Das kosmologische Argument unter besonderer Berücksichtigung der islamischen Tradition


Seminararbeit, 2011
12 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Das kosmologische Argument in der islamischen Philosophie Alpharabius

Das kosmologische Argument in der islamischen Theologie Resümee

Literatur

Einleitung

Das kosmologische Argument stellt einen philosophischen und theologischen Weg zu einem Gottesbeweis dar.1 Mit diesem Argument, wie bereits dem Namen zu entnehmen ist, wird versucht aus der Existenz des Kosmos heraus die Existenz Gottes zu erklären.2 Die allgemeinste Form dieses Argumentes kann wie folgt festgehalten werden:

1. Alles, was zu existieren beginnt, hat eine Ursache seiner Existenz.
2. Das Universum begann zu existieren.
3. Deshalb hat das Universum eine Ursache seiner Existenz.

Das kosmologische Argument besteht nicht nur aus einem Argument; es ist vielmehr ein Sammelbegriff verschiedener Argumente3, welche einander jedoch mehr oder weniger bei einem gemeinsamen Nenner wiederfinden:

Alles, was zu existieren beginnt, hat eine Ursache seiner Existenz.

„Diese Gemeinsamkeit sollte allerdings nicht dazu verführen, die Unterschiede zwischen den einzelnen Argumentformen zu unterschätzen“4

In der christlichen Theologie nennt Thomas von Aquin drei Varianten des kosmologischen Gottesbeweises und bezeichnet die Ursache, wie auch in der islamischen Theologie üblich, als „Gott.“ Peter Fischer beschreibt die drei Varianten nach Thomas von Aquin wie folgt:

„Thomas gibt drei Varianten des kosmologischen Gottesbeweises, die sich danach unterscheiden, von welchem bekannten Merkmal der Erscheinungswelt sie ausgehen: von der Bewegung, von der Kontingenz bzw. Vergänglichkeit oder von der Ursächlichkeit. Es ist für den kosmologischen Gottesbeweis offensichtlich nicht entscheidend, von welchem Bekannten ausgegangen wird. In allen drei Gottesbeweisen wird eine Namensbedeutung von Gott verwendet: Gott als erste Ursache, wenn von der Ursächlichkeit ausgegangen wird; Gott als schlechthin notwendiges Wesen, wenn es um die Kontingenz geht; und Gott als erster Beweger, wenn der Ausgang von der Bewegung genommen wird. Der Beweis endet jeweils damit, dass das, was die Namensbedeutung besagt, mit Notwendigkeit angenommen werden muss. Thomas fügt dann jedesmal hinzu, dass dies „Gott“ genannt wird.“5

Bei Thomas von Aquin ist Gott die Ursache der Existenz. Somit wird Thomas von Aquin der theistischen Religion, in seinem Fall dem Christentum, gerecht. Wie das Christentum suchen auch die islamische Philosophie sowie die islamischen Theologie als Wächter der monotheistischen Religion des Islam Gott als Ursache für die Existenz des Seins. Dabei bedienten sie sich des kosmologischen Argumentes und systematisierten es auf islamische Weise, welches im Folgenden noch thematisiert werden wird.

Nach William Craig hat die Prämisse „ Alles, was zu existieren beginnt, hat eine Ursache ihrer Existenz “ eine allgemeingültige Aussage und kann nicht ernsthaft widerlegt werden. Doch es bestehen auch Ideen, wonach es sehr wohl möglich erscheint, dass ein Sein ohne einen Grund existieren kann, also ein Sein, das von Nichts und ohne Grund entsteht. Ein berühmtes Beispiel hierfür gibt die Quantenphysik, in der es möglich war, zu zeigen, dass Elektronen bestehen, welche an einem Punkt aufhören zu existieren und an einem anderen Punkt wieder anfangen zu existieren,6 sodass sie anscheinend aus dem Nichts heraus und ohne Ursache wieder auftreten.7

Doch kommen wir wieder zu der Vielfalt des kosmologischen Argumentes. Diese zu beschreiben überschreitet die Aufgabe dieser Arbeit, dennoch sollen hier einige Hauptmerkmale der Unterschiede aufgeführt werden:

[...]


1 Aslan, Adnan, Tanri`nin Varligina Dair Argümanlar, ISAM, Istanbul, 2006, S. 51

2 Jäger, Christoph (Hrsg.), Analytische Religionsphilosophie, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn, 1998, S. 18

3 Löffler, Winfried, Einführung in die Religionsphilosophie, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 2006, S. 60

4 Löffler, Winfried, Einführung in die Religionsphilosophie, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 2006, S. 60

5 Fischer, Peter, Philosophie der Religion, Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen, 2007, S. 54

6 Peterson, Michael u.a., Reason and Religious Belief, An Introduction To The Philosophy Of Religion, Third Edition, Oxford University Press, 2003, S. 84

7 Dabei ist lediglich statistisch zu erfassen, wann und wo die Elektronen wieder auftreten. Gerade deshalb wird dieser Umstand interessant für dieses Argument. Doch die Kritiker dieses Argumentes weisen darauf hin, dass es sich hier lediglich um einen Niedrigstand der Energie handelt und keine absolute Existenz aus dem Nichts vorliegt.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Das kosmologische Argument unter besonderer Berücksichtigung der islamischen Tradition
Hochschule
Universität Bayreuth  (Religionswissenschaften)
Veranstaltung
Religionsphilosophie
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V180516
ISBN (eBook)
9783656034209
ISBN (Buch)
9783656034384
Dateigröße
382 KB
Sprache
Deutsch
Reihe
Islamische Studien
Schlagworte
argument, berücksichtigung, tradition, kosmologisches Argument, Kalam
Arbeit zitieren
Serkan Ince (Autor), 2011, Das kosmologische Argument unter besonderer Berücksichtigung der islamischen Tradition, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/180516

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Das kosmologische Argument unter besonderer Berücksichtigung der islamischen Tradition


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden