Der kategorische Imperativ in Kants „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“

Darstellung und Erörterung


Hausarbeit, 2003
16 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung:
1.1 Entstehungsgrund und Standort der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten
1.2 Zielsetzung der Arbeit

2. Abklärung wesentlicher Begriffe:
2.1 Der gute Wille als Voraussetzung für moralisches Handeln
2.2 Teleologische Bestimmung der Natur und in ihr: Der Mensch als Vernunftwesen
2.3 Der Pflichtbegriff Kants
2.4 Maximen als Handlungsanweisungen der Vernunft

3. Die Imperative
3.1 Das praktische Vernunftvermögen
3.2 Hypothetische und kategorische Imperative
3.3 Die Formeln des kategorischen Imperativs
3.4 Begründung des kategorischen Imperativs

Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

1.1 Entstehungsgrund und Standort der GMS

Im Rahmen der kritischen Schriften Kants folgte nach seinem Werk: Kritik der reinen Vernunft (1781) eine Kritik der praktischen Vernunft (1788). Als deren Vorläufer und Fundament zugleich betrachtet Kant die Grundlegung, die er voranschickt, einmal um sie einem breiterem Publikum zugänglich zu machen, zum anderen, weil er klarstellen wollte, dass es zur Beurteilung von Moral objektiver Kriterien bedarf, die allein in der Vernunft aufzufin­den seien.[1]

Obgleich, wie Kant sagt, bereits der gesunde Menschenverstand imstande sei zu beurteilen, ob eine Handlung gut ist, bedürfe es der Philosophie, um mit Sicherheit zu entscheiden, dass die Vernunft ihre eigenen Prinzipien auch tatsächlich anwendet, da die Natur des Menschen bestrebt ist, diese zu umgehen.

Wie und in welcher Weise wird der Wille durch Vernunft bestimmt?

Wenn es sich um Fragen der Moralität handelt, kann dies nur durch Gründe a priori, also vor aller Erfahrung, unabhängig von anthropologischen Vo­raussetzungen, ja, selbst jenseits der Motivation durch Religion geschehen, so Kant.

Vor aller Erfahrung aber ist Metaphysik. Das Anliegen Kants ist es, eine Mo­ralphilosophie zu begründen, die die Gesetze der Sittlichkeit auf ihre meta­physischen Anfangsgründe zurückführt. Indem die Grundlegung die Bedin­gungen eines möglichen reinen Willens unter der Idee der Freiheit des Handelns untersucht, ist sie Wegbereiter für diese Aufgabe.

1.2 Zielsetzung der Arbeit

In einem vorbereitenden Teil wurde der Standort der Grundlegung im Rahmen der kritischen Schriften Kants benannt. Im Folgenden sollen zu­nächst wesentliche Begriffe der Ethik Kants besprochen werden, bevor im Hauptteil ausführlich auf die Imperative eingegangen wird, die Formeln des kategorischen Imperativs entwickelt und seine logischen Voraussetzungen erörtert werden.

2. Abklärung wesentlicher Begriffe

2.1 Der gute Wille als Voraussetzung für moralisches Handeln

„Es ist überall nichts in der Welt, ja überhaupt auch außerhalb derselben zu denken möglich, was ohne Einschränkung für gut gehalten werden könnte, als allein ein guter Wille."[2] Mit diesem etwas pathetischen Ausspruch be­ginnt Kant seine Ausführungen zur Grundlegung einer Metaphysik der Sit­ten. Der Wille, der als frei gedacht wird, ist die Voraussetzung von Sittlich­keit, wie Kant sie in seiner deontologischen Ethik entwickelt.

