelnden Absatzes bzw. mangelnder Rohstoffbelieferung den Betrieb zurückfahren oder sogar einstellen.22

Außerdem gab es politisch große Veränderungen während seiner Amtszeit, an denen er auch selbst viel Anteil nahm und mitwirkte:

Politisch fand Dr. Witzgall seine Heimat in der CSU, bei deren Gründung er maßgeblich beteiligt war. Nachdem die Militärregierung Ende August 1945 das offizielle „Okay“ für die Bildung von Parteien auf Kreisebene erteilt und Wahlen für das Jahr 1946 festgelegt hatte, wurde auch in Kronach fleißig an der Gründung von Ortsgruppen gearbeitet. An den abendlich stattfindenden Vorbesprechungen und Diskussionen zur Bildung einer christlich-sozialen Union, die von der Militärregierung genehmigt werden mussten, nahmen er und elf weitere Personen teil. Darunter war auch der spätere Landrat Hans Papstmann, der als Gründungsvater der CSU-Ortsgruppe Kronach gilt. Die CSU bekam am 27. Dezember 1945 als dritte Partei im Landkreis Kronach nach der SPD (30. Oktober) und der KPD (22. Dezember) ihre „granted provisional authorization“23 von der Militärregierung.

Um die Bildung der Parteien schneller vorankommen zu lassen, empfahl er als noch amtierender Landrat in einem Schreiben an die Regierung „die drei Parteien SPD, KPD und CSU doch gleichzeitig zu genehmigen“24. Wegen der langen Verzögerung und der mangelnden Informationslage der Bürger empfand er eine Wahl im Frühjahr 1946 kurz nach den offiziellen Parteigründungen „in jedem Fall für zu früh“.25

Eine große Herausforderung stellten die vielen wohnungssuchenden und hungernden Flüchtlinge aus den östlichen Gebieten dar, die durch das Vorrücken der roten Armee und die Zwangsumsiedlungsbeschlüsse der Potsdamer Konferenz in Kronach ankamen. Ganz im Gegensatz zum Wortlaut des Potsdamer Abkommens war dies keine „ordnungsgemäß[e] und human[e] Überführung“26 der Volksdeutschen in das besiegte Rumpfdeutschland. Sie kamen in unvorstellbarem Leid und Elend in Kronach an und wurden so gut wie möglich versorgt, denn Lebensmittel, Medikamente und vor allem Wohnungen waren Mangelware in der Nachkriegszeit. Die immer neuen Flüchtlingsströme, die aber erst nach der Amtszeit Dr. Witzgalls zum Beginn des Jahres 1946 erhebliche Ausmaße für den Landkreis annahmen, wuchsen zur wichtigsten sozialpolitischen Herausforderung dieser Zeit an.

Die DPs27 dagegen bereiteten Dr. Witzgall in seiner Amtszeit die größeren Probleme. Sie feierten die ersten Tage nach dem Einmarsch der US-Truppen die Befreiung von der nationalsozialistischen Unterdrückung mit exzessiven Trinkgelagen. Diese gingen oft in Plünderungen und Gewalt über und die unter dem Nationalsozialismus unterdrückten DPs ließen ihren Hass auf das NS- Regime an der Bevölkerung aus, wie in schriftlichen Berichten der Gendarmeriestellen an den Landrat im Jahre 1945 nachzulesen ist. In Mitwitz, wo rund 80 Polen in einem ehemaligen Arbeitslager untergebracht waren, kam es bis in den August hinein zu Plünderungen und Diebstählen.28

In seinen ersten Schriftwechseln mit der Militärregierung kümmerte sich Witzgall um die Zuteilung von Fahrzeugen, um die dringend erforderliche Mobilität der Landkreisverwaltung im Zuständigkeitsbereich zu gewährleisten. Fahrzeuge der Wehrmacht und von Privatpersonen wurden auf Verlangen der Besatzer, auch gegen den Willen der Fahrzeugbesitzer, gegen Entschädigung beschlagnahmt. Sie konnten nur gegen Vorlage entsprechender Bescheinigungen und Leihgebühren benutzt werden.29

Seine Amtszeit war jedoch nur von sehr kurzer Dauer, denn schon am 19. November des Jahres 1945, also knappe sechs Monate nach seinem Amtsantritt, endete sie so schnell, wie sie begonnen hatte. Weil Dr. phil. Gottfried Witzgall die rigorosen und teilweise recht überzogenen, amerikanischen Entnazifizierungsvorschriften und -maßnahmen nicht billigte, wurde er von der Militärregierung seines Amtes enthoben. Zwar hatte sich zwischen dem Landrat und dem Chef der US-Militäradministration ein kollegiales Verhältnis eingestellt, jedoch konnte eine Opposition gegen die von oben gegebenen Direktiven auch von den lokalen US-Verwaltungskräften nicht geduldet werden.

