Finanzierungsformen in Mittelstandsunternehmen


Seminararbeit, 2010
16 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen
2.1 Mittelstandsunternehmen
2.2 Investitionen
2.3 Finanzierung

3 Finanzierungsformen
3.1 Außenfinanzierung
3.2 Innenfinanzierung
3.3 Sonderformen

4 Fazit

1 Einleitung

Eine moderne Volkswirtschaft ist durch vielfältige Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Beteiligten gekennzeichnet, welche im Wirtschaftskreislauf dargestellt werden. Hierzu zählen zum einen die privaten Haushalte, welche durch zur Verfügung gestellte Arbeitskraft auf der einen Seite und durch den privaten Konsum auf der anderen Seite unmittelbar an der Entstehung des Bruttoinlandsprodukts beteiligt sind. Zum anderen findet eine Beteiligung des Staates in Form von Regulierungsmaßnahmen (z.B. Protektionismus, Subventionen, Steuerbelastungen) statt und die zunehmende Öffnung der Weltmärkte im Zuge der Globalisierung erhöht die Relevanz ausländischer Einflüsse auf dem binnenländischen Markt.1

Die letzte im Wirtschaftskreislauf beteiligte Institution, welche nachfolgend tiefgreifender betrachtet wird, stellen die Unternehmen dar. Ein Unternehmen ist die Ansammlung von Vermögenswerten mit dem Ziel der „Erhaltung und erfolgreiche(n) Weiterentwicklung“.2 Da sich ein Unternehmen auf dem Markt mit den von Michael E. Porter beschriebenen Kräften der Lieferanten, Kunden, Wettbewerber, neuen Marktteilnehmer und Substitutionsprodukten auseinandersetzen muss, ist es somit für die Existenz des Unternehmens von fundamentaler Bedeutung, das vorhandene Kapital möglichst optimal einzusetzen und einen Mehrwert zu generieren. Unternehmen kommen hierbei sowohl mit dem Güter- als auch mit dem Geldkreislauf in Kontakt und müssen die Wechselbeziehungen zu den anderen Wirtschaftsbeteiligten bei all ihren Entscheidungen einfließen lassen.3

In der vorliegenden Seminararbeit wird zunächst auf die Grundlagen von Investitionen und Finanzierung eingegangen sowie der Mittelstand definiert. Anschließend werden die Finanzierungsformen vorgestellt und deren Praxisrelevanz anhand von Fallbeispielen aufgezeigt.

2 Grundlagen

2.1 Mittelstandsunternehmen

Im Zuge der industriellen Revolution im frühen 19. Jahrhundert entwickelten sich in Europa Betriebe, welche in ihrer Größe bis dahin einzigartig waren. Bislang wurde überwiegend Heimarbeit geleistet und die meisten Haushalte waren Selbstversorger. Durch den technologischen Fortschritt wurde der Prozess der Arbeitsteilung angestoßen. Mittels Arbeitsteilung konnten erhebliche Produktivitätssteigerungen und somit höhere Erlöse erzielt werden, welche wiederum in Forschung und Entwicklung investiert wurden. In der heutigen Zeit existieren sowohl Ein-Mann-Betriebe als auch Unternehmen mit Umsätzen, die mehrfach größer sind als das Bruttoinlandsprodukt von kleinen Ländern. So hat zum Beispiel der Konzern "Volkswagen AG" als größtes deutsches Unternehmen im Jahre 2010 einen Umsatz von 126,9 Milliarden Euro erwirtschaftet4, wohingegen das Bruttoinlandsprodukt von Luxemburg 2010 nur bei 42,9 Milliarden Euro und somit bei knapp einem Drittel des Umsatzes von Volkswagen lag.5

Um Unternehmen in Klein-, Mittelstands- und Großunternehmen zu gliedern, kann man diese qualitativ als auch quantitativ unterscheiden. Eine einheitliche Definition existiert bislang nicht.6 Qualitative Kriterien können zum Beispiel die Mitwirkung des Besitzers oder die Unabhängigkeit von Unternehmensgruppen sein.7 Häufiger herangezogen werden jedoch die quantitativen Kriterien. Eine Einigkeit herrscht dennoch nicht. Zum Beispiel gelten gemäß dem Bonner Institut für Mittelstandsforschung Unternehmen mit über eine und unter 50 Millionen Euro Umsatz und mehr als 10, aber weniger als 500 Mitarbeitern dem Mittelstand an.8

Je nach Industrialisierungsgrad einer Nation nimmt der Mittelstand unterschiedlich starke Rollen ein. Untersuchungen und Statistiken zeigen, dass kleine und mittlere Unternehmen (häufig auch: KMU - Klein- und Mittelstandsunternehmen) eine erhebliche Bedeutung für die Bundesrepublik Deutschland besitzen.9 Regelmäßig werden Umfragen initiiert, in denen die Stimmung des Mittelstands im Fokus steht. Während nach der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahre 2008 ein massives Stimmungstief verzeichnet wurde, sind die derzeitigen Prognosen für das laufende und die kommenden Geschäftsjahre sehr optimistisch.10 Die Stimmung des Mittelstands wird häufig als Prognose für die Entwicklung der Wirtschaft gesehen und sagt relativ zuverlässig Umsatzveränderungen (für die Gesamtheit) voraus.