Wie kommt Kant zu der Bestimmung des Willens als eines freien Willens? In welchem Verhältnis stehen die Freiheit des Menschen und seine Abhän­gigkeit von Naturgesetzen? Welche Voraussetzungen sind erforderlich, damit der Wille sich zu moralischem Handeln bestimmt, ist doch die Schwäche des Menschen, gegen seine moralischen Prinzipien zu „vernünf­teln"[3] nur allzu bekannt? Wie kann man sich die Grundsätze vorstellen, die Kant kategorische Imperative nennt, und die nach seiner Meinung genuin im Menschen als Vernunftwesen verankert sind?

2.1 Teleologische Bestimmung der Natur und in ihr: Der Mensch als Vernunftwesen

Kant geht von einer teleologischen Bestimmung der Natur, auch der des Menschen aus. Das bedeutet, dass diese nach optimalen Bedingungen or­ganisiert ist. Ebenso hält er für unbestritten, dass das oberste Ziel aller Menschen das Streben nach Glückseligkeit ist.[4] Vernunft aber ist das, was uns im Reiche der Natur von den Tieren unterscheidet, was uns über unse­re animalischen Bedingungen erhebt. Wozu, so fragt Kant, soll uns Ver­nunft denn dienen? Er hält sie für gänzlich ungeeignet, die Glückseligkeit zu befördern. Im Gegenteil, steht sie bei der Verwirklichung unserer Lustprin­zipien eher hinderlich im Wege. Da aber, so Kant, „uns Vernunft als praktisches Vermögen [...], das Einfluss auf den Willen haben soll, den­noch zugeteilt ist, so muss die wahre Bestimmung derselben sein, einen nicht etwa in anderer Absicht als Mittel, sondern an sich selbst guten Willen hervorzubringen."[5]

Vernunft ist dem Willen zugeschaltet, um ihn - in Absehung seiner sonsti­gen Prinzipien (aus dem Sinnenreich) - zu sittlich gutem Handeln zu be­stimmen. Da Kant von der Zweckbestimmung des Menschen ausgeht, fol­gert er, dass die Vernunft dasjenige ist, was die Menschenart am ehesten garantiert, und dieses ist nur möglich unter den Gesetzen der Moral.

2.3 Der Pflichtbegriff Kants

Wie sind diese Gesetze zu denken, die - so mein Kant - bereits in der ge­meinen Menschenvernunft enthalten sind, und von allen vernünftigen We­sen gleichermaßen akzeptiert werden, da sie den Charakter der Allgemein­gültigkeit und Universalität mit sich führen. Der Mensch ist ja nicht nur ein Vernunftwesen, sondern auch ein Sinnenwesen. Als solches unterliegt er den Gesetzen der Natur und ist nicht frei, seinen Willen zu bestimmen. Der Mensch also, als nicht gänzlich vernunftbestimmt wie ein göttliches Wesen, bedarf der Nötigung seines Willens, weil dieser im Hinblick auf andere Prin­zipien, vor allem in seinem Streben nach Glückseligkeit, gehindert werden könnte, das Gute zu wollen. Diese Nötigung geschieht durch Pflicht. Kant beurteilt den moralischen Wert einer Handlung nach ihrem Verhältnis zur Pflicht.

[...]


[1] Grundlegung zur Metaphysik der Sitten.

[2] Kant: GMS, S. 28.

[3] Ebd., S. 45.

[4] Vgl. Kant: Kritik der praktischen Vernunft, S. 45.

[5] Ders., GMS, S. 32 Abs. 2

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Der kategorische Imperativ in Kants „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“
Untertitel
Darstellung und Erörterung
Hochschule
Universität Bielefeld  (Institut für Philosophie)
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
16
Katalognummer
V179793
ISBN (eBook)
9783656024354
ISBN (Buch)
9783656024170
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Hausarbeit zur Magisterprüfung
Schlagworte
imperativ, kants, grundlegung, metaphysik, sitten, darstellung, erörterung, ethik, aufklärung, moral, sittengesetz, maxime des handelns, hypothetischer imperativ
Arbeit zitieren
Dr. Anne Meinberg (Autor), 2003, Der kategorische Imperativ in Kants „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/179793

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