Rationalisierung und Weber: Eine Rational-Choice-Theorie?

Handlungstheorien im Vergleich


Hausarbeit, 2011
10 Seiten, Note: 1,3
Nancy Pullasch (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundannahmen einer Handlungstheorie

3. Soziales Handeln nach Weber
3.1 Idealtypen nach Weber
3.2 Webers Bestimmungsgründe des sozialen Handelns
3.3 Rationalisierung nach Weber

4. Rational-Choice-Theorie

5. Vergleich beider Ansätze

6. Schlussbetrachtung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Max Weber analysiert die gesellschaftlichen Veränderungen der Moderne als einen Prozess der Rationalisierung (vgl. Rosa et al. 2007: 55) und definiert die Soziologie als: ,, […] eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will.“ (Weber 1980: 1). Dieses Zitat macht deutlich, dass Weber einen handlungstheoretischen Ansatz verfolgt. Auch die Rational-Choice-Theorie versteht sich als eine Handlungstheorie, die ein Erklärungsmodell für die Motive, die menschlichen Handeln zu Grunde liegen, zu bieten versucht und dabei von einem stets rational handelnden Menschen ausgeht (vgl. Etzrodt 2003: 12ff.).

Als einen der vier Bestimmungsgründe des sozialen Handels definiert Weber die Zweckrationalität (vgl. Weber 1980: 12f.), die auch die Handlungsgrundlage des Homo Oeconomicus bildet (vgl. Lamnek 2008: 167).

Da bereits Parallelen zwischen beiden Ansätzen offensichtlich sind, scheint ein genauerer Vergleich interessant zu werden. In dieser Hausarbeit sollen die Handlungstheorie von Weber und die der Rational-Choice-Theroie auf vorhandene Gemeinsamkeiten untersucht und ihre Unterschiede aufgezeigt werden. Außerdem soll im zur Verfügung stehenden Rahmen ein Beitrag zur Klärung der Frage, ob Webers Werk den Rational-Choice-Theorien zuzuschreiben ist, geleistet werden.

Zu Beginn der werden die generellen Grundannahmen von Handlungstheorien vorgestellt. Anschließend erfolgt die Betrachtung von Webers Bestimmungsgründen des sozialen Handels und der Rationalisierung der Gesellschaft, wobei im Vorfeld auf Webers Definition von sozialem Handeln und die Konstruktion von Idealtypen eingegangen wird. Nachfolgend wird die Rational-Choice-Theorie erläutert, um im Anschluss beide Theorien vergleichen zu können. Im Schlussteil werden noch einmal die erarbeiteten Erkenntnisse zusammengefasst und ein Fazit gezogen.

2. Grundannahmen einer Handlungstheorie

Eine Gesellschaft besteht aus handlungstheoretischer Sicht aus Individuen, deren Handlungen den Ausgangspunkt für soziologische Erklärungen bilden (vgl. Rosa et al. 2007: 51). Handlungstheorien erklären im Gegensatz zu strukturtheoretischen Ansätzen gesellschaftliche Phänomene mit Hilfe des methodologischen Individualismus. Dabei werden individuelle Handlungen beobachtet, sowie deren vorangegangenen Absichten analysiert. Diese Betrachtung der einzelnen Akteure soll anschließend Rückschlüsse auf die Gesellschaft, deren

Struktur und gesellschaftliche Institutionen zulassen, sodass die Gesellschaft als Produkt der handelnden Individuen betrachtet werden kann (vgl. ebd.: 17).

3. Soziales Handeln nach Weber

Um Webers Bestimmungsgründe des sozialen Handelns näher erläutern zu können, ist es sinnvoll zu betrachten, was Weber unter Handeln und vor allem unter sozialem Handeln ver- steht. Weber setzt seiner Definition von Handeln noch die Beschreibung von Verhalten vor- aus, welches als körperliches oder reflexartiges Reagieren zu verstehen ist (vgl. Rosa et al. 2007: 51). Handeln definiert Weber wie folgt: „»Handeln« soll [...] ein menschliches Verhalten (einerlei ob äußeres oder innerliches Tun, Unterlassen oder Dulden) heißen, wenn und insofern als der oder die Handelnden mit ihm einen subjektiven Sinn verbinden.“ (Weber 1980: 1). Der subjektive Sinn stellt die persönlichen Absichten des Handelnden dar, der somit mit seiner Handlung bewusst ein Ziel verfolgt und nicht nur reaktiv oder instinktiv agiert (vgl. Rosa, et al. 2007: 51).

Um aber von sozialem Handeln sprechen zu können, ist es nicht nur notwendig, dass dem Handeln des Akteurs eine Absicht zugrunde liegt, sondern die Handlung muss auch an dem Verhalten, beziehungsweise an dem erwarteten Verhalten Anderer ausgerichtet sein (vgl. We- ber 1980: 11). Webers viel zitierte Definition dazu lautet: ,, Soziales Handeln aber soll ein sol- ches Handeln heißen, welches seinem von dem oder den Handelnden gemeinten Sinn nach auf das Verhalten anderer und daran in seinem Ablauf orientiert ist.“ (Weber 1980: 1).

3.1 Idealtypen nach Weber

Webers Bestimmungsgründe des sozialen Handels sind als Idealtypen zu verstehen und sollen somit auf jede Gesellschaft anwendbar sein. Mit Idealtypen meint Weber keinesfalls bestmög- liche Ausprägungen (vgl. Korte 2004: 61f.), sondern konstruierte, reine Typen, die so in der Realität nicht vorkommen, aber durch ihre Eindeutigkeit, sowie Sinnadäquanz (vgl. Weber 1980: 9ff.) die Klassifizierung charakteristischer Ausprägungen sozialer Erscheinungen und deren möglichst scharfe Abgrenzung von einander ermöglichen. Durch abstrakte Verallgemei- nerung bieten Idealtypen die Möglichkeit einer Reduktion der Komplexität der sozialen Wirk- lichkeit, sowie einen möglichst breiten Anwendungsbereich, da sie, obwohl sie eindeutig defi- niert sind, auf die verschiedensten Fälle übertragbar sind (vgl. Rosa et al. 2007: 54f.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Rationalisierung und Weber: Eine Rational-Choice-Theorie?
Untertitel
Handlungstheorien im Vergleich
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
10
Katalognummer
V181113
ISBN (eBook)
9783656042105
ISBN (Buch)
9783656041863
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rationalisierung, weber, eine, rational-choice-theorie, handlungstheorien, vergleich
Arbeit zitieren
Nancy Pullasch (Autor), 2011, Rationalisierung und Weber: Eine Rational-Choice-Theorie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/181113

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