2.2 Investitionen

Eine Investition ist die Schaffung von Sach-, Finanz- oder immateriellen Vermögenswerten durch Umwandlung von Zahlungsmitteln.11 Die Höhe und Verfügbarkeit der Zahlungsmittel eines Unternehmens bestimmen maßgeblich den möglichen Umfang und Umsetzungszeitplan einer Investition. Ein intensives Wechselspiel zwischen Investitionen und der damit verbundenen Frage nach der richtigen Finanzierung bestimmen also den Alltag eines Unternehmens.

Das Motiv einer Investition ist in der Regel die Erhöhung des Unternehmenserlöses. Der Erlös kann entweder durch die Erhöhung der Ausbringungsmenge (Output) oder der Verringerung der benötigten Einbringungsmenge (Input) erfolgen. Wird zum Beispiel eine weitere Maschine angeschafft, um die Produktionszahlen zu erhöhen, so spricht man von einer Erweiterungsinvestition.12 Wird eine moderne und technologisch weiter entwickelte Maschine angeschafft, um entweder den Output zu erhöhen (bei gleichbleibendem Input) oder den Input zu verringern (bei gleichbleibendem Output), so spricht man von einer Rationalisierungsinvestition.13 Ist eine Investition zur Erneuerung der Produktionsstätte notwendig, wirkt sich aber nicht auf den In- bzw. Output aus, so spricht man von einer Re- oder Ersatzinvestition.14

[...]


1 vgl. http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=6DYILH (18.06.2011)

2 Kühn, Gerhard; Schlick, Helmut (2002): Spezielle Wirtschaftslehre: Groß- und Außenhandel, 3. Auflage, Bildungsverlag EINS, S. 88

3 vgl. Holtbrügge, Dirk; Welge, Martin (2010): Internationales Management, 5. Auflage, Schäffer-Poeschel Verlag, Kapitel 1 Lennart Burggraf | Lisa Hinrichs | Anne Schröder Seite | 1

4 vgl. http://www.volkswagenag.com/vwag/vwcorp/content/de/the_group.html (27.06.2011)

5 vgl. http://wko.at/statistik/eu/wp-luxemburg.pdf (27.06.2011)

6 vgl. http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=3 (18.06.2011)

7 vgl. http://www.offensive-mittelstand.de/site.aspx?url=html/mittelstand/proj_03.htm (18.06.2011)

8 vgl. http://www.ifm-bonn.org/index.php?id=89 (18.06.2011)

Lennart Burggraf | Lisa Hinrichs | Anne Schröder Seite | 2

9 vgl. http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/ UnternehmenGewerbeInsolvenzen/2008__8/2008__8KMU,templateId=renderPrint.psml (18.06.2011)

10 vgl. http://www.live-pr.com/mittelst-ndler-loben-deutschland-stimmung-r1048934044.htm (19.06.2011)

11 vgl. http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/investition/investition.htm (18.06.2011)

12 vgl. Wöhe, Günter; Döring, Ulrich (2008): Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 23. Auflage, Verlag Franz Vahlen GmbH, S. 522

13 vgl. http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/rationalisierungsinvestition/rationalisierungsinvestition.htm (03.07.2011)

14 vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/ersatzinvestition.html (03.07.2011) Lennart Burggraf | Lisa Hinrichs | Anne Schröder Seite | 3

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Details

Titel
Finanzierungsformen in Mittelstandsunternehmen
Hochschule
Bremer Institut für Handel und Verkehr
Veranstaltung
Investition, Finanzierung und Steuern
Note
2
Autoren
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V182051
ISBN (eBook)
9783656057215
ISBN (Buch)
9783656069485
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzierungsformen in Mittelstandsunternehmen, Finanzierung, Finanzierungsformen, Mittelstand, Mittelstandsunternehmen, Finanzierungsmöglichkeit, Finanzierungsmöglichkeiten, Liquidität, mittelständisches
Arbeit zitieren
Lennart Burggraf (Autor)Lisa Hinrichs (Autor)Anne Schröder (Autor), 2010, Finanzierungsformen in Mittelstandsunternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182051

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