Er sollte einem durch NSDAP-Mitgliedschaft belasteten Beamten und Kollegen laut Anweisung der Militärregierung kündigen, aber weigerte sich. Dadurch stellte er den alleinigen Führungsanspruch der Besatzer ernsthaft in Frage und handelte somit nicht mehr amtskonform.30 Als offiziellen Entlassungsgrund gab die Militärregierung eine angebliche „inefficiency“31 des engagierten Landrates an und ersetzte ihn durch den noch am gleichen Tag berufenen 56-jährigen stellvertretenden Landrat und Kaufmann Carl Pfretzschner.

2.2.3 Das Leben danach

Nach seiner Abberufung als Landrat kehrte Dr. Gottfried Witzgall wieder in seine Tätigkeit als Pädagoge zurück. Bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1956 blieb er Lehrer an der Oberrealschule in Kronach (dem heutigen KasparZeuß-Gymnasium in Kronach), deren kommissarischer Anstaltsleiter er von 1945, nach seiner Amtsenthebung als Landrat, bis 1948 war. Seine politische Karriere endete aber nicht mit der Abberufung als Landrat, sondern Witzgall vertrat die Interessen der CSU im Stadtrat weiter von 1946 bis 1948 und war bis zum Jahre 1956 Mitglied des Kreistages.

Hier hatte er bis 1946 sogar noch den Vorsitz inne. Außerdem vertrat er die CSU nach außen als Fraktionsführer. Im Jahre 1949 wurde er sogar nochmals zum Stellvertretenden Landrat berufen und musste die Amtsgeschäfte ein zweites Mal übernehmen bis zum Jahre 1952.32

Seine politische Laufbahn endete erst im Jahre 1956 aus gesundheitlichen Gründen. Er zog sich dann aus seinen politischen Ämtern komplett zurück.

Neben seinen politischen Aktivitäten war Dr. Witzgall ein aktives Mitglied des Frankenwaldvereins und unternahm zahlreiche Wanderungen. Im Jahre 1959 ging er sogar im Alter von 70 Jahren noch den Bund der Ehe ein und lebte im Kreise seiner Familie bis er am 18. Juli 1965 im Kronacher Kreiskrankenhaus den Folgen einer längeren Krankheit erlag.33

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.2.3: Der Stadtrat verabschiedet 1947 den amerikanischen Major und Resident Officer Harald Lund. Von links: Georg Büttner, Hans Schnappauf, Harald Lund, Lothar Kaiser, Bürgermeister Johann Baptist Thron, Andreas Bauer, ehemaliger Landrat Dr. Gottfried Witzgall, Polizeikommissar Benno Wobst (verdeckt) und Joseph Stähler.

2.3 Der Nachfolger in schweren Zeiten: Carl Pfretzschner (19. November 1945 bis 23. Juni 1946)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.3: Carl Pfretzschner

2.3.1 Amtsantritt und Vorgeschichte

Carl Pfretzschner wurde am 18. Februar 1889 als Sohn eines protestantischen Großkaufmanns in Kronach geboren und wuchs auch dort in wohlhabenden Verhältnissen auf. Nachdem er vier Jahre die Volksschule in Kronach besucht hatte, setzte er seine Schullaufbahn in Coburg auf dem Gymnasium fort. Dort legte er 1910 sein Abitur ab und trat noch im selben Jahr als Offiziersanwärter in das 2. Bayerische Ulanen-Regiment in Ansbach ein. Schon im Jahr 1912 zum Leutnant befördert, nahm er von 1914 bis 1916 am Ersten Weltkrieg teil und musste dort an vorderster Front den Schrecken und das Leid des wütenden Stellungskrieges miterleben. Nach Kriegsende trat der junge Offizier aufgrund der prägenden Erlebnisse des Frontkrieges aus dem Heer aus, verlor aber seinen Bezug zum Militär nie komplett.

Beruflich versuchte Carl Pfretzschner nach seiner Militärlaufbahn drei Jahre von 1919 bis 1923 in der Landwirtschaft Fuß zu fassen. Aber dieser Wirtschaftszweig schien nicht seine Welt zu sein. Obwohl er in der Zwischenzeit Vater zweier Kinder geworden war, wechselte er den Beruf und bewarb sich im Jahre 1923 erfolgreich als Bankkaufmann in die Coburger Filiale der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank.

[...]


1 Vgl. http://www.aai.ee/abks/001.html

2 Vgl. Wormit, H.-G., Die Landkreisordnungen in der Bundesrepublik Deutschland, Teil I. Verfassung und Organisation der Landkreise, Köln 1960, S. 29.

3 Vgl. Interview mit Dr. Heinz Köhler, vom 16.10.2007.

4 Vgl. Wormit, a.a.O., S. 28.

5 Vgl. Interview mit Dr. Heinz Köhler vom 16.10.2007.

6 Vgl. a.a.O.

7 a.a.O.

8 Vgl. Weber, J., Deutsche Geschichte 1945 bis 1990, Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, München 2007, S. 11.

9 Vgl. Heinloth, B., Oldenburg Geschichte für Gymnasien, München 1994, S. 73.

10 Vgl. Schreiber, W., Die letzten Tage des 2. Weltkriegs im Landkreis Kronach, Kronach 1965,

S. 41 f.

11 Zeitler, P., Neubeginn in Oberfranken 1945-1949, Die Landkreise Kronach und Kulmbach, Kronach 1997, S. 69.

12 a.a.O., S.88.

13 Vgl. a.a.O., S.89.

14 Fraternisierungsverbot: (lat. frater = der Bruder) Direktive der westlichen Alliierten, dass ihre Truppen keinen gesellschaftlichen Umgang mit der deutschen Bevölkerung pflegen durften. Erlassen im Herbst 1944.

15 Vgl. Zeitler, P., a.a.O., S. 152 f.

16 Vgl. a.a.O., S. 153 f.

17 Zeitler, P., Kronachs Männer der ersten Stunde (Teil 1), in: 1000 Jahre Kronach, Heft 11 (1995), S. 14.

18 Vgl. Archiv I, Landratsamt Kronach, Schriftverkehr des Landrats mit der Militärregierung in verschiedenen Angelegenheiten von Juni bis November 1945, S. 2 f.

19 Revirement: Wechsel in der personellen Besetzung von Ämtern.

20 Archiv 1, Landratsamt Kronach, Schreiben des Landrates Kronach an den Regierungspräsidenten vom 05.08.1945.

21 Archiv 1, Landratsamt Kronach, Wochenbericht des Landrates Kronach an die Militärregierung von 17.11.1945 - 23.11.1945.

22 Vgl. Zeitler, P., Neubeginn in Oberfranken 1945-1949, Die Landkreise Kronach und Kulmbach, Kronach, 1000 Jahre Kronach, 1997, S. 425.

23 Aus dem Englischen: „einstweilig gewährte Genehmigung“.

24 a.a.O., S. 251.

25 a.a.O., S. 326.

26 Benz, W., Potsdam 1945, Besatzungsherrschaft und Neuaufbau im Vier-Zonen-Deutschland, München 1986, S. 210 f.

27 Displaced Persons: aus dem Englischen; Personen, die nicht an diesem Ort beheimatet sind; hier: Zwangsarbeiter des NS-Regimes aus den östlichen Ländern, wie Polen und Russland, Ausgebombte, Heimatlose, Kriegsgefangene etc.

28 Vgl. Zeitler, P., a.a.O., S. 93.

29 Vgl. Archiv I, Landratsamt Kronach, Schriftverkehr des Landrats mit der Militärregierung in verschiedenen Angelegenheiten von Juni bis November 1945, S. 1 f.

30 Vgl. Zeitler, P., a.a.O., S. 153.

31 Aus dem Englischen: „Ineffizienz“.

32 Siehe Abschnitt 2.6.

33 Vgl. Zeitler, P., Kronachs Männer der ersten Stunde (Teil 1), in: 1000 Jahre Kronach, Heft 11 (1995), S. 15.

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Details

Titel
Die Landräte im Landkreis Kronach von 1945 bis 1950
Veranstaltung
Leistungskurs Geschichte
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
80
Katalognummer
V179392
ISBN (eBook)
9783656020448
ISBN (Buch)
9783656020806
Dateigröße
21893 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Facharbeit, Geschichte, Leistungskurs, Kronach, Nachkriegszeit, Landrat, Landräte, Landkreis
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Markus Schreiber (Autor), 2008, Die Landräte im Landkreis Kronach von 1945 bis 1950, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179392